Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon sinus » Mi 10. Jun 2020, 22:05

...wie sag ich es dem Lehrer?

Meine Tochter war ja sehr unglücklich, als es hieß, dass die Schule wieder losgeht. Und ich hab es leider direkt auch am Verhalten daheim gemerkt.
Ich habe demnächst einen Termin mit einer Schulpsychologin gemacht, in der Hoffnung, dass sie uns evtl weiterhelfen kann, ob eine andere Schule evtl doch die bessere Wahl wäre und/oder wie mein Kind daran arbeiten kann, dass sie sich nicht so stresst.
Insgesamt klagt sie über den Druck, der an der Schuel gemacht wird.
Und ganz besonders über Mathe, wo sie nicht nur mit dem Stoff, sondern auch mit dem Lehrer nicht zurecht kommt. Sie hasst die Mathestunden und hat sogar Angst davor.
Mathe ist leider das Fach an der Schule, dem die größte Bedeutung beigemessen wird. Es gab ja auch eine Aufnahmeprüfung, die neben Allgemeinwissen und Problemlösefähigkeit vor allem Mathe getestet hat.
Es sind mehr Stunden in Mathe, als an anderen Gymnasien und der Stoff ist ein anderer, als an anderen Schulen.

Ich habe mir darum eine Termin mit dem Lehrer geben lassen, um mal vorzufühlen, wie er die Probleme meiner Tochter in Mathe wahrnimmt.
Jetzt habe ich mich zur Vorbereitung darauf auch gerade noch lange mit dem Kind unterhalten, was ihr Problem ist.

Ich zähle mal alles auf, was sie sagte:

Er nimmt einen nie dran, wenn man sich meldet, sondern nur dann, wenn man sich NICHT meldet. So ist die Gefahr groß, dass man was nicht weiß und ausgelacht wird. Und sie meldet sich eh schon sehr selten, aber wenn sie schon mal so sicher ist, dass sie die Antwort weiß und sich meldet, käme sie grundsätzlich nie dran.

Zweitens witzelt er oft über die Kinder und ihre Antworten, davon fühlt sie sich bloßgestellt, zumal, wenn dann die ganze Klasse mitlacht.

Dann lächelt er, wenn er den Kinder was "androht", dass sie etwas nicht kapieren, wenn sie nicht Diesundas üben/durchschauen z.B.
Das kommt bei ihr so an, als empfinde er heimliche Freude bei der Vorstellung, man könnte scheitern.

Insgesamt hat sie Angst vor dem Lehrer und dem Unterricht, nicht nur vor den Arbeiten, in denen sie ja jetzt auch immermal gescheitert ist. (Anfangs immer 3, zuletzt sind sogar eher 4en rausgekommen)
Sie hat auch so eine Angst vor seinen Witzchen/dem Bloßstellen, dass sie sich im Unterricht gar nicht zu fragen traut, wenn sie was nicht versteht. (Weil dann evtl eine witzige/bissige Bemerkung kommt, wo dann wieder alle lachen... )

Und dann fehlt ihr auch gänzlich der Praxisbezug. (Wie so oft bei Mathe... zu meiner Zeit war es immer mein Bruder, der später Mathematik studierte, der mir den Sinn das Ganzen so erklären konnte, dass ich oft dann erst endlich verstand, wozu das alles gut sein soll...)

Und er würde kompliziert erklären, manchmal würde ihr erst später klar, dass das alles gar nicht sooo schwierig ist, wie sie dachte.
Leider passiert das immer erst nach den Arbeiten, wenn wir die Aufgaben zu Hause in Ruhe durchgehen. Groß vorlernen bringt da leider nichts, denn in den Arbeiten kommen immer Anwendungsaufgaben dran, die etwas völlig Neues beinhalten, was aber auf dem Stoff beruht.
Also man muss wirklich alles komplett durchschaut haben, um es auf die neuartigen Aufgaben anzuwenden und die Aufgaben lösen zu können. (Transferleistung)
Finde ich an sich nicht schlecht, aber sie merkt dann halt oft erst bei der Arbeit, dass sie es doch noch nicht bis zuletzt durchschaut hat. Ergebnis dann, siehe oben, 4.
Übungsaufgaben vor Arbeiten gibt es übrigens normalerweise auch nicht bzw sind die wenn, dann immer im Lehrbuch zu finden (das er an sich kaum einsetzt, er hält eher "Vorlesungen") und dort nach Schema F sind und nicht so anspruchsvoll, wie die Aufgaben in der Arbeit.

Sie sagte unter Tränen, sie wüsste gar nicht, ob ihr Mathe überhaupt Spaß machen könnte, in der Grundschule wäre es furchtbar öde gewesen und jetzt habe sie davor Angst.
Einmal habe der Unterricht Spaß gemacht, da war ein Vertretungslehrer da, den sie nett fand. Der habe auch statt "Huhu, M., bist du überhaupt noch da?", wie es der normale Mathelehrer wohl gemacht hätte, bspw gefragt "M. du bist so still, ist irgendwas nicht in Ordnung?" ... Was dann auch keinen Anlass für Lacher der anderen gegeben hätte.
Sie meinte noch dazu, dass es in der Stunde aber auch spannender Stoff war - Binärzahlen. Darum könne sie nicht beurteilen, ob es am Lehrer oder am Stoff lag, jedenfalls wäre da der Mathe-Unterricht an dem Tag für sie richtig toll gewesen.

Insgesamt machte und mag sie keine Matheolympiaden etc, da war sie auch nie gut. Auch "Mathe im Advent" fand sie nicht so toll, Känguru dagegen hat ihr immer großen Spaß gemacht, da war sie auch recht gut dabei. (2x 3.Platz mit Punkten nah am 2. Platz dran)

Es scheint sie wirklich zu belasten, denn irgendwann kamen ihr wie gesagt beim normalen Tischgespräch mit mir die Tränen und sie wollte nichtmal mehr ihren Nudelteller fertigessen.
Ich vermute, dass Mathe ihr Hauptproblem an der Schule ist, in allen anderen Fächern ist sie gut und sehr gut, klagen tut sie sonst nur noch mitunter, dass Deutsch so langweilig wäre. Mit der Klasse kommt sie gut zurecht, zwei gute Freundinnen hat sie gefunden.

Alles, was sie über den Mathelehrer berichtet, kann ich gut nachvollziehen, dass und warum sie damit schlecht umgehen kann. Und ich finde die flapsige Art des Lehrers pädagogisch auch unglücklich, eben weil es nunmal auch Menschen wie mein Kind gibt. (Ich selbst bin aber manchmal auch so bissig-humorig, würde das Witzeln aber bspw nur unter guten Freunden machen, wo ich weiß, dass sie das verstehen und schon gar nicht mit den Kindern in meinen Malkursen so umgehen.)

ABER es hat natürlich auch ganz viel mit ihr zu tun, da sie da wirklich extrem empfindlich ist.
Ich kenne das zu Hause auch, dass sie mit unserem normalen Humor, mit Sarkasmus und Ironie ganz schlecht umgehen kann und sich grundsätzlich ausgelacht und vorgeführt fühlt, wenn man über sie oder etwas was mit ihr zu tun hat vermeintlich ganz harmlos witzelt.
Und zu Hause hört und lacht nicht auch noch eine ganze Klasse drüber...
(die 6jährige dagegen hat mit sowas kein Problem, sie lacht eher mit und gern auch mal über sich selbst, was die Große gar nicht kann)

Mein Problem ist jetzt: Wie spreche ich das alles denn im Lehrergespräch an?
Das wird so seine Art sein, die wird er nicht ändern können und wollen.
Und andere finden vielleicht ja gerade diese seine Art ganz witzig...
Trotzdem sollte er wissen, wie es auf meine Tochter wirkt, oder?
Was kann ich ihm denn dazu sagen, ohne ihm auf die Füße zu treten?

Habt ihr noch eine Idee/ein paar hilfreiche Hinweise, wie ich das Gespräch (morgen schon!) am Besten angehen könnte?

PS: Ich hab noch keine wirklichen Erfahrungen mit Lehrergesprächen. Bzw das einzige problematische Gespräch bisher war da nach dem Test in der Grundschule, wo ich der grundsätzlich sehr netten Lehrerin erklären musste, dass meine Tochter unterfordert sei. Scheint mir nicht so gut gelungen zu sein, das geschickt rüberzubringen, denn die an sich nette Lehrerin sagte mir später, dass sie sich schon persönlich angegriffen gefühlt habe, weil sie sich doch so Mühe gäbe, ihren Unterricht spannend zu gestalten...
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 11. Jun 2020, 10:34

Hallo Sinus!

Du kannst nicht vorhersehen, wie das, was du sagst, bei den Lehrern ankommt. So, wie Kinder verschieden sind, sind auch Erwachsene (und Lehrer) verschieden. Während deine jüngere Tochter über sich selbst witzeln kann, fühlt sich deine ältere Tochter angegriffen, wenn nur ganz harmlos geblödelt wird, sie aber einen Zusammenhang mit ihrer Person zu finden glaubt. Genauso ist das mit Lehrern. Überspitzt gesagt: die nette Lehrerin war in dieser Hinsicht einfach deiner älteren Tochter ähnlicher als deiner jüngeren. Nicht DU hast die falschen Worte gefunden, sie sind bei IHR falsch angekommen. "Meine Tochter würde von mehr Differenzierung sicher profitieren!" kam an wie "Sie (als Lehrerin) machen zu wenig und das Falsche!". Die Lehrerin war nicht imstande, die Sachebene von der Persönlichkeitsebene zu trennen und daher nicht offen für die positiven Anregungen, die von dir kamen.

Jetzt hast du wieder ein Lehrergespräch vor dir und weißt noch nicht, mit wem du zu tun haben wirst. Vielleicht kann der Mathe-Lehrer die Kritikpunkte deiner Tochter offen aufgreifen, vielleicht fühlt er sich davon angegriffen. Das kannst du unmöglich vorhersehen. Da bleibt nichts anderes übrig, als es einfach auf dich zukommen zu lassen.

Natürlich willst du trotzdem gut vorbereitet zu dem Gespräch kommen. Daher würde ich all die Punkte, die du hier ausgeschrieben hast, auf einer kurzen, stichwortartigen Liste zusammenfassen, und dann deine Tochter die 3 davon auswählen lassen, die ihr am wichtigsten sind bzw. die sie am meisten stören. Diese würde ich dann im Gespräch möglichst KURZ und wertfrei vorbringen und dem Lehrer die Möglichkeit geben, zu antworten. Vielleicht fällt deiner Tochter auch noch ein Punkt ein, den sie an dem Lehrer mag, den du auch erwähnen kannst - so, dass es nicht nur als "Abrechnung" rüberkommt.

Den Verlauf des Gesprächs selbst kannst du nicht vorhersehen und es liegt - bei noch so guter Wortwahl und psychologischem Einfühlungsvermögen - nicht in deiner Hand, wie es aufgenommen wird. Im Verlauf des Gespräches wirst du ohnehin schnell merken, wie der Lehrer reagiert. Dabei ist für dich nur wichtig, die 3 Hauptpunkte im Auge zu behalten und diese so verständlich wie möglich auf den Punkt zu bringen. Denn wenn du es nicht zumindest VERSUCHST dann KANN sich nichts ändern. Natürlich ist möglich, dass sich trotzdem nichts ändert, weil der Lehrer sich entweder angegriffen fühlt oder einfach von seiner eigenen Vorgehensweise so überzeugt ist, dass er nicht bereit ist, was daran zu ändern. Trotzdem kannst du dem Lehrer zutrauen, grundsätzlich zu ertragen, wie ihn seine Schülerin sieht. Ich denke, dass viele Lehrer nur deshalb so von sich selbst eingenommen sind, weil zu wenige Eltern und Schülern ihnen konstruktives feedback geben. So gesehen sehe ich die Anregungen deiner Tochter (die durch dich beim Lehrer "vertreten" wird) als Chance zum persönlichen Wachstum für den Lehrer. Chancen kann man nutzen oder verstreichen lassen - das ist die Wahl des Lehrers. Aber er sollte diese Chance dennoch bekommen. Alles Gute für das Gespräch :) !
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Auguste » Do 11. Jun 2020, 11:15

Ich drücke einfach mal die Daumen für ein gutes Gespräch. Tipps habe ich keine. Ich bin in solchen Situationen auch eher gut im "auf den Schlips treten". :oops:
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 11. Jun 2020, 11:22

Hallo sinus,

so wie du es beschreibst, gibt es keinen einzigen objektiven Punkt, was der Lehrer falsch macht. Das vermeintlich Falsche entsteht erst durch Gedankenspiele deines Kindes. Du hast schon erwähnt, dass deine Tochter sich genauso schnell von ihren Klassenkameraden angegriffen fühlt. Dies in Kombination mit Meiden der menschlichen Kontakte ergibt für mich den Verdacht Richtung Asperger. Ich glaube es ist nicht das erste mal das ich dir das schreibe. Wenn du eine Diagnose in der Hand hättest, würde der Lehrer dir vielleicht zuhören. Ohne wird er dich mit sehr hohe Wahrscheinlichkeit für eine Mutter halten, die für ihr Kind einige Extrawürste erwirken will, damit das Kind dem Druck standhält.

Solange du keine Fachbegründung hast, warum deine Tochter so ist wie sie ist, würde ich das Gefühlswelt des Kindes ganz außen lassen, und mit dem Mathelehrer ausschließlich über das Fachliche diskutieren. "Mein Kind hat eine 4, das macht mir Sorgen, wie kann ich helfen?" Aus seinen Antworten kannst du erstmal dir den Eindruck zusammenbasteln, was das für ein Typ ist.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon sinus » Do 11. Jun 2020, 15:28

Danke für eure Tipps, kamen leider knapp zu spät.
Aber trotzdem sind es wichtige Anregungen.

Das Gespräch verlief meinem Meinung nach gut, ich fand den Lehrer insgesamt sehr nett und sympathisch. 8-)
Ich könnte ihn richtig mögen, so aus dem Bauch heraus.

Ich habe damit angefangen ihn zu bitten, zu schildern, wie er meine Tochter sieht. Nicht nur aus Mathelehrersicht, sondern auch darum, weil er sie so viele Stunden unterrichtet. (Aktuell 7 Wochenstunden bzw 3,5 Blöcke. Die Klassenlehrerin hat mein Kind nur 1x Woche in der Doppelstunde Sport.)

Er meinte, sie wäre zwar zurückhaltend, würde aber motiviert wirken und man sieht, dass sie sich einbringen wolle. (Toll! Ich hatte eher gedacht, dass sie total unsichtbar bleibt. Wobei Tochter dazu eben noch meinte: Ach, das ist bestimmt son Lehrerstandardsatz, das erzählen sie bestimmt jedem...)
Aber sie habe seinem Eindruck nach Probleme, sich über die ganze Doppelstunde zu konzentrieren, wobei das aber in Klasse 5 vielen noch schwer fallen würde.
Und es würde ihr schon schwerfallen, vor allem mit der Logik scheine sie ein bisschen Probleme zu haben. Das flöge ihr jedenfalls nicht unbedingt zu.
An der Schule bleiben können sie bestimmt, wenn sie fleißig wäre und zu Hause was tun würde. So einfach zufallen würfe es ihr offensichtlich nicht.
(Bis zum Abitur verlasen ca. 1/3 der Schüler die Schule wieder. Sie ist schon als sehr fordernd bekannt)

Tja, das war dann etwas befremdlich. Sprach er da von dem gleichen Kind, was beim IQ-Test mit 9,5 Jahren 3 Stunden durchgearbeitet hatte und jede Pause, außer Trinkpausen, kategorisch ablehnte? (Konzentrationsprobleme?)
Und das beim fluiden Schlussfolgern einen PR von >99 gehabt hatte?

Ich sagte ihm dann, dass es in keinem der anderen Fächer Probleme gäbe, sie da nur 1 und 2 hatte. Da schien er etwas überrascht, ich vermute, er hatte sie da unter leistungsschwächer eingeordnet.
Das mit der Konzentration habe ich leider nicht aufgegriffen, aber dass sie eigentlich gerade im logischen Bereich eine Stärke habe, hab ich gesagt.
(ich habe angedeutet, dass wir wegen Problemen in der Grundschule damals einen Test gemacht haben und sie im Bereich Logik besonders gut war, dass sie Logikaufgaben und Känguru mag und darin auch gut sei)
Ich hab ihm so etwa erläutert, was die Probleme der Tochter sind (siehe oben, das was das Kind nannte) und meine Sicht dazu. (Dass sie sehr leicht verunsichert wäre und sich schnell ausgelacht fühlt, dass sie mit Misserfolgen schlecht umgehen könne und dann in Mathearbeiten wie auch im Unterricht tw aufgrund von Stress blockiert ist)

Ich hatte den Eindruck, dass er sehr offen und verständnisvoll reagierte.
Ich habe betont, dass es auch zu Hause so sei, dass sie sich so leicht angegriffen/ausgelacht fühlt, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass er was falsch macht.
Er sagte dann selbst, dass er da bei ihr mit Witzchen wohl vorsichtiger sein müsste und sich bemühen werde und dass es sehr schade sei und natürlich nicht förderlich, wenn sie Angst vor dem Unterricht/der Schule habe. (Ob sie evtl gemobbt würde? Das kann ich ziemlich sicher ausschließen, bzw was sie an "Ärgereien" immer so erzählt, klingt nicht so, dass es für sie ein riesengroßes Problem sei. Außerdem hat sie ja ihre beiden Freundinnen, mit denen sie sehr eng und viel zusammen ist. Die setzen sich dann meist zu dritt zur Wehr)

Auch habe ich ihm gesagt, dass sie mit Druck/Zeitdruck gar nicht umgehen könne und da meinte er, ja das würde passen, bei bestimmten "Spielchen" im Unterricht, wenn die Kinder bspw Aufgaben kriegen und immer der Schnellste sich hinsetzen dürfe, wäre sie immer bei den allerletzten.
(Das alles verstärkt/bestätigt natürlich ihre eigene Meinung, was ihre mangelhaften Mathefähigkeiten betrifft)
Dazu habe ich gesagt, dass wir das mit der Unsicherheit und dem Druck, den sie sich selbst macht, parallel gerade angehen, dass es nicht irgendwann mal Richtung Prüfungsangst geht, wie sich das ein bisschen andeutet. (Ich habe demnächst einen Termin mit einer Schulpsychologin)

Ich glaube, er sieht sie jetzt ein wenig mit anderen Augen und denke und hoffe auch, dass er in Zukunft was Humor betrifft und Drannehmen, wenn sie mal was weiß und sich meldet, jetzt bemüht sein wird, sie etwas bewusster "anzufassen".
Vielleicht gelingt es ihm ja sogar auch, ihr ein paar Erfolgserlebnisse zu verschaffen...
Und, und das ist meiner Tochter glaube ich auch wichtig, dass er sie nicht für "dumm" hält, bloß weil sie eben nicht die Schnellste ist und keine so guten Mathennoten hat.
Ich hatte ihm gesagt, dass mir das mit den Noten derzeit nicht wichtig sei, dass es mir wichtig sei, dass sie gern in die Schule geht und ohne Angst und ich mit einer schlechten Mathenote vorerst gut leben könne, wenn die anderen Noten ok wären und sie nicht den Anschluss oder die Motivation verliert.
Dass sie vor allem wegen der vertieften Biologie an die Schule wollte und Mathe evtl auch einfach nicht unbedingt ihr "Steckenpferd" sei.
Am Ende haben wir sogar noch privat ein bisschen geplaudert, er war 2x im Land, aus dem der Vater meiner Mädchen kommt und hat mir von seinen beiden Trekkingtouren dort erzählt.

Nun, mal sehen, ob es irgendwas gebracht hat.
Eventuell wäre tatsächlich auch noch mal über eine Mathenachilfe nachzudenken, vor allem um ihr mehr Selbstsicherheit zu geben für das Fach. (Über sowas sprachen wir aber nicht)
Es ist halt ungünstig, dass es genau das Fach ist, was am intensivsten und anspruchsvollsten unterrichtet wird und dem in der Schule die größte Bedeutung beigemessen wird.
(und wo dann auch gilt, dass gut in Mathe Sein gleichgesetzt wird mit "leistungsstark" und nicht so gut mit "leistungsschwach", was meiner Tochter ja nun wirklich nicht gerecht wird...)

Nunja, mal gucken. Auch was der Termin mit der Schulpsychologin evtl. noch bringt.

@Katze: Ich weiß nicht... Asperger. Hm. Sie hat definitiv autistische Züge. Aber das haben ja viele mit hohem IQ... Im Hinterkopf habe und behalte ich das aber schon immer mal wieder.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 11. Jun 2020, 16:09

Hallo sinus!

Das hört sich doch durch die Bank recht positiv an. So rein vom lesen her habe ich jetzt nicht das Gefühl, dass das so ein verständnisloser, kaltschnäuziger Lehrer ist, der sich einen Spaß daraus macht, einige Kinder vor den anderen lächerlich zu machen oder bloßzustellen. Es ist ja nicht der einzige Bereich, wo die Selbstwahrnehmung deiner Tochter sich deutlich von der Sichtweise "von außen" unterscheidet.

So ähnlich kenne ich das auch von meinem älteren Sohn, obwohl der deiner Tochter in vielen anderen Bereichen ja überhaupt nicht ähnelt. Der ist ja (zumindest bisher, in der Grundschule) durchaus gut in Mathe und hat dort auch seinen Einser. Aber in den ersten beiden Klassen hat er von sich selbst immer behauptet, "schlecht" in Mathe zu sein. Ich habe lange nicht verstanden, warum. Schließlich hatte er damals immer lauter 1er mit 0 Fehler - was soll daran bitteschön "schlecht" sein :gruebel: ? Dann, im genaueren Gespräch, stellte sich heraus, dass er sich wirklich AUSSCHLIESSLICH mit einem mathematisch hochbegabten Mitschüler verglichen hat, der - seiner Meinung nach - alles viel, viel besser, schneller und richtiger konnte. Das war auch tatsächlich so, der Junge konnte schon bei der Einschulung sicher im 1000er Bereich rechnen, multiplizieren, dividieren und viele mehr. Da hatte mein Sohn noch seine Problemchen mit dem 10er Übergang. Aber für seine Schulstufe war er IMMER bei den Besten, was er geflissentlich übersehen hat, mit Fokus immer auf dem einen Schulkameraden.

Dieser Bub hat nach 2 Jahren die Schule verlassen und plötzlich, nachdem mein Sohn in nicht mehr ständig "im Blick" hatte, veränderte sich auch seine Sichtweise auf die eigenen Mathe-Fähigkeiten. Mittlerweile behauptet er sogar von sich, Mathe "meistens gern" zu machen und er hält sich in Mathe besser als in Deutsch, was meiner Wahrnehmung von ihm deutlich widerspricht. Ich kenne jedenfalls kein Kind dieses Alters mit eine ähnlich ausgefeilten Ausdrucksweise, einem ähnlich ausdrucksvollem Schreibstil und ein ähnlich guten Rechtschreibung. Danach gefragt, wer denn in Deutsch seiner Meinung nach besser sei, als er, hat er zwei Mitschüler genannt, einen Jungen und ein Mädchen. Und der Grund, warum er sie als "besser" sieht ist, dass diese beiden Kinder alle Fleiß-Hausübungen machen und somit viel produktiver sind als er.

Bei meinem Sohn ist diese "verdrehte" Sichtweise auf seine eigenen Fähigkeiten definitiv Autismus-bedingt. Gerade das Buch "Autismus als Kontextblindheit" von Vermeulen hat mir in dieser Hinsicht die Augen geöffnet. Nur wird bei Jungs Autismus deutlich leichter erkannt als bei Mädchen, weil gerade kluge Asperger-Mädchen, denen soziale Kontakte wichtig sind, extrem viel kompensieren. Jungs fällt das oft schwerer, daher wird bei ihnen eher einer Diagnostik angeleiert.

Ich hatte bei deinen Beiträgen über deine ältere Tochter auch schon öfter ähnliche Gedanken wie Katze_keine_Ahnung ins Richtung Asperger Autismus. Vielleicht liest du mal hier nach, das ist ein älterer Beitrag aus einem anderen Forum, wo es explizit um Autismus bei Mädchen geht: https://www.rehakids.de/ftopic136231.html

Die Konzentrationsprobleme, die der Mathe-Lehrer bei deiner Tochter wahrnimmt, haben vermutlich nichts mit ihrer tatsächlichen Konzentrationsfähigkeit zu tun. Wie so ziemlich alle Menschen kann sich deine Tochter bei Dingen, die ihr Freude machen (und der IQ-Test hat offensichtlich dazu gehört), viel länger und besser konzentrieren als bei Dingen die ausdrücklich VERLANGT werden und wo dann vielleicht außerdem noch Zeit- und Leistungsdruck da ist.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 11. Jun 2020, 16:13

@sinus

wundert dich nicht, dass deine Tochter mit so einem netten zuvorkommenden Lehrer ein Problem hat? Er kann sich bemühen, und so wie es klingt, wird er sich bemühen die Situation deiner Tochter insgesamt zu verbessern. Er klingt nach eiinem Lehrer, der gerne lehrt. Das ist selten. Das Problem auf dem breiteren Front wird dieses Lehrer nicht lösen können. Dein Kind missversteht die menschenen Signale, ist deswegen oft unsicher, schottet sich ab. Ich würde sagen, dass sie Hilfe in die Richtung mehr braucht als Nachhilfe in Mathe. Ich weiß nicht, ob Schulpsychologin dafür der richtiger Ansprechspartner ist. Aber vielleicht kann sie eventuell was empfehlen. Ganz wird das Problem nicht verschwinden, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ein schlaues Kind lernen kann, Verhaltensmuster anderer Menschen zu erkennen und zu deuten. Das Problem ist nur, dass deine Tochter zumindest von dir sich nicht wirklich viel erklären lässt, und in den pubertären Jahren wird aus wenig halt noch weniger. Bei günstigen Konstellation findet deine Tochter eine Freundin, die ihr zur Seite stehen wird, und bei Unklarheit und Unsicherheit auf die unaufdringliche Art ihr hilft, eines oder anderes Signal zu deuten und angemessen zu antworten. Aber damit muss man Glück haben. Du hast eine der schwersten Kostellation für die Begleitung: ein Kind, das sich anders fühlt, aber gerne dazu gehören möchte. Ich bewundere dich, mit wie viel Verständnis und Empathie du deine Tochter auf dem Weg des Erwachsenwerdens begleitest.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Meine3 » Do 11. Jun 2020, 20:52

Hallo sinus,

ich möchte nicht in die gleiche Kerbe wie Katze und Rabaukenmama schlagen und den Verdacht auf Asperger untermauern.

Wenn man selbst hochsensibel (wie ich) ist, dann weiß man, wie schnell man einen Witz (auf die Kosten derer, die sich dadurch entmutigt oder beleidigt fühlen) ein schiefes Grinsen oder einen scharfen Unterton überinterpretieren kann. Das hat in meinen Augen dann aber nichts mit Asperger zu tun, sondern damit, dass man "zu viel" oder sagen wir "mehr" in die Mimik und den Subtext hineindeutet als es andere tun. Das bedeutet nicht unbedingt und zwangsläufig, dass man grundsätzlich falsch damit liegt und nicht in der Lage ist Gefühle im Kontext zu verstehen, wie es bei Asperger Autisten der Fall ist. Es kann vielmehr bedeuten, dass deine Tochter die wahre Einstellung des Lehrers besser einschätzen kann als du oder viele andere. Dies ist natürlich auch nur eine Möglichkeit von vielen, aber eine, die eben noch nicht angesprochen wurde ;) .

Und ich muss oft sagen: oft habe ich im Nachhinein feststellen müssen, dass meine "Sichtweise" dann doch gar nicht so verkehrt war, von der im Vorfeld viele sagten: du ließt da zu viel hinein, das hat er/sie bestimmt nicht so gemeint, wie kommst du denn darauf. ICH habe das ganz anders verstanden..." Sehr, sehr oft, haben sich meine Eindrücke über Personen bewahrheitet. Leider muss ich sagen. Vielleicht nimmt deine Tochter auch "Schwingungen" von diesem Lehrer wahr, die dieser vor Eltern gut zu verbergen weiß. Vielleicht IST er manchmal etwas schroff oder macht sich lustig und da sich viele nichts draus machen, weil sie es nicht wahrnehmen (deine Tochter aber schon) kommt er damit bei anderen ganz anders rüber.

Ich möchte damit nicht sagen, dass Asperger total an den Haaren herbei gezogen ist. Das kann schon sein. Ebenso wie ich es bei mir selbst vermutet habe, weil manche Merkmale, die auf Aspies zutreffen, auch auf mich zutreffen, hat deine Tochter auch einige "Eigenheiten", die schnell an Asperger denken lassen und VIELLEICHT ist da ja auch was dran. Vielleicht... Ich möchte nur sagen: ihre Art, Verhaltensweisen, Gestik und "nicht gesagtes" über zu interpretieren muss nicht pathologisch sein, sondern kann durchaus daher rühren, dass sie solche Schwingungen viel intensiver wahrnimmt als andere und stärker bewertet und manchmal auf ZU stark bewertet. Es gibt Gestiken im Gesicht, die dauern nur ein Bruchteil einer Sekunde, sagen aber so viel über das "ECHTE" Gefühl des Gegenübers aus, dass er dann schnell zu verbergen oder zu überspielen versucht. Es kann also sein, dass deine Tochter GEfühle bei diesem Lehrer wahrnimmt, die er selbst zu kontrollieren versucht, die aber durchaus da sind, von denen er aber weiß, dass er sie nicht haben sollte. Sehr viele Menschen nehmen diese Mikroausdrücke gar nicht wahr. Sehr sensible Menschen mit einer feinen Wahrnehmung und Beobachtungsgabe für ebensolche Dinge aber eben sehr wohl.

Ansonsten muss ich sagen, dass ich denke, dass es durchaus Sinn macht, sich nach einer anderen Schule umzuschauen. Diese Empfehlung habe ich ja bereits vor ein paar Wochen gegeben. Manchmal denke ich, du schreibst über mich, wenn du über deine Tochter schreibst :o. Das ist fast gespenstisch. Ich habe genau wie sie, immer dann immense Probleme mit einem Fach gehabt, wenn ich vom Lehrer komische Schwingungen empfangen habe. Leider hatte ich die ersten 10 Schuljahre durchgehend wirklich Pech mit den Mathelehrern (mit einer Ausnahme, der super nett und sympathisch war, aber leider überhaupt nicht erklären konnte und da war bei mir persönlich das Mathe-Kind schon in den Brunnen gefallen). Erst in der Oberstufe habe ich auch "menschliche" Mathelehrer(innen) kennen gelernt und erst DANN konnte ich meine Mathe-Abneigung ein wenig abbauen (verschwunden ist sie nie).

Dazu kommt: Deine Tochter mochte Mathe an sich nie besonders. Sie ist eine Künstlerseele mit einer feinen Beobachtungsgabe und einem sensiblen Naturell. Das wird sich wahrscheinlich nicht ändern, nur weil sie das Potenzial dazu hat. Zumindest nicht so sehr, dass sie Mathe plötzlich zu lieben anfängt und die Schwerpunkt auf Mathe etwas positives für sie wird.

Wenn es nicht die Möglichkeit gibt, innerhalb der Schule in eine Parallelklasse zu wechseln, wo der Lehrer ihr keine Angst macht, so denke ich persönlich, wäre es für deine Tochter besser in eine Schule zu wechseln, in der Mathe nicht so schwer gewichtet ist. Denn wenn dort der Mathelehrer doof ist, so fällt das weniger ins Gewicht, weil das Fach nicht so wichtig ist und die Wochenstunden nicht überwiegend aus Mathe bestehen.


Natürlich macht es Sinn, direkt nach dem Gespräch zu sehen, ob eine Besserung eintritt. Nach meiner Erfahrung wird, sofern überhaupt eine Besserung eintritt, diese aber nicht lange anhalten.

Gruß

Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 11. Jun 2020, 23:42

@Meine3

Aspergerautisten können die Gefühle auch im Kontext verstehen. Mein Neffe ist ein Autist, ich kenne nicht die genauere Diagnose, aber es ist eigentlich mehr als Asperger. Definitiv erlebt er Gefühle sehr tief und intensiv, so intensiv dass sie ihn überfordern. Definitiv kann er die Reaktionen vorhersagen, wenn er sie logisch erschließen kann: "Das erzählen wir der Mama nicht, sie wird schimpfen, und Papa wird traurig sein". Das Problem beginnt beim Wiederspruch: Ironie. Man weiß nicht, ob man dem Lächeln in den Augen noch vertrauen soll oder doch lieber vor den bösen Worten in Deckung gehen. Noch schlimmer ist es bei Sarkasmus. Ich habe mit meinen Großen neulich den "Jojo Rabbit" neulich angeschaut, und festgestellt, was es für eine Herausforderung für die Kinder ist, den ganzen Sarkasmus von diesem Film zu verstehen. Ich stellte auch fest, dass trotz Zwillingssein ein Kind dem Anderen diesbezüglich weit voraus ist.

Meschen die zur Ironie und Sarkasmus neigen sind in der Regel selbst sehr intelligent, haben diese Fähigkeiten aus der geistigen Überlegenheit heraus entwickelt, und sind meiner Meinung nach nicht erziehbar. Es ist besser sich ein dickes Fell zuzulegen und lernen damit so umzugehen, dass das eine ICH dabei keinen großen Schaden nimmt. Auch wenn man aus Mathe aussteigt, und Richtung Kunst geht. Da wird die Kritik und die Fähigkeit damit umgehen zu können, erst recht wichtig sein. Kann man es nicht, hält man besser Abstand von Kunst, denn in Mathe gibt es Richtig und Falsch. In Kunst gibt es nur "Ich glaube das ist gut!", und "Mann, ist es grottenschlecht!" Wenn man Angst davor hat, subjektiv bewertet zu werden, ist Kunst ein Minenfeld.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 12. Jun 2020, 07:13

Mein Sohn kann in fiktiven Situationen so ziemlich alle Gefühle im Kontext verstehen, weil er dann darauf fokussiert ist. Nur im echten Leben liegt er ständig daneben. So, wie es im Befund der Kinderpsychologin vermerkt ist "Er verfügt in der Theorie über ein weit überdurchschnittliches soziales Verständnis". Nur in der Praxis bezieht er eben jeden schiefen Blick auf sich :P .

Auch Ironie und Sarkasmus versteht mein Sohn und wendet sie auch selbst an. Nicht extrem, weil es bei uns zu Hause keinen Sarkasmus gibt. Früher war ich viel sarkastischer, aber als ich meinen Mann kennengelernt habe gab es dann immer wieder Situationen, wo er harmlose, kleine Hänseleien sehr persönlich genommen hat und darum habe ich aus Rücksicht auf ihn bewusst damit aufgehört. Mir fehlt seitdem auch nichts. So gesehen ist das alles-auf-sich-beziehen familiär bedingt, was explizit für noch gegen Asperger spricht. Die einzige in der Familie, die mir Asperger ziemlich sicher nichts am Hut hat, bin ich. Bei mir ist es "reinrassige" ADHS, was auch nicht immer leicht zu wuppen ist.
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