Update Schule

Probleme und Lösungen für den Schulalltag
nosupermum
Dauergast
Beiträge: 141
Registriert: Fr 8. Nov 2013, 12:54

Re: Update Schule

Beitrag von nosupermum »

Hallo Sinus,

das mitdenken Mathewettbewerb ist ja mal wieder typisch! Es leben die Stereotypen. Aber ich finde es schon mal klasse, dass die Schule das überhaupt anbietet. Konfrontation mit dem Problem bringt sicher nix. Aber vielleicht kann man das jamal beim Elternabend ansprechen. So von der Finanzierungsseite her. Sicherlich gibt es doch Möglichkeiten, allen interessierten Kindern die Teilnahme zu ermöglichen. Ansonsten kann man das doch sicher über den Förderverein regeln oder die Eltern direkt ansprechen. Würde ich mal auf diese Weise in den Raum stellen.

Bei der großen Tochter hast du vielleicht ein Gespür ob es in Mathe eher eine Kopfsache ist (mentale Blockade, fehlender Zugang) oder Defizite inhaltlicher Art. Ich würde mal schauen, ob es Praxen für Lerntherapien gibt, die auch fachlich Nachhilfe anbieten. Das könnte das Problem ganzheitlicher lösen. Vielleicht fühlt sie sich dann auch selbstbewusster und tritt dem Lehrer auch gegenüber. Ich kenne so Typen aus der eigenen Schulzeit. Die haben oft noch ein seltsames Frauenbild und meinen, mathematisches Verständnis sei nur den Männern beschert. Sie sehen ein in Mathe schwaches Mädchen nur als Bestätigung. Daher vielleicht erst mal die vertrauenslehrerin. Positiv ist sicher wenn ihr schon privat was in die Wege geleitet habt. Dann sieht die Schule die Bemühungen.
Katze_keine_Ahnung
Dauergast
Beiträge: 1375
Registriert: Do 23. Jan 2020, 09:33

Re: Update Schule

Beitrag von Katze_keine_Ahnung »

@sinus

ohne eine Debatte anzufangen, ob fluide Intelligenz gleich der Matheleistung in der Schule ist, würde ich dich gerne fragen: "Warum willst du dieses Problem schon seit Jahren übers Knie brechen?" Wäre das nicht für alle einfacher und zielführender zu akzeptieren, dass deine Große Matheleistung auf dem Niveau dieser Schule nicht liefern kann? Sie hat so viele Begabungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, warum muss vertieft ausgerechnet Mathe machen? Das Problem wird doch nur jedes Jahr schlimmer, weil sie spürt, dass es nicht passt.
nosupermum
Dauergast
Beiträge: 141
Registriert: Fr 8. Nov 2013, 12:54

Re: Update Schule

Beitrag von nosupermum »

@ Katze:

Mathe war in der Schule meine Schwachstelle. Ich bin ab Klasse 7 zur Nachhilfe gegangen. Fand ich früher nicht toll, dass es nicht ohne ging, hat mir aber geholfen, weil ich a) in Französisch, Sport (Zu schwere Knochen :lol:) und Physik (mir fehlt das Loge Denken) extrem schlecht und (Versetzungsgefahr) war. Ich wäre sonst sitzen geblieben. Und b) hat es mir den Schnitt im Abi gerettet, den ich für mein Traumstudium brauchte. Der Rest war ja top, nachdem ich meine Problemfächer abwählen konnte. Von daher bin ich meinen Eltern sehr dankbar, dass sie sich nicht gesagt haben, mein Fähigkeiten liegen eben wo anders und gut is.

Es war aber okay und machbar. Ich hab es mit Nachhilfe gut hinbekommen und konnte meine Angst vor Mathe und Physik auflösen. Man fühlt sich ja auch nicht gut, wenn es nicht klappt und das ist wie eine Spirale.

3 und 4 ist ja kein Beinbruch, nur wenn viele Grundlagen fehlen und es immer schlechter wird, dann würde ich was dagegen tun. Lücken auffüllen, Sicherheit schaffen etc. Ich habe bspw in Physik mit einem Nachhilfelehrer vorgelernt damit mein Physikerlehrer mich nicht vorführen kann. Bescheuert, das dürfte nicht sein, aber was will man machen? Ich hatte dann irgendwann Ruhe und keine Angst mehr. Mit Beschwerden der Eltern hat sich nichts gebessert.

Hätte das in Mathe nicht gegriffen, und mir hätte die Nachhilfe zusätzlich Probleme gemacht, hätten wir es akzeptieren müssen. Aber so hatte ich bis zum Abi wieder eine gute Grundlage und schleppte nicht mehr alle Lücken mit.
Katze_keine_Ahnung
Dauergast
Beiträge: 1375
Registriert: Do 23. Jan 2020, 09:33

Re: Update Schule

Beitrag von Katze_keine_Ahnung »

@nosupermum

es geht hier nicht um ein normales Matheunterricht. Es ist ein Gymnasium, das extra für mathebegabte Kinder eingerichtet worden ist. Sinus hat schon früher geschrieben, dass dort nicht normal nach gymnasialen Mathebüchern unterrichtet wird, sondern was ganz anders. Auch meine Kinder haben in der Schule einen Mathelehrer, der gerne den Kindern beibringt wie man Matheolympiade löst, aber gnadenlos selbst die Q11 als dumm und dämlich schimpft, weil sie nicht das liefert was er erwartet hat. Sie haben eine Klausur geschrieben, von der einige 11. Klässler nicht mal die Aufgabenstellungen verstanden haben. Die Klausur ist schlecht ausgefallen und obwohl die Noten ins Abi fließen, kann man nichts dagegen tun. Da verliert man nur Selbstvertrauen, weil selbst das Beherrschen des Schulstoffen nicht reicht. Solche Lehrer belohnen Leichtigkeit und Kreativität, für den Fleiß haben sie dagegen selten was übrig. Daher die Frage, warum soll das Kind, das ganz offensichtlich diese Leichtigkeit nicht besitzt, dorthin gehen und seine Selbstzweifel nähren?
sinus
Dauergast
Beiträge: 1316
Registriert: Fr 26. Nov 2010, 10:52

Re: Update Schule

Beitrag von sinus »

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben: Fr 1. Apr 2022, 08:46 @sinus

ohne eine Debatte anzufangen, ob fluide Intelligenz gleich der Matheleistung in der Schule ist, würde ich dich gerne fragen: "Warum willst du dieses Problem schon seit Jahren übers Knie brechen?" Wäre das nicht für alle einfacher und zielführender zu akzeptieren, dass deine Große Matheleistung auf dem Niveau dieser Schule nicht liefern kann? Sie hat so viele Begabungen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, warum muss vertieft ausgerechnet Mathe machen? Das Problem wird doch nur jedes Jahr schlimmer, weil sie spürt, dass es nicht passt.
Naja, sie möchte derzeit nicht weg von der Schule. In der Klasse fühlt sie sich recht wohl, in den anderen Fächern passt es gut.
Sie mag auch fast alle Lehrer. Die Klasse ist klein mit 22 Schülern.
Sie geht viel lieber zur Schule als früher (wenn nicht grad Mathe ist) und findet den Stoff mehrheitlich interessant.
Eine Schule mit Schwerpunkt Kunst lehnt sie ab (wäre btw auch nicht gut
erreichbar), Kunstunterricht in der Schule mag sie auch nicht so gern. Schule mit Sprachschwerpunkt lehnt sie auch ab. Die „normale“ vor Ort hat einen schlechten Ruf - einer ihrer Freunde ist dort und die überlegen zu wechseln.
Ich sehe einfach nicht die Lösung in einem Schulwechsel.
.
Zuletzt geändert von sinus am Fr 1. Apr 2022, 14:55, insgesamt 2-mal geändert.
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
friert um die Nas.

(Herbstgedicht der 6jährigen)
sinus
Dauergast
Beiträge: 1316
Registriert: Fr 26. Nov 2010, 10:52

Re: Update Schule

Beitrag von sinus »

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben: Fr 1. Apr 2022, 11:45 @nosupermum

es geht hier nicht um ein normales Matheunterricht. Es ist ein Gymnasium, das extra für mathebegabte Kinder eingerichtet worden ist. Sinus hat schon früher geschrieben, dass dort nicht normal nach gymnasialen Mathebüchern unterrichtet wird, sondern was ganz anders. Auch meine Kinder haben in der Schule einen Mathelehrer, der gerne den Kindern beibringt wie man Matheolympiade löst, aber gnadenlos selbst die Q11 als dumm und dämlich schimpft, weil sie nicht das liefert was er erwartet hat. Sie haben eine Klausur geschrieben, von der einige 11. Klässler nicht mal die Aufgabenstellungen verstanden haben. Die Klausur ist schlecht ausgefallen und obwohl die Noten ins Abi fließen, kann man nichts dagegen tun. Da verliert man nur Selbstvertrauen, weil selbst das Beherrschen des Schulstoffen nicht reicht. Solche Lehrer belohnen Leichtigkeit und Kreativität, für den Fleiß haben sie dagegen selten was übrig. Daher die Frage, warum soll das Kind, das ganz offensichtlich diese Leichtigkeit nicht besitzt, dorthin gehen und seine Selbstzweifel nähren?
Dieser Mathelehrer gilt in der Schule als der härteste und forderndste Mathelehrer.
Ältere Schüler reagieren immer entsprechend, wenn die 7klässler sagen, wen sie in Mathe haben.

Wer weiß, ob nicht das Problem nicht gar nicht da wäre, wenn she einen anderen Lehrer in Mathe hätte…
Im wahlobligatorischen Mathe klappt es ja bspw.
In der Klasse sind übrigens einige exzellente Mathecracks, die zusätzliche Kurse an der Uni belegen.
Klar macht es dem Lehrer am meisten Spaß mit denen zu arbeiten…
Wobei es für diese Schüler auch an der Schule „exzellenzkurse“ extra gibt.
Aber es sollte nicht sein, dass die anderen in der Klasse ganz hinten runter fallen und sich nicht mal mehr zu sagen trauen, wenn sie was nicht verstehen.
Ich denke, es gibt auch nicht wenige andere Mathe-3er-Schüler in der Klasse. Ich hätte damit auch kein Problem, wenn es meine Tochter nicht hätte.

Ich habe nun am Montag eine lernstandserhebung mit ihr bei einem Nachhilfe Institut. Da schauen wir ob Lücken da sind. (Glaube ich aber nicht)
Die sagten gleich das klingt mehr nach Schulangst und ein Psychologe wäre besser geeignet.
Zuletzt geändert von sinus am Fr 1. Apr 2022, 17:29, insgesamt 2-mal geändert.
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
friert um die Nas.

(Herbstgedicht der 6jährigen)
Katze_keine_Ahnung
Dauergast
Beiträge: 1375
Registriert: Do 23. Jan 2020, 09:33

Re: Update Schule

Beitrag von Katze_keine_Ahnung »

Hallo sinus,

es ist mir schon klar, dass du mit einer 3 in Mathe in der 7. Klasse kein Problem siehst. Das Problem ist, dass deine Tochter das sehr wohl tut und deiner Tochter wird seit Jahren mehr oder weniger deutlich vermittelt, dass man mit dieser 3 dort nichts zu suchen hat. Diese Schule scheint extra für die "Mathecracks" zu funktionieren, ob jemand dabei auf der Strecke bleibt, wird keinen so groß interessieren.
Auguste
Dauergast
Beiträge: 287
Registriert: Do 4. Jul 2019, 22:34

Re: Update Schule

Beitrag von Auguste »

Hallo Sinus,

Meine Tochter hat nach wie vor 1x pro Woche Nachhilfe in Mathe. Sie hat auch noch den selben Mathe-Lehrer wie in der 7. Klasse und so lange sie den hat, wird sie auch bei der Nachhilfe in Mathe bleiben. Der kann einfach nicht erklären. Das Problem haben auch andere in der Klasse und auch die älteren Jahrgänge bedauern die Klasse für den Mathe-Lehrer. Nur ist er gleichzeitig ihr Klassenlehrer und er wird ihnen wahrscheinlich auch noch im nächsten Schuljahr als Mathe-Lehrer erhalten bleiben.

Für uns ist die Mathe-Nachhilfe ein gutes Backup. Was meine Tochter in der Schule nicht versteht, lässt sie sich in der Nachhilfe erklären und sie macht dort die Hausaufgaben. Dann können wir Mathe abhaken und es gibt keinen Stress zu Hause. Meiner Tochter hilft die Sicherheit, dass sie nicht "mathedoof" ist, sondern dass es am Lehrer liegt, wenn sie mal was nicht verstanden hat. In der Nachhilfe kapiert sie es nämlich sofort.

Bei meiner Tochter hat es das Selbstvertrauen gestärkt. Sie geht entspannter in den Mathe-Unterricht in der Schule und verzweifelt nicht mehr, wenn sie in der Schule etwas nicht auf Anhieb verstanden hat.

Einen Versuch ist es vielleicht wert, wenn Deine Tochter die Schule nicht wechseln will, aber mit Mathe und (oder wegen) dem Lehrer so "auf Kriegsfuß" steht.
sinus
Dauergast
Beiträge: 1316
Registriert: Fr 26. Nov 2010, 10:52

Re: Update Schule

Beitrag von sinus »

@Auguste: Darf ich fragen, wo deine Tochter Nachhilfe bekommt? Wo ich heute angerufen hatte, kostet eine Individualbetreuung 4x im Monat 120 Euro - wenn ich gleich für 12 Monate buche.
Das ist für mich (als alleinerziehende Alleinverdienerin) in Summe ganz schön viel Geld...
Die Blätter sind bunt
nun bellt der Hund
nun lacht der Mund
Raureif liegt auf dem Gras.
Der Has`
friert um die Nas.

(Herbstgedicht der 6jährigen)
Rabaukenmama
Dauergast
Beiträge: 2909
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

Re: Update Schule

Beitrag von Rabaukenmama »

Hiermal ein Update von uns:

Men jüngerer Sohn (9 Jahre, 4. Schulstufe) fühlt sich in der Schule pudelwohl und arbeitet gut mit. Auch im Internat ist er nach wie vor gerne. Montags früh steigt er fröhlich in den Bus, gebärdet "Tschüß , bis Freitag!" und am Freitag nachmittags kommt er fröhlich heim und freut sich auf das Wochenende mit der Familie. Sein letztes Zeugnis waren lauter 1er.

Mittlerweile ist auch sein Klassenvorstand überzeugt, dass mein Sohn klug genug für den Regelschullehrplan ist und hat den Wechsel in die Wege geleitet. Es gab zwei schulinterne Gutachten, die den Wechsel befürworten und gestern habe ich das Formular zum unterschreiben bekommen, dass ich ihn auch befürworte. Mein Sohn darf dazu sogar in seiner Klasse bleiben, wo er gut integriert ist und de auch sein bester Freund (fast 2 Jahre älter) besucht.

Beim älteren Sohn (12 Jahre, 2. Gymnasium, 6. Schulstufe) hingegen ist es aktuell eine Katastrophe. Er führt sich auf wie ein Irrer, verweigert Arbeiten, brüllt herum und belästigt die Mädchen in seiner Klasse sexuell :twisted: . Außerdem beschimpft er grundlos andere Schüler, die er nicht mal kennt, auf beleidigende, sexistische Art!

Danach ist er immer einsichtig, entschuldigt sich, und kann absolut nicht sagen WARUM er das gemacht hat :( . Er macht das übrigens nicht heimlich, sondern in Anwesenheit der Lehrer und teilweise sogar im Unterricht. Das ist natürlich absolut untragbar.

Gestern hatten wir (mein Mann und ich) ein Gespräch in der Schule und wir waren heilfroh, dass er nicht gleich rasgeworfen, sondern erst mal nur für eine Woche suspendiert wurde. Danach sin Osterferien und nachher darf er nur in die Schule kommen, wenn 1:1 Betreuung für ihn da ist. Er hat ja zwei Schulbegleitungen, einen Zivi und eine Stützlehrern, die ausschließlich für ihn in der Klasse sind.

Da er vom Medikament, das er im letzten Jahr genommen hat, so stark zugenommen hat, haben wir vor 3 Wochen (in Absprache mit unseren KJP) jetzt ein anderes Medikament, welches eigentlich die Wutausbrüche dämpfen soll. Aber er ist damit noch viel aufgedrehter und unberechenbarer als sonst und seine Konzentrationsfähigkeit ist noch schlechter. Laut KJP kann diese Reaktion auch nur anfänglich sein, und mein Sohn soll es noch mindestens 2 Wochen nehmen, bevor er entscheidet, wie es medikamentös weiter geht.

Notentechnisch war er bis zum Halbjahr sehr gut unterwegs: eine 3 in Sport und eine in Deutsch (die eigentlich eine "Betragennote" ist), eine 2 in Mathe und sonst later 1er (Notendurchschnitt 1,5). Aber seit der neuen Medikation sacken auch die Noten nach unten. Vor zwei Wochen hatte er in Mathe seine erste 5 (bei uns die schlechteste Note), weil er mehr als die Hälfte der Aufgaben nicht mal gelöst hat, obwohl er sie gekonnt hätte. Seine Aussage dazu: er war gerade nicht motivert! Auch in Englisch hatte er auf der SA eine 3.

Ich habe ja ohnehin schon den Entschluss gefasst, meinen älteren Sohn im nächsten Schuljahr zu Hause zu beschulen, aber aktuell steht m Vordergrund, zu verhindern, dass er schon vorher von der Schule fliegt.

Sorry wenn ich nicht auf eure Berichte eingehe. Aber mir geht es mit der momentanen Situation gar nicht gut.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Antworten