Schon gesprungen und trotzdem nicht ausgelastet.

Fürs und Widers zum Überspringen

Schon gesprungen und trotzdem nicht ausgelastet.

Beitragvon Lu´s-Mama » So 19. Mai 2013, 23:53

Guten Abend!

Ich bin, nachdem ich mir heute mal wieder länger den Kopf zerbrochen habe, neu in diesem Forum um vielleicht von den Erfahrungen derer zu profitieren, die in einer ähnlichen Situation sind/waren.

Erstmal vorweg, unsere Tochter ist nicht getestet, deshalb weiß ich gar nicht, ob ich in einem Forum für hochbegabte Kinder richtig bin, da ich nicht weiß, ob sie das überhaupt ist, aber ich denke Erfahrungswerte finde ich hier am ehesten.

Unsere Tochter ist geboren im April 2006 und war immer deutlich weiter als GLeichaltrige. Im verschiedenen Kindergärten (auch bedingt durch Umzüge) trafen wir zu Beginn auf sehr schlechte Erzieher, später aber auf sehr offenes Personal und gute Förderung, ihren Stärken angemessen. Sehr oft stand das Thema einer Vorzeitigen Einschulung im Raum, uns war klar, dass sie dem schulisch gewachsen war, dennoch entschieden wir uns dagegen, weil ich sie 1. noch sehr Jung fand mit ihrem Geburtstag im Frühjahr, wäre sie jetzt im Herbst geboren worden und kurz nach der Einschulung 6 geworden, wäre das vielleicht nochmal eine andere Überlegung gewesen und 2. waren wir der Meinung, dass sie emotional nicht so weit war wie es für ein Schulkind gut ist. Sie ist sehr sensibel und brauchte das Jahr Kindergarten um in diesem Punkt reifen zu können.

Im Herbst 2011 hatten wir die Schulanmeldung, die bei uns so abläuft, dass die Kinder erst alleine reingehen und einige Aufgaben erledigen. Erst hinterher findet die Auswertung mit den Eltern statt. Ohne dass unsere Schulleitung zuvor etwas von unserer Tochter gehört hatte, schob sie mir, als ich zur Auswertung rein bin einen Zettel zu auf dem stand: "Hochbegabt?".
Da unsere Tochter wie gesagt nicht getestet ist, konnte ich ihr das nicht beantworten. Ich beantwortete ihr ihre Fragen und erzählte ihr auf nachfragen alles was sie wissen wollte, u.a. das unsere Tochter lesen kann, seit sie 3 ist (was sie wohl in diesen Tests auch ausreichen demonstriert hat), dass sie alles schreiben kann, meist fehlerfrei, dass sie sicher in den Grundrechenarten unterwegs ist, etc.
Sie sagte mir daraufhin, dass sie für sie keinen Platz in der ersten Klasse sieht und dass es ihre Aufgabe als Schulleiterin ist, jedem Kind das zu bieten, was es braucht. Sie legte uns nahe unsere Tochter einschulen zu lassen in Klasse 1 um ihr diesen für sie so großen Tag zu lassen, sie ankommen zu lassen in der Schule um sich an all die neuen Örtlichkeiten und Regeln zu gewöhnen, dann aber relativ zeitnah einen Sprung in Klasse 2 anzustreben. Wir beschlossen diese Entscheidung auf nach die Einschulung zu vertagen und zu gucken, wie es läuft.
Ich weiß, dass wir damit unsagbar Glück haben und dass viele für solche Einsichten des Lehrpersonals kämpfen müssen. wir mussten gar nichts ansprechen, die Lehrer dort sind einfach unglaublich aufmerksam.

Letztlich kam doch schneller als geplant, was kommen musste. . Nach 3 Tagen in Klasse 1, wechselte unsere Tochter in Klasse 2, ohne Probleme. Sie kann den kompletten Stoff, kommt in der Klasse sehr, sehr gut zurecht. Sie hat schnell viele Freunde gefunden, ist beliebt und man merkt der Klassengemeinschaft nicht im geringsten an, dass sie nicht von Anfang an dabei war. Das war eine unserer Sorgen. Die Klassenlehrerin ist fantastisch, unglaublich motiviert, herzlich, fachlich top!

Alles lief gut und ich war immer sehr froh, dass ich nicht mit den Problemen zu kämpfen habe wie andere, weil die Schule einfach "mitspielt". Meine Tochter wirkte ausgeglichen, es war egal, dass sie die Hausaufgaben für die ganze Woche schon am Montag erledigt hatte, sie war glücklich.
Doch das war scheinbar nur der Reiz des Neuen. Schule war noch spannend als solche an sich, anders lässt sich das nicht erklären, denn den Stoff von der 2. konnte sie ja auch von Anfang an.

Jetzt fangen doch die Probleme an, die wir durch den Sprung umgehen wollten. Sie hört nicht mehr zu und begründet das auf nachfragen mit "brauch ich nicht, kann ich doch schon". Ist für sie auch ganz klar, sie sieht die Notwendigkeit einfach nicht. Hausaufgaben sind zum Krampf geworden. Sie braucht ne Stunde für eine Seite im Arbeitsheft, weil sie ständig mit anderen Dingen beschäftigt ist und es "unfair" findet, dass sie so einen Quatsch machen soll. Sie quatscht in die Klasse, obwohl ich ihr mehrfach ins Gewissen geredet habe, dass das nicht geht und ich versteh´s nicht, denn eigentlich ist sie nicht so. Ich habe das Gefühl sie ist gar nicht mehr in der Lage sich zu konzentrieren :(
Die Schule würde sie jetzt gern probeweise ein weiteres Mal springen lassen und testen, wie sie in der 3. Klasse zurecht käme.

In mir schreit alles dagegen. Sie ist sowieso jung, schon jetzt ist der Großteil der Klasse 1 1/2 Jahre älter, es käme ein weiteres Jahr Altersunterschied dazu. Das kann doch nicht gut sein, was ist, wenn sie mal 13, 14, 15.... ist? Wird sie dann überhaupt noch ernst genommen in einer Klassengemeinschaft 15, 16, 17 jähriger? Würde ein weiterer Sprung überhaupt etwas ändern? Ich behaupte sie kann auch den Stoff der nächsten Klassen. Das kann doch nicht so weiter gehen, bis sie mal irgendwas nicht kann.
Gibt es nicht irgendwelche Möglichkeiten ihr den Unterricht erträglicher zu machen, ohne, dass sie ständig die KLassen wechselt? Die Lehrer sagen sie sind auch bereit ihr Zusatzaufgaben zu geben (machen sie ja sowieso) aber letztlich sei das auch nichts anderes, als sie immer weiter zu fördern und wenn man letztlich den Stoff von der 4. in die 3. holt damit sie beschäftigt ist, was macht man dann in der 4.? Dann wäre ein direkter Wechsel auch nicht schlechter.
Hinzu kommt, dass ich ihr diese Klassengemeinschaft nicht nehmen will, in der sie sich nach wie vor sehr wohl fühlt. Was kann man tun um diese Verweigerung zu umgehen? Gibt es da irgendwelche Tricks, Kniffe, Motivationen? Hat vielleicht jemand Erfahrungen damit?
Können Kinder lernen mit Langeweile umzugehen? Es sind doch nur wenige Stunden am Tag, sie hat meist nur bis 11.40 Schule und dann den Rest des Tages doch Zeit zu tun, was sie will, lange und ausgiebig, wenn sie halt nicht grade ne Stunde über der Hausaufgabe bockt :/

Habt ihr Tipps die euren Kindern im Unterricht geholfen haben, unsere Lehrer sind da auch für alles offen.
Wie handhabt ihr solche Hausaufgabenkatastrophen?
Wer hat Erfahrung mit einem zweifachen Sprung und kann mir sagen wie das läuft, wenn sie mal älter sind?
Was für Aktivitäten könnt ihr für nachmittags empfehlen, kann ich sie da irgendwie mehr aus der Reserve locken, dass ihr die restliche Zeit irgendwie leichter fällt?


Ich bin sehr gespannt und werde mich jetzt erstmal näher im Forum hier umschauen .
Lu´s-Mama
 
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Registriert: So 19. Mai 2013, 23:02

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