Überspringen / Drehtür

Fürs und Widers zum Überspringen

Überspringen / Drehtür

Beitragvon shaja » Mi 8. Okt 2014, 18:42

So, nun ist mein Sohn also 4 Wochen in der neuen Schule, (2.Klasse), nachdem wir von der Montessorischule gewechselt haben. (Ich berichtete).
Wir wurden sehr freundlich aufgenommen, einige Eltern und Kinder luden ihn ein : Zur Basketball-AG, zum Fußballspsielen, zum Kindergeburtstag...letzte Woche bat ein Junge darum, neben meinem Sohn sitzen zu dürfen(als das große Umsetzen stattfand). Mein Sohn hat nun auch eine Freundin in der Klasse, die heute zum ersten Mal bei uns war-entzückend die beiden zusammen zu sehen-sie spielen so schön :) nachmittags spielt mein Sohn des Öfteren mit 2 Jungs Fußball, beide sind Drittklässler, allerdings ist er deutlich schlechter als beide im Fußball ;)



Dennoch merkte ich , dass mein Sohn unterfordert ist, vor allem in Mathe. Er begann dann auch schnell mit diversen Nebentätigkeiten: Er führte eine Strichliste(wie oft er dran genommen wird und wie oft ein andere Junge dran genommen wird), er bemalte seine Arbeitsblätter, er änderte sie ab , die Hausaufgaben erledigt er in Mathe in 30 Sekunden , in Deutsch in wenigen Minuten, es sei denn er muss Schreibschrift schreiben-das dauert länger, aber diese übt er zustäzlich täglich..
Montag hielten ein paar Jungs (die er interessant findet) die Tür zu und sperrten somit einige Mitschüler aus-mein Sohn ging dazu und machte eifrig mit :oops:
Leider auch der neue Nebensitzer (worüber sich gleich seine Mutter bei mir beklagte :( )....Heute war die Lehrerin sauer, da er ihr nicht zu hörte in Mathe, sondern einfach die Aufgaben bearbeitete während sie der Klasse etwas erklärte.

ALs ich ihn von der Schule abholte, begegnete mir die Lehrerin vor der Schule und sprach mich an. Sie berichtete von ihrer kleinen Auseinandersetzung in Mathe mit ihm (sie berichtet mir oft, das mag ich sehr an ihr!) und sagte, er könne in Mathe doch 2-3 Stunden wöchentlich in die dritte Klasse oder auch gleich ganz in die dritte Klasse springen.
Ich war ziemlich erschüttert :shock: , da ich dachte und hoffte, er könne einfach ganz normal in einer Klasse ankommen und er käme mit dem einfachen Stoff in Mathe klar..Ich wünsche mir einfach manchmal ein normales Kind , ein normales Leben....

Mein Sohn ist nun 6,8 Jahre alt. In DEutsch gibt es nicht so viel neues für ihn, wenn er neue Lernwörter mit bringt, kann er sie schon. (Er schreibt ja seit über 2 JAhren und liest noch länger, er lernte in der Monteschule schon viel Rechtschreibung). Gibt es eine Leseaufgabe, benötigt er dafür nicht mal eine Minute. Sie müssen wöchentlich Schlangenwörter in Schreibschrift lesen-mein Sohn brachte sich das selbst vor genau 2 JAhren bei, weil er es lustig fand.
Er hat -außer der Schreibsschrift -nie Hausaufgaben auf, die ihn auch nur im Geringesten herausfordern. Die Lehrerin sprach mich letzte WOche an und berichtete, dss er in der Schreibschrift inzwischen schon sehr aufgeholt habe und so gut wie die anderen sei(was ich als etwas übertrieben sehe, aber es stimmt, er ist da viel viel besser geworden).
Als er letzte Woche einmal vorlesen durfte, entwich der Lehrerin ein "Huch!" und anscheinend starrten ihn alle Kinder an, weil er so schnell gelesen hatte (dies berichtete mir eine Mutter, er selbst und die Lehrerin). Er liest ja seit knapp 3 Jahren.

Was denkt ihr darüber? Kognitiv gehört er vielleicht in die dritte, er müsste eventuell manches nachholen oder verbessern, wäre aber sehr leicht für ihn machbar-so wie ich ihn kenne.
Aber er ist erst 6,8 Jahre alt! Körperlich ist er sehr groß, aber die Drittklässler sind einfach noch ein Stückchen cooler, einfach älter. Und in Sport!???
Andererseits mekrte ich schon, dass er ausgeprägte Unterforderungssymptome zeigte, er wurde immer unruhiger, so wie damals m Kindergarten-gestern Abend verzichtete er auf das gemeinsame Lesen, sondern machte einige Sudokus!Kommt er nach Hause, macht er sofort etwas Kognitives: Mikroskopieren, Mathe, Lesen oder seine Hausaufgaben ( da wünscht er sich von mir immer zum Abschluss Textaufgaben der dritten Klasse, ich glaube ich könnte auch mal vierte Klasse anbieten..)
Also wie gesagt, kognitiv gar kein Thema! Aber wie ist das dann emotional? ER mag seine Klasse gerne glaube ich, andererseits lernt er nichts! Nichts! Außer Schreibschrift, Englisch und die Geschichten in Reli....

Habt ihr ERfahrung? Ideen???Er war bisher noch in keiner Pause alleine, allerdings ist er in der Jungssgruppe noch nicht integriert, die spielen noch ohne ihn......Er spielt meist mit seiner neuen Freundin(die eventuell gar nicht mehr so lange bleiben wird in der Klasse..)


WAs denkt ihr darüber?

LG shaja
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon Bliss » Mi 8. Okt 2014, 23:00

Das "Problem" bei unserern Kindern ist ja, dass sie auch neue Dinge einfach schneller kapieren als das Durchschnittskind an dem sich der Unterricht orientiert. Und da ist es gerade ein einem Fach wie Mathe fast egal wie weit vorraus sie springen, es wird immer langweilig sein.

Deswegen wird das Langeweileproblem allein durch einen Sprung nicht zufriedenstellend gelöst werden können.

Gleichzeitig bekommt man halt durch den zunehmenden Altersabstand zu den Klassenkameraden doch einige Probleme.

Also ein Jahr vorraus mag als Kompromiss noch passen, aber kognitiv herrausfordernd wird es da ja immer noch nicht.

Der Unterschied zwischen Klasse 2 und 3 war eigentlich hauptsächlich der gestiegene Umfang ( 3 Wochenstunden mehr und Unmengen an Hausaufgabe, allerdings nach wie vor nichts herrausforderndes). Pro Tag würde ich schätzen, dass die Schule (Zeit in der Schule+ Hausaufgaben) 2 Stunden mehr eingenommen hat. Und damit 2 Stunden pro Tag weniger für die Beschäftigungen, die Spaß machen.
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon shaja » Fr 10. Okt 2014, 22:15

Koschka hat geschrieben:Hallo,

er wird vor allem in Mathe sowohl in der 3. als auch in der 4 unterfordert sein. 5. wäre mit ein wenig aufwärmphase jetzt gut, aber ist das real? Entweder die Lehrerin födert ihn individuell oder er lernt wie er mit der Langeweile umgeht. Mein Sohn war mit 6,.. in der 3. Einfach ist das nicht, schlimm aber auch nicht. Solange sich keiner findet, der ihn auf Dauer ärgert.

Wie steht eure Lehrerin zur individuellen Förderung?

LG
Koschka


Wissen wir noch nicht, mein Mann telefonierte heute mit ihr kurz und sie sagte, es gäbe ein breites Band an Möglichkteiten an dieser Schule. Schön finde ich, dass nicht wir anklopfen mussten und um etwas bitten mussten, sondern dass die L. selbst erkannt hat, dass es so nicht gut für ihn ist. :)

Fakt ist, dass er im vergangenen Schuljahr fast das ganze Zweitklassheft durchgearbeitet hatte (dafür hat er ca ein halbes Schuljahr benötigt, war aber auch ständig krank ..). Würde er nun ein Schuljahr lang in Mathe in der zweiten sitzen, wäre das ja eine Wiederholung, also wie sitzenbleiben-das könnte für meinen Sohn extrem demotivierend werden...zumal ja Mathe seine größte Stärke ist..sie sagte übrgigens auch, dass er in Deutsch wohl auch eventuell zu weit sei, aber das müsste sie sich noch näher anschauen..

Wir haben das Gefühl, dass Deutsch eine Stärke dieser Lehrerin ist und hoffen da auf gute Ideeen von ihr, außerdem besucht er ja einmal wöchentlich die Schreibwerkstatt-AG, wo er endlich mal Geschichten schreiben darf-wünschte er sich schon soo lange!

Wir tendieren momentan dazu, ihn in Mathe in die dritte Klasse zu lassen(Drehtür), sodass er das durcharbeiten darf, was ihn schon seit über 2 Jahren interessiert(bevor es ihn überhaupt nicht mehr interessiert, weil er zu lange darauf warten musste..), klar ist das auch nicht besonderst herausfordernd, aber er könnte endlich mal weiter gehen in Mathe...Denn auch im letzten war Jahr war die zweite Klasse für ihn schon zu wenig :( Und er hätte den restlichen Stess der dritten Klasse noch nicht (mehr Hausaufgaben, mehr Stunden,Schwimmnoten, baldiges Schullandheim etc....)


Somit könnte er ersteinmal in seiner Klasse bleiben, in der er sich zur Zeit sehr wohl fühlt und dann kann man ja weiter sehen......


Natürlich wird er an einer GS niemals das bekommen, was er braucht, das ist sehr schade!

LG shaja
shaja
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon shaja » Fr 10. Okt 2014, 22:34

Bliss hat geschrieben:
Das "Problem" bei unserern Kindern ist ja, dass sie auch neue Dinge einfach schneller kapieren als das Durchschnittskind an dem sich der Unterricht orientiert. Und da ist es gerade ein einem Fach wie Mathe fast egal wie weit vorraus sie springen, es wird immer langweilig sein.



Ja, das stimmt und anscheinend bedenken diesen Aspekt die wenigsten Lehrer...



Deswegen wird das Langeweileproblem allein durch einen Sprung nicht zufriedenstellend gelöst werden können.

Gleichzeitig bekommt man halt durch den zunehmenden Altersabstand zu den Klassenkameraden doch einige Probleme.

Also ein Jahr vorraus mag als Kompromiss noch passen, aber kognitiv herrausfordernd wird es da ja immer noch nicht.

Der Unterschied zwischen Klasse 2 und 3 war eigentlich hauptsächlich der gestiegene Umfang ( 3 Wochenstunden mehr und Unmengen an Hausaufgabe, allerdings nach wie vor nichts herrausforderndes). Pro Tag würde ich schätzen, dass die Schule (Zeit in der Schule+ Hausaufgaben) 2 Stunden mehr eingenommen hat. Und damit 2 Stunden pro Tag weniger für die Beschäftigungen, die Spaß machen.




Also könnte ein Sprung nur in Mathe auch ein akzeptabler Kompromiss sein?!?
Wie gesagt, ihn das ganze noch einmal durcharbeiten lassen, finde ich nun schon grausam-das ist ja mehr als Langeweile, es ist ein Jahr Langeweile inklusive Wiederholung.....ich denke mal, das wäre zu viel für ihn, ich muss immer an die extrem hohen Werte denken, die er in Mathe hatte beim Testen....da ist "Sitzenbleiben" fast schon Folter.. ;)

Ich denke auch manchmal an die Worte der ersten Psychologin, die ihn vor 2 Jahren getestet hatte, mit der er vor einem Jahr noch einmal sprach. Sie sagte:" Es gibt eine Schulpflicht in Deutschland, deshalb musst auch du täglich hin gehen. Du hast aber eine Möglichkeit: Du kannst es verkürzen, wenn du schneller bist in der Schule, kannst du dir eine oder zwei Jahre sparen...."

Klingt nun extrem, aber wenn GS für ihn so schlimm und öde werden sollte, dann könnte er sich diese Zeit ja verkürzen und -ganz zur Not- gegen Ende doch noch überspringen (von der dritten zur fünften beispielsweise) und dann hat er mehr Anspruch (zumal es bei uns immerhin 2 Möglichkeiten gäbe für ihn(HB-Hymnasium oder HB-Zug in einem Gymnasium ) -falls er sich weiter so entwickeln sollte..

Wenn er allerdings sich wohl fühlt an der GS, dann kann er ja doch noch 3 Jahre bleiben, da er ja nur in Mathe voraus ist....

FAkt ist, dass ihm die GS zwar sehr gut gefällt, er aber stark unterfordert ist, das merke ich seitdem sie mit Mathe begonnen hatten-da startete er sofort mit Nebentätigkeiten im Unterricht und ist mittags einfach sehr unruhig...

NAja, eine optimale Lösung werden wir ihm nie bieten können, das macht mich ehrlich gesagt seht traurig :( ...

Ach und bezüglich individueller Förderung: DA habe ich bisher nur schlechte Erfahrungen mit gesammelt. Es ist dann ein ständiges Warten und Hoffen auf passende Arbeitsblätter ....und vielleicht kann ja die L. in der dritten Klasse ihm auch noch was geben ??? ABer zumindest müsste er sich nicht noch einmal den Stoff der zweiten Klasse antun....

LG shaja
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 10. Okt 2014, 22:55

Liebe Shaja, unabhängig von den individuellen Fähigkeiten gibt es mMn für kaum ein Kind die "ideale" Lösung. Ich würde das Ganze positiv sehen: die Lehrerin hat erkannt dass Dein Sohn in Mathe unterfordert ist und sich langweilt. Sie hat nachgedacht und eine Lösung vorgeschlagen, die sie für BESSER hält als die momentane Situation. Ist doch super, oder?

Natürlich KANN sein dass auch bei der vorgeschlagenen Lösung was "nicht paßt", aber wir als Eltern können ja unmöglich alle Probleme, die unsere Kinder vielleicht mal bekommen könnten, voraussehen und schon im Vorfeld eliminieren. Lernen, dass es im Leben Situationen gibt, wo man sich langweilt bzw. wo nicht alles nach der eigenen Idealvorstellung läuft, muß jedes Kind. Aber unsere Kinder haben das Glück, dabei Eltern zu haben, die ihre Bedürfnisse ernst nehmen und sich um gute Lösungen bemühen. Das ist doch schon was :) ! Generell sind es ja die Krisen, an denen wir als Menschen innerlich wachsen. Gestehen wir unseren Kindern doch zu, diese Krisen selbst zu meistern, mit unserer Liebe und unserem Verständnis als "Rückendeckung".

Dein Sohn hat außerdem noch das Glück, eine Lehrerin zu haben, die ihm einen Weg erschließen will, wo er sich VIELLEICHT nicht mehr so langweilt. Was spricht dagegen, diesen Weg auszuprobieren? Zum Status Quo zurückkehren könnt ihr immer noch, falls es nicht klappen sollte.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon shaja » Sa 11. Okt 2014, 00:07

Rabaukenmama hat geschrieben:Liebe Shaja, unabhängig von den individuellen Fähigkeiten gibt es mMn für kaum ein Kind die "ideale" Lösung. Ich würde das Ganze positiv sehen: die Lehrerin hat erkannt dass Dein Sohn in Mathe unterfordert ist und sich langweilt. Sie hat nachgedacht und eine Lösung vorgeschlagen, die sie für BESSER hält als die momentane Situation. Ist doch super, oder?



Ja, das ist fantastisch! Denn ich weiß, dass es leider viele Kinder gibt, die nicht einmal eine kleine Chance von der Schule erhalten!

Natürlich KANN sein dass auch bei der vorgeschlagenen Lösung was "nicht paßt", aber wir als Eltern können ja unmöglich alle Probleme, die unsere Kinder vielleicht mal bekommen könnten, voraussehen und schon im Vorfeld eliminieren. Lernen, dass es im Leben Situationen gibt, wo man sich langweilt bzw. wo nicht alles nach der eigenen Idealvorstellung läuft, muß jedes Kind. Aber unsere Kinder haben das Glück, dabei Eltern zu haben, die ihre Bedürfnisse ernst nehmen und sich um gute Lösungen bemühen. Das ist doch schon was :) ! Generell sind es ja die Krisen, an denen wir als Menschen innerlich wachsen. Gestehen wir unseren Kindern doch zu, diese Krisen selbst zu meistern, mit unserer Liebe und unserem Verständnis als "Rückendeckung".

Dein Sohn hat außerdem noch das Glück, eine Lehrerin zu haben, die ihm einen Weg erschließen will, wo er sich VIELLEICHT nicht mehr so langweilt. Was spricht dagegen, diesen Weg auszuprobieren? Zum Status Quo zurückkehren könnt ihr immer noch, falls es nicht klappen sollte.



Ja, immerhin sagte sie, sie wolle ihn nicht bremsen. Er wurde schon so oft gebremst, das war immer so fürchterlich, weil er leider ein Kind ist, der dies nachmittags nur schlecht ausgleichen kann ( braucht recht viel Schlaf, wird abends früh müde)
Und sie hat auch angedeutet, dass wir viele Möglichkeiten haben, die probiert werden können.....
Ich war dennoch ersteinmal geschockt vorgestern, weil ich schon wieder mit ihm an eine Grenze gelangte- eine Grenze, die mir zeigt, dass er schon wieder keinen normalen Weg gehen kann...und weil mir gleich klar war, dass das stressig werden kann, wenn er nun gleich in eine neue Klasse wechselt-wenn auch nur stundenweise- mir war dann auch klar, dass ich diejenige sein werde, die ihn dabei unterstützen wird und dass das noch einmal anstrengend werden kann...ich war so froh, dass er die ersten 4 Wochen bisher so gut gemeistert hat und er sich in der neuen Klasse und auch in der Schule allgemein mit den AGs usw.gut eingefunden hat...allerdings ist das auch anstrengend für mich...mein SOhn ist zwar sehr klug, aber auch sehr sensibel, bei solchen Umbrüchen muss ich ihn mehr als sonst umsorgen, einen festen Rhythmus einhalten, die Ruhe bewahren usw....sonst packt er es nicht, ist überfordert und wird aggressiv....ich habe noch das vergangene schlimme Jahr an der Montessorischule im Kopf, in dem er nicht mehr zur Schule wollte..und später dann gegen alles und jeden aggressiv wurde :? ..naja ..Ich lag übrigens gestern und heute mit schwerer Magen-Darm -Infektion im Bett...vielleicht musste ich das schwere ersteinmal "verdauen" :gruebel: ;)


Aber klar, mein Mann und ich stehen voll hinter ihm, machen uns GEdanken, und nun hat er sogar eine Lehrerin, die sich gute Gedanken macht-klar, ein Glücksfall für ihn...

Danke für deine psotiven Worte, natürlcih bin ich auch sehr froh über die Rückmeldung der Lehrerin :D

LG shaja
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 11. Okt 2014, 11:37

shaja hat geschrieben:Ich war dennoch ersteinmal geschockt vorgestern, weil ich schon wieder mit ihm an eine Grenze gelangte- eine Grenze, die mir zeigt, dass er schon wieder keinen normalen Weg gehen kann...


Es ist doch nichts schlimmes daran dass dein Sohn keinen "normalen" Weg gehen kann - vor allem dann nicht, wenn das, was du als "normalen Weg" siehst für ihn mit Langeweile und Unterforderung verbunden wäre und - noch wichtiger - wenn es auch Alternativen gibt :) !

Diese Vorstellung, wie ein "normales" Kind sein sollte ist leider viel zu tief in den Köpfen der Menschen verankert. Dabei gibt es eigentlich KEIN "normales" Kind. Ein Onkel von mir (an der Grenze zur Hochbegabung) ist schwerer Legastheniker und mußte daher seine Schulzeit in der Sonderschule "absitzen" - sein Vater starb als er 9 Jahre alt war und die Mutter (meine Oma) war asl Witwe mit der Erziehung von 4 lebhaften Buben so ausgelastet, dass sie einfach keine Zeit hatte, mit ihm jedes einzelne Wort auswendig zu lernen damit er es richtig schreiben konnte. Trotzdem hat er seinen Weg gemacht, seinen Hauptschulabschluß nachgeholt und einen Beruf erlernt, wo er sogar die Meisterprüfung erfolgreich geschafft hat.

Ich mußte mich auch von der Vorstellung des "normalen Weges" verabschieden. Denn als ich zum 2. Mal (trotz Verhütung) schwanger wurde dachte ich, das zweite Kind würde im selben Kindergarten einen Platz bekommen wie mein "Großer", sie würden einmal gemeinsam die Schule besuchen, gemeinsame Freunde haben....

...dann kam die Diagnose "gehörlos" beim Kleinen und alles war anders. Die Anmeldung zum Kindergarten, die ich gleich nach der Geburt eingereicht hatte, wurde auf Grund der Behinderung natürlich abgelehnt. Aktuell wird der Kleine jeden Morgen um 6h45 abgeholt und mit dem Shuttle-Bus quer durch Wien in seinen Kindergarten gebracht, dem einzigen, wo neben deutscher Lautsprache auch Gebärdensprache verwendet wird. Damit habe ich noch großes Glück, denn würde ich am Land wohnen bliebe mir nichts anderes übrig als den Kleinen in rein lautsprachliche Einrichtungen zu geben, wo keiner eine Ahnung davon hat was ein gehörloses Kind braucht und wie man mit ihm kommunizieren kann.

Vom Gedanken an eine gemeinsame Schule verabschiede ich mich gerade. Es gibt eine gute Schule mit gemeinsamen Klassen für hörbehinderte und gesunde Kinder, jedoch keinerlei Möglichkeit für Begabtenförderung. Also - nach dem jetztigen Stand der Dinge - leider nicht das Richtige für meinen "großen" Sohn, der sich schon jetzt, in der Vorschule, beim lernen von Buchstaben und Zahlen langweilt...

Unser Weg wird eben anders sein - jedenfalls nicht so, wie andere glauben dass der Weg von zwei Buben auszusehen hat. Keine Ahnung ob wir für jeden unserer zwei Rabauken eine passende Schule finden werden. Es ist schon jetzt ein teilweise ein organistatorisches Problem, die Schließzeiten der unterschiedlichen Kindergärten in Kombination mit berufstätigen Eltern und den notwendigen Terminen (Horchi-Nachstellung, Frühföderung und Logopädie für den Kleinen, sensorische Integration für den Großen) unter einen Hut zu bringen. Aber ebkanntlich wächst man ja mit den Aufgaben ;) !
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon shaja » Sa 11. Okt 2014, 21:12

Koschka hat geschrieben:
Drehtür bedeutet fast automatisch den Sprung. Sonst bleibt man dauernd zwischen zwei Stühlen sitzen. Was ich nach Möglichkeiten machen würde ist die Verringerung der obligatorischen Mathestunden bis auf die Einführung ins Thema und den Test, und in der restlichen Zeit individuelle Förderung durch kreative Aufgaben. Das bedeutet Arbeit für die Lehrerin, aber wenn sie schon von vielen Wegen spricht, vielleicht wäre sie bereit dazu.


Natürlich werden wir das ansprechen, aber ich glaube, da hakt es nicht am Willen der Lehrerin, sondern am Können. Diese Schule arbeitet auf sehr hohem Niveau (ich kann das ja gut erkennen ;) , alle höchst engagiert. Es wird auch einiges verlangt von den Lehrerinnen....
Die Klasse meines Sohnes ist mit 27 Kindern die größte der Schule, was ja schon beinhaltet, dass diese Lehrerin den größten Stress hat. Sie hat jedes der Kinder gut im BLick, ist super organisiert, das sagen alle Mamis und ich erlebe es auch so. Wir bekamen schon so viel feedback! (kein Vergleich zur Montessorischule...)Ich glaube aber nicht, dass sie noch Zeit und Energie hat, sich indiviuell um meinen Sohn zu kümmern. :( ...Ich habe da volles Verständnis, wenn sie das ablehnen sollte!


Falls sie nicht bereit ist, gäbe es noch eine Möglichkeit, einen Studenten ein-zwei mal die Woche zu angagieren, der mit ihm diese individulle Aufgaben bespricht und ihm neue Themen erkärt. Es gibt in Mathematik so viele kreative Themen - Zahlentheorie, Geometrie, Fermiaufgaben,...





Du meinst, der mit ihm an die Schule geht? Ob sie das zulassen würden?? Fragen kann man ja, aber da habe ich leider auch Zweifel-zumal dann die anderen ELtern (sehr anspruchsvolle Elternschaft, viele Lehrer, ich weiß wovon ich reden, sind die schlimmsten ;) ;) "eifersüchtig" werden könnten..denn viele reden ja von der vermeintlichen "Hochbegabung" ihrer Kinder dort, habe ich schon mitbekommen, aber das sind meist ungetestete Kinder und sie konkurrieren darum, wer nun das hb-Kind hat--oh jeh!!! :schwitz:

Ein großes Potential hat auch Sachunterricht. Man kan Projekte gestalten, Vorträge halten. Gerade dein Sohn mit seiner Neigung zur ordentlichen selbständigen Arbeit hat m.E. ein gutes Potential für so ein Model.




Ich selbst bin ja Spezialistin im Sachunterricht und habe dies im vergangenen Jahr versucht bei meinem HB-Schüler und noch ein paar sehr begabten SChülern-es war kaum zu leisten! Leider!! Und gerade ich war ja mit vollem Herzen dabei. Ich habe dann sehr offen gearbeitet mit vielen Angeboten auf hohem Niveau-und die ganze Klasse war begeistert!!!(Woran man wieder sieht, dass man ruhig das Nieveau allgemein anheben könnte, der Bildungsplan ist mMn unpassend heutzutage)...es kamen dann doch noch ungeplante "Aufträge" herein, die ich im Rahmen des Schulkonzeptes (es gibt ja immer außerunterrichtliche Veranstaltungen etc..) erfüllen musste und die meine tollen indiviuellen Pläne durchkreuzten..nehme ich niemandem übel, ich weiß einfach nur, wie stressig der Beruf sein kann...(Aber auch wie schön!!) ich weiß allerdings, dass auch der hb-junge oft zufrieden war(weil ich offen arbeitete, er konnte sehr gut anspruchsvoller arbeiten)


I
ch habe nichts gegen Akzeleration. Meine Kinder sind noch stärker akzelerirert. Aus meiner Erfahrung würde ich vor allem bei einem Jungen individulle Föderung der Akzeleration bevorzugen. Auf unserer Schule konnte leider keiner sich damit richtig beschäftigen.


ich teile deine Meinung,ja vor allem bei Jungs. Aber ich habe in den letzten 2 JAhren ständig auf individuelle Förderung gewartet, das war sooo unangenehm! So belsastend! Jeden TAg hoffte ich, dass er genug "Futter" bekäme..war es nicht so, war der Nachmittag stressig....ich konnte ncihts planen...Klar, es gab sowohl im Kiga (er hatte eine Erzieherin, die ihn richtig gern hatte und eine Leiterin, die ihn richtig verstanden hatte!!) als auch an der Schule dann einfach zu wenig freie Kapazität der Erzieherinnen/LehrerInnen....sie wollten ihn individuell fördern, es klappte jedoch nie richtig. Er saß dann ja ein Jahr so ziemlich alleine mit seinen Büchern in der Ecke in der Schule, sehr einsam! Klar, er ist sehr selbständig, aber er braucht emotional noch einiges an Zuwendung oder eben das Gefühl, dazu zu gehören zu den anderen Kindern...
Deshalb finden wir die Idee, dass er ein paar Stunden Mathe mit einer anderen Klasse gemeinsam bearbeitet gut. Klar, es ist nicht sehr herausfordernd, aber er müsste nicht weiderholen und wäre nicht alleine in einer Ecke...


Und er müsste ja nicht gleich springen, dieses Thema käme doch erst in knapp zwei Jahren auf, wenn er dann die vierte Klasse in Mathe durch hätte...oder???und dann muss man sowieso noch einmal neu überlegen. Ich habe gelernt, nicht lange voraus zu planen, sondern nur etwa ein Jahr...(meine langfristigen Planungen konnte ich bisher nie umsetzen..)

PS. Meine 7-jährige arbeiten zur Zeit mit dem Thema "Gleichungen". Das fordert sie ganz schön bis auf ihre Grenzen hinaus. Ausgerechnet mein mathematisch sehr begabter Sohn, der vieles intuitiv macht, bracht bei der Grad der Abstraktion, die beim Thema gefordert wird, sich ziemlich anzustrengen, um seine Gedanken mathematisch gerecht konsequent aufzufassen. Daten für Diagrammen sammeln und sie im Computer zeichnen zu lassen war zwar nicht so fordernd, aber hat meinen beiden Großen richtig Spaß gemacht.


in welche Klasse gehen sie gerade? Machen sie das zu Hause oder im Unterricht? Mensch, das sind ja schon WElten, meiner wird ja auch bald 7-da sitzt er noch mit anderen Themen da...der Arme! Allerdings weiß ich auch nicht, ob er das dann könnte, was deine können ;) ;)
Gehen deine auf die Kinderakademie-bringt das was???

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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon Edainwen » Mo 13. Okt 2014, 08:17

Zur Kinderakademie kann ich was sagen ;) - Sohn war letztes Jahr dort im Vorschulprogramm. Das war vom Programm her aber normales KiGa-Programm, insofern langweilig für meinen Sohn, so dass er im 2. Halbjahr nur noch einen ganz kurzen Kurs besucht hat, nur um weiter im Programm drin zu bleiben, da ab der 1. Klasse dann spannendere Sachen angeboten werden. Jetzt ist er für einen Astronomie-Kurs angemeldet, der diesen Mittwoch beginnt. Bin ja mal gespannt, was er berichtet ;)

Meine Tochter war letztes Jahr auch auf Akademie-Kursen. Allerdings arbeiten die einzelnen Akademien sehr unterschiedlich, d.h. mein Sohn könnte sich zu so vielen Kursen anmelden, wie er wollte, meine Tochter, die über die Schule an eine andere Akademie angemeldet wurde, kann sich nur einen, maximal 2 Kurse aussuchen. Das können dann Kurse sein, die über Wochen gehen, manche haben aber nur ein oder zwei Termine. Das, was meine Tochter interessiert hatte, waren leider nur 1- und 2-Tages-Termine. Diese Termine haben ihr sehr gut gefallen und sie war danach echt entspannt und gut drauf, aber ein richtiger Ausgleich war das natürlich nicht, da es ja nur 2 Tage waren…
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Re: Überspringen / Drehtür

Beitragvon shaja » Di 14. Okt 2014, 21:44

Hallo

@ Edainwen, danke für die Infos :) ! Nächsten Montag ist Vorstellung der Kurse in der Kinderakedemie-bin gespannt!
Mein Sohn hofft auf einen interessanten Computerkurs :ugeek: oder irgendetwas mit Experimenten, mal sehen...
Aber ich dachte mir schon, dass Kinderakedemie eine morgendliche Unterforderung nicht ausgleichen kann-das müssen wir dann anders handhaben:


Bzgl. Drehtür/Springen heute morgen einigten wir uns mit der Klassenlehrerin, dass er nun in Mathe in die 3.Klasse gehen wird-wie viele Stunden das sein werden, ist organisatorisch abhängig....

Auch wenn es eventuell nachteilig werden kann(was macht er dann in 2 Jahren???) , fühlt es sich gut und richtig an-und ich denke, Intuition ist bei Entscheidungen auch ein guter Wegweiser...

Ach, noch was: Sein Tischnachbar in der ja seit Sept. neuen Klasse wird auch die Kinderakedmie besuchen (erfurhen wir heute)-das ist schön, denn die beiden verstehen sich anscheinend gut bis jetzt (sitzen seit 2 Wochen nebeneinander), somit ist er nicht mehr so einsam wie in der Monteschule :D

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