Beschäftigung im Unterricht

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon sinus » Di 22. Sep 2020, 08:57

...meine Tochter hat seit Klasse 4 auch schon immermal gesagt, dass sie evtl Lehrerin werden könnte.
Und dann Mathe ganz anders machen würde, als es jetzt läuft.
Sei erklärt mitunter auch ganz gern der kleinen Schwester mal was.
Aber wenn sie es nicht gleich versteht.... auweia. Also an der Geduld müsste sie defintitv noch arbeiten...
(Mit mir ist sie auch immer äußerst ungeduldig, wenn ich sie mal nicht gleich verstehe.)

Wir hier übernehmen in unserer Alternativ-Schule Biologie/Schulgarten & Kunst.
Wir haben ein tolles Biotop im Garten, diverse Tiere und Pflanzen im Garten und die Große hat Ahnung.
Kunst mach ich zusammen mit der Großen, ich geb ja eh Kindermalkurse.
Die Kleine unterrichtet Herstellung von Naturfarben. Damit experimentiert sie derzeit eh immer herum.

PS: Die Kleine hat übrigens in ihrer Grundschule tatsächlich das Fach "Schulgarten". Wusste ich gar nicht, dass es das noch gibt. Ich hatte das als Kind auch. (Und sogar auch "Handarbeit", also zusätzlich zu "Werken".) Die Große in ihre Schule nichts dergleichen. (außer Werken)
Gibts/gabs sowas wie Schulgarten bei euren Kindern?

PS2: Die Kleine hat schon ein Lieblingsfach auserkoren. Ganz die Schwester und die Mama: KUNST.
Und doof ist: Deutsch. (Klar, zu langweilig)
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 15. Okt 2020, 08:24

Update.

Gestern hatte die Klasse eine Doppelstunde Mathe. Mein Sohn hatte währenddessen frei! Sein Rechentrainer von der 3. Klasse ist jetzt endlich fertig. Das Heft für die 4. liegt seit dem Schulanfang in der Schule. Stattdessen sitzt er im Unterricht ohne mitzumachen und malt in seinem Spaßheft. Ich weiß nicht, was ich von dem Konzept halten soll. Ich habe das Gefühl, dass die Schule es versucht, auf jeden Fall zu verhindern, dass er in diesem Jahr mit dem 4. Heft fertig wird. Aber wie vernünftig ist denn das? Er kann schon jetzt alles was dort steht...und im Hintergrund der Diskussion flippt der Große aus, dass er auch noch nie in der Schule was gelernt hat. Ich habe echt keine Geduld mehr.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon sinus » Do 15. Okt 2020, 08:53

Hä? Er hatte frei, d.h. er musste nicht mitmachen? Aber 2 Stunden im Unterricht sitzen und sich selbst beschäftigen?
Das ist ja dann wohl eher kein "Konzept"...
Wieso können sie ihm nicht angemessene Aufgaben geben? Das muss doch möglich sein?
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 15. Okt 2020, 09:05

@sinus

der enzige Schwerpunkt des Konzepts scheint zu sein, ihm eine Fussfessel anzulegen, damit er nicht so schnell ist. Also hatte er gestern in der Schule zwei Stunden Waldausflug als Sachunterricht, zwei Stunden frei Beschäftigen, und eine Stunde ohne Lehrer, indem die Schulbegleitung eines Kindes auf die ganze Klasse aufgepasst hat. Ta-da-da-dam.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Auguste » Do 15. Okt 2020, 09:12

Doch, das ist ein Konzept. Nennt sich "Ausbremsen". Es hat sich halt nur noch nicht überall herumgesprochen, dass das kontraproduktiv ist.

Und ja, man könnte dem Kind adäquate Aufgaben zur Verfügung stellen. Andere Schulen oder auch nur andere Lehrer können das ja auch. Nur das muss man auch wollen als Lehrer...

Ich bin echt so froh, dass wir nur noch ein Jahr in der Grundschule haben (allerdings Klasse 6) und es bei uns im Moment einigermaßen läuft. Wenn ich Eure Berichte lese, werde ich sofort wieder an die schlechten Zeiten vom Sohn erinnert. Ich kann verstehen, dass man da mit der Geduld am Ende ist. Aber das Problem ist ja, das man nicht viel machen kann. Wir hatten Glück, dass die neue Klasse + Lehrer jetzt passt. So viel Glück haben leider nicht alle.

Ich wünsche Euch starke Nerven für den Rest der Grundschulzeit. Mehr fällt mir dazu im Moment nicht ein. :(
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 15. Okt 2020, 09:18

Ich fürchte, dass trotz meiner wiederholten Erklärungen darüber, wie schnell dieses Kind ist, nichts davon angekommen ist. Ich glaube sogar, er tut der Leherin leid, dass die Mutter von ihm so schwere Aufgaben fordert. Leider tut die Mutter, die am Nachmittag die ganze Frust und die Wutanfälle nach dem "enspannten" Vormittag abkriegt, keinem Leid. Der Kleine hat schon ein DinA4 Heft voll gemalt. Ich habe der Schule angeboten, dass ich für diese Doppelstunde komme und ihn dann mit den Matheaufgaben beschäftige, die mit dem Schulstoff nichts zu tun haben, aber so was können sie nicht erlauben. Also geht mein Kind in die Kunstschule, in der die Kunst so tun als ob lernt. Denn malen mag er eigentlich nicht wirklich... Er will Matheunterricht, und bitte nicht 30 plus 120, die die Klasse jetzt rechnet.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon charlotte12 » Do 15. Okt 2020, 09:32

Dieses "Mach-was-du-willst-aber-sei-leise"-Konzept hatte meine Tochter in Deutsch mit Unterbrechungen über fast drei Jahre. Meine Tochter hatte in der Grundschulzeit sechs verschiedene Deutschlehrer (wenn ich keinen vergessen habe), und dieses Konzept war im Rückblick betrachtet zwar auch nicht toll aber immer noch am besten. Speziell für meine Tochter war eine andere Lehrerin optimal, die ausschließlich auf die Klassenbesten fokussierte und in Klasse 3 mit Kopien aus Fünftklässler-Büchern arbeitete, was aber absolut nicht sozialverträglich war und zu ungeahnten Aggressionen auf Elternseite führte, da ein großer Teil der Klasse nur noch Bahnhof verstand. Wirkliche durchdachte Differenzierung mit passenden Aufgaben incl. Lerneffekt sowohl für Überflieger als auch für Kinder mit Schwierigkeiten, das hab ich bei keinem der Lehrer erlebt. Aktuell habe ich den Eindruck, mein Kind hat (jetzt in Klasse 5) zum ersten Mal im Leben wirklich das Fach Deutsch. Sie ist gerade völlig von den Socken, dass es in Deutsch doch tatsächlich etwas Neues zu lernen gibt, und resümierte gestern, dass sie in der kompletten Grundschulzeit genau zwei Dinge in Deutsch gelernt hat - die Schreibschrift und die vier Fälle...
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon sinus » Do 15. Okt 2020, 09:34

Kannst du ihm nicht einen kleinen Laptop mitgeben, an dem er arbeiten kann? Es gibts da ja einges an Lernplattformen im Netz.
Kostest tw was, aber vielleicht wär das ja trotzdem eine Möglichkeit...?

Die Schule meiner Großen hat bspw grad ein Abo für "Bettermarks" (oder so) für die Klasse für Mathe abgeschlossen.
(Und mein mathehassendes Kind hat gestern freiwillig ihre Freizeit damit verbracht, dort 1-2 Stunden lang Mathe-Aufgaben zu lösen...)

Ich finde es ein Unding, dass diese Kinder in der Grundschule auf diese Weise ihre Zeit einfach nur absitzen müssen.
Mal geht das, aber doch nicht dauerhaft und unter dem Deckmantel, dass das ein "Konzepts" sei :evil:

Gibt es bei euch keine Beratungsstelle, die die Schule unterstützen kann?
Hier macht das die BzB (Beratungsstelle zur Begabtenförderung, eine öffentliche Einrichtung) kostenfrei und kommen dafür auch an die Schulen.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 15. Okt 2020, 09:38

@sinus

die Beratungsstselle hat schon zick mal angeboten, den Kontakt zu halten, zudem in der Parallelklasse auch ein frischer Springer sitzt. Aber wer braucht schon so was? Wenn der Kleiner als einziger ein Laptop mitbringt, ich hätte sogar hier so ein historisches Exemplar, der mir nicht leid tut, dann vergehen die Anderen vor Neid.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Karen » Do 15. Okt 2020, 09:39

Gibt es eine Thema in Mathe das ihm interessiert? Bei meiner Tochter war es Zeit lange Prozent-rechnen und Symmetrien finden in 3D objekten in Geometrie. Kannst du etwas finden was er gerne machen würde, was mit Mathe zu tun hat aber nicht umbedingt 4 Klasse oder so ist und ihm das dann in seinem Malheft machen lassen ohne dass es Lehrerin einfordert? Also - statt malen - komplexe Figuren Zeichnen, 3 D Objekte zeichnen, Symmetrien finden oder spiegeln usw.
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