Update Entscheidung Schulwechsel

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 2. Mär 2020, 15:24

Das ist ja ein Ding... Sie haben Werbung gemacht, den Wechsel vorgeschlagen, und als sie festgestellt haben, dass das Kind Aufmerksamkeit braucht, dann geht es nicht... Was sagt jetzt die alte Schule? Wollen sie noch den Sprung probieren, oder ist das Thema jetzt auch vom Tisch?
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 2. Mär 2020, 15:45

Meine3 hat geschrieben:Hallo,

es gibt news zum Thema Schulwechsel. Da ich von der Rektorin über die Ferien und heute nichts gehört habe, mein Sohn mich aber heute morgen nochmal fragte, wann denn nun klar sei, ob er wechseln "darf" oder nicht, habe ich die "neue" Schule nochmal angeschrieben und auch eine Antwort erhalten.

"Wir haben uns nun besprochen und raten von einem Schulwechsel ab." Morgen habe ich ein persönliches Gespräch dazu.

Ich hatte ja vorher schon "prophezeit", dass die KL nicht so begeistert von Sohnemann schien und wahrscheinlich eher dagegen stimmen wird. Somit bleiben wir in der alten "Misere".

Ich berichte morgen nochmal, welche Gründe genannt wurden, aber im Endeffekt ist es egal. Unser Kind ist dort nicht erwünscht, also werden wir den Wechsel, EGAL mit welcher Begründung nicht machen.

Gruß

Meine3


Hallo meine3!

Das tut mir leid vor euch, vor allem vor dem Hintergrund, wie viel Aufwand (organisatorisch, diplomatisch und nervlich) das für euch alle war :( ..

Ich hatte ja erst kürzlich eine ähnliche Situation in der Schule mit der Begabungsklasse. Da hieß es vorher, es sei kein Problem, wenn das Kind den Test nicht "besteht", es könne mit dem Zeugnis problemlos in eine normale erste Gym-Klasse kommen. Tja, und als meinem Sohn die Test-Situation dann zu viel geworden ist wurde mir "dringend" abgeraten das Kind überhaupt auf diese Schule zu geben, weil die Anforderungen auf einem Gymnasium doch "zu viel" für ihn sein würden. Hätten wir gar nicht für die Begabungsklasse getestet hätte er dort ohne Probleme einen Schulplatz bekommen - aber wer hätte das vorhersehen können? Der Rat, dort einen Platz in der Begabungsklasse anzustreben kam ja von der Klassenlehrerin meines Sohnes, das war nicht mal auf unserem "Mist" gewachst.

Wie dem auch sei, ich wünsche Dir viel Kraft für das morgige Gespräch!
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Karen » Mo 2. Mär 2020, 16:13

Liebe meine 3, es ist sehr schade dass die Schule so reagiert hat. Ich hoffe dass dein Sohn nicht sehr entäuscht ist. In ähnlichen Situationen sucht mein Kind immer Problem bei sich, und es ist nicht einfach sie von Schuldgefühlen weg zu bekommen. Ich hoffe dass dein Sohn nicht so tickt und es locker nimmt, dass es nicht geht.
Wäre das überspringen in der jetzigen Schule noch eine Option? Oder mindestents die Möglichkeit abzuchecken durch hospitieren in der 2 Klasse? Es scheint dass dein Sohn die Probelektionen in der andere Schule gut gefunden hat - könntet ihr ihm zumuten noch ein Versuch, dieses mal in der 2 Klasse eure Schule zu machen? Ich glaube wirklich nicht dass motorische schwierigkkeiten bei schreiben ein Problem ist (da dürfte meine Tochter auch nie wechseln), ausser es wird zu Problem von Lehrern gemacht. Falls die 2 Klasse Lehrer es nicht so eng sehen - wäre es ein Versuch wert?
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Mo 2. Mär 2020, 20:18

g
Zuletzt geändert von Meine3 am Mo 2. Mär 2020, 20:24, insgesamt 1-mal geändert.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Update und komplette Verwirrung

Beitragvon Meine3 » Mo 2. Mär 2020, 20:20

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Das ist ja ein Ding... Sie haben Werbung gemacht, den Wechsel vorgeschlagen, und als sie festgestellt haben, dass das Kind Aufmerksamkeit braucht, dann geht es nicht... Was sagt jetzt die alte Schule? Wollen sie noch den Sprung probieren, oder ist das Thema jetzt auch vom Tisch?



Hallo Katze_keine_Ahnung.

Sie haben einen ganz normalen Infoabend gehabt, den ich auch besucht habe und ich habe mich ja an die Schule gewandt. Sie haben also nicht den Wechsel vorgeschlagen, sondern lediglich sehr positiv und offen darauf reagiert.

Wie es eben immer so ist: es steht und fällt mit der Lehrerin. Die Rektorin braucht mir da auch garnichts zu erzählen. Ich weiß, dass es an der Lehrerin liegt.

Was die alte Schule dazu sagt? Ob der Sprung nun noch mögilch wäre?

Mit der alten Schule habe ich noch nicht gesprochen. Es findet ja morgen erst das Abschlussgespräch an der Hospitationsschule statt.

ABER: Der Vorschlag zu springen war zu KEINEM Zeitpunkt wirklich ernst gemeint. Das wurde in den Raum geworfen, um "Engagement" oder "guten Willen" zu zeigen, wurde jedes Mal im selben Satz wieder widerrufen und das obwohl ich nie nach einem Sprung gefragt habe. Egal zu welchem Zeitpunkt, wäre der Sprung keine wirkliche Option gewesen. Ich sage nur "nur 1 Kind in 10 Jahren..." Das sagt doch alles. Natürlich könnte ich du bereits argumentiert hast, diesen "Vorschlag" aufgreifen und darauf bestehen. Aber das ist nicht mein Stil und damit würde ich mich nicht wohlfühlen. Ich hätte dabei kein gutes Gefühl, könnte nicht voller Überzeugung dahinterstehen. Das musst du aber können, wenn du so etwas gegen den Willen der Lehrer und des Rektors "erzwingst". Was habe ich oder besser gesagt was hat mein Kind von einem erneuten Experiment, von dem ich im Vorfeld schon weiß wie es abläuft: Sie werden von ihm perfektes Eingliedern in die Gruppe und Höchstleistung erwarten. Mein Sohn wird sich nicht schnell genug integrieren und anpassen, den Stoff nicht schnell genug komplett und umfassend beherrschen oder es wird sonst ein Argument hervor gekruschtelt, warum der Sprung nicht passt und schwups ist er wieder in der alten Klasse. Er ist jetzt schon verunsichert, weil die andere Schule ihn nicht wollte. Was soll ich mit dem Kind machen, wenn der Sprung dann auch in die Hose geht? Er wird das auf sich beziehen... In einer anderen Schule, mit einem "offeneren" Konzept gegenüber begabten Kindern, mit einem anderen Rektor, würde ich das Experiment "probeweise springen" wagen. Aber glaub mir da bitte: das hat HIER an dieser Schule unter den gegebenen Umständen keinen Sinn. Ich hatte mit der KL in der neuen Schule recht (leider). Ich hab auch da Recht (leider).

Ich muss also meinen Sohn irgendwie dazu bringen, mit der Langeweile klar zu kommen. Seit das leidige Plusrechnen vom Tisch ist und nun endlich mal was anderes dran kommt, ist er auch wesentlich ausgeglichener. Das wird nicht lange anhalten, aber für den Moment ist es okay. Auf lange Sicht sehe ich keine Möglichkeiten mehr, dem Kind aus der Langeweile rauszuhelfen. Denn Differenzierung wird ebenso wenig stattfinden wie der Sprung. Es wird nur gelabert und es steckt nichts dahinter. JA, ich bin grade gefrustet. Agent Smith lässt dich grüßen...
Zuletzt geändert von Meine3 am Di 3. Mär 2020, 13:25, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Mo 2. Mär 2020, 20:29

Karen hat geschrieben:Liebe meine 3, es ist sehr schade dass die Schule so reagiert hat. Ich hoffe dass dein Sohn nicht sehr entäuscht ist. In ähnlichen Situationen sucht mein Kind immer Problem bei sich, und es ist nicht einfach sie von Schuldgefühlen weg zu bekommen. Ich hoffe dass dein Sohn nicht so tickt und es locker nimmt, dass es nicht geht.
Wäre das überspringen in der jetzigen Schule noch eine Option? Oder mindestents die Möglichkeit abzuchecken durch hospitieren in der 2 Klasse? Es scheint dass dein Sohn die Probelektionen in der andere Schule gut gefunden hat - könntet ihr ihm zumuten noch ein Versuch, dieses mal in der 2 Klasse eure Schule zu machen? Ich glaube wirklich nicht dass motorische schwierigkkeiten bei schreiben ein Problem ist (da dürfte meine Tochter auch nie wechseln), ausser es wird zu Problem von Lehrern gemacht. Falls die 2 Klasse Lehrer es nicht so eng sehen - wäre es ein Versuch wert?



Hallo Karen,

danke für deine Anteilnahme.

Mein Sohn war schon enttäuscht, aber ich habe es ihm gut "verkauft".

Mein Sohn hat die "Absage" erst einmal ganz gut verkraftet, was jetzt noch an Nachwehen kommt, weiß ich natürlich nicht.

Ich habe ihm erzählt, dass es der neuen Klassenlehrerin zu viel gewesen wäre, ein neues Kind in die Klasse aufzunehmen, da sie ja schon älter sei und auf mich auch sehr angestrengt gewirkt hat. Dass es an ihr liegt, dass sie nicht mehr genug Energie hat, und es nicht seine Schuld ist... Ich wollte nicht, dass er sich schuldig fühlt oder sich Vorwürfe macht oder verunsichert ist. Und es entspricht ja ziemlich wahrscheinlich auch der Wahrheit. Denn die Rektorin war ja von Anfang an ganz offen gegenüber dem Wechsel, die Lehrerin hat mir in den 5 Minuten, in denen ich sie kennen gelernt hab, direkt suggeriert, dass es für meinen Sohn alles "zu viel" sei, dabei wirkte es viel eher so, als sei es IHR zu viel, während er dort echt happy war.

Zum Sprung, siehe Antwort an Katze. Das macht an der jetzigen Schule leider keinen Sinn und ist eine ziemlich aussichtslose Option. Ich denke nicht, dass es für meinen Sohn grade gut wäre, weitere "Versuche" zu starten, die dann auch wieder schiefgehen. Er braucht jetzt Stabilität und da muss mal Ruhe reinkommen. In Mathe hat er sich ja schon so "gut" angepasst, dass die einfachsten Aufgaben ihn verunsichern (die er mit 4 konnte) und findet das jetzt plötzlich spannend (Minusrechnen), weil er jetzt ein halbes Jahr durch die Additions- und Mengenkringel-Hölle musste. Der ist grade ganz zufrieden, einfach weil mal was anderes dran kommt. Er sagt zwar, dass er das schon kann, aber es sei nicht so langweilig, weil es neu ist. Ich bin sicher, der Frust wird wieder kommen. Aber ich sehe irgendwie grade kein Land und für mich ist der Klassensprung an dieser Schule keine Option, weil die sowas defacto nicht machen und wirklich Hochleistung erwarten, bei einem Sprung und mein Sohn wird nicht sofort in Klasse zwei ganz vorne mitschwimmen.

Ich werde versuchen, ihn zu Hause über Freizeitangebote ausreichend zu füttern :roll:...
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Mo 2. Mär 2020, 20:45

Rabaukenmama hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben:Hallo,

es gibt news zum Thema Schulwechsel. Da ich von der Rektorin über die Ferien und heute nichts gehört habe, mein Sohn mich aber heute morgen nochmal fragte, wann denn nun klar sei, ob er wechseln "darf" oder nicht, habe ich die "neue" Schule nochmal angeschrieben und auch eine Antwort erhalten.

"Wir haben uns nun besprochen und raten von einem Schulwechsel ab." Morgen habe ich ein persönliches Gespräch dazu.

Ich hatte ja vorher schon "prophezeit", dass die KL nicht so begeistert von Sohnemann schien und wahrscheinlich eher dagegen stimmen wird. Somit bleiben wir in der alten "Misere".

Ich berichte morgen nochmal, welche Gründe genannt wurden, aber im Endeffekt ist es egal. Unser Kind ist dort nicht erwünscht, also werden wir den Wechsel, EGAL mit welcher Begründung nicht machen.

Gruß

Meine3


Hallo meine3!

Das tut mir leid vor euch, vor allem vor dem Hintergrund, wie viel Aufwand (organisatorisch, diplomatisch und nervlich) das für euch alle war :( ..

Ich hatte ja erst kürzlich eine ähnliche Situation in der Schule mit der Begabungsklasse. Da hieß es vorher, es sei kein Problem, wenn das Kind den Test nicht "besteht", es könne mit dem Zeugnis problemlos in eine normale erste Gym-Klasse kommen. Tja, und als meinem Sohn die Test-Situation dann zu viel geworden ist wurde mir "dringend" abgeraten das Kind überhaupt auf diese Schule zu geben, weil die Anforderungen auf einem Gymnasium doch "zu viel" für ihn sein würden. Hätten wir gar nicht für die Begabungsklasse getestet hätte er dort ohne Probleme einen Schulplatz bekommen - aber wer hätte das vorhersehen können? Der Rat, dort einen Platz in der Begabungsklasse anzustreben kam ja von der Klassenlehrerin meines Sohnes, das war nicht mal auf unserem "Mist" gewachst.

Wie dem auch sei, ich wünsche Dir viel Kraft für das morgige Gespräch!


Hallo Rabaukenmama,

Danke dir.

ich will garnicht wissen, was wäre, wenn mein Sohn eine Diagnose hätte, wenn er schon ohne so abgestempelt wird... Und wie das später in Klasse 4 mit dem Übergang an die weitere Schule werden soll, da hab ich jetzt schon Bammel. Ganz sicher, werde ich (aufgrund deiner Erfahrungswerte... ) NICHT versuchen meinen Sohn mittels spezieller Aufnahmeverfahren in eine Begabtenklasse zu bekommen. Das würde sicher auch schief gehen.

Ich bin jetzt echt mal gespannt, was sie als Absagegrund aus dem Hut zaubern...Für mich ist es ganz klar die Klassenlehrerin. Die Rektorin war vorab immer offen gegenüber dem Wechsel, auch als wir ihr erzählten, was für soziale Problemchen er hat, wie er sich manchmal verhält, etc. Hat sie alles nicht abgeschreckt und konnte dies auch teilweise gut "erkären", und war ihr wohl einiges auch von anderen begabten Kindern bekannt. Und dann rät sie "plötzlich" vom Wechsel ab?

Dahinter KANN eigentlich nur die Klassenlehrerin stecken, die ich ja kurz kennen lernen "durfte" und dir mir auf Anhieb seltsam vorkam: überfordert, angestrengt, mit einem einseitigen und engen Blick auf meinen Sohn. Meines Erachtens steht sie auch kurz vor Rente, was ja nichts heißen muss, aber vielleicht hat sie einfach keinen Bock mehr auf eine "Herausforderung" dieser Art.

Und nachdem was mein Sohn geschildert hat, hat er nichts wirklich komplett furchtbares getan, was nicht ein anderes, "normales" Kind vielleicht auch getan hätte. Mein Sohn mag auch alles mögliche sein: anstrengend, herausfordernd, ja sogat manchmal nervtötend :oops:, aber er ist ehrlich. Wenn er etwas "schlimmes" getan hätte, so wäre das irgendwie raus gekommen, da er nicht gut lügen kann und wie gesagt eine ehrliche Haut ist.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der Rektor unserer jetzigen Schule dahinter steckt. Er wollte ja partout den Wechsel NICHT und hat schon mir gegenüber gut vom Leder gezogen über mein Kind (was ziemlich widersprüchlich ist, wenn man bedenkt, dass er ihn unbedingt in der Schule behalten will). Ich möchte gar nicht wissen, was er bei dem Gespräch mit der Rektorin über meinen Sohn gesagt hat :?... Und so ne Nummer hat er anscheinend schon öfter abgezogen (also versucht Eltern vom Schulwechsel abzubringen und dagegen gearbeitet)... Das klingt jetzt vielleicht ein wenig spinnert, aber zutrauen würde ich ihm schon, dass er "gelästert" hat und die Sicht der neuen KL und der Rektorin auf mein Kind in eine bestimmte Richtung gelenkt hat.

Wie auch immer: es ist blöd, aber es geht immer irgendwie weiter. Auch bei euch ;)

Grüße

Meine3
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 3. Mär 2020, 09:28

Meine3 hat geschrieben:

Ich muss also meinen Sohn irgendwie dazu bringen, mit der Langeweile klar zu kommen.


Ich habe gestern mit den Kindern eine Sendung über die morderne Forschung des Tierverhaltens gehört. Man wollte die Frage beantwortet haben, warum alle Tierkinder und auch manche erwachsene Tiere gerne spielen. Die Forscher wussten schon lange, dass es von der Natur so vorhergesehen ist, damit die Tiere spielerisch die Kernkompetenzen lernen, die ihnen das Überleben und das Fortbestehen des Artes ermöglichen. Nur spielen sie nicht aus reiner Notwendigkeit. Es macht den Tieren offensichtlich Spaß. Was diesen Spaß ausmacht ist Dopamin. Man verabreichte den Tieren einen Stoff, der den Dopaminstoffwechsel blockiert und prompt saßen sie gelangweilgt da und spielten nicht mehr.

Genauso funktioniert es bei Menschen. Wir machen mit Spaß nur die Dinge, die für eine Dopaminausschüttung sorgen. Kinder, die sich schnell langweilen haben von vorne rein ein Problem den Spaß am Prozess zu haben und bekommen ihre Belohnung erst wenn Ergebnis da ist und nur dann wenn sie mit dem Ergebnis zufrieden sind. Ob man es lernen kann, aus diesem Teufelskreis rauszukommen?

Ich habe ein Interwiev mit Nelson Mandela gehört, der als Kind ein sehr kluger Burscher war und später ein hitziger junger Erwachsener. Er hatte große Ziele, vor nichts Angst und setzte Dinge um, an die keine zu denken wagte. Dann kam er ins Gefängnis: keine Bücher, keine Briefe, vier enge Wände und nichts womit man sich beschäftigen kann. Man hat ihn gefragt, wie er 27 Jahren unter solchen Bedingungen ausgehalten hatte. Seine Antwort berührte mich sehr. Das war nicht die Hass, nicht die Hoffnung sich bei den Weißen für seine eigene Misere und das Leiden seines Volkes zu rächen. Es war der innere Frieden. Er hat gelern Erfüllung in den kleinen Dingen zu finden. Wenn man am Tag nichts anders zu tun hat, dann ist die Aufgabe besonders sauber die Wäsche zu waschen schon seine Erfüllung. Oder den Flur besonders gut zu fegen. Oder sein enges Zimmer so einrichten, dass man möglichs viel Platz für die Bewegung hat.

Ich schätze das nennt man Weisheit, und so kann man es lernen die Langeweile auszuhalten. Mir selber hat es dagegen geholfen mit mehr Spaß die alltäglichen Aufgaben anzugehen. Nun ist es unmöglich einem Kind so ein Konzept zu vermitteln. Die Kinder bleiben in ihrem Mangel an Dopamin hängen und keine Kraft der Welt, nicht mal das preusische Bildungssystem kann es ihnen beibringen Spaß an langweiligen Aufgaben zu haben. Es geht weder mit Druck noch mit gutem Zureden. Man braucht dafür die Weisheit und die innere Kraft sich ändern zu wollen. Die bekommt man erst dann, wenn man wie Mandela extrem eingeengt ist, oder wenn man schon alles neue in der Welt ausprobiert hat und an nichts mehr richtig Spaß findet.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Di 3. Mär 2020, 12:56

g
Zuletzt geändert von Meine3 am Di 3. Mär 2020, 13:42, insgesamt 2-mal geändert.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Di 3. Mär 2020, 12:57

g
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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