KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Fürs und Widers zum Überspringen

Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 21. Okt 2020, 12:10

nosupermum hat geschrieben:
Mir hat eine Beraterin von der DGHK(?) gesagt, dass man als Eltern von einem begabten Kind sehr wahrscheinlich irgendwann am Schulsystem zweifelt. Auch wenn es gut läuft in unserem Fall, würde ich das so unterschreiben.


Als mein Mann vor mehr als 30 Jahren seinen Austauschjahr in USA gemacht hat, hat ihn eine Lehrerin unterrichtet, die mit 14 ihren College, und mit 18 ihren Harvardabschluss hatte. Danach zog sie in einen Wohnwagen und unterrichtete in einer dörflichen Highschool. Kein Amerikaner hat sich über diese Tatsachen aufgeregt. Ich kann es mir vorstellen, was für Diskussionen so ein Lebenslauf hier auf dem Lande lostretten würde...

Ich habe für deutsches Schulsystem nichts mehr übrig. Man muss ein Otto Normalverbraucher heißen, um sich dort gut integrieren zu können. Alles was in die Schablone von Otto nicht passt, wird abgeschnitten. Jeder meint dabei, der beste Spezialist in Schablonenscheinden zu sein.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon koala27 » Mi 21. Okt 2020, 14:31

Hallo Meine 3,
in Bezug auf deine Aussage wegen „ unbeschulbar“—- wäre es theoretisch möglich, dass Dein Sohn erstmal aussetzt mit der Schule? Oder wäre danach ein Neustart noch schwerer?
Bei der Großen war ein Mädel in Klasse 5 ab den Herbstferien bis zum Beginn der Klasse 6 krankgeschrieben - mit Unterricht zu Hause etc. Weil sie in der Schule ständig wegen Bauchschmerzen abgeholt werden musste - sie haben mit der KJP zusammengearbeitet etc. Und sie so langsam wieder aufgebaut dass sie seit Klasse 6 normal wieder hingeht — sie hat halt zu Hause alles nachgearbeitet.

Ich dachte nur gerade daran, weil dein Sohn ja jetzt das Lernen verweigert wie du schreibst und gar nicht mehr gehen mag.
Einfach das er auch mal Luft hat zum Erholen von dem ganzen Hickhack — und dem wenigen positiven seit dem Sommer.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Meine3 » Do 22. Okt 2020, 11:14

nosupermum hat geschrieben:Hallo, ich wollte nicht auf hohem Niveau jammern und eure Problematik klein reden. Bitte nicht falsch verstehen.

Wie lange müsst ihr da noch durch? Wie lange ist die Probezeit noch? Hattet ihr eigentlich eine Wahl, zu welcher Lehrkraft er kommt? Ich hab einige Lehrerinnen im Bekanntenkreis. Viele davon sind selbst Mütter. Da passiert es schon mal, dass sie ihre eigene Einstellung zum springen nicht professionell hintenan stellen können dem nicht offen gegenüber stehen. Entweder sie haben schon mal schlechte Erfahrungen gemacht oder davon gehört. Oder, das hab ich selbst im Freundeskreis erlebt, kommt da noch die Rolle als Mutter ins Spiel, dass man es sich für sein eigenes Kind nicht vorstellen kann. Wenn die Haltung der Lehrkräfte ich stimmt, dann wabbert das unausgesprochen mit. In der Parallelklasse meiner Tochter hätte das aus dem Grund auch böse ausgehen können.

Mir hat eine Beraterin von der DGHK(?) gesagt, dass man als Eltern von einem begabten Kind sehr wahrscheinlich irgendwann am Schulsystem zweifelt. Auch wenn es gut läuft in unserem Fall, würde ich das so unterschreiben.

Meint ihr, dass es vielleicht mit einem anderen Lehrer oder einer anderen Klasse besser laufen könnte? Manchmal hat man ja eine Klasse, die von den Kindern und der Gruppendynamik schwer ist.


Hallo du,

sorry, dass ich so ein wenig angefressen war. Unsere Situation ist grade wirklich so dermaßen blöde. Es gibt kein VOR und kein ZURÜCK. Wir stecken fest.

Die Probezeit endet morgen. Halleluja. Ich habe gestern bescheid bekommen, dass dem Antrag auf Rückstellung statt gegeben wird. Ich soll das schriftlich beantragen :gruebel: :gruebel: :gruebel: ? Für den Sprung gab es NIE etwas schriftliches, da wurde argumentiert, es sei ja erstmal auf Probe, aber den Sprung zurück soll ich jetzt schriftlich anfordern. Gut. Es ist schon lange vieles nicht mehr nachvollziahbar.


Wir hatten überhaupt keine Wahl, wo er hinkommt. Die Lehrerin hat gestern auch ganz offen zugegeben, dass es ihr sehr leid tue, sie habe den Eindruck, viel habe daran gelegen, dass sie keinen Zugang vom Sohn gefunden hätte. Ja, den Eindruck habe ich auch. Aber immerhin gibt sie es zu.

Mir wurde gesagt, dass ein Lernplan für Sohnemann aufgestellt wird, so dass er teilweise dann auch vom Unterrichtsstoff der 2. Klasse befreit wird. Mal sehen, ich denke, das sind auch wieder nur so leere Versprechungen :roll:.

Ich bin froh, dass er wieder zurück kann. DIe alte Lehrerin hatte nämlich einen Zugang zu ihm. Und wie es eben ist: es steht und fällt IMMER mit der Lehrkraft.

Und die Dame vom DGhK hat recht. Ich habe ein Jahr gebraucht um völlig desillusioniert vom deutschen Schulsystem zu sein. Ich hoffe meine Tochter braucht ein wenig länger. Mein Sohn war es nach 2 Mathestunden.


Ich wünsche EUCH alles erdnklich Gute, es läuft für deine Tochter doch super und das mit dem Mami-War ist unschön und sicher belastend, aber versuche das von dir zu weisen. Das hat nichts mit euch zu tun :fahne:

Gruß

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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 22. Okt 2020, 11:32

@Meine3

Ja klar, wenn man keine Gefahr mehr läuft, die Arbeit machen zu müssen, könne man es sich leisten, tolerant und großzügig zu sein... Beim Sondernlehrplan kann ich nur lachen. Das wird nicht unwahrscheinlich nach meiner Anletiung laufen... Wenigstens haben sie keine Lust auf den Kampf bezüglich die Endgültigkeit des Sprunges.

Bei den Kämpfen, die man nicht gewinnen kann, sollte man schon glücklich sein, wenn man nicht verliert. Ich fühle mich oft wie ein Guerillakämpfer im Jungel.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Meine3 » Do 22. Okt 2020, 11:51

koala27 hat geschrieben:Hallo Meine 3,
in Bezug auf deine Aussage wegen „ unbeschulbar“—- wäre es theoretisch möglich, dass Dein Sohn erstmal aussetzt mit der Schule? Oder wäre danach ein Neustart noch schwerer?
Bei der Großen war ein Mädel in Klasse 5 ab den Herbstferien bis zum Beginn der Klasse 6 krankgeschrieben - mit Unterricht zu Hause etc. Weil sie in der Schule ständig wegen Bauchschmerzen abgeholt werden musste - sie haben mit der KJP zusammengearbeitet etc. Und sie so langsam wieder aufgebaut dass sie seit Klasse 6 normal wieder hingeht — sie hat halt zu Hause alles nachgearbeitet.

Ich dachte nur gerade daran, weil dein Sohn ja jetzt das Lernen verweigert wie du schreibst und gar nicht mehr gehen mag.
Einfach das er auch mal Luft hat zum Erholen von dem ganzen Hickhack — und dem wenigen positiven seit dem Sommer.



Ich denke kognitiv und für uns zu Hause (stimmungstechnisch) wäre es eine große Erleichterung, aber sozial betrachtet schiebt ihn das nur noch mehr ins Aus. Er würde vermutlich den Anschluss an seine Klassenkameraden ganz verlieren, der nun eh schon erschwert ist, dadurch, dass er nun 6 Wochen in einem anderen Klassenverbund war.

Ich hoffe auf corona-bedingtes Homeschooling phasenweise. Das wäre für uns grade echt toll :schwitz:...
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Meine3 » Do 22. Okt 2020, 11:52

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3

Ja klar, wenn man keine Gefahr mehr läuft, die Arbeit machen zu müssen, könne man es sich leisten, tolerant und großzügig zu sein... Beim Sondernlehrplan kann ich nur lachen. Das wird nicht unwahrscheinlich nach meiner Anletiung laufen... Wenigstens haben sie keine Lust auf den Kampf bezüglich die Endgültigkeit des Sprunges.

Bei den Kämpfen, die man nicht gewinnen kann, sollte man schon glücklich sein, wenn man nicht verliert. Ich fühle mich oft wie ein Guerillakämpfer im Jungel.



ich fühle mich wie Don Quichotte :? :cry: Ich habe nun schriftlich beim Antrag auf Zurückstellung gleichzeitig teilweise Befreiuung für Mathematik beantragt :mrgreen:. Wird eh nichts, aber ich muss es ja probieren...
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon nosupermum » Mi 30. Jun 2021, 13:16

Hallo, das Schuljahr ist fast zu Ende. An dieser Stelle möchte ich nun einmal ein Fazit ziehen und unsere Erfahrungen zum Klassensprung (von Klasse zwei in Klasse vier) rekapitulieren.

Tochter (jetzt neun) ist auf Anraten der Schule gesprungen. Wir waren zuerst sehr skeptisch, aber haben uns intensiv beraten lassen. Unsere Tochter hatte den Vorschlag direkt positiv aufgenommen und sich sehr auf die neue Klasse gefreut.

Sozial: Unsere Tochter war schnell sehr gut in der Klasse integriert. Die anderen Kinder haben sie sehr freundlich aufgenommen, niemand hat sie als Streberin bezeichnet oder sie gemobbt. Die Lehrerin hat es auch sehr geschickt angestellt, das muss ich im Nachhinein sagen. Sie hat sie direkt neben die Rädelsführerin der Klasse gesetzt und dieser die Aufgabe gegeben sich gut um die neue zu kümmern. Aber das haben wir erst im Nachhinein erfahren. Hat mal ein anderes Kind gesagt unsere Tochter sei eine Streberin, hat ihre Klasse sie sogar verteidigt.

Natürlich sind viele neue Themen am Anfang auf unsere Tochter, aber auch auf uns ein geprasselt ist. Handy, Mode und auch erste Schwärmer rein. Das wurde aber sehr schnell uninteressant. Sie fand diese Themen bald sehr schnell kindisch. Wir stellten sehr schnell fest, dass ihr auch in dieser Klasse Kinder fehlen, mit denen sie auf Augenhöhe agieren kann. Sie ist sehr euphorisch gestartet, wurde aber schnell enttäuscht. Auch in Klasse vier interessieren sich nicht viele Kinder, leider keins, dafür einen eigenen Staat zu gründen und eine Verfassung auszuarbeiten. Um nur mal ein Beispiel zu nennen
Um nur mal ein Beispiel zu nennen.

Dennoch hat sie sehr schnell Freundschaften gefunden und trifft sich, sofern Corona das ermöglicht hat, mit anderen Mädchen, mit denen sie auch später aufs Gymnasium gehen wird. Das freut uns sehr. Auch zu den Kindern ihrer alten Klasse hat sie, wenn auch lose, den Kontakt halten können. Einige haben ihn natürlich abgebrochen, die anderen sind ihr aber erhalten geblieben und haben gut verstanden, dass sie die Klasse gewechselt hat.

Schulisch: Auch wir sind dem Glauben erlegen, das Kind springt und nun ist alles gut.Wir haben sehr schnell gemerkt, dass es dann erst losgeht. Anfangs dachten wir, das Kind wird einfach nur in die für es kognitiv passende Klasse versetzt und dann ist sie am richtigen Fleck und alles ist gut. Unsere Tochter hat sich sehr schnell wieder gelangweilt, denn sie musste gar nichts aufarbeiten oder nachholen. Nur mit den ihr noch unbekannten Aufgabenstellungen und dem Schreibtempo hatte sie ein paar Probleme. Anfangs brauchte sie sehr viel Bestätigung beim Hausaufgaben machen, weil sie sich unsicher war ob sie auch alles richtig macht. Auch das schriftliche Beantwortung von fragen hat ihr etwas zu schaffen gemacht am Anfang. Wegen des Schreibtempos, aber vor allem auch, weil sie sehr perfektionistisch war und die Ansprüche der Lehrerin nicht kannte. Sie wollte es besonders gut machen, wusste aber nicht was gut, war sehr gut und was einfach gut genug war. Deshalb verbrachte sie in den ersten beiden Monaten sehr viel Zeit mit den Hausaufgaben. Auch weil ihr schreib Tempo noch nicht so flott war, was man auch sehr schön am Schriftbild erkennen konnte.

Das Kind hat von den Noten her wieder den gleichen Platz eingenommen wie in ihrer alten Klasse. Von Beginn an hat sie stets eine der besten, meistens sogar die beste Arbeit geschrieben. Schnell wurde ihr der Stoff jedoch wieder zu langweilig, das Arbeitstempo zu langsam oder sie stellte fest, dass ihr Wissen zu speziell war. Auch hier war Förderung eher Fehlanzeige, obwohl man es uns anders versprochen hatte. Die Lehrerin hatte es nicht geschafft oder wollte es fiel mir nicht schaffen, sie zu fördern. Das möchte ich hier nicht im Detail erläutern, das findet man in anderen Beiträgen im Detail. Anfangs hatte die Lehrerin es noch versucht, aber die Versuche waren gut gedacht, aber schlecht gemacht und zum Teil sehr demotivierend für das Kind. Ich habe dann versucht, ihr zu Hause das Futter zu geben was sie benötigt. Wie auch schon in der letzten Klasse haben wir uns unseren eigenen Weg gesucht und ich habe sie das bearbeiten lassen, was ihr Spaß gemacht hat, natürlich immer mit dem Blick darauf, dass sie keinen relevanten Stoff verpasst. So hat sie zum Beispiel bist du 1 Stunde am Tag englisch gelernt. Da greift sie zwar dem Gymnasium vor, aber ich wollte sie hier auch nicht bremsen, weil es ihr so Spaß gemacht hat und sie über die langweilige Zeit gerettet hat.
Die Präsenzzeit in der Schule nach dem Lockdown hat diese Langeweile zum Glück kompensieren können. Die Lehrerin hat einen Großteil der Präsenz Zeit mit Projekten gefüllt, was für die schlechteren Kinder in der Klasse sicherlich nicht gut war, da wirklich viel Stoff verpasst wurde. Unsere Tochter hat es sehr gefallen und sie konnte sich hier austoben und auch wieder mit einem anderen Kind zusammenarbeiten, mit dem sie kognitiv auf einer Welle schwimmt. So können wir das Schuljahr eigentlich positiv beenden.

Unsere große Angst war ja, dass die Noten vielleicht absagen könnten und dass ein Problem bei der Schulempfehlung, also dem Übertritt sein könnte. Ich muss hier ein paar Abstriche machen. Die Noten in den Hauptfächern waren alle sehr gut. Wegen Corona fanden die Nebenfächer eigentlich nicht statt, die Lehrerin wurschtelt sich so durch, auch mit den Noten. So gab es in den Nebenfächern einfach nur die mit Arbeitsnote. Wenn man sich natürlich langweilt und immer vermittelt bekommt, dass man eh nicht ran genommen wird oder man einfach zu viel sagt, zu viel weiß und man sich besser ruhig verhält, dann macht man auch eben nicht so viel mit. So kam es, dass sie ihre ersten zweier auf dem Zeugnis bekam und ihr Zeugnis dadurch, im Vergleich zum letzten, schlechter ausfiel. Daran hatte sie etwas zu knabbern. Aber das ist auch einfach Corona geschuldet. Wir sehen es nicht so tragisch. Sie inzwischen auch nicht mehr. Die Empfehlung fürs Gymnasium war unstrittig.

Familie: natürlich hat der Klassensprung anfangs auch Druck in unsere Familie gebracht. Ich hatte bedenken, wie sie das alles meistern wird. Kommt sie damit zurecht, wie werden die Noten sein und könnte es passieren dass sie es vielleicht doch nicht schafft? Ich habe vor der Entscheidung, aber auch danach noch in der ersten Zeit sehr viel Druck verspürt. Offen gesagt, hatte ich die Blicke von außen auf mir gespürt. Die prüfenden Blick von außen, ob das Kind das schafft und die vielleicht auch (so habe ich das empfunden) nur darauf warten, dass es nicht funktioniert. Denn das habe ich auch festgestellt, Eltern die damit noch nie etwas zu tun hatten, die melden sich immer gleich zu Wort und wissen natürlich auch ganz genau, dass das eine schlechte Entscheidung sei, wird dem Kind nichts Gutes tun, es einem hohen Druck aussetzen, ihm die Kindheit rauben und dass sie Das ihrem Kind nie antun würden. Irgendwie hat man ja schon das Gefühl, dass man jetzt unter Beobachtung steht. Ich muss sagen, dass wir anfangs schon sehr ausgegrenzt wurden von den Eltern ihrer alten Klasse. Die Eltern in der neuen Klasse haben uns sehr offen gegenüber gestanden, natürlich auch mit einem etwas prüfenden Pic, aber hier haben wir nichts Negatives zu berichten.

Alles in allem können wir ein sehr positives Fazit ziehen. Mir war es wichtig hier rüber abschließen zu berichten. Auch weil es glatt gelaufen ist und super geklappt hat. Denn wie ich schon vorhin sagte, Außenstehende sehen das ja oftmals sehr skeptisch.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 30. Jun 2021, 16:36

Hallo nosupermum,

danke für deinen ausführlichen Bericht! Was du am Schluss beschreibst, die skeptischen Bemekungen von Leuten, die euch und deine Tochter kaum kennen spiegelt deren eigenen Vorurteile wieder und haben nichts mitceuch oder deiner Tochter zu tun. Ich beobachte immer wieder, dass sich Eltern von durchschnittlich begabten Kindern gar nicht vorstellen können, wie weit ein HB-Kind voraus sein kann. Die vergleichenn instinktiv mit den eigenen Kindern, die mit der Situation "Klassensprung" wirklich hoffnungslos überfordert wären. Auch andere Kinder sind sich der Größe des Unterschieds oft nicht bewusst.

Mein Sohn hatte in der Grundschule einen Klassenkameraden, einen netten, sozialen, sportlichen, normal intelligenten Jungen mit liebevollem, fördernden Elternhaus. Der Junge meinte einmal, es sei nicht fair, dass mein Sohn eine 1 in Deutsch bekommt, weil er doch nie was "macht", also keine Lernwörterlisten abarbeiten, keine Rechtschreibregeln üben, nie such nur die kleinste Zusatzaufgabe! Der Junge hatte such eine 1 in Deutsch, aber die war hart erarbeitet. Aus der Sicht war es wirklich ungerecht.

Einmal hatten sie in der Schule einen Lesegeschwindigkeitstest. Der Junge hatte 39 Punkte erreicht, ein gutes Ergebnis, das zweitbeste der Klasse. Das beste Ergebnis hatte mein Sohn mit 78 Punkten. Das war so weit von den Mitschülern entfernt, dass diese sicher waren, dass mein Sohn "gemogelt" haben musste. Er hat daraufhin freiwillig den Test den anderen Gruppe unter 1:1 Aufsicht der Lehrerin gemacht und dort 81 Punkte erreicht.

Hochbegabte Kinder haben einfach schulisch ganz andere Voraussetzungen als durchschnittlich begabte. Das heißt nicht, dass sie zwangsläufig auch Hochleister sind, aber dass sie einfach viel wenigerMühe damit haben, sich den Schulstoff einzuprägen und es völlig reicht, wenn sie sich nur ETWAS damit beschäftigen.

Mein Sohn wird im ersten Gymnasium mindestens zwei Dreier im Zeugnis haben, einen in Mathe (wo sein Bruder die familiäre Nische "Mathe-Genie" besetzt), und einen in Sport. Die 1er und 2er in den anderen Gegenständen hat er ohne jegliche Anstrengung und ohne auch nur 1x was bewusst geübt zu haben, "nebenbei" geschafft.

Ich bin mir nach deiner Beschreibung auch sicher, dass sich deine Tochter im Gymnasium genauso leicht mit dem Schulstoff tun wird, wie bisher. Alles Gute!
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon koala27 » Mi 30. Jun 2021, 20:48

Hallo nosupermum,

danke für deinen Bericht! Bei unserem Kurzen steht aktuell auch ein Sprung im Raum ( 1 in 3) und deshalb ist es super mal direkt was zu lesen, wie andere es erlebt haben.
Aktuell tendieren wir nämlich dazu, ihn jetzt nicht springen zu lassen, sondern eher bis zum Herbst zu warten oder dann ggfls. eben auch von 2 in 4 zu springen, da er noch sehr langsam und sehr groß schreibt und nicht wirklich motiviert ist, dass selber zu ändern. Deshalb denken wir, dass da die Klasse 2 ein "netterer" Übergang wäre als gleich in 3 zu springen mit erhöhtem Schreib und Lesetempo.

Ich hoffe deine Tochter findet ihren Platz im Gym und kommt in eine starke Klasse mit Kids, die zu ihr passen und ihre Interessen etwas abdecken.
Unsere Große ( aktuell 7 Klasse Gym) hat dort zumindest das Glück, dass es ein paar fitte Jungs gibt mit denen sie in der Schule aktuell gut auskommt und sogar die Gruppenarbeiten halbwegs gut machen kann ( sie hasst Gruppenarbeiten.....), wenn sie nicht alleine arbeiten darf.

Ich bin gespannt, was du zum Halbjahr berichtest :-)
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon nosupermum » Do 1. Jul 2021, 19:45

Hallo Koala,

ich glaube es gibt Pro und Contra bei jeder zu überspringenden Klassenstufe. Ich habe bspw oft gelesen, dass das Überspringen von Kl 3 schlecht wäre, da das Halbjahreszrugnis der Kl 4 für den Übertritt relevant ist. Die Kinder haben dann ja auch schon ein Jahr Aufsatzerziehung (schlimmes Wort) hinter sich. Und schon ein Jahr angezogenes Schreibtempo und Arbeitstempo. Das kann ich alles bestätigen. Allerdings hat es gut geklappt und es blieb uns ja auch keine andere Wahl.

Wir hätten sie, mit dem heutigen Wissen eher früher springen lassen. Sie hat sich in Klasse 2 echt gequält. Hat es aber nie gesagt, weil sie so angepasst ist. Die Lehrerin hatte das zwar schon gemerkt, aber wegen dem Fokus auf einen aggressiven Jungen… verpennt. Nicht weil es leichter gewesen wäre, sondern weil wir ihr das gerne erspart hätten.

Was das Schreibtempo anbelangt: das war bei ihr genauso wie bei eurem Sohn. Ich dachte lange, dass würde sich nicht bessern. Die brauchte ewig beim abschreiben von Texten. Aus Spaß hab ich ihr mal den Wecker gestellt und ein Spiel draus gemacht. Der Text war so fix fertig und super schön geschrieben. Da wusste ich, es klappt. Die Aufgabe ist nur kein Ansporn.
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