Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Mi 9. Sep 2020, 19:19

Hallo,

seit Montag läuft die Sommerschool des Sohnes und er kann hier 3 Stunden täglich mit den "Corona-Geschädigten" (in Sachen Schule!) den Stoff der 2. Klasse "wiederholen" (in seinem Fall "lernen") und er kommt hier locker mit und es macht ihm Spaß (bei einer Abfrage zum 1x1 hatte er einen Fehler, bei geschätzt 40 Aufgaben, ich weiß aber nicht wie lang er dafür rechnen durfte). Wir haben mit dem Sohn weiterhin relativ regelmäßig ca. 10 Minuten täglich was für die Schule gemacht, entweder ein bißchen geschrieben (Feinmotorik ist nicht so sein Ding), was mit Füller wesentlich lieber erledigt wird :mrgreen: oder ein wenig gerechnet. Das 1x1 sitzt nicht im Schlaf, aber so lala. Meistens erschließt er sich die Ergebnisse noch durch rechnen bei den höheren Zahlen (7x8=5x8+2x8 und so weiter). 2 Wochen haben wir GARNICHTS gemacht, danach hat er einen richtigen Sprung nach vorne gemacht. Er selbst sagt jetzt, dass Mathe sein zweiliebstes Fach ist :lol:, was mich total überrascht hat. Ich dachte eher, dass das rechnen in den Ferien bewirkt, dass er danach erst recht die SChnauze voll hat von Mathe :schwitz: . Aber mal sehen wie lange er das noch behauptet (ich denke, bis er wieder täglich 1-2 Stunden Mathe hat)...

Meine Bauchschmerzen bezüglich des nachholens des Stoffes scheinen also wohl tatsächlich unbegründet gewesen zu sein. Jetzt wird es dann spannend wie es ab Montag im neuen Klassenverbund läuft. Auch hier ist mein Sohn wieder bestechend logisch und meint, er sei wegen den neuen Mitschülern nicht aufgeregt (auf meine Nachfrage hin ob dem so ist), denn er wisse ja noch garnicht, wie die so sind und es mache ja keinen Sinn sich jetzt darüber schon Gedanken zu machen. Er freut sich aber sehr auf die 3. Klasse und ist weiterhin voll motiviert.

Die Mittlere dreht total am Rad und scharrt mit den Hufen. Wird Zeit dass es jetzt endlch losgeht. Nächsten Mittwoch ist Einschulung. Letztens hat sie uns mal wieder überrascht (sie macht ja immer alles so nebenbei und heimlich) als sie uns versehentlich zeigte, dass sie das addieren im 100er und 1000er Bereich mit einigermaßen glatten Zahlen (sowas wie 3500+4200 zum Beispiel) total logisch findet... Ich bin aber recht sicher, dass sie aufgrund ihres niedrigen Selbstwertes immer fleißig und brav sein wird und superangepasst alles mitmachen wird, was von ihr verlangt wird :schwitz:, auch wenn sie es längst kann. Nach außen hin natürlich einfacher, aber für sie selbst sicherlich nicht sonderlich "gesund".


Die Kleinste hatte heute ihren ersten Kindergartentag seit März in einem neuen Kindergarten und wollte direkt dort bleiben :lol:. ich bin so froh, dass wir wieder eine tolle Elternini gefrunden haben, die in der Nähe ist und wo unsere Kinder einfach so sein können wie sie sind ohne dafür bewertet oder beurteilt zu werden.

Gruß Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 9. Sep 2020, 20:21

@Meine3

Ich finde das Angebot in eurem BL toll. Bei uns hat die GS schon mitgeteilt: "aufgrund des Personalmangels können Brückenkurse kaum angeboten werden". Es freut mich, dass du dich jetzt bezüglich deines Sohnes sicherer fühlst.

Die Situation deiner Tochter würde mir auch Sorgen machen. Ein Kind mit so einem Verständnis fürs Dezimalsystem gehört nicht in die 1. Klasse. Aber ich teile deine Prognose: sie wird sich anpassen und sie wird ihr Können verstecken. Das ist dann die Frage, ob du dagegen vorgehen möchtest oder ihr das Recht gibst ihr Leben so zu leben, wie sie es sich vorstellt. Ich aus meiner Erfahrung, würde ihr nach den Herbstferien mitteilen, dass sie in die 2. Klasse springt. So zeitnah, dass sie gar nicht auf die Idee käme, das anzuzweifeln.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Mi 9. Sep 2020, 21:42

Dann hänge ich mich hier mal dran und berichte über die ersten 1,5 Wochen von meinem neuen Schulkind.

Ich kann bisher nur Gutes berichten. Es fing schon am Schulanfangstag an - das ist immer ein Samstag, da ist hier traditionell eine kurze Einführungsveranstaltung in der neuen Schule und danach große Familienfeier.
Die Kinder hatten zur Einführung jedenfalls ihre erste Klassenleiter- und Kennenlernstunde.
Kind berichte mir hinterher stolz, dass sie schon was vorlesen durfte. Die Lehrerin hatte "Hallo Klasse 1a" an der Tafel stehen und wohl gefragt, ob es denn jemanden gibt, der das schon lesen könne. Kind war stolz wie Bolle, dass sie schon am ersten Schultag lesen durfte.

Auch während der ersten Woche scheint nach dem, was Kind so berichtet, die Lehrerin den Kindern mehrfach "auf den Zahn gefühlt" zu haben. Die Kinder sollten wohl bspw x-beliebige, selbst gewählte Zahlen an die Tafel schreiben und dazusagen, welche es sei (Kind hat wohl eine Tausenderzahl geschrieben) oder ein andermal sollten sie ein paar der Buchstaben auf ein Blatt schreiben, die sie schon kennen, und wer wollte und konnte, durfte bei der Gelegenheit auch schon Worte mit diesen Buchstaben als Anfangsbuchstaben aufschreiben. Das Blatt sollten sie dann abgeben.
Kind meinte, ihr Blatt sei am Ende ganz voll gewesen, da habe dann nichts mehr drauf gepasst.

Alles in allem schließe ich aus diesen Erzählungen, dass die Lehrerin die ersten Wochen nutzt, um sich ein möglichst genaues Bild zu machen, wer wie weit ist, was, wie ich finde, zumindest ein vielversprechender Anfang ist.

Was mir auch gefällt, ist, dass dort Hort und Schule sehr eng zusammenarbeiten, es gibt für jede Klasse eine "Bezugshortnerin", die sie bis in die 4. Klasse begleitet.
Elternabende und Elterngespräche finden immer mit Lehrerin und Hortnerin zusammen statt.
Da scheint also viel Austausch stattzufinden.
Bisher ist das Kind auch ganz scharf auf den Hort und hat sich sogar schon beschwert, dass ich sie zu früh hole.
Nun darf ich erst nach 15 Uhr kommen, d.h. das Kind hat einen recht vollen Tag - Start ist ja schon 7:30 Uhr.

Ich hatte meine Kleine übrigens schon vor der Einschulung "gebrieft", dass sie durchaus im Unterricht zeigen solle, was sie schon könne, da die Lehrerin das ja sonst nicht merkt und sie dann vielleicht immerzu langweilige Aufgaben machen müsse. Wenn sie was schon kann, dürfe sie das also durchaus sagen und könne auch fragen, ob es vielleicht ein paar kniffligere Aufgaben gibt für sie.
Die Gefahr, dass sie nun deswegen ständig reinplappert oder ne große Welle angibt, sehe ich bei ihr eher nicht, darum fand ich es wichtig, sie darin zu bestärken, durchaus zu zeigen, was sie schon kann.
Erstmal scheint das ja zu funktionieren...

Eine kleine süße Geschichte am Rande noch:
Der Nachbarsjunge und häufige Spielkamerad geht auch in diese Schule. Allerdings in eine andere Klasse, zusammen mit einigen seiner Kindergartenfreunde. (Meine Tochter kannte dagegen nur ein anderes Kind in der Klasse oberflächlich schon, alle anderen sind neu. Das scheint für sie aber kein Problem zu sein! Vor allem trifft sie im Hort mehrer ältere Kinder (2. Klasse), die sie schon kennt, bspw noch aus dem Kiga. Wenn ich sie hole, ist sie oft mit denen zugange.)

Heut belauschte ich jedenfalls meine Tochter und den Nachbarsjungen:
Tochter: Ich hab heut im Hof das eine Mädchen gesehen, das mit dir im Kindergarten war.
Nachbar: Die Johanna?
Tochter: Weiß ich nicht, wie sie hieß.
Nachbar: Das wird die Johanna gewesen sein. Die mag ich aber nicht so gern, die will IMMER nur Pferd spielen.
Wollte sie Pferd spielen?
Tochter: Nö, die lief da einfach so rum im Hof.
Nachbar: Dann wars bestimmt nicht Johanna, denn die spielt IMMER Pferd.
Tochter: Naja, vielleicht war sie ja in dem Moment einfach auf der Suche nach jemandem, mit dem sie Pferd spielen kann... :lol:
Zuletzt geändert von sinus am Mi 9. Sep 2020, 22:09, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 9. Sep 2020, 21:56

@sinus

Genauso ist die Lehrerin meiner Großen vorgegangen. Ich war auch die restlichen zwei Jahre von ihr absolut begeistert. Sie ist mir beim ersten Elternabend vor der Einschulung aufgefallen, als Einzige mit Licht in den Augen, und so ist es zwei Jahre lang geblieben. Sie konnte jedes Kind auf seinem Niveau betrachten: von Begabt bis Behindert. Alle waren glücklich. Es freut mich, dass deine Kleine sich so wohl fühlt!
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Mi 9. Sep 2020, 22:03

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@sinus

Genauso ist die Lehrerin meiner Großen vorgegangen. Ich war auch die restlichen zwei Jahre von ihr absolut begeistert. Sie ist mir beim ersten Elternabend vor der Einschulung aufgefallen, als Einzige mit Licht in den Augen, und so ist es zwei Jahre lang geblieben. Sie konnte jedes Kind auf seinem Niveau betrachten: von Begabt bis Behindert. Alle waren glücklich. Es freut mich, dass deine Kleine sich so wohl fühlt!


...ich fand die Lehrerin spontan beim ersten Vor-Elternabend auch sehr sympathisch und sie wirkte sehr kompetent.
Sie hat ja damals auch direkt gesagt, dass sie Material hat für Kinder, die lesend eingeschult werden und schon gut rechnen und hatte für uns Eltern diverse Förderhefte auch mitgebracht, falls sich das jemand näher ansehen mag.

Sie ist wohl auch schon 20 Jahre an dieser Schule. Und da diese Schule in der Zeit auf das "Fordern & Fördern"-Konzept umgestellt wurde, und dafür mehrere Jahre eng mit der BzB (Beratungsstelle für Begabtenförderung, siehe Link, den ich dir heute schonmal im anderen Thema schrieb) zusammengearbeitet hat, bin ich ziemlich sicher, dass sie sich mit dem Thema auskennt bzw da schon Erfahrungen hat!
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Auguste » Do 10. Sep 2020, 13:27

Das liest sich ja alles erst Mal sehr positiv für die "Neu-Schüler" und "Springer" :D

@Meine3:
Ich denke, für Deine Mittlere wird es auch auf einen Sprung hinauslaufen, auch wenn sie es jetzt noch nicht weiß und noch nicht will. Sowas kann sich auch ganz schnell ändern, wenn sie merkt, dass sie in der 1. Klasse einfach so gar nichts lernt, sondern nur das Zeug ewig durchkaut, was sie schon im Kindergarten konnte und ständig irgendwas ausmalen, anmalen oder bunt unterstreichen muss, anstatt "richtig" lesen, schreiben und rechnen zu lernen.

Die Kleinen haben im Kindergarten eine ganz andere Vorstellung von Schule und die wird bei den schlauen Kids leider sehr schnell enttäuscht werden, wenn sie nicht rein zufällig eine super Lehrkraft erwischen, für die Begabten-Förderung kein Fremdwort ist.

@Sinus:
Die Lehrerin deiner Kleinen scheint ähnlich zu sein, wie die Grundschullehrerin meiner großen Tochter. Die war auch super und hat es tatsächlich geschafft, alle Kinder irgendwie "ins Boot zu holen", egal ob Förderkind oder hochbegabt. Die Frau mochte ich auch sofort und wir wurden nicht enttäuscht. :D
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon koala27 » Do 10. Sep 2020, 23:11

@ Meine3

Das klingt ja bisher richtig super für deinen Sohn--vielleicht macht ihm Mathe jetzt doch noch Spaß.
Deine Mittlere bekommt hoffentlich eine tolle Lehrerin, die ihr Potential schnell entdeckt und fordert.


Unser Kurzer hat morgen schon 2 Schulwochen rum-- er wurde ja regulär eingeschult in eine normale erste Klasse ( leider gibt es hier ja keine Eingangsklasse mehr- was für ihn optimal gewesen wäre. Es sind wohl 19 Kids in der Klasse--er kannte keines der anderen Kinder. Das einzige Kind, was er aus dem Kiga kennt ist in die Parallelklasse eingeschult worden.
Er sitzt zufällig neben einem Mädchen - was wohl im Kiga als "Besserwisserin" von den Erziehern betitelet wurde---hat mir die Mutter auf dem Schulhof beim Abholen erzählt. Die beiden verstehen sich bisher wohl ganz gut. Mal abwarten.
Bisher ist der Kurze total begeistert von der Schule, er kommt jeden Tag strahlend nach Hause, und geht morgens gerne hin. Die Hausaufgaben selber fallen ihm nicht schwer, allerdings merkt man seine Probleme in der Feinmotorik-- er braucht relativ lange um bspw. die Ziffern oder Buchstaben zu schreiben. Ihm fehlt halt die Übung, weil er ja so lange gar nicht gemalt hat. Und er merkt genau, dass er langsamer ist als einige andere Kinder. Das hält er in der Schule wohl gut aus, zu Hause weniger, wenn er länger braucht und dann weniger Zeit zum Spielen hat. Mal sehen, wie es sich entwickelt.
Aktuell bin ich sehr froh, dass er nicht letztes Jahr schon in die Schule kam, da hätte er noch mehr Probleme gehabt mit der Feinmotorik und wenn er dann das alles hätte machen müssen, dass wäre ihm zuviel geworden, dann hätte er dicht gemacht.
Außerdem ist er ja sehr perfektionistisch und radiert öfter, wenn er meint, es ist nicht gut genug --auch wenn es fürs Üben noch ganz okay ist...er ist dann anderer Meinung und radiert. :roll: Was natürlich auch Zeit kostet.

Außerhalb der Schule hat er gerade einen neuen Sport für sich entdeckt: Badminton. Da ist er mit Eifer dabei und hält auch die 2 Stunden Training von 18-20 Uhr gut durch.
Seine Kampfsportschule gibt es ja leider nicht mehr und wir hatten was gesucht, was er jetzt erstmal machen kann-- bisher scheint Badminton was für ihn zu sein.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Fr 11. Sep 2020, 14:20

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

Ich finde das Angebot in eurem BL toll. Bei uns hat die GS schon mitgeteilt: "aufgrund des Personalmangels können Brückenkurse kaum angeboten werden". Es freut mich, dass du dich jetzt bezüglich deines Sohnes sicherer fühlst.

Die Situation deiner Tochter würde mir auch Sorgen machen. Ein Kind mit so einem Verständnis fürs Dezimalsystem gehört nicht in die 1. Klasse. Aber ich teile deine Prognose: sie wird sich anpassen und sie wird ihr Können verstecken. Das ist dann die Frage, ob du dagegen vorgehen möchtest oder ihr das Recht gibst ihr Leben so zu leben, wie sie es sich vorstellt. Ich aus meiner Erfahrung, würde ihr nach den Herbstferien mitteilen, dass sie in die 2. Klasse springt. So zeitnah, dass sie gar nicht auf die Idee käme, das anzuzweifeln.



ja, das ist auch toll. Es gab sogar nach jeder Übung eine Beurteilung inwiefern der Stoff durchdrungen wurde. Mein Sohn hatte je nach Konzentration und Motivation :twisted: 50-95%.... Das war tageweise sehr unterschiedlich, auch wenn der Inhalt nicht so unterschiedlich war :roll:... Mir ist bei den Aufgaben aufgefallen, dass er in Mathe nur "blöde" Fehler macht, keine Verständnisfehler. In Deutsch macht er in Punkto Rechtschreibung noch viele Fehler (hier wird ja leider erst nach Gehör geschrieben und jetzt soll ers plötzlich können), aber lesen, Sinnerfassung, inhaltliche Dinge, da ist er 100%ig fit.

Im Moment ist es wieder sehr schlimm mit seinen Verhaltensauffälligkeiten (Regelresistenz in Vollendung, kann sich nicht mal beim essen oder wirklich einfachen Dingen, wie "zieh deine Schuhe an" so konzentrieren, dass er am Ball bleibt. Alles ist spannender und lenkt ab, ist motorisch sehr unruhig) und ich bin kurz davor zum nächsten "Fachmann" mit ihm zu rennen, weil ich in solchen Situationen oft einfach an meine Grenzen komme mit ihm.

Die Tochter...Ja, das ist ein Problem. Gestern haben wir uns mit einer zukünftigen Klassenkameradin getroffen. Irgendwann wollte sie mit dem Mädchen eine Reimgeschichte dichten (wie das Sams) und die Freundin war völlig überfordert und wusste garnicht, wie ihr geschieht. Leider hat meine Tochter nicht locker gelassen und sie ständig ermutigt:" doch, klar kannst du das! Das ist doch ganz leicht!" :schwitz: ...Sie hat nicht verstanden, dass das Mädchen das schlicht noch nicht kann und das obwohl sie sonst so sozial kompetent ist. Ich denke, sie wird sich jetzt in der 1.Klasse ganz schön umschauen... Ich habe mehrmals mit ihr über das springen gesprochen. Sie will absolut garnichts davon wissen. Sie sagt sie will mit ihren Freundinnen zusammen bleiben, Langeweile sei nicht so schlimm. Da kann ich nicht gegen an... Aber wer weiß, wie sie das sieht, wenn sie sich mal ein paar Wochen am Stück jeden Tag bis mittags langweilt :gruebel:...

Gruß Meine3
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Fr 11. Sep 2020, 15:22

sinus hat geschrieben:Dann hänge ich mich hier mal dran und berichte über die ersten 1,5 Wochen von meinem neuen Schulkind.

Ich kann bisher nur Gutes berichten. Es fing schon am Schulanfangstag an - das ist immer ein Samstag, da ist hier traditionell eine kurze Einführungsveranstaltung in der neuen Schule und danach große Familienfeier.
Die Kinder hatten zur Einführung jedenfalls ihre erste Klassenleiter- und Kennenlernstunde.
Kind berichte mir hinterher stolz, dass sie schon was vorlesen durfte. Die Lehrerin hatte "Hallo Klasse 1a" an der Tafel stehen und wohl gefragt, ob es denn jemanden gibt, der das schon lesen könne. Kind war stolz wie Bolle, dass sie schon am ersten Schultag lesen durfte.

Auch während der ersten Woche scheint nach dem, was Kind so berichtet, die Lehrerin den Kindern mehrfach "auf den Zahn gefühlt" zu haben. Die Kinder sollten wohl bspw x-beliebige, selbst gewählte Zahlen an die Tafel schreiben und dazusagen, welche es sei (Kind hat wohl eine Tausenderzahl geschrieben) oder ein andermal sollten sie ein paar der Buchstaben auf ein Blatt schreiben, die sie schon kennen, und wer wollte und konnte, durfte bei der Gelegenheit auch schon Worte mit diesen Buchstaben als Anfangsbuchstaben aufschreiben. Das Blatt sollten sie dann abgeben.
Kind meinte, ihr Blatt sei am Ende ganz voll gewesen, da habe dann nichts mehr drauf gepasst.

Alles in allem schließe ich aus diesen Erzählungen, dass die Lehrerin die ersten Wochen nutzt, um sich ein möglichst genaues Bild zu machen, wer wie weit ist, was, wie ich finde, zumindest ein vielversprechender Anfang ist.

Was mir auch gefällt, ist, dass dort Hort und Schule sehr eng zusammenarbeiten, es gibt für jede Klasse eine "Bezugshortnerin", die sie bis in die 4. Klasse begleitet.
Elternabende und Elterngespräche finden immer mit Lehrerin und Hortnerin zusammen statt.
Da scheint also viel Austausch stattzufinden.
Bisher ist das Kind auch ganz scharf auf den Hort und hat sich sogar schon beschwert, dass ich sie zu früh hole.
Nun darf ich erst nach 15 Uhr kommen, d.h. das Kind hat einen recht vollen Tag - Start ist ja schon 7:30 Uhr.

Ich hatte meine Kleine übrigens schon vor der Einschulung "gebrieft", dass sie durchaus im Unterricht zeigen solle, was sie schon könne, da die Lehrerin das ja sonst nicht merkt und sie dann vielleicht immerzu langweilige Aufgaben machen müsse. Wenn sie was schon kann, dürfe sie das also durchaus sagen und könne auch fragen, ob es vielleicht ein paar kniffligere Aufgaben gibt für sie.
Die Gefahr, dass sie nun deswegen ständig reinplappert oder ne große Welle angibt, sehe ich bei ihr eher nicht, darum fand ich es wichtig, sie darin zu bestärken, durchaus zu zeigen, was sie schon kann.
Erstmal scheint das ja zu funktionieren...

Eine kleine süße Geschichte am Rande noch:
Der Nachbarsjunge und häufige Spielkamerad geht auch in diese Schule. Allerdings in eine andere Klasse, zusammen mit einigen seiner Kindergartenfreunde. (Meine Tochter kannte dagegen nur ein anderes Kind in der Klasse oberflächlich schon, alle anderen sind neu. Das scheint für sie aber kein Problem zu sein! Vor allem trifft sie im Hort mehrer ältere Kinder (2. Klasse), die sie schon kennt, bspw noch aus dem Kiga. Wenn ich sie hole, ist sie oft mit denen zugange.)

Heut belauschte ich jedenfalls meine Tochter und den Nachbarsjungen:
Tochter: Ich hab heut im Hof das eine Mädchen gesehen, das mit dir im Kindergarten war.
Nachbar: Die Johanna?
Tochter: Weiß ich nicht, wie sie hieß.
Nachbar: Das wird die Johanna gewesen sein. Die mag ich aber nicht so gern, die will IMMER nur Pferd spielen.
Wollte sie Pferd spielen?
Tochter: Nö, die lief da einfach so rum im Hof.
Nachbar: Dann wars bestimmt nicht Johanna, denn die spielt IMMER Pferd.
Tochter: Naja, vielleicht war sie ja in dem Moment einfach auf der Suche nach jemandem, mit dem sie Pferd spielen kann... :lol:


ich finde es super, dass deine Tochter sich so zeigt, das ist gesund und so hat die Lehrerin auch die Möglichkeit sie zu sehen. Super! Auch scheint ihr ja echt Glück mit der Lehrerin zu haben. Das freut mich für euch...

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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Fr 11. Sep 2020, 15:25

Auguste hat geschrieben:Das liest sich ja alles erst Mal sehr positiv für die "Neu-Schüler" und "Springer" :D

@Meine3:
Ich denke, für Deine Mittlere wird es auch auf einen Sprung hinauslaufen, auch wenn sie es jetzt noch nicht weiß und noch nicht will. Sowas kann sich auch ganz schnell ändern, wenn sie merkt, dass sie in der 1. Klasse einfach so gar nichts lernt, sondern nur das Zeug ewig durchkaut, was sie schon im Kindergarten konnte und ständig irgendwas ausmalen, anmalen oder bunt unterstreichen muss, anstatt "richtig" lesen, schreiben und rechnen zu lernen.

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Ja, im Moment lehnt sie es kategorisch ab. Ihr ist FReundschaft wichtiger als "keine Langeweile". Aber was das wirklich bedeutet, wird sie eben erst sehen und spüren, wenn es soweit ist....

Mein Springer ist grade wieder sehr anstrengend (siehe Antwort @Katze), immer wieder sehe ich, wie sich das Kind mit seiner Konzentrationsschwäche selbst im Weg steht :(. Das ist schon traurig. Ich hoffe, er berappelt sich die nächsten Wochen sonst wirds vielleicht auch wieder ein Sprung zurück, weil er es konzentrationstechnisch einfach nicht packt, sein Können abzurufen.
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