Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Beitragvon koala27 » Di 27. Okt 2020, 22:35

Hallo,

hier in der Ecke hat eine Freie Schule im August 2020 neu eröffnet--wir haben uns nach einigen Überlegungen dagegen entschieden, den Kurzen dort einzuschulen.
Obwohl es sicher Teile des Konzeptes gibt, die gut zu ihm gepasst hätten.

Ansonsten gibt es hier in der Ecke ja keine Schulen mit HB Zweig oder so, was ich hier im Forum immer ganz interessiert lese.
Ich habe schon öfter mal Berichte über HB Internate im TV gesehen.
Jetzt würde mich mal interessieren, ob jemand von Euch damit eigene Erfahrungen gemacht hat- also Kids kennt die dort sind/ waren etc. oder evtl. sich mal sowas angesehen hat?

Es klingt für mich immer ganz gut- was aber ja nichts heisst :-)
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Re: Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 28. Okt 2020, 10:16

Die freie Schule würde ich sofort nehmen. Intenat nur wegen Hochbegabung war für uns nie ein Thema, ganz egal wie gut es dort in Fernseh und in Wirklichkeit aussieht. Ganz unabhängig von anderen Kriterien, die Jahresgebühren sind sehr beeindruckend.
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Re: Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Beitragvon Meine3 » Mi 28. Okt 2020, 10:58

Hallo,

ich habe einen Freund, der war in Salem, einem Eliteinternat. Er ist höchstbegabt und hatte ein Stipendium.

Er selbst ist ziemlich "kaputt". Drogen, völlig orientierungslos, bricht immer wieder für Jahre einfach den Kontakt ab. Hat seine langjährige Partnerin mit einer Studentin in Mexico betrogen (auch dort hat er mal studiert, unter anderem) und diese dann auch geheiratet.

Ich weiß nicht, warum er so ist, ob das am Misfit liegt oder am Charakter oder daran, dass er ziemlich früh, ziemlich gepushed wurde und eben die Eltern in seinem Leben nicht wirklich präsent waren. Aber mich hat das irgendwie abgeschreckt. Und auch wenn ich selbst immer von einem Leben im Internat geträumt habe (a la Hanni und Nanni :) ), würde ich es für meine Kinder nicht wollen.

Ich finde es wichtig, dass sie bei uns Eltern aufwachsen, dass wir ihr Großwerden erleben. Etwas anderes wäre es, wenn sie es sich irgendwann selbst aktiv wünschen, ein Stipendium erhalten und dadurch die horrenden Kosten und das Gefühl, dass man sein Kind "abschiebt" gegenstandslos wären.


Gruß Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Beitragvon sinus » Mi 28. Okt 2020, 11:34

Ein Mädchen aus dem Bekanntenkreis hat mehrfach die Schule gewechselt, weil sie immer wieder Probleme hatte. Auch sozial.
Sie war dann auch eine Zeit lang in St. Afra in Meißen. Sie ist aber von dort dann auch wieder weg. Die genauen Gründe kenne ich nicht exakt, aber offensichtlich war es nicht die Lösung ihrer Probleme. Inzwischen studiert sie und kommt ganz gut zurecht. War aber ein schwieriger Weg dahin.

Ich hab schon mehrfach schon gehört, dass diese Schulen eigentlich nur für Hochleister passend sind.

Meine Tochter kann ich mir da aktuell nur schwer vorstellen. Erstens, weil weder ich sie, noch sie uns als Familie "hergeben" würden, zweitens weil sie keine Hochleisterin ist bzw. sich viel zu schnell unter Leistungsdruck setzt.
Aber ich glaube, St. Afra bspw nimmt eh erst ab Klasse 7 oder 8 auf. Tochter ist ja noch nicht in dem Alter.

Aber allein finanziell würde sowas für uns auch nicht in Frage kommen, auch wenn gerade St. Afra nicht wirklich teuer ist.
(Aber wohl seit einem Fernsehbericht inzwischen sehr gefragt, so dass man kaum noch rein kommt. Ich hab von Geschwisterkindern gehört, die trotz nachgewiesener Hochbegabung und Geschwisterkind an der Schule nicht genommen wurden)
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
friert um die Nas.

(Herbstgedicht der 6jährigen)
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Re: Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Beitragvon charlotte12 » Mi 28. Okt 2020, 15:49

ich habe einen Freund, der war in Salem, einem Eliteinternat. Er ist höchstbegabt und hatte ein Stipendium.

Ich habe von Salem schon gehört, dass das Internat im Wesentlichen von Kindern aus reichem Hause besucht wird, schlicht deshalb, weil sich nur Eltern das Internat leisten können, bei denen Geld keine Rolle spielt. Außerdem gibt es kostenlose Plätze für Stipendiaten, die nach Leistung/Begabung ausgewählt werden und quasi für eine hohes leistungsmäßiges Niveau sorgen sollen. Die Rolle der Stipendiaten ist wohl nicht unproblematisch, weil sie in einer Blase zusammen mit Kindern aufwachsen, die mit sämtlichen Luxusmarken ausgestattet sind, und es gehörig am Selbstbewusstsein nagen kann, wenn man als einziger mit Discouter-Jeans ankommt und die Ferien nicht auf der eigenen Jacht verbracht hat. Hat mir eine Freundin so erzählt, die sich überlegt hatte, ihren Sohn dorthin zu schicken, sind also keine eigenen Erfahrungen - daher ohne jegliche Garantie...
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Re: Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Beitragvon HBMama » Mi 28. Okt 2020, 15:54

Die Tochter eines Bekannten (sowohl Tochter als auch der Bekannte sind HB) war die letzten 2 oder 3 Schuljahre auf eigenen Wunsch in einem HB-Internat. Wir haben Sie mal dazu befragt. An diese Aussagen erinnere ich mich:
* Betreuung im Unterricht viel intensiver. Aber auch kein Wunder bei 1/3 Klassengröße (im Vergleich zum vorher besuchten "normalen" Gymnasium).
* Etwa die Hälfte der Schüler war HB, der Rest wohl eher wegen dem großen Geldbeutel der Eltern an der Schule. Für viele Schüler waren Statussymbole (den eigenen Porsche auf dem Schulparkplatz parken) wichtiger als der Unterricht. Viel Sozialneid. Graben zwischen Stipendiaten und reichen Kids.
* Tolles Angebot neben dem eigentlichen Unterricht. Das war das, was sie letztendlich an die Schule gebracht bzw. dort gehalten hat.
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Re: Jemand Erfahrungen mit HB-Internat?

Beitragvon koala27 » Fr 30. Okt 2020, 14:02

@ all

Danke schön für eure Beiträge-- die sind sehr interessant und rücken die "Schönfärberei" aus den Medien wieder in ein normales Licht.


@ Katze

Die "freie Schule" hier hätten wir vielleicht genommen, wenn es sie schon gegeben hätte und sie sozusagen ein bisschen Vorlauf gehabt hätte- so dass man sich ein besseres Bild hätte machen können--
Papier ist ja geduldig.... und ob das was da steht dann überhaupt realisiert werden kann ist ja bei Neugründungen auch sehr unklar...
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