Beide Jungs sollen springen

Fürs und Widers zum Überspringen

Beide Jungs sollen springen

Beitragvon carmen75 » So 17. Mai 2015, 22:30

Hallo zusammen,

nachdem ich eine Zeit nicht hier war,brauch ich doch jetzt Euren Rat und Eure Erfahrung!

Beide Jungs sollen 1 Klasse springen.

Aber beide fühlen sich in ihren derzeitigen Klassen sauwohl und haben ihre Kontakte da.
Der Kleine ist in der 1. Klasse und hat eine super nette,aufgeschlossene Lehrerin,die mich gleich in der ersten Schulwoche angesprochen hat,was er denn bei ihr in der Klasse machen würde. Sie fördert ihn individuel, er bekommt andere Lesehefte ,er bekommt andere Matheaufgaben,er muss nicht all das wiederholen wie die anderen. Seine "Schwäche" ist das schreiben( er schreibt halt wie ein 1.Klässler schreibt,aber für ihn ist das sehr schlecht)
Er braucht nie Hausaufgaben machen,weil er die schon in der Schulzeit erledigt hat( ist für ihn nur ein hingekritzel,aber keine Hereausforderung)
Die ganze Schule ist im Moment nur Spaß für ihn, was ich eigentlich toll finde, aber in BEzug auf später....mach ich mir Sorgen(das Lernen lernen,Arbeitsstrategien entwickeln usw)
Wenn er von der Schule nach Hause kommt,fängt er grundsätzlich Streit an!Er provoziert mich,hält sich an keine regeln,sprengt völlig den Rahmen und hat die absolute langeweile. Ich merke,das er in der Schule nicht ausgelastet ist.Auch nicht mit dem Zusatzstoff der Lehrerin.


Zum Großen,der nur 1 Jahr älter ist,gibt es viel mehr zu sagen,da er leider Verhaltensauffällig ist und sehr schwierig. Denke es geht so Richtung Underachiever!
Adhs wurde bei ihm Diagnostiziert,haben uns davon aber distanziert, er hat eine Wahrnehmungsstörung,mehrere gesundheitliche Probleme. Insgesamt ist sein großes Problem seine Unruhe bei Unterforderung und seine nicht vorhandene Empathie.er eckt immer wieder an.Für die anderen ist er der schräge Vogel.
Ich hatte vor seiner Einschulung richtig Angst....doch erstaunlicherweise gab es bis vor einem halben JAhr keine Probleme. Die Lehrerin hat ihn gut im Griff.
Seit ca einem halben JAhr,verweigert er sich, schreibt Test nicht mehr....hält sich für doof, 10 Wörter Deutsch schreiben brauchen wir 1,5 std für weil er das nicht kann....ist zunehmend aggressiv,wirkt zeitweise,depressiv, motorisch wahnsinnig unruhig...usw.
Beim Elterngespräch vor 3 Wochen meinte die Lehrerin,sie glaubt,das er einfach unterfordert ist.Nun sitzt er seit 8 Tagen in der 3. Klasse. Und ist unglücklich.
Ihm fehlt sein einziger Freund aus der alten Klasse,und einfach das GEwohnte .

Wir haben uns letzte Woche beraten lassen im Hochbegabtenverein Bochum. Dort sagte man uns,das es für beide Kinder der richtige Weg sei die Klassen zu überspringen.In der regel die Kinder auch nach einer Testphase meist nicht mehr zurückwollen in die andere Klasse.

Um den Unterrichtsstoff den man evtl nachholen müsste mach ich mir überhaupt keine Sorgen.....
Ich frage mich aber,ob es so gesund ist die Kinder aus ihren Klassen rauszureissen,in denen sie sich wohlfühlen.....um "vorzubeugen" dass sie in der weiteren Schullaufbahn nicht vor die Wand rennen,weil sie das Anstrengen und das Lernen lernen nie gelernt haben, wenn sie jetzt in ihren Klassenverbleiben? Und dann noch zu wissen,dass selbst mit dem Überspringen der Klasse,es ja nicht getan ist und nach 4-8 Monaten das gleiche "Theater" anfängt weil sie eben schneller und klüger sind als andere.

Ich weiß gerade nicht was das Richtige ist. Beide Jungs wollen in ihrem Klassenverband bleiben. Aber auch nur wegen des Wohlfühlfaktors.
Das sie eine Klasse weiter mehr lernen ist für sie schon sehr reizvoll und der Großße,der ja schon in die 3 reinschnuppert mag es da auch.
Beide sind aber auch ganz faule Socken,denen das natürlich gut gefällt,nichts für die Schule tun zu müssen und Hausaufgaben in nicht mal 5 Minuten hingekritzelt zu haben! Von Lesenüben,1mal1 üben....haben sie auch noch nie was gehört :roll:

Wie sind also Eure Erfahrungen? Eure Meinung?
Was wiegt mehr.....wohlfühlfaktor?

Lieben Dank fürs lesen und eure Ratschläge

Carmen
carmen75
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon carmen75 » Mi 20. Mai 2015, 02:29

Schade,dass sich niemand dazu äussern mag :cry:
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon Bliss » Mi 20. Mai 2015, 08:46

Wir haben uns bislang gegen Springen entschieden. Hauptgrund: er will nicht. Er ist sowieso der Jüngste und als er damals in der höheren Klasse ein paar Tage schnupperte meinte er nur: das ist genauso langweilig, aber meine jetzigen Klassenkameraden sind netter und in Sport wäre ich in der anderen Klasse nicht mehr der Beste. Außerdem könnte er nicht mit dem Kindern aus seiner neuen Klasse im Fußballverein sein, da das nach Jahrgang geht. Das Argument, dass er sich dann aber insgesamt ein Jahr weniger langweilen müßte fand er zwar bedenkenswert, meinte aber, dass es sich dann mehr lohnt, wenn sie auch Nachmittags Unterricht haben, also erst an der weiterführenden Schule. Er ist jetzt in der 5 ten Klasse und es läuft soweit gut.

Bei meiner Tochter ist das Springen eigentlich kein Thema, da sie zwar überragend in Mathe ist, aber in den anderen Fächern ist sie eigentlich gut aufgehoben in ihrer Klasse (also vorne mit dabei, ohne viel tun müssen, aber auch ohne Unterforderung)

Und der Kleine wird jetzt erst eingeschult. Da sind wir zwar auch schon angesprochen worden, aber er ist auch einer der Jüngsten und hat viele Freunde bei den Kindern, die jetzt eingeschult werden. Außerdem hat er Probleme mit dem Gehör, da wollen wir auf jeden Fall erst mal abwarten.

Ich denke ein Sprung beseitigt in den seltensten Fällen das Problem der Langeweile dauerhaft. Für eine Zeit ist das Kind vielleicht mit Aufholen beschäftigt, aber danach wird es wieder schneller verstehen als der Durchschnitt.
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 20. Mai 2015, 13:05

Bei so Entscheidungen gehe ich immer nach der JETZT-Situation. Und wenn Deine Jungs JETZT zufrieden sind dann würde ich die Entscheidung entsprechend treffen und nicht mit "weil sie sich irgendwann einmal langweilen könnten..." oder "...weil die Hochbegabtenförderstelle meint, dass...".

Wann kann man im Leben jemals wieder Entscheidungen nach dem Wohlfühl-Faktor treffen? Der Ernst des Lebens beginnt ohnehin früh genug. Und Langeweile längerfristig vermeiden wird ein Sprung auch nicht. Abgesehen davon ist das eine Entscheidung, die in einem, zwei oder drei Jahren noch genauso getroffen werden kann.

Das heißt nicht dass ich generell gegen das "springen" von HB-Kindern bin. Vor allem wenn sich die Kinder im Klassenverband oder in der Schule längerfristig nicht wohl fühlen würde ich als Mutter handeln und was anderes ausprobieren. Letztendlich ist es doch immer Versuch und Irrtum, wie wir unsere Wege finden.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon shaja-neu » Mi 20. Mai 2015, 14:28

Hallo Carmen,

mein Sohn (7,4) ist gerade von 2 in 3 gesprungen. Er wollte erst nicht, war jedoch bereit, einen Tag lang zu schnuppern. Aus diesem Tag wurden Wochen und nach 3 Wochen war er sich ganz sicher, dass er bleiben möchte.
Du kannst mich gerne fragen, was du möchtest!

LG shaja
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon Maca » So 24. Mai 2015, 16:16

Hallo Carmen!
Mein Sohn ist auch nach der 1. Klasse in die 3. gesprungen.
Wir hatten damals keine andere Wahl weil unser Sohn am ganzen Körper massive Neurodermitis entwickelte,die nach dem Springen sofort verschwand.
Sind Deine Jungs denn selbstbewusst und können sich gut positionieren? Ein anderer wichtiger Aspekt ist auch die verbale Ausdrucksfähigkeit.Gerade im Hinblick auf die Zukunft ist Argumentationsfähigkeit in der Schule sehr wichtig.Es gibt viele sehr schlaue Kinder,die sich gerade in den gesellschaftspolitischen Fächern in der mündlich. Mitarbeit schwer tun,wenn sie dann noch jünger sind,werden die kaum ernst genommen.
Aber das ist für Dich jetzt natürlich noch kein Thema!
Schau,wie wir Eltern es machen,machen wir es sowieso falsch.!
Lassen wir sie springen,machen sie uns in der Pubertät Vorwürfe,weil die anderen viel reifer sind.
Tun wir es nicht,machen sie uns später Vorwürfe,weil wir ihr Potential nicht genug gefördert hätten.
Also ,schau Dir Deine Jungs genau an,wenn Du instinktiv irgendeine Tendenz hast,dann folge ihr!
Ich glaube Mütter sind soviel kompetenter,als sie sich zutrauen!
Maca
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon Tinchen1 » Sa 25. Jul 2015, 20:03

Hallo du,

es ist immer schwierig diese Entscheidung zu treffen, ob springen oder nicht.
Niemand wird dir die Entscheidung abnehmen können.
Dennoch können wir dir sagen:
Es ist auch okay, wenn das Springen mal schief geht! Und das kann man jedem Kind vermitteln, auch schon in diesem Alter.
Beiden zu sagen: "Hey, ihr versucht es einfach, aber es kann auch sein, dass es ihr es nicht schafft oder nur einer von euch...und das ist in Ordnung so! Ihr seid nun mal unterschiedlich und werdet vielleicht auch unterschiedliche Schulwege gehen. Das ist schön! Ich unterstütze euch, so gut es geht und für mich/uns seid ihr ohnehin die Besten! Wenn es schief geht, halten wir euch den Kopf und trösten euch! Oder einem von euch!"

Das habe ich immer meinem Sohn gesagt, als er sprang. Er hat beide Sprünge (2./9. Klasse) toll geschafft und die Entscheidung war richtig...dennoch hatte ich immer vorher starke Zweifel.
Manchmal muss man auch ein Risiko eingehen und den Kindern innerlich vermitteln, dass Fehler im Leben dazu gehören.

Viele Grüße
Tinchen
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon Maca » Do 3. Sep 2015, 21:55

Hallo Carmen,
falls Du noch mitliest,erzähl doch bitte mal kurz von Eurem Jetztzustand.
Finde es immer spannend wie andere damit umgehen.
Maca
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Re: Beide Jungs sollen springen

Beitragvon venezia » Di 26. Sep 2017, 17:24

Maca hat geschrieben:Hallo Carmen,
falls Du noch mitliest,erzähl doch bitte mal kurz von Eurem Jetztzustand.
Finde es immer spannend wie andere damit umgehen.


Genau! Wie habt Ihr euch zum Schluss entschieden?
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