Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Mo 21. Sep 2020, 12:30

@meine3: Hier nochmal als Foto Typ 4.
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sinus
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Mo 21. Sep 2020, 20:22

hallo sinus,

in dieser Beschreibung gibt es jetzt wiederum einige Dinge, die ich zu krass finde, sprich: die nicht passen :fahne:.

Dennoch danke für deine Bemühungen! Wie läufts eigentlich bei der Großen in der 6. Klasse?
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Mo 21. Sep 2020, 20:26

Update:

Anruf von der KL heute nochmal. Sie habe nochmal am Wochenende ein wenig nachgedacht und recherchiert und wird sich jetzt beim psychologischen Schuldienst erkundigen, ob die Schule vorübergehend einen Sozialarbeiter gestellt bekommt, der da helfend unterstützen kann beim Sprung.

Sie schildert die Sachlage jetzt erst einmal anonymisiert. Dann würde ggf. ein Gespräch mit der Kl und mir und der/dem Sozialarbeiter(in) erfolgen und evtl. will die Person dann Sohnemann auch in Aktion sehen.... Dafür wird aber vorher unser Einverständnis eingeholt...

Sie war heute kaum an der Schule, aber die eine Stunde liefs geringfügig besser mit dem Sohn (Sachkundeunterricht - sein LIeblingsfach).
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon koala27 » Mo 21. Sep 2020, 21:58

Hallo Meine 3,

ich finde, dass klingt erstmal ganz gut- die Lehrerin sucht auch selber nach Möglichkeiten die sie anstoßen kann--das macht ja nicht jeder. Das die Stunde bei ihr für sie schon besser verlief, zeigt ja auch, dass sie die Bemühungen von deinem Sohn anerkennt und ihn nicht schon abgestempelt hat. Weißt du, ob sie ihm das auch zurückgemeldet hat? Oder hat sie es nur dir gesagt?
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Di 22. Sep 2020, 09:24

Meine3 hat geschrieben:Update:

Anruf von der KL heute nochmal. Sie habe nochmal am Wochenende ein wenig nachgedacht und recherchiert und wird sich jetzt beim psychologischen Schuldienst erkundigen, ob die Schule vorübergehend einen Sozialarbeiter gestellt bekommt, der da helfend unterstützen kann beim Sprung.

Sie schildert die Sachlage jetzt erst einmal anonymisiert. Dann würde ggf. ein Gespräch mit der Kl und mir und der/dem Sozialarbeiter(in) erfolgen und evtl. will die Person dann Sohnemann auch in Aktion sehen.... Dafür wird aber vorher unser Einverständnis eingeholt...

Sie war heute kaum an der Schule, aber die eine Stunde liefs geringfügig besser mit dem Sohn (Sachkundeunterricht - sein LIeblingsfach).


Ich glaube, ihr habt wirklich Glück mit dieser Lehrerin!
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 22. Sep 2020, 09:30

@Meine3

Ich wünsche euch, dass diese Ideen möglich schnell überprüft werden können! Bei uns ist aktuell Personalmangel so gravierend, dass an den Grundschulen nichts mehr zustande kommt. Unsere Grundschule hat keine Brückenkurse für Kinder mit Lücken, keine AGs fürs ganze Jahr. Die Ganztagsschule hat auch keine AGs! Der Sohn hat gefühlt ein halbes Dutzend Lehrer, die alle keine Vollzeitarbeiten wollen und die Stunden zusammenstückeln. Es wird sogar überlegt, fürs nächste Jahr eine Kombiklasse 3/4 zusammenzulegen.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Di 22. Sep 2020, 10:05

Meine3 hat geschrieben: Wie läufts eigentlich bei der Großen in der 6. Klasse?


Aktuell bin ich total zuversichtlich:
Sie kommt glücklich & gut gelaunt aus der Schule und es gibt sogar Tage mit Fächerkombinationen, wo sie sagt: morgen ist ein guter Schultag.

Beim Klassenfest mit Eltern neulich (nachgeholtes 5. Klasse Abschlussfest. Da hier die Infektionszahlen gegen null sind, ist bei uns momentan bis auf das Maskentragen fast überall Normalität), war sie meiner Beobachtung nach mittendrin in der Kindergruppe und hatte sogar ihr selbst erfundenes Spiel mitgenommen und mit den anderen aus der Klasse gespielt. (Eine Art sportliches "Werwölfe von Düsterwald", aber mit Mörder & Detektiv und mit aktiv jagen und "abschießen" (Wasser aus einer Spritze) um zu töten. Ein paar besondere Rollen gibts auch noch, die Rollen werden durch verdeckte Karten (selbst germalt) verteilt)

Sie hatte jetzt überhaupt eine erfolgreiche erste Zeit.
Im neuen Fach Französisch hat sie den klasseninternen Preis fürs schönste Deckblatt gewonnen (die Kinder in der Klasse hatten abgestimmt durch Vergeben von Sternchen. Sie hatte ihr Deckblatt digital gezeichnet, damit beschäftigt sie sich ja intensiv, seitdem sie Anfang des Sommers ihr Zeichentablet und digitalen Stift dazu bekommen hat)

Sie hat außerdem wohl die Hälfte der Jungs der Klasse im Armdrücken besiegt.
(Da macht sich ihr vieles Üben an der Turnstange im Garten in den letzten Wochen wohl bemerkbar. Da hatten wir die Stange auf die maximale Höhe gestellt und da schaffte sie dann erstmal den Hüftaufschwung nicht mehr. Das war dann eine Herausforderung, die sie sich selbst gesucht hatte und wo sie wirklich verbissen geübt hat. So verbissen, dass sie zwischenzeitlich sogar ein paar Tage aussetzen musste wegen schmerzhafter Sehnenreizung an den Handgelenken)

In Englisch ist sie zusammen mit einem Jungen (der in eine internationalen Grundschule gegangen war) Klassenbeste und klagt (gespielt genervt), dass die anderen sie da aaaaaaandauernd nach Vokabeln fragen.

Das neue Fach Physik macht ihr bisher richtig Spaß.

Und absoluter "Höhepunkt" in mehrfacher Hinsicht:
In der ersten Mathearbeit, die wohl insgesamt sehr schlecht ausgefallen ist (keine 1en, einige 4, 5 und sogar 6en) hatte sie eine sehr gute 2.
Über diesen Erfolg freue ich mich besonders: sie hatte sich nämlich darauf wirklich gut vorbereitet, was in dem Falle auch ganz eindeutig der Grund ihres Erfolges war: Der Lehrer hatte eine Beispielarbeit vorgegeben und vor den Ferien gesagt, man solle sich diese Arbeit ansehen, das käme nach den Ferien dann in der ersten Arbeit dran.
Offensichtlich hatten das viele dann nicht gemacht, sie schon. Direkt die Tage vor der Arbeit noch mal, wo sie schon wieder mehrere Tage lang Panik geschoben hatte.
Und dann kam in der Arbeit wirklich EXAKT dasselbe dran, die gleichen Aufgaben, nur mit anderen Zahlen.
(Tochter hatte dann nur Faselfehler bei ein paar kniffligen Umrechungsaufgaben)
Eigentlich war diese Arbeit wohl als ein "Geschenk" an die Schüler gedacht, der Lehrer war wohl dann auch sehr enttäuscht, dass das für so viele dann in die Hose ging...

Ich bin erstens einfach froh über das Mathe-Erfolgserlebnis an sich, zweitens darüber, dass es so deutlich zeigt, dass sie durchaus Einfluss darauf hat, wie sie abschneidet (also dass üben wirklich hilft!) und drittens sieht ihre Arbeit richtig gut & sauber aus.
Ich hatte ihr noch mal eingeschärft, dass sie möglichst jeden Zwischenschritt aufschreiben soll, dass sie ordentlich und strukturiert untereinander schreiben soll, dass sie alle Einheiten immer dazuschreiben soll (es ging um Volumen und Flächen).
Hier zu Hause beim Üben sah das alles bei ihr noch total chaotisch aus und sie wusste tatsächlich - quasi der "HB-Klassiker" - manchmal die Lösung schon, konnte aber den Weg nicht aufschreiben.
Ich hab ihr das dann nochmal erklärt: erst Formel aufschreiben, dann alles einsetzen (samt Einheiten), dann Gleichung reduzieren usw.
Sie reagierte da beim Üben sichtlich genervt und ungeduldig und wir haben uns sogar darüber gestritten.
Und dann sehe ich da eine Arbeit von ihr, die aussah, als habe sie die nicht selbst geschrieben.
Total sauber, übersichtlich, strukturiert.
Und BINGO - es ist auch noch aufgegangen!

Also alles in allem schwimmt Kind gerade förmlich auf einer Erfolgswelle und dementsprechend geht es ihr gut.
Das wird sicher nicht so bleiben, aber ich denke trotzdem, dass es ihr gut tut und das auch "nachhallt".

Sie hat übrigens in ihrer B-Woche an 3 Tagen 8 Stunden (4 Blöcke) und ist dann erst 16:30 Uhr zu Hause.
Ich hatte damit gerechnet, dass sie eher darunter leidet, so lange in der Schule zu sein und so wenig vom Tag übrig zu haben. Stattdessen war sie überraschenderweise richtig gut drauf in der betreffenden langen Woche...

Ach und beim ersten Elternabend wurde nochmal gesagt, dass wir als Eltern die Kinder bitte mehr unterstützen sollten. Die Hälfte der Klasse würde echt ständig Sachen vergessen, Hausaufgaben nicht machen etc.
Es gab jetzt wohl sogar schon 6en wegen mehrfach nicht erledigter HAs.
Ich hab meine Tochter zu Hause dann gefragt, ob sie dazugehört und ob sie Unterstützung braucht.
Sie überlegte kurz und meinte:
"Nein, ich hab bisher nur einmal was vergessen gehabt und das lag an einer uneindeutigen Formulierung der Aufgabe." Sie habe das allein im Griff.
Den Eindruck habe ich auch!

Meine Einschätzung:
die aktuell gute Mischung aus ausreichender Herausforderung & sichtbarem Erfolg bzw dem Erlebnis, dass sie durchaus selbst Einfluss auf den Erfolg hat, ist äußerst "heilsam".
(Turnstange -> Armkraft, das viele digitale Malen -> beste Bewertung fürs Titelblatt, Üben für Mathe/strukturiertes Arbeiten -> gute Leistung)

Das ist natürlich an sich keine neue Erkenntnis, das alles weiß man ja aus der Theorie, aber die Wirkung in der Praxis ist da doch gerade erstaunlich deutlich.

In diesem Sinne auch an euch:
Bleibt dran. Auch wenn es gerade eine schwere Zeit ist, ich bin sicher, dein Sohn wird daran wachsen und es wird ihn voranbringen. Ich denke, der Sprung war das Richtige für ihn... jetzt müsst ihr nur erstmal durchhalten und zuversichtlich bleiben.
Vielleicht lernt er so seine Lektionen schon eher, als meine Große, die ja offensichtlich bis heute an den Folgen der Unterforderung in der Grundschule zu "knabbern" hat. (Eben genau an dem fehlenden Erleben der Selbstwirksamkeit bspw)
Zuletzt geändert von sinus am Di 22. Sep 2020, 11:33, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Di 22. Sep 2020, 11:01

PS:
ich schreibe grad im Zimmer der Großen, weil da so schön die Sonne reinscheint... und da fällt mein Blick direkt auf ihren Schrank.
Wir haben dort jetzt eine Art "Erfolgswand" für die Große - ich wusste kürzlich beim gründlichen Aufräumen ihres Zimmers einfach nicht, wohin mit diversen Urkunden – Mathekänguru, ein Englisch-, ein Informatikwettbewerb, ein besonders gelungenes Schul-Plakat u.ä. –, da hab ich das ihr im Zimmer kurzerhand an den Schrank geheftet. Das sieht so als Summe schon toll aus.
(mir war selbst nicht klar, dass es da schon/noch so viel an Urkunden in der Schublade gibt!)

Bei der Kleinen haben wir irgendwann mal eine "Übeliste" fürs Geigeüben begonnen. Auf ein Blatt habe ich 100 Felder gemalt. Sie trägt bei jedem Üben die neue Zahl ein. (Gestern waren wir bei 194)
So ein volles Blatt ist eine wirklich imposante Verdeutlichung, was man schon alles geschafft hat.
Der Lehrerin hatten wir so ein Blatt in der Anfangszeit von Corona mal im Video gezeigt, das hat sie dann gleich aufgegriffen und unter ihren Schülern einen kleinen Übe-Wettbewerb gestartet.
Kürzlich gabs das erste Klassenvorspiel und die fleißigsten Über wurden prämiert. (Kind hatte den 2. Platz)

Vielleicht ist so eine optische Darstellung aller Erfolge für deinen Sohn gerade ja auch hilfreich?
Ihr könntet bspw jeden Tag zusammen 1,2,3 Stichworte auf einen Zettel aufschreiben, was am Schultag toll war, was ihm Freude, was ihn glücklich gemacht hat in der Schule/Klasse und das dann irgendwo anpinnen.
Wenn ihr das täglich macht, wird da sicher bald ganz schön viel zusammenkommen, was dann optisch sehr deutlich zeigt, wie viel und dass es doch jede Menge Erfolge und positive Erlebnisse derzeit gibt...
Das kann man dann auch immermal wieder ansehen & lesen, wenn es mal nicht so gut läuft.
sinus
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Di 22. Sep 2020, 11:54

sinus hat geschrieben:@meine3: Hier nochmal als Foto Typ 4.
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@all:

Er lässt sich eigentlich ziemlich gut durch Belohnungen oder positive Rückmeldungen und Verstärkung motivieren (zumindest anfänglich) und reagiert wiederum stark auf Misbilligung und Ungeduld. Ich glaube, die KL hat es nicht so mit positiver Rückmeldung, ermahnt ihn aber relativ oft.

Wir haben dennoch Glück mit der Lehrerin, da ich gut mit ihr kann, sie zuhört und bemüht ist und sie auch sieht, dass er kognitiv in der 3. Klasse richtig ist. Allerdings scheint sie im Unterricht eben so gut wie garnicht auf ihn einzugehen oder sagen wir mal "an ihn zu denken". Er "muss" halt mitlaufen, direkt. Er sagt zumindest, dass sie oft seine Fragen nicht beantwortet oder ihm Arbeitsabläufe nicht klar sind, weil sie sie nicht erklärt hat :? . Das passt auch dazu, dass sie ja doch relativ hohe Erwartungen an ihn hat (dass er sich innerhalb einer Woche integriert und vergleicht da mit zugezogenen Kindern, die aber eben allerdings ganz regulär schon 2 Schuljahre hinter sich haben). Auch ist seine Frustrationsschwelle eher hoch als niedrig, zumindest bisher in der Schule. Das haben mir bislang alle Lehrer so zurück gemeldet. Er flippt nicht schnell aus, wenn er was falsch hat oder ähnliches, kann mit Rückschlägen ganz gut umgehen.

Er hat gestern ganz viel von den Kindern erzählt, weiß schon erstaunlich viele Namen und gibt sich hier sehr viel Mühe. Das kostet ihn offensichtlich auch grade viel Energie, die dann anderenorts fehlt. Das von der Lehrerin bewertete NICHT vorhanden Desinteresse meines Kindes an den Mitschülern ist wohl auch nicht wirklich so. Ich vermute er ist tatsächlich zur Zeit "schüchtern" (durch den sensorischen Overload, der grade auf ihn einprasselt), was nicht seinem eigentlichen Naturell entspricht, aber für mich völlig verständlich ist in der Situation. Gestern hat er mitbekommen, dass es für Verhalten und Mitarbeit ebenfalls eine Note gibt :lol:, das fand er dann uncool und meinte:" ups. Aber ich will doch gute Noten haben!" :lol: :lol: Vielleicht bringt ihm allein dieses Wissen etwas, sich besser am Riemen zu reißen. Mal sehen...

Ansonsten ist es auch zu Hause weiterhin schwierig, er ist oft in "seiner Welt", da ist er dann schlecht ansprechbar, reagiert spät (erst auf lautes Rufen oder anfassen, selbst dann oft nur bedingt) und hat auch grade keine Lust mehr für die Schule zu machen als nötig (sprich Hausaufgaben und gut ist, die macht er aber selbstständig und ohne murren! Das kennen wir ganz anders).

Wir müssen einfach abwarten, wie es sich entwickelt. Ein Besuch beim KJP, wenn die Situation länger anhält, ist sicherlich dennoch richtig und wichtig.

Nichts desto trotz wird die Sozialarbeiterin nicht schaden (hoffe ich?). Das wäre einfach auch nochmal ein anderer Blick auf ihn und könnte helfen. Wobei ich denke, dass das auch schwer nach hinten los gehen kann, wenn da jemand ist, der ihn 45 Minuten lang beobachtet, nur ihn. Da fällt dann ja jedes "Fehlverhalten" noch umso mehr auf :schwitz:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
Meine3
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Di 22. Sep 2020, 12:55

sinus hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben: Wie läufts eigentlich bei der Großen in der 6. Klasse?


Aktuell bin ich total zuversichtlich:
Sie kommt glücklich & gut gelaunt aus der Schule und es gibt sogar Tage mit Fächerkombinationen, wo sie sagt: morgen ist ein guter Schultag.

Beim Klassenfest mit Eltern neulich (nachgeholtes 5. Klasse Abschlussfest. Da hier die Infektionszahlen gegen null sind, ist bei uns momentan bis auf das Maskentragen fast überall Normalität), war sie meiner Beobachtung nach mittendrin in der Kindergruppe und hatte sogar ihr selbst erfundenes Spiel mitgenommen und mit den anderen aus der Klasse gespielt. (Eine Art sportliches "Werwölfe von Düsterwald", aber mit Mörder & Detektiv und mit aktiv jagen und "abschießen" (Wasser aus einer Spritze) um zu töten. Ein paar besondere Rollen gibts auch noch, die Rollen werden durch verdeckte Karten (selbst germalt) verteilt)

Sie hatte jetzt überhaupt eine erfolgreiche erste Zeit.
Im neuen Fach Französisch hat sie den klasseninternen Preis fürs schönste Deckblatt gewonnen (die Kinder in der Klasse hatten abgestimmt durch Vergeben von Sternchen. Sie hatte ihr Deckblatt digital gezeichnet, damit beschäftigt sie sich ja intensiv, seitdem sie Anfang des Sommers ihr Zeichentablet und digitalen Stift dazu bekommen hat)

Sie hat außerdem wohl die Hälfte der Jungs der Klasse im Armdrücken besiegt.
(Da macht sich ihr vieles Üben an der Turnstange im Garten in den letzten Wochen wohl bemerkbar. Da hatten wir die Stange auf die maximale Höhe gestellt und da schaffte sie dann erstmal den Hüftaufschwung nicht mehr. Das war dann eine Herausforderung, die sie sich selbst gesucht hatte und wo sie wirklich verbissen geübt hat. So verbissen, dass sie zwischenzeitlich sogar ein paar Tage aussetzen musste wegen schmerzhafter Sehnenreizung an den Handgelenken)

In Englisch ist sie zusammen mit einem Jungen (der in eine internationalen Grundschule gegangen war) Klassenbeste und klagt (gespielt genervt), dass die anderen sie da aaaaaaandauernd nach Vokabeln fragen.

Das neue Fach Physik macht ihr bisher richtig Spaß.

Und absoluter "Höhepunkt" in mehrfacher Hinsicht:
In der ersten Mathearbeit, die wohl insgesamt sehr schlecht ausgefallen ist (keine 1en, einige 4, 5 und sogar 6en) hatte sie eine sehr gute 2.
Über diesen Erfolg freue ich mich besonders: sie hatte sich nämlich darauf wirklich gut vorbereitet, was in dem Falle auch ganz eindeutig der Grund ihres Erfolges war: Der Lehrer hatte eine Beispielarbeit vorgegeben und vor den Ferien gesagt, man solle sich diese Arbeit ansehen, das käme nach den Ferien dann in der ersten Arbeit dran.
Offensichtlich hatten das viele dann nicht gemacht, sie schon. Direkt die Tage vor der Arbeit noch mal, wo sie schon wieder mehrere Tage lang Panik geschoben hatte.
Und dann kam in der Arbeit wirklich EXAKT dasselbe dran, die gleichen Aufgaben, nur mit anderen Zahlen.
(Tochter hatte dann nur Faselfehler bei ein paar kniffligen Umrechungsaufgaben)
Eigentlich war diese Arbeit wohl als ein "Geschenk" an die Schüler gedacht, der Lehrer war wohl dann auch sehr enttäuscht, dass das für so viele dann in die Hose ging...

Ich bin erstens einfach froh über das Mathe-Erfolgserlebnis an sich, zweitens darüber, dass es so deutlich zeigt, dass sie durchaus Einfluss darauf hat, wie sie abschneidet (also dass üben wirklich hilft!) und drittens sieht ihre Arbeit richtig gut & sauber aus.
Ich hatte ihr noch mal eingeschärft, dass sie möglichst jeden Zwischenschritt aufschreiben soll, dass sie ordentlich und strukturiert untereinander schreiben soll, dass sie alle Einheiten immer dazuschreiben soll (es ging um Volumen und Flächen).
Hier zu Hause beim Üben sah das alles bei ihr noch total chaotisch aus und sie wusste tatsächlich - quasi der "HB-Klassiker" - manchmal die Lösung schon, konnte aber den Weg nicht aufschreiben.
Ich hab ihr das dann nochmal erklärt: erst Formel aufschreiben, dann alles einsetzen (samt Einheiten), dann Gleichung reduzieren usw.
Sie reagierte da beim Üben sichtlich genervt und ungeduldig und wir haben uns sogar darüber gestritten.
Und dann sehe ich da eine Arbeit von ihr, die aussah, als habe sie die nicht selbst geschrieben.
Total sauber, übersichtlich, strukturiert.
Und BINGO - es ist auch noch aufgegangen!

Also alles in allem schwimmt Kind gerade förmlich auf einer Erfolgswelle und dementsprechend geht es ihr gut.
Das wird sicher nicht so bleiben, aber ich denke trotzdem, dass es ihr gut tut und das auch "nachhallt".

Sie hat übrigens in ihrer B-Woche an 3 Tagen 8 Stunden (4 Blöcke) und ist dann erst 16:30 Uhr zu Hause.
Ich hatte damit gerechnet, dass sie eher darunter leidet, so lange in der Schule zu sein und so wenig vom Tag übrig zu haben. Stattdessen war sie überraschenderweise richtig gut drauf in der betreffenden langen Woche...

Ach und beim ersten Elternabend wurde nochmal gesagt, dass wir als Eltern die Kinder bitte mehr unterstützen sollten. Die Hälfte der Klasse würde echt ständig Sachen vergessen, Hausaufgaben nicht machen etc.
Es gab jetzt wohl sogar schon 6en wegen mehrfach nicht erledigter HAs.
Ich hab meine Tochter zu Hause dann gefragt, ob sie dazugehört und ob sie Unterstützung braucht.
Sie überlegte kurz und meinte:
"Nein, ich hab bisher nur einmal was vergessen gehabt und das lag an einer uneindeutigen Formulierung der Aufgabe." Sie habe das allein im Griff.
Den Eindruck habe ich auch!

Meine Einschätzung:
die aktuell gute Mischung aus ausreichender Herausforderung & sichtbarem Erfolg bzw dem Erlebnis, dass sie durchaus selbst Einfluss auf den Erfolg hat, ist äußerst "heilsam".
(Turnstange -> Armkraft, das viele digitale Malen -> beste Bewertung fürs Titelblatt, Üben für Mathe/strukturiertes Arbeiten -> gute Leistung)

Das ist natürlich an sich keine neue Erkenntnis, das alles weiß man ja aus der Theorie, aber die Wirkung in der Praxis ist da doch gerade erstaunlich deutlich.

In diesem Sinne auch an euch:
Bleibt dran. Auch wenn es gerade eine schwere Zeit ist, ich bin sicher, dein Sohn wird daran wachsen und es wird ihn voranbringen. Ich denke, der Sprung war das Richtige für ihn... jetzt müsst ihr nur erstmal durchhalten und zuversichtlich bleiben.
Vielleicht lernt er so seine Lektionen schon eher, als meine Große, die ja offensichtlich bis heute an den Folgen der Unterforderung in der Grundschule zu "knabbern" hat. (Eben genau an dem fehlenden Erleben der Selbstwirksamkeit bspw)


wow, das ist toll und freut mich für dich und deine Tochter. Sie ist jetzt regelmäßig bei der Therapeuten oder nicht? Das habe ich irgendwie nicht mitbekommen...
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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