Schulöffnung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulöffnung

Beitragvon Rabaukenmama » So 3. Mai 2020, 10:29

charlotte12 hat geschrieben:
Ich habe keine Ahnung ob das Virus oder der Lockdown schlimmer ist. Auch wenn sich die Lage momentan zu entspannen scheint ist die Krise noch längst nicht überwunden. Daher wundere ich mich sehr, wenn jetzt Politiker angegriffen werden, weil es DOCH NICHT SO VIELE TOTE gibt, wie befürchtet. Man weiß ja nicht, wie viele noch kommen werden. Jetzt da Prognosen zu stellen wäre, als würde hätte ich mir 1942 angemaßt zu sagen, wie viele Menschen im zweiten Weltkrieg noch sterben werden.

Das kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Wir sind haarscharf an einer Katastrophe wie in Italien, Spanien, England und die USA vorbeigeschlittert, WEIL wir früher reagiert haben. Wie kann man auf die Idee kommen, dass es bei uns anders gelaufen wäre als in o.g. Ländern, nachdem wir doch gesehen haben, was exponentielles Wachstum bedeutet. Die Kliniken waren bei uns nicht überlastet aber doch so weit, dass alles Planbare verschoben werden musste, dh. das neue Hüftgelenk und die nicht ultradringende Krebsoperation. Nichts was längerfristig wünschenswert ist. Der Berg, der da entstand, muss erst mal abgearbeitet werden. Wir können uns keine zweite Welle leisten. Mir steckt die Angst noch in den Knochen, ich verstehe nicht, wie die Menschen so schnell vergessen können.


Ich stelle nicht den Shutdown selbst in Frage sondern das WAS, das WANN, das WIE LANGE und das WIE. Der Lockdown war notwendig, aber ober er zeitgerecht, zu früh, zu spät, zu kurz, zu lange, zu locke oder zu restrektiv war wird sich erst herausstellen. Während man die Toten durch das Virus zählen kann sind die Folgen des Lockdowns nicht so greifbar, aber oft trotzdem nicht minder gefährlich.

Zum Beispiel Massenarbeitslosigkeit, Rezession, mögliche Inflation (des Euro) und nicht zuletzt die daraus resultierenden Folgen. Und diese kommen nicht von heute auf morgen und sind auch statistisch viel schwerer zu erfassen, aber genauso real.

So ist z.B. während des Lockdowns der Alkoholverkauf massiv angestiegen, was sicher einerseits daran lag, dass Lokale (wo Alkohol ausgeschenkt wird) geschlossen hatten, andererseits aber auch damit, dass die aufkommende Angst, Frustration und Langeweile häufiger damit bekämpft wird. Wenn jetzt durch den massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit mehr Leute ihren Frust mit Alkohol betäuben und in Folge dessen mehr alkoholkrank werden, verkürzt das ebenfalls massiv die Lebenserwartung und belastet das Gesundheitssystem.

Wenn Familien (durch vermehrte Arbeitslosigkeit) verarmen und sich Bildung für ihre Kinder (Matura, Studium,...) nicht mehr leisten können, sinkt mit dem Bildungsgrad auch der Lebensstandard. Das Phänomen, dass gebildete Menschen nicht nur reicher sondern auch gesünder und glücklicher sind als ungebildete (und auch eine längere Lebenserwartung haben) ist ja bekannt.

Das sind jetzt nur zwei mögliche Folgen des Lockdowns, die ich herausgepickt habe, um zu verdeutlichen, dass alles miteinander verstrickt ist. Jedes einzelne Land macht für sich den VERSUCH, bestmöglich auf diese Pandemie zu reagieren. Es ist toll, dass die Zahl der Infizierten bei uns gesunken ist und es (noch) nicht so viele Tote gibt, wie befürchtet wurde. Es ist auch unbestritten, dass das mit den Maßnahmen zusammenhängt. Was wir nicht wissen ist aber, WELCHE Maßnahmen die größte positive Wirkung hatten und welche man sich vielleicht hätte sparen oder anders umsetzen können.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Rabaukenmama » So 3. Mai 2020, 10:30

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:
Rabaukenmama hat geschrieben:
Wir können uns keine zweite Welle leisten. Mir steckt die Angst noch in den Knochen, ich verstehe nicht, wie die Menschen so schnell vergessen können.


Die zweite Welle ist sehr wahrscheinlich, sobald es wieder kalt, düster und feucht ist. Das ist nicht meine Prognose, sondern die von Fachleuten. Wenn man bis dorthin die Abläufe mit Nachverfolgung der Infektionen nicht im Griff hat, dann hat man Pech.


Das, was du zitiert hast, habe ich nie geschrieben!
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » So 3. Mai 2020, 10:46

@Rabaukenmama

Ich entschuldige mich, ich habe deinen letzten Beitrag mit den Zitaten falsch zugeordnet.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Rabaukenmama » So 3. Mai 2020, 21:57

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich finde, man dürfe einen Politiker angreifen, wenn er absichtlich falsche Informationen vermittelt hat. Ganz egal welcher Art zum welchem Zweck. Es geht um Prinzip.


Informieren kann man nur über Fakten. Wenn also ein Politiker z.B. die Todeszahlen oder die Zahl der Krankenhausbetten trotz besserem Wissen falsch angibt, sollte das auf jeden Fall aufgedeckt werden und - je nach Schwere der Falschinformationen- auch politische Konsequenzen haben.

Wenn hingegen ein Politiker die Lage falsch einschätzt sind das mMn keine falschen Informationen. Kein Politiker wird seriös JETZT sagen können wie viele Tote es letztendlich geben wird, wie lange die Sache noch dauert, oder wann ein Impstoff entwickelt sein wird. Das, was die Politiker aller Herren Länder sagen, sind Einschätzungen auf Grund des bisherigen Verlaufs und der Expertenprognosen.

Generell ist alles, was wir aktuell von Politikern, Virologen, Mathematikern und Zukunftsforschern an Einschätzungen erhalten, jeweils DEREN individuelle Prognose. Und das reicht von "relativ harmlos" bis "extrem gefährlich" und von "bald überstanden" bis "noch mindestens 2 weitere Wellen".
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » So 3. Mai 2020, 22:05

@Rabaukenmama

ich habe mich nicht ausführlich damit beschäftigt, aber es ging durch unsere Nachrichten durch, dass Kurz absichtlich größere potentielle Todesopfer angegen hat.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 4. Mai 2020, 09:22

Mich ärgert es sich so dermaßen, dass Kinder die Prioritet Nummer "Zuletzt" sind, dass ich Laschet nur Zujubeln kann, wenn er droht ohne Bundzustimmung die Kindergärten zu öffnen.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 4. Mai 2020, 11:10

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Rabaukenmama

ich habe mich nicht ausführlich damit beschäftigt, aber es ging durch unsere Nachrichten durch, dass Kurz absichtlich größere potentielle Todesopfer angegen hat.


Interessant! Vor einigen Wochen wurde ich in einem anderen Thread hier darüber aufgeklärt, dass Frau Merkel von 60-70% Infinzierten ausgeht, nachzulesen hier auf Seite 7:

https://forum.klugekinder.at/viewtopic. ... 1&start=70

Und da habe ich noch geantwortet dass hier dass mir das wie Panikmache vorkommt und dass die Sache meiner Beobachtung nach in Österreich besser kommuniziert wird. Und jetzt behaupten ausgerechnet die Deutschen in Österreich sei Panik geschürt worden...
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 4. Mai 2020, 11:27

Ich glaube die Aussage von 60% bezog sich auf die Aufbau von Herdenimmunität... Laut der Heinbsergerstudie haben sich in Deutschland schätzungsweise 1,8 Millonen bereits infiziert. Also ist die Dunkelziffer 10 mal so hoch wie die offiziellen Angaben.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 4. Mai 2020, 12:29

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich glaube die Aussage von 60% bezog sich auf die Aufbau von Herdenimmunität... Laut der Heinbsergerstudie haben sich in Deutschland schätzungsweise 1,8 Millonen bereits infiziert. Also ist die Dunkelziffer 10 mal so hoch wie die offiziellen Angaben.


Das war der damals eingestellte Link. Und da ist von Frau Merkel eindeutig von "könnten sich infizieren" die Rede, nicht von Herdenimmunität.

https://www.welt.de/politik/deutschland ... erden.html

Zur Zeit 1,8 Millionen geschätzte Infinzierte sind etwas über 2% der deutschen Bevölkerung.

Was nicht heißt, dass es noch deutlich mehr werden könnten. Aber darum ging es mir nicht, sondern um den Vorwurf der "Panikmache" in Österreich.
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Re: Schulöffnung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 4. Mai 2020, 13:33

Die Zahlen hin oder her. Fakt ist, dass einge Kinder schon jetzt solche Lücken haben, die sich im Rahmen eines Schuljahres nicht mehr schließen können. Damit muss sich das Schulsystem, die Kinder und die Eltern arrangieren. Selbst in der HB-Klasse versteht nicht jeder ohne Hilfe was ein Logarythmus oder Cosinus ist. De facto ist ein halbes Schuljahr für die Kinder die nicht in der Lage sind zuhause das angedachte umzusetzen, verloren gegangen. Das kann sich ohne Konsequenzen keiner außer den gut begabten leisten.

Wie stellt man sich das weitere vorgehen vor? In der 10. Klasse treffen sich zwei Kinder. Das eine hat die trigonometrische Funktionen und Logarythmen perfekt umzusetzen gelernt, das andere nicht anstatzweise verstanden und deswegen nicht weiter gemacht. Wo soll der Lehrer anfangen? In der Mitte, damit es keinen interessiert?
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