Schulöffnung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulöffnung

Beitragvon charlotte12 » Di 23. Jun 2020, 13:26

Ich habe gerade mit dem Schulsekretariat telefoniert. Es hieß, dass die Grundschule nächste Woche wieder ganz normal öffnet, ohne Mindestabstand und ohne Masken, lediglich Sportunterricht findet noch nicht statt, und auf dem Pausenhof werden die verschiedenen Klassen voneinander getrennt. Die Begründung war klasse: Kinder unter zehn Jahren könnten sich ja nicht anstecken, das sei wissenschaftlich erwiesen :? Ich freue mich für meine Tochter, dass es jetzt im Normalbetrieb weitergehen soll (wer weiß für wie lange??), halte das aktuell bei uns auch wirklich für vertretbar, finde es aber haarsträubend, wie das Ergebnis einer einzigen Studie (dass unter Lockdown-Bedingungen dreimal so viele Erwachsene wie Kinder Antikörper gegen das Virus gebildet haben) von offizieller Seite als alleinige Wahrheit komplett verzerrt und verdreht wiedergegeben wird.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 23. Jun 2020, 13:43

@charlotte

Bei uns ist vom Regelbetrieb nicht die Rede. Der Kleine durfte in der Pause mit seinem Freund keine Karten spielen. Es sind alle gemeinsam zu berührende Gegenstände verboten.

Mit an der an die Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit haben die mehr als 1000 Infizierten vom Schlachthof die Infektion wieder breit ausgetragen. Die Frage ist nur ob es noch unter dem kritischen Punkt ist, von dem alles wieder von vorne los geht, oder doch nicht. Das entscheidet jetzt rein der Zufall.
Zuletzt geändert von Katze_keine_Ahnung am Mo 29. Jun 2020, 09:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon charlotte12 » Do 25. Jun 2020, 13:13

die bayerischen Kindern sind scheinbar ganz anders als die würtembergischen. Bei uns ist vom Regelbetrieb nicht die Rede. Der Kleine durfte in der Pause mit seinem Freund keine Karten spielen. Es sind alle gemeinsam zu berührende Gegenstände verboten.

Bei euch waren die Regeln schon die ganze Zeit viel strenger als bei uns und wurden um Welten vehementer durchgesetzt, nach meinem persönlichen Empfinden so übertrieben, dass Widerstand geradezu herausgefordert wurde. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Infektionszahlen bei euch wesentlich schneller sanken als bei uns. Am wichtigsten überhaupt ist, dass man jetzt schnellstmöglich möglichst genau herausfindet, wo die Haupt-Infektionsgefahr lauert und ganz gezielt Dinge erlaubt und verbietet bzw Bedingungen ändert.
Wobei mich bei unserer Schulpolitik gerade auch kein gutes Gefühl habe, einfach weil aus politischen Gründen eine Studie komplett verdreht wurde und jetzt als absolute Wahrheit präsentiert wird. Ich würde es viel besser finden, wenn man ehrlich sagen würde, dass man jetzt aus gesellschaftlichen Gründen die Grundschulen trotz Risiko öffnet, das aber unter Kontrolle (Abwasser und/oder Lehrer regelmäßig testen oder was auch immer). Und nicht einfach sagt, Kinder sind nicht ansteckend, alles ist sicher.
Die Hauptinfektionsgefahr geht nicht über Gegenstände (10% Schmierinfektionen, der Rest je zur Hälfte Tröpfchen und Aerosol). Sinnvoller als das gemeinsame Kartenspiel zu verbieten wäre es, den Unterricht nach draußen zu verlegen. Die Kinder könnten sich nach dem Kartenspiel ja die Hände desinfizieren, wenn man ganz auf Nummer sicher gehen möchte.
Bei uns wurden die Kinder schon vor den Pfingstferien zwar 2 Meter auseinandergesetzt, sollten dann aber im Unterricht (mit Maske) direkt nebeneinander sitzen, um Partnerarbeit zu machen. Und tauschten schon damals brav ihre Hefte aus, um sich gegenseitig Diktate zu korrigieren.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 25. Jun 2020, 13:30

@charlotte

Ja, mit der Vermutung hast du recht. Unsere Kinder haben keine Partnerabeit, keine Gruppenarbeit, dürfen von einander nicht mal einen Stift leihen. Es ist stengstens geregelt, durch welche Tür sie die Schule zu betreten haben. Dabei spielen sie nach der Schule ohne jeglichen Abstand auf den Bolz und Spielplätzen. Die Tochter hat erzählt, dass sie die Schule einzeln betreten müssen. Das sieht so aus. Eine Gruppe quatschender Kinder nähert sich der Tür, trennt sich, geht einzeln durch, um auf der anderen Seite der Tür die gleiche Gruppe zu bilden.

Alleine die Tatsache, dass der Unterricht der Mittelstufe am Gymnasium meiner Kinder um 10.30 oder 11.00 anfängt, bringt schon alle Kinder auf die Palme. Der Tag ist zerrießen, es gibt keine Pause, um ordentlich Mittag zu essen. Die Mensa ist geschlossen, und sie dürfen das Klassenzimmer er nur für 10 Minuten am Tag verlassen. Es ist zum Schreien. Dabei ist diese Förderklasse ein babylonischer Turm, vom dem, sollte was sein, die Infektion in alle Richtungen sich verbreitet. Der Einzugsgebiet ist gewaltig. Mein Kind müsste 2 Stunden Zug fahren um das Kind aus seiner Klasse zu besuchen, das am anderen Rand des Einzungsgebiet wohnt. In der Klasse gibt es zwei Geschwister. Man hat sie getrennt, und unterschiedlichen Gruppen zugeteilt. Damit, sollte was sein, sie die Infektion sicher nicht verpassen?

Gerade jetzt, wenn es wieder los geht, plannt man bei uns die Notbetreuung über die Ferien für die Eltern, die ihren Urlaub schon aufgebraucht haben.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Auguste » Do 25. Jun 2020, 13:48

charlotte12 hat geschrieben:
die bayerischen Kindern sind scheinbar ganz anders als die würtembergischen. Bei uns ist vom Regelbetrieb nicht die Rede. Der Kleine durfte in der Pause mit seinem Freund keine Karten spielen. Es sind alle gemeinsam zu berührende Gegenstände verboten.

Bei euch waren die Regeln schon die ganze Zeit viel strenger als bei uns und wurden um Welten vehementer durchgesetzt, nach meinem persönlichen Empfinden so übertrieben, dass Widerstand geradezu herausgefordert wurde. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass die Infektionszahlen bei euch wesentlich schneller sanken als bei uns. Am wichtigsten überhaupt ist, dass man jetzt schnellstmöglich möglichst genau herausfindet, wo die Haupt-Infektionsgefahr lauert und ganz gezielt Dinge erlaubt und verbietet bzw Bedingungen ändert.
Wobei mich bei unserer Schulpolitik gerade auch kein gutes Gefühl habe, einfach weil aus politischen Gründen eine Studie komplett verdreht wurde und jetzt als absolute Wahrheit präsentiert wird. Ich würde es viel besser finden, wenn man ehrlich sagen würde, dass man jetzt aus gesellschaftlichen Gründen die Grundschulen trotz Risiko öffnet, das aber unter Kontrolle (Abwasser und/oder Lehrer regelmäßig testen oder was auch immer). Und nicht einfach sagt, Kinder sind nicht ansteckend, alles ist sicher.
Die Hauptinfektionsgefahr geht nicht über Gegenstände (10% Schmierinfektionen, der Rest je zur Hälfte Tröpfchen und Aerosol). Sinnvoller als das gemeinsame Kartenspiel zu verbieten wäre es, den Unterricht nach draußen zu verlegen. Die Kinder könnten sich nach dem Kartenspiel ja die Hände desinfizieren, wenn man ganz auf Nummer sicher gehen möchte.
Bei uns wurden die Kinder schon vor den Pfingstferien zwar 2 Meter auseinandergesetzt, sollten dann aber im Unterricht (mit Maske) direkt nebeneinander sitzen, um Partnerarbeit zu machen. Und tauschten schon damals brav ihre Hefte aus, um sich gegenseitig Diktate zu korrigieren.


Bei uns waren die Corona-Regeln auch sehr streng:
-kleine Gruppen (7-10 Kinder, je nach Raumgröße), keine Durchmischung der Gruppen, deswegen unterschiedliche Anfangs- und Endzeiten für jede Gruppe,
-zugewiesene Toiletten, Pausenzeiten gestaffelt, Pausenhof abgeteilt - jede Gruppe hat ihren Teil, die unterrichtende Lehrkraft beaufsichtigt,
-Unterrichtsmaterialien dürfen nicht getauscht/verliehen werden, es darf kein Spielzeug mitgebracht werden,
-vor Unterrichtsbeginn und nach den Pausen unter Aufsicht Hände waschen, maximal 3 Kinder gleichzeitig in den Sanitärräumen,
-Kinder mit Erkältungssymptomen jeglicher müssen zu Hause bleiben bis sie Symptomfrei sind.

Nach den Ferien soll der Unterricht in voller Klassenstärke wieder stattfinden (25-30 Kinder). Allerdings soll weiterhin auf Trennung der Gruppen/Klassen geachtet werden und es sollen möglichst wenige Raum- und Lehrerwechsel stattfinden. Bin gespannt, wie sie das umsetzen wollen.

Bei all der Trennung in der Schule war es auch sehr schön anzusehen, wie die Kids aus den unterschiedlichen Unterrichtsgruppen nach dem Unterricht vor der Schule aufeinander gewartet haben, um gemeinsam zum Bus oder nach Hause zu gehen. Auch sehr schön die Rudelbildung an den Bushaltestellen. Ist aber teilweise gar nicht anders möglich, weil viel zu wenig Platz ist, um da mit 20 oder mehr Leuten in ausreichendem Abstand zu stehen.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Karen » Do 25. Jun 2020, 21:53

Bei uns läuft alles schon seit fast 1 Monat normal, in einen Teil der Kantone, schon seit fast 2 Monaten. Die Kinder Waschen die Hände öfter, es gibt keine grosse Events und fremde Erwachsene oder Eltern dürfen uns Schule nur mit Maske, Kinder und Lehrer aber nicht. Es ist bis jetzt zu keinem Ausbruch an der Schule gekommen. Mich beunruhigt eher ÖV bei uns dass übervoll ist, ohne das jemand eine Maske hat.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 26. Jun 2020, 10:22

Was mich perönlich stört ist die Inkonsequenz. Bei uns muss man bei dieser Hitze in der ÖVM mit Maske fahren. Die Züge sind dabei alles andere als voll. Aber wenn man dann am vollen Badestrand ankommt, dann braucht man keine Maske. Die Kinder gehen in der Schule miteinader so um, als ob sie Lepra hätten, aber sobald es klingelt, sammeln sie sich wieder zu den Gruppen.

Man hat nicht nur die Kinder geteilt, so dass sie abwechselnd unterrichtet werden, sondern auch die Unterrichtsstunden gekürtz. Mein Sohn hat bis zu den Sommerferien Schule nur jede zweite Woche, und dann auch nur bis 10.30. Überrashenderweise betrifft die Kürzung nicht die Privatschule - bezahlt ist bezahlt. Dort wird nicht nur volle Stundenzahl angeboten, sondern nach Wunsch auch jede Woche ohne Heimpausen unterrichtet und in der Klasse sitzen 18 Kinder. Also geht es doch, wenn man zahlt, oder? Zum Vergleich die Klasse von meinem Sohn hat nur 17 Kinder, warum muss man sie dann überhaupt teilen? und wenn man sie schon teilt, warum muss man die Stunden kürzen? Die ganze Regelung geht gewaltig auf die Nerven und provoziert die Lust zuwieder zu handeln.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon zweierpack » Fr 26. Jun 2020, 11:05

Auch mir geht die Inkonsequenz der Maßnahmen auf die Nerven, allerdings mit etwas anderen Schwerpunkten.

Meine Kinder gehen seit dieser Woche wieder "normal" in die Schule, d. h. zu 21 im kleinsten Klassenzimmer der Schule, Abstand ca. 30 cm, 2 x in der Stunde wird kurz gelüftet - natürlich ohne Maske. Maske tragen sie nur, wenn sie in die Schule rein gehen oder raus gehen oder wenn sie mit mir Einkaufen kommen.... Meines Wissens nach ist aber die Situation in geschlossenen Räumen ohne Abstand > 15 Minuten mit Sprechen etc. deutlich infektionsgefährlicher als ein schnelles Aneinandervorbeigehen auf dem Schulhof....

Im privaten Rahmen versuchen wir ziemlich konsequent nach Innen- und Außensituationen zu unterscheiden. Nachmittags mit Freunden spielen ist okay (jeder durfte sich 2 "Kernfreunde" aussuchen, die ihm besonders wichtig sind) - aber bitte möglichst draußen (Fahrradfahren, im Wald, am Bach etc.).
Wir gehen auch ab und zu bei Fahradtouren was essen aber halt im Biergarten draußen, Opa (fast 90) wird besucht, aber wir sitzen auf der Terrasse mit Abstand (Kuchen schmeckt ihm trotzdem ;-)), in Innensituationen mit Leuten außerhalb der Kernfamilie trage ich lieber Maske, ebenso meine Kinder (Handwerker im Haus, Einkaufen, halt das Übliche).

Daher geht mir die "kuschelige" Schulsituation gehörig auf die Nerven .Nein, ich glaube nicht, dass Kinder sich wundersamerweise weniger anstecken (alle Zahlen außerhalb der Lockdownsituation sprechen dagegen) nur , dass sie weniger häufig sichtbar erkranken. Deshalb halte ich Abstand, kleinere Gruppen (das immer für die Schulöffnungen gelobte Dänemark scheint das ja auch hinzukriegen), Wechsel zwischen Präsenz- und Homeschooling (vorbereitet in 6 Wochen Sommerferien), häufigere Reihentests von Lehrern und Schülern etc. für den Weg halbwegs vernünftig durch Herbst und Winter zu kommen. Aber die vorausschauende Intelligenz des Kultusministeriums und seiner wahrscheinlich vorhandenen Glaskugel, um in die Zukunft zu sehen, weiss es anders...
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Re: Schulöffnung

Beitragvon charlotte12 » Fr 26. Jun 2020, 12:03

Das mit der fehlenden Konsequenz kann ich nur unterschreiben. Ich persönlich fasse mich v.a. beim viel zitierten "Schutz der Risikogruppen" an den Kopf, und dort speziell im beruflichen Bereich. Teilweise wurde genau null auf irgendwelche Risikogruppen geachtet und Menschen in den Sechzigern kurz vor dem Ruhestand mit deutlichen Risikofaktoren ungefragt neu in Hochrisikobereiche versetzt, wo sie sich dann prompt ansteckten. In anderen Bereichen mit deutlich weniger Risiko reichte schon ein fraglicher Vielleicht-Risikofaktor eines Angehörigen, um monatelang freigestellt zu werden (Lehrer...). Jetzt werden die Schulen wieder normal geöffnet und was passiert - die Bestimmungen, unter denen die Lehrer freigestellt werden, werden um Welten enger gefasst. Offiziell weil ja von den Kindern nur wenig Risiko ausgeht. In Wahrheit garantiert, weil sonst schlicht zu wenig Lehrer zum Unterrichten da sind.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 26. Jun 2020, 12:10

Die im Kultus haben in ihrer Kugel ganz deutlch gesehen, dass ohne Schulöffnung das ganze System des Staates droht kaputt zu gehen. In GB randalieren Leute am Stand: Stress+Hitze+Alkohol+Nix zu tun. In unserer Gesellschaft haben Kinder und Jugendliche keine andere Rolle, als zur Schule zu gehen. Wenn sie für Monate ausfällt, was sollen sie denn tun?
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