Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Di 22. Sep 2020, 12:58

sinus hat geschrieben:PS:
ich schreibe grad im Zimmer der Großen, weil da so schön die Sonne reinscheint... und da fällt mein Blick direkt auf ihren Schrank.
Wir haben dort jetzt eine Art "Erfolgswand" für die Große - ich wusste kürzlich beim gründlichen Aufräumen ihres Zimmers einfach nicht, wohin mit diversen Urkunden – Mathekänguru, ein Englisch-, ein Informatikwettbewerb, ein besonders gelungenes Schul-Plakat u.ä. –, da hab ich das ihr im Zimmer kurzerhand an den Schrank geheftet. Das sieht so als Summe schon toll aus.
(mir war selbst nicht klar, dass es da schon/noch so viel an Urkunden in der Schublade gibt!)

Bei der Kleinen haben wir irgendwann mal eine "Übeliste" fürs Geigeüben begonnen. Auf ein Blatt habe ich 100 Felder gemalt. Sie trägt bei jedem Üben die neue Zahl ein. (Gestern waren wir bei 194)
So ein volles Blatt ist eine wirklich imposante Verdeutlichung, was man schon alles geschafft hat.
Der Lehrerin hatten wir so ein Blatt in der Anfangszeit von Corona mal im Video gezeigt, das hat sie dann gleich aufgegriffen und unter ihren Schülern einen kleinen Übe-Wettbewerb gestartet.
Kürzlich gabs das erste Klassenvorspiel und die fleißigsten Über wurden prämiert. (Kind hatte den 2. Platz)

Vielleicht ist so eine optische Darstellung aller Erfolge für deinen Sohn gerade ja auch hilfreich?
Ihr könntet bspw jeden Tag zusammen 1,2,3 Stichworte auf einen Zettel aufschreiben, was am Schultag toll war, was ihm Freude, was ihn glücklich gemacht hat in der Schule/Klasse und das dann irgendwo anpinnen.
Wenn ihr das täglich macht, wird da sicher bald ganz schön viel zusammenkommen, was dann optisch sehr deutlich zeigt, wie viel und dass es doch jede Menge Erfolge und positive Erlebnisse derzeit gibt...
Das kann man dann auch immermal wieder ansehen & lesen, wenn es mal nicht so gut läuft.


das könnte was für ihn sein. Ich überlege mir mal, wie wir das umsetzen könnten. Eventuell denke ich mir "Etappen" aus, z.B. Füllerführerschein, 1x1 im Schlaf, 1 Woche kein Eintrag im Barthi oder ähnliches und für jede Etappe bekommt er eine "Palette" oder einen Zettel. Im Normalfall halten solche "Belohnungen" nicht lange seine Motivation aufrecht, aber anfgänglich schon und das würde ja wahrscheinlich reichen, damit er jetzt den Anfang irgendwie überwindet. Für eine Art Tagebuch (täglich was ausdenken) ist er nicht der Typ. Aber meine Mittlere ;) ...
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Di 22. Sep 2020, 14:21

Meine3 hat geschrieben:wow, das ist toll und freut mich für dich und deine Tochter. Sie ist jetzt regelmäßig bei der Therapeuten oder nicht? Das habe ich irgendwie nicht mitbekommen...



...wir waren bisher nur zum Erstgespräch (live) und haben in den Herbstferien nochmal einen "live-Termin".
Ansonsten gab es bisher nur einen Skype Termin, den ich aber recht gut fand.

Da ging es drum, dass Kind lernen solle, sich selbst zu spüren und zu lernen, ihre negativen Emotionen auszuhalten und damit umzugehen. Dazu solle sie sich komplett und auch längere Zeit ohne Einmischung zurückziehen dürfen. Sie sollte Gutscheine anfertigen, die sie dafür einsetzen kann.

Als ich neulich mal so drüber nachgedacht habe, ist mir auch aufgefallen, dass sie in letzter Zeit öfter mal Sachen sagt wie: "Boarr, ich bin so schlau!" und sich innerlich auf die Schulter klopft.
Bei unwichtigen Kleinigkeiten ist das, bspw wenn sie mal wieder im Film eine Wendung vorhergesehen hat oder schnell wusste, wer der Bösewicht ist.
Aber trotzdem - sowas habe ich früher niemals von ihr gehört!

Ich sehe da tatsächlich eine gewisse positive Entwicklung.
Zuletzt geändert von sinus am Di 22. Sep 2020, 23:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon sinus » Di 22. Sep 2020, 15:01

Meine3 hat geschrieben:
das könnte was für ihn sein. Ich überlege mir mal, wie wir das umsetzen könnten. Eventuell denke ich mir "Etappen" aus, z.B. Füllerführerschein, 1x1 im Schlaf, 1 Woche kein Eintrag im Barthi oder ähnliches und für jede Etappe bekommt er eine "Palette" oder einen Zettel. Im Normalfall halten solche "Belohnungen" nicht lange seine Motivation aufrecht, aber anfgänglich schon und das würde ja wahrscheinlich reichen, damit er jetzt den Anfang irgendwie überwindet. Für eine Art Tagebuch (täglich was ausdenken) ist er nicht der Typ. Aber meine Mittlere ;) ...


Von meinem Gefühl her würde ich da aber jetzt sagen, dass ihr nicht mal so sehr eine bestimmte Zielerreichung betonen solltet, sondern vielleicht erstmal jeweils den Ist-Zustand positiv bewerten könnten. ("Heute habe ich mit X gespielt und wir haben uns richtig gut erstanden", "heute hat mich die Lehrerin gelobt", "heute hat mir Mathematik richtig Spaß gemacht", "heute hab ich fast gar nicht reingerufen")
Alles was JETZT gerade schon toll ist und gut klappt und eher nicht so sehr das, wohin es noch gehen sollte.
Also erstmal weniger Leistung, mehr positives (Selbst-)Gefühl suchen und finden.
sinus
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Beitragvon Meine3 » Mi 23. Sep 2020, 12:08

sinus hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben:
das könnte was für ihn sein. Ich überlege mir mal, wie wir das umsetzen könnten. Eventuell denke ich mir "Etappen" aus, z.B. Füllerführerschein, 1x1 im Schlaf, 1 Woche kein Eintrag im Barthi oder ähnliches und für jede Etappe bekommt er eine "Palette" oder einen Zettel. Im Normalfall halten solche "Belohnungen" nicht lange seine Motivation aufrecht, aber anfgänglich schon und das würde ja wahrscheinlich reichen, damit er jetzt den Anfang irgendwie überwindet. Für eine Art Tagebuch (täglich was ausdenken) ist er nicht der Typ. Aber meine Mittlere ;) ...


Von meinem Gefühl her würde ich da aber jetzt sagen, dass ihr nicht mal so sehr eine bestimmte Zielerreichung betonen solltet, sondern vielleicht erstmal jeweils den Ist-Zustand positiv bewerten könnten. ("Heute habe ich mit X gespielt und wir haben uns richtig gut erstanden", "heute hat mich die Lehrerin gelobt", "heute hat mir Mathematik richtig Spaß gemacht", "heute hab ich fast gar nicht reingerufen")
Alles was JETZT gerade schon toll ist und gut klappt und eher nicht so sehr das, wohin es noch gehen sollte.
Also erstmal weniger Leistung, mehr positives (Selbst-)Gefühl suchen und finden.



Hi Sinus,

ja da hast du vollkommen Recht. Als Alleinmerkmal wäre das eher schlecht. Aber ihn positiv unterstützen, loben und bestärken, grade hinsichtlich der täglichen kleinen Erfolge, das tun wir schon täglich, schon immer, bei all unseren Kindern. Auch bei Kleinigkeiten (hat es bspw. mal geschafft, eine Regel einzuhalten, die er sonst oft "vergisst", dann loben wir das natürlich, bzw. nehmen dies laut artikuliert wohlwollend zur Kenntnis :mrgreen:).

Mir ging es da tatsächlich um einen zusätzlichen Anreiz, da mein Sohn schon auf Belohnungen ganz gut anspringt und er ein totaler Wettbwerbstyp ist. Son Kram wie "Fleißstempel" oder Leseperlen interessieren ihn nicht. Aber Gummibärchen als kleinen Bonus oder gute Noten, das findet er gut. Er liebt es auch, Noten zu bekommen, im Gegensatz zu meiner Mittleren, die jetzt ja schon Angst hat zu versagen.

Gestern kam die erst 4 in Mathe zurück (die 3er und 6er Reihe sitzt wohl noch nich so gut :lol: :lol: ) und das hat ihn dann schon sehr geärgert (aber er hats insgesamt dann doch mit einem schelmischen Grinsen weg gesteckt) auch wenn ich ihm versichert habe, dass das ganz normal und okay und nicht schlimm ist und lediglich zeigt, wo er noch Lücken hat und es dafür auch gut ist, weil wir dann wissen wo's noch hapert. Es hat ihn schon gewurmt. Das kratzt an seinem Ego.

Ich finde es wirklich interessant, wieviele Tests (alles mündliche Noten aber trotzdem) man in 2 Wochen schreiben kann :gruebel: (in 2 Wochen war das die 5. oder 6. Note).

@all: habe gestern mit meiner Schwägerin gesprochen, das erste Mal seit 1,5 Jahren über meinen Sohn. Sie ist Kinder-und Jugendpsychologin, arbeitet in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie, hat einen höchstbegabten Sohn und einen hochbegabten Mann (meinen Bruder eben), aber teilweise ganz andere Ansichten bez. HB. Dennoch hat mir das Gespräch sehr gut getan. Sie sagt nach den Schilderungen und nachdem was sie selbst von Sohnemann kennt, hält sie schon ADHS für SEHR wahrscheinlich und dass es nicht so auffällig ist, erklärt schon die HB. Sie meinte aber vor allem, dass es ganz wurscht ist, welchen "Stempel" mein Sohn nun hat, er braucht einfach Hilfe, grade weil er das selbst ja auch artikuliert (und sonst kein Jammerlappen ist) und ich soll mit ihm bei einer/einem KJP vorstellig werden. Nicht mit dem Vordergrund einer Diagnose (das wird eh gemacht), sondern einer Therapie, Hilfe... Wie auch immer. Auch für uns Eltern. Mein Mann ist jetzt einverstanden. Wir gehen das im nächsten halben Jahr an. Zum Sprung meint sie: sie als Mutter und auch als Psychologin schaut IMMER mehr nach der emotional/sozialen Verfassung als nach der kognitiven. Wenn diese beiden "Verfassungen" so weit auseinander gehen, würde sie der sozialen Verfassung nachgeben und ihn wieder zurückstufen. Sie versteht total, dass es so oder so blöd ist, aber sie meint (und da hat sie vermutlich recht), dass er sein hohes Potenzial ohnehin nicht ausschöpfen kann, wenn er sozial und emotional so unter Druck steht und sich so unwohl fühlt. Sie finde aber die Idee mit der Sozialarbeiterin gut und würde, sofern Sohn das "aushält" noch mitnehmen in der 3. Vielleicht helfe das ja schon was, dass er sich dort besser fühle. Denn insgesamt wäre das natürlich die bessere Lösung (dass er dort ankommt und kognitiv ausgelastet ist, ADHS hin oder her).

Gruß

Meine3
Zuletzt geändert von Meine3 am Fr 25. Sep 2020, 15:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 23. Sep 2020, 12:48

@Meine3

zu den Noten: der Kleine hatte vor kurzem einen Rechtschreibtest. Benotet wurde nicht, aber eine 6 reicht nicht, um den Zusand der Rechtschreibung auszudrücken. Dabei war dieses Kind ja ganz regelmäßig in der 2. Klasse. Ich habe auch dunkel in Erinnerung, dass die Noten der Großen am Anfang der 3. Klasse nicht besonders gut waren. Die Anforderungen steigen plötzlich spungaft, und in diesem Jahr ist das noch so, dass mit einem Halbjahr Pause viele Kinder darauf überhaupt nicht vorbereitet sind.

zu den sozialen Situation: mein Kleiner ist zwar nicht extrem aber schon ordentlich verunsichtert durch seine neue Klasse. Sein Freund (das einzige Kind mit dem er gemeinsam als der alten Klasse in die neue gekommen ist) fühlt sich noch unsicherer, ist ganz vorsichtig und braucht ganz viel Zuspuch aus dem Elternhaus, dass er die Situation meistert. Der Freund ist ganz normal mit 8 Jahren in der 3. Klasse, hat keine psychischen oder physischen Probleme. Es sind einfach ein Paar sehr wilde Jungs dabei plus die neue Lehrerin, die ihn so durcheinander bringen.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Fr 25. Sep 2020, 15:45

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

zu den Noten: der Kleine hatte vor kurzem einen Rechtschreibtest. Benotet wurde nicht, aber eine 6 reicht nicht, um den Zusand der Rechtschreibung auszudrücken. Dabei war dieses Kind ja ganz regelmäßig in der 2. Klasse. Ich habe auch dunkel in Erinnerung, dass die Noten der Großen am Anfang der 3. Klasse nicht besonders gut waren. Die Anforderungen steigen plötzlich spungaft, und in diesem Jahr ist das noch so, dass mit einem Halbjahr Pause viele Kinder darauf überhaupt nicht vorbereitet sind.

zu den sozialen Situation: mein Kleiner ist zwar nicht extrem aber schon ordentlich verunsichtert durch seine neue Klasse. Sein Freund (das einzige Kind mit dem er gemeinsam als der alten Klasse in die neue gekommen ist) fühlt sich noch unsicherer, ist ganz vorsichtig und braucht ganz viel Zuspuch aus dem Elternhaus, dass er die Situation meistert. Der Freund ist ganz normal mit 8 Jahren in der 3. Klasse, hat keine psychischen oder physischen Probleme. Es sind einfach ein Paar sehr wilde Jungs dabei plus die neue Lehrerin, die ihn so durcheinander bringen.


Welche neue Klasse? Klassensprung? WEil die Drehtüre nicht mehr greifen kann wegen Corona, oder wie? :gruebel:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Sprung Sohn - Einschulung Tochter - Update

Beitragvon Meine3 » Fr 25. Sep 2020, 15:47

sinus hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben:wow, das ist toll und freut mich für dich und deine Tochter. Sie ist jetzt regelmäßig bei der Therapeuten oder nicht? Das habe ich irgendwie nicht mitbekommen...



...wir waren bisher nur zum Erstgespräch (live) und haben in den Herbstferien nochmal einen "live-Termin".
Ansonsten gab es bisher nur einen Skype Termin, den ich aber recht gut fand.

Da ging es drum, dass Kind lernen solle, sich selbst zu spüren und zu lernen, ihre negativen Emotionen auszuhalten und damit umzugehen. Dazu solle sie sich komplett und auch längere Zeit ohne Einmischung zurückziehen dürfen. Sie sollte Gutscheine anfertigen, die sie dafür einsetzen kann.

Als ich neulich mal so drüber nachgedacht habe, ist mir auch aufgefallen, dass sie in letzter Zeit öfter mal Sachen sagt wie: "Boarr, ich bin so schlau!" und sich innerlich auf die Schulter klopft.
Bei unwichtigen Kleinigkeiten ist das, bspw wenn sie mal wieder im Film eine Wendung vorhergesehen hat oder schnell wusste, wer der Bösewicht ist.
Aber trotzdem - sowas habe ich früher niemals von ihr gehört!

Ich sehe da tatsächlich eine gewisse positive Entwicklung.


Ja, das würde ich auch als positive Entwicklung sehen. Das freut mich echt :D . Und DAS wünsche ich mir für meinen Sohn auch... Dass er jemanden hat, der ihm bei seinen Problemen hilft (die anders gelagert sind als bei deiner Tochter, aber Hilfe braucht er da halt auch), und zwar unabhängig von uns...
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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