Schulwahlfrage Grundschule

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 20. Jan 2020, 15:15

alibaba hat geschrieben:
Rabaukenmama hat geschrieben: Was ist so schwer daran, einfach darauf zu vertrauen, dass du - wenn es wirklich NÖTIG sein sollte - in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen treffen wirst? Du musst keine Probleme voraussehen und verhindern, die man einfach nicht voraussehen und verhindern kann.


Weil Sinus eben Sinus ist. Und Sinus ist eben eine Person, die gerne die "richtigere" Entscheidung vorher treffen möchte und nicht hinterher. :D Man ist eben wie man ist. Betrachtet bestimmte Dinge anders in der Gewichtung als eben Andere. Selbst wenn man weiß, dass gewisse Dinge so sind wie sie sind, möchte es Sinus eben trotzdem gerne wissen und "verhindern". Ich glaube, sie möchte es gerne besser machen als bei ihrer älteren Tochter. Wobei ich ja finde, dass sie gar nichts falsch gemacht hat. Klar, hinterher ist Jeder schlauer als vorher. :mrgreen:

Ich sehe das alles auch viel gelassener. Überhaupt. Ich finde Sinus macht sich Gedanken um Dinge die sie nicht voraus sehen kann und auch nicht wirklich beeinflussen. Und Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Oder wie Voltaire es sagte: Man ist verantwortlich für das was man selber tut, aber auch für das, was man selber nicht tut. ;)


alibaba, das ist einer der wenigen Beiträge, wo wir komplett überein stimmen!

@Sinus: Ich sehe es auch so, dass du bei deiner älteren Tochter nichts grob falsch gemacht hast. Und deine jüngere Tochter wird sich voraussichtlich nach einiger Zeit sowohl an der einen als auch an der anderen Schule gut zurechtfinden. Mir kommt vor, du hast immer die Angst im Nacken, was wahnsinnig falsch zu entscheiden. Und Angst ist generell ein schlechter Ratgeber. Daher liebe ich auch Nelson Mandelas Zitat "Mögen deine Entscheidungen deine Hoffnungen reflektieren, nicht deine Ängste!"
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Di 21. Jan 2020, 20:46

Ich möchte schlicht und ergreifend die diversen Möglichkeiten abwägen und eine gute Entscheidung treffen.
Angst ist dabei aber nicht die zugrundeliegende Motivation.
Vor allem möchte ich nicht aus Faulheit oder Bequemlichkeit zu Ungunsten des Kindes entscheiden.
Da die lasche Grundschule der Großen letzten Endes nicht gut getan hat - bis jetzt nachwirkend, wie wir jetzt auf Gymnasium auch wieder deutlich merken - ist es doch sicherlich verständlich, dass ich auch Alternativen in Erwägung ziehe, nicht?
Zumal die Alternative ja nun auch noch eine Grundschule ist, die sich speziell als Grundschule für begabtere Schüler versteht und von der Entfernung her genau gleich liegt.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 22. Jan 2020, 13:45

sinus hat geschrieben:Ich möchte schlicht und ergreifend die diversen Möglichkeiten abwägen und eine gute Entscheidung treffen.
Angst ist dabei aber nicht die zugrundeliegende Motivation.
Vor allem möchte ich nicht aus Faulheit oder Bequemlichkeit zu Ungunsten des Kindes entscheiden.
Da die lasche Grundschule der Großen letzten Endes nicht gut getan hat - bis jetzt nachwirkend, wie wir jetzt auf Gymnasium auch wieder deutlich merken - ist es doch sicherlich verständlich, dass ich auch Alternativen in Erwägung ziehe, nicht?
Zumal die Alternative ja nun auch noch eine Grundschule ist, die sich speziell als Grundschule für begabtere Schüler versteht und von der Entfernung her genau gleich liegt.


Ach Sinus, genau DAS (dass die lasche Grundhaltung deiner Großen letzten Endes nicht gut getan hat) IST ja eine Angst-Sache! Du hast Angst, dass es deiner Kleinen genauso geht! Du hast aber auch Angst, sie ohne ihre Freunde in die andere Schule zu schicken, weil du zu wenig über diese Schule weißt. Und du hattest ja auch Angst vor der vorzeitigen Einschulung, weil sie nicht in der "Wunschschule" stattfinden hätte können und weil du um das Selbstwertgefühl deiner jüngeren Tochter gefürchtet hast, sollte sie dort "nur" durchschnittliche Leistungen bringen und nicht-einschulen erschien dir wörtlich als "das geringere Risiko" - wobei du im Nachhinein auch diese Entscheidung wieder in Frage gestellt hat. Es ging dir immer um die Minimierung von Risiken, nie um die Maximierung von Chancen. Und genau die "Heimeligkeit" der Schule deiner älteren Tochter hat Dir damals zugesagt - jetzt siehst du sie plötzlich als möglichen Nachteil beim Übertritt in die nächste Schule. Weil das mögliche "scheitern" bei Übertritt ins Gymnasium plötzlich auch als Risikofaktor vor Dir schwebt hat sich deine Angst in diese Richtung verändert. Zumindest mir kommt vor, als würde sich der Großteil deiner Gedanken nach wie vor nicht um Chancen sondern um (deine) Ängste drehen.

Was du aber (vielleicht) nicht bedenkst: man weiß immer nur was raugekommen ist, wenn man was ausprobiert hat. Vielleicht liegst du richtig und deiner älteren Tochter wäre der Übertritt ins Gymnasium leichter gefallen (wobei ich nicht das Gefühl habe, sie hätte dabei wirklich bedeutende Schwierigkeiten), wäre sie in die Grundschule gegangen, wo öfter zeitaufwändige Hausaufgaben gegeben wurden und wo (deine Worte), weniger Lieblichkeit gegeben ist. Vielleicht hätte deiner ältere Tochter DAMALS aber auch genau darunter gelitten und die Heimeligkeit an ihrer Grundschule hat sie für zukünftige Herausforderungen gestärkt. Du weißt es nicht!

Du willst deinen Kindern immer alles mögliche ersparen: Enttäuschungen, mögliche Minderung des Selbstgefühles auf Grund "schlechter" Noten, Überforderung, Unterforderung, zu lasche oder zu strenge Behandlung - und merkst dabei gar nicht, dass deine Mädels ohnehin alles bestens meistern! Deine ältere Tochter wird im Halbjahreszeugnis im Gymnasium zwei 3er bekommen - so what! Du hättest ihr natürlich lauter Einser gewünscht, vielleicht noch den einen oder anderen Zweier, okay! Aber tatsächlich ist ein Gymnasiumzeugnis mit zwei Dreiern absolut keine Tragödie, nicht mal ein Grund zur Sorge! Daher verstehe ich auch nicht, dass dieselbe lasche Grundhaltung, die für dich noch vor einem Jahr Kriterium dafür war, die jüngere Tochter an keiner anderen als der bekannten Schule vorzeitig einschulen zu lassen, deiner Großen jetzt "letzten Endes nicht gut getan" haben soll.

Deine Mädels machen das schon! Du hast den Luxus (und ich betrachte es wirklich als solchen) keine existenziellen Schulprobleme zu kennen. Selbst die Phase der Unterforderung in der Grundschule hat deine ältere Tochter gut hinbekommen - da wird sie auch ohne gröberen Schaden mit 2 Dreiern im Halbjahreszeugnis leben können. Und insgesamt dürfte es ihr ja jetzt besser gehen als früher. Bei der jüngeren Tochter habt ihr sogar schon von der Direktorin die Möglichkeit eines Klassensprunges angeboten bekommen, falls sich das als sinnvoll erweisen sollte - wie viel "Sicherheit" willst du denn noch? Wobei ich auch glaube, dass deine jüngere Tochter (nach deiner Beschreibung) genauso an der anderen Schule gut zurechtkommen würde, wo es mehr Hausübungen und weniger Heimeligkeit gibt.

Du hattest noch keine Gespräche mit Schuldirektoren, wo es darum ging, einen Plan zu entwerfen, wie man das Kind in den nächsten 4 Wochen ohne gröbere Vorfälle durch den Schulalltag schleusen kann. Du hast keinerlei grundsätzliche Ablehnung deiner Kinder erfahren, nur weil du eine Diagnose genannt hast. Du brauchst nicht zittern, ob nicht in den ersten Woche ein Anruf der Schule kommt, wo es heißt "Unter diesen Umständen müssen wir uns leider von Ihrem Kind trennen,..." - ich kenne das alles leider aus persönlicher Erfahrung. Daher kommt es mir auch so vor, als würdest du wo ein Problem "machen" wo gar keines ist. Du willst eine Entscheidung treffen, wo du wirklich ALLES abwägst, die "besser als gut" für deine Kinder ist und bist dabei einfach nur in deinen eigenen Ängsten verstrickt.

Situationen, wo es einem Kind wirklich schlecht geht und wo es längerfristig leidet, KANN man meistens NICHT vorhersehen. Man kann hellhörig dafür sein, aber selbst IN so einer Situation braucht man meistens Zeit, um die besten Möglichkeiten abzuschätzen. Es ist nicht immer sinnvoll, einem Kind gleich einen Klassen- oder Schulwechsel zuzumuten, weil es mal eine schlechte Phase hat. Aber wo hört die schlechte Phase auf und wo fangen die echten Probleme an? Das sind Herausforderungen für uns Eltern, die wir nur IN DER SITUATION beurteilen können und wo wie uns - wie in allen anderen Belangen - auch mit noch so viel hin- und her- denken auch irren können!

Am schrägsten finde ich deinen Satz, du möchtest nicht "aus Faulheit oder Bequemlichkeit zu Ungunsten des Kindes entscheiden". Gerade du, die du ständig alles hinterfragst, ständig auf der Suche nach möglichen, versteckten Fallen und Nachteilen bist, bereits auf Grund des "geringsten Risikos" getroffene Entscheidungen im Nachhinein in Frage stellst, weil dir die Risiken plötzlich wieder anders erscheinen, gerade DU sprichst von Faulheit und Bequemlichkeit :P ?

Nein, Faulheit, Bequemlichkeit und zu-wenig-nachdenken ist sicher KEIN Beweggrund für deine Entscheidungen :) . Du magst einige Fehler haben und machen, aber DAS gehört definitiv nicht dazu :mrgreen: :fahne: !
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon alibaba » Do 23. Jan 2020, 09:17

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Zuletzt geändert von alibaba am Mi 4. Mär 2020, 09:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 23. Jan 2020, 16:35

@sinus

ich würde die Möglichkeit mit der besser passenden Lehrerin wählen. Das ist in der Grundschule viel entscheidender als der Banner der Schule...
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Do 23. Jan 2020, 19:02

Welche Lehrerin das Kind bekommen wird, wird sich hier erst kurz vor den Sommerferien klären.
In der Sprengelschule gibt es aber nur zwei Klassen und eine der beiden Lehrerinnen ist wahrscheinlicher als die andere.
In der anderen Schule gibts vier Klassen und es ist völlig unklar, wer in Frage kommt, da ich keine der infragekommenden Lehrer(innen) dort kenne.
Insgesamt hört man übrigens eher Gutes von dieser Schule, allerdings sind immer alle erstmal scharf auf die andere, also unsere Sprengelschule, weil die eben so "klein und huschelig" ist.

Was jetzt da so ungewöhnlich ist, über die richtige Grundschule fürs Kind nachzudenken, kapiere ich übrigens wirklich nicht. :roll:

Die Große war in ihrer Grundschule sehr unglücklich, bis hin zu ernsthaften psychischen Problemen, ein anderes hb-Kind hat wegen Unterforderung und daraus resultierenden Verhaltensauffälligkeiten und nach diversen erfolglosen Gesprächen über zusätzliche Fördermöglichkeiten diese Schule verlassen und auf die andere genannte gewechselt, wo es dann deutlich besser lief...
Mit ihrer Klassengemeinschaft und der Lehrerin war die Große übrigens sehr zufrieden, diese Lehrerin hat sehr auf das soziale Miteinander geachtet. Sie war noch nichtmal die einzige sehr Schlaue in der Klasse. (Ein Junge, mit dem sie auch befreundet war/ist, hat mit ihr zusammen ja jetzt auf die gleiche weiterführende Schule gewechselt)
Das alles hat für die Große leider nicht gereicht, dass sie sich wohl gefühlt hat. (Auch wenn sie es jetzt rückblickend etwas anders sieht und ihre alte Klasse und Lehrerin vermisst. ICH habe aber insbesondere das zweite und dritte Schuljahr, ihre Schulunlust und die Folgen nicht vergessen.)
Der Hort war toll, alle schwärmen davon, aber die Große wollte da auch immer nur ungern hin und ist ab Klasse 3 kaum noch dort gewesen.

Die Kleine bekommt eine andere Lehrerin, von der ich nichts "Schlimmes", aber auch nicht unbedingt das Beste gehört habe.
Ein Sprung wurde zwar in Aussicht erstellt, allerdings habe ich da so meine Zweifel, wie das konkret gehen soll, wenn genau für diese Jahrgangsstufe ja letztes Jahr die Klassen mit 28 Kindern schon so voll waren, dass die Kleine in dieser Schule nicht mehr hätte eingeschult werden können.
Wo sollte da plötzlich dann in Klasse zwei ein Platz herkommen...?

Ich finde das alles sehr vage und an sich hätte ich mir eher gewünscht, dass die Direktorin sagt, dass sie zunächst mit den Mitteln der Differenzierung versuchen würden, dass das Kind nicht unterfordert ist.

Es sind inzwischen so viele kleine Puzzleteile, die da inzwischen zusammenkommen, die mich zweifeln lassen, ob ich nicht doch das Kind lieber auf die andere Schule schicken sollte.
Am bequemsten wäre es, sie in die Sprengelschule zu schicken, aber rein aus Bequemlichkeit möchte ich nicht entscheiden.
Mit Bequemlichkeit meine ich übrigens nicht, dass der Weg kürzer wäre (ist er nicht, die Schulen sind exakt gleich weit weg), sondern sich einfach alle Grübeleien zu sparen und einfach das zu tun, was der "normale Weg" ist.
Es würden übrigens auch Kinder aus ihrer Kigagruppe in die andere Schule gehen, nur eben genau die beiden Jungs, mit denen sie derzeit befreundet ist nicht und der Nachbarjunge auch nicht.
Kind meinte übrigens dazu lapidar: Ach der wohnt doch eh gleich gegenüber - den treffe ich so oder so.

Es haben beide Schule Vor- und Nachteile, wenn sie in die forderndere Schule käme bspw würde der Unterricht auch eine halbe Stunden eher beginnen und zusätzlich liegt sie direkt auf meinem Arbeitsweg, so dass ich früh dann insgesamt fast eine Stunde eher auf Arbeit wäre und nachmittags entsprechende eher heim könnte. Was meine Kindern beiden gut gefallen würde.

Die Nachteile dieser Schule sind:
1) ich kenne sie nicht so gut, wie wissen nicht viel über die zukünftigen Lehrer
2) der Hort ist nicht so schön von den Räumlichkeiten/dem Gelände her (dafür hört man viel Gutes über das reichhaltige Angebot)
3) sie ist doppelt so groß. (vierzügig statt zweizügig.)

Vorteile
1) Fordern und Fördern Programm + mehrere von eine Begabungsberatungstelle gecoachte Lehrer
2) kleinere Klassen (24/25)
3) liegt auf meinem Arbeitsweg
4) man hört, dass es dort immer mehrere Kinder pro Klasse gibt, die lesend und rechend eigeschult werden
(Tochters dort 2019 eingeschulter Freund sagte, in seiner Kasse wäre es vier Kinder gewesen, die schon lesen konnten)
(4)ungewöhnlich viele männliche Lehrer)

Nachteile (für uns speziell) der Sprengelschule sind
1) sie ist bekannt für eher "laschen Unterricht", was sich mit unserer Erfahrungen deckt und evtl nicht fürs Kind passt
2) man hört von der zukünftigen Lehrerin nicht unbedingt das Beste (Aber jetzt auch nicht krass negatives. Sie gehört halt nicht gerade zu den beliebtesten Leserinnen der Schule und meine Malkinder sagen, sie sei streng und sie mögen sie nicht so gern. Meine Große hatte diese Lehrerin übrigens kaum)
3) sehr volle Klassen
4) offensichtlich sind sie eher unerfahren mit lesend und rechnend eingeschulten Kindern (Tochter ehemalige Lehrerin erzählte mir, in ihrer neuen Klasse gäbe es tatsächlich ein Kind, was schon ganze Sätze liest und es hörte sich von ihr so an, an als sei das höchst ungewöhnlich)

Vorteile:
1) wir kennen die Schule und die Lehrer schon und das soziale Klima ist sehr gut
2) kleine Schule mit nur 2 Klassen pro Jahrgang
3) schöner Hort (neue Räume, schöner Garten)
4) die beiden derzeit wichtigsten Spielfreunde und der Nachbarsjunge werden dort hin gehen

Alle anderen Vor- und Nachteile halten sich die Waage. (Chor in der eine Schule, Streicherklasse in der anderen, zusätzliche Sportstunde in der einen Schule, Französisch ab Klasse 1 in der anderen etc pp)

Von der Beratungsstelle beim Test damals kam übrigens im Gutachten auch ausdrücklich der Hinweis, dass das Kind, sollte es regulär eingeschult werden, besondere Förderung brauchen wird, insbesondere in Mathe.
Auch darum sehe ich jetzt den "Auftrag" genau hinzuschauen, wo ich die Kleine jetzt einschule.
Und klar kann man erstmal den "Standartweg" gehen und dann schauen, ob es läuft. Aber ein Schulwechsel ist auch eine umständliche Sache und ggf auch fürs Kind nicht so einfach. Wenn ich da schon jetzt eine Entscheidung treffen kann, die dem vorbeugt, wäre das sicherlich die bessere Lösung.

Wir werden übrigens demnächst mal die alternative Schule besuchen, ich kenne eine Lehrerin, die dort seit diesem Schuljahr neu ist und mit der ich als Kind bekannt war. Sie unterrichtet die Klasse von Kinds Freund und wir dürfen bestimmt mal "hospitieren" und ich werde sie auch zur Umsetzung des Konzepts befragen.
Dann sehen wir weiter.
Zuletzt geändert von sinus am Do 23. Jan 2020, 21:08, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Do 23. Jan 2020, 19:13

alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben: Vor allem möchte ich nicht aus Faulheit oder Bequemlichkeit zu Ungunsten des Kindes entscheiden.


Das sagst Du? Sorry, wir sind ja alle nicht perfekt, aber DAS kannst Du bei Dir nun überhaupt nicht behaupten! Gerade Du, der nicht 100%ig abwägt, sondern 1000%ig, der nicht mit offenen Augen schaut, sondern mit einer Lupe das beobachtet, was deine Kinder, wie sie das und ob/wann sie das tun. Der, der dann am tiefsten nach Gründen/Ursachen sucht und abwägt. Du darfst Vieles von Dir behaupten, aber das oben genannte auf keinen Fall! Im Gegensatz zu Dir komme ich mir wie eine total oberflächliche Mutter vor, die ja ihre Kinder schon fast vernachlässigt, ob der vielen Gedanken die Du Dir machst und ich nun überhaupt nicht. Ich könnte das alles nicht mal schreiben über meine Kinder, da ich noch nie so tief in Gedanken da eingedrungen bin.

Viel Erfolg bei der Schulwahl und möge sie die "richtige" sein. ;)


Gedanken machen und Entscheidungen treffen sind aber nicht das Gleiche.
Wenn ich viel grübele, heißt das ja nicht, dass ich es dann auch immer entsprechend umsetze.
Die Früheinschulung habe ich bspw u.a. aus deswegen gescheut, weil es einfach sehr viel Extrawurst und Extraaufwand gewesen wäre, den ich nicht durchstehen wollte, zumindest nicht, solange ich nicht zu 100% überzeugt war, dass es wirklich zwingend notwendig ist.
(Aktuell gesehen war es so die richtige Entscheidung - mal sehen, was ich in 1-2 Jahren sage, wenn das Kind dann das erste Schuljahr hinter sich hat...)
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 23. Jan 2020, 19:37

@sinus

Deine Große ist so wie sie ist, nicht weil die Grundschule sie so geprägt hat, sondern weil es zu ihrem Charakter gehört. Mit Sicherheit war einiges davon schon im Vorschulalter zu erkennen. Selbst das Elternhaus hat einen begrenzten Einfluss auf die Kinder. Die Schule kann auch aus einem ordentlichen Kind kein unordentliches machen, und aus einem fleißigen ein faules. Es könnte sein, dass durch die ungüstige Umgebung manches Fleiß einschläft und die aus Unlust resulitierende Schlampigkeit überhand nimmt. Diese SItuation bessert sich aber ziemlich schnell nach dem Kulissenwechsel.

Du wirst deiner älteren Tochter kein gewünschtes Lernverhalten antrainieren können. Es wird nur zu Reibereien kommen und unnötigen Nervenverlusten. Ich hatte die Freiheit ziemlich alles auszuprobieren, zum Fordern, Fördern, Laufen lassen. Ich habe durch Try und Error festgestellt, dass es schlicht und einfach unmöglich ist, die Kinder umzukrempeln. Es gibt Kinder, die nicht von 15 bis 16 Uhr auf Befehl lernen können, und keine Macht der Welt kann sie dazu zwingen. Sie lernen erst dann, wenn eine sie interessierende Aufgabe gestellt wird. Dann graben sie sich durch alle Schwierigkeiten durch.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Auguste » Do 23. Jan 2020, 20:52

Hallo Sinus,

Du machst Dir viele Gedanken darum, dass es Deiner kleinen Tochter nicht so gehen soll wie der großen. Du kennst die "kleine" Schule von der großen Tochter und findest sie nicht wirklich optimal für begabte Kinder. Deiner Tochter ging es dort nicht gut. Die Lehrer kennen Deine große Tochter - und werden möglicherweise genau so vergleichen. So lange ist deine große Tochter ja noch nicht weg.

Wenn die Kleine auf die "große" Schule geht, dann kann sie von Anfang an ihren eigenen Weg gehen - ohne "im Fahrwasser der Schwester zu schwimmen", ohne mögliche Vergleiche mit der Schwester durch Lehrer und ohne Vorbehalte Eurerseits gegen Lehrer, mit denen die große Schwester vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat. Wenn in einer Klasse die Chemie zwischen Kindern und/oder Lehrer nicht stimmt, dann bleiben 3 weitere Klassen (und nicht nur eine), wo sie hin wechseln könnte, ohne gleich die Schule zu verlassen. Das hat durchaus auch Vorteile ;)

Ich würde sagen, schaut Euch beide Schulen gemeinsam mit dem Kind an. Nutzt den Tag der offenen Tür (wenn es einen gibt) um mit Lehrern und Schülern zu sprechen und entscheidet dann gemeinsam mit der Kleinen wo sie hin möchte.

LG
Auguste
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Do 23. Jan 2020, 21:04

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@sinus

Deine Große ist so wie sie ist, nicht weil die Grundschule sie so geprägt hat, sondern weil es zu ihrem Charakter gehört. Mit Sicherheit war einiges davon schon im Vorschulalter zu erkennen. Selbst das Elternhaus hat einen begrenzten Einfluss auf die Kinder. Die Schule kann auch aus einem ordentlichen Kind kein unordentliches machen, und aus einem fleißigen ein faules. Es könnte sein, dass durch die ungüstige Umgebung manches Fleiß einschläft und die aus Unlust resulitierende Schlampigkeit überhand nimmt. Diese SItuation bessert sich aber ziemlich schnell nach dem Kulissenwechsel.

Du wirst deiner älteren Tochter kein gewünschtes Lernverhalten antrainieren können. Es wird nur zu Reibereien kommen und unnötigen Nervenverlusten. Ich hatte die Freiheit ziemlich alles auszuprobieren, zum Fordern, Fördern, Laufen lassen. Ich habe durch Try und Error festgestellt, dass es schlicht und einfach unmöglich ist, die Kinder umzukrempeln. Es gibt Kinder, die nicht von 15 bis 16 Uhr auf Befehl lernen können, und keine Macht der Welt kann sie dazu zwingen. Sie lernen erst dann, wenn eine sie interessierende Aufgabe gestellt wird. Dann graben sie sich durch alle Schwierigkeiten durch.


...in erster Linie geht es mir darum, dem kleinen Kind zu ersparen, regelmäßig so demotiviert und misslaunig aus der Grundschule zu kommen.
Als im letzten Jahr im Kiga nicht viel passierte, wollte sie da ja auch nicht mehr hin und wurde zunehmend unglücklicher und misslauniger.
(da war der Punkt, wo wir eine frühere Einschulung erwogen)
Jetzt geht es (zum Glück!) besser - dank vielfältigeren Angeboten im Rahmen des Vorschulprogrammes und sicherlich nicht zuletzt auch wegen der Förderungen der Freizeit. (Durch Lesen & Rechnen (was sie weitestgehend eigenständig praktiziert) und den Geigeunterricht)
Aktuell blüht sie richtig auf und ist in allen Bereichen hochmotiviert.

Ich denke schon, dass trotz aller Individualität der einzelnen Menschen eine mangelnde Auslastung/Forderung sich negativ auswirkt.
Ich selbst hatte auch eine (zum Glück kurze) berufliche Phase, in der ich darunter gelitten habe. Mein ganzes Selbstverständnis war davon betroffen - wo ich mich vorher in meinem Beruf kompetent gefühlt hatte, fühlte ich mich zunehmend nicht mehr wirklich kompetent.
Da wurde mir sehr deutlich klar, wie das für ein Kind erst sein muss. Ich konnte das reflektieren und dann auch einfach den Job wechseln (was ich auch tat); ich wusste, dass ich aktiv was ändern kann.
Ein Kind ist da viel ausgelieferter und hat wenig Möglichkeiten, selbst was an seiner Situation zu ändern. Ja, es denkt womöglich, es läge alles an ihm und nicht vielleicht viel mehr an der Situation an sich.
Genau da äußert sich Unterforderung dann womöglich in internalen oder externalen Störungsbildern/Problemen.

Mir ist bewusst, dass Kind zwei anders ist, als Kind eins. Aber ich sehe auch einige Parallelen.
Sie reagierte bspw auch mit Rückzug im Kindergarten, als es nicht passte, wurde mir als sehr still und zurückgezogen beschrieben. Ein Verhalten, was überhaupt nicht zu dem Bild passte, das ich vom Kind zu Hause hatte. (Und was sie momentan im Kindergarten auch nicht mehr zeigt.)
Zu der Zeit war übrigens auch plötzlich alles doof und öde. Auch Freizeitangebote.
(Wie es bei der Großen eben auch war.)
Zuletzt geändert von sinus am Do 23. Jan 2020, 23:03, insgesamt 12-mal geändert.
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