nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon sinus » Sa 3. Okt 2020, 16:49

...trotz Vorpubertät finde ich sie (also die Große) momentan sehr viel normaler und glücklicher, als noch vor einem dreiviertel Jahr!!!! :fahne:
Ich würde übrigens bei inzwischen fast 12 durchaus schon "echte Pubertät" sagen.

Jetzt grad ist sie übrigens mit zwei befreundeten Jungs Kastaniensammeln gegangen. Die 11/12jährigen wohlgemerkt, nicht die Kleine mit ihren Freunden. :lol:

PS: Gute Besserung für dich mit der Migräne!!!!
Zuletzt geändert von sinus am Sa 3. Okt 2020, 17:06, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Sa 3. Okt 2020, 16:59

@sinus

Bei mir rennen gerade 13-14 jährigen mit Pistolen herum. Schon seit Stunden. :D

Ein Tipp zum spielerischen Französisch lernen: Die Dora Zeichentricks. Ich habe sie damals meinen Großen gegeben, damit sie in die Aussprache einsteigen. Da geht es um die einfachsten Dinge wie Farben, Formen, Zahlen, und es wird dabei viel gesungen. Deine Kleine hat ein gutes Gehört, sie wird sehr schnell sehr gute Aussprache haben.
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon sinus » Sa 3. Okt 2020, 17:04

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@sinus

Ein Tipp zum spielerischen Französisch lernen: Die Dora Zeichentricks. Ich habe sie damals meinen Großen gegeben, damit sie in die Aussprache einsteigen. Da geht es um die einfachsten Dinge wie Farben, Formen, Zahlen, und es wird dabei viel gesungen. Deine Kleine hat ein gutes Gehört, sie wird sehr schnell sehr gute Aussprache haben.


Dankeschön, schaun wir uns an!
Dei Große war ja lange ein Fan der Serie "Miraculous". Aber das ist sicher noch sehr lange zu schwierig, also auch für die Große, die ja auch grad erst angefangen hat.
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon Meine3 » So 4. Okt 2020, 12:07

sinus hat geschrieben:...trotz Vorpubertät finde ich sie (also die Große) momentan sehr viel normaler und glücklicher, als noch vor einem dreiviertel Jahr!!!! :fahne:
Ich würde übrigens bei inzwischen fast 12 durchaus schon "echte Pubertät" sagen.

Jetzt grad ist sie übrigens mit zwei befreundeten Jungs Kastaniensammeln gegangen. Die 11/12jährigen wohlgemerkt, nicht die Kleine mit ihren Freunden. :lol:

PS: Gute Besserung für dich mit der Migräne!!!!


Oh je- schon 12. Die Zeit rennt :o. Da merk ich auch, wie lange ich mich hier schon mit euch tümmele ;). Ich fand Kastaniensammeln auch lange schön und mag es immer noch. Kastanien fühlen sich unheimlich schön an, wenn sie so neu und glänzend aus ihrer Schale ploppen.

Danke für die Genesungswünsche. Ich habe eine Verspannung im Nacken und dadurch die Migräne. Am Morgen geht es immer, je länger der Tag wird, desto stärker werden die Kopfschmerzen dann und irgendwann geht dann garnichts mehr :oops:. Ich befürchte, ich muss da demnächst mal zum Ostheopathen.

grüße
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon Meine3 » So 4. Okt 2020, 13:36

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:
koala27 hat geschrieben:

Altersmäßig sind die Kids immer unterschiedlich entwickelt-- das liegt einfach an den Kids--- selbst in der 7 Klasse der Großen sind einige Jungs, die machen nur Mist, da gibt es jede Woche Gespräch etc. und andere die sind ernsthaft dabei und wollen arbeiten und werden gestört--
da ändert sich nicht-- auch nicht im Alter--
wenn ich da an einige Eltern denke auf den Elternabenden der Kids--- da hatte man auch das Gefühl, man sitzt zwischen 5 jährigen Kindern :gruebel: und nicht auf einem Elternabend


Es ist alles relativ. Wenn das Verhalten im Rahmen der üblichen Probleme läge, würde sich die Lehrerin nicht gleich beschweren. Es sei denn es ist eine Referendarin, die zum ersten Mal eine Klasse hat. Aber so ist es nicht, und da stellt sich in erster Linie nicht das Problem, warum das so ist, sondern wie man die akute Situation löst, ohne das dabei die Aufsichtspflicht verletzt wird. Denn eigentlich dürfen die Lehrer keine unbeaufsichtigte Kinder alleine lassen.

Dem Kind ist rechtliche Seite herzlich egal, es braucht Auszeiten. Die Frage ist nur wie? Wohin könnte er sich zurückziehen, wenn es ihm zu viel wird? Z.b. die Schulbücherei? Wie lange darf er dort bleiben? z.B. bis die Sanduhr abgelaufen ist. Was macht er dort? Nicht unbedingt das was ihm gefällt, z.B. Abschreiben.

Ich glaube nicht, dass dieses Kind zu viel Energie hat. Ganz im Gegenteil. Die Schule saugt ihn emotional so aus, dass er keine Energie mehr hat um die inhibitorische Prozesse zu steuern. Denn Beruhigung im menschlichen Gehirn ist ein aktiver Prozess, der Energie bedarf.



Ich glaube mit dem "zu wenig Energie" liegst du falsch und richtig :D . Er hat sehr viel physische Energie, aber da sein Gehirn irgendwie ständig "feuert", er alles aufsaugt wie ein Schwamm ist er schnell erschöpft (geistig). Ja, er bräuchte mehr Pausen, mehr Auszeiten. Sie schickt ihn ja auch vor die Tür und dann macht er dort seine Aufgaben. Über den Stoff beklagt er sich derzeit wie gesagt garnicht mehr. Das passt genau. Aber es ist eben viel Geschreibe ab der 3. und das ist ein krasser Kontrast zur 1. Klasse.

Ich hoffe darauf, dass eine Sozialarbeiterin oder Schulpychologin in den nächsten Tagen und Wochen Zeit hat, denn das würde wahrscheinlich schon helfen, die Situation "neutraler" und objektiver zu bewerten.

Mein Sohn hat sehr viel Verständnis für die Lehrerin. Ich fragte ihn ob er nicht so gut mit ihr zurecht käme, weil ich diesen Eindruck irgendwie habe. Aber er sagte ganz klar, dass sie nett sei und in Ordnung. DAss er verstehe, dass sie manchmal strenger sein müsse, schließlich ist es nicht mehr die 1. Klasse und das wäre in Ordnung. Er ist also nicht böse, beleidigt oder verärgert, wenn sie ihn maßregelt. Von oppositionellem Verhalten keine Spur! Ich finde dieses "sich in sie hineinversetzen" im Gegenteil sehr umsichtig und weit. Sie wiederum "versteht" ihn nicht wirklich und misinterpretiert sein Verhalten oft, lässt sich aber auch eines besseren belehren, wenn ich erkläre, was ihn so umtreibt. Er selbst tut sich schwer "sich" zu erklären.

Was ich schade finde;: Sie hat ihn (laut seiner Aussage) noch kein einziges Mal für irgend etwas gelobt oder etwas positives zurück gemeldet. Letztens hatte er unter einer Sachkunde-Hausaufgabe von der Lehrerin (nicht die Klassenlehrerin) einen grünen Smilie stehen. Was hat er sich gefreut :D. Von der KL kommt sowas halt nicht, auch in unseren Gesprächen nicht, da wird nur "gemeckert" über das Verhalten. Wie gesagt: defizitorientiert.
Zuletzt geändert von Meine3 am So 4. Okt 2020, 14:46, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon Meine3 » So 4. Okt 2020, 13:45

Rabaukenmama hat geschrieben:
Meine3 hat geschrieben:Vorteile wären beim Wechsel zurück:

- er hat seinen besten Freund wieder näher um sich und seine anderen Freunde
- er hat "Heimweh" und möchte eigentlich gern zurück, aber schwankt auch immer wieder. Er hängt sich grade sehr an diesen Banknachbarn, der aber eigentlich eher genervt von ihm ist. Mein Sohn merkt das nur nicht :cry: und wir haben es nun auch nicht übers Herz gebracht ihm zu sagen, dass dieser ihn nicht sonderlich zu mögen scheint (wobei es natürlich auch ein Interpretionsfehler der KL sein könnte...)
-er hätte ein Jahr mehr, um sein Schreibtempo zu erhöhen und hätte da keinen "Stress" mehr und fühlt sich hier mengentechnisch nicht mehr überfordert.

Nachteile beim WEchsel zurück wären:

- er hätte dann wieder den Unterforderungs- Stress, weil er locker 95% des 2.Klassestoffes beherrscht.
-seine sozialen Auffälligkeiten nimmt er mit und verstärken sich vielleicht noch mehr (wegen der Langeweile)
- durch das Überspringen landet er schneller in einer Schule mit HB-Zug, so muss er noch ein Jahr länger in der GS "durchhalten".

Was tun?


Wenn ich das so kese frage ich much, ob der Unterforderungs-Stress "solo" nich das kleinere Über ist gegenüber der sozialen und der das schnelle, fehlerarme schreiben betreffenden Überforderung in der aktuellen Klasse. Es jetzt erst mal "laufen lassen" ist sicher ein guter Weg, aber ich würde mir (als Mama) auch selbst eine Frist setzen, wann ich die Entscheidung wegen rückgängig-machen vom Sprung treffe. Z.B. eine Woche vor den Herbstferien.


Was den Sitznachbarn betrifft so würde ich dieses Kind so schnell wie möglich mal einladen und mir dann selbst ein Bild machen. Es kann nämlich beides sein: dass der Sitznachbar deinen Sohn mag und zeitweise gut mit ihm "kann", sich aber andererseits doch manchmal überfordert fühlt. Und das persönliche Kennenlernen würde da sicher mehr Klarheit schaffen als das schwarz-weiß denken, wo msn nicht sagen kann, was wirklich Sache ist.


Hallo Rabaukenmama,

dein Beitrag ist mir irgendwie total durch die Lappen gegangen. Aber jetzt habe ich ihn gesehen und möchte dir natürlich auch antworten.

Das Schreiben hat sich innerhalb einer Schulwoche eklatant verbessert. Sowohl in Geschwindigkeit als auch im Schriftbild. Die KL meldete auch zurück, dass er im Deutschtest nicht die Zusatzzeit gebräucht hätte, korrigiert hat sie aber noch nicht. Vermutlich hat er das gegenlesen wieder "vergessen" (das selbst korrigieren fängt jetzt grade erst an) und es wird nicht so toll ausgefallen sein, was mich aber jetzt nicht beunruhigt oder stört. Da mache ich mir keine Sorgen. Auch das wird er schnell aufholen können, wenn ich bedenke, wie er sich kognitiv innerhalb weniger Tage an die neuen Gegebenheiten angepasst hat.

Sorgen machen mir (und auch der KL) in allererster Linie die Situation mit den Mitschülern und sein Verhalten im Unterricht. Ich hätte gern am Ende dieser Woche die Frist gesetzt (habe ich auch so artikuliert vor der KL), weil dieser Schwebezustand meinem Sohn nicht gut tut. Aber die Fachlehrer, der Rektor sowie beide KLs (neue und alte) wollen Sohnemann noch die Zeit bis zu den Herbstferien geben und hoffen, dass er sich noch sozial irgendwie berappelt, weil sie ihn kognitiv schon in der 3. sehen...

Der Sitznachbar hatte leider die Schnauze voll von meinem Sohn. Sohnemann sitzt auch nicht mehr neben ihm, er sitzt nun allein, vorne am Rand. Das passt zu seiner Stellung in der Klasse. Ob das nun gut ist oder schlecht, ich weiß es nicht. Zum einen ist es für ihn konzentrationstechnisch sicherlich besser alleine und vorne zu sitzen, zum Anderen ist er eben so noch mehr "ausgegrenzt" sozial. Die KL hat wohl keine andere Möglichkeit gesehen und muss ja auch auf die Bedürfnisse der Mitschüler achten.

Ich habe Sohnemann auch gesagt, dass ich ihm gern meine Nummer mitgeben kann und er soll sie dem Jungen (Ex-Sitznachbarn) geben, dann könnten wir ihn mal nach der Schule einladen. Aber mein Sohn traut sich wohl nicht so richtig, weil er mittlerweile schon gemerkt hat, dass die Sympathie nicht so unbedingt gegenseitig ist :( . Er möchte sich wohl keinen Korb einfangen, obwohl er da sonst unempfindlich ist, ist er da grade doch sehr verletzlich. Es kam hier nur ein zögerliches "ja, das wäre eventuell mal eine Möglichkeit..."

Wir können derzeit immer nur von Woche zu Woche, teilweise sogar nur von Tag zu Tag schauen und neu evaluieren, da sein Verhalten in der Schule wohl auch sehr tagesformabhängig ist. Mal läuft es besser, dann wieder total daneben...
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon Nimoe » So 4. Okt 2020, 17:44

Hallo Meine3,

Ich lese meist nur still mit, leide aber gerade mit dir mit und wollte ein paar meiner Gedanken beisteuern.
Von meiner Tochter kenne ich auch einige Überreizungsmomente. In neuen Urlaubsunterkünften war sie gerne erstmal ziemlich aufgedreht. Einen Extremfall hatten wir auf einer Nachtfähre, als sie 6 1/2 war. Alleine in fremden Umgebungen, also Schule oder Ferienbetreuung, reagierte sie eher mit Rückzug und ging sogar paar Mal in Stand by-Modus. Aufgrund von psychosomatischen Beschwerden bis hin zur offenen Schulverweigerung bei netter, aber leider völlig unempathischer Klassenlehrerin wechselte sie nach der zweiten Klasse die Schule, völlig neues Umfeld, neue Kinder und Lehrer. Das war auch schwierig, ihre Stimmung wechselhaft, jenachdem, ob andere Mädchen mit ihr gespielt haben oder sie alleine war. Die neue Klassenlehrerin war aber auch um Integration bemüht. Es gab soziale Klassenstunden, gibt es jetzt in der 5. übrigens auch wieder, regelmäßiges Umsetzen. Nach Sankt Martin hatte sie dann ihre feste Freundin gefunden und es war OK. Auch jetzt ist sie übrigens sozial noch nicht angekommen. Aber ich weiß, dass es bei ihr immer länger dauert. Daher finde ich diese Erwartungshaltung seitens eurer Schule einfach furchtbar.
Bei meiner Tochter vermute ich Hochsensibilität als Ursache für ihre Überforderung in neuen Situationen, wobei es schon besser geworden ist mit den Jahren. Hast du bei deinem Sohn eventuell schon mal in die Richtung überlegt?
Nimoe
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon Meine3 » So 4. Okt 2020, 18:34

Hallo Nimoe,

danke für deine Erfahrungswerte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von der KL halten soll. Sie macht ihn größtenteils schlecht, auch seine Leistungen bewertet sie vorsichtig. Sie sagt: teils - teils. Teilweise bringt er sehr gute Leistungen, auch in Mathe (? ja, warum nicht in Mathe...), und dann bemängelt sie wieder die SChreibgeschwindigkeit und die Orthographie. Er ist da jetzt die 3. Woche gewesen, 2 Tage war er nicht in der Schule!

Das nervt mich schon. Sie meinte VOR den Sommerferien zu mir, wir sollen anfangs mit schlechten Noten rechnen, das das normal wäre und sich gibt, nach einem halben Jahr (ich würde mal frech behaupten, dass 3 Wochen kein halbes Jahr sind :gruebel: ).

Dann meckert sie NUR über sein Verhalten, da kommt nichts positives. Auch nicht wenn er sich bemüht, das gesteht sie dann ein, wenn ich explizit danach frage.

Auf der anderen Seite sagt sie: er ist eigentlich in der 3. richtig und sie wollen ihm unbedingt noch die Chance geben bis zu den Herbstferien...

Das passt irgendwie alles nicht mehr zusammen.

Meine Gedanken dazu: sie kann ihn nicht leiden, weil sie ihn nicht versteht. Punkt. Aber sie muss sich eingestehen, dass er in ihrer Klasse eigentlich richtig ist, und ist so fair dies auch zu tun. Sie versucht ihre eigene Unzulänglichkeit (dass ihr der Sohn unsympathisch ist und sie ihn deswegen gern wieder los hätte) zu verstecken, aber das gelingt nicht wirklich gut.

Ganz ehrlich bereue ich es ein wenig, den Vorschlag zum KLassensprung überhaupt an meinen Sohn weitergegeben zu haben. Wir hätten das als Eltern gleich ablehnen müssen :cry: . Denn in der alten Klasse war die Langeweile zwar groß, aber sozial wurde es immer besser... Hätte ich mal auf mein Bauchgefühl gehört... Gut, das kann man eben nie wissen. Die alte KL war sich ganz sicher, dass er das sozial packt und es ihm dort kognitiv viel besser geht (mit letzerem hat sie recht).

Ich bin hochsensibel, meine Töchter auch. Mein Sohn scheint auf der einen Seite in vielen Belangen viel weniger sensibel (eigene Wahrnehmung von Hunger, Müdigkeit, Kälte, Durst, Krankheit, Stress ist nicht so vorhanden), auf der anderen wirkt er SEHR sensibel (SEHR lichtempfindlich, und er reagiert stark auf Stress oder auch Hunger und Müdigkeit, wird dann total überdreht oder launisch oder unausgeglichen, aber merkt das wiederum auch nicht)... Auch menschliche Schwingungen sind sehr zweischneidig. Auf der einen Seite ist er oft SO sehr in seinem eigenen Gefühl "gefangen", dass er nicht merkt, dass sein Verhalten unpassend ist für jemand anderen (BEispiel: er lacht über einen Witz, den er grade liest währenddessen stößt sich die Schwester den Kopf und fängt lauthals an zu weinen. ER lacht LAUTER (nächster Witz) und bekommt NIX außenrum mit. Solche Dinge passieren STÄNDIG. VOrgestern hatte ich einen heftigen Hustenanfall, weil ich mich übel verschluckt hatte. Ich habe mich fast übergeben. Meine Mittlere weiß nicht was tun (sie hat meine GEste mit auf den Rücken klopfen nicht verstanden und wurde ganz ängstlich und der Sohn sitzt seelenruhig nebendran und liest. Als ich dann irgendwann ein ersticktes "XXX (name vom Sohn)" herausbrachte ist er sofort aufgesprungen und hat mir auf den Rücken geklopft :roll: ) oder er andere damit vor den Kopf stößt. Auf der anderen Seite hat er unheimlich viel Verständnis für die Gefühle und Belange und Verhaltensweisen anderer, WENN er sie mitbekommt... :gruebel:
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon sinus » So 4. Okt 2020, 21:06

Meine3 hat geschrieben:Hallo Nimoe,

danke für deine Erfahrungswerte. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich von der KL halten soll. Sie macht ihn größtenteils schlecht, auch seine Leistungen bewertet sie vorsichtig. Sie sagt: teils - teils. Teilweise bringt er sehr gute Leistungen, auch in Mathe (? ja, warum nicht in Mathe...), und dann bemängelt sie wieder die SChreibgeschwindigkeit und die Orthographie. Er ist da jetzt die 3. Woche gewesen, 2 Tage war er nicht in der Schule!

Das nervt mich schon. Sie meinte VOR den Sommerferien zu mir, wir sollen anfangs mit schlechten Noten rechnen, das das normal wäre und sich gibt, nach einem halben Jahr (ich würde mal frech behaupten, dass 3 Wochen kein halbes Jahr sind :gruebel: ).

Dann meckert sie NUR über sein Verhalten, da kommt nichts positives. Auch nicht wenn er sich bemüht, das gesteht sie dann ein, wenn ich explizit danach frage.

Auf der anderen Seite sagt sie: er ist eigentlich in der 3. richtig und sie wollen ihm unbedingt noch die Chance geben bis zu den Herbstferien...

Das passt irgendwie alles nicht mehr zusammen.

Meine Gedanken dazu: sie kann ihn nicht leiden, weil sie ihn nicht versteht. Punkt. Aber sie muss sich eingestehen, dass er in ihrer Klasse eigentlich richtig ist, und ist so fair dies auch zu tun. Sie versucht ihre eigene Unzulänglichkeit (dass ihr der Sohn unsympathisch ist und sie ihn deswegen gern wieder los hätte) zu verstecken, aber das gelingt nicht wirklich gut.

Ganz ehrlich bereue ich es ein wenig, den Vorschlag zum KLassensprung überhaupt an meinen Sohn weitergegeben zu haben. Wir hätten das als Eltern gleich ablehnen müssen :cry: . Denn in der alten Klasse war die Langeweile zwar groß, aber sozial wurde es immer besser... Hätte ich mal auf mein Bauchgefühl gehört... Gut, das kann man eben nie wissen. Die alte KL war sich ganz sicher, dass er das sozial packt und es ihm dort kognitiv viel besser geht (mit letzerem hat sie recht).

Ich bin hochsensibel, meine Töchter auch. Mein Sohn scheint auf der einen Seite in vielen Belangen viel weniger sensibel (eigene Wahrnehmung von Hunger, Müdigkeit, Kälte, Durst, Krankheit, Stress ist nicht so vorhanden), auf der anderen wirkt er SEHR sensibel (SEHR lichtempfindlich, und er reagiert stark auf Stress oder auch Hunger und Müdigkeit, wird dann total überdreht oder launisch oder unausgeglichen, aber merkt das wiederum auch nicht)... Auch menschliche Schwingungen sind sehr zweischneidig. Auf der einen Seite ist er oft SO sehr in seinem eigenen Gefühl "gefangen", dass er nicht merkt, dass sein Verhalten unpassend ist für jemand anderen (BEispiel: er lacht über einen Witz, den er grade liest währenddessen stößt sich die Schwester den Kopf und fängt lauthals an zu weinen. ER lacht LAUTER (nächster Witz) und bekommt NIX außenrum mit. Solche Dinge passieren STÄNDIG. VOrgestern hatte ich einen heftigen Hustenanfall, weil ich mich übel verschluckt hatte. Ich habe mich fast übergeben. Meine Mittlere weiß nicht was tun (sie hat meine GEste mit auf den Rücken klopfen nicht verstanden und wurde ganz ängstlich und der Sohn sitzt seelenruhig nebendran und liest. Als ich dann irgendwann ein ersticktes "XXX (name vom Sohn)" herausbrachte ist er sofort aufgesprungen und hat mir auf den Rücken geklopft :roll: ) oder er andere damit vor den Kopf stößt. Auf der anderen Seite hat er unheimlich viel Verständnis für die Gefühle und Belange und Verhaltensweisen anderer, WENN er sie mitbekommt... :gruebel:


Hm, ich denke, du kannst deiner Einschätzung da vertrauen. Das ist ja eine Seite der HS, dass man andere relativ gut und schnell durchschaut.
Schlimmerweise oft sogar besser, als das Gegenüber selbst. Soll heißen, dass die Lehrerin sich dessen evtl. nichtmal bewusst ist bzw es nichtmal vor sich selbst zugeben könnte, dass sie ihn nicht mag, wenn dem so wäre.

Ich würde sie evtl mal drauf ansprechen, dass ihre Rückmeldungen dir sehr negativlastig scheinen und dass du vermutest, dass dein Sohn es auch so empfindet. Dass euch (dich und ihn) das entmutigt und du dir wünschen würdest, dass sie auch positives Feedback gibt. Besonders an deinen Sohn.

Da sie insgesamt immernoch bemüht wirkt, würde ich die Hoffnung noch nicht aufgeben.
Ihre Antipathie kann sich ja auch noch wandeln, sie braucht evtl auch einfach noch Zeit.
Und vielleicht ist sie im Grunde auch noch nicht richtig drauf eingestellt, dass dein Sohn jetzt wirklich zur Klasse gehört.
Denn noch ist das ja in der Schwebe. Auch eurerseits.

Ich lese gerade folgendes Buch:
----------------------------------------------------------------
MOTIVATION TRIFFT BEGABUNG
von Gerhard Lehwald.
----------------------------------------------------------------
(Lehwald ist ein studierter Pädagoge und Psychologe, Professor und jahrelanger Direktor eines Zentrums für Potentialanalyse und Leiter einer Beratungsstelle für hochbegabte Kinder)

Das ist alles recht wissenschaftlich und nüchtern, aber für mich sehr erhellend.
Eigentlich alle seelischen und schulischen Probleme, die meine Tochter hatte und hat, kommen dort 1:1 vor und sind
demnach unmittelbar auf die jahrelange Unterforderung zurückzuführen.
Es ist ziemlich erschreckend.
(Man selbst denkt ja doch immer wieder - und kriegt das gerade auch von Lehrern sowie anderen im Umfeld schnell so gespiegelt - das Kind sei einfach auch charakterlich schwierig, man habe bei der Erziehung/im Umgang mit dem Kind evtl. was falsch gemacht, das Kind sei seelisch nicht stabil genug etc pp... also der Fehler läge zu allererst im Kind oder im Elternhaus ...
Aber warum beschreiben dann diese Autoren immer wieder so genau ausgerechnet mein Kind und seine sämtlichen "Baustellen" so erschreckend präzise?
Ich habs jetzt inzwischen schon so oft gelesen... und immer wieder versuche ich offen zu sein auch für alle möglichen anderen Betrachtungsweisen - aber so langsam glaube ich es doch.
Was mich daran erschreckt ist, dass das, was ich für die diversen Charakterschwächen oder gar -fehler meiner Tochter bzw. mitunter auch für Erziehungsfehler hielt, offensichtlich eine ziemlich erwartungsgemäße, natürliche Reaktion auf all die "Störungen" und Erlebnisse ist, die sie beim Lernen und Erleben in der Schule bisher hatte. Und dass sich das, wenn man da nicht gegensteuert, am Ende offensichtlich in der Persönlichkeit manifestieren kann.)

Insofern bleibe ich dabei, dass dein Sohn besser nicht zurück sollte.
Er wird danach vermutlich andere Probleme haben, die sich ziemlich wahrscheinlich viel langfristiger und tiefergehender auf sein Wohlbefinden und seine charakterliche Entwicklung auswirken.

PS: In Anbetracht dessen, dass du noch 2 nachfolgende Kinder hast, und deine mittlere mitunter ähnlich zu reagieren scheint, wie meine Große, möchte ich dir das Buch gern weiterempfehlen.
Ich würde es dir, wenn ich es ausgelesen habe, auch für ein paar Wochen zum Reinschauen ausborgen, wenn du es nicht kaufen möchtest.
Es ist allerdings nichts, was man mal eben so durchliest, mehr Fachbuch als Sachbuch.
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Re: nicht vor und nicht zurück...Sprung rückgängig machen?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 5. Okt 2020, 08:27

Ich habe drei Kinder in zwei sehr unterschiedlichen Klassenstufen jahrelang selber unterrichtet, und dabei noch nebenbei im Raum häufig ein Baby/Kleinkind gehabt. Ich verstehe die Lehrerin voll und ganz, dass sie mit dem Kind, das ständig reinruft ein Problem hat. Unterrichtsstörung in dem Ausmaß ist ein riesiges Problem in der Klasse, das alle Kinder betrifft. Auch wenn der Lehrer Nerven aus Stahl hat, fühlen die anderen sich benachteiligt, wenn sie sich melden, aber jemand doch ständig die Anworten reinruft. Wenn diese Antworten fachlich und richtig sind, dann umso schlimmer, dann hat das Kind noch gleich den Ruf von Besserwisser. Ich würde aus der Ferne das als brennendes Problem Nummer 1 einstufen. Erst wenn die Störung aufhört, kann die Lehrerin anfangen im Kind auch etwas Positives zu suchen.

Das Problem Nummer 2 ist die Ausgrenzung, was in vielem mit dem ersten Problem zu tun hat. Solange es fürs erste Problem keine Lösung gibt, sollte man aufpassen, dass die Neutralität nicht in Mobbing übergeht. Mein Kind mag das ADHS-Kind in der Klasse nicht. Es ist selbst mit Begleiter laut und das ist für mein KInd ein No-Go. Das darf mein Sohn mir gegenüber alles sagen und fühlen, aber ich habe ihm schon -zick mal erklärt, dass Paul eben so ist wie er ist, und nicht umsonst neben ihm schon seit drei Jahren eine Begleitung sitzt. Mein Sohn mag auch den Peter nicht, der auch so laut ist wie Paul, und mittlerweile in der ersten Bank vor der Lehrerin sitzt und ordentlich Aufmerksamkeit einfordert. Als mein Sohn sich darüber beschwerte, habe ich ihm auch bestätigt, dass ich Peter auch unmöglich finde. Weil ich weiß, dass Peter fit und fitter in allen Fächern ist und nur stört, um seine Machostellung sicher zu haben. @Meine3 Solange ihr keine Dagnose habt, fürchte ich, dass dein Sohn für die anderen Kindern und ihrer Etern die Rolle von Peter spielt.

Diese zwei Probleme haben nichts mit dem Sprung zu tun. Sie sind durch fehlende Impulskontrolle bedingt, und wären so oder so gekommen. Ich glaube, wenn eure Schule gegen die eigene Überzeugung des Rektors sich für den Sprung entschieden hat, dann war zumindest das 1. Problem auch während der 1. Klasse schon sehr präsent. Geht das Kind jetzt zurück, wird das 2. Problem vielleicht ein wenig milder, dafür wird aber das 1. Problem sich drastisch verschlechtern.
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