Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Mi 4. Mär 2020, 09:40

Karen hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben:Hallo,
Sie meinte, er habe wohl einfach seinen Platz noch nicht so gefunden, müsse lernen sich selbst in einer Gruppe zu sehen und einzufinden.


Liebe meine 3, ich muss sagen, ich bin auch sprachlos über eure Geschichte, und speziell erwartungshaltung von dieser Rektorin und Lehrerin. Was ich hier lese (was auch falsch sein kann, aber es ist einfach mein Eindurck) dass eine Schulrektorin die sich als eine die mit HB auskennend positioniert, deinem Sohn quasi eine unausgesprochene Autismus diagnose stellt. Ohne überhaut deine Meinung und erfahrungen beizuziehen oder auf der Tatsache einzugehen dass kein einziges Kind in der Lage ist in 3 Tagen ein Platz in einer bestehende Gruppe zufinden. Und sicher nicht eins dass durch Unterforderung verunsichert ist, uund zwar so dass er bereit ist in ander Schule zu wecheln. Auch Erwachsene an neuen Arbeitzplatz findet nicht in 3 Tage Anschluss. Sorry, aber ich würde auch nicht in einem Büro wo ich seit drei Tagen arbeite auf eine Geburtstagparty von mir unbekannte Person freuen. Was haben sie von ihn erwartet?
Die Situation auf der Pausenhof - das ist für mich auch nicht erklärbar. Eine einngermassen aufmerksame Pausenaufsichtsperson weiss doch welche Kinder Probleme machen, und an ersten Tag in der Schule von anderen Kinder geplagt zu sein ist überfordernd für jedes Kind. Meiner Tochter ist es anfnags diesen Schuljahr passiert - mit dem Resultat dass die Integrationslehrering das Thema Ausschlissen mit ganzen Klasse ganz genau durchgenommen hat. Was hilft es ein 1 Klassler am ersten Tag zu bestrafen für etwas ,was niemand gesehen hat und so genau weiss was passiert ist? Wer hat hier eine fehlende sozialle Integration? - für mich die die überhhaupt auf Idee kommt dein Kind zu bestrafen und von Pausenhof weg zu schicken, am ersten Schultag.
Es hilft euch nicht, aber die Psychologin die meine Tochter getestet hat, hat unserer Schule klar kommuniziert dass Probezeiten unten 2 Wochen gar kein Sinn machen. Und Kinder die vorher in einem Misfit leben mussten, mindestens 6 Monaten Zeit brauchen um einzukommen und zu erholen. Die Zeitangaben haben bei uns ziemlich genau gepasst.


Hallo Karen,

danke für deinen Input.

Ich fand auch die Erwartungshaltung recht hoch und vorab eben auch überhaupt nicht klar formuliert. UNS ging es immer um das pädagogische Konzept. Ob man in die Klasse passt, das ist unserer Meinung nach nicht schon nach 3 Tagen gut erkennbar. Daher war das für uns als Eltern auch abwegig, dass dies SO wichtig sein soll, dass er da sofort intensive Kontakte knüpft.

Mein Sohn hatte für sich andere Prioritäten gesetzt, weil er wusste, es geht um den Wechsel der Schule WEGEN DES UNTERRICHTS und der Art zu Unterrichten. Also hat er HIER den Fokus drauf gelegt. Er hatte sich ja zuvor sogar eine Pro- und Kontraliste angelegt und Vorteile für das verbleiben in der alten Schule waren für ihn hauptsächlich soziale Gründe. Seine Freunde, die Lehrerin, eine Betreuerin aus der Nachmittagsbetreuung, die er ins Herz geschlossen hatte, den gemeinsamen Schulweg mit seinen FReunden, die AG's, etcpp... Wenn ihm das soziale SO egal wäre, hätte er da sich doch einen feuchten Kericht Gedanken drum gemacht...

Der Grund für uns den Wechsel anzustreben, war nicht die soziale Komponente, sondern das pädagogische Konzept. So eine Hospitation ist viel für ein so junges Kind, er hat versucht Prioritäten zu setzen... Sich die Materialien angeschaut und motiviert beim Unterricht mitgemacht. IHM und auch uns war nicht klar, dass es der KL und der Rektorin aber VORRANGIG darum geht, ob er sich mit seinen potenziellen Klassenkameraden toll versteht. Im Vorgespräch haben sie das auch mit keiner Silbe erwähnt, da ging es hauptsächlich darum, dass das Kind zu dem freien Arbeitskonzept "passen" muss und dass das durch die Hospitation herausgefunden werden soll...

Einen "Kumpel" hatte er sogar nach diesen 3 Tagen in der Klasse. Ich habe die beiden ja sogar miteinander rumalbern sehen. Aber offensichtlich wurde erwartet, dass er sich innerhalb der 3 Tage hauptsächlich mit den Klassenkameraden beschäftigt und nicht vorwiegend mit dem Unterrichtsmaterial oder dem Unterrichtsstoff.

Was die Schulhof-Situation angeht. Da war ich auch baff. Mein Sohn hat mir damals noch geschildert, dass er immer wieder weg gegangen ist und die Kinder ihn "verfolgt" haben und als der die Pausenaufsicht gefunden hatte, ist er in deren Nähe gegangen. Die hat aber NICHT geholfen oder reagiert (auch hier wurde offensichtlich erwartet, dass er in der Situation aktiv um Hilfe bittet) und als er nicht mehr weiter wusste hat er zugehauen. Nicht dass das akzeptabel wäre. Gewalt ist niemals akzeptabel. Aber zumindest sollte es unter diesen Umständen NACHVOLLZIEHBAR sein.

Die Rektorin lenkte am Schluss unseres Gespräches ein und meinte, dass der Zeitpunkt der Hospitation reichlich ungünstig gewesen sei (Sturm Sabine hat die Hospitation um einen Tag verkürzt, die KL war krank zu Beginn, alle waren gestresst, da es die vorletzte Schulwoche vor den Ferien war).... Aber der Drops ist nun gelutscht.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 4. Mär 2020, 09:45

@Meine3

Ich schrebe dir später ausführlicher. Aber zerbrich dir nicht so sehr den Kopf. Dein Sohn hat sich verhalten wie ein kleiner Erwachsene. Die Schule dagegen hat die Naivität und die Spontanität eines Erstklässlers erwartet. Altklug wäre vielleicht ein passender Ausdruck.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Mi 4. Mär 2020, 10:17

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

Ich schrebe dir später ausführlicher. Aber zerbrich dir nicht so sehr den Kopf. Dein Sohn hat sich verhalten wie ein kleiner Erwachsene. Die Schule dagegen hat die Naivität und die Spontanität eines Erstklässlers erwartet. Altklug wäre vielleicht ein passender Ausdruck.



Ja, er hat Prioritäten gesetzt und hat sich dazu ein wenig schrullig verhalten und nun haben wir den Salat. Aber gut, sie hätten ihn früher oder später auch misverstanden und in irgendeine Schublade gesteckt, um ihn da nie wieder rauszuholen. Ebenso wie er an der jetzigen Schule beim Rektor in der "fehlende Selbstregulation, der hat ADHS und ist kein ECHTER Hochbegabter"-Schublade sitzt und nie wieder raus kommt.

Wir müssen schauen, wie es jetzt weitergeht. Ich habe ein Gespräch mit seiner KL nächste Woche, um mal zu schauen, wo Sohnemann nun steht nach dem ganzen Hin und Her. Vielleicht kann ich ja doch noch was in Richtung Differenzierung bewirken, ob nun Enrichment (was mir lieber wäre) oder Sprung...
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 4. Mär 2020, 10:22

@Meine3

Was habt ihr für ein Mathebuch? Zur Welt der Zahl gibt es ein sehr gutes Forderheft. Man kann auch gleich die 2. Klasse nehmen, wenn die 1. langweilig ist.

https://www.amazon.de/Zahlenwerkstatt-F ... 160&sr=8-3

Logicals wären vieleicht auch interessant.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Mi 4. Mär 2020, 10:34

Hallo Rabaukenmama

Wobei sich auch mein älterer Sohn weiter entwickelt. Er wird z.B. im Frühling zum zweiten Mal mit seiner Klasse auf Projekttage fahren und dabei 2x auswärts schlafen. Da er alle Personen, mit denen er da zusammen ist, schon lange kennt, wird das sehr wahrscheinlich klappen (hat es beim ersten Mal vor zwei Jahren ja auch) :) . Aber ich könnte ihn z.B. niemals bei einem Feriencamp anmelden, wo er die Betreuer und Kinder nicht kennt. Das wäre purer Stress für ihn mit der Gefahr, dass ihm alles zu viel wird und er nur noch kreischt und weint.


Mein Sohn hat ohne Probleme mit 3 Jahren das erste Mal bei einem Freund übernachtet. Er geht gerne andere besuchen, auch spontan. Er macht gerne spontane Ausflüge. Er ist derbe neugierig und fragt uns vorher immer Löcher in den Bauch, hat aber immer einen diebischen Spaß dabei. Von Stress keine Spur... Er fährt wahnsinnig gern in Urlaub, auch wenn ihn die Reise an sich oft aufwühlt und anstrengt. Aber reisen ist auch anstrengend. Er wollte auch ins Feriencamp der Kirche, da das die Mittlere aber auch wollte, nur noch nicht darf, weil sie noch nicht 6 ist, haben wir das der Fairness halber beiden abgesagt.

@Meine 3: Wie siehst du selbst das Verhalten deines Kindes und wie sieht es die Lehrerin in seiner momentanen Klasse? Hat sie auch was von den Rückzugstendenzen und dem Desinteresse an anderen Kindern bemerkt, von dem die Rektorin und die Lehrerin der anderen Schule berichten? Hat dein Sohn in seiner jetzigen Klasse Freunde? Also Kinder, bei denen er auch mal eingeladen ist und die auch mal zu euch nach Hause zum spielen kommen? Oder berichtet er zwar von Freunden, meint aber was ganz anderes damit?



dazu habe ich dir schon ausführlich geantwortet in einem Beitrag vorher. Das brannte mir auf den Nägeln ;). Es gibt übrigens doch Rückzugstendenzen in EINEM Bereich an der jetzigen Schule. Aber diese Rückzugstendenz halte ICH persönlich für außergewöhnlich gesund. Oft, wenn der Schultag für ihn stressig war, verkrümelt er sich erst einmal in die Comic-Ecke und hat auch schon gezielt danach gefragt, ob es irgendwo einen ruhigeren Raum gibt, wo er in Ruhe lesen kann. Gestern aber zum Beispiel habe ich ihn wild Roller fahrend auf dem Hof angetroffen. Manchmal braucht er seine Ruhe und ich finde es mehr als beruhigend, dass er das so langsam selbst gut wahrnimmt und danach handelt. Er ist übrigens gestern von einem Kind zum Geburtstag eingeladen worden aus der 2. Klasse. Der Geburtstag ist aber erst in ein paar Monaten :lol:, mal sehen ob das dann noch aktuell ist. Aber wie gesagt: er ist sozial oft schwierig, weil er zu viel Energie hat, zu wild ist, zu nah an andere Menschen rangeht, aber das schreibe ich eher ADHS zu als Autismus...

Insgesamt ist das alles sehr dumm gelaufen für euch. Aber ich komme trotzdem nochmal auf die Möglichkeit des Klassensprunges zurück, auch wenn du immer wieder meinst, das sei vom Rektor nicht "ernst gemeint" gewesen. Weißt du mittlerweile, ob es Kinder gegeben hat, die den Sprung wirklich versucht haben, oder wurde es den Eltern nur (vermutlich ebenso halbherzig wie euch) angeboten? Hast du schon mal mit der Lehrerin der nächsthöheren Klasse gesprochen, ob sie grundsätzlich dafür offen wäre?


Nun. Ich habe das schon versucht zu erklären. Dieser Sprung war NIE ernst gemeint, es war ein Vorschlag zur Güte, da er den Schulbezirkswechsel vermeiden wollte. Die Lehrer waren gegen einen Sprung, obgleich sie ihn schon in Erwägung gezogen hatten (zu Beginn des Schuljahres). Und ich bin einfach nicht selbstsicher genug um das gegen den Willen der KL und des Rektors "durchzusetzen", da ich selbst nicht überzeugt bin, ob das für meinen Sohn gut wäre.

Nicht generell. Generell würde ich sagen: jawoll, der ist in der 2. Klasse besser aufgehoben. Der wird sich da schon einfinden und seinen Platz finden, vielleicht etwas länger dafür brauchen, aber er wird nicht "versagen". Er würde es kognitiv locker schaffen. Da bin ich mir sicher. Aber emotional, mit dem Druck, der dann auf ihm aufgebaut wird? Ne...

Aber an DIESER Schule, mit diesem altpreußischen, pädagogischen Konzept ("wir marschieren im Gleichmarsch bis auch der letzte Soldat gleich auf ist" oder, wie es der Rektor formulierte: "wir warten hier aufeinander, man muss Langeweile auch aushalten lernen, Differenzierung nach oben ist unfair den anderen gegenüber") wird das nichts werden. Differenzierung ist hier nicht erwünscht. Weder Enrichment noch Akzeleration. Erwünscht ist ein gleichmäßig, homogenes Klassenleistungsprofil. Individualismus unerwünscht.

Mir wurde sehr klar vermittelt, was erwartet werden WÜRDE, damit ein Sprung "nachhaltig" ist (sprich: nicht nach ein paar Wochen wieder rückgängig gemacht wird!!): er muss "echt" hochbegabt sein, sprich: Hochleistung zeigen. Das wird er nicht. Er wird sich erstmal umgucken, mit der neuen Situation straucheln, sich irgendwie im Mittelfeld einpendeln. Das wird den Lehrkräften nicht reichen. Ein "echter" Hochbegabter, der muss auch hoch leisten, so die einstimmige Meinung der Lehrer hier. DAS ist der Grund, warum ich den Sprung an DIESER Schule überhaupt nicht als eine gute Lösung sehe.

Nichts desto trotz: ich habe nächste Woche ein Gespräch mit der KL meines Sohnes. Mal sehen, was sich da so ergibt. Ich bin nicht kategorisch gegen den Sprung, aber ich bin auch nicht unbedingt dafür, aus o.g. Gründen habe ich damit nunmal einfach Bauchweh.

Dein Thread zum möglichen Schulwechsel hat sich für mich sehr nach Leidesdruck für deinen Sohn angehört und daher verstehe ich nicht ganz, wie ihr jetzt, nach diesem Mißerfolg in Sachen Schulwechsel, wieder genau in dieselbe Situation zurückkehren wollt. Vielleicht hat es auch Hintergründe, die ich noch nicht verstanden habe.


Weder mein Sohn noch ich wollte das (für ihn). Aber der Wechsel hat nunmal nicht funktioniert. Und ein Sprung... siehe oben. Wenn du es jetzt immer noch nicht nachvollziehen kannst, dann ist das so. Ich weiß nicht, wie ich es noch besser erklären soll :fahne:.
Zuletzt geändert von Meine3 am Mi 4. Mär 2020, 10:53, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 4. Mär 2020, 10:41

@Meine3

Du kannst dich gegen die Rückgängigkeit des Sprungs wehren. Sie dürfen nicht schalten und walten wie es ihnen in den Sinn kommt, sie haben auch eine Aufsichtsbehörde. Der Blick von Oben wird ihnen dann doch helfen fair und vernünftig dem Kind gegenüber zu bleiben. Mein Kleiner sitzt jeztzt in Mathe auch in der Klasse der Lehrerin, die meine Werte nicht teilt, meine Welt nicht versteht, und die Begabung genauso wie deine Schule sieht. Aber dem Kleinen tut es gut, dort zu sein. Auch wenn es hätte besser geregelt werden können.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Mi 4. Mär 2020, 10:42

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

Was habt ihr für ein Mathebuch? Zur Welt der Zahl gibt es ein sehr gutes Forderheft. Man kann auch gleich die 2. Klasse nehmen, wenn die 1. langweilig ist.

https://www.amazon.de/Zahlenwerkstatt-F ... 160&sr=8-3

Logicals wären vieleicht auch interessant.


Huhu,

Mein Sohn liebt Sudokus und Hudokus. Die "darf" er auch im Matheunterricht machen, ebenso seine Rätselhefte oder Zusatzaufgaben. in MATHE. ABER: nach erfolgter Pflichtarbeit. Nur wurde er die letzten 2 Monate immer langsamer und kam mit den Pflichtaufgaben nicht mehr durch, so dass das Enrichment wegfiel.


Ach so und Mathebuch: gibts keins. Es gibt ein Arbeitsheft und Arbeitsblätter...


In Deutsch wurde erst nach dem Halbjahr mit "Differenzierung" (das sind die Liesmal Heftchen, die für meinen Sohn mittlerweile nun auch gähnend langweilig sind) begonnen. Aber auch hier': Sohn schludert und trödelt mittlerweile derart vor sich hin, dass er nicht dazu kommt. Das wird dann so ausgelegt, als "brauche" er die Zeit und die Pflichtübungen.

Allerdings hat er im letzten Deutschtest wohl den besten Test geschrieben und der war wohlbemerkt direkt nach der Hospitation :mrgreen: und die KL hat ihn über das gesamte Arbeitsblatt über den grünen Klee gelobt. Vielleicht ist sie ja doch offen für ein paar Vorschläge. Ich werde sehen.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Mi 4. Mär 2020, 10:46

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

Du kannst dich gegen die Rückgängigkeit des Sprungs wehren. Sie dürfen nicht schalten und walten wie es ihnen in den Sinn kommt, sie haben auch eine Aufsichtsbehörde. Der Blick von Oben wird ihnen dann doch helfen fair und vernünftig dem Kind gegenüber zu bleiben. Mein Kleiner sitzt jeztzt in Mathe auch in der Klasse der Lehrerin, die meine Werte nicht teilt, meine Welt nicht versteht, und die Begabung genauso wie deine Schule sieht. Aber dem Kleinen tut es gut, dort zu sein. Auch wenn es hätte besser geregelt werden können.



ich habe dafür vielleicht nicht die selbe Selbstsicherheit wie du das gegen alle Widerstände durchzuboxen. Ich weiß nicht woher du diese Resilienz nimmst, ich habe sie nicht, zumindest noch nicht beim 1. Kind 8-) :fahne:...

Ich habe einfach Angst, dass dieses "durchfechten" von etwas, was gegen die Lehrkräfte läuft, auf meinen Sohn zurückfällt in irgendeiner Form. Er IST sehr sensibel für "komische" Schwingungen, kann sie dann aber nicht immer korrekt einordnen und wird sich die Schuld geben. Das will ich einfach nicht. Sowohl ich als auch mein Sohn sind wahrscheinlich emotional anders gestrickt als du und dein Sohn. Nichts desto trotz wäre ich für einen Sprung offen, wenn es die Lehrkräfte und der Rektor wären und ich das Gefühl hätte, das Angebot ist ernst gemeint (ist es aber nicht).
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 4. Mär 2020, 10:57

@Meine3

Deine Angst ist nicht ungebründet, aber das gab es bis jetzt trotz alle meine "komischen" Forderungen nur einmal dass uns allen gründlich was und zwar sehr schmerzhaft auf die Füße gefallen ist. Der Schulpsychologe hat was angestellt, was weder menschlich noch irgendwie sonst vertrettbar war. Dann muss man halt gehen. Restrospektiv gesehen was der Schulwechsel meiner Tochter, die nach dem Unfung gegenüber dem Sohn aus Solidaritätsgründen erfolgte, das beste was uns passieren konnte.

In andere Fällen ist alles gut gegagen, weil Menschen auch wenn sie einen nicht verstehen extrem selten doch so bösartig sind, dass sie dem Kind absichtlich zu schaden. Sie können zwar weiter denken, dass die Mutter durchgeknallt ist, aber das schadet keinem.

Ich mache das nicht weil ich so cool bin. Ich weß nur, dass meine Kinder sonst eingehen.
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Re: Schulwechsel: konträres Verhalten während der Hospitation

Beitragvon Meine3 » Mi 4. Mär 2020, 11:31

Ich mache das nicht weil ich so cool bin. Ich weß nur, dass meine Kinder sonst eingehen.


Das verstehe ich und würde JEDE Mutter tun.

Der Leidensdruck war bei meinem von Schulbeginn bis Januar sehr groß, was für uns Grund war, nochmal aktiv zu werden. Ab Februar, mit dem 2. Diagnostikanlauf, wurde es tendenziell besser. Es gab dann nochmal einen Einbruch, als er anfing, morgens zu Hause bleiben zu wollen. Das war kurz vor der Hospitation. Aber grade in Punkto Hausaufgaben und Frust in Mathe hat sich die Lage sehr verbessert und entspannt. Es war jetzt viel los, mein Sohn musste jetzt viel Veränderung und Trara mitmachen und gebracht hats nichts. TROTZDEM meldete die KL mir vor den Ferien nach der Hospitation zurück, dass sich die Motivation gebessert habe und er große Sprünge mache. Regeln einhalten sei immer noch schwierig...

Im Moment wünsche ich mir für meinen Sohn vor allem eins: dass Ruhe einkehrt, er sich entspannen kann.

Ich bin recht sicher, dass die Probleme wieder kommen werden, aber jetzt brauchen wir erst einmal eine Verschnaufpause und aktuell brennts grade nicht mehr, es qualmt nur noch.

Auch finde ich es grade wichtiger, dass wir an seine sozialen Baustellen gehen. Sicherlich gäbe es den ein oder anderen Punkt, der mit Differenzierung besser werden würde, aber da ich recht sicher bin, dass mein Sohn nicht nur aufgrund seiner hohen Begabung diese Verhaltensauffälligkeiten hat, müssen wir auch das nochmal irgendwie angehen.

Die Rektorin hat gestern etwas richtiges gesagt (unter all den seltsamen Beobachtungen :P ). Sie meinte, man darf nicht an zu vielen Stellen "meckern". Man sollte sich die größte Baustelle raussuchen und die sieht sie im sozialen Verhalten. Daran sollte dann gearbeitet werden.

Verständlich nach dem, wie sie meinen Sohn eingeschätzt hat. Ich gehe zwar nicht mit ihr konform, was die Art der Auffälligkeiten angeht, aber damit, dass die Verhaltensauffälligkeiten im Grunde grade das größere Problem sind als der kognitive Leerlauf. Und die sind trotzdem noch da, obwohl er sich schulisch grade reguliert.

Die Rektorin verstand auch nicht, warum Sohnemann selbst so an seinem Schriftbild herum meckert, das sei doch ganz okay (nicht herausragend, aber okay) und dass er selbst da viel zu kritisch sei. Klar, wenn in der jetzigen Schule immer drauf rumgehakt wird :roll:. Und dann meckern sie noch wegen seinem Verhalten: dem reinquatschen, dem nicht ausreden lassen, dem Kindern "helfen", obwohl er es nicht soll, dem Tatbestand, dass er meist eine Aufforderung mehr braucht als die anderen, um mitzumachen...

Das ist zu viel. Wie soll er so seinen Platz und zu sich selbst finden.

Hätte er der Wechsel nun geklappt, wäre das keine große Umstellung mehr gewesen nach der Hospitation. Aber nun geht es halt wieder auf Anfang zurück. Hier jetzt DIREKT einen neuen Ansatz zu verfolgen, würde ihn, glaube ich, überfordern.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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