Beschäftigung im Unterricht

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 10. Sep 2020, 15:11

@charlotte

Nein, zufällig hat die Lehrerin schon genug Kinder. Diese Lehrerin hatten schon meine Großen und mein großer Sohn kann sich immer noch erinnern, wie er sich mit ihr angelegt hat zum Thema, ob der Fuchs ein Fleischfresser oder ein Allesfresser sei. Meine Tochter, die Sprachteil von WISC gedecklt hat, hatte bei ihr in der Leseprobe eine 5. Ich habe mir gedacht, vielleicht hat die Lehrerin durch 10 Jahre Erfahrung und eigene Kinder was gelernt. Tja.

PS Bei Jungs ist die Störkomponente nicht zu unterschätzen. Der Kleine ist weder scheu noch auf den Mund gefallen. Wenn er sich absolut nicht beschäftigen kann, wird er quatschen oder Klassenkaspar spielen.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Auguste » Do 10. Sep 2020, 15:31

charlotte12 hat geschrieben:O je. Meiner Erfahrung nach ist das eine beliebte Strategie von Lehrern - wenn Eltern mit Differenzierung nerven, dann suche man beim Kind irgendeinen Fehler (findet man immer) und reite darauf herum. Stufe zwei ist dann, die Noten zu drücken, z.B. ansatzweise unsauber geschriebene Buchstaben (bzw. bei euch Zahlen) bewusst falsch zu lesen und als Fehler anzustreichen, Kind so zu verunsichern, dass es anfängt Fehler zu machen usw. Genau diese Art von Reaktion war der Grund, warum ich irgendwann aufgegeben hatte, mit Lehrern zu reden - entweder sie merken es von selbst oder Reden hat keinen Sinn bzw. geht nach hinten los. Meine Tochter hatte in vier Grundschuljahren sieben(!) unterschiedliche Deutschlehrer. Davon haben genau zwei zumindest zeitweise wirklich differenziert, und beide machten das von sich aus. Einer hat auf mein vorsichtiges Anfragen nach Differenzierung mit o.g. massiven Angriffen aufs Kind reagiert. Eine differenzierte nach Gesprächen jedes Mal halbherzig für ein paar Tage. Zwei waren schon ohne Differenzierung heillos überfordert. Und eine verstand unter Differenzierung, dass meine Tochter machen durfte, was sie wollte, so lange sie nicht störte.
Ich habe leider keine Lösungs-Idee. Würde dir nur dringend raten, nicht weiter bei der Lehrerin vorzusprechen, wenn du merkst, sie will nicht. Damit sie sich nicht unter Druck gesetzt fühlt und nicht auf die Idee kommt, beweisen zu wollen, dass das Kind eben doch Defizite hat. Meine Tochter hatte übrigens keinen Mathe-Lehrer länger als ein Jahr am Stück. Die Lehrerin ist nicht zufällig jung und frisch verheiratet oder so?


Genau so kenne ich das leider auch. Bei uns in Deutsch oder Sachunterricht.
Plakat anfertigen und Vortrag halten:

1. Versuch: Note 3, weil zu viele Bilder auf dem Plakat, Überschrift zu klein, zu wenig Text. Vortrag eine 2 - zu kurz.

2. Versuch: Note 3 fürs Plakat, weil zu wenig Bilder, Überschrift zu groß, zu viel Text. Vortrag eine 2 - zu schnell gesprochen.

3. Versuch: 2 fürs Plakat - ohne Begründung und für den Vortrag gab es gar keine Note, weil die Lehrerin "erst noch was nachschauen" wollte, bevor sie die Note festlegt. Sie hatte wohl gehofft, dass sie dem Sohn nachweisen kann, dass er irgendwas falsches erzählt hat. Die Note hat er nie bekommen - sie hätte ihm wohl eine 1 geben müssen...

Dann erfinden wir noch ein paar 5er und 6er für angebliche mündliche Kontrollen (die einfach so im Notenbuch stehen, ohne dass das Kind oder wir jemals erfahren hätten, wofür die vergeben wurden), weil irgendwie müssen ja die 1er und 2er aus den schriftlichen Arbeiten ausgeglichen werden, damit dann auf dem Zeugnis eine 3 erscheinen kann.

Schließlich hatte uns die Lehrerin ja in jedem Elterngespräch prophezeit, dass "die Noten schon noch schlechter werden, wenn er so weitermacht". Das Ergebnis waren dann tatsächlich jeweils eine 3 in Deutsch und Sachunterricht auf dem Zeugnis. Und zwar genau auf dem Zeugnis, mit dem sich der Sohn sich die Begabten-Klasse am Gymnasium bewerben musste (und wo die Notensumme in Ma + D + Sachkunde nicht höher als 5 sein durfte). :evil: Lehrer haben so viel Macht und wenn die Schulleitung sich hinter solche Lehrer stellt, dann haben weder Eltern noch Kind eine Chance. :evil:

Komisch nur, dass das selbe Kind im Schuljahr darauf (in neuer Klasse, mit anderen Lehrern) einen Zeugnis-Durchschnitt von 1,6 hat - wo die (berechtigte) 3 in Sport und die 2er in Kunst und Musik mit eingerechnet sind ;)
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 10. Sep 2020, 16:03

Ihr habt Recht. Aber was soll ich tun? Dieses Kind hat ein Fable für Gerechtigkeit. Er folgt den Regeln in der Schule, weil er sich dafür bewusst entschieden hat. Er kann sich es aber auch anders überlegen, wenn er nichts zu verlieren hat. Ich weiß wohin das führt. Geschweige denn von dem Problem, dass er schon jetzt die Lehrerin zwar anlächelt und das Heft nimmt, aber zuhause deswegen einen Wutanfall bekommt.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Auguste » Do 10. Sep 2020, 16:10

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ihr habt Recht. Aber was soll ich tun? Dieses Kind hat ein Fable für Gerechtigkeit. Er folgt den Regeln in der Schule, weil er sich dafür bewusst entschieden hat. Er kann sich es aber auch anders überlegen, wenn er nichts zu verlieren hat. Ich weiß wohin das führt. Geschweige denn von dem Problem, dass er schon jetzt die Lehrerin zwar anlächelt und das Heft nimmt, aber zuhause deswegen einen Wutanfall bekommt.


Bei uns half nur ein Klassenwechsel, weil er dadurch auch andere Lehrer bekam. Wenn das nichts gebracht hätte, dann wäre der nächste Schritt ein Schulwechsel gewesen. Bei meinem Sohn war der Leidensdruck aber am Ende so groß, dass er alles gemacht hätte, nur um von dieser Lehrerin wegzukommen. Mein Sohn bekommt jetzt noch Brechreiz, wenn er die Frau nur auf dem Schulflur sieht - und das alles ist inzwischen über ein Jahr her.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon koala27 » Do 10. Sep 2020, 23:34

Wenn er den Stoff von Klasse 3 komplett kann- die Lehrerin das aber anders sieht...würde dein Sohn ein FORDERHEFT von Klasse 3 machen mögen? (Anstelle von dem Teil der Lehrerin)Sonst ihm das mitgeben, dass er das jetzt macht und wenn das dann durch ist, dann Mathe Klasse 4 und Forderheft Klasse 4 machen lassen.
Und mal schauen, welcher Stoff in Mathe gar nicht behandelt wurde, und dazu was besorgen/ machen lassen.
Dürfen bei Euch die Kids auch an den Rechner im Unterricht? Bei der Großen war es damals in der Grundschuel so, wer fertig war durfte am Computer Mathe oder Deutsch machen-- evtl. geht das bei Euch ja auch. Es gibt auch PM Hefte Logiktrainer-- ich weiß nicht, ob du die kennst. Evtl. wäre das sonst auch was-- da sind manchmal auch Aufgaben unter Zeit drin und da kommen auch HB Kids an ihre Grenze ( habe ich schon getestet).

Ich befürchte leider auch, wenn die Lehrerin jetzt schon so drauf ist, dann wird das ein langes Jahr...
Und gerade wenn sie eigene Kids hat, dann noch eher--- denn was ihre Kids nicht können, können doch andere Kids auch nicht können...
( Die Große hatte auch so eine Lehrerin...der Sohn ist gleichalt wie die Große...und sie hat immer verglichen :roll: :roll: )
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 11. Sep 2020, 06:47

Danke koala, das Heft, den Rechentrainer und das Forderheft der 3. Klasse hat er letztes Jahr gemacht. Natürlich kann er das. Manche Sachen hat er vielleicht vergessen, aber nach einem kurzen Blick erinnert er sich schnell. Ich spreche mit der Lehrerin nächste Woche, habe aber keine Hoffnung, dass sie kooperiert. Dass die Lehrerin vergleichbar alte Kinder hat, die nicht hochbegabt sind, halte ich auch für ungünstig. Man meinte, als Fachmann sollte man sich an die Ethik halten können, aber in Wirklichkeit kommen doch oft Gefühle dazu.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Karen » Fr 11. Sep 2020, 11:03

Wenn er schon das gleiche Heft gemacht hat - hast du den noch und kannst du es die Lehrerin mal zeigen? Eventuell sieht sie ein dass genau das gleiche zweite mal machen Sinnfrei ist?
Meine Tochter geht in der 3 Klasse einer gemischte 3/4 Klasse. Sie hat in Mathe ein Förderheft der 4 bekommen und arbeitet dort. Aber durch jahresübergreifendes Lernen haben die Kinder sowieso Wochenpläne und es fällt niemandem gross auf das sie was anderes in Mathe macht. Ausser ein Paar leistungsorientierten Mädchen aus der 3 Klasse die dann genervt sind dass sie es darf/kann und sie nicht. Also - grundsätzlich ist Differenzierung kein Problem wenn die Lehrerinnen das wollen. Was bei euch leider nicht der Fall ist.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Auguste » Fr 11. Sep 2020, 12:07

Die Kinder die Aufgaben aus dem nächsten und übernächsten Schuljahr abarbeiten zu lassen, mag ja temporär etwas bringen. Aber gelöst ist das grundsätzliche Problem damit doch auch nicht. Das ist nur verschoben.

Was machen die Kinder dann in Klasse 4, wenn sie in der 3. Klasse schon mit den Aufgaben bis zum Ende der Grundschule durch sind? Die Grundschullehrer werden weder Aufgaben für die 5. oder 6. Klasse besorgen, noch werden sie diese kontrollieren.

Da muss eine andere Lösung her, nur braucht es dazu Grundschullehrer, die eine solche Lösung auch wollen. Dass Differenzierung auch geht, ohne dem Schulstoff der nächsten Jahre vorzugreifen, haben ja durchaus einige hier erleben können.

Die jetzigen Lehrer meines Sohnes bekommen das auch hin. Aber die Differenzieren bereits von sich aus, ohne dass man das als Eltern erst einfordern muss. Es gibt generell Aufgaben in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen und die Kinder dürfen sich aussuchen, welche sie machen wollen. Alle Aufgaben betreffen den gleichen/laufenden Stoff, nur die schweren Aufgaben gehen halt tiefer.

Meinen Sohn hat in den bisherigen Klassen immer diese Oberflächlichkeit genervt. Dass bei jedem Thema nur an der Oberfläche gekratzt wird und wenn es für ihn spannend/interessant wird, dann gehen sie zum nächsten Thema über, um das genau so oberflächlich zu behandeln - egal in welchem Fach.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Meine3 » Fr 11. Sep 2020, 14:11

ich sehe keine wirkliche Lösung für das Problem. Er ist schlicht zu schnell in Mathe und das wird er immer bleiben. Egal wie viel er da vor arbeitet, er wird dann immer wieder an die Grenzen kommen, wo die Lehrer dann auch sagen: jetzt reichts aber :roll:.

Wie sieht es denn mit einem anderen Schulsystem aus, also ein Schulwechsel?? :mrgreen:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 11. Sep 2020, 14:27

Ich will und werde das grundsätzliche Problem nicht lösen können. Aber ab der 5. gibt es einen HB-Zug und meine Großen sind dort sehr zufrieden. Vor allem der ältere Sohn, der vorher die Schule nicht ertragen konnte, geht jetzt gerne hin!

Der Kleine ist ein Bilderbuchbeispiel für ein autonomes Kind nach der Definition von Jesper Juul. Er macht nur das, wozu er sich selber aus den freien Stücken entschieden hat. Jegleicher Versuch ihm jetzt die Knobelhefte aus der 3. Klasse unterzujubeln wird scheitern. Er ist der Meinung, er sei mit Mathe 3. Klasse fertig, er will weiter. Immerhin fand er heute den Mut, der Lehrerin selbt den neuen Rechentrainer zurückzugeben und den alten zu zeigen, dass er schon fast komplett ausgefühlt ist. Ich lege die Hand ins Feuer, dass der Lehrerin der ganze Kramm überhaupt nicht passt, und das die beiden schon nach einer Woche einander nicht ausstehen können. Aber Wechsel geht nicht. Es gibt hier physisch keine Alternativen und in der Coronazeiten wird eine Schule unwahrscheinlich einen Gastantrag im Eilverfahren bewilligen... und wenn doch, das wäre dann das Gleiche plus zusätzliche Fahrerei. Alternative Schulen sind entweder zu teuer und auch nicht besser geeignet, oder schlecht bis unerreichbar.

Es sieht so aus, dass die nächsten zwei Jahre ein offener Kampf angesagt ist.
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