Nachhilfe in Mathe?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon alibaba » Fr 3. Jan 2020, 13:42

sinus hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben:Ja, so geht es meinem Kind auch. Je besser er versteht was der Lehrer will und dieser fordert, umso besser wurden seine Noten. Er weiß was er zu antworten hat. Sozusagen ein Roboter. Nicht denken, nur antworten und das nach Möglichkeit so, wie es der Gegenüber halt erwartet. Am Ende wählt man das dann ab, weil es keinen Mehrwert vermittelt. Man sieht keinen Sinn darin. Da hilft einem aber auch keine Nachhilfe weiter.


...genau da sehe ich aber Potential mit einer kompetenten Nachhilfe, diesen Ablauf zu durchbrechen.


Was ist denn eine kompetente Nachhilfe?

Eigentlich bedarf es eines adäquaten Gegenübers. Den kann man natürlich als Nachhilfelehrer erwischen oder eben nicht.

Problem bei der Nachhilfe: das sind ja keine Lehrerkopien. Dummerweise muss man aber mit dem Lehrer da vorne im Unterricht klar kommen. Wenn der das nicht richtig erklärt oder keine Nachfragen (und seien sie noch so "dumm" oder "anders" zulässt) hast Du das Problem a) nicht mit Nachhilfe gelöst und b) immer wieder von Neuem. Die Unlust löst du nicht. Das wird deswegen kein Fach was man genauso gerne und easy macht, wie eben andere Fächer.

Mein Kind hatte jahrelang Noten in seinen eigentlich Spezialfächern, da ging es nicht um eine 3 nach 2, sondern von einer 5 auf eine versetzt 4. Je freier und anspruchsvoller jetzt der Unterricht wurde umso besser werden seine Noten. Du brauchst einen Lehrer der im Weg die Lösung anerkennt und nicht im Schema F wie vorgegeben. Leider besteht hier Schule aus 99% Schema F nachmachen. Wer hier mit sich und für sich eine Bewältigungsstrategie gefunden hat, ist mit sich besser im reinen und dann kommen auch die "besseren" Noten. Das geht natürlich bei Kindern deren Fokus auf der Sprache liegt einfacher als bei denen, wo der Fokus in der Naturwissenschaft liegt. In der Naturwissenschaft gibt der Lehrer den Weg vor und bitte dann macht man es einfach so nach. Wenn man hier anders denkt, ergibt das Probleme. Mein Kind schreibt nie eine 1, wird aber regelmäßig nach vorne zitiert um seinen "kuriosen" anderen Lösungsweg der Klasse und dem Lehrer zu präsentieren.
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon alibaba » Fr 3. Jan 2020, 13:49

sinus hat geschrieben:Ich hatte übrigens in Klasse 7 einen Matheleher, der uns erstmal selbst hat Wege suchen lassen.
Sprich: er nannte uns das Problem und wir sollten zunächst selbst nach Lösungswegen suchen.
Das war damals das erste Mal, dass ich Mathe spannend fand und wo ich zu Hause freiwillig zusätzlich zu Hausaufgaben weiter herumgeknobelt habe...


Yes, das unterschreibe ich.

Hast du den aber nicht, dann löst du kein einziges Problem mit Nachhilfe. Sei denn es gibt generell ein "Matheproblem", weil das Kind halt eher sprachlastig begabt ist. Dann kann Nachhilfe schon sinnvoll sein.

Übrigens kommt hier das "freie arbeiten" mit dem Jahrgang von ganz alleine. Spätestens ab der Kursstufe werden hier die Kinder ganz anders angesprochen. Sie werden für "voller" genommen.
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon alibaba » Fr 3. Jan 2020, 14:02

Auguste hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben:
Ich finde, dass es da Unterschiede gibt zw. auflaufen lassen und Nachhilfe.

Warum geht dein Kind nicht selber zum Lehrer und fragt nach, wenn es das nicht verstanden hat?


Hat sie doch gemacht und fast nie eine vernünftige Antwort oder Erklärung bekommen. Irgendwann gibt so ein Kind halt auf und fragt dann eben nicht mehr den Lehrer. Jetzt ist es ihr peinlich - weil "alle anderen verstehen es ja, nur sie nicht". Dass das nicht so ist, ist mir auch klar. Aber es ist ihr persönlicher Eindruck.


Und ich setze an dummen Lehrerantworten noch eins drauf. "Ihr Kind fragt zu viel nach." Was bedeutet: ist es auf der richtigen Schulform, wenn es so viel nachfragen muss?



Auguste hat geschrieben:Dieses Kind ist getestet begabt mit Spitzen im logisch/mathematischen Bereich, keine sonstige Diagnose. Nachhilfe hat dieses Kind dann ausgerechnet in Mathe gebraucht. Ähnliche Probleme wie bei meiner Tochter. Erklärungen/Vorgehensweise des Lehrers nicht verstanden, große Lücken aufgebaut und letztlich überhaupt nicht mehr mitgekommen.

Ob Nachhilfe für meine Tochter hilfreich ist oder nicht, wissen wir erst, wenn wir es versuchen. Mein Kind jetzt im Regen stehen zu lassen und nichts zu machen, ist jedenfalls definitiv keine hilfreiche Option.


Ich habe NICHT geschrieben, dass du keine Nachhilfe für dein Kind aktivieren sollst. Im Prinzip gibst Du ja schon Nachhilfe. Ich hab lediglich geschrieben, dass Ihr nicht das finden werdet, was Ihr sucht. Aus der weiter oben beschriebenen Problematik. Dazu passt dein Beispiel des anderen Kindes ganz gut.
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon Auguste » Fr 3. Jan 2020, 14:42

alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben:Ich hatte übrigens in Klasse 7 einen Matheleher, der uns erstmal selbst hat Wege suchen lassen.
Sprich: er nannte uns das Problem und wir sollten zunächst selbst nach Lösungswegen suchen.
Das war damals das erste Mal, dass ich Mathe spannend fand und wo ich zu Hause freiwillig zusätzlich zu Hausaufgaben weiter herumgeknobelt habe...


Yes, das unterschreibe ich.

Hast du den aber nicht, dann löst du kein einziges Problem mit Nachhilfe. Sei denn es gibt generell ein "Matheproblem", weil das Kind halt eher sprachlastig begabt ist. Dann kann Nachhilfe schon sinnvoll sein.
...


Und da kommen wir der Sache schon näher.
Meine Tochter ist sprachlastig begabt - zumindest nach dem, was wir Eltern und ihre Lehrer wahrnehmen. ;)

Getestet ist sie ja nicht. Eine "Spitze" im logisch/mathematischen Bereich würde mich bei ihr überraschen (auch wenn ich das nicht gänzlich ausschließen kann).
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon Bliss » Fr 3. Jan 2020, 16:22

alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben:

Problem bei der Nachhilfe: das sind ja keine Lehrerkopien. Dummerweise muss man aber mit dem Lehrer da vorne im Unterricht klar kommen. Wenn der das nicht richtig erklärt oder keine Nachfragen (und seien sie noch so "dumm" oder "anders" zulässt) hast Du das Problem a) nicht mit Nachhilfe gelöst und b) immer wieder von Neuem. Die Unlust löst du nicht. Das wird deswegen kein Fach was man genauso gerne und easy macht, wie eben andere Fächer.



Wenn man nur notenfixiert ist mag es darum gehen. Aber wenn man auf einer 3 steht ist das Ziel von Nachhilfe vielleicht eben gerade nicht diese Lehrerabhängige Komponente, sondern man möchte einfach mal kapieren, warum man das macht, was man macht um eine gute Note zu kriegen. Und dann macht es eben vielleicht auch wieder Spaß.

Erfolgsgarantie gibt es bei Nachhilfe leider nicht, aber ich hab selber schon Nachhilfe gegeben und helfe auch manchmal Freunden meiner Kinder, deren Eltern das nicht können und stelle fest, dass es oft wirklich nur Kleinigkeiten sind und der Knoten ist geplatzt. Und auch wenn wieder ein neuer Knoten kommt hilft die Erfahrung es schon mal geschafft zu haben.
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon sinus » Fr 3. Jan 2020, 17:57

Auguste hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben:Ich hatte übrigens in Klasse 7 einen Matheleher, der uns erstmal selbst hat Wege suchen lassen.
Sprich: er nannte uns das Problem und wir sollten zunächst selbst nach Lösungswegen suchen.
Das war damals das erste Mal, dass ich Mathe spannend fand und wo ich zu Hause freiwillig zusätzlich zu Hausaufgaben weiter herumgeknobelt habe...


Yes, das unterschreibe ich.

Hast du den aber nicht, dann löst du kein einziges Problem mit Nachhilfe. Sei denn es gibt generell ein "Matheproblem", weil das Kind halt eher sprachlastig begabt ist. Dann kann Nachhilfe schon sinnvoll sein.
...


Und da kommen wir der Sache schon näher.
Meine Tochter ist sprachlastig begabt - zumindest nach dem, was wir Eltern und ihre Lehrer wahrnehmen. ;)

Getestet ist sie ja nicht. Eine "Spitze" im logisch/mathematischen Bereich würde mich bei ihr überraschen (auch wenn ich das nicht gänzlich ausschließen kann).


Naja, wie schon geschrieben - ich war auch von der Spitze ausgerechnet in dem Bereich überrascht.
(Hat deine Tochter eigentlich mal beim Känguru mitgemacht?)
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon Auguste » Fr 3. Jan 2020, 18:37

Beim Känguru hat sie noch nicht mitgemacht. Im letzten Jahr hat die ganze Schule mitgemacht, am Termin war Töchterchen aber leider krank. Also mehrere Tage krank, nicht "Mathe-krank". Den Termin hatten wir total vergessen bis der Sohn nach Hause kam und erzählte, dass an dem Tag der Känguru-Wettbewerb war.
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 8. Jan 2020, 17:21

Hallo Auguste,

ich melde mich nochmal zum Thema Mathe und Nachhilfe.

Wenn es - wie ich herausgelesen habe - bei deiner Tochter in erster Linie ums VERSTEHEN geht (also gute Erklärungen gefragt sind) würde einfach mal probehalber den Rat von Sinus aufgreifen und mal Sofatutor ausprobieren. Wir haben das hier schon einige Zeit und ich finde die Erklärungen dort ganz brauchbar. Man kann 2 Tage kostenlos testen und wenn man dann das Abo kauft hat man immer noch 30 Tage Kündigungsfrist.

Gerade für Kinder, die gerne autodidakt lernen, finde ich die Sofatutor-Erklärungen sehr passend. Es ist ohne viel Schnickschnack rundherum, die Erklärungen sind leicht verständlich, es gibt dann auch gleich die passenden Übungen dazu und man kann sich die Videos beliebig oft anschauen.

Natürlich kann rein notentechnisch dann immer noch sein, dass der aktuelle Lehrer andere Lösungswege will und es dann auch bei grundsätzlich richtigen Rechnungen Punkteabzug bei Arbeiten gibt. Aber wenn es einem Kind wirklich um das VERSTÄNDNIS geht, sollte das egal sein.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon charlotte12 » Mi 8. Jan 2020, 19:48

Meine ehemals deutschbegeistertes Tochter hat Sofatutor geliebt und sich damit in der ersten Klasse in kürzester Zeit den kompletten Grundschulstoff in Deutsch beigebracht, was mir erst später so richtig bewusst wurde :? Die Grundschul-Mathefilmchen schaute sie fast nie freiwillig, da diese im Gegensatz zu Deutsch nicht von einer Frau sondern von einem Mann gesprochen werden :roll:
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Re: Nachhilfe in Mathe?

Beitragvon Meine3 » Mi 15. Jan 2020, 13:27

Hallo Auguste,

ich finde, dass das Sinn macht, sich Hilfe zu holen. Ich war auch so ein Mathe-Sorgenkind, trotz hoher Begabung (die aber bis ins Erwachsenenalter unentdeckt blieb) und habe mir mit den einfachsten Dingen immer am schwersten getan. In der 9. KLasse hatte ich dann auch mal Nachhilfe, da ich eine 5 Im Halbjahreszeugnis hatte. Allein das Hausaufgaben machen unter Fremdbetreuung hat gereicht, um die Note innerhalb eines Halbjahres auf eine 3,5 zu verbessern. Ich glaube, es war dann letztendlich im Zeugnis trotzdem eine 4... Ich konnte damals von meiner Mutter, die selbst sehr Mathe-affin ist, irgendwie keine Ratschläge und Tipps annehmen. Sie hat nie Verständnis gezeigt, dass ich mich in Mathe "dumm" fühle und nur immer wieder gesagt, dass ich das nur nicht kann, weil ich keine Lust drauf habe. Da mag sie zwar Recht gehabt haben, aber ich habe mich eben nicht gesehen gefühlt und daher dann komplett blockiert. Daher war die Nachhilfe genau richtig.

Eventuell kann der Nachhilfe-Lehrer mit einem "anderen Blick", sowohl auf das Kind, als auch auf das Unterrichtsfach Mathe frischen Wind rein bringen, eine andere Denkweise, bzw. Einstellung zum Fach Mathematik herbeiführen.... Im besten Fall.


Ich schreibe auch, weil bei meinem Sohn (7 Jahre, 1. Klasse aktuell) das:
In der ersten Klasse haben sie dann in Mathe Murmeln ausmalen und Finger zählen gelernt. Und damit fingen die Probleme an. Tochter hatte kein Mengenverständnis mehr und rechnet seitdem mit den Fingern :roll: Der Zehnerübergang war plötzlich ein Riesenproblem - obwohl sie das im Vorschulalter problemlos rechnen konnte.


grade exakt genau so passiert und ich mir das nicht wirklich erklären kann. Er konnte vor Schuleintritt im Zahlenraum bis ca. 130 SICHER im Kopf addieren, subtrahieren bis im Zahlenraum 50 (alles mit Zehnerübergang), und multipliziere und dividieren im Zahlenraum 20 ohne dass wir das angestoßen oder groß unterstützt haben (außer, dass wir seine Fragen beantwortet haben) und nun fragt er mich" Mama, 2+3 ergibt 5, oder?" und zählt dann mit zweifelndem Gesichtsausdruck an den Fingern ab :evil: ...

Er hasst Mathe SEIT der 1. Mathestunde und war unsäglich enttäuscht, dass nicht "richtig" gerechnet wurde. Dieser Ärger, bzw. die Frustration zog sich dann immer weiter durch bis eben jetzt zu dem Punkt, dass er resigniert hat und nun alles "verlernt" hat...

Wir haben uns nun erneut für eine erneute umfängliche Diagnostik entschieden, dazu ein einem anderen Post mehr. Das Ühänomen, dass kluge Kinder, die sich selbst Dinge erschlossen haben und es dann in der Schule plötzlich von vorne und eventuell :? ganz anders lernen sollen scheint nicht so selten zu sein...Schade. Und alles nur, weil die meisten Schulen nicht in der Lage sind Raum für Differenzierung zu schaffen.

Gruß,

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