Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon sinus » Di 17. Nov 2020, 22:21

Ich wollte mal wieder berichten.
Es gibt derzeit nur Gutes zu sagen.
Für Anfang 6. Klasse (2. Schulwoche) war vor Beginn der Sommerferien gleich eine Mathearbeit angekündigt worden. Es gab Übeblätter dafür für die Ferien.
Kind hatte sich entsprechend vorbereitet, ging zwar ängstlich, aber nicht ganz so panisch wie noch zuletzt in die Mathe-Stunde.
Vom Aussetzen der Zensuren war übrigens da keine Rede mehr und ich hab einfach erstmal abgewartet.
Kind kam dann selig heim - der Lehrer hatte exakt dieselbe Arbeit geschrieben, wie die Ferienaufgaben, nur mit anderen Zahlen versehen.
Ergebnis eine sehr gute 2 (ein paar Faselfehler beim Umrechnen von Einheiten waren drin)
Da die Arbeit überraschend schlecht ausgefallen war (es gab wohl recht viele 4er, vermutlich hatten viele einfach die Übeaufgaben nicht genutzt), war ihre Arbeit sogar mit eine der Besten gewesen.
Das gab ihr viel Auftrieb. Zusätzlich hatte sie auch in anderen Fächern gleich am Schuljahresanfang ein paar schöne Erfolgserlebnisse.
Vor der nächsten Mathearbeit war sie dann schon ein bisschen weniger aufgeregt, zumal ab da der Taschenrechner erlaubt war, was ihr etwas Sicherheit gab. Wieder eine 2.
Unangekündigte Kurzkontrolle: 3+, dritte große Klassenarbeit wieder eine 2.
Die Schule hat inzwischen auch eine Lern-Software für Mathe (bettermarks) gekauft, damit kommt sie super zurecht und übt richtig gern.

Insgesamt scheint es irgendwie "klick" gemacht zu haben. Nachdem sie sich jetzt immer auf Arbeiten vorbereitet (sie macht nun auch nicht übermäßig viel, bleibt aber dafür in allen Fächern konstant am Ball) und sich das auch in guten und sehr guten Noten widerspiegelt, ist Schule scheints gar nicht mehr so schlimm.
Sie kommt meist fröhlich heim, erzählt viel von der Schule und ich höre seit Wochen kaum noch Beschwerden, maximal mal übers frühe Aufstehen.
Sie erledigt völlig eigenständig und ohne Murren sämtliche Schulaufgaben und manchmal könnte man schon fast den Eindruck gewinnen, dass sie sogar ab und an SPASS daran hat. 8-)

Insgesamt ist das Kind sehr viel offener und entspannter, mitunter kaum wiederzuerkennen. Sie singt und tänzelt hier oft herum, macht Witzchen etc.
Das kenne ich von ihr bisher kaum.
Aktuelle Hauptbeschäftigung ist Animationen erstellen (digital Zeichnen, Film draus machen) und dazu per Podcast über Kriminalfälle hören.
Das zieht sie oft sogar meinen Angeboten, man könnte doch mal wieder zusammen einen Film schauen vor... Dann sitz ich letzten Endes auf dem Sofa mit Laptop und schau mir nen Film an und sie sitzt mit Kopfhörern dabei und malt.
Sie ist überhaupt recht gesellig grad, ist meistens lieber mit im Wohnzimmer, als in ihrem eigenen Zimmer.
Letztes WE war sie mit der Schwester und den jüngeren Nachbarsjungs (6 + 9) zusammen inlinern.
Bei der Psychologin waren wir 1x im Sommer live, einmal per Skype und dann nochmal in den Herbstferien live. Bei diesem Termin haben wir festgestellt, dass es keinen Gesprächsbedarf gibt und alles gut läuft. Wir haben also vorerst keine weiteren Termine.
Irgendwas hat wohl "klick" gemacht beim Kind.
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
friert um die Nas.

(Herbstgedicht der 6jährigen)
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Meine3 » Mi 18. Nov 2020, 10:19

sinus hat geschrieben:Ich wollte mal wieder berichten.
Es gibt derzeit nur Gutes zu sagen.
Für Anfang 6. Klasse (2. Schulwoche) war vor Beginn der Sommerferien gleich eine Mathearbeit angekündigt worden. Es gab Übeblätter dafür für die Ferien.
Kind hatte sich entsprechend vorbereitet, ging zwar ängstlich, aber nicht ganz so panisch wie noch zuletzt in die Mathe-Stunde.
Vom Aussetzen der Zensuren war übrigens da keine Rede mehr und ich hab einfach erstmal abgewartet.
Kind kam dann selig heim - der Lehrer hatte exakt dieselbe Arbeit geschrieben, wie die Ferienaufgaben, nur mit anderen Zahlen versehen.
Ergebnis eine sehr gute 2 (ein paar Faselfehler beim Umrechnen von Einheiten waren drin)
Da die Arbeit überraschend schlecht ausgefallen war (es gab wohl recht viele 4er, vermutlich hatten viele einfach die Übeaufgaben nicht genutzt), war ihre Arbeit sogar mit eine der Besten gewesen.
Das gab ihr viel Auftrieb. Zusätzlich hatte sie auch in anderen Fächern gleich am Schuljahresanfang ein paar schöne Erfolgserlebnisse.
Vor der nächsten Mathearbeit war sie dann schon ein bisschen weniger aufgeregt, zumal ab da der Taschenrechner erlaubt war, was ihr etwas Sicherheit gab. Wieder eine 2.
Unangekündigte Kurzkontrolle: 3+, dritte große Klassenarbeit wieder eine 2.
Die Schule hat inzwischen auch eine Lern-Software für Mathe (bettermarks) gekauft, damit kommt sie super zurecht und übt richtig gern.

Insgesamt scheint es irgendwie "klick" gemacht zu haben. Nachdem sie sich jetzt immer auf Arbeiten vorbereitet (sie macht nun auch nicht übermäßig viel, bleibt aber dafür in allen Fächern konstant am Ball) und sich das auch in guten und sehr guten Noten widerspiegelt, ist Schule scheints gar nicht mehr so schlimm.
Sie kommt meist fröhlich heim, erzählt viel von der Schule und ich höre seit Wochen kaum noch Beschwerden, maximal mal übers frühe Aufstehen.
Sie erledigt völlig eigenständig und ohne Murren sämtliche Schulaufgaben und manchmal könnte man schon fast den Eindruck gewinnen, dass sie sogar ab und an SPASS daran hat. 8-)

Insgesamt ist das Kind sehr viel offener und entspannter, mitunter kaum wiederzuerkennen. Sie singt und tänzelt hier oft herum, macht Witzchen etc.
Das kenne ich von ihr bisher kaum.
Aktuelle Hauptbeschäftigung ist Animationen erstellen (digital Zeichnen, Film draus machen) und dazu per Podcast über Kriminalfälle hören.
Das zieht sie oft sogar meinen Angeboten, man könnte doch mal wieder zusammen einen Film schauen vor... Dann sitz ich letzten Endes auf dem Sofa mit Laptop und schau mir nen Film an und sie sitzt mit Kopfhörern dabei und malt.
Sie ist überhaupt recht gesellig grad, ist meistens lieber mit im Wohnzimmer, als in ihrem eigenen Zimmer.
Letztes WE war sie mit der Schwester und den jüngeren Nachbarsjungs (6 + 9) zusammen inlinern.
Bei der Psychologin waren wir 1x im Sommer live, einmal per Skype und dann nochmal in den Herbstferien live. Bei diesem Termin haben wir festgestellt, dass es keinen Gesprächsbedarf gibt und alles gut läuft. Wir haben also vorerst keine weiteren Termine.
Irgendwas hat wohl "klick" gemacht beim Kind.


Hallo sinus,

es freut mich sehr, dass es bei deiner Großen sich so gut entwickelt grade. Für manche Kinder ist die Grundschulzeit mit am schwierigsten, für andere ist es wieder eher die weiterführende Schule. Bei mir war es auch so wie bei deiner Großen. Die Grundschulzeit fand ich am schlimmsten.

Ich denke es hat dennoch auch was mit der Psychologin zu tun. Manchmal braucht man nur einen Anstoß, einen Impuls von außen und der Stein kommt dann fast wie von selbst ins rollen.

Sei lieb gegrüßt

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Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 19. Nov 2020, 08:27

Hallo sinus,

es freut mich sehr für deine Tochter, dass die Situation sich so entspannt hat. Dass die Arbeit nach den Ferien schlecht ausfällt, wundert mich gar nicht. Ich kann mir es gar nicht vorstellen, dass meine Kinder in den Ferien ein Blatt mit Matheübungsaufgaben angefasst hätten.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon sinus » Do 19. Nov 2020, 10:20

...meine schon. Von sich aus. Auch in den Herbstferien hat sie was gemacht. (Im Bettermarks)
Und das Ergebnis war ja auch unmittelbar sichtbar.
Ich finde das ganz gut, dass sie erkannt hat, dass sie selbst Einfluss darauf hat, wie es ihr mit und in Mathe geht.
Und dass sie es SELBST "herausgefunden" hat und nicht von mir oder irgendwem anderes zu etwas gedrängt wurde.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 19. Nov 2020, 10:42

Dann war es deiner Tochter selber wichtig. Daher hatte sie die Motivation. Meine Tochter hatte sich einen Lateinnachhilfebedürftigen gefunden, um 20 Euro zu verdienen. Deswegen hat sie alle Kapiteln im Buch, die er gebraucht hat, wiederholt. Hätte ich ihr gesagt, ich gebe dir 20 Euro, und du lernst 5 Kapiteln im Lateinbuch, hätte es nie funktioniert.
Zuletzt geändert von Katze_keine_Ahnung am Do 19. Nov 2020, 11:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Meine3 » Do 19. Nov 2020, 11:02

sinus hat geschrieben:...meine schon. Von sich aus. Auch in den Herbstferien hat sie was gemacht. (Im Bettermarks)
Und das Ergebnis war ja auch unmittelbar sichtbar.
Ich finde das ganz gut, dass sie erkannt hat, dass sie selbst Einfluss darauf hat, wie es ihr mit und in Mathe geht.
Und dass sie es SELBST "herausgefunden" hat und nicht von mir oder irgendwem anderes zu etwas gedrängt wurde.



es ist immer wieder verblüffend wie sehr intrinsische Motivation einen Unterschied macht :D. Aber eigentlich ist es ja ganz natürlich, dass, wenn man es selbst "erfährt" oder "erkennt" dann besser läuft, bei allen Menschen... Es wird nur leider in unserem Schulsystem nicht genutzt.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon sinus » Do 19. Nov 2020, 14:23

Meine3 hat geschrieben:es ist immer wieder verblüffend wie sehr intrinsische Motivation einen Unterschied macht :D. Aber eigentlich ist es ja ganz natürlich, dass, wenn man es selbst "erfährt" oder "erkennt" dann besser läuft, bei allen Menschen... Es wird nur leider in unserem Schulsystem nicht genutzt.


Ja, leider. Aber immerhin mehren sich die Stimmen, dass da was geändert werden muss.
Ich hab grad neulich den Vortrag (siehe Link) von Vera F. Birkenbiehl gehört.
https://www.youtube.com/watch?v=RYd2nMXhLbA
Da hat sie schon 2010 (zumindest wurde da das Video hochgeladen) all das gesagt, was später Largo, Precht etc., all die "Bildungssytems-Whistleblower" eben, in die öffentliche Debatte brachten.
Wobei Hüther auch schon seit Jahren drüber redet...
Ich fürchte aber, dass es noch lange dauert, ehe sich da was grundsätzlich ändert.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 19. Nov 2020, 14:29

die Diskussion über die Veränderungen im Bildungssystem ist genauso zwecklos wie die über den Grundeinkommen. Solange die Gesellschaft konkurrenz- und leistungsorientiert ist, wird es weder das eine noch das andere geben... Das Ziel des Bildungssystem ist die Erschaffung eines konkurenzfähigen, folgsamen Arbeitsnehmers. Alles andere sind Nebenwirkungen. Jeder weiß, dass deutsches Kindergarten und Grundschulsystem veraltete Konzepte bedient, die der modernen Erkenntnissen über Kinderentwicklung wiedersprechen, dazu braucht man keinen Whistleblower. Aber Geld für die Veräderungen zahlen? Nein, danke. Von der Sicherheitkonzeptabrücken: es muss alles absolut vorhersagbar sein? Nie im Leben.
Zuletzt geändert von Katze_keine_Ahnung am Do 19. Nov 2020, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon sinus » Do 19. Nov 2020, 14:40

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:die Diskussion über die Veränderungen im Bildungssystem ist genauso zwecklos wie die über den Grundeinkommen. Solange die Gesellschaft konkurrenz- und leistungsorientiert ist, wird es weder das eine noch das andere geben...


Ich denke, es sind auch Visionen nötig; man muss sich auch vorstellen können, wie es anders, besser laufen kann, ehe man motiviert ist, was zu ändern.
Und das braucht Zeit, ehe da verfestigte Denkmuster aufgeweicht sind.
Die Debatte darum ist dafür schon auch nötig. Der allererste Schritt.

Ich bin leider kein Gesellschaftswissenschaftler.
Ich würde mich gern mal mit einem drüber unterhalten, wann und wie Veränderungen in Gesellschaften so passieren und in welcher Phase wir gerade stecken.
Ich denke, da gibt es auch Wellenbewegungen, wo sich nach und nach was aufbaut, was Veränderung möglich macht...
Ich hoffe ja, dass wir da gerade mitten drin sind.
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Re: Matheproblem meiner Tochter/Lehrergespräch: RAT?

Beitragvon sinus » Sa 28. Nov 2020, 12:19

...gestern hat Kind (im Englischunterricht, wo sie sich immer bissle langweilt) einen sehr netten, zweiseitigen Brief an ihre Grundschullehrerin geschrieben.
Dass sie sich gern an sie zurückerinnert, grad jetzt in der Weihnachtszeit gern an den Chor und das Weihnachtskonzert des Chores denkt. (den leitete die Klassenlehrerin in der Grundschule) und sie manchmal vermisst.
Und dass die neue Schule ihr gut gefällt, fast als Lehrer auch total nett sind und sie auch die Mitschüler großteils mag.
Ein total schöner Brief (ich war ganz gerührt), der sich mit meinem Eindruck deckt. Also dass sie jetzt "angekommen" ist in der Schule und es iosgesamt für sie passt.

So schön.....
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