Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 4. Mai 2020, 13:17

Ich habe hier Schampoo und Spülung 2 in 1. Mathe - Ende Klasse 3 fertig, Knobelheft auch bald. Deutsch mitte 2. Klasse - absolute Unlust und Kampf.
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Rabaukenmama » Di 5. Mai 2020, 21:39

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich habe hier Schampoo und Spülung 2 in 1. Mathe - Ende Klasse 3 fertig, Knobelheft auch bald. Deutsch mitte 2. Klasse - absolute Unlust und Kampf.


Ich habe hier ein 7jähriges Kind, welches imstande ist, 45 Divisionen im 100er Raum wahlweise in 5 Minuten zu schaffen oder in 3 Stunden :schwitz: . Die Deutsch-Arbeitsblätter verweigert mein jüngerer Sohn großteils. Dafür schreibt er täglich mehrere Seiten aus einem Kinder-Wissensbuch ab. Da will er dann z.B. wissen, was "gekreuzigt" bedeutet. Ich glaube er erhofft sich vom Abschreiben mehr Sprachverständnis.

Heute hat er mir aufgeschrieben "Dies ab Jahr 2028 Schule abgeschlossen." Ok, man kann ihm nicht vorwerfen, nicht vorausschauend zu denken :mrgreen: .

Auf der anderen Seite sind so einfache Dinge wie "Welche Tiere leben am Bauernhof?" schwierig für meinen Sohn. Beim Nilpferd war er unsicher und ich habe dann gemeint ein Nilpferd sei viel zu groß für den Bauernhof. Mein Sohn hat daraufhin die These aufgestellt dass am Bauernhof nur Tiere bis 99cm Größe leben und somit sind auch Kuh und Pferd rausgeflogen :roll: .

Ich bin froh, wenn die Schule wieder losgeht. Klassenstufe ist bei meinem Kind mit so viel Licht und Schatten egal. Der Vorteil der Behindertenklasse ist der individuelle Unterricht. In Mathe macht mein Sohn aktuell den Stoff der 3. bis 4. Klasse während er in Deutsch 1. Klasse macht. Am Papier ist er in der 2. Schulstufe.

Wenn ich hier so lese, wie wenig bei gesunden Kindern auf individuelle Stärken und Schwächen eingegangen wird, wünsche ich jedem Kind so was wie Alexanders Behindertenklasse.

Beim älteren Sohn, wo sich die Schule Differenzierung groß auf die Fahnen schreibt, sehe ich hingegen, dass sie bei ihm in seinem besten Fach Sachunterricht schon in Klasse 3 teilweise kein (vertiefendes) Angebot mehr hatten.

In Deutsch macht er stur das Notwenigste, in Mathe muss er sich hier und da sogar ein bisschen anstrengen. Nicht vom Verständnis her, sondern was Kurzzeitgedächtnis und Genauigkeit angeht.

Bin schon gespannt, wie es im Gymnasium laufen wird.
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Karen » Do 7. Mai 2020, 15:20

Da haben wir hier viel Glück. Meine Tochter (wurde gerade 7) ist in der zweite Klasse, macht Lesen/Grammatik auf 2 Klasse, Mathe macht sie momentan Aufgaben aus der 5 Klasse (und nein die beherrscht nicht ganz der Stoff der 3/4 Klassen) aber es hat sie interessiert und sie dürfte es auch. Schreiben hasst sie, macht nicht wirklich mit. Sie schreibt korrekt und schön, aber nach 2 Sätzen schmeisst sie der Kugelschreiber weg weil zu anstrengend. In Natur/Gesellschaft Fach macht sie ein eigenes Projekt.
Ich glaube weil es so ist, war quereinschulung Ende 1 Klasse kein Problem gewesen.
Bei uns geht die Schule wieder los am Montag in halbklassenunterricht. Ihr könnt uns als Versuchskaninchen brauchen was der Zahl der Covid19 fällen und Übertragung durch Kinder angeht. Persönlich bin ich sehr froh dass die Tochter wieder in der Schule darf.
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 7. Mai 2020, 15:31

@Karen

Was genau macht deine Tochter aus der 5. Klasse? Meine Interesse ist rein praktischer Natur. Ich habe hier einen sehr ähnlich gelagerten Fall. Schreiben strengt meinen Sohn zu sehr an. Könntest du bitte genauer Beschreiben, wie die Projekte aussehen? Macht deine Tochter sie während der Schulzeit oder Zuhause? Wer bereitet das Material vor und zu welchen Themen?
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Karen » Do 7. Mai 2020, 17:38

@Katze - ich habe dir ein PN geschrieben. Melde dich bitte wenn du es nicht bekommen hast.
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Sonnenschein12 » Do 14. Mai 2020, 21:34

Nachdem sich damals die Rektorin mit unserem Kind unterhalten hatte meinte sie, dass man schauen müsste, ob sie nicht in die 2. Klasse wechseln sollte, wenn sie unterfordert ist. Wie war denn bei euch die Schulabmeldung. Konnte sich euer Kind auch mit der Schulleitung unterhalten?
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon sinus » Fr 15. Mai 2020, 10:41

Schulanmeldung: Hier füllt man nur recht unpersönlich einen Zettel aus. Die Direktorin kriegt man dabei nicht zu Gesicht. Nur eine Sekretärin.
Für alles Besondere muss man einen extra Termin machen.

Ich habe letzte Woche mit der sehr wahrscheinlich künftigen Direktorin (die an der "Fordern & Fördern-Schule") telefoniert, sie meinte nur, man würde durchaus schauen, dass solche Kinder extra Futter kriegen. Nun nicht in jedem Fach gleichermaßen und nicht in jeder Stunde, aber man behielte diese Kinder im Auge und sie bekämen Extra-Aufgaben.
Die Beratungskontakte zur Begabtenförderstelle bestehen wohl nicht mehr, das wäre eine Zeit lang so gewesen, dass sie einige Kollegen zur Beratung/Schulung geschickt hätten und diese ihr Wissen dann selbst an Kollegen weitergegeben haben. (Fraglich, wie viel da dann wirklich konkret an entschiedenem Wissen angekommen ist. :? )

Naja, mal sehen. Reden kann man viel. Da haben ich und andere hier ja schon so ihre Erfahrungen. Ich habe aber eher wenig Hoffnung.
Von einer Einschulung direkt in Klasse zwei habe ich nichts gesagt. Wir gucken erstmal, wie es läuft.
Vielleicht hat sie ja Glück und es sind mehrere Kinder wie sie in der Klasse.
Wenn wir sie in die Sprengelschule (wo die Schwester war und wo es keine Förderung gab) einschulen würden, wüsste ich immerhin auf Anhieb 3 Kinder, die sehr fix sind und vermutlich auch mit ihr in die Klasse kämen. (eines davon ihr Kinds Großcousin)
Allerdings hat uns da die Direktorin eben gesagt, dass sie aufgrund neuer Einteilung der Einzugsbereiche und schon jetzt überfüllter Klassen kaum Chancen hat, in diese Schule zu kommen.
Und das, nachdem sie letztes Jahr, als sie so bedauerte, dass sie meine Tochter nicht früh eingeschult nehmen könnte, weil die Klassen schon voll sind und wir dafür etwas zu spät dran wären, uns zugesichert hat, dass sie sich sehr auf unser Kind freut und das Kind dann in der Liste ganz oben stünde.
Ebenso hatte sie auch gesagt, dass wir dann ja immer auch über einen Sprung nachdenken könnten.
Was, nachdem ich mit der aktuellen Lehrerin Klasse 1 sprach, schon deshalb unmöglich wäre, weil die Klassen ja bis auf die maximal erlaubte Zahl voll sind.

Durch die Neueinteilung sind nun leider alle Nachbarskinder noch in der einen Schule, tw weil älter (wo wir noch zum Sprengel gehörten), die anderen, weil sie als Geschwisterkinder noch aufgenommen werden.
Wir fallen quasi als einzige raus. Das ist schon bissle doof fürs Kind.
Ich selbst war ja eh unsicher, welche Schule es werden soll und nun ganz froh, es nicht mehr entscheiden zu müssen.
Nun haben wir gar keine Wahl mehr.
Und es kann in der anderen Schule auch fast nur besser werden... auch wenn die Kleine jetzt erstmal traurig ist, das sie nicht mit besagten Kindern zusammen in die Klasse/Schule kommt.
Die Klassengröße wird wohl 25 sein, immerhin etwas günstiger als in der (ehemaligen) Sprengelschule mit 28.
(Auch zu Corona-Zeiten bleibt es dabei - hier in Sachsen werden Grundschulklassen nur gegen andere Klassen abgeschottet und nicht geteilt.)
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 15. Mai 2020, 17:09

Im Grunde gehen viele Wünsche in Erfüllung, nur wie bei Sams von Paul Maar ist das Ergebnis oft nicht zufriedenstellend. Das belastende für euch war die Verantwortung für die Entscheidung tragen zu müssen. Jetzt ist das Thema vom Tisch, so dass ihr unbeschwert den Schulstart angehen könnt. Wie du rchig schreibst, sie die Grenzen der Förderung im Rahmen der Grundschule eher beschränkt. Nur je nach Glück und Pech, ist der Lehrer mehr oder weniger flexibel. Du hast bei deinen jungeren Tochter den Vorteil, dass sie ihre Meinung offen verkündet. Wenn es ihr zu eng wird, dann könnt ihr gleich in den ersten Wochen das Gespräch über den Sprung führen. Bist du wirklich fest der Meinung, dass sie in die 2. Klasse gehört, würde ich sie darauf vorbereiten. Nicht gezielt büffeln, aber doch Lücken vermeiden. Leider verstehen die meisten Lehrer nur die klare Ansage: "Das Kind kann schon ALLES, was man in der 1. Klasse lernen kann". Auf den Zusazt, dass das Kind das fehlende locker in 2 Wochen nachlernen könnte, hören sie gar nicht mehr. Ich glaube sie können es sich einfach nur schwer vorstellen, wie schnell die begabten Kinder lernen, wenn man die Bremste löst.

Meisten wissen die Lehrer einfach nicht was sie machen sollen. Der Rektor hat der Lehrerin meines Kleines hat mich darum gebeten, dem Kleinen nachdem er das Matheheft der 3. Klasse abgeschlossen hat, kein Heft der 4. Klasse zu geben. Stattdessen gab er ihm ein Paar Knobelaufgaben für Hochbegabte. Ich habe zusammen mit dem Kleinen 5 Aufgaben daraus gelöst. Um zu der Lösung zu gelangen, musste ich dem Kleinen schriftliche Multiplikation (4. Klasse), Teilen und Multiplizieren dezimalen Zahlen durch 10er Zahlen (5. Klasse), Gleichungen (6. Klasse) und noch ein bisschen mehr erklären. Ohne waren die Aufgaben nicht lösbar. Also statt tempo 30 wie gedacht, ist der Kleine durch diese Themen durchgebrettert, so dass das Heft 4. Klasse jetzt keinen Anreiz mehr hat. Aber was hätte ich sonst machen sollen? Den Kleinen mit unlösbaren Aufgaben in seiner Frust alleine sitzen lassen?
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon alibaba » Sa 16. Mai 2020, 16:30

Siehst Du @sinus ..... Da hast Du Dir Tage- und nächtefüllende Gedanken gemacht und dann bist Du auch nur wieder auf „Start“. Deiner Kleinen wünsche ich einen guten Schulanfang, trotz der aktuell eingeschränkten Machbarkeiten.

Was einen Sprung angeht, würde ich abwarten. Warten wie es läuft. Ich bin ein totaler Gegner des vorweg nehmens von Schulstoff, es geht auch anders. Braucht man einen Preis für das weiteste Kind? Nein! Es wird dadurch nichts besser, nur komplizierter. Fordern kann ich auch mit Nichtschulstoff und anderen Anreizen. Ein Kind mit einer schnellen Auffassungsgabe hilft man, mit dem zeigen von Schulstoff vor dem Lehrer, überhaupt nicht. Wenn überhaupt ist das nur eine kurzfristige Erlösung. Selbst jetzt bekommt mein Sohn als Juniorstudierender keinen Schulstoff vorweg genommen. Er wird in schulfremden Themen unterrichtet und muss, wenn er das nicht versteht, nachfragen oder sich selbst die Dinge erarbeiten. Fördert auch das selbständige arbeiten, ein dranbleiben, Ungeliebtes doch zu tun. Und ein Verständnis sich Dinge selber anzueignen, zu suchen um die Lösung zu finden. Ein tolles Gefühl.

Du kannst Schulstoff auch vorweg nehmen. Um dem Lehrer zu beweisen, dass Du richtig lagst und dein Kind es dann kann. Ätsch - die lange Nase zeigen.

Du kannst es auch lassen.

Wege gibt es viele. Welchen Du wählst, liegt auch an Dir. Was man will und was einem wichtig ist. Aber lass dein Kind erst einmal ankommen. Ich denke Du wirst dann schon den für Euch passenden Weg finden. Im besten Fall sagt Dir deine Kleine was sie gerne hätte.

Einen guten Schulanfang wünsche ich Euch trotz Allem. VG
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Re: Gleich in die 2. Klasse einschulen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Sa 16. Mai 2020, 16:54

Um das Kind ohne Handbremse fahren zu lassen, braucht man als Elternteil eine gewisse Portion an Resilenz. Das einfachste ist immer zu folgen.
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