Beschäftigung im Unterricht

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 16. Okt 2020, 11:59

Ich sage ja nicht, dass die Zustände beneidenswert wären. Es ist anders herum, wenn wir so viele Möglichkeiten, so viel mehr Wohlstand haben, warum sind dann unsere Kinder oft so gestresst und unglücklich? Die Anwort auf diese Frage hat sehr wohl mit dem Bildungsystem und dem Rechtssystsem zu tun. Das Leiden einer Lehrerin in einer unsteuerbaren Grundschulklasse auch. Wir suggerieren den Kindern auf eine Seite den Schein der Demokratie, auf der anderen bürden wir ihnen die Schulpflicht auf. Wir suggerieren Kinder die Gerechtigkeit, aber selbst übelsten Taten bleiben unbestraft, weil die Lehrer Angst vor den Eltern haben. Laut der ehemaligen Lehrerin vom Kleinen hätte das Kind, das ihn auf dem Schulhof gewürgt hat, einen verschäften Verweis bekommen sollen. Dann aber kam der Vater des Angreifes angerannt, bedrohte alle mit einem Rechtsanwalt, und es gab gar keinen Verweis. Der gleiche Vater griff den Sportlerhrer seines älteren Kindes an, weil der Lehrer seinem Kind für Nichtteilnehmen an einer schulische Veranstalltung während des Skilagers einen Verweis gegeben hat. Die Begründung war, der Lehrer ist selber blöd, er hätte den zu Veranstalltung nicht erischienenen 7. Klässler suchen müssen und aufpassen, dass er mitkommt.

Ja, das Gesetzt setzt voraus, dass Kinder nicht strafmündig sind. Der normaler Menschenverstand sagt es einem aber, dass für die Strafen und Erziehung der die Staftaten behenden Kindern, dann nicht der Staat, sondern Eltern, Erzieher und Lehrer zuständig sind.

Was ich in der momenaten Situation total bizzar finde: Alle Wissen, dass die Schule weiter nicht so funktionieren kann und in ein Paar Tagen die Rechte der Kinder wieder extrem beschnitten werden. Statt den Kindern den Gemeinschaftsgefühl mitzugeben, mit ihnen Waffeln und Plätzchen zu backen, in den Wald zu gehen, und im Herst auf der Wiese die Drachensteigen zu lassen, wird Stoff in solchen Mengen eingetrichtert, dass die Kinder sich verschlucken. Als ob diese eine Stund pro Tag, die für eine gemeinschaftliche Aktion nötig wäre, was ihn ihrem akademischen Fortschritt ändern würde. Das zeigt ganz klare Prioritäten. Leistung vor Sozium.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon koala27 » Fr 16. Okt 2020, 16:35

Hallo Katze,
Bei „Bettermarks“ hat die Große während des Lockdowns von ihrem Mathelehrer Aufgaben bekommen, die sie lösen musste und die Ergebnisse wurden an den Lehrer zurückgemeldet von der Plattform aus.
Evtl. könntet ihr das der Schule ja dahingehend „ verkaufen“ das er damit im Unterricht arbeiten kann wenn er sonst keine Aufgaben bekommt. Bei der Großen damals in der GS durften immer die schnellen Kids am Rechner Mathe oder Deutsch machen „ als Anreiz“ für alle Kids halt sich zu beeilen.
So würde ich das dort auch anbringen nicht als Extrawurst sondern als Anreiz für alle Kids. Spricht ja nichts dagegen wenn auch andere Kids was am Rechner machen wenn sie fertig sind— dein Sohn macht halt Klasse 4 und die anderen Klasse 3 —- und später dann halt eben Klasse 5 —- dann machen alle schnellen Kids was Rechner wenn sie wollen ...
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 16. Okt 2020, 17:26

Die Schule will ihm nicht mal das Heft geben, mit welchen Gedanken bringen ich sie dazu, ihm höhere Aufgaben im Computer zu erlauben? Heute habe ich mir eine Seite aus dem alten 4. Klässlerheft der älteren Schwester ausgeschnitten und ihm in die Knobelmappe reingeheftet. Ich habe mit ihm kurz wiederholt, wie man schriftlich multipliziert, dann hat er die Seite in der Schule weiter gemacht. Ich habe viele andere Blätter in die Mappe reingelegt, u.a. die Känguruaufgaben, aber der Sohn hat extra diese Seite ausgesucht, ausgeheftet, und bearbeitet. Ich weiß gar nicht warum ich ums ganze Heft kämpfe. Eigentlich kann er das alles schon. Als nächtes schiebe ich auf der gleichen Weise noch schriftliche Division rein, dann war es schon mit dem Mathestoff der 4. Klasse.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Meine3 » Fr 16. Okt 2020, 19:24

es ist ein Elend. Ich finde du löst das ganz gut. Dann kleb ihm da halt ins Knobelheft Aufgaben rein. Nur: in Klasse 4 wird er das dennoch alles mitmachen müssen.


Sohn hat ja nun auch den Stoff der 2. Klasse Mathe im Schnelldurchlauf erledigt und das wird wieder übel in der 2. Klasse den ganzen Sermon sich nochmal anzuhören. Ein Jahr lang :roll:. Ich werde ihm da auch ungefragt Material mitgeben und hoffen, dass er das dann bearbeiten darf. Das Hauotprobem ist, wie wir hier schon mehrfach festgestellt haben, dass die Lehrer einfach nicht verstehen, wie unsere Kinder ticken. Die brauchen nunmal keine 10 Wiederholungen. Da reicht einmal erklären, vielleicht auch ein zweites Mal und dann wird das umgesetzt, verstanden, gut ist. Wenn überhaupt. Vieles erschließen sich die Knirpse ja auch selbst. Aber das verstehen sie einfach nicht.

Mein Sohn meinte Ende September: "so. Jetzt haben wir 9/12 des Jahres hinter uns." :lol:. Soviel zum Thema Bruchrechnen. Wann wird das nochmal gelehrt? :?
Da wir den Sprung ja "abgelehnt" haben, wird man uns gegenüber mit Differenzierung vermutlich NOCH unwilliger sein als zuvor. Wobei das natürlich auch gegen sie arbeitet. Denn je mehr Leerlauf da ist, desto mehr Möglichkeit zum Stören ist gegeben :? ... Dein Kleiner ist ja zum Glück kein Störer, besser macht es die Situation dadurch aber lediglich für die Lehrer :cry:
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 16. Okt 2020, 19:43

@Meine3

Nein, der Kleine wird das nächste Jahr keine Mathe4 machen. Ich beantrage, falls keine Kooperation da ist, Leistungserhebung und Befreiung vom Lehrplan aufgrund der Ergebnisse. So wie die Nachrichten heute aussehen, bekommen die Kinder bundesweit glech mindestens den Hybridunterricht, und dann ist das Thema Differenzierung mit 3 Stunden Schule am Tag eher erledigt.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Meine3 » Fr 16. Okt 2020, 20:10

ein Sabbatical? Wenn ja, wie funktioniert das genau? Er bleibt dann zu Hause und steigt direkt im Gymnasium ein oder bleibt nicht zu hause, sondern springt in die 5.? Oder nur Befreiuung in Mathe? Wenn letzteres was tut er in der unterrichtsfreien Zeit?
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 16. Okt 2020, 22:26

Nein, das Sabbatical leider nicht. Er macht entweder nix oder was anderes, aber nicht das angesagte Programm. Mir ist das egal, das ist mein letztes Kind an dieser Schule, und ich werde nichts unversucht lassen. Der Rektor ist ein anständiger Mensch, ich scheue keinen offenen Kampf.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » So 18. Okt 2020, 12:29

Ich habe der Lehrerin eine Email geschrieben und sie zieht bewusst die Handbremse an und gibt dem Kind nicht das 4. Heft. Ich weiß nicht, was der Rektor dazu sagt, aber es ist gegen die Vereinbarung. Sie will das Kind in die Breite mit den Knobelaufgaben fördern, bis "die Materialien der Begabtenförderung ausgeschöpft sind".

Kind hat keine Lust auf Knobelaufgaben, weil es immer wieder das Gleiche ist: die magischen Quadrate, die Zahlenmauern, die Zahlenrätseln, nur mit unterschiedlichen Bildchen und anderen Zahlenräumen.

Das Kind hasst langsam Matheunterricht. Ich glaube wir befinden uns auf dem Weg zur Komplettverweigerung.

Aus dem ganzen Knobelmaterial hat der Kleine exakt die ausgeschnittene Seite der schriftlichen Multiplikation (aus dem alten Heft der Schwester) ausgesucht und gerechnet. Das ist Seite 39 des Heftes, also schon in der 2. Hälfte.

Was mache ich jetzt? Defacto macht das Kind im Matheunterricht entweder verhasste Hefteinträge zu den Themen, die er seit Jahren beherrscht, oder er kritzelt in seinem Malheft rum (nichts wirklich schönes - Waffen, Panzer, Raketen). In 5 Wochen hat er DINA4 Heft vollgekritzelt. Er hasst die Schule jeden Tag mehr.
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Meine3 » So 18. Okt 2020, 13:20

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:I

Kind hat keine Lust auf Knobelaufgaben, weil es immer wieder das Gleiche ist: die magischen Quadrate, die Zahlenmauern, die Zahlenrätseln, nur mit unterschiedlichen Bildchen und anderen Zahlenräumen.

Das Kind hasst langsam Matheunterricht. Ich glaube wir befinden uns auf dem Weg zur Komplettverweigerung.

Aus dem ganzen Knobelmaterial hat der Kleine exakt die ausgeschnittene Seite der schriftlichen Multiplikation (aus dem alten Heft der Schwester) ausgesucht und gerechnet. Das ist Seite 39 des Heftes, also schon in der 2. Hälfte.

Was mache ich jetzt?


Da fragst du was. Was ist mit Sudokus? Das macht mein Sohn ganz gerne (aber eben die für Erwachsene)...Ansonsten: mach doch weiter mit dem Aufgaben ins Knobelheft kleben oder aber besorge ein Knobelheft, das ansrpuchsvoller ist. Gibt ja auch Knobelhefte für ältere Kinder, oder aber Hefte, die nur Logicals enthalten, etc.pp..

Ich verstehe aber die Lehrerin nicht: Die Begabungsförderung IST ausgeschöpft, wenn dem Kind die Knobelaufgaben zum Hals raushängen und das Kind den Stoff der Klassenstufe nach 5 Wochen intus hat :gruebel:. Sie muss das Heft der 4. Klasse rausrücken. Der Rektor ist doch auch dafür, dass dein Kleiner das Heft der 4. Klasse bekommt, oder?

Sohnemann hat vermutlich die erste richtige Klausur (vorher waren es nur Tests) mit Absicht in den Sand gesetzt :roll:, da die Argumentation für das verlbeiben in der 3. Klasse ja immer war, dass es kognitiv ja passt und die Noten stimmen und er aber immer mehr wieder zurück möchte. Er wird ja zwischenzeitlich auch wirklcih gemobbt. Er sagte ganz fröhlich zum mir am Freitag, dass er "leider" nicht alles bei der Klasur geschafft habe und es vermutlich eine 3 wird :lol :roll:. Die Lehrerin sagte mir, er habe nach einer Aufgabe angefangen zu malen und sich geweigert weiter zu arbeiten, auch als sie ihm versuchte zu sagen, dass ihm die Zeit weg läuft. Das klingt für mich schon nach bewusstem Boykott.

Jetzt sorgt er eben dafür, dass das mit den Noten nicht mehr stimmt und geht nicht nur im Unterricht in die Verweigerungshaltung, sondern auch bei den Arbeiten.

Ich habe Sprung zurück beantragt. Am Mittwoch ist Lehrerkonferenz. Was passiert, wenn er wieder zurück geht und ihm wirklich bewusst wird, dass es da NICHTS gibt, was für ihn neu ist, steht aber auf einem anderen Blatt... :schwitz:
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Re: Beschäftigung im Unterricht

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » So 18. Okt 2020, 13:33

@Meine3

Mein Sohn will ganz bewusst keine Knobelaufgaben. Er will Kompetenzen, die ihm helfen seine Horizont zu erweitern. Das wird wie sein Vater trotz der sehr hohen Begabung kein theoretischer Physiker, weil ihm die trockene Theorie einfach keine Reize bietet. Das ist ein Umsetzer. Die Woche las er auf der Packung Müsli: "18 gramm Zucker in 100 gramm", Honig: "59g Zucker in 100 gramm" und wollte ausrechnen wodurch er mehr Zucker bekäme: durch eine Portion Müsli oder durch ein Honigbrot. Für solche Aufgaben muss man schrifliche Multiplikation und Division beherrschen (ok, durch Taschenrechner auch ersetzbar) und den Dreisatz (Klasse 6).

Sudoku, Logikals und Co ergeben für ihn keinen Sinn. Er will sie nicht machen, weder einfache noch komplexe. Kein Interesse. Ich hatte schon genug Knobelhefte für Grundschule in der Hand. Sie behandeln alle das Gleiche.

Ich bin gespannt, wie die Entscheidung bei euch ausfällt. Ich hoffe, wenn es durchgeht, dass auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten für deinen Sohn auftauchen als Standardprogramm.
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