Fünf Wochen Ferien

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 17. Mär 2020, 17:39

Ich finde Ausgangssperre nicht sinnvoll. Die Leute sollen raus gehen so lange sie Abstand einhalten können. Es schadet keinem, bringt aber mehr Freiheit und dadurch mehr Ruhe. Ich finde es auch besser, wenn die Kinder gemeisam mit ihren Freunden eine Runde draußen Fahrrad fahren als sich in den Wohnungen treffen.
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon zweierpack » Di 17. Mär 2020, 17:42

Meine3 hat geschrieben:Da sind wir mal einer Meinung mit der Testerei. Ich denke, es ist nicht sooo unwahrscheinlich, wie es dargestellt wird, dass meine Tochter, die Freundin und ich erkrankt waren. "Juckt" nur leider niemanden. :gruebel: Bei uns ist das Argument der zögerlichen Testung auch hier die Angst vor Engpässen bei der Testung. Und genau DAS, sorry, das verstehe ich nicht. Je flächendeckender das Virus "entlarvt" wird, desto weniger Ansteckungen gibt es doch. Ich verstehe nicht, warum man hier nicht an die Wurzel geht, sondern schön weiter zuschaut und dann versucht händeringend die Leute im Krankenhaus zu retten. Würde man den Fokus auf das Aufdecken der Infizierten legen, so käme es doch garnicht erst zu der Situation, dass man Engpässe im Gesundheitswesen befürchten muss.


Soweit ich weiss, bedeutet Engpässe einfach, dass die Testkapazität einfach faktisch begrenzt ist z. B. von Seiten der Labore (mehr als x Tests pro Tag gehen einfach nicht), und teilweise bei voller Auslastung schon drei Tage bis zum Ergebnis vergehen (z. B. wenn ein KH, das nicht gerade Uniklinik ist, ein externes Labor beauftragt).
Schon jetzt stoßen die Testkapazitäten/Laborkapazitäten trotz der Anwendung der restriktiven Anweisungen des RKI in Deutschland teilweise an ihre Grenzen und die Kapazitäten sind einfach nicht so leicht aufzustocken.
Die Schnelltests, die es auch gibt, sind zwar sehr sensitiv (wenn positiv, dann stimmts), liefern aber zu viele falsch-negativer Ergebnisse, sind also auch keine Lösung.
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Meine3 » Di 17. Mär 2020, 17:44

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich finde Ausgangssperre nicht sinnvoll. Die Leute sollen raus gehen so lange sie Abstand einhalten können. Es schadet keinem, bringt aber mehr Freiheit und dadurch mehr Ruhe. Ich finde es auch besser, wenn die Kinder gemeisam mit ihren Freunden eine Runde draußen Fahrrad fahren als sich in den Wohnungen treffen.



Ich denke, man muss sich einfach "entscheiden". Entweder man fährt die Schiene der bewussten Durchseuchung ODER aber eben der Verhinderung der weiteren Ausbreitung. WENN man sich für zweiteres entscheidet, was Deutschland ja tut, DANN muss man konsequenter und härter und vor allem SCHNELLER reagieren.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Meine3 » Di 17. Mär 2020, 17:45

zweierpack hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben:Da sind wir mal einer Meinung mit der Testerei. Ich denke, es ist nicht sooo unwahrscheinlich, wie es dargestellt wird, dass meine Tochter, die Freundin und ich erkrankt waren. "Juckt" nur leider niemanden. :gruebel: Bei uns ist das Argument der zögerlichen Testung auch hier die Angst vor Engpässen bei der Testung. Und genau DAS, sorry, das verstehe ich nicht. Je flächendeckender das Virus "entlarvt" wird, desto weniger Ansteckungen gibt es doch. Ich verstehe nicht, warum man hier nicht an die Wurzel geht, sondern schön weiter zuschaut und dann versucht händeringend die Leute im Krankenhaus zu retten. Würde man den Fokus auf das Aufdecken der Infizierten legen, so käme es doch garnicht erst zu der Situation, dass man Engpässe im Gesundheitswesen befürchten muss.


Soweit ich weiss, bedeutet Engpässe einfach, dass die Testkapazität einfach faktisch begrenzt ist z. B. von Seiten der Labore (mehr als x Tests pro Tag gehen einfach nicht), und teilweise bei voller Auslastung schon drei Tage bis zum Ergebnis vergehen (z. B. wenn ein KH, das nicht gerade Uniklinik ist, ein externes Labor beauftragt).
Schon jetzt stoßen die Testkapazitäten/Laborkapazitäten trotz der Anwendung der restriktiven Anweisungen des RKI in Deutschland teilweise an ihre Grenzen und die Kapazitäten sind einfach nicht so leicht aufzustocken.
Die Schnelltests, die es auch gibt, sind zwar sehr sensitiv (wenn positiv, dann stimmts), liefern aber zu viele falsch-negativer Ergebnisse, sind also auch keine Lösung.


Dieses Argument ist mir bekannt. In Südkorea wurde dennoch um Längen mehr getestet. Aus welchem Grund ist das hier nicht möglich? Die jenigen, die positiv getestet werden, sind doch auch ein Weg in die richtige Richtung, jeder aufgedeckte Fall hilft die Infektionskette besser nachvollziehen zu können, auch wenn es falsch-negative Tests gibt.

Es wird doch gesagt:

"„Es sind stärkere Maßnahmen notwendig, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.“ Ein Problem seien die Infektionsketten. Es gebe immer mehr Fälle, die nicht mehr auf bekannte Fälle zurückzuführen sind." Dann muss man das doch angehen... :gruebel: Und wenn es tatsächlich Stand JETZT schon so ist, dass hier Engpässe bei der Testung entstehen, dann soll es doch bitte auch einfach so offen kommuniziert UND danach gehandelt werden (also Quarantäne für alle).
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 17. Mär 2020, 17:48

Die deutschen sind auch in vielem sehr pragmatisch und wollen keine Regeln, die nicht durchgesetzt werden können. Was bringen sie in Italien, wenn es dauernd dagegen verstoßen wird?
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Meine3 » Di 17. Mär 2020, 17:50

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Die deutschen sind auch in vielem sehr pragmatisch und wollen keine Regeln, die nicht durchgesetzt werden können. Was bringen sie in Italien, wenn es dauernd dagegen verstoßen wird?



Wären diese Maßnahmen früher vollzogen worden, hätte das viele, viele Ansteckungen verhindert, auch wenn sich einige nicht an die Vorgaben halten. Deswegen raten die Italiener den Deutschen auch zum konsquenteren, schnelleren Reagieren, was ja jetzt dann auch passiert. Aber eben auch wieder um Tage verzögert.
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon sinus » Di 17. Mär 2020, 18:12

zweierpack hat geschrieben:Hallo,

mal eine ganz andere Frage: wie gehen Eure Kinder mit der Situation um? Spielen sie noch mit anderen Kindern? Haben sie ein Feriengefühl oder langweilen sie sich sehr?
Wir haben noch keine Arbeitsaufgaben von der Schule, und ich versuche sie jeden Tag mir ein paar Sachen auf Trab zu halten (Kopfrechnen, einfache englische Bücher lesen etc.)
Und inwiefern beschäftigt sie das ganze Thema? Meine beiden (10) wissen grundsätzlich die Fakten über das Virus etc. (Händewaschen, in Armbeuge niesen, man kann krank werden, aber eher gefährlich für ältere Menschen etc.).
Einerseits machen sie immer mal wieder dumme Witze über Corona (das können sie sowieso prima ;) ), andererseits sind sie wieder in unser Bett eingezogen und Papa bekommt ganz viele Kuscheleinheiten bevor er morgens weg muss. ich glaube, sie merken genau, wie angespannt und auch teilweise ratlos wir Erwachsenen sind. Redet Ihr mit Euren Kindern darüber und wenn ja wie??
LG


Die Große (11) wartete schon länger drauf, dass auch hier endlich schulfrei ist und freut sich total über die schulfreie Zeit. Über die Schulaufgaben, die seit heute im Netz zu finden sind, freut sie sich nicht so.
Sie malt und bastelt lieber, hängt am Computer/Handy rum und hört Musik wie sonst auch.
Heute hat sie außerdem die ersten Molche im Gartenteich gefangen und vermessen und Notizen gemacht. (Bisher nur Weibchen!)
Die Kleine (fast 6) findet es erstmal richtig gut, nicht in den Kindergarten zu müssen.
Zu Corona fragt sie viel, aber ohne Angst, mehr neugierig.
Am Wochenende haben wir den Logo! Beitrag vom Freitag zusammen geschaut.
Die Große informiert sich schon seit einer Weile über Internet/Handy selbst, sie checkt da regelmäßig die Nachrichten und weiß gut bescheid.
Sie finden es allerdings beide blöd, dass sie die eine befreundete Familie (mehrere mit Asthma in deren Familie) nicht mehr treffen sollen. Deren Jungs passen alters- und interssenmäßig gut zu meinen Mädels und die treffen wir sonst regelmäßig "kreuz und quer" (Kindertausch).
Da waren sie schon traurig. Allerdings haben wir uns vorerst zumindest noch für Ausflüge den Wald u.a. verabredet. Also Aktivitäten draußen sind seitens der Freunde derzeit noch "erlaubt".
Da das Wetter ganz wunderbar ist, ist die Laune aktuell hier also richtig gut.
Selbst die Aussicht, dass der Kindergeburstag für die Kleine Ende März/Anfang April erstmal verschoben wird, hat die Kleine nicht groß gestört. Kann man ja nachholen.
Unser Osterurlaub, ein Esperantotreffen auf das wir uns alle gefreut haben, wird ausfallen, das ist schade, aber auch kein Weltuntergang.

Was mich betrifft - ich fürchte, die kommenden Wochen werden nicht für all das reichen, was ich schon länger machen wollte und nun gern tun möchte... Habe die letzten Tage bspw schonmal so oft wie sonst nie die Geige rausgeholt. Zwar nur zum Playback, statt wie sonst 1x die Woche zusammen mit Freunden und deren musikalischer Begleitung, aber so kann ich auch mal wieder ein paar ganz andere Stücke spielen. Auch nicht schlecht.

Um die Kinder mache ich in Punkto Langweile gar keine Sorgen - Bücher, Spiele, Lego und Mal- und Bastelmaterial haben wir zur Genüge, auch das Tablet darf in Maßen (aktuell etwas mehr als sonst) genutzt werden und die sind eh beide so kreativ, dass sie sich schon zu beschäftigen wissen werden.
Außerdem haben wir einen Garten, See und Wald vor der Tür.
Mehr braucht hier vorerst keiner.
Wenn sie doch mal über Langweile jammern, dürfen sie gern öfter ihr Instrument üben. ;)

Klar sorgen wir Jüngeren uns um meine Eltern, die beide 77 Jahre alt sind und im gleichen Haus wohnen und wo insbesondere mein Vater gefährdet, da vorbelastet ist und ich habe den Kindern gesagt, sie haben zumindest in deren Wohnung erstmal nichts mehr zu suchen und sollen Abstand halten.
Aber vom Sich-Sorgen-Machen ist keinem geholfen und darum lassen es alle hier im Haus einfach auf sich zukommen.
Meine Mutter sagt auch, ihr ist eine Ausgangssperre (aktuell nur selbstauferlegt) egal, sie hat genug Arbeit in Haus und Garten.

Montag haben die Kinder jedenfalls lange im Garten gespielt und später gebastelt. Die Kleine einen "Goldenen Schatz" (und eine "Schnatztruhe" ) und einen Zauberstab. (Sie ist im Harry-Potter-Fieber, seitdem ich Band 1 und aktuell Band 2 vorgelesen habe/vorlese.)
Die Große hat u.a., nachdem sie im Netz nach abstrusen Verschwörungstheorien recherchiert hatte, sich einen Aluhut aus Alufolie gebastelt. :lol: Also wirklich nur aus Quatsch.
Um den haben sie und ich uns dann am Abend gestritten, also wer ihn aufsetzen darf beim Film gucken. (wir schauen nun nach "Orville" auch noch die alten Raumschiff Enterprise Next Generation Folgen abends regelmäßig gemeinsam)

Heute wie gesagt waren die Molche im Gartenteich dran, außerdem hat sie per WA-Status mehrere ihrer Zeichnungen "veröffentlicht" und dabei eine Umfrage gestartet, was sie alles malen solle in nächster Zeit. Da kam Einiges an Ideen rum. Jetzt gerade erstellt sie mit irgendeiner App eine kleine Animation mit Figuren und Dialogen und die Kleine spielt mit den Nachbarskindern. (Draußen erlaubt, nur drinnen gibts erstmal kein gemeinsames Spielen mehr)

Alles in allem genießen wir momentan hier zu Hause die Situation eher, als dass sie uns Kummer bereitet. :?
Zuletzt geändert von sinus am Di 17. Mär 2020, 18:24, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Bliss » Di 17. Mär 2020, 18:16

Meine3 hat geschrieben:
Ich denke, man muss sich einfach "entscheiden". Entweder man fährt die Schiene der bewussten Durchseuchung ODER aber eben der Verhinderung der weiteren Ausbreitung. WENN man sich für zweiteres entscheidet, was Deutschland ja tut, DANN muss man konsequenter und härter und vor allem SCHNELLER reagieren.


Da die dauerhafte weitere Ausbreitung aber nicht verhindert werden kann und ja zum Glück auch nicht verhindert werden muss, sondern nur der Anstieg abgeflacht werden muss finde ich nach wie vor den Weg, den Deutschland geht genau richtig. Solche drastischen Maßnahmen sind ja nun auch nicht ohne Nebenwirkungen. Aktuell werden ja viele nicht lebenswichtige Operationen verschoben. Die sind vielleicht nicht lebenswichtig, aber vielfach ja nun auch nicht überflüßig. Das bedeutet, wenn die Operationen dann wieder durchgeführt werden dürfen, werden sie schwieriger werden, weil z.B der Gelenkverschleiß größer geworden ist, oder der Tumor sich vergrößert hat. Von den psychischen und wirtschaflichen Folgen ganz zu schweigen.
Auch in der Bevölkerung sickert es ja in unterschiedlicher Geschwindigkeit ein, was und warum jetzt dieses oder jenes nötig ist. Man stelle sich die Panik vor, wenn das, was jetzt beschlossen ist Knall auf Fall schon vor 4 Wochen erfolgt wäre.

Und dann: wenn die Ausbreitung komplett gestoppt werden würde, wäre ja noch keinerlei Immunität in der Bevölkerung vorhanden. Experten gehen aber davonaus, dass das Virus sich ähnlich wie die Grippe immer wieder melden wird. Entwicklung eines flächendeckenden Impfstoffs bis zum Herbst ist unwahrscheinlich. Wenn sich hingegen die Ausbreitung kontrolliert weitervollzieht muss wenn die jährliche Grippewelle wieder einsetzt vielleicht nicht mehr so weit runtergefahren werden.

Was spricht für dich gegen diesen Weg?
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Bliss » Di 17. Mär 2020, 18:17

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Rabaukenmama

Angeblich ist Ischgl der Wurzel des Übels in Europa. Ich vermute, dass Kurz deswegen so drastische Maßnahmen als erster ergriffen hat. Er musste zu dem Zeitpunkt gewusst haben, was dort abgelaufen ist.


Das dachte ich mir auch.
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Re: Fünf Wochen Ferien

Beitragvon Meine3 » Di 17. Mär 2020, 18:33

Rabaukenmama hat geschrieben:

Du siehst das ganze ziemlich einseitig. ...


Rückblickend ist immer leichter zu behaupten, man HÄTTE ja schon viel früher handeln können und müssen. Das zeigt für mich auch das Beispiel deines Madrid-Urlaubes. Als du selbst und mit deinem Kind zum Arzt gegangen bist, war zwar schon bekannt, dass es da in China ein neuartiges Virus geben soll, und dass dieses VIELLEICHT auch mal nach Deutschland kommen könnte, aber niemand hat so wirklich daran geglaubt.

Ja, vielleicht wurde zu spät gehandelt, vielleicht ist auch alles, was jetzt geschieht, schon zu spät. Aber es ist ja auch längst nicht erwiesen, dass man überhaupt eine Immunität gegen das Virus aufbauen kann, also ist die "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"- Version auch nichts gesichertes.


Ich sehe es nicht einseitig. Du gehst nur grade vorrangig auf eine Seite ein. Daher gehe ich nochmal auf "die andere" Seite ein:

Ich sehe es realistisch. Die deutsche Regierung hat hier "versagt". Sie hätte viel früher handeln MÜSSEN. Sie hätte auch können. Ich habe ehrlich gesagt kein großes Vertrauen in die Politiker, da mir bewusst ist, dass vieles hinter verschlossenen Türen schon längst bekannt war, aber nicht an die Bevölkerung weitergegeben wurde und auch nicht danach gehandelt wurde. Italien hat Deutschland gewarnt, früher zu handeln, die Experten des RKI sagen offen, dass sie schon länger gewarnt und empfohlen haben, die Regierung aber nicht zeitnah reagiert hat. Ich komme wieder zurück auf die für mich zwei "logischen" Möglichkeiten dieser Krise zu begegnen:

Flucht nach vorne oder Flucht nach hinten, gemäß dem Prinzip flight or fight. Wir versuchen hier in Deutschland von beidem ein bißchen. Erst wurde zugeschaut und es laufen gelassen (fight), jetzt bricht Panik aus (flight). Meiner Meinung nach ist der Punkt, an dem diese Maßnahmen gut greifen können, einfach überschritten.

Das führt nicht nur bei mir zu vielen Fragezeichen im Kopf, zu Verunsicherung und, was das wichtigste ist: zu unnötigen Verzögerungen im HANDELN. Von Freitag bis jetzt sind 5 Tage vergangen. Heute wurden die Maßnahmen noch einmal verschärft (Urlaubsverbot, weitere Einschränkungen im Alltagsleben, etcpp.). In den 5 Tagen gab es 1000ende neue Infizierte, die wiederum zwischenzeitlich auch wieder andere Menschen infiziert haben, die wiederum... Du weißt schon was ich meine. Jeder Tag zählt. Jeder Tag, der gezögert und rum gebummelt wird, ist ein verlorener Tag, bedeutet mehr Tote. Ihr habt früher reagiert. Deutschland nicht früh genug.

Wenn man einen bestimmten Punkt erreicht hat, stellt sich mir die Frage, was INSGESAMT sinniger ist: versuchen zu retten, was nicht mehr zu retten ist, oder so schnell als möglich durch die Krise zu kommen, um langfristige Schäden abzuwenden. Denn das Übel ist da.

Die Immunität ist nicht sicher, aber es wird davon ausgegangen. Gesichert ist, wie du sagst, noch nichts. Alle Maßnahmen, Ideen, mögliche Szenarien sind eben noch weitestgehend hypothetisch sinnvoll oder eben nicht. Das sagen auch die Experten. Man weiß nicht GENAU wohin das führt, wie hoch die Mortalität wirklich ist, wie lang wir mit diesem Virus kämpfen werden, ob man nach überstandener Krankheit Immunität erlangt.

Aber man hat doch Augen im Kopf, sieht die anderen Länder (in China geht es aufwärts), kann dementsprechend eigentlich früh handeln, bzw. das eigene Handeln davon ableiten, tut es aber nicht, bzw. immer einfach zu spät. DAS ist das, was ich nicht verstehe am Vorgehen der deutschen Regierung.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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