Schulwahlfrage Grundschule

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Do 16. Jan 2020, 22:09

Es geht um die Grundschule für die Kleine. Laut Test (mit 5;1 Jahren, also recht früh) ist ihr gesamt IQ irgendwo zwischen 120 und 130 angesiedelt.
(Die höchsten Werte - knapp an und direkt auf der 130er Grenze hatte sie bei logischem Denken und Sprachverständnis)
Beinahe hätten wir sie ja schon 2019 eingeschult.
Sie rechnet jetzt (mit 5 dreiviertel) im 20erbereich (auch multiplizieren und dividieren), hat das Zählsystem bis 100 begriffen und liest schon ein bisschen. (Einzelne Worte, zunehmend kurze Sätze)
Ich würde sagen, sie ist etwa auf dem Niveau des 7jährigen Freundes, der 2019 in die Schule gekommen ist. (Außer das Schreiben/Malen betreffend)
Sie wird also vermutlich in der Schule "Extrafutter" brauchen.
Sie ist derzeit übrigens hochmotiviert und vom Typ her geduldig, fleißig, ausgeglichen... (anders als ihre große Schwester, die beim ist übrigens gut 10 Punkte mehr hatte. Allerdings getestet mit 9,5 Jahren)

Letztes Jahr wollte sie über einen längeren Zeitraum gar nicht mehr in die Kita, seit dem Herbst - mit Beginn Vorschuljahr - läufts wieder besser.
Sie freut sich jetzt immer auf die Tage, an denen was geboten wird (Kochkurs, Nähkurs, Vorschulaufgaben, Englisch), fallen solche Sachen aus, ist sie sehr traurig und Tage ohne Angebote sind auch doof und sie meckert dann wieder über die Kita.
Etwa seit dem Sommer hat sie zwei recht enge Freunde in der Gruppe. Besonders der eine - ihr Großcousin - ist ihr sehr wichtig.
Ist er nicht da (wie letztens, als er lange im Urlaub war) ist Kita ebenfalls doof.
Sie sehen sich mindestens 2-3x die Woche auch nachmittags, oft sogar zu dritt. Beide Jungs wohnen in derselben Straße wie wir. Sie sind ein richtig gutes Trio.
Mit anderen Kindern in der Kita spielt meine Tochter quasi nie.
Diese beiden Jungs und auch der Nachbarsjunge, mit dem sie auch oft spielt, werden mit ihr in die Sprengelschule eingeschult.

Was ich sagen will: ihr Wohlbefinden hängt offensichtlich sowohl an ausreichender "Auslastung", als auch an den passenden Freunden.

Die Sprengelschule ist eine kleine zweizügige Grundschule, gilt als "kuschlig" und sehr gefragt. (sie müssen jedes Jahr Schüler ablehnen)
Sehr nette Schulleiterin. Sie haben einen engagierten Chor. Ich kenne die Schule gut durch die Große. Ich gebe dort Malkurse und habe derzeit statistisch jedes 8 Kind dieser Schule in meinen Kursen.
Die Kinder sind allesamt richtig toll! Es herrscht meinem Gefühl nach eine gute Grundstimmung untereinander, finde ich.
Nennen wir diese mal Schule A.

Eine zweite Variante wäre eine 4zügige Schule am Ort. Schule B.
Entfernung fast gleich. Die bieten "Fördern & Fordern" für gezielte Förderung schnellerer oder langsamerer Schüler, erwarten - wird erzählt - insgesamt eher mehr von ihren Schülern, bieten Französisch ab Klasse 1, ab Klasse drei gibts ein Streicherprojekt etc pp. Außerdem haben sie Erfahrungen mit "schnelleren" Schülern, sagen sie zumindest. (Sie arbeiten mit einer Begabungsberatungsstelle zusammen)
Klingt, als würde das Konzept gut zu dem Kind passen.

ABER: es geht keiner ihrer Freunde da hin.
Nicht der Nachbarsjunge und nicht die beiden anderen Jungs, die in unserer Straße wohnen und ihr derzeit so wichtig sind.

In Schule A hat die Große sich ziemlich gelangweilt, ihre Lernmotivation ging zunehmend den Bach runter, sie litt unterzunehmender Schulunlust und sie hat dort nicht die Bohne das "Lernen gelernt" und so auch eher keine positiven Lernerfahrungen gemacht. (was für das eigene Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl ja nicht ganz unwichtig ist)

Wegen der möglichen Früheinschulung letztes Jahr habe ich vor ca. einem dreiviertel Jahr mit der Direktorin von Schule A gesprochen was Kind 2 betrifft. (Die anstehenden 1.Klassen waren da schon voll, u.a. darum haben wir das Kind dann auch nicht eingeschult)
Sie meinte damals zu mir, wenn man von Anfang an wüsste, woran man sei, könne man ganz anders damit umgehen. Bei meiner Großen hatten sie ja nicht gewusst, dass sie "mehr" gebraucht hätte. Und wenn es sich so entwickelt wie bei der Großen, könne man ja auch dann über einen Klassensprung nachdenken. Und sie würde sich wirklich sehr sehr freuen, wenn meine Kleine an ihre Schule käme.

In Schule B war ich auch schon und es klang alles wirklich toll. (sie erklärten mir das Konzept und die Besonderheiten, siehe oben)

Zuletzt war ich wegen der engen Freunde, mit denen das Kind sich so wohlfühlt, eher der Meinung, es mit Schule A zu probieren. Es ist ja einfach auch toll, wenn die halbe Nachbarschaft zusammen auf dieselbe Schule geht...
Grundsätzlich scheint zumindest die Direktorin ja aufgeschlossen für so "Fälle" wie unsere.
Ich hab die Schule auch sicherheitshalber als Erstwunsch angegeben (da die wie gesagt sehr gefragt ist), Schule B als Zweitwunsch.
(Wegen der 4zügigkeit hat B ja mehr Kapazität und man bekommt ziemlich sicher eine Platz dort, auch bei last Minute Entscheidungen)

Nun gab es folgendes Erlebnis, was mich derzeit wiedermal grübeln lässt.

In der Schule wo die Große jetzt ist (MINT inkl. Begabtenförderung) gibt es die Tradition, dass die 5.Klässler nach einem halben Jahr in ihre alte Schule zurück gehen und dort ihre neue Schule vorstellen. Sicherlich auch als Eigenwerbung, aber wohl auch, damit die Kinder sich präsentieren lernen. Es wurde gut vorbereitet in Deutsch, wie ein Kurzvortrag. Die Kinder waren natürlich hochmotiviert für dieses Projekt.
Aus der Klasse meiner Großen sind übrigens gleich zwei Kinder in die MINT Schule gewechselt, sie wären also auch zu zweit wieder in ihre alten Schule "zu Besuch" gewesen.
Die ehemaligen Grundschulen wurden angeschrieben, ob sie die ehemaligen Schüler empfangen und sie in einer oder mehreren 4. Klassen je eine halbe bis ganze Schulstunde sprechen dürfen.
Das wären in dem Falle also genau die beiden Lehrerinnen, zu denen mein Kleine dann dieses Jahr käme, weil die ja dann ihre 4. Klassen abgeben und eine 1. übernehmen.

Der Termin war jetzt in der 1. Woche des neuen Jahres.
Tja - und die beiden Exschüler wurden nicht empfangen. Unsere Grundschule (also Schule A) hat für das Projekt abgesagt.
Sie sind dann mit Klassenkameraden an deren Schule gegangen, war jetzt für sie kein Drama. Aber irgendwie ist das nicht so entgegenkommend, oder?
Als ich die wirklich sehr nette ehemalige Klassenlehrerin der Großen die Tage zufällig traf, kam sie von sich aus drauf zu sprechen, wie schade sie das findet und dass sie ihre Kolleginnen da nicht versteht. Sie selbst hätte die zwei natürlich gern empfangen aber in einer 1. Klasse, die sie ja jetzt hat, macht das natürlich keinen Sinn.
Ihre Kolleginnen hätten übrigens dazu gemeint, sie hätten eh keine Schüler in der Klasse, die für die MINT Schule geeignet wären... (was ich mir beim Einzugsbereich der Schule nur schwer vorstellen kann, das ist eine Schule voller fitter Akademikerkinder)
Aber selbst wenn es so wäre, kann es ja auch nur ganz grundsätzlich auch Lust auf die weiterführenden Schule machen und wäre nebenbei wirklich toll für die "Ex" gewesen.
Also ich finde, das spricht, wie man es dreht und wendet, gegen diese Schule/Lehrerinnen.

Ich zweifele also nun wieder...
*seufz*

Die Große übrigens, die ja echt insgesamt eher ungern in die Grundschule gegangen ist, findet, trotz der Sache jetzt, die Kleine solle unbedingt in ihre ehemalige Schule gehen. Im Rückblick wars wohl dann doch irgendwie schön da. :roll:
Die Kleine selbst möchte derzeit gern mit ihren Freunden in die Schule/Klasse und in den Hort, die sie durch die Große schon bisschen kennt.

Der "einfache Weg" wäre definitiv Schule A. Da weiß ich wenigstens, was uns erwartet.
Schule B wäre eine Art "Experiment" und ich müsste das Kind dazu gezielt motivieren/überreden.

Was würdet ihr tun?
Und würdet ihr das geschilderte Erlebnis bei euren Überlegungen außen vor lassen oder seht ihr das auch so, dass es nicht gerade für die beiden potentiellen Lehrerinnen an Schule A spricht?
sinus
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon alibaba » Fr 17. Jan 2020, 10:42

-g
Zuletzt geändert von alibaba am Mi 4. Mär 2020, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Fr 17. Jan 2020, 12:46

alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben: Und würdet ihr das geschilderte Erlebnis bei euren Überlegungen außen vor lassen oder seht ihr das auch so, dass es nicht gerade für die beiden potentiellen Lehrerinnen an Schule A spricht?


Und das könntest Du? Du, der über alles nachdenkt und ergründest und Vor- und Nachteile auf der Goldwaage abwägst? Du, der in die tiefsten Tiefen vordringt und sich die weitesten Gedanken um das Wohlergehen deiner Kinder machst. Du könntest also das Gesagte vergessen? Das wäre Dir schnurps, egal, locker wegzustecken, ach was soll's ……? Echt?

Wenn du jetzt "ja" schreiben würdest, dann würde ich Dir sagen, das glaube ich Dir nicht. Denn schon wieder zweifelst Du und ergründest und recherchierst. :fahne: :P !


Kkar könnte ich das bei der Entscheidung außen vor lassen, wenn ich nach Grübeln und Zerdenken am Ende zu dem Schluss kommen würde, dass es weniger relevant ist als anderes. :P
Zuletzt geändert von sinus am Fr 17. Jan 2020, 12:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Fr 17. Jan 2020, 12:52

alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben: …….. zum überreden bin ich persönlich nicht der Typ. Ich würde das nie machen, wie andere das machen ist deren Entscheidung. Es ist eh alles so individuell. Der eine will und akzeptiert die Überredung, der Andere lehnt das total ab und will eigenständig entscheiden oder zumindest denken, dass er das so tun konnte.

Ich kann eigentlich nur noch sagen, Gott sei Dank sind meine Kinder jetzt alt genug um alles abzuwägen und dann alleine eine Entscheidung zu treffen. Mich befreit das.

Viel Erfolg bei eurer Entscheidung!



Naja, überreden wäre in dem Falle auch schon, gewisse Vorteile herauszustellen, also meinerseits nicht ganz neutral zu bleiben.
Gegen ihren ausdrücklichen Willen müsste ich nicht entscheiden, weil sie mir natürlich vertraut und auf mich hören würde, wenn ich ihr sagen würde, dass Schule X aus demunddem Grund viel besser sei.
Oder wenn wir den von Schule B angebotenen Schnuppertag nutzen würden und ich mal mit dem Kind vormittags in die Schule B gehen würde.
Aktuell entscheidet sie rein vom Gefühl her, bspw weil sie den Hort von Schule A kennt.
Wenn wir jetzt regelmäßig den Freund im Hort Schule B abholen würden, oder eben den Vormittag mal in Schule B in den Unterricht, könnte die Entscheidung plötzlich wieder anders aussehen...
Ich muss mir da überlegen, welche Angebote ich nutze und welche Infos ich ihr gebe, ohne sie zu manipulieren.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Bliss » Fr 17. Jan 2020, 12:55

Kennst du Eltern, die ihr Kind an Schule B haben? Wenn die bestätigen, dass in Praxis das tatsächlich so umgesetzt wird, würde ich es in Erwägung ziehen. Ansonsten lieber Schule A, wenn dein Kind das will.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Karen » Sa 18. Jan 2020, 01:14

Ich würde der Vorfall mit der Presentation nicht überbewerten. Versuche mal klar zu unterscheiden was du wirklich weisst und was du hineininterpretierst. Es kann ja wirklich sein dass die zwei Lehrerinnen prioritäten halt anderes setzen und zeit anderes nützen möchten als für preentation einer fremde Schülerin. Vielleicht haben sie schon sowas gemacht und es nicht gut gefunden. Ich würde wirklich versuchen mit Eltern zu reden und zwar von beiden Schulen. Für mich wäre Freunde sehr wichtig, aber wenn ich von anderen Eltern nicht gutes hören würde, dann würde ich versuche die Eltern den anderen Kinder dazu zu bewegen auch zu wechseln. Wir haben hier drei klassen und für uns war schon durch gespräche mit Eltern klar dass nur eine in Frage kommt. Da wir nicht wählen dürften, hatten wir einfach Glück mit der Integrationslehrerin die gesehen hat wo die Tochter hingehört und das auch durchgesetzt hat. Das Problem ergibt sich übrigens bei euch wenn deine Tochter die Klasse überspringt, und zu der Lehrerin der Grösseren kommt die ihr alle gut kennt.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 18. Jan 2020, 19:59

Hallo Sinus!

Sorry, aber ich verstehe irgendwie nicht, inwiefern die Absage des "Vorstellungsprojektes" der 5.Klässler der MINT-Klassen der weiterführenden Schulen mit deiner bereits getroffenen Vorentscheidung für die Grundschule deiner jüngeren Tochter zu tun hat. Wo ist der Zusammenhang? Du schreibst wörtlich Also ich finde, das spricht, wie man es dreht und wendet, gegen diese Schule/Lehrerinnen.. Was meinst du damit?

Ich würde Bedenken verstehen, wenn z.B. von der Lehrerin bekannt wäre, dass sie Schüler herablassend behandelt oder im Unterricht immer wieder ungerecht agiert (z.B. bestimmte Schüler bevorzugt bzw. immer zu Sündenböcken macht). Aber was für einen Einfluss hat es auf das schulische Wohlbefinden deiner jüngeren Tochter, wenn die Lehrerin von einem Projekt, welches bisher in der Schule praktiziert wurde (die Vorstellung der MINT-Klassen in der "alten" Klasse) nicht mehr fortsetzen will :gruebel: ?

Was ich verstehen würde wäre, wenn dich diese Entscheidung der Lehrerin ärgern würde, weil deine ältere Tochter diese Gelegenheit jetzt nicht bekommt. Aber mit der jüngeren Tochter hat es doch gar nichts zu tun. Oder glaubst du, dass eine Lehrerin, die eine Tradition, die du für gut befunden hast, aufgibt, auch sonst eine ungeeignete Lehrperson ist? Und was daran spricht plötzlich "gegen diese Schule?" Oder hast du sonst noch was von der Schule oder dieser Lehrerin gehört, was dich zum grübeln bringt?

Ansonsten (außer diesem MINT-Projekt) lese ich eigentlich gar nichts aus deinem Beitrag heraus, was gegen die Schule A spricht. Sollte sich dennoch herausstellen, dass sich deine Tochter dann in ihrer Klasse längerfristig nicht wohl fühlt, bleiben immer noch einige Möglichkeiten, darunter auch der von der Direktorin angesprochene Klassensprung zur bekannten Lehrerin oder wenn es wirklich schwierig werden sollte auch noch der Wechsel an die andere Schule. Du bist sicher keine Mutter, die tatenlos zusieht, wie das eigene Kind permanent leidet und wirst stark genug sein, dann IN DER SITUATION die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber da kannst du dich immer noch kratzen, wenn es juckt ;) .

Sorry wenn ich irgend etwas offensichtliches übersehen haben sollte, aber ich habe mir deinen Beitrag extra 3x durchgelesen, weil ich einfach nicht durchblicke :fahne: !
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » So 19. Jan 2020, 11:30

@Raubaukenmama: Es geht erstens darum, dass ich es einfach nicht sehr nett finde, zwei ehemalige Schüler der Schule nicht zu empfangen. Ihnen eine Viertelstunde Redezeit einzuräumen müsste mit gutem Willen doch irgendwie möglich sein.
(Die beiden hatten sich so darauf gefreut bei der Aussicht, auf ihre alte Schule zu gehen...)

Zweitens gefällt mir die Aussage "Wir haben eh keine Schüler für diese Schule" nicht. Die aktuelle Schule der Große ist eine MINT-Schule, die zwar eine Aufnahmeprüfung macht, aber nicht einen bestimmten IQ oder so fordert. Es ist eine Schule für naturwissenschaftlich begabte/interessierte. Da werden in jeder normalen Grundschulklasse ein paar passende Kinder sitzen.
Die Grundschule von der wir reden, ist zudem eine Schule, auf die vorwiegend Akademikerkinder gehen, aus der Klasse meiner Großen sind bspw nur 3 von 25 Kindern NICHT auf ein Gymnasium gewechselt. Also da ist ein ziemlich leistungsstarkes Klientel zu erwarten.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es gar keine Kinder gibt, die für das Gymnasium, von dem wir reden, irgendwie in Frage kommen.
Das sieht für mich so aus, als wenn die Lehrerin weder das entsprechende Gymnasium, noch die Schüler so ganz richtig einschätzt/fördert.
(Und womöglich - das ist natürlich reine Spekulation, das ist mir bewusst - verwechselt sie ja auch, wie leider viele Lehrer, Leistung mit Begabung. Am Gymnasium meiner Großen ist das ein bekanntes Problem, dass so manche besonders begabte Grundschüler mit eher schlechteren Noten ankommen. Genau darum gibts nämlich Aufnahmeprüfung, Gespräch und Praxistest.
Meine Große war ja auch nur bis Klasse 3 Einserschülerin und sackte dann - passend zur zunehmend fehlenden Motivation und Lernlust - merklich ab.
Vom Zeugnis Klasse 4 her und ausgehend von Fleiß, Motivation und Lernverhalten in der Zeit wäre sie auch kein Kind gewesen, wo man meint, dass sie unbedingt eine forderndere Schule braucht!)

Drittens: Selbst wenn keine Kinder an genau die präsentierte Schule wollten (so eine Präsentation wäre ggf eh besser für Eltern und Kinder gemeinsam geeignet), kann so eine Veranstaltung doch den Kindern auch einfach Lust auf das, was da kommt machen. Sie ermutigen für den Schritt, Ihnen Ängste nehmen, sie neugierig machen...
"Mensch guck, die sind an der weiterführenden Schule und haben Spaß da, die höheren Anforderungen, von denen alle reden sind zu schaffen..."
Und auch: die älteren Schüler sind ja richtig nett, wir müssen uns keine Sorgen machen, dass die auf uns "Neuen" herabschauen.

Ich persönlich denke, dass alle etwas von der Wahrnehmung dieses Angebots hätten haben können und Tochters ehemalige Klassenlehrerin war ja auch dieser Meinung.
Insgesamt erscheint es für mich so, dass es da ein wenig an persönlichem Engagement fehlt.
An einfach nur entgegenkommenden Engagement für die beiden Ehemaligen und an Engagement für die aktuellen Schüler.

(Und ja - hinzu kommt noch, dass die Lehrerin, die meine Kleine am wahrscheinlichsten bekommt, nicht unbedingt die Beliebteste der Schule ist und mir Eltern berichteten, dass sie wohl auch ab und zu laut wird. Die Kritik mit dem laut werden stammt von einer Familie, deren Kind noch zu einer Zeit in der Schule war, als die Klassengröße bei 15-18 Kindern lag. Aktuell liegen die Schülerzahlen bei 28. In Schule B bei 24 übrigens.)
sinus
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Rabaukenmama » So 19. Jan 2020, 17:15

sinus hat geschrieben:@Raubaukenmama: Es geht erstens darum, dass ich es einfach nicht sehr nett finde, zwei ehemalige Schüler der Schule nicht zu empfangen. Ihnen eine Viertelstunde Redezeit einzuräumen müsste mit gutem Willen doch irgendwie möglich sein.
(Die beiden hatten sich so darauf gefreut bei der Aussicht, auf ihre alte Schule zu gehen...)

Zweitens gefällt mir die Aussage "Wir haben eh keine Schüler für diese Schule" nicht. Die aktuelle Schule der Große ist eine MINT-Schule, die zwar eine Aufnahmeprüfung macht, aber nicht einen bestimmten IQ oder so fordert. Es ist eine Schule für naturwissenschaftlich begabte/interessierte. Da werden in jeder normalen Grundschulklasse ein paar passende Kinder sitzen.
Die Grundschule von der wir reden, ist zudem eine Schule, auf die vorwiegend Akademikerkinder gehen, aus der Klasse meiner Großen sind bspw nur 3 von 25 Kindern NICHT auf ein Gymnasium gewechselt. Also da ist ein ziemlich leistungsstarkes Klientel zu erwarten.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es gar keine Kinder gibt, die für das Gymnasium, von dem wir reden, irgendwie in Frage kommen.
Das sieht für mich so aus, als wenn die Lehrerin weder das entsprechende Gymnasium, noch die Schüler so ganz richtig einschätzt/fördert.
(Und womöglich - das ist natürlich reine Spekulation, das ist mir bewusst - verwechselt sie ja auch, wie leider viele Lehrer, Leistung mit Begabung. Am Gymnasium meiner Großen ist das ein bekanntes Problem, dass so manche besonders begabte Grundschüler mit eher schlechteren Noten ankommen. Genau darum gibts nämlich Aufnahmeprüfung, Gespräch und Praxistest.
Meine Große war ja auch nur bis Klasse 3 Einserschülerin und sackte dann - passend zur zunehmend fehlenden Motivation und Lernlust - merklich ab.
Vom Zeugnis Klasse 4 her und ausgehend von Fleiß, Motivation und Lernverhalten in der Zeit wäre sie auch kein Kind gewesen, wo man meint, dass sie unbedingt eine forderndere Schule braucht!)

Drittens: Selbst wenn keine Kinder an genau die präsentierte Schule wollten (so eine Präsentation wäre ggf eh besser für Eltern und Kinder gemeinsam geeignet), kann so eine Veranstaltung doch den Kindern auch einfach Lust auf das, was da kommt machen. Sie ermutigen für den Schritt, Ihnen Ängste nehmen, sie neugierig machen...
"Mensch guck, die sind an der weiterführenden Schule und haben Spaß da, die höheren Anforderungen, von denen alle reden sind zu schaffen..."
Und auch: die älteren Schüler sind ja richtig nett, wir müssen uns keine Sorgen machen, dass die auf uns "Neuen" herabschauen.

Ich persönlich denke, dass alle etwas von der Wahrnehmung dieses Angebots hätten haben können und Tochters ehemalige Klassenlehrerin war ja auch dieser Meinung.
Insgesamt erscheint es für mich so, dass es da ein wenig an persönlichem Engagement fehlt.
An einfach nur entgegenkommenden Engagement für die beiden Ehemaligen und an Engagement für die aktuellen Schüler.


Sorry, ich verstehe immer noch nicht warum diese EINE Entscheidung der Lehrerin was mit der Schulwahl deiner Tochter zu tun haben soll. Dass dich diese Entscheidung gewaltig stört habe ich schon nach deinem ersten Bericht mitbekommen. Mir erschließt sich hier nur immer noch kein Zusammenhang.

sinus hat geschrieben:(Und ja - hinzu kommt noch, dass die Lehrerin, die meine Kleine am wahrscheinlichsten bekommt, nicht unbedingt die Beliebteste der Schule ist und mir Eltern berichteten, dass sie wohl auch ab und zu laut wird. Die Kritik mit dem laut werden stammt von einer Familie, deren Kind noch zu einer Zeit in der Schule war, als die Klassengröße bei 15-18 Kindern lag. Aktuell liegen die Schülerzahlen bei 28. In Schule B bei 24 übrigens.)


Ganz ehrlich - für mich wäre der Bericht EINER Familie, dass die Lehrerin "wohl ab und zu laut wird" kein Kriterium für eine Schulentscheidung. Schließlich weißt du (wenn ich alles richtig verstanden habe) auch nicht, wie laut oder leise die Lehrperson sein wird, wenn deine Tochter an Schule B kommt.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass Schule generell sehr "im Wandel" ist. Es ist längst nicht sicher, dass ein Kind vier Jahre Grundschule hindurch immer dieselbe Lehrperson haben wird. An der Schule meines älteren Sohnes war in der 1. Klasse ein Team aus 2 Lehrerinnen (weil es eine I-Klasse ist). Die eine Lehrerin hat dann auf Wunsch der Direktorin im nächsten Schuljahr in eine andere Klasse gewechselt und eine andere ist statt ihr gekommen. Jetzt ist diese Lehrerin, die mein Sohn zwei Jahr lang hatte, schwanger geworden, und in Mutterschutz. Statt ihr ist wieder eine andere Lehrerin in die Klasse gekommen. Auch die Direktorin ist mittlerweile eine andere als es bei Schuleintritt war, denn die "alte" Direktorin war zwar noch nicht pensionsreif, ist aber überraschend schwer erkrankt, und musste während des Schuljahres ausgetauscht werden als mein Sohn in der 3. Klasse war.

Daher ist in meinen Augen nicht so sehr die "perfekte Schul- und Lehrerwahl" das Kriterium für eine glückliche, bereichernde Schulzeit, wie die Flexibilität der Eltern. Wenn Eltern merken, dass es dem Kind längerfristig nicht gut in der Grundschule geht, ist es in ihrer Hand, zu handeln. Dass muss nicht sofort ein Klassen- oder Schulwechsel sein - erst einmal würde ich da immer das Gespräch suchen, wo ich anspreche, was mir auffällt bzw. mache ich Vorschläge, wie man die Situation für mein Kind verbessern könnte oder warte, was von der Lehrperson kommt. Wenn die für das Kind belastende Situation trotzdem weiter besteht wäre zumindest für mich auch ein Klassen- oder Schulwechsel eine Option.

Aber bei euch ist gar nichts von alledem der Fall oder vorhersehbar. Deine Tochter kommt in die Schule und fertig! Ob es für sie extrem belastend sein wird, wenn die Lehrerin dann tatsächlich "ab und zu laut wird", kannst du genauso wenig vorhersehen wie die Klassenkonstellation, die auch sehr großen Einfluss auf Ruhe oder Unruhe in der Klasse hat (mehr noch als die Schülerzahl). Und du kannst auch nicht vorhersehen, ob deine Tochter nicht früher oder später noch in der Grundschulzeit (ev. auch ohne Klassenwechsel) eine ganz andere Lehrperson bekommt.

Was ist so schwer daran, deiner Tochter zu vertrauen, dass sie die Schule mit ihrer Intelligenz und sozialen Kompetenz schon "wuppen" wird? Was ist so schwer daran, einfach darauf zu vertrauen, dass du - wenn es wirklich NÖTIG sein sollte - in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen wirst? Du musst keine Probleme voraussehen und verhindern, die man einfach nicht voraussehen und verhindern kann.

Wenn du aber wirklich sehr unsicher wegen der Schulwahl sein solltest, wirf die "imaginäre" Münze. So mache ich das immer, wenn ich zwischen zwei Entscheidungen schwanke und mich trotz reiflicher Überlegung nicht festlegen kann. Dann lege ich einen klaren Zeitpunkt fest (z.B. Samstag nächste Woche um 18h) an dem ich entweder die Entscheidung getroffen habe, oder wirklich die Münze werfe. Der Haken an der Sache ist: ich schwöre mir selbst, WENN ich die Münze geworfen habe, mich tatsächlich nach ihr zu richten. Dann gibt es kein ZURÜCK mehr. Tatsächlich habe ich noch nie eine Münze geworfen. Denn mit dem Druck, den ich mir mit der erzwungenen Entscheidung selbst gemacht habe, war die Entscheidung plötzlich klar für mich. Nicht so sehr, weil ich gewusst habe, was ich WILL, sondern weil mir mit näherkomen des Datums des Münzwurfes klar geworden ist, was ich noch weniger als das andere will.

Vielleicht ist das ja auch für Dich eine Orientierungshilfe ;) !
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon alibaba » Mo 20. Jan 2020, 10:48

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Zuletzt geändert von alibaba am Mi 4. Mär 2020, 09:47, insgesamt 1-mal geändert.
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