ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon koala27 » Sa 15. Aug 2020, 16:38

Moin,
der Kurze wird in 2 Wochen eingeschult und lernt dann mit dem ABC der Tiere von Mildenberger lesen und schreiben. Er kennt schon alle Buchstaben- liest aber noch nicht.
Ich würde gerne wissen, was ihr für Erfahrungen damit gemacht habt.
Ich kenne das Prinzip jetzt nur von den Videos im Netz--- die Große hat 2014 noch anders lesen und schreiben gelernt und kam damit super zurecht.
Mich irritiert ein wenig, dass es - scheinbar?- keine isolierten Rechtschreibübungen gibt ( die waren bei der Großen super) und die Mitmachhefte finde ich teilweise nicht so gut gemacht, weil da sehr viel in wenig Platz untergebracht werden soll.
Vielleicht bin ich auch nur verwöhnt :-)

Wir haben jetzt überlegt, ob wir dem Kurzen zur Einschulung 1-2 Bücher holen, die extra zur Silbenmethode passen-- oder ist das überflüssig und die Kids können dann auch normale Erstlesebücher lesen ( ohne Silben in rot und blau)?
Wir wissen, dass es in der Schule kaum Bücher dazu gibt, sondern nur dünne Hefte ( ähnlich Pixi)- die hatte die Große dort damals 1-2 zum Lesen üben bekommen.

Leider hatten wir noch keinen Elternabend- der ist erst 2 Tage vor Einschulung- sonst hätten wir auch die Lehrerin mal gefragt, wie sie die Methode anwendet etc.
Bin gespannt auf eure Erfahrungen!
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon sinus » Sa 15. Aug 2020, 16:59

Die Kinder einer befreundeten Familie haben beide mit besagter Fibel nach der Silbenmethode lesen gelernt und es ging letzten Endes auch nicht viel anders als mit anderen Fibeln.
Ihre Mutter fand das mit den farbigen Silben aber ziemlich hilfreich.
Es gibt auch einige Erstlesebücher, die mit farbig markierten Silben sind. Sind für ganz am Anfang sicher nett.
Ich vermute aber, dass es letzte Endes Wurst ist, spätestens wenn das Lesen grundsätzlich verstanden und ausreichend geübt wurde. Ist aber sicher am Anfang günstig, weil lange Worte ein bisschen ihren Schrecken verlieren, wenn sie in ihren einzelnen Silben sofort erkennbar & strukturiert sind.
Wenn euer Kind nach der Silbenfibel lesen lernt, lohnt es sicher für den Anfang auch ein paar Erstlesebücher mit farbigen Silben anzuschaffen.

Meine jetzt 6jährige wollte um den 5. Geburtstag herum ganz unbedingt lesen lernen und ich habe ihr damals sowohl die Silbenfibel von Mildenberger, als auch eine normale Fibel (die von Volk & Wissen) angeboten. Sie hat sich zunächst für die "normale" entschieden, einfach weil ihr die Bilder viel besser gefielen. (Die sind wirklich supersüß!)
Zwischenzeitlich hat sie aber auch ab und zu mal die Silbenfibel benutzt.
Ich hatte nicht den Eindruck, dass ihr dabei die farbigen Silben besondere Vorteile gebracht hätte. Sie ist damit nicht anders umgegangen, als mit der anderen Fibel.
Aber sie konnte da schon ganz gut lesen, als sie die Silbenfibel das erste Mal benutzt hat.
Mag sein, dass es am Anfang wirklich günstiger gewesen wäre, silbenweise also nach der Silbenmethode lesen zu lernen.

Sie liest nämlich, wenn sie laut lesen soll, nicht so richtig silbenweise, sondern Buchstabe für Buchstabe - in seiner Lautform, also genaugenommen Laut für Laut.
Dadurch klingt es etwas roboterhaft, wenn sie mal was laut liest.
Vielleicht würde das anders sein, wenn sie mit einer Silbenfibel lesen gelernt hätte.

Sie liest jedenfalls gar nicht gern laut, sondern von Anfang an viel lieber leise für sich und sagt erst dann das Wort laut, wenn sie es für sich komplett entziffert hat. Inzwischen geht das recht schnell, es gibt also nur kurze Verzögerungen beim Lesen eines Satzes zwischen den einzelnen Worten. Dafür entfällt das kaugummiartige Langziehen von Worten/Lauten, was ich persönlich auch schwer anzuhören finde bei Leseanfängern.
Trotzdem liest sie problemlos auch unbekannte, lange Worte - grad heute las sie ihrem Freund, einem demnächst Zweitklässler, "(kurze Stille) Natürliches (Pause) Mineralwasser (Pause) natriumarm" von der Flasche vor, weil er testen wollte, wie gut sie lesen kann. Ich würde sagen, Sie liest derzeit etwa auf demselben Niveau wie er. (Er ist einer der erwähnten Nutzer der Silbenfibel von Mildenbereger)

Dass sie das Zusammenziehen nicht so richtig silbenweise macht, hat bei ihr sicher u.a. damit zu tun, dass sie beim Lernen damals möglichst schnell vorankommen wollte und die vielen, vielen einzel-Silbenübungen in der Fibel nicht machen wollte und auch nicht gemacht hat. Also sowas wie ma, mo, mi, me, mu; pa, po, pi, pe, pu u.ä. nicht üben/lesen wollte. Und ich hab mich da natürlich nicht groß eingemischt, nichts an Übungen erzwungen, da ich ihr wirklich nur Hilfestellungen gegeben habe beim Lesen Lernen und nicht Lehrerin-Ersatz sein wollte.
Sie war halt auch einfach sehr neugierig und wollte gleich richtige, ganze Worte lesen, und nicht sinnfreie Silben lesen. 8-)
Sie hat meist eine Doppelseite pro Tag bearbeitet/gelernt (dabei aber nicht täglich in ihrer Fibel gelesen)

Wenn sie erst in der Schule lesen gelernt hätte, wäre sie dagegen wohl nicht drumherum gekommen, auch einzelne Silben laut zu lesen und alles wäre viel öfter geübt und wiederholt worden.
Die Schwester hat aber auch erst in der Schule richtig lesen gelernt und mochte damals auch nie laut vorlesen. Von ihr hab ich das typische "Zusammenschleifen" auch nie gehört. (sie hat also das Wort auch erst laut gesagt, wenn sie es schon im Ganzen verstanden hatte.)

Mal schauen, wie Kinds Art zu Lesen in der Schule ankommt... möglicherweise muss sie dann nachträglich fürs Vorlesen noch das silbenweise lesen üben & lernen. :?
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon koala27 » Sa 15. Aug 2020, 17:33

Hallo Sinus,
dass klingt ja schon mal gut. Der Kurze muss ich dann halt auf Silben umstellen, statt auf einzelne Buchstaben. Ich hoffe mal, er wird sich nicht ewig mit den Gebärden rumschlagen müssen, weil er die Buchstaben ja schon alle kennt Und eigentlich soll das System ja dazu dienen, differenziert zu arbeiten- wenn das denn stattfindet- ich bin da noch skeptisch...

Ja, dass mit den sinnfreien Silben befürchte ich auch noch--zumal er sowieso schon viel hinterfragt und nichts unbedingt doppelt machen möchte..
und "ganz nett" bei mu ist eine Kuh abgebildet--ergibt auch keinen Sinn--ich hoffe, er prägt sich das nicht ein.
Die Große ist so ein Typ--einmal falsch eingeprägt in der Rechtschreibung und es dauert gefühlt ewig bis sich das verliert.

Laut liest die Große übrigens auch nicht gerne--liegt aber einfach daran, dass sie das sehr anstrengt- sie liest nämlich sehr schnell und wenn sie laut liest wird sie immer so schnell, dass man ihr nicht folgen kann und man nichts versteht, wenn man den Text nicht kennt.
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon sinus » Sa 15. Aug 2020, 17:51

... Ich persönlich vermute übrigens, dass es für Kinder mit einem großen Wortschatz ziemlich egal ist, nach welcher Methode sie lesen lernen, weil sie schnell erkennen, um welches Wort es sich handelt. Von der Silbermethide profitieren evtl besonders die Kinder, die noch nicht so einen riesigen Wortschatz haben, weil sie das Wort nicht so schnell als Ganzes erkennen können und müssen.
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon koala27 » Sa 15. Aug 2020, 18:24

sinus hat geschrieben:... Ich persönlich vermute übrigens, dass es für Kinder mit einem großen Wortschatz ziemlich egal ist, nach welcher Methode sie lesen lernen, weil sie schnell erkennen, um welches Wort es sich handelt. Von der Silbermethide profitieren evtl besonders die Kinder, die noch nicht so einen riesigen Wortschatz haben, weil sie das Wort nicht so schnell als Ganzes erkennen können und müssen.


Ja, mir scheint die Silbenmethode auch gut dafür geeignet, dass alle Kids mitkommen--an der GS gab es damals eine Sprachlernklasse für Flüchtlinge, die ist aufgelöst worden, evtl wollen sie so auch einfach möglich alle Kinder mitnehmen---es gibt nur 2 erste Klassen-- damals gab es die Sprachlernklasse zusätzlich und die Kids kamen erst später in die "normalen" Klassen.

Der Kurze reimt sich jetzt teilweise schon Wörter zusammen, wenn er nur die 1-2 Buchstaben erkennt-- stimmt natürlich nicht immer, aber manchmal schon :gruebel:
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » So 16. Aug 2020, 09:44

So symbolisch die geschenkte Bücher sein mögen, ich halte die erstlesebücher für rausgeschmissenes Geld. Bei uns ist sowohl die Stadt als auch die Schulbücherei voll damit, ... und keiner meiner Kinder wollte sie je lesen. Wenn doch, dann wurde so ein Büchlein in 10 Minuten gelesen und auf nie mehr wiedersehen verabschiedet.

Wie ein Kind lesen lernt, ist egal. Sollte es Probleme mit Silben geben, kann man sich überlegen auf eine Alternativmethode umzusteigen. Meine Jungs wollten grundsätzlich kein Lesen üben, geschweige denn Bücher lesen solange sie nicht in der Lage waren entspannt und unbeschwert ein ordentliches Buch zu lesen. Der Kleine (7, 3. Klasse) hat vor kurzen mit Major Tom Spaß am Lesen entdeckt. Vielleicht wäre das was für deinen Kleinen. Sie sind im Format Erstlesebuches, mit bunten Bildern ab und zu, aber doch sehr Textintensiv, ein bisschen mit Wissen gewürtzt, und eine Story ist auch dabei. In der 1.-2. Klasse interessierte sich mein Kleiner sowie seine Freunde für DK Super Leser Star Wars und Lego Ninjago. Diese Serien sind auch relativ textlastig (auf jeden Fall mehr als die Standarderstleser Bücher) und enthalten viele Fremdworte, so dass sie vielleicht bis Ende 2. Klasse nicht komplett alleine erlesen werden können. Trotzdem haben sie viele Bilder, die die Jungs gerne aufmerksam betrachten. Die Sachserie Superstars von Mildenberger oder hat hier dagegen keinen interessiert. Was ist was für Erstleser ist durch die Quizfragen ein Tick besser angekommen.
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon Meine3 » Mo 17. Aug 2020, 20:53

koala27 hat geschrieben:Moin,
der Kurze wird in 2 Wochen eingeschult und lernt dann mit dem ABC der Tiere von Mildenberger lesen und schreiben. Er kennt schon alle Buchstaben- liest aber noch nicht.
Ich würde gerne wissen, was ihr für Erfahrungen damit gemacht habt.
Ich kenne das Prinzip jetzt nur von den Videos im Netz--- die Große hat 2014 noch anders lesen und schreiben gelernt und kam damit super zurecht.
Mich irritiert ein wenig, dass es - scheinbar?- keine isolierten Rechtschreibübungen gibt ( die waren bei der Großen super) und die Mitmachhefte finde ich teilweise nicht so gut gemacht, weil da sehr viel in wenig Platz untergebracht werden soll.
Vielleicht bin ich auch nur verwöhnt :-)

Wir haben jetzt überlegt, ob wir dem Kurzen zur Einschulung 1-2 Bücher holen, die extra zur Silbenmethode passen-- oder ist das überflüssig und die Kids können dann auch normale Erstlesebücher lesen ( ohne Silben in rot und blau)?
Wir wissen, dass es in der Schule kaum Bücher dazu gibt, sondern nur dünne Hefte ( ähnlich Pixi)- die hatte die Große dort damals 1-2 zum Lesen üben bekommen.

Leider hatten wir noch keinen Elternabend- der ist erst 2 Tage vor Einschulung- sonst hätten wir auch die Lehrerin mal gefragt, wie sie die Methode anwendet etc.
Bin gespannt auf eure Erfahrungen!


Bei begabten Kindern ist es meiner Meinung nach völlig schnurz, WIE sie lesen lernen, da sie es ohnehin schnell tun. Mein Sohn hatte das Prinzip des Lesens vor der Schule durchdrungen, kannte aber nicht alle Buchstaben (schlicht kein Intersse am selbst lesen gehabt :mrgreen: ), also genau umgekehrt wie bei euch. Hier wird die Anlautmethode, bzw. das lesen mit der Silbenmethode (FReiburger Rechtschreibschule) beigebracht. Ich finde die Methode des lesen lernens sehr sinnig (insbesondere bei Kindern, die sich eher schwer tun), finde es aber gleichzeitig totalen Käse, dass die Kinder anfangs nach Gehör schreiben ohne korrigiert zu werden. Grade Kind er, die mit der Rechtschreibung eher Probleme haben, gewöhnen sich so das schreiben nach GEhör an und müssen dann, quasi in einem isolierten Prozess", die Rechtschreibung verstehen, mit einbeziehen und plötzlich berücksichtigen und umsetzen.

Unser Sohn macht instinktiv vieles richtig, hat von Anfang an viel nachgefragt und liest unheimlich viel (hat wahnsinnig schnell lesen gelernt) und merkt sich daher insbesondere die schweren, langen Wörter gleich korrekt. Wenn er Rechtschreibfehler macht, dann eher bei "leichten", kurzen Wörtern (vorzugsweise mit Dehnungs-H oder Doppelkonsontanen oder ähnlichem) oder der Groß- und Kleinschreibung (noch). Er springt jetzt von der 1. in die 3. Klasse und liest wie ein Erwachsener (inklusive Intonation und Lesegeschwindigkeit. Lediglich bei Wörtern aus dem Englischen kommt es zu ulkigen Kreationen, wobei auch das immer weniger wird), schreiben tut er eben noch viel nach Gehör, auch wenn er hier weit weniger Fehler macht als seine Klassenkameraden (laut Aussage der KL).

Mein Sohn fand die Erstlesebücher von anfang an viel zu platt. Rein inhaltlich haben die ihn überhaupt nicht zum lesen motiviert. Er hat die ersten 6-8 Wochen noch oft Erstleserbücher gelesen, weil der schlicht mit der Größe der Schrift noch besser zurecht kam, hat sich aber gleichzeitig immer bitterlichst über den blöden Inhalt beschwert :schwitz: . Aber in den Weihnachtsferien las er bereits ganz normale Kinder- und Jugendromane (Geschichten). Ich persönlich würde kenie Erstleserbücher mehr für meine Leseanfänger kaufen, aber auch hochbegabte Kinder sind hier sicherlich sehr unterschiedlich. Wenn man einen Kindle hat und das Kind bereits sehr detailreiche und komplizierte Inhalte mag, so ist das sicherlich die bessere Variante zum ERstleserbuch.

Gruß Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon koala27 » Mi 19. Aug 2020, 00:24

Bei begabten Kindern ist es meiner Meinung nach völlig schnurz, WIE sie lesen lernen, da sie es ohnehin schnell tun. Mein Sohn hatte das Prinzip des Lesens vor der Schule durchdrungen, kannte aber nicht alle Buchstaben (schlicht kein Intersse am selbst lesen gehabt :mrgreen: ), also genau umgekehrt wie bei euch. Hier wird die Anlautmethode, bzw. das lesen mit der Silbenmethode (FReiburger Rechtschreibschule) beigebracht. Ich finde die Methode des lesen lernens sehr sinnig (insbesondere bei Kindern, die sich eher schwer tun), finde es aber gleichzeitig totalen Käse, dass die Kinder anfangs nach Gehör schreiben ohne korrigiert zu werden. Grade Kind er, die mit der Rechtschreibung eher Probleme haben, gewöhnen sich so das schreiben nach GEhör an und müssen dann, quasi in einem isolierten Prozess", die Rechtschreibung verstehen, mit einbeziehen und plötzlich berücksichtigen und umsetzen.

Unser Sohn macht instinktiv vieles richtig, hat von Anfang an viel nachgefragt und liest unheimlich viel (hat wahnsinnig schnell lesen gelernt) und merkt sich daher insbesondere die schweren, langen Wörter gleich korrekt. Wenn er Rechtschreibfehler macht, dann eher bei "leichten", kurzen Wörtern (vorzugsweise mit Dehnungs-H oder Doppelkonsontanen oder ähnlichem) oder der Groß- und Kleinschreibung (noch).

Hallo,

hier in NDS. ist die reine Reichen - Methode= schreiben nach Gehör seit Feb. 2020 verboten worden; worüber ich sehr froh bin.
Die Große hatte das Glück, dass ihre Lehrerin das damals auch schon nicht gemacht hat--da war es den Lehrern noch freigestellt--für sie wäre es totales Gift gewesen-wenn sie sich etwas flasch einprägt, dann braucht sie ewig, bis sie es richtig "auf ihrer Festplatte" verbessert hat-- egal ob Deutsch oder Englisch--
und wenn sie nach Gehör geschrieben hätte--dann wäre es eine Katastrophe gewesen.

Deshalb bin ich ja etwas beunruhigt, dass es zwar einerseits abgeschaftt wurde, aber andererseits der Kurze jetzt kein reines Rechtschreibübungsheft hat--bei der Großne war es zwar ein - sehr stumpfes- Heft, aber sie mochte es gerne und hat es auch gut verstanden.
Das Resultat haben wir Anfang Klasse 5 gemerkt- es gab am Gym einen Rechtschreibtest und es waren in ihrer Klasse sehr viele, die eben nicht von 49 Wörtern mindestens 40 richtig hatten und somit für den Deutschförder vorgeschlagen wurden.

Ich werde mal abwarten, wie es beim Kurzen läuft-- wenn es offensichtlich wird, dass da nichts in der Beziehung läuft in Klasse 1 werden wir mal nachfragen und sonst halt privat das Heft holen, was die Große hatte und damit etwas arbeiten.

Wir haben eine Freundin- selber Lehrerin für u.a. Englisch- deren große Tochter diese Methode Schrieben nach Gehör hatte-- die hat dann ab Klasse 3 mühevoll versucht mit der - genervten Tochter- alles aufzuholen--alle Fehler abzuarbeiten--weil es eben anders gar nicht funktionierte. Bei den Zwillingen, die später eingeschult wurden gab es die methode auch noch-- und sie hat dann von Anfang an- quasi gegen die Lehrerin- gearbeitet, weil sie nicht wollte, dass die beiden dann auch später massive Probleme haben---zumal die Methode spätestens in Klasse3 beim Englischunterricht total nach hinten los geht...und das wusste sie eben nur zu gut.

Das habe ich immer im Hinterkopf und war sehr froh, dass die Große eine GS Lehrerin hatte die Germanistik und Mathe studiert hatte und entsprechend gut zumindest die Fächer unterrichtet hat

Mit den Erstlesebüchern warten wir jetzt mal ab--und sehen dann weiter- die sind ja sonst fix gekauft-- unsere Stadtbücherei ist in der Beziehung leider keine Hilfe.
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 19. Aug 2020, 09:09

Liebe Koala,

du machst dir so viele Sorgen um die Sachen, die noch nie da sind... Je weniger Hefte ein begabtes Kind hat, desto einfacher ist das für alle. Dein Sohn braucht kein spezielles Matherial um Grundschulbasics zu erlernen. Ganz im Gegenteil mit einem Jungen, damit will ich sagen, dass sie anderes durch die Schule, die Pflicht und Langeweile gehen als die Mädchen, wird es dir sehr schnell präsent, wie viel für ihn unnötige WIederholung schon ohnehin drin steckt. Du kannst ihn sensibilisieren, richtig zu schreiben, seine Fragen beantworten, aber bitte kauft keine Zusatzhefte und korrigiert nicht jeden Fehler falls er was freiwillig schreibt. Das demotiviert die Kinder total. Mein Sohn hatte bis zur Mitte 7. Klasse grauenhafte Rechtschreibung. Auf einer Seite kam ein und dassselbe Wort in dreifacher Variation. Ich habe mit der Deutschlehrerin besorgt gesprochen. Sie sagte mir ganz bestimmt, es sei kein LRS. Ich habe ihr nicht geglaubt, ich habe dem Sohn angekündigt, solle es nicht besser werden, gehen wir LRS testen. Ab dann ging berauf. Das Kind hat verstanden, dass Rechtschreibung wichtig ist. Vielleicht war er bis dorthin so weit, sein Gedankentempo zu drosseln um sich um die Rechtschreibung zu kümmern. Denn er schrieb vorher falsch, obwohl er alle Regeln perfekt kannte.

Auch war es mir nicht klar, wie wenig die Rechtschreibung in den hoheren Klassen bewertet wird. Der Sohn bekam in der 7. 2er für die Aufsätze, weil die Struktur, der Wortschaft und das Textverständnis viel höher bewertet wurden als einzelne Rechtschreibmacken. Insgesamt hatte der Sohn am Ende der 7. Klasse eine 1 in Deusch.
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Re: ABC der Tiere ( Mildenberger) Erfahrungen?

Beitragvon koala27 » Mi 19. Aug 2020, 15:33

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Liebe Koala,

du machst dir so viele Sorgen um die Sachen, die noch nie da sind... Je weniger Hefte ein begabtes Kind hat, desto einfacher ist das für alle. Dein Sohn braucht kein spezielles Matherial um Grundschulbasics zu erlernen. Ganz im Gegenteil mit einem Jungen, damit will ich sagen, dass sie anderes durch die Schule, die Pflicht und Langeweile gehen als die Mädchen, wird es dir sehr schnell präsent, wie viel für ihn unnötige WIederholung schon ohnehin drin steckt. Du kannst ihn sensibilisieren, richtig zu schreiben, seine Fragen beantworten, aber bitte kauft keine Zusatzhefte und korrigiert nicht jeden Fehler falls er was freiwillig schreibt. Das demotiviert die Kinder total. Mein Sohn hatte bis zur Mitte 7. Klasse grauenhafte Rechtschreibung. Auf einer Seite kam ein und dassselbe Wort in dreifacher Variation. Ich habe mit der Deutschlehrerin besorgt gesprochen. Sie sagte mir ganz bestimmt, es sei kein LRS. Ich habe ihr nicht geglaubt, ich habe dem Sohn angekündigt, solle es nicht besser werden, gehen wir LRS testen. Ab dann ging berauf. Das Kind hat verstanden, dass Rechtschreibung wichtig ist. Vielleicht war er bis dorthin so weit, sein Gedankentempo zu drosseln um sich um die Rechtschreibung zu kümmern. Denn er schrieb vorher falsch, obwohl er alle Regeln perfekt kannte.

Auch war es mir nicht klar, wie wenig die Rechtschreibung in den hoheren Klassen bewertet wird. Der Sohn bekam in der 7. 2er für die Aufsätze, weil die Struktur, der Wortschaft und das Textverständnis viel höher bewertet wurden als einzelne Rechtschreibmacken. Insgesamt hatte der Sohn am Ende der 7. Klasse eine 1 in Deusch.


Hallo Katze !

Das mit dem Sorge machen stimmt schon, ich kann es schwer abstellen.

Allerdings wird hier schon in Klasse 4 auf Rechtschreibung viel Wert gelegt-- da werden Aufsätze nachdem Schema korrigiert, die ich früher nur aus dem Englsichunterricht kannte..
Anzahl der Wörter wird gezählt und dann die Fehler pro Wort/ Zeichen etc. daraus kommen dann Prozente und dafür gibt es dann Anhand der Prozentzahl Noten....
ich war damal ganz überrascht, wie stark es gewertet wurde

und auch am Gym der Großen wird seit Klasse 5 darauf massiv geachtet-- in jedem Fach---nicht nur in Deutsch/ Englisch/ Latein---
und geht halt in die Noten ein

jede eingesammelte Mappe hat einen Bewertungsbogen- darauf wird auch vermerkt, wieviele Rechtschreibfehler es sind und die Große hat bisher in jeder Mappe Punktabzüge für Rechschreibung bekommen-- für so Sachen wie-- Kommas, I-punkte, Das/dass etc.

und es steht halt dabei "Hast du alles richtig geschrieben?" als Arbeitsauftrag für die Mappen...

von daher ist es hier an den Schulen schon Thema, was eben präsent ist

Deshalb wahrscheinlich auch meine ganzen Gedanken dazu :-)
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