Schulwahlfrage Grundschule

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Do 23. Jan 2020, 21:06

Auguste hat geschrieben:Hallo Sinus,
Wenn die Kleine auf die "große" Schule geht, dann kann sie von Anfang an ihren eigenen Weg gehen - ohne "im Fahrwasser der Schwester zu schwimmen", ohne mögliche Vergleiche mit der Schwester durch Lehrer und ohne Vorbehalte Eurerseits gegen Lehrer, mit denen die große Schwester vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht hat. Wenn in einer Klasse die Chemie zwischen Kindern und/oder Lehrer nicht stimmt, dann bleiben 3 weitere Klassen (und nicht nur eine), wo sie hin wechseln könnte, ohne gleich die Schule zu verlassen. Das hat durchaus auch Vorteile ;)


LG
Auguste


Unter diesem Aspekt habe ich es noch gar nicht betrachtet. Danke.
sinus
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 23. Jan 2020, 22:13

@sinus

du machst daraus eine so kompexe Aufgabe... Es tut weder dir gut, noch deinen Kindern. Man kann nicht wissen, was kommt. Bekommt das Kind Probleme, kannst du über Wechsel nachdenken. Wenn du aber dem Kind schon jetzt über deine Haltung die Unsicherheit vermittelst, wirkst du nicht unbedingt auf die positive Wiese auf die Situation ein.

Inhaltlich: ich halte Förderung der Begabung in der GS ohne Akzeleration für logistisch nicht möglich. Von dem hier, es ist egal, welche Schule es wird.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Bliss » Fr 24. Jan 2020, 00:50

Die Nachteile von Schule B würden ich vernachlässigen, bzw sogar als Vorteil sehen. Das einzige, was ich da auf der Negativseite hätte: dass ihre momentanen Freunde nicht hingehen. Aber in der Regel mischt sich das mit Schulanfang noch mal schnell.

Das was man halt nie vorher weiss nämlich wie die Chemie zwischen Lehrer und Klasse und Klasse untereinander ist trifft auf beide Schulen zu.

sinus hat geschrieben:
...in erster Linie geht es mir darum, dem kleinen Kind zu ersparen, regelmäßig so demotiviert und misslaunig aus der Grundschule zu kommen.
Als im letzten Jahr im Kiga nicht viel passierte, wollte sie da ja auch nicht mehr hin und wurde zunehmend unglücklicher und misslauniger.
(da war der Punkt, wo wir eine frühere Einschulung erwogen)


Dann würde ich die Schule wählen, wo ein Sprung mehr Unterstützung erfahren würde, was vermutlich bei Schule B der Fall wäre. Und dann ist das mit den Freunden eh wieder hinfällig.

Also ich würde wohl Schule B wählen.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon alibaba » Fr 24. Jan 2020, 08:47

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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 24. Jan 2020, 09:12

Kinder übernehmen selbst unbewusst gezeigete Haltungen: die Unsicherheit im Kopf der Eltern färbt sie ab. Es ist in meinen Augen besser eine suboptimale Entscheidung zu treffen und hiter ihr zu stehen, als ständig hin und her zu wanken. Es ist auch nicht unbedingt förderlich in die neue Schule so viel Hoffnung zu setzen. Im Alltag wird sie vielleicht ein tick besser zu sein als die alte, oder ein tick schlechter, kommt drauf an, was das Kind für eine Lehrerin und die Klassenzusammensetzung bekommt.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Meine3 » Fr 24. Jan 2020, 10:56

Hallo Sinus,

du hast ja parallel auch meinen Beitrag gelesen und weißt, dass wir grade intensiv über einen Schulwechsel nachdenken, da Sohnemann in der hiesigen Grundschule gnadenlos unterfordert ist und insbesondere die Mathelehrerin den Spagat zwischen den vielen schwachen Schülern und den starken Schülern (derer es 3 in der Klasse gibt) als sehr mühselig und als nicht zu bewältigen empfindet. Unser Sohn bekommt schon eine "Extra-Wurst", sprich, nach dem obligatorischen zum 100. Mal Mengenkringel malen darf er schwerere Aufgaben lösen, Sudoku machen oder andere Knobelaufgaben, aber Sie unterstützt die starken Schüler überhaupt nicht, wenn Sie dann zu ihren schwereren Aufgaben mal eine Fragen haben sollten, da sie - O-Ton-, genug mit den schwachen Schülern zu tun habe.

Gestern allerdings durfte er den neu zu lernenden Stoff, den er ebenfalls schon beherrschte, überspringen (nach kurzer Prüfung) und direkt was anderes machen und siehe da: ich habe ein völlig anderes Kind von der Schule abgeholt: fröhlich, ausgeglichen, kooperativ und zufrieden.

Ich habe daher derzeit die Hoffnung, dass mein Sohn in seiner jetzigen Schule, in der er eigentlich bleiben will (aus sozialen Gründen), in Zukunft einfach mehr gefordert wird. Das Gespräch NACH der Diagnostik hat noch gar nicht stattgefunden, von daher denke ich, dass, wenn sie um die hohe Begabung meines Kindes wissen, zumindest in ihrem Rahmen viel versuchen werden. Zudem ist die Klassenlehrerin meines Sohnes wirklich ganz toll, sowohl fachlich als auch menschlich SEHR kompetent und sehr motiviert, Sohneman zu helfen.

Ich finde, du solltest auf das Bauchgefühl von dir und deiner Kinder hören, das eigentlich klar besagt, dass das soziale Gefüge in diesem Alter doch schon SEHR wichtig ist und Schule A die bessere Wahl. Wenn deine Kleine mit ihren jetzigen Freunden in die Schule kommt, so ist das schon ein großer Pluspunkt. Denn Freunde finden ist für "andere" Kinder oft sehr viel schwerer als mit Langeweile klar zu kommen. Dieses Mal wissen die Lehrer vorher Bescheid und können besser auf dein Kind eingehen und deine Große findet im Nachhinein die Schule doch nicht so blöd ;) .

Nur aufgrund des nicht-empfangens der Ex-Schüler würde ich nicht meine Tendenz diese Schule auch für die Kleine zu wählen über den Haufen werfen.

Ich ticke ähnlich wie du, sprich: ich mache mir viel zu viele Gedanken, würde gern jeden Schaden von meinen Kindern abwenden oder Dinge verhindern, bevor sie passieren und tue mir oft schwer mit Entscheidungen, weil ich Angst habe mich falsch zu entscheiden. Aber das ist oft nicht zuträglich. Es ist ja auch so, dass unsere sehr sensiblen Kinder sehr viel mitbekommen, auch ungesagtes. Sie bekommen Zweifel und Unsicherheit mit. Das verunsichert sie dann auch. UND: ja, es passiert. Manchmal entscheidet man sich falsch. Aber die meisten Entscheidungen können auch wieder rückgängig gemacht werden, bzw. ein anderer Weg eingeschlagen werden, wenn man merkt, dass es nicht passt UND: man weiß es defacto oft nicht, was das größere, bzw. kleinere Übel ist...Das zeigt nur der Versuch.

Gruß,

Meine3
Zuletzt geändert von Meine3 am Fr 24. Jan 2020, 23:07, insgesamt 1-mal geändert.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon sinus » Fr 24. Jan 2020, 12:53

@meine3: Zum Thema "schwerer Aufgaben". Da wurde uns von der Beratungsstelle gesagt, dass es da auch wichtig wäre, dem Kind Feedback zu geben. Also es reicht nicht, einfach andere/zusätzliche Aufgaben zu geben, man solle das auch mit einem Ziel und einer Rückmeldung verbinden. Denn nur weil Kinder begabter sind, sind sie noch lange nicht fleißiger als andere. Auch sie sind ggf auch bisschen faul und brauchen einen äußeren Anreiz, sich anzustrengen. Zumal, wenn sie womöglich schon verinnerlicht haben, dass Schulaufgaben eh öde und doof sind.
Darum sollte es bspw Wochenaufgaben geben im Zusammenhang mit zusätzlichen Aufgaben, die dann auch wirklich (verpflichtend) abgearbeitet werden sollen und am Ende vorgezeigt werden.
Vielleicht ist also die Unterstützung bei den Aufgaben gar nicht mal so das Wichtigste (zumal Hb-chen tendenziell eh am liebsten selber, statt nach Vorgaben denken!) , sondern eher ein Ziel und ein Feedback.
Und das ist ja für einen Lehrer evtl. gar nicht mal soooo viel Mehraufwand. Im Grunde muss der Lehrer die Aufgabe nur formulieren. ("Löse diese Aufgaben bis Ende der Woche und erkläre, wie du es gemacht hast und ob es dafür verschiedene Rechenwege gibt" o.ä) und das dann einsammeln und/oder einen Blick drauf werfen und mit einem Feedback fürs Kind versehen.

Also wenn ihr ein Gespräch dazu führt, wie zusätzliche Förderung aussehen könnte, ist das ggf auch für euch ein wichtiger Hinweis!
sinus
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon alibaba » Fr 24. Jan 2020, 13:00

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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Meine3 » Fr 24. Jan 2020, 13:43

sinus hat geschrieben:@meine3: Zum Thema "schwerer Aufgaben". Da wurde uns von der Beratungsstelle gesagt, dass es da auch wichtig wäre, dem Kind Feedback zu geben. Also es reicht nicht, einfach andere/zusätzliche Aufgaben zu geben, man solle das auch mit einem Ziel und einer Rückmeldung verbinden. Denn nur weil Kinder begabter sind, sind sie noch lange nicht fleißiger als andere. Auch sie sind ggf auch bisschen faul und brauchen einen äußeren Anreiz, sich anzustrengen. Zumal, wenn sie womöglich schon verinnerlicht haben, dass Schulaufgaben eh öde und doof sind.
Darum sollte es bspw Wochenaufgaben geben im Zusammenhang mit zusätzlichen Aufgaben, die dann auch wirklich (verpflichtend) abgearbeitet werden sollen und am Ende vorgezeigt werden.
Vielleicht ist also die Unterstützung bei den Aufgaben gar nicht mal so das Wichtigste (zumal Hb-chen tendenziell eh am liebsten selber, statt nach Vorgaben denken!) , sondern eher ein Ziel und ein Feedback.
Und das ist ja für einen Lehrer evtl. gar nicht mal soooo viel Mehraufwand. Im Grunde muss der Lehrer die Aufgabe nur formulieren. ("Löse diese Aufgaben bis Ende der Woche und erkläre, wie du es gemacht hast und ob es dafür verschiedene Rechenwege gibt" o.ä) und das dann einsammeln und/oder einen Blick drauf werfen und mit einem Feedback fürs Kind versehen.

Also wenn ihr ein Gespräch dazu führt, wie zusätzliche Förderung aussehen könnte, ist das ggf auch für euch ein wichtiger Hinweis!


Danke dir. Es ist meiner Meinung nach auch nicht nur das reine Koppeln an ein bestimmtes Lernziel und die Kontrolle durch die Lehrerin, sondern auch die Anerkennung, die ja völlig fehlt. Bei einem begabten Kind wird schnell alles als selbstverständlich betrachtet. Wenn das Kind dann doch mal eine Frage hat (zu den Zusatzaufgaben), wird gesagt :" darum kann ich mich jetzt nicht auch noch kümmern. Ich hab hier andere Kinder, die kommen beim normalen Stoff schon nicht mit." Klar, das verstehe ich. RICHTIG ist es aber dennoch nicht. Nur weil es schwerere Aufgaben macht, darf das Kind keine Fragen mehr haben oder ein Lob erwarten, wenn es die Aufgaben richtig gelöst hat? :gruebel: Da ist einfach ein Fehler im gesamten System... Mein Sohn lebt von Aufmerksamkeit und Lob. Wenn er für seine "Leistungen" kein Feedback erhält und nicht gelobt wird, sinkt sehr schnell die Motivation, sich weiter zu bemühen.

Und ja: leider ist er auch echt faul :mrgreen:. Er ist hoch motiviert, bei für ihn spannenden Dingen, aber bei schulischen Belangen fehlt es ihm oft an Ehrgeiz. So ist er laut Aussage der KL das einzige Kind, dass nicht die Fleiß-Hausaufgaben macht :schwitz: und das Kind, das die wenigsten Leseperlen hat. Was daran liegt, dass der aus dem Schulbuch oder Erstleserbücher lesen soll, um eine solche zu bekommen. Das langweilt ihn aber zu Tode. Er ist grade im Comic-Fieber und liest eigentlich ständig, aber selten liest er mir laut aus einem Erstleser oder der Lesefibel 10 Minuten am Stück vor (für 10 Minuten am Stück lesen bekommt man eine Leseperle) und ich bekomme ihn auch nicht oft dazu motiviert... :roll:

Wenn er die "Dödel"-Aufgaben in Mathe gemacht hat, die ihn (O-Ton) "ankotzen", hat er oft keine Lust mehr auf noch mehr Aufgaben. ERSATZ nach kurzer Prüfung des Lernstoff wäre also für meinen Sohn das richtige. Das sich auf langweiliges, schon erlerntes zu konzentrieren ermüdet meinen Sohn enorm (wirklich übermäßig). Das nimmt ihm die gesamte Motivation und auch Energie. In Deutsch ebenfalls. Die KL sagt, er kommt eigentlich nie zum differenzieren im Unterricht, weil er bei den Pflicht-Aufgaben derart rumtrödelt... Sie weiß aber, dass er bereits alle Buchstaben kennt und schreiben (wenn auch nicht schön!) kann, sie weiß, dass er sehr gut lesen kann. Warum nicht GLEICH differenzieren? An der Feinmotorik kann er auch arbeiten, wenn er einen kleinen Text schreibt oder schwierige Wörter anstatt 1 0x das H zu schreiben...

Nun ja. Vielleicht bringt das Aufklärungsgespräch ja was. NOCH wissen die Lehrerinnen gar nichts von dem Ergebnis und den daraus gewonnenen Erkenntnissen (auch wenn es vermutet wurde ihrerseits) und es gibt ja durchaus auch Schulen, die sich bemühen, wenn sie wissen, womit sie es zu tun haben.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Schulwahlfrage Grundschule

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 24. Jan 2020, 14:23

Ich habe in den Schulen einiges an Extrawürsten bekommen. Feedback für die schwierigeren Aufgaben - NIE. Unterstützung bei den Knobelaufgaben - NIE. Die Klasse besteht aus 17 Kindern, mindestens die Hälfte ist mehr als fit. Ich musste bei der Drehtür einen Wisch unterscheiben, dass ich akzeptiere, dass die Lehrerin keine Extrazeit hat mir oder meinem Kind die aus dem Modell verpassten Studen (er fehlt nicht nur in Mathe) zu erklären. Im Bestenfall bekommt der Sohn Blätter zum Nacharbeiten. Im Durchschnittsfall haben er und ich keine Ahnung. Wir haben eine sehr fortschrittliche Schule. Ich wage mal zu behaupten, besser geht es nicht.
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