Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Di 3. Mär 2020, 13:43

Hallo,


bezugnehmend auf diesen Post:

viewtopic.php?f=19&t=5410

gibt es folgende Infos:


ich bin komplett perplex. Der Hauptgrund, warum sie den Wechsel nun abgelehnt haben, ist einer, den ich bei meinem Kind NOCH NIE festgestellt habe, eher das Gegenteil.

Die Rektorin teilte mir folgende Beobachtungen mit:

Sohnemann habe sich komplett aus der Gruppe rausgehalten und KEINERLEI Interesse an den Menschen gezeigt. Weder an den Kindern, noch an den Lehrern (nach außen hin. ER hat sehr wohl die Kinder und Lehrer wahrgenommen und fand alle total nett!). Er sei vielmehr damit beschäftigt gewesen, die Umgebung zu erkunden und habe " den Raum auch schnell für sich in Anspruch genommen". Er hat sich die gesamten 3 Tage komplett "isoliert" und sich benommen, als hätte er noch nie eine Schule besucht :? :?... So sei er teilweise bei Gruppenaktivitäten einfach aus der Gruppe gegangen und habe angefangen zu lesen, etc.pp. Als Geburtstag eines Kindes gefeiert wurde, habe er wohl zuvor Bauchweh angekündigt (das hat er mir auch erzählt) und sich dann in die Leseecke verkrümelt (laut anraten der KL!!) und sich dann überhaupt nicht für die Geburtstagsfeier interessiert... Na ja, wenn es ihm schlecht ging und er Bauchweh hatte, ihm gesagt wurde, er solle sich in die Leseecke legen, in einer fremden Umgebung, finde ich es jetzt nicht wahnsinnig auffällig, dass er das dann auch gemacht hat und der Geburtstagsfeier nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt hat. Ich denke, das lesen hat ihn beruhigt. Aber gut, es wurde halt als totales Desinteresse bewertet.

Ich habe ihn selbst erlebt, wie er am dritten Tag vor dem Unterricht mit seinem Paten vor der Klassenzimmer Tür gequatscht hat und sie herum gealbert haben. Das passt auch so gar nicht in dieses Bild. Da schien schon Interaktion zu herrschen. Auch das, was er erzählt hat, wie er die Klassengemeinschaft erlebt hat und die KL, passen überhaupt nicht zu diesen Beobachtungen... Ich bin echt verwirrt.


Eigentlich, unsere Erfahrung in den letzten 7 Jahren mit diesem Kind, ist, dass er eher im Gegenteil ZU SCHNELL auf andere zugeht, zu schnell Vertrauen aufbaut, eher zu distanzlos ist, oft die räumlichen Grenzen anderer nicht erkennt oder einhält und DESWEGEN dann Probleme bekommt. Ich bin komplett baff. Ich kann mich noch gut erinnern, wie er am ersten Tag im neuen Kindergarten total offen und neugierig auf alle zugegangen ist, von sich aus, als NEUER in der Gruppe Kontakt zu anderen Kindern aufgenommen hat und gefragt hat ob er mitspielen darf. Das wurde mir auch als außergewöhnlich mitgeteilt und als sehr positiv bewertet (bevor die Probleme dann anfingen...). Dass sie noch nie so ein offenes Kinder erlebt haben.

Und hier jetzt genau das Gegenteil! Ich kann nur vermuten, dass er sich meinen Ratschlag, sich erst einmal in Ruhe alles anzuschauen und nicht gleich "loszustürmen" doch SEHR zu Herzen genommen hat und umgesetzt hat :cry: , allerdings in einem Ausmaß, dass ich nicht vorher sehen konnte :gruebel:.

Wie dem auch sei, mir wurde DRINGENDST empfohlen, wegen dieses Verhaltens einen Psychologen aufzusuchen. Als ich schilderte, dass dies auch nicht im geringsten zu dem passt, wie bisher dieses Kind von uns Eltern, Erziehern und Pädagogen erlebt wurde, war sie sehr erstaunt und auch ziemlich baff. Ich erklärte ihr, dass wir eher gegenteilige Probleme mit ihm hätten, dass es natürlich deswegen wenig Sinn mache, HIER anzusetzen, wenn das bislang NIE ein Problem war und nur in dieser Situation aufgetreten ist, was sie auch verstand.

Ein weiterer Grund sei sein Umgang mit "Fehlern" und den eigenen Fähigkeiten. Er sei über-perfektionistisch und sehr kritisch mit sich selbst. So habe er sich immer entschuldigt, dass er etwas nicht so gut gemacht habe, obwohl er rein kognitiv alle Erwartungen erfüllt und übertroffen hat... Eigentlich gibt er eher an, mit dem was er kann. Ich weiß zwar, dass er sehr perfektionistisch ist, aber dass er SO an sich zweifelt, das kenne ich nun doch nicht. Dass das eigentlich für sehr begabte Kinder nun nicht SO ungewöhnlich ist, dass sie perfektionistisch sind, habe ich dann schon sagen müssen. Auch sehe ich nicht, dass das SO ein großes Problem sein soll. Aber gut

Aber Hauptproblem war wie gesagt die komplett fehlende Interaktion mit den anderen Kindern...

Der zweite Grund war die Auseinandersetzung auf dem Schulhof am ersten Tag, die mir mein Sohn auch geschildert hat. Allerdings hat er mir sie ganz anders geschildert, als sie von der Pausenaufsicht und der Rektorin wahr genommen wurde. Als ich die Sicht meines Sohnes schilderte, lenkte die Rektorin ein und meinte, dass sie ja auch versucht habe, ohne zu schimpfen, herauszufinden, was los war, mein Sohn aber nicht sprechen oder erklären KONNTE. Und sich so eben ein sehr einseitiges Bild ergeben habe. Er habe sich beim Versuch herauszufinden was los war, weg gedreht, gegen die Wand geschaut und dann erzählt, aber seine Schilderung hätte nur bedingt zu dem gepasst, was das andere Kind erzählt hat. Mein Sohn habe mehrmals gesagt, dass er es unfair findet, dass er bestraft wird, obwohl die anderen Kinder doch angefangen haben. DAS wurde aber offensichtlich ignoriert oder als unwahr befunden. Die Rektorin hat das wörtlich als LÜGEN interpretiert. Ich interpretiere es als total Überforderung mit einer komplett fremden Umgebung, fremden Menschen und dann auch noch drangsaliert zu werden und dann am Ende dafür bestraft zu werden, dass man sich "gewehrt" hat. Natürlich erzählt man das in der Situation dann sehr subjektiv, erst recht als Kind. Wie er sich gewehrt hat, hat Sohnemann damals nicht ganz so ausführlich geschildert, so dass ich schon vermutete, dass er handgreiflich wurde, was auch der Fall war. Aber dass er vorher mehrmals versucht hat der Situation aus dem Weg zu gehen, Hilfe gesucht hat, in dem er in die Nähe der Pausenaufsicht gegangen ist und erst DANN, als er weiter bedrängt wurde, handgreiflich wurde, das wurde halt nicht gesehen und er hat es leider in der Situation auch nicht so wiedergeben können... Allerdings finde ich es schon merkwürdig, dass keine Schlüsse daraus gezogen wurden, dass genau die selben Kinder die darauf folgenden Tage wieder meinen Sohn verbal attackierten und über den gesamten Schulhof verfolgten, er dieses Mal nicht handgreiflich wurde, und diese beiden Jungs dann rein mussten, also bestraft wurden...

Die rein kognitiven Fähigkeiten seien weit überdurchschnittlich, sei auch hier aufgefallen, er habe sich aber in diesem Bereich sehr unauffällig verhalten, sei motiviert gewesen, habe sich selbst gut einschätzen können, habe gut mitgearbeitet etc. Das pädagogische Konzept wäre also tatsächlich perfekt für ihn.

Aber leider wollen sie ihn nicht haben, weil sie einen Jungen kennen gelernt haben, der irgendwie so gar nichts mit meinem Sohn zu tun hat, bezüglich der fehlenden sozialen Integration.... :gruebel:

Die Rektorin fragte mich am Ende, warum wir den Wechsel überhaupt erwogen haben, ob das nicht an den Sozialen Problemen gelegen hätte und ich betonte dann hier nochmal, dass er mittlerweile in der Klasse gut intergriert sei und das nicht das Problem war, dass wir lediglich wechseln wollten, weil unser Sohn absolut nicht da abgeholt wird, wo er kognitiv steht. Sie meinte, dass es sehr schade sei, dass es nun nicht mit dem Wechsel klappt, weil dieser Bereich hier sehr gut geklappt habe und dass es toll gewesen wäre, wenn er hier direkt eingeschult worden wäre. Dann wäre er direkt wie die anderen in die Gruppe "hineingewachsen", aber so, wie die Situation sich nun für sie dargestellt habe, ginge es nicht...

Ich weiß nicht, was ich mit diesem Kind machen soll. Ich verstehe nicht, warum er sich so konträr zu seinem sonstigen Benehmen verhalten hat und gebe mir die Schuld :oops: . Im Grunde braucht er einfach nur länger als andere Kinder sich in einer NEUEN (schon bestehenden) Gruppe einzufinden, ca. ein halbes Jahr. Sie meinte, er habe wohl einfach seinen Platz noch nicht so gefunden, müsse lernen sich selbst in einer Gruppe zu sehen und einzufinden. Aber diese Zeit wollte man ihm hier jetzt nicht geben. Schade.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Karen » Di 3. Mär 2020, 14:54

Meine3 hat geschrieben:Hallo,
Sie meinte, er habe wohl einfach seinen Platz noch nicht so gefunden, müsse lernen sich selbst in einer Gruppe zu sehen und einzufinden.


Liebe meine 3, ich muss sagen, ich bin auch sprachlos über eure Geschichte, und speziell erwartungshaltung von dieser Rektorin und Lehrerin. Was ich hier lese (was auch falsch sein kann, aber es ist einfach mein Eindurck) dass eine Schulrektorin die sich als eine die mit HB auskennend positioniert, deinem Sohn quasi eine unausgesprochene Autismus diagnose stellt. Ohne überhaut deine Meinung und erfahrungen beizuziehen oder auf der Tatsache einzugehen dass kein einziges Kind in der Lage ist in 3 Tagen ein Platz in einer bestehende Gruppe zufinden. Und sicher nicht eins dass durch Unterforderung verunsichert ist, uund zwar so dass er bereit ist in ander Schule zu wecheln. Auch Erwachsene an neuen Arbeitzplatz findet nicht in 3 Tage Anschluss. Sorry, aber ich würde auch nicht in einem Büro wo ich seit drei Tagen arbeite auf eine Geburtstagparty von mir unbekannte Person freuen. Was haben sie von ihn erwartet?
Die Situation auf der Pausenhof - das ist für mich auch nicht erklärbar. Eine einngermassen aufmerksame Pausenaufsichtsperson weiss doch welche Kinder Probleme machen, und an ersten Tag in der Schule von anderen Kinder geplagt zu sein ist überfordernd für jedes Kind. Meiner Tochter ist es anfnags diesen Schuljahr passiert - mit dem Resultat dass die Integrationslehrering das Thema Ausschlissen mit ganzen Klasse ganz genau durchgenommen hat. Was hilft es ein 1 Klassler am ersten Tag zu bestrafen für etwas ,was niemand gesehen hat und so genau weiss was passiert ist? Wer hat hier eine fehlende sozialle Integration? - für mich die die überhhaupt auf Idee kommt dein Kind zu bestrafen und von Pausenhof weg zu schicken, am ersten Schultag.
Es hilft euch nicht, aber die Psychologin die meine Tochter getestet hat, hat unserer Schule klar kommuniziert dass Probezeiten unten 2 Wochen gar kein Sinn machen. Und Kinder die vorher in einem Misfit leben mussten, mindestens 6 Monaten Zeit brauchen um einzukommen und zu erholen. Die Zeitangaben haben bei uns ziemlich genau gepasst.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 3. Mär 2020, 18:53

Ich stimme Karin zu, dass der Verdacht der Berichtertatenden Richtung Autismus geht. Ich schreibe mal aus der Sicht der Lehrer:

Wenn neurotypische Kinder sich unsicher fühlen, versuchen sie sich eher an den Mitmenschen zu orientieren, schauen genau hin und je nachdem ob man sich traut oder nicht, machen sie mit. Wenn einer sich aus der Gruppenarbeit einfach absetzt und sich entscheidet ein Buch zu lesen, ist das keine neurotypische Reaktion. Analog ist die Geschichte mit dem Geburtstag. Das Kind hat schon Angst vor der Gruppenkommunikation bevor es los geht und verkriecht sich mit den Bauchschmerzen in die Leseecke.

Zu schnell auf die anderen zugehen, keinen persönlichen Raum beachten, nicht verstehen können, wenn es einem zu viel wird - ist die Rückseite. Sie passen perfekt zu einander.

Gemeinsam dieser zwei Verhaltensweisen sind die Probleme der intuitiven Kommunikation. Hierzu würden auch Probleme bei den Mannschaftsspielen passen (passiert alles intuitiv), Probleme bei einfachen Tobespielen wie Fangen, schneller Überreizung bei Toben.

Auch haben manche Autisten kein Problem offen auf die Kinder zuzugehen und wirken eher extrovertiert. Das Problem der Missverständnisse und eine Schwierigkeit Freundschaften auf Dauer zu erhalten bleibt jedoch bestehen.

Es kommt jetzt drauf an, wie kompetent die Lehrer waren. @Meine3 ich habe dir schon woanders eine Frage nach autistischen Zügen in der Familie gestellt... Glaubt man, die Lehrer vestehen nichts, kann man alles vergessen. Glaubt man die Lehrer könnten eventuell richtig die Lage einschätzen, weiß man, wonach man suchen kann, damit sich die SItuation des Kindes bessert.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Rabaukenmama » Di 3. Mär 2020, 19:46

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich stimme Karin zu, dass der Verdacht der Berichtertatenden Richtung Autismus geht. Ich schreibe mal aus der Sicht der Lehrer:

Wenn neurotypische Kinder sich unsicher fühlen, versuchen sie sich eher an den Mitmenschen zu orientieren, schauen genau hin und je nachdem ob man sich traut oder nicht, machen sie mit. Wenn einer sich aus der Gruppenarbeit einfach absetzt und sich entscheidet ein Buch zu lesen, ist das keine neurotypische Reaktion. Analog ist die Geschichte mit dem Geburtstag. Das Kind hat schon Angst vor der Gruppenkommunikation bevor es los geht und verkriecht sich mit den Bauchschmerzen in die Leseecke.

Zu schnell auf die anderen zugehen, keinen persönlichen Raum beachten, nicht verstehen können, wenn es einem zu viel wird - ist die Rückseite. Sie passen perfekt zu einander.

Gemeinsam dieser zwei Verhaltensweisen sind die Probleme der intuitiven Kommunikation. Hierzu würden auch Probleme bei den Mannschaftsspielen passen (passiert alles intuitiv), Probleme bei einfachen Tobespielen wie Fangen, schneller Überreizung bei Toben.

Auch haben manche Autisten kein Problem offen auf die Kinder zuzugehen und wirken eher extrovertiert. Das Problem der Missverständnisse und eine Schwierigkeit Freundschaften auf Dauer zu erhalten bleibt jedoch bestehen.


Hallo Katze und Meine3!

Das deckt sich sehr genau mit meinen Erfahrungen mit meinem älteren Sohn. Ich habe ja lange nicht glauben können (bzw. wollen) dass AUCH er Autist ist. Sein Bruder wurde ja bereits mit 4 Jahren diagnostiziert. Der ging NIE auf andere Kinder zu, war mit sich selbst vollkommen zufrieden, hat immer allein gespielt, keinen Blickkontakt gehalten, keine Fragen gestellt, war in der Gruppe immer ein braves Herdentierchen...so ziemlich das genaue Gegenteil meines älteren Sohnes. Der war eher ZU distanzlos, hat ungeniert wildfremde Erwachsene und Kinder angesprochen (und dann meistens mit "seinen" Themen niedergequatscht) oder auch mal umarmt, wenn ihm gerade danach war. Er hatte als Kleinkind und Kindergartenkind durchaus Interesse an anderen Kindern, war aber ziemlich ungeschickt, wenn es darum ging Kontakt aufzunehmen. Aber Hemmungen andere anzusprechen hatte er keine.

Das hat sich mittlerweile gewandelt. Er hat immer noch keine Hemmungen, andere anzusprechen, hat aber großteils das Interesse an Gleichaltrigen verloren. Vermutlich hat er einfach erkannt, dass sie seine Interessen normalerweise nicht teilen und macht daher lieber in Ruhe "sein" Ding. In seiner Klasse fühlt er sich nach eigener Aussage wohl, ist dort aber ein Einzelgänger. In den Pausen sitzt er allein auf seinem Platz und liest Comics. Es fällt ihm schwer, sich an Gruppenaktivitäten zu beteiligen. Neue Situationen (Räumlichkeiten, Personen, Regeln,...) stressen ihn, wobei er ganz gut damit umgehen kann, wenn es für einen begrenzten Zeitraum ist, und er Rückzugsmöglichkeiten hat.

Mittlerweile entwickelt sich der jüngere Bruder im Internat trotz seines Autismus zu einem sehr sozialem Kind. Da einige körperbehinderte Kinder in seiner Gruppe sind übernimmt er unaufgefordert Aufgaben für alle, zum Beispiel den Tisch decken oder abwischen, weil er einfach sieht, dass es die anderen nicht können oder dass sie einfach viel langsamer sind als er. Neulich hat er sogar einen Schulkameraden bei der HÜ unterstützt, indem er ihm bei jeder richtig gelösten Mathe-Aufgabe "BRAVO" und "GUT GEMACHT" gebärdet hat uns sich sichtlich über jedes richtige Ergebnis des Freundes gefreut hat. So was ist für den 2 1/2 Jahre älteren Bruder nicht mal vorstellbar.

Wobei sich auch mein älterer Sohn weiter entwickelt. Er wird z.B. im Frühling zum zweiten Mal mit seiner Klasse auf Projekttage fahren und dabei 2x auswärts schlafen. Da er alle Personen, mit denen er da zusammen ist, schon lange kennt, wird das sehr wahrscheinlich klappen (hat es beim ersten Mal vor zwei Jahren ja auch) :) . Aber ich könnte ihn z.B. niemals bei einem Feriencamp anmelden, wo er die Betreuer und Kinder nicht kennt. Das wäre purer Stress für ihn mit der Gefahr, dass ihm alles zu viel wird und er nur noch kreischt und weint.

@Meine 3: Wie siehst du selbst das Verhalten deines Kindes und wie sieht es die Lehrerin in seiner momentanen Klasse? Hat sie auch was von den Rückzugstendenzen und dem Desinteresse an anderen Kindern bemerkt, von dem die Rektorin und die Lehrerin der anderen Schule berichten? Hat dein Sohn in seiner jetzigen Klasse Freunde? Also Kinder, bei denen er auch mal eingeladen ist und die auch mal zu euch nach Hause zum spielen kommen? Oder berichtet er zwar von Freunden, meint aber was ganz anderes damit?

Insgesamt ist das alles sehr dumm gelaufen für euch. Aber ich komme trotzdem nochmal auf die Möglichkeit des Klassensprunges zurück, auch wenn du immer wieder meinst, das sei vom Rektor nicht "ernst gemeint" gewesen. Weißt du mittlerweile, ob es Kinder gegeben hat, die den Sprung wirklich versucht haben, oder wurde es den Eltern nur (vermutlich ebenso halbherzig wie euch) angeboten? Hast du schon mal mit der Lehrerin der nächsthöheren Klasse gesprochen, ob sie grundsätzlich dafür offen wäre?

Dein Thread zum möglichen Schulwechsel hat sich für mich sehr nach Leidesdruck für deinen Sohn angehört und daher verstehe ich nicht ganz, wie ihr jetzt, nach diesem Mißerfolg in Sachen Schulwechsel, wieder genau in dieselbe Situation zurückkehren wollt. Vielleicht hat es auch Hintergründe, die ich noch nicht verstanden habe.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Di 3. Mär 2020, 20:16

Hallo,

Ich habe auch den Eindruck gehabt, die Rektorin will ihn in die Autisten-Ecke stellen.

Habe das auch angesprochen, sie hat darauf NICHT reagiert. Weder verbal noch nonverbal.


Fakt ist, wie ich ja auch versucht habe zu beschreiben: dass was die Rektorin beschrieben hat, war NICHT mein Kind! Niemand, wirklich niemand hat je irgend etwas in der Richtung über meinen Sohn gesagt. Er war und ist SEHR interessiert am Kontakt mit anderen Menschen. Meist ist er sehr charmant beim kennen lernen, außer er ist irgendwie gestresst oder nicht gut drauf aus irgend einem Grund. Auch kann es passieren, dass er nach dem 1. Kontakt schnell zu überschwänglich wird, aber nicht IMMER.

Bei ihm allein wegen der Beobachtungen der Rektorin nun Autismus zu vermuten, ist daher einfach übertrieben. Denn er benimmt sich sonst NIE so.

Rabaukenmama:

Er hat einen besten Freund, den er im neuen Kiga kennen gelernt hat und mit dem er in eine Klasse geht. Das ist gegenseitig. Sie spielen miteinander, der Freund hat auch schon mehrfach bei uns übernachtet, sie besuchen sich, Raufen sich, spielen, machen Quatsch, etcpp. Alles ganz normal... Es gibt auch Momente, wo es nicht passt, z.b. Wenn mein Sohn als gute-Nacht-Geschichte „der Schlüssel zum Universum“ vorgelesen haben will (sein absolutes lieblingsbuch) und der Freund nur blöd aus der Wäsche schaut, weil er nichts versteht. Oder wenn mein Sohn dem Freund Witze vorliest und sich kaputt lacht und der Freund ist genervt, weil er es nicht versteht, oder weil der Freund Fußball spielen will und mein Sohn lieber Gravitax, aber das finde ICH alles normal unter den gegebenen Umständen (hochbegabtes Kind mit „normal“ begabtem Kind).

VOR dem Kindergartenwechsel hatte er 2 beste Freunde und eine allerbeste Freundin (auch hier inklusive Besuche, Übernachtungen, was halt so dazu gehört) und noch andere kinder, mit denen er phasenweise gespielt hat. Zu den 3 dicken Freunden aus dem 1. kiga besteht immer noch Kontakt. Wir haben grade bei der einen Familie in Madrid Urlaub gemacht, da sie jetzt dort leben. Der Kontakt besteht demnach trotz dieser großen Distanz noch!

In der jetzigen Klasse hat er nach ca. 3-4 Monaten abgesehen von seinem BF auch noch 2 Jungs ins Herz geschlossen. Bei dem einen ist es ebenso, die treffen sich oft auf dem Spieli und ich kenne bereits auch die Mutter. Das wirkt auch absolut nicht einseitig. Der andere mag ihn auch (habe das Kind kennen gelernt, die Eltern noch nicht), aber hier ist die Zuneigung nicht ganz so groß wie umgekehrt. Das finde ich aber auch normal, dass man jemanden auch mal mehr mag als er einen oder umgekehrt. Neuerdings redet er immer öfter von einem 3. Jungen, mit dem er immer öfter spielt. Er ist hilfsbereit und charmant. Aber auch wild, temperamentvoll, jähzornig und oft etwas schrullig. Bezüglich vieler Verhaltendweisrn sehe ich auch Parallelen zwischen unseren Kindern, aber absolut nicht in Bezug auf das Desinteresse gegenüber Kindern, was bei meinem Sohn, wie gesagt, absolut nicht zutrifft!

@alle: wie eigentlich auch aus meinen bisherigen Beiträgen hervor gegangen sein müsste: aus sozialen Gründen wollte Sohn nie die Schule wechseln, grade weil er sich in seiner Klasse wohlfühlen und dort Freunde hat.

Mein Sohn hat mir übrigens erklärt, warum er so wenig Interesse zeigte. Er meinte, er habe gedacht, er habe dafür ja noch genug Zeit, wenn er dann wechselt und ihm war es wichtiger rauszufinden, ob das Schulsystem besser passt, als gleich Freunde zu finden, die er eh dann noch kennen lernt oder eben eventuell nie wieder sieht! Und ganz ehrlich: unter den gegebenen Umständen finde ich diese Erklärung mehr als plausibel... Desweiteren habe ich ihn ja selbst in. Der Interaktion mit seinem Paten, der ihm dort zugeteilt war, erlebt: die haben sich unterhalten und rum gekaspert. Das wirkte, dafür dass sie sich nur 2 Tage kannten doch recht vertraut.

Von daher: NEIN. Ich teile diese Beobachtungen und Ansichten über meinen Sohn überhaupt nicht!

Hätten sie jetzt gesagt: der Sohn hat ständig rum gekaspert, dazwischen gerufen, andere Kinder „bedrängt“, ein STOP nicht akzeptiert oder Ähnliches, dann hätte ich gesagt: okay, kenne ich von meinem Sohn. Aber das, was mir heute berichtet wurde, ist KONTRÄR zu dem, was ich die letzen 7 Jahre mit diesem Kind erlebt habe. Daher schenke ich diesen Beobachtungen auch nicht ZU viel Beachtung. Aber verwirrt hat es mich doch erst einmal sehr.

Nachdem ich mit meinem Sohn gesprochen habe, muss ich sagen: ich denke die KL und die Rektorin haben da einige Dinge zu Beginn falsch interpretiert und dann war er in der Schublade drin und sie haben alles in diese Richting gedeutet. Die KL mochte ihn nicht, sie wollte ihn nicht in der Klasse. Diesen Eindruck hatte ich sofort, daran könnt ihr euch eventuell noch erinnern. Sie wirkte angestrengt, gestresst, müde und sie ist alt. Das kann man natürlich nicht zugeben, da sagt man lieber, das Kind sei „gestört“, weil es in 3 Tagen sich nicht nahtlos n die Gruppe einfindet und eventuell dem Unterricht und den Räumlichkeiten erst einmal mehr Beachtung geschenkt hat.

Ich habe mit zwei Muttis gesprochen von Kindern mit denen mein Sohn im neuen Kiga waren und mit denen er sich auch nach einer Weile gut verstanden und auch außerhalb des Kigas gespielt hat. Die eine hat sofort gesagt: so ein Blödsinn!

Die andere hat ungläubig gelacht und gemeint, das klinge aber so garnicht nach meinem Sohn.

Und so würde jeder reagieren, der ihn kennt.

Auch hatte er nie Probleme bei Mannschaftssport an sich, beim
Fußball gingen die Probleme an, weil er in der neuen Gruppe gelobbt wurde. In der vorherigen war alles super. Auch beim Taekima klappt es mit den Übungen und so weiter. Hier hat er nur öfter das Problem, dass er oft nicht schnell genug von Kampf- auf normal Modus schaltet und den“Gong“ nicht hört (im übertragenen Sinne). Er ist generell beim Sport „zu wild“. Aber das hat nichts mit Desinteresse zu tun oder damit, dass er grundsätzlich nicht teamfähig ist.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 3. Mär 2020, 21:23

@Meine3

auch wenn du dich jetzt verteidigst und sagst, dass sie alles absolut falsch interpretiert haben. Dein Sohn hat durch seine Begabung sehr hohe Kompensationsmöglichkeiten. Das heißt, dass er unglaublich viel durch Logik und Analyse erschließen kann und in den bekannten Situation weiß wie man sich zu verhalten hat. Die neuen, in denen man das intuitiv erfassen muss, könnte es für ihn ein Problem darstellen.

Deine Beispiele mit der Gute Nacht Geschichte und den Spielen zeigen, dass er sich keine Mühe macht sich in seinen Freund hineinzuverstezen und zu beobachten, dass er die Gesichte nicht versteht, die Witze nicht komisch finden und sich fürs Spiel nicht interessiert. Das ist in der neurotypischen Variante mit 7 Jahren anders. Darüber hinaus sind mir im dem Topic über den Schulwechsel manche Dinge aufgefallen, wie komische Fingerspiele beim Essen. Ich weiß nicht genau, was du damit meinst, aber es könnten schon Stereotypien sein. Stottern kann auch dazu gehören.

Dein Sohn braucht keine Diagnose, und wird bestimmt keine volle bekommen, es handelt sich höchstens um verwaschene autistische Züge. Sollten sie tatsächlich der Grund für den Verhalten deines Sohnes sein, wäre es für alle beteiligten einfacher ihn zu verstehen und ihn zu respektieren und so zu nehmen wie er ist. Denn wenn es keinen rationalen Grund für sein Sozialverhalten gibt, wird er als ein unerzogener Bengel wahrgenommen, der sich nicht anstellen kann, sich nicht an den Anweisungen hält und es für nicht nötig hält dem Lehrer seine Sicht auf den Konflikt zu erötern.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Di 3. Mär 2020, 22:17

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

auch wenn du dich jetzt verteidigst und sagst, dass sie alles absolut falsch interpretiert haben. Dein Sohn hat durch seine Begabung sehr hohe Kompensationsmöglichkeiten. Das heißt, dass er unglaublich viel durch Logik und Analyse erschließen kann und in den bekannten Situation weiß wie man sich zu verhalten hat. Die neuen, in denen man das intuitiv erfassen muss, könnte es für ihn ein Problem darstellen.

Deine Beispiele mit der Gute Nacht Geschichte und den Spielen zeigen, dass er sich keine Mühe macht sich in seinen Freund hineinzuverstezen und zu beobachten, dass er die Gesichte nicht versteht, die Witze nicht komisch finden und sich fürs Spiel nicht interessiert. Das ist in der neurotypischen Variante mit 7 Jahren anders. Darüber hinaus sind mir im dem Topic über den Schulwechsel manche Dinge aufgefallen, wie komische Fingerspiele beim Essen. Ich weiß nicht genau, was du damit meinst, aber es könnten schon Stereotypien sein. Stottern kann auch dazu gehören.

Dein Sohn braucht keine Diagnose, und wird bestimmt keine volle bekommen, es handelt sich höchstens um verwaschene autistische Züge. Sollten sie tatsächlich der Grund für den Verhalten deines Sohnes sein, wäre es für alle beteiligten einfacher ihn zu verstehen und ihn zu respektieren und so zu nehmen wie er ist. Denn wenn es keinen rationalen Grund für sein Sozialverhalten gibt, wird er als ein unerzogener Bengel wahrgenommen, der sich nicht anstellen kann, sich nicht an den Anweisungen hält und es für nicht nötig hält dem Lehrer seine Sicht auf den Konflikt zu erötern.


Ich habe nie behauptet, mein Sohn sei völlig "normal". Eher im Gegenteil. Daran erinnerst du dich sicher noch. Ich vermute bei ihm eine Wahrnehmungsstörung, aber nicht Autismus. Zu Recht. Es passt nämlich nicht. DAS, was die Rektorin geschildert hat, passt sehr wohl zu Autismus, aber es passt nicht zu unserem Sohn, dieses von der Rektorin beobachtete Verhalten!

Ich habe nur versucht zu erklären, dass speziell das, was die Rektorin mir heute über mein Kind erzählt hat (das er absolut kein Interesse an anderen Menschen zeige!!), NICHTS mit dem zu tun hat, was ich an meinem Kind erlebe oder sonst irgend jemand, der ihn kennt.

Mein Sohn hatte immer Freunde und hat sie auch jetzt. Er ist offen, gesellig und kontaktfreudig. Und nicht desinteressiert...

Er hat andere Baustellen, aber SICHER NICHT Desinteresse an anderen Menschen. Und das ist, das was die Rektorin als Ablehnungsgrund genannt hat.

Von daher: soll ich jetzt DIESER Sichtweise auf meinem Sohn nun mehr Glauben schenken, als meinen eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen aller anderen Pädogen, Erziehern etcpp. die größtenteils komplett konträr sind?

Und zum Thema wissen zu müssen, was den anderen interessiert und immer darauf eingehen, und dass das 7-jährige können müssen: SEIN Freund geht doch auch nicht immer darauf ein, wenn meinen Sohn etwas nicht interessiert oder versucht seinen "Vorschlag" durchzusetzen. Ist der jetzt auch Autist? :gruebel: Ich finde das vollkommen normal. Es gibt Hobbies und Interessen, die man miteinander teilt und welche, die man nicht miteinander teilt. Und manchmal streitet man sich dann darum ob man Fussball spielt oder Gravitax und ob dieser Witz nun witzig war oder eben nicht. HIER sehe ich die Diskrepanzen eher wirklich im Intellekt. Sein bester Freund ist durch und durch normal begabt. Für meinen Sohn ist das vollkommen normal, ein Buch für Jugendliche vorgelesen zu bekommen, das zu verstehen und zu mögen. Woher soll er wissen, dass das nicht für ALLE normal ist? Das erlebt er doch erst im Alltag IN der Situation.... Er ist im übrigen darauf eingegangen und schlug dann vor, dass der Freund sich was zum lesen aussuchen soll.

Man kann vieles in eine bestimmte Richtung deuten und "lesen", wenn man erst einmal eine bestimmte "Brille" auf hat. Und dass du bei meinem Sohn Autismus mehr vermutest als ADHS, das hast du ja schon vorher geäußert. Das hat aber nicht immer was mit dem echten Bild zu tun, das man hat, wenn man das Kind wirklich kennt.

Das mit den "autistischen" Zügen finde ich übrigens immer schwierig. Klar, die hat er. So wie ich auch. So wie viele andere Menschen, die ich kenne auch. Ich habe übrigens auch ADHS-Züge an mir. Mir fällt es zum BEispiel schwer, einer "langsamen" Person beim erklären oder reden bis zu Ende zuzuhören, obwohl ich seit 30 Minuten verstanden habe, was mir derjenige mitteilen bin. Bin ich deswegen ADHSler?

Mein Sohn verhält sich nicht neurotypisch in einigen Bereichen, in wieder anderen Bereichen verhält er sich vollkommen normal. Er hat gute und schlechte Phasen. In den schlechten Phasen könnte ich ihn manchmal an die Wand klatschen :fahne:, in den guten Phasen ist er ein komplett normales (wenn auch sehr begabtes) Kind. Inwiefern WAS dahintersteckt, konnten weder eine KJP noch ein Sonderpädagoge feststellen, außer dass die KJP meinte, er KÖNNE eventuell ADHS haben, sie sei sich aber nicht sicher. Aber der Rektorin einer Grundschule soll ich nun alles glauben ohne zu hinterfragen. Wenn die KJP, die auf Autismus spezialisiert ist(!) mit KEINEM Wort auch nur angedeutet hat, er könne zu dieser Gruppe von Menschen gehören, dann finde ich DAS aussagekräftiger als die Meinung zweier Pädagogen...
Zuletzt geändert von Meine3 am Di 3. Mär 2020, 22:34, insgesamt 1-mal geändert.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 3. Mär 2020, 22:27

Mir ging es nicht so sehr um Offenheit und Geselligkeit, sondern um die Fähigkeit sich in die Gleichaltrigen hineinversetzen zu könnnen. Eigentlich ganz egal wie das heißt. Kann dein Sohn das? Kann er merken, dass sein Verhalten andere ärgert, langweilt, oder beeingt bevor es knallt? Kann er mit dem Freund mitfühlen, falls sein Freund sich nicht wohl fühlt, leidet, langweilt?

Den Verhalten der Schule fand ich eher befremdlich und will es keinesfalls gut heißen. Vor allem ärgert mich die Tatsache, dass die Gefühle des Kindes, der wechseln will, ihnen egal sind. Sie haben einen Platz und nehmen ihn nicht, weil sie die Arbeit fürchten...
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Di 3. Mär 2020, 22:43

Mir ging es nicht so sehr um Offenheit und Geselligkeit, sondern um die Fähigkeit sich in die Gleichaltrigen hineinversetzen zu könnnen. Eigentlich ganz egal wie das heißt. Kann dein Sohn das? Kann er merken, dass sein Verhalten andere ärgert, langweilt, oder beeingt bevor es knallt?


Nicht immer. Er merkt es oft recht spät. Aber auch hier ist es kein durchgängiges "Muster". Es kommt auf die Situation UND sein Befinden an.

Kann er mit dem Freund mitfühlen, falls sein Freund sich nicht wohl fühlt, leidet, langweilt?


JA!!!! Er ist SEHR mitfühlend und kann auch die Hintergründe sehr gut durchschauen und erkennen und geht auch darauf ein. Er ist oft der Erste der tröstet oder etwas zur Beserung vorschlägt! Grade vorgestern hat er seiner kleinen Schwester etwas vom Flohmarkt gekauft, was sie sich gewünscht hatte und sie weinend vor dem Wunschobjekt am Flohmarkttisch stand - von seinem Taschengeld, weil es ihm leid getan hat und er es unfair fand, dass sie noch kein Taschengeld hat. Dazu hat ihn niemand aufgefordert, keiner hat ihm gesagt, warum sie weint. Er kam zu der Situation dazu, hat es aus der Situation heraus begriffen und mitfühlend gehandelt. Das ist nur eins von unzähligen Beispielen.

Den Verhalten der Schule fand ich eher befremdlich und will es keinesfalls gut heißen. Vor allem ärgert mich die Tatsache, dass die Gefühle des Kindes, der wechseln will, ihnen egal sind. Sie haben einen Platz und nehmen ihn nicht, weil sie die Arbeit fürchten...


Ich denke ganz ehrlich nicht, dass sie LÜGEN. Ich denke speziell die KL hat vielleicht in einigen Bereichen in ihren Schilderungen gegenüber der Rektorin "übertrieben", da ich persönlich einen anderen Eindruck, speziell von der Interaktion mit den anderen Kindern hatte. Ich war ja selbst kurz dabei als er mit zweien seiner potenziellen Klassenkameraden zu tun hatte. Die Rektorin meinte, laut KL sei keinerlei Interaktion entstanden und die anderen Kinder hätten nicht gewusst, was sie mit ihm anfangen sollen. Als ich die 3 vor dem Klassenzimmer gesehen habe, haben sie sich gegenseitig gegrüßt, das Mädchen ist stehen geblieben und hat uns angelächelt. Der Junge, der auch Sohnemanns Pate war, ist dann auf Sohnemann zu und sie haben kurz geplaudert und Quatscht gemacht. KEINERLEI INteraktion und DESINTERESSE sieht für mich anders aus. Und das waren nur 5 Minuten.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
Meine3
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 3. Mär 2020, 23:06

@Meine3

Ich habe dir eine PN geschickt.
Katze_keine_Ahnung
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