Update Entscheidung Schulwechsel

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 5. Feb 2020, 10:52

Meine3 hat geschrieben:Hallo Rabaukenmama,

da hast du eventuell einen Nerv getroffen ;) . Ich war schon erst einmal überrumpelt, von dem Vorschlag, das Kind nun doch springen zu lassen, da es ja vorher schon zweimal von den Lehrern angesprochen, im selben Gespräch aber wieder verworfen wurde. Somit war für mich das Thema Sprung erstmal vom Tisch.

Dazu kommt eben, dass der Rektor, den Sprung erst vorgeschlagen hat, als ich wiederholt erklärte, warum wir den Wechsel in Erwägung ziehen ( derzeitige Unterforderung im Unterricht) und es kam irgendwie so rüber, als sei das jetzt ein spontaner Vorschlag, der auch vom Rektor nicht wirklich durchdacht war oder vorher angedacht gewesen war als mögliche Option. Das hat mich dann verunsichert.

Es ist auch so, dass ich menschlich mit dem jetzigen Rektor einfach nicht so gut kann (das hat sich schon bei der Anmeldung des Kindes an der Schule gezeigt, dass wir nicht so auf einer Wellenlänge sind ;) ) und ich mir denke, dass es ja schon auch wichtig ist, dass man Vertrauen und ein gutes Gefühl hat, wenn es um eine so schwerwiegende Entscheidung wie einen Schulwechsel oder einen Klassensprung geht. Dieses Empfinden, dass der Rektor irgendwie ein komischer Typ ist, haben einige der Eltern an der Schule, mit denen ich in Kontakt stehe und einige sogar sehr viel stärker als ich. Da ist zum Beispiel eine Mutter, deren Kinder mittlerweile nicht mehr an dieser Schule sind, die genau das gegenteilige Problem hatte mit ihren Kindern. Da die Kinder 3-sprachig aufwachsen, waren sie (es sind Zwillinge) in der 1. Klasse überfordert und kamen nicht gut mit. Sie erwägte einen Wechsel in eine kleinere, familiärere Grundschule und der Rektor hat da wohl stark dagegen gearbeitet, den WEchsel erst einmal abgelehnt und am Ende kamen die Kinder dann für den Rest das Jahres in eine Förderklasse... Mittlerweile sind alle ihre 3 Kinder an der anderen Schule und da sehr zufrieden und alles läuft prima. Solcherlei Geschichten über den Rektor gibt es leider zu Hauf. Es gibt auch das Gerücht, dass er kluge Kinder nicht mag. Das ist nun vielleicht etwas pauschal daher gesagt, ich denke es war so gemeint, dass er Kinder, die einen eigenen Kopf haben und eben nicht immer lieb mit schwimmen, nicht mag. Diesen Eindruck hatte ich auch bei der Anmeldung. Da erklärte der Rektor etwas über unsere Dorfgemeinschaft und mein Sohn meinte dann:" ich weiß.." und ergänzte etwas dazu (was korrekt war!). REaktion des Rektors mit strengem Gesicht:" ACH! Du bist so ein GANZ schlauer..." :schwitz:

Ich bin kein Mensch, der sich schnell ein Urteil über andere bildet und schon gar nicht nur vom Hörensagen. Von daher war ich bislang immer vorsichtig mit meinem "Gefühl" gegenüber dem Rektor. Vor allem weil mein Sohn immer ganz begeistert von seinem Sportunterricht war, dachte ich:" ich muss ja nicht mit dem Rektor klar kommen, sondern mein Sohn ;)." Das Gespräch hat aber leider meinen bisherigen Eindruck komplett bestätigt.


Dass euch der Rektor unsympathisch ist habe ich schon deutlich beim vorigen Beitrag von Dir gemerkt. Aber komm einfach mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: Wie wichtig ist es FÜR DEINEN SOHN dass euch der Rektor sympathisch ist?

Wohin sich euer Blick, nach dem überraschenden Vorschlag mit Klassensprung wenden sollte, ist zur Klassenlehrerin der Klasse, in die dein Sohn springen könnte. Bei IHR steht ein Gespräch an, nicht beim Rektor! Ganz ehrlich - die Direktorin der Schule meines jüngeren Sohnes ist ein Musterbeispiel für Präpotenz und zuckersüße, vorgespielte Freundlichkeit. Ich habe bisher noch niemanden (Schüler, Eltern, Lehrer,...) kennengelernt, dem sie NICHT unsympathisch ist. Wobei sich die Lehrer mit ihren Aussagen natürlich bedeckter halten :mrgreen: ...

...aber sie ist "nur" die Direktorin, nicht die Lehrerin meines Sohnes! Was sie von meinem Sohn hält ist so wichtig, wie wenn in Graz eine Schaufel umfällt. Hingegen ist SEHR wichtig, was die Lehrer, in deren Klasse mein Sohn täglich viele Stunden verbringt, von ihm denken. Und natürlich auch, wie sie mit ihm umgehen, wo sie Potentiale und Schwächen sehen, usw.

Also weg mit dem Rektor und ab zur Lehrerin! Wenn ihr DORT merkt, dass sie euren Sohn schon vorverurteilt, bevor er überhaupt noch in ihrer Klasse ist, dann spricht das mMn sehr für den Schulwechsel. Aber das müsst ihr euch erst mal anschauen und zuhören!

Meine3 hat geschrieben:Auf mich hat es so gewirkt, dass das mit dem Sprung eben nicht so ganz ernst gemeint war. was ich mit "nachhaltig" meinte ist, dass ich denke, dass sie ihn jetzt probeweise springen lassen würden, nach ein paar Wochen dann aber sagen würden:" er ist noch nicht so weit" oder "es kappt im neuen Klassenverbund nicht" oder was auch immer. Sohn müsste hier ja dann nun auch einiges nachholen zu Hause und da bin ICH als Mama auch einfach skeptisch, inwiefern er da begeistert wäre, NOCH mehr Hausaufgaben auf zu haben. Ich kann das einfach schlecht einschätzen, wie schnell mein Sohn dann tatsächlich mitkäme. Ich traue ihm einiges zu, aber bin unsicher, wie er auf den Druck, jetzt viel nachholen zu müssen, reagieren würde.


Unabhängig davon wie erst der Sprung gemeint war: das Angebot steht im Raum. Dass es kein ZURÜCK (in die alte Klasse, ins alte Elend) geben kann, habt ihr - hoffentlich - klargestellt. Ansonsten gehört das noch schnell nachgeholt. Wenn ihr ohnehin den Schulwechsel favorisiert, könnt ihr da ruhig etwas forscher auftreten. Also z.B. einem Sprung für einen vorher klar definierten Zeitraum (z.B. 4 Wochen) zustimmen und DANN entscheiden, wie es weiter geht.

Ob es zusätzliche Hausaufgaben zum nachholen gibt und wie umfangreich und häufig dieses sein werden kann euch die Lehrerin der Klasse, in die dein Sohn springen wird, sagen. Und es wird sich in 4 Wochen schon deutlich zeigen ob es der richtige Schritt war, oder nicht.

Meine3 hat geschrieben:Zudem hatte ich das Gefühl, dass das Angebot mit dem Sprung mit einem Ultimatum versehen ist, so nach dem Motto: entweder ihr versucht jetzt den Sprung (zum Halbjahr) oder halt garnicht. Aber das wäre diese Woche und...puh, damit bin ich überfordert grade. Wenn wir den Probeunterricht absagen würden, weiß icht nicht, ob wir im April oder Mai (nachdem der probeweise Sprung eventuell in die Hose gegangen ist) noch "antanzen" könnten in der neuen Schule. Denn es hieß, er muss nicht direkt zum Halbjahr wechseln, aber bis SPÄTESTENS Anfang April sollte das dann schon passieren.

Von daher ist das alles so ein wenig knapp und hauruck grade.


Ehrlich - hauruck ist jetzt alles! Der Sprung ist aber (zumindest für mich, als Außenstehende) WENIGER hauruck als der Schulwechsel. Die Situation war lange unerträglich für deinen Sohn, was spricht dagegen, jetzt SCHNELL was anderes auszuprobieren?

Bei der anderen Schule würde ich in der Richtung mit offenen Karten spielen (falls ihr euch doch entscheiden solltet, den Sprung auszuprobieren). Klärt einfach nochmal ab, ob ein Schulwechsel auch noch möglich ist, nachdem ihr den Sprung ausprobiert habt. Das lässt sich sicher besprechen.

Meine3 hat geschrieben:Die Rektorin an der neuen Schule übrigens fanden wir beide (mein Mann und ich) direkt sehr sympathisch. Und sie scheint großes Verständnis für "komplizierte" Kinder zu haben ;).


Das würde erst recht dafür sprechen, dass euch die neue Rektorin nicht in der Luft hängen lässt, wenn ihr euch nicht von jetzt auf gleich für den Schulwechsel entscheidet. Aber auch hier gilt: das ist NUR die Rektorin! Für den Wechsel würde ich genauso das Gespräch mit der zukünftigen Klassenlehrerin suchen wie vor dem Sprung an der alten Schule. Wenn die Rektorin noch so nett ist und auch offen für schwierige Kinder, heißt das noch lange nicht, dass alle Lehrer an ihrer Schule ihre Einstellung teilen.

Die Rektorin an der Schule meines älteren Sohnes war auch sehr beliebt und mochte auch schwierige Kinder. Ihre Nachfolgerin ist genauso :) . Trotzdem gibt es an dieser Schule LehrerInnen, wo ich schon aus der Ferne sagen kann, dass sie mit meinem Sohn NICHT zurecht kommen würden - und umgekehrt!

Meine3 hat geschrieben:Ich bin grade wirklich unsicher. Die neue Schule ist wirklich toll. Nicht nur in Theorie, sondern einfach von der gesamten Atmosphäre her ist sie viel angenehmer als die jetzige Schule. Anfangs dachte ich, das wäre ein ganz subjektives Gefühl, aber mein Mann hat genau das selbe gesagt, als er dann mit mir zusammen im Gespräch saß und hat das auch direkt an die Rektorin zurück gemeldet.


Es kommt aber nicht auf die Atmosphäre in der Schule an, sondern auf die Atmosphäre in der Klasse. In der Schule läuft das Kind täglich vielleicht 30 Minuten rum, in der Klasse ist es 3-5 Stunden! Als ich auf Grundschulsuche für meinen älteren Sohn war, habe ich mir auch die Grundschule angeschaut, die seinerzeit mein Mann besucht hat. Ehrlich - die Schule war von der Atmosphäre her der Horror pur. Ein altes und altmodisches Gebäude mit dunklen, gemauerten Treppen, engen dunklen Gängen und winzigen Klassenräumen! So gar kein Vergleich zu den anderen hellen, freundlichen Grundschulen, die ich zuvor gesehen hatte. Nicht mal die Zeichnungen an den Wänden haben diesen dumpfen, düsteren Eindruck wettgemacht. Ich bin dann in insgesamt 3 Klassen hospizieren gegangen (es war der "Tag der Wiener Schulen", wo man das durfte) und in zwei Klassen war es so, wie es dem Schulhaus entsprochen hat: altmodisch und düster. Die dritte Klasse war hingegen komplett anders. Sie war zwar genauso eng und muffelig wie die anderen Klassen, aber vorne stand ein junger, motivierter Lehrer und die Kinder hingen alle mit großen, blanken Augen an seinen Lippen, als er sie auf eine Phantasiereise in die Wüste mitnahm. Fast hätte ich auch mitgemacht :) . Man hat gepürt: in dieser Klassse passt einfach alles! Keine gelangweilten Gesichter, spontane Zwischenfragen, die nicht als störend sondern bereichernd wahrgenommen wurden, allgemeine Akzeptanz und Toleranz! Nach nur 20 Minute wusste ich: diese Schule war vielleicht der Horror, aber diese KLASSE was super!

Daher bitte ich euch, den Gesamteindruck von Rektor und Schulgebäude mal außen vor zu lassen, sondern euch darauf zu konzentrieren, wo euer Sohn den Großteil seiner Zeit verbringen wird: auf den Atmosphäre in der Klasse und die Einstellung der Klassenlehrerin! Ich kenne beide Schulen nicht und will euch absolut nicht vom Schulwechsel abraten. Aber ich merke an deinen Beiträgen dass euer Blick nicht auf dem ist, was für eine gute Entscheidung wesentlich ist.

Meine3 hat geschrieben:Ich habe meinem Mann aber auch gesagt, dass wir die Entscheidung nicht von uns abhängig machen DÜRFEN (weil WIR die Schule schöner finden), sondern dass wir immer im Blick behalten müssen, was für unseren Sohn das Beste wäre.

Im Gegensatz zu dem Eindruck, der hier vielleicht teilweise entstanden sein mag, tue ich mir sehr schwer die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen, da ich immer alles mit einbeziehe und dann am Ende total verwirrt bin :cry: . ICH würde wechseln, aber es geht ja um meinen Sohn und das habe ich schon die ganze Zeit im Blick.

Mein Mann möchte die Entscheidung dem Sohn überlassen, ich wiederum habe gemerkt (als Sohn seine Pro-und Contraliste anlegte), dass er damit emotional komplett überfordert ist und habe ihm daher versichert, dass er das nicht entscheiden muss. DAss wir das tun und dass das auch okay ist, weil wir die Sache als erfahrene Menschen, einfach besser überblicken können. Ich versicherte ihm aber auch, dass wir nichts tun, was er NICHT will und dass er uns einfach sagen soll, wie er sich FÜHLT. Die Entscheidung treffen aber dann wir als Eltern. Seitdem ist Sohn auch entspannt und ist einfach neugierig auf die Schule. Er meinte selbst letztens:" weißt du Mama, meine Freunde sehe ich ja auch noch auf dem Spielplatz und beim Sport!"...



Die Entscheidung dem Sohn überlassen halte ich für eine schlechte Idee. Das könnt ihr nicht machen, solange er keine Möglichkeit hatte, sich beide Optionen anzusehen. Also entscheidet entweder ihr nach bestem Wissen und Gewissen für ihn ODER ihr ermöglicht ihm den direkten Vergleich (indem ihr das mit beiden Schulen abklärt). Das würde bedeuten, dass euer Sohn sowohl den Sprung ausprobieren kann als auch einige Tage an der anderen Schule hospizieren. Denn nur so hat er überhaupt eine Vorstellung davon, was ihn wo erwartet. Und auch dann sollte er keine Entscheidungsgewalt, sondern nur ein Mitspracherecht bekommen. Die Verantwortung für diese Entscheidung "gehört" euch - auch wenn es natürlich einfacher wäre, diese nicht zu tragen, weil IHR dann ja nichts falsch machen könnt. Aber das Leben ist nun mal Versuch und Irrtum. Und wenn man das so sehen kann ist es auch gar nicht so schlimm ;) .

Ich verstehe, dass dein Sohn mit deiner Aussage, ihr würdet die Entscheidung treffen, wieder entspannt ist. Wie soll er auch eine "richtige" Entscheidung treffen wenn ihm die Optionen gar nicht bekannt sind? Das ist auch für euch schwer, für ihn aber (natürlich) eine totale Überforderung. Der Unterschied ist auch, wenn sich die Entscheidung (welche auch immer) nachträglich als falsch herausstellen sollte: dann könnt IHR die Verantwortung dafür übernehmen und es DANN besser machen. Bei einer vom Kind selbst getroffenen Entscheidung fällt es dem Kind dann nämlich erfahrungsgemäß oft schwer, im Nachhinein zu kommen und zu sagen "Ich habe mich geirrt! Mir gefällt er hier doch nicht und ich hätte es jetzt gern doch anders!". Denn das Kind hat dann ein schlechtes Gewissen, weil es Dinge, die es gar nicht wissen KONNTE, nicht im Vorhinein bedacht hat. Bitte, erspart das eurem Sohn! So, wie du es ihm gesagt hast (ihr entscheidet und er soll einfach sagen, wie er sich fühlt) ist es voll okay!
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 5. Feb 2020, 11:11

@Meine3

wie man die vorhandenen Infos dreht, hängt davon ab, was man vorher erlebt hat. Die Dame mit drei nicht zu schnellen Kindern war unzufrieden? Wer kann es aber so leicht verkraften, dass sein Kind schon in der 1. in die Förderklasse geschickt wird. Die neue Rektorin hat eine Vorliebe für die komplizierte Kinder? Unser alter Rektor war ein herzensgute Mensch. Er wollte keinen im Stich lassen, sondern half jedem. Er nahm extra aus dem Nachbarlandkreis ein sehr ausgeprägtes AHDS Kind, wofür ihm die Eltern der anderen Kindern aus der Klasse alles andere aus dankbar waren. Fast alle Kinder mit Schwierigkeiten, die er einschulte landeten bei ihm in der Klasse. Ich bin ehrlich, ich habe mich gefreut, dass mein Kind in der Parallelklasse ist. Nicht weil ich was gegen ADHS und andere Störbilder habe, sondern weil die geschaffene Situation personell nicht zu lösen war. Die Klasse, an sich schon 1/2 und daher sehr laut und unruhig, wurde dadurch noch wesentlich chaotischer. Der Rektor ist gegangen, weil ihm eine bessere Stelle angeboten wurde, die Klasse ist so wie sie ist geblieben.

Alle meine Kinder besuchten 1/2. Als das bei den Großen gerade eingeführt wurde, hatten sie etwa 17 Kindern in der Klasse, und für etwa 10 Stunden der Woche eine Differenzierungslehrerin und einen Gruppenraum. Die Lehrerin war absolut klasse, sie konnte jeden Unterrichten, sie akzeptierte alle Kinder, begabt oder benachteiligt, sie konnte sehr gut differenzieren in beide Richtungen. Aber allein schon ihr Unterricht war so gestalten, dass man die Differenzierung nicht unbedingt brauchte. Sie hat z.B. in HSU Spielsachen auseinander genommen, den Kindern Fragen gestellt, warum dieses oder jenes mit dem Feder oder Gummi angetrieben wird. Im Deutsch lies sie die willigen Kinder Bücher gestalten (alles mit Vorbereitung und Rückmeldung). Meine Kinder und 1-2 andere Jungs hatten in Mathe anspruchsvolle Knobelhefte. Als ich dabei war den Kleinen einzuschulen, war ich bitter enttäucht, das diese Lehrerin jetzt woanders ist. Ihre Vorgehensweise hat hier vor allem unter den Eltern angeeckt. Außerdem hatte sie Lust auf mehr. Sie hat einen Rektorenstellen in einem Nachbarort angenommen.

So wie die 1/2, beim gleichen Konzept auf Papier wie früher, umgesetzt wird ist nicht mal ein Schatten. Eine Lehrerin, 17 Kinder, kein Gruppenraum, keine einzige Stunde Differenzierungslehrerin. Neben meinem Sohn sitzt ein Kind in der Klasse, dass mit 7 Jahren geschätzt 2 Jahre Entwicklungsverzögerung hat. Das ist ein extremer Spagat für die Lehrerin, und sie erhält dafür absolut keine personelle Hilfe. Ein weiteres Kind ist so aufbrausend, das schon eine Schulbegleitung beantragt wurde, abgelent. Mein Sohn geht sehr gerne in die 3. Klasse Mathe unter anderem weil es dort wesentlich leiser ist. Es gibt aktuell dort auch Streitpunkte, wie ich schon woanders beschrieben habe, die unnötigen HA. Aber ich bleibe am Ball, vielleicht kriegen wir das weg, vielleicht auch nicht. Wenn nicht, dann kann ich immer noch den Weg von alibaba und charlotte diesbezüglich gehen.

3/4 wäre für Bayern ein absolutes KO Kriterium. Die Eltern würden sich das nicht mal angucken aus Angst, den Übertritt zu gefährdern und in der 3. Klasse schon ihre Kinder mit Übertritthemen unnötig stressen zu müssen. VIelleicht hat deswegen die Schule frei Plätze...

Fakten sind: dein Sohn ist für die Klassenstufe selbst mit iQ um 120 zu alt. Der Zeitpunkt des Sprungs zum 2. HJ ist sehr günstig. Die 2. ist noch nicht so weit mit den Schreibübungen, aber es ist nicht mehr so langweilig wie in der 1. Sollte es besonderen Ärger geben und akute Benachteiligung des Kinder, ist der Rektor kein Gott, er hat auch Vorgesetzte.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Mi 5. Feb 2020, 12:17

Hallo Rabaukenmama und Katze,

ich habe nicht viel Zeit. Aber ich muss sagen, ich bin jetzt wirklich schwer irritiert. Ihr beide habt doch wiederholt wegen des Rektors nachgehakt und du Katze, hast die ganze Zeit gemeint, der Rektor wäre hier ausschlaggebend, nicht die Meinung der Lehrerin. Die würden alle nur "schwätzen", denen wären die Kinder doch egal, etc.pp. Deswegen bin ich jetzt nochmal so intensiv auf den Rektor eingegangen.

Dass die jetzige Lehrerin vom Sohn ihn "sieht", aber nichts tut, um ihn irgendwie auch nur ansatzweise abzuholen, habe ich bereits mehrfach erwähnt. Dass keine Differenzierung stattfindet, außer: NACH den sich ständig wiederholenden Pflichtaufgaben dürft ihr Zusatzaufgaben machen. ANSTATTAufgaben gibt es nicht. Punkt.

Zum Sprung: der Sprung war ebenfalls NUR vom Rektor vorgeschlagen, SPONTAN. Das war nicht überlegt, nicht mit der KL und Mathelehrerin abgesprochen und es wirkte auf mich auch nicht so, als sei das ernst gemeint. Das kann ich auch nicht erklären. Aber es war mein Eindruck. Er lehnte sich dabei zurück und grinste... Die beiden Lehrerinnen sind GEGEN den Sprung (wegen der Feinmotorik und weil er bei der Lernstandserhebung zum Stoff der 2. Klasse Zahlendreher drin waren UND weil die KL meint, er wäre mit der Schnelligkeit des Schreibens in Klasse zwei restlos überfordert). Also was nun? Soll ich mehr auf das hören, was der Rektor sagt oder was die Lehrerinnen sagen? Zudem ist der Sprung nur ein geringer Mehrwert in Hinsicht auf das soziale Umfeld. Er ist noch in der selben Schule, kommt aber aus seinem Klassenverbund UND von der KL weg. Die neue KL kenne ich ja auch nicht :gruebel:. Die würde ich auch erst kennen lernen, wenn der Sprung vollzogen wird.


Ich habe BISLANG immer mehr auf das gehört, was ich selbst wahrnehme und was mein Bauch mir sagt UND was die Lehrerinnen sagen, die dieses Kind auch unterrichten. Das wurde aber als unsinnig ausgelegt, da ja der Rektor die Entscheidungen träfe...

MIR ist das schon klar, dass alles mit den Lehrkräften steht und fällt. Deswegen habe ich auch die ganze Zeit (bevor ihr immer wieder wegen des Rektors nachgehakt habt ;) ) betont, dass die Lehrerinnen den Sprung NICHT sehen, auch wenn sie ihn nach wenigen Wochen schon angedacht hatten.

Der Sprung ist lediglich ein Zugeständnis des Rektors gewesen, weil er keine Schüler verlieren will. Er hat betont, dass sie schon mehrere Versuche mit Sprüngen hatten. Aber nur 1 Kind in 10 Jahren gesprungen sei (und das war VOR seiner ZEIT) und das auch nur, weil das Kind ECHT :?: hochbegabt gewesen sei. Wie würdet IHR also die Chancen sehen, dass dieser Sprung nachhaltig ist?

MEIN Bauchgefühl sagt mir: das wird nichts mit dem Sprung. Sie lassen ihn springen und werden Ausreden finden, warum es nicht passt. Klar, werde ich, wenn die Hospitation kein EINDEUTIG positives Bild ergibt und wir danach auch nur geringste Zweifel haben, dass das die bessere Lösung ist, den Sprung nochmal ansprechen. Aber er ist für mich aus meinen immer wieder angeführten Gründen Option 2.

Beim Gespräch mit der neuen Rektorin (die übrigens alles andere als "zuckersüß" ist. Sie wirkt nur einfach viel offener gegenüber allem, was so von den Eltern kommt und bereit zum DIAlog (nicht MONOlog, was dem jetzigen Rektor sehr viel mehr liegt) ist deshalb sympathischer), war ebenfalls eine Lehrerin anwesend, allerdings nicht die eventuell künftige Klassenlehrerin ist. Auch diese war offen, interessiert und hat als einzige Person, außer mir selbst, angedeutet, dass mein Sohn eventuell hochbegabt sein UND ADHS haben könnte, wenn die Verarbeitungsgeschwindigkeit so weit vom Rest abfällt.

Was die Atmosphäre angeht: damit meinte ich nicht das Gebäude oder den Flur oder ob Bilder an der Wand hingen. Als wir dort waren liefen Kinder mit Unterlagen unterm Arm und Lehrer durch die Flure (nein, es war keine Pause), ein paar Kinder saßen in einer Ecke des Flurs und diskutierten eifrig wegen eines Projekts. Alle Kinder wirkten fröhlich und offen. Wir wurden von ALLEN gegrüßt (sowohl von den Lehrern als auch von den Kindern)...

Die KL an der eventuell neuen Schule werden wir NACH der Hospitation kennen lernen. Es wird NACH der Hospitation ein persönliches Gespräch stattfinden. DANACH entscheiden wir, ob der Wechsel überhaupt, auch von Seiten der neuen Schule, Sinn macht.

Vielleicht könnt ihr in Erwägung ziehen, dass mein Eindruck der jetzigen Schule nicht komplett verkehrt ist. Diese Schule hat KEINEN guten Ruf und mittlerweile verstehe ich warum. Ich bereue es eher, dass ich meinem Bauchgefühl letztes Jahr nicht gefolgt bin und meinen Sohn NICHT hier eingeschult habe.

Es ist nicht so, dass hier alles fatal wäre. Der Rektor und die Lehrer sind engagiert und geben sich Mühe auf ihre Art und Weise. Aber es fehlt hier einfach komplett an Flexibilität. Und einen Sprung als Entgegenkommen vorzuschlagen, gleichzeitig aber zu betonen, dass es in den letzten 10 Jahren kein Kind "geschafft" hat, macht nicht viel Hoffnung. Und wenn der Sprung nicht klappt (wovon ja auszugehen ist mit DER Einstellung der Lehrer und des Rektors), dann bleibt alles wie bisher.

Und was die Entscheidung angeht: wie schon beschrieben, war es die Meinung meines MANNES meinem Sohn die Entscheidung zu überlassen. ICH sehe das komplett anders. Er soll einfach sagen, wie er sich damit fühlt. Die Entscheidung treffen WIR. Punkt.

Gruß

Meine3
Zuletzt geändert von Meine3 am Mi 5. Feb 2020, 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 5. Feb 2020, 12:27

@Meine3

Wenn die Sachen so stehen, wie du es beschreibst, wird nach der Hospitation kein Sprung mehr angeboten. Einfach aus Trotz. Zum Unterschied zwischen Rektor und Lehrerin: der Rektor hat die Exekutive. Wenn er sagt, das Kind solle springen, haben die Lehrer das zu tragen. Wenn sie sich dabei wirklich krumm benehmen, gibt es Aufsichtsinstitutionen. Habe ich auch schon ausprobiert. So ganz von alleine schalten und walten dürfen sie auch nicht.

Die Lehrerin lehnen den Sprung ab, weil sie nicht die Verantwortung übernehmen wollen, damit sie im Falle des Scheiterns nicht beschuldigt werden. Zu der Schreibgeschwindigkeit und Feinmotorik, ganz ernst, ich glaube nicht, dass dein 7-jähriger Junge nach einigen Wochen in der 2. Klasse nicht so schnell schreiben kann wie mein 6-jähirger Sohn. Klar gibt es da Kinder, die als Kalligraphen in China sich bewerben können, aber das Bild ist sehr heterogen. Zahlendreher sind auch Wurscht. Dafür ist man da, um zu üben. Es gibt da sicher Kinder, die das Dezimalsystem noch nicht ganz begriffen haben, sie haben sicher mehr zu kämpfen. Der Fehler der Lehrerin bei der Einschätzung der Situation ist, dass sie deinen Sohn gleich mit der Spitze der 2. Klasse vergleichen. Das ist aber Unsinn. Er soll irgendwo am Anfang des Mittelfelds landen und sich erst im Laufe des Jahres bis zum oberen Mittelfeld durcharbeiten. Da er genug geistiges Potential hat, hätte er Zeit, um Schreiben zu verbessern.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Mi 5. Feb 2020, 12:38

Wenn die Sachen so stehen, wie du es beschreibst, wird nach der Hospitation kein Sprung mehr angeboten. Einfach aus Trotz. Zum Unterschied zwischen Rektor und Lehrerin: der Rektor hat die Exekutive. Wenn er sagt, das Kind solle springen, haben die Lehrer das zu tragen. Wenn sie sich dabei wirklich krumm benehmen, gibt es Aufsichtsinstitutionen. Habe ich auch schon ausprobiert. So ganz von alleine schalten und walten dürfen sie auch nicht.


Tja, es wird aber nach dem versuchten Sprung auch keine Hospitation mehr geben. Und nun?

Die Lehrerin lehnen den Sprung ab, weil sie nicht die Verantwortung übernehmen wollen, damit sie im Falle des Scheiterns nicht beschuldigt werden. Zu der Schreibgeschwindigkeit und Feinmotorik, ganz ernst, ich glaube nicht, dass dein 7-jähriger Junge nach einigen Wochen in der 2. Klasse nicht so schnell schreiben kann wie mein 6-jähirger Sohn. Klar gibt es da Kinder, die als Kalligraphen in China sich bewerben können, aber das Bild ist sehr heterogen. Zahlendreher sind auch Wurscht. Dafür ist man da, um zu üben. Es gibt da sicher Kinder, die das Dezimalsystem noch nicht ganz begriffen haben, sie haben sicher mehr zu kämpfen. Der Fehler der Lehrerin bei der Einschätzung der Situation ist, dass sie deinen Sohn gleich mit der Spitze der 2. Klasse vergleichen. Das ist aber Unsinn. Er soll irgendwo am Anfang des Mittelfelds landen und sich erst im Laufe des Jahres bis zum oberen Mittelfeld durcharbeiten. Da er genug geistiges Potential hat, hätte er Zeit, um Schreiben zu verbessern.
#


Dein Sohn ist zwar jünger ist aber um einiges länger in der Schule ;) und hat somit viel mehr Übung. Mein Sohn schreibt seit einem halben Jahr. Da ist das Alter erstmal relativ irrelevant, da Schreibgeschwindigkeit etwas mit Übung zu tun hat, nicht mit dem Alter.

Ich fand die Zahlendreher auch wurscht (und es war auch nicht durchgehend so). Er hatte ja bis zu diesem Zeitpunkt immer nur im Kopf mit größeren Zahlen gerechnet. Zweistellige Zahlen hatte er bis zu diesem Zeitpunkt noch nie geschrieben. Außerdem ist er Linkshänder. Ich hab auch die Zahlen oft verdreht (auch wegen der in Deutschland so irreführenden Sprechweise der Zahlen ZWEIundzwanzig statt twenty-two), da ich ja auch sehr sprachlastig begabt bin (wie mein Sohn). Aber die Lehrerinnen finden es nicht wurscht. Wahrscheinlich auch nicht die zukünftige, da das gesamte Kollegium ja da die gleiche Schiene zu fahren scheint...

Egal wie ich es drehe und wende, ich habe einfach keine große Hoffnung, dass der Sprung klappen würde, da diese Schule da sehr engstirnig und unflexibel ist, wahrscheinlich dann sehr wohl die Anforderung hätte, dass er den Stoff von jetzt auf nachher super kann (schließlich durfte er ja springen!) UND keine Erfahrungen hat und unter diesen Gesichtspunkten ziehen wir es vor, zuerst die Hospitation zu machen, die übrigens nächste Woche schon stattfindet.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 5. Feb 2020, 12:53

@Meine3

Das Problem, dass du selbst mit dem Sprung ein Problem hast. JA, die Lehrerin des Kleinen hatte auch gedacht, er nimmt das Heft und das Buch, und holt alles nach. Ich habe das stumm blockiert. Hat keinem geschadet. Das ist auch eine sehr strenge und nicht besonders flexible Lehrerin, trotzdem ist die Situation viel besser als vorher. Ein Jahr nach oben ist schon ein erheblicher Unterschied.

Mein Kleiner ist auch mit 6 ein Jahr nach oben gegangen, auch mit weniger Schreiberfahrung. Hat in Geometrieprobe eine 3, weil er angeblich schlampig gezechnet hat. So what?
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Bliss » Mi 5. Feb 2020, 15:40

Ich würde auf jeden Fall hospitieren. Was Sprünge in der Grundschule angeht bin ich skeptisch. Das kognitive ist schnell aufgeholt und die Langeweile kommt wieder. Während andere Dinge, die eben nur altersgemäß sind, wie das Schreiben einen noch länger negativ beschäftigen. Sag ich jetzt mal als selber Früheingeschulte, die was Motorik und Feinmotorik angeht nur guter Durchschnitt in ihrem Alter war.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 5. Feb 2020, 17:58

Meine3 hat geschrieben:Hallo Rabaukenmama und Katze,

ich habe nicht viel Zeit. Aber ich muss sagen, ich bin jetzt wirklich schwer irritiert. Ihr beide habt doch wiederholt wegen des Rektors nachgehakt und du Katze, hast die ganze Zeit gemeint, der Rektor wäre hier ausschlaggebend, nicht die Meinung der Lehrerin. Die würden alle nur "schwätzen", denen wären die Kinder doch egal, etc.pp. Deswegen bin ich jetzt nochmal so intensiv auf den Rektor eingegangen.

Dass die jetzige Lehrerin vom Sohn ihn "sieht", aber nichts tut, um ihn irgendwie auch nur ansatzweise abzuholen, habe ich bereits mehrfach erwähnt. Dass keine Differenzierung stattfindet, außer: NACH den sich ständig wiederholenden Pflichtaufgaben dürft ihr Zusatzaufgaben machen. ANSTATTAufgaben gibt es nicht. Punkt.


Hier liegt ein Missverständnis vor. Zumindest ich habe NICHT wegen des Rektors nachgehakt (schon gar nicht wiederholt :gruebel: ) sondern lediglich 1x gemeint, dass der Rektor (außer euch, natürlich :fahne: ) am ehesten die Macht hätte, eine Änderung der Situation herbeizuführen. Dabei bleibe ich. Wenn er sagt "Sprung ist möglich" ist es so, wenn er sagte "Sprung geht gar nicht" ist es auch so.

Ihr habt zwei Möglichkeiten für deinen Sohn: Sprung in die höhere Klasse an der momentanen Schule oder Wechsel an eine andere Schule. Jede dieser Klassen hat einen Klassenlehrer oder eine Klassenlehrerin. Meiner Meinung nach wäre ein Kriterium DIESE näher anzusehen und nicht die Schule zu wählen, deren Atmosphäre EUCH besser zusagt und deren Rektor/in EUCH sypmathischer erscheint.

Meine3 hat geschrieben:Zum Sprung: der Sprung war ebenfalls NUR vom Rektor vorgeschlagen, SPONTAN. Das war nicht überlegt, nicht mit der KL und Mathelehrerin abgesprochen und es wirkte auf mich auch nicht so, als sei das ernst gemeint. Das kann ich auch nicht erklären. Aber es war mein Eindruck. Er lehnte sich dabei zurück und grinste... Die beiden Lehrerinnen sind GEGEN den Sprung (wegen der Feinmotorik und weil er bei der Lernstandserhebung zum Stoff der 2. Klasse Zahlendreher drin waren UND weil die KL meint, er wäre mit der Schnelligkeit des Schreibens in Klasse zwei restlos überfordert). Also was nun? Soll ich mehr auf das hören, was der Rektor sagt oder was die Lehrerinnen sagen? Zudem ist der Sprung nur ein geringer Mehrwert in Hinsicht auf das soziale Umfeld. Er ist noch in der selben Schule, kommt aber aus seinem Klassenverbund UND von der KL weg. Die neue KL kenne ich ja auch nicht :gruebel:. Die würde ich auch erst kennen lernen, wenn der Sprung vollzogen wird.


Ich habe BISLANG immer mehr auf das gehört, was ich selbst wahrnehme und was mein Bauch mir sagt UND was die Lehrerinnen sagen, die dieses Kind auch unterrichten. Das wurde aber als unsinnig ausgelegt, da ja der Rektor die Entscheidungen träfe...
MIR ist das schon klar, dass alles mit den Lehrkräften steht und fällt. Deswegen habe ich auch die ganze Zeit (bevor ihr immer wieder wegen des Rektors nachgehakt habt ;) ) betont, dass die Lehrerinnen den Sprung NICHT sehen, auch wenn sie ihn nach wenigen Wochen schon angedacht hatten.


Irgendwie komme ich mit meiner Botschaft nicht durch. Du sollst weder auf den Rektor noch auf die Lehrerinnen "hören", aber trotzdem ist der Rektor die Person, die sagt "Ok, das mit dem Klassensprung probieren wir aus!" oder eben nicht. Und DARÜBER kannst du nachdenken - oder es auch bleiben lassen, weil der Rektor ja so unsympathisch ist und die Rektorin an der anderen Schule so nett und verständnisvoll. Die Lehrerinnen geben IHRE Einschätzung der Lage ab, können aber in Wirklichkeit gar nicht wissen, ob dein Kind nicht nach einem Sprung aufblühen würde.

Der Rektor kann es genauso wenig wissen. Aber auch ihr wisst es nicht und ihr wisst auch nicht, ob dein Sohn an der anderen Schule wirklich besser dran ist oder nicht.

Meine3 hat geschrieben:Der Sprung ist lediglich ein Zugeständnis des Rektors gewesen, weil er keine Schüler verlieren will. Er hat betont, dass sie schon mehrere Versuche mit Sprüngen hatten. Aber nur 1 Kind in 10 Jahren gesprungen sei (und das war VOR seiner ZEIT) und das auch nur, weil das Kind ECHT :?: hochbegabt gewesen sei. Wie würdet IHR also die Chancen sehen, dass dieser Sprung nachhaltig ist?

MEIN Bauchgefühl sagt mir: das wird nichts mit dem Sprung. Sie lassen ihn springen und werden Ausreden finden, warum es nicht passt. Klar, werde ich, wenn die Hospitation kein EINDEUTIG positives Bild ergibt und wir danach auch nur geringste Zweifel haben, dass das die bessere Lösung ist, den Sprung nochmal ansprechen. Aber er ist für mich aus meinen immer wieder angeführten Gründen Option 2.


Der Sprung ist dann nachhaltig, wenn das Kind in der nächsthöheren Klasse bleibt und wenn es ihm dort (deutlich) besser geht als in der momentanen Situation. Wenn bei diesem Rektor bisher noch kein Kind gesprungen IST, hätte ich mal nachgehakt, was das für "Versuche mit Sprüngen" waren, die er da beschreibt (habt ihr vielleicht eh gemacht, aber ich lese es nicht raus ;) ).

Vielleicht hat der Rektor anderen Eltern, die ihre Kinder rausnehmen wollten, nur dasselbe "Angebot" gemacht wie euch - und diese haben es abgelehnt. Wenn aber mehrere Kinder wirklich versuchshalber gesprungen SIND, wie ist es mit denen weitergegangen? Haben die LehrerInnen bzw. der Rektor dann so lange Haare in der Suppe gefunden, bis das Kind wieder in die ursprüngliche Klasse zurückkam. DAS wäre für mich wirklich ein Kriterium das Sprung-Angebot als Alibi-Handlung zu sehen und so schnell wie möglich Schule zu wechseln. Dann ist die Chance, dass der Sprung bei eurem Sohn nachhaltig ist, wirklich gering!

Wenn sich nur noch niemand GETRAUT hat, sein Kind springen zu lassen, weil - ähnlich wie bei euch - die Lehrerinnen (die das ja noch nicht mal kennen!) dagegen waren dann schätze ich die Chancen, dass der Sprung nachhaltig sein könnte, ganz gut ein. Tatsächlich steht und fällt es mit der Lehrperson, wie wahrscheinlich der Sprung gelingen kann. Der Rektor muss nur das okay dazu geben. Ich gehe mal nicht davon aus, dass der Rektor mit seinen Lehrern ein Komplott schmiedet, um den Sprung eures Sohnes zu boykottieren. Wenn also die Lehrerin der Klasse, in die dein Sohn springen soll, nach einigen Wochen feststellt "Hey, der macht sich ja ganz gut!" kann sie DANN sehr wohl befürworten dass dein Sohn in dieser Klasse bleibt und ihren Beitrag dazu leisten, dass es ihm dort gut geht. Um einschätzen zu können, ob das möglich ist, finde ich es ja so wichtig, DIESE Lehrerin mal kennen zu lernen (und nicht nur ihre Meinung zum Klassensprung eines Kindes, welches sie noch kaum kennt).

Meine3 hat geschrieben:

Beim Gespräch mit der neuen Rektorin (die übrigens alles andere als "zuckersüß" ist. Sie wirkt nur einfach viel offener gegenüber allem, was so von den Eltern kommt und bereit zum DIAlog (nicht MONOlog, was dem jetzigen Rektor sehr viel mehr liegt) ist deshalb sympathischer), war ebenfalls eine Lehrerin anwesend, allerdings nicht die eventuell künftige Klassenlehrerin ist. Auch diese war offen, interessiert und hat als einzige Person, außer mir selbst, angedeutet, dass mein Sohn eventuell hochbegabt sein UND ADHS haben könnte, wenn die Verarbeitungsgeschwindigkeit so weit vom Rest abfällt.

Was die Atmosphäre angeht: damit meinte ich nicht das Gebäude oder den Flur oder ob Bilder an der Wand hingen. Als wir dort waren liefen Kinder mit Unterlagen unterm Arm und Lehrer durch die Flure (nein, es war keine Pause), ein paar Kinder saßen in einer Ecke des Flurs und diskutierten eifrig wegen eines Projekts. Alle Kinder wirkten fröhlich und offen. Wir wurden von ALLEN gegrüßt (sowohl von den Lehrern als auch von den Kindern)...

Die KL an der eventuell neuen Schule werden wir NACH der Hospitation kennen lernen. Es wird NACH der Hospitation ein persönliches Gespräch stattfinden. DANACH entscheiden wir, ob der Wechsel überhaupt, auch von Seiten der neuen Schule, Sinn macht.


Was, ihr hab nicht mal die Möglichkeit, die neue Klassenlehrerin eures Sohnes VOR der Hospitation kennenzulernen? Wie wird euch das begründet? Habt ihr euch nicht nachfragen getraut, weil alle so nett waren? Sorry, aber ich stelle mir gerade vor, mein Kind in eine Klasse zu setzen wo ich KEINE AHNUNG habe, wer es überhaupt unterrichtet! Ich bin nicht der grundsätzlich misstrauische Mensch, aber ein Kind, welches in seiner bestehenden Klasse so massive Probleme hatte (nicht MACHTE, sondern HATTE!) als Lehrerin nicht zumindest KURZ kennenlernen zu wollen, befremdet mich etwas.

Meine3 hat geschrieben:Vielleicht könnt ihr in Erwägung ziehen, dass mein Eindruck der jetzigen Schule nicht komplett verkehrt ist. Diese Schule hat KEINEN guten Ruf und mittlerweile verstehe ich warum. Ich bereue es eher, dass ich meinem Bauchgefühl letztes Jahr nicht gefolgt bin und meinen Sohn NICHT hier eingeschult habe.


Man kann nicht alles im Vorhinein wissen, sonst wäre man Hellseher. Ich hätte einige Entscheidungen komplett anders getroffen, hätte ich schon vorher gewusst, was rauskommt. Ihr habt euren Sohn nach bestem Wissen und Gewissen an dieser Schule eingeschult und ihr werdet jetzt ebenfalls nach bestem Wissen und Gewissen eine Entscheidung für ihn treffen. Man weiß hinterher ohnehin immer nur, was FALSCH war, nie was richtig war. Denn die Alternative hätte ja noch viel "richtiger" sein können.

Meine3 hat geschrieben:Es ist nicht so, dass hier alles fatal wäre. Der Rektor und die Lehrer sind engagiert und geben sich Mühe auf ihre Art und Weise. Aber es fehlt hier einfach komplett an Flexibilität. Und einen Sprung als Entgegenkommen vorzuschlagen, gleichzeitig aber zu betonen, dass es in den letzten 10 Jahren kein Kind "geschafft" hat, macht nicht viel Hoffnung. Und wenn der Sprung nicht klappt (wovon ja auszugehen ist mit DER Einstellung der Lehrer und des Rektors), dann bleibt alles wie bisher.


Du kennst also DOCH die Einstellung der Lehrerin der Klasse, in die dein Kind springen will? Nicht nur ihre JETZIGE Meinung zum Sprung (die sie ja von der Kollegin und vom Rektor übernommen hat, weil sie deinen Sohn ja noch nicht mal richtig kennt), sondern auch ihre grundsätzliche Ablehnung. Also du bist schon mit ihr an einem Tisch gesessen und sie hat gesagt "Das wird sowieso nichts!" oder so? DANN würde ich wirklich von einem Sprung absehen. Ich habe es bisher nämlich so rausgelesen dass du weder mit der einen noch mit der anderen Lehrerin der möglichen Klassen für deinen Sohn gesprochen hast. Oder habe ich wieder was falsch verstanden. Meinst du vielleicht, dass die Einstellung des Rektors und der Lehrerin der jetzigen Klasse deines Sohnes ein Scheitern verursachen wird? Ich blicke nicht ganz durch, sorry!

Meine3 hat geschrieben:Und was die Entscheidung angeht: wie schon beschrieben, war es die Meinung meines MANNES meinem Sohn die Entscheidung zu überlassen. ICH sehe das komplett anders. Er soll einfach sagen, wie er sich damit fühlt. Die Entscheidung treffen WIR. Punkt.


Und es wird eine Entscheidung sein, wo es deinem Sohn nachher BESSER geht! Da bin ich mir sicher :) . Alles Gute! Und ich bin nicht dein Feind und möchte dich zu nichts überreden, was gegen dein Bauchgefühl spricht. Ich merke nur aus jedem Satz deine Wut auf den Rektor, deine Befangenheit und mit kommt (als Außenstehende) halt komisch vor, dass du an der tollen, neuen Schule nicht mal die Lehrerin kennen lernen "darfst" bevor dein Sohn dort hospitiert.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Meine3 » Do 6. Feb 2020, 14:32

Hallo ihr Lieben,

ich musste alles erst mal ein wenig sacken lassen, bevor ich erneut schreibe. Ich nehme es hier niemandem "krumm", dass ihr euch so engagiert für den Verbleib in der jetzigen Schule mit einem Klassensprung einsetzt. Ich finde es gut, dass ihr ehrlich sagt, was ihr denkt. Natürlich könnt ihr nur anhand dessen urteilen, was ich euch berichte. Eine Situation voll umfänglich zu schildern, ist oft schwer. So konzentriere ich mich oft auf das, was ich von euch geliefert bekomme und reagiere darauf... Das ist auch hilfreich und gibt mir eine andere Sichtweise. Auch hat es mir in meinem ganz persönlichen Entscheidungsprozess geholfen. Denn dadurch wurde mir erst richtig klar, was ich für meinen Sohn hilfreicher und besser fände. Nichts desto trotz kann es natürlich auch zusätzlich "verwirren", wenn so viele verschiedene Sichtweisen auf einen einprasseln.

Daher möchte ich betonen, dass es bei weitem nicht NUR um meine persönlichen Eindrücke der jetzigen und der eventuell neuen Schule geht, aber natürlich spielt das eine Rolle. Es kam hier zuletzt so rüber, als würde ich meine Entscheidung überwiegend am Rektor ausmachen. Natürlich ist das nicht so. Das ist lediglich ein weiteres Puzzleteil des Gesamtbildes.

Zum sozialen Aspekt, der sowohl für Katze als auch Rabaukenmama als Grund FÜR den Verbleib an der Schule spricht, muss ich dennoch sagen, dass ich hier keinen nennenswerten Mehrwert in einem Sprung auf der selben Schule sehe. Bislang bin ich hier immer nur speziell auf den Klassensprung eingegangen und darauf, dass Sohnemann mittlerweile in der Klasse gut angekommen ist und er sich jetzt dort wohlfühlt (größtenteils).

Zusätzlich zu allen Gründen, die ich schon mehrfach versucht habe darzulegen, kommt aber, dass der Rektor zwar betont, dass es für den Sohn besser wäre, in der Schule zu verbleiben, da er HIER seine Selbstregulation eher verbessern könnte, ich das aber nur bedingt so sehe. Aus gutem Grund, den ich bislang noch überhaupt nicht erwähnt habe, da ich viel zu beschäftigt war, die anderen Gründe darzulege, bzw. zu verteidigen :schwitz: :fahne: .

In der jetzigen Schule herrscht relativ viel körperliche Gewalt. So ist es Gang und Gäbe, dass die älteren Schüler, die 1.Klässler im Pausenhof drangsalieren und jagen und mein Sohn schon etliche Male berichtet hat, dass er von älteren Schülern gehauen wurde und nicht nur er berichtet das, sondern sehr viele 1. Klässler. Ein so besonders tolles "Miteinander" und Soziales Umfeld herrscht hier also nicht. Der Rektor weiß darüber Bescheid, denn es haben sich schon genügend Eltern beschwert. Auch die Lehrer sehen diese Auseinandersetzungen, greifen bei solchen Auseinandersetzungen aber selten ein. Wir (andere Elternteile und ich) haben schon "live" miterlebt, wie Schüler sich nach Schulschluss auf dem Schulgelände prügeln und nicht vorbeilaufende Lehrer eingriffen, sondern wir ELTERN.

Nun könnte man wieder argumentieren, dass es ja auf die Atmosphäre im Klassenverbund ankommt. Auch hier ist es so, dass in der jetzigen Klasse meines Sohnes zwei SEHR auffällige Kinder sind, die regelmäßig die anderen Kinder anstiften andere zu verprügeln. Opfer der körperlichen Attacken waren oft mein Sohn und sein bester Freund, die als einzige der Jungs nicht aus dem selben Kindergarten kamen wie alle anderen Jungs in der Klasse. Der Start war also hier sehr erschwert. Der Umgang im Klassenverbund hat sich zwar deutlich gebessert (nach Aussagen meines Sohnes), aber das zunehmend aggressive Potenzial meines Sohnes lässt sich also durchaus auch darüber erklären, dass er durch die Schule von außen mehr aggressives Potenzial erlebt und dies spiegelt.

Andere Kinder würden eventuell weglaufen, zu den Lehrern gehen und die Vorfälle melden oder Ängste entwickeln, sich zurückziehen und so weiter. Mein Sohn tut dies nicht. Warum er das nicht tut und mir auch nur auf gezielte Nachfrage darüber spricht, lässt sich damit erklären, dass er solcherlei Dinge gern selbst regelt und nicht rechtzeitig merkt, dass er damit überfordert ist und gründsätzlich einfach keine "Petze" oder "Heulsuse" ist. Auch wenn ich ihm immer wieder sage, er solle im Zweifel bitte einfach das Weite und die Nähe der Pausenaufsicht suchen, gerät er durch seine Veranlagung zum Fight-Typ (im Gegensatz zum Flight-Typ) in Konfliktsituationen leider immer wieder in die Lage, dass er sich dem eben nicht schnellstmöglich entzieht, sondern versucht sich selbst zu wehren. Oft genug hat er dann dafür auch schon den Rüffel der Lehrer kassiert. Es gibt einige Situationen, die ich hier schildern könnte, es aber nicht tue, weil das einfach den Rahmen sprengt, von denen ich WEIß, dass mein Sohn sie korrekt geschildert hat (da es von seinen Freunden so bestätigt oder unabhängig an deren Eltern genau so herangetragen wurde). Auch kam es schon vor, dass ein älterer Schüler sich bei mir über meinen Sohn beschwert hat (in Gegenwart der Betreuer in der Nachmittagsbetreuung) über eine "Lapalie" (kein körperlicher Angriff), das von der Betreuerin ganz schnell als nicht haltbar erwiesen hat. Sogar ein anderer Schüler mischte sich dann ein und meinte:" Das stimmt doch garnicht! XXX sitzt doch immer in der Leseecke und liest seine Comics." Während dieser Aktion war mein Sohn ganz ruhig und hat nur groß geschaut. Im Nachhinein hat er mir auf Nachfrage erzählt, dass er versehentlich die älteren Schüler bei etwas gestört hätte und sie DANN zu 6. auf ihn losgegangen sind. Offensichtlich war dieser Junge einer der 6 und offensichtlich hatte mein Sohn Angst ihn in seiner Gegenwart "zu verpetzen".

Mir ist durchaus bewusst, dass es keinerlei Garantie dafür gibt, dass diese Problematik in der neuen Schule nicht auch vorherrscht. Auch ist mir bewusst, dass Gewalt an Schulen leider kein Einzelfall ist.

Dennoch ist für mich der eine große Vorteil, aus sozialen Gründen an der jetzigen Schule zu bleiben, eben nicht wirklich gegeben.

Ich bin in der Schule nicht anwesend und da ich weiß, dass mein Sohn kein "Unschuldsknabe" ist, sondern auch seine Macken hat und mal den Bogen überspannt und andere provoziert, habe ich seinen Schilderungen anfangs immer nur bedingt Glauben geschenkt und dachte mir, dass dies nun bestimmt recht subjektiv dargestellt wurde ;) . Erst Gespräche mit anderen Eltern und andere Vorfälle (wie die in der Nachmittagsbetreuung) haben gezeigt, dass seine Erzählungen wohl der Realität sehr nahe kommen.

Ich habe grade noch einmal mit einer befreundeten Mutter gesprochen, die ebenfalls ihr Kind dort hat und die mir zusätzlich dazu auch nochmal einige Geschichten über den Rektor erzählt hat (seine Umgangsweise mit den Kindern :shock: ), die mir zeigen, dass mein Eindruck, dass an dieser Schule grundsätzlich was nicht so passt, bestätigt haben.

Mit diesem Wissen ist mir die Argumentation und das Hervorheben des Rektors wie viel besser es für Sohnemann aus sozialen Aspekten sei an der Schule zu verbleiben nicht wirklich einleuchtend. Der Rektor hat hier NICHT das beste für meinen Sohn im Sinn. Er möchte keinen Schüler verlieren. Wäre mein Sohn in dem Maße auffällig, wie es der Rektor versucht hat es darzustellen, würde er ihn aber nicht hier halten wollen, sogar mit einem Klassensprung, von dem er selbst überhaupt nicht überzeugt ist. Welcher Rektor ist nicht froh, wenn er Störenfriede los wird? Auch die Lehrerin betonte, dass Sohnemanns Sozialverhalten nicht absolut alarmierend ist, sondern lediglich eine "Baustelle" an der noch gearbeitet werden müsse.

Die einzigen Punkte, die aktuell tatsächlich GEGEN den Wechsel sprechen, sind, dass mein Sohn nach einem halben Jahr endlich in der Klasse angekommen ist und hier nun 3 dicke Kumpels hat, die er natürlich ungern zurück lässt, sowie der Tatbestand, dass er seine Lehrerin sehr mag. Desweiteren fühlt er sich in der Nachmittagsbetreuung sehr wohl. Alle anderen Aspekte (und das sind viele) sprechen dagegen.

Die Entscheidung zu treffen, was für unseren Sohn besser ist, setzt sich aus allen Aspekten zusammen, nicht NUR aus diesen, nicht nur daraus wie mit der Unterforderung des Sohnes umgegangen wird, nicht nur aus der Sympathie zum jetzigen oder neuen Rektor und dem gesamten Schulkonzept, nicht nur aus der netten Atmosphäre in der neuen Schule, nicht nur aus den Lehrkräften oder dem Tatbestand, dass mein Sohn manchmal etwas länger braucht um sich sozial zu integrieren.

Ich versuche die Entscheidung zu treffen, unter Berücksichtigung ALL dieser Aspekte und das ist nicht so leicht :schwitz:.


Obwohl ich de facto unter Berücksichtigung aller Aspekte, zum jetzigen Zeitpunkt der Meinung bin, dass ein Wechsel die richtige Entscheidung ist, steht die Hintertür nach der Hospitation doch an der jetzigen Schule zu verbleiben, offen. Sowohl von meiner Seite als auch von Seiten der beiden Schulen. Denn auch, wenn meine Schilderungen zur Gewalt an der Schule nun eventuell heftig klingen, gibt es ja auch Situationen in der jetzigen Schule, wo jüngere und ältere Kinder einträchtig spielen, wo Adventsfeste so liebevoll und nett gestaltet sind, dass man wirklich gerührt ist. Es ist nicht alles nur schwarz oder weiß. Ich wäre manchmal froh um ein wenig mehr Schwarz-weiß-Denken, das macht Entscheidungen um einiges einfacher.

Wir werden also sehen, wie es weitergeht nach der Hospitation. Ich halte euch auf dem Laufenden.

IN diesem Sinne danke ich euch allen für eure ehrlichen, offenen und direkten Beiträge. Jeder von Euch hat mir irgendwie geholfen, klarer zu werden und nun abzuwarten, was die Hospitation bringt.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Update Entscheidung Schulwechsel

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 8. Feb 2020, 10:56

Hallo Meine3!

Gestern habe ich eine lange Antwort geschrieben und dann ist das Programm irgendwie abgestürzt und alles war wieder weg :fahne: . Heute nur so viel: ich habe mich nie speziell für den Verbleib deines Sohnes an der jetzigen Schule eingesetzt. Ich habe einfach nur andere Kriterien für meine Entscheidungsfindung und eben geschrieben, wo mir aufgefallen ist, dass ich was komplett anders machen würde (z.B. suchen des Gesprächs mit den zukünftigen Lehrpersonen beider Möglichkeiten).

Jedenfalls alles Gute von uns :) !
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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