...wieder das Thema Klassensprung

Fürs und Widers zum Überspringen

...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon Meine3 » Fr 10. Jul 2020, 20:44

Hallo,

Ihr erinnert vielleicht noch an unser "Schulwechsel"- und "hier ist in 10 Jahren nur ein Kind gesprungen"- Drama Anfang des Jahres.

Nachdem der Schulwechsel vom Tisch war, ging es eigentlich nur noch bergauf mit der Schule. Sohn kam in der Klassengemeinschaft richtig an, fand mehr Anschluss. Im Unterricht entwickelte er laut KL mehr "Biss", ließ sich von den anderen Kindern auch mal zu Fleißaufgaben und dergleichen anstecken. Hausaufgaben wurden auch immer schneller erledigt (im Großen und Ganzen, Mathe war weiterhin immer wieder mal Auslöser von Eskalationen). Alles in allem groovte er sich immer mehr ein, wir legten den Fokus eher auf die "Baustelle" Sozialverhalten und das lief für uns sehr gut. Mit Gesprächen und einem "Verhaltenssmilile"-System für jeden Tag in der Woche(lachender Smilie, wenn alles super war, neutraler Smilie wenns okay war, trauriger Smilie, wenn es nicht gut lief) hatten wir einen guten Einblick, wie er in der Schule so drauf gewesen war und konnten zeitnah mit unserem Sohn ins Gespräch gehen. Grade vor einer Woche habe ich hier noch fröhlich berichtet (Beitrag von Ruth87 zum Klassensprung 1./2. Klasse), dass nun alles bei uns viel besser läuft.

Nun kommt der Karton: Ich bekam gestern von der KL eine E-Mail sie wolle mit mir über Sohnemanns kognitive und emotionale Entwicklung sprechen und mögliche Perspektiven aufzeigen. Ich befürchtete das Schlimmste. Denn in den letzten 2 Jahren (Vorschuljahr im Kindergarten, Halbjahresgespräch, Gespräch mit dem Rektor wegen Schulwechsel, Abschlussgespräch Hospitation an der anderen Schule...) kam bei solchen Gesprächen meist nichts Gutes heraus.

Heute saß ich in der Schule, vor der KL , gefasst auf ein "Ihr Sohn benimmt sich total daneben"- Plädoyer.

Pustekuchen.

Sie lobte meinen Sohn über den grünen Klee. Im Deutsch-Lesetest habe er den Vogel mit der Höchstpunktzahl in Rekordzeit (ging auf Zeit) abgeschossen, er bemühe sich sehr mit stetigem Erfolg, im Unterricht nicht mehr ständig rein zu rufen, sei aber dennoch immer mit dabei und sehr motiviert, das Schriftbild habe sich sehr verbessert, Schreibschrift läge ihm sogar mehr als Druckschrift. Auch wenn er den anderen Kindern meilenweit voraus sei (Deutsch, Sachkunde), wirke er insgesamt emotional viel stabiler und entspannter, ließe sich nicht mehr von anderen provozieren, halte souverän inhaltlich wertvolle Präsentationen (in Sachkunde :mrgreen: ) vor der gesamten Klasse. Auch in Mathe würde es besser laufen (Lehrerwechsel durch organisatorische Gegebenheiten durch Corona) und er sei hier sehr fit.

Sie würde dringend den Sprung in die 3. Klasse empfehlen (nach den Sommerferien). Bumm. Das saß.

Nochmal zur Erinnerung: im Halbjahresgespräch wurde mir mitgeteilt, dass schon zu Beginn des Schuljahres über einen Sprung nachgedacht, dieser dann aber schnell als nicht sinnvoll erachtet wurde, da Sohn eben große Probleme mit dem Sozialgefüge hätte (fühlt sich schnell angegriffen von Mitschülern und reagiert dann "über", ruft ständig rein, korrigiert andere Kinder, ist ungeduldig...) und die Feinmotorik nicht passen würde (schreiben ist nicht so sein Steckenpferd. Er schreibt schnell, weil der Kopf so schnell ist und er keine Geduld mit seiner Hand hat, dadurch ist es schon eine ziemliche Schmiererei), grade die KL sah auch keinen großen Vorsprung in Deutsch. Die Mathelehrerin sah den Vorsprung, aber Drehtürmodell wird nicht angeboten. Wir haben dann über einen Schulwechsel mit jahrgangsgemischten Klassen nachgedacht, unser Rektor war dagegen, sprach sichaber gleichzeitig grundsätzlich gegen Klassensprünge aus, bot diesen im Gespräch dann aber doch an (mit der Bemerkung, dass lediglich ein Kind in 10 Jahren gesprungen sei), was auf mich wie ein "an der Schule behalten"-Versuch wirkte. Wir haben dann in der anderen Grundschule hospitiert, was ein völliges Desaster war. Ihr erinnert euch wahrscheinlich, da die Rektorin und die dortige KL meinen Sohn als "sozial desinteressiert" abgestempelt hatten, weil er sich auf das Schulmaterial und den Unterricht konzentrierte und nicht auf die Mitschüler.

Also wieder zurück in die alte Schule und da lief ab da dann alles besser :gruebel:.

Und jetzt ist es so, dass die KL uns den Sprung von sich aus wirklich wärmstens empfiehlt :gruebel:.

Ihre Gründe:

-Sohnemann sei in Deutsch so weit, dass er, selbst ohne nachlernen, problemlos in der 3. Klasse mitkäme, lediglich Schreibschrift müsse er noch üben.
-Sachkunde: Sohnemann sei ihrer Meinung nach min. auf dem Stand eines Mittelstufen-Gymnasialkindes. Also kein Problem
-Mathe: in Absprache mit beiden Mathelehrerinnen (bisheriger und aktueller) sollten hier kein Probleme auftauchen, er müsse das 1x1 lernen und addieren/subtrahieren im 100er Zahlenraum, was aber beide Lehrerinnen nicht als problematisch ansehen, sofern Sohnemann "Lust" hat :mrgreen:.
-2. Klasse ist das entspannteste Jahr, es wird sehr viel wiederholt. Sie befürchtet eine enorme Unterforderung beim Sohn, er verpasse hier "fast" nichts und das was er verpassen würde, könne er in den Sommerferien nachholen.


Ihr Vorgehen wäre eigentlich gewesen: Schnuppern bis zu den Sommerferien (hier in Bawü ist das bis Ende Juli) in der 2. Klasse, vor allem wegen der Mitschüler, Klassenlehrer etc., dann Entscheidung ob gesprungen wird oder nicht. Wenn man sich für den Sprung entscheidet, in den Sommerferien nachlernen, damit er dann den Anschluss an die 3. Klasse findet.

SO wäre ich auch dafür gewesen.

ABER: Wegen Corona hat der Rektor, den sie anscheinend schon mehrfach damit "belästigt" hat :schwitz:, etwas gegen das Schnuppern VOR den Sommerferien in der 2. Klasse (verstößt gegen die aktuellen Corona-Verordnungen an Grundschulen). Schnuppern NACH den Sommerferien wohl aber kein Problem :gruebel:.

Folgendes Problem sehen die KL und ich hierbei: Wenn mein Sohn nun "vorlernt" um in Klasse 3 den Anschluss zu finden und wir/er uns dann doch dagegen entscheidet(n), haben wir erst recht den Salat. Dann hat er den gesamten Stoff der 2. Klasse intus und springt nicht :shock:. Das wäre der SuperGAU.

Die Klassenlehrerin in spe könnte ich jetzt schon kennen lernen, er aber eben seine Klassenkameraden nicht.

Mein Sohn hat grundsätzlich Anpassungsschwierigkeiten. Ohne einen "Probelauf" vorher will ich ihn nicht springen lassen. Denn grade sozial hat er sich jetzt so gut gemacht und ich lebe eigentlich nach der Devise "never change a running system". Und grade läufts ja grade in diesem Bereich SEHR gut.

Wir können uns Zeit lassen mit der Entscheidung, immer auf sie zu kommen. Ob ICH nicht nochmal mit dem Rektor wegen des Schnupperns VOR den Sommerferien reden möchte? :mrgreen: meint die KL. Wir könnten auch nach dem 1. Halbjahr in der 2. Klasse noch springen. Aber sie sieht einfach nicht, dass er die 2. Klasse gut "übersteht" ohne sie zu überspringen ;).

Habe gleich den Sohn selbst gefragt ob er springen will: JA, ER WILL!

- Thema Freunde aus der 1. Klasse: "die kann ich doch auf dem Pausenhof und nach der Schule sehen"
- Thema andere KL: Frau XXX (seine jetzige KL, die er SEHR gern hat) "sehe ich doch weiterhin wenn sie Pausenaufsicht hat"
-Thema "neue Klassenkameraden":"Mama, in welche 2. Klasse komme ich denn ( die jetzige 2. Klasse ist 3zügig, in welche er käme, stand heute morgen noch nicht fest)? Es gibt einige Kinder, mit denen ich eh schon spiele in der Pause, andere ärgern mich aber..."
-Thema "lernen in den Sommerferien": Kein 'Problem Mama, wenn ich WILL, dann schaff ich das locker."

Na dann :ugeek: ...

Und ich? Ich hab Bauchweh. Total. Obwohl eigentlich alle Gründe dafür sprechen. Was für mich "dagegen" spricht, ist der Tatbestand, dass ich in Mathe keinerlei Vorsprung mehr sehe. Er hat hier Rückschritte gemacht, braucht gefühlt ewig um einfache Aufgaben zu lösen, wenn es auch in der Coronazeit wieder besser geworden ist. Desweiteren hat er sich doch jetzt grade in der Klassengemeinschaft eingefügt und jetzt soll ich ihn da schon wieder rausreißen? Ich hätte kein Bauchweh, wenn er JETZT bis zu den Sommerferien schnuppern könnte und wir uns erst dann entscheiden könnten. Aber entscheiden ohne zu schnuppern, erst alles nachlernen (2. Klasse Stoff) und DANN erst schnuppern mit ungewissem Ausgang finde ich unsinnig. Bliebe noch zum Halbjahr springen. Aber unterm Jahr ist natürlich immer ungeschickter als zum Anfang des Jahres.


Und wie gesagt: eigentlich läuft grade alles. Die Lehrerin möchte nur kratzen bevor's juckt :fahne:


Was tun?

Gruß, verwirrte Meine3
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon sinus » Fr 10. Jul 2020, 21:46

...aus der Erfahrung mit der Großen würde ich den Sprung probieren. Klasse 2+3 waren hier tatsächlich die schlimmsten (hat Kind im nachhinein selbst so formuliert, Klasse 1 war laut ihr noch spannend , weil sie wenigstens lesen gelernt hat und sich erstmal an die Schule gewöhnen musste) und das war ja hier auch die Zeit, wo sie so dann auffällig wurde, dass ich letzten Endes den Test + eine psychologische Untersuchung in Angriff genommen habe. (viel zu spät mit Ende Klasse 3, da wäre ein Sprung nicht mehr einfach so möglich gewesen.)

Dein Sohn hat ja jetzt auch quasi nur ein halbes Schuljahr in seiner Klasse und mit normalem Schulalltag verbracht und konnte durch Corona tw selbstbestimmt lernen.
Du weißt also nicht, wie es ihm gegangen wäre, wenn er das ganze Schuljahr hätte durchhalten müssen, täglich Langweile, Zeit absitzen etc.
Unterschätz das nicht, wie negativ sich das auswirken kann, auch auf das Sozialverhalten.

Wenn die Lehrerin das von sich aus vorschlägt, dann würd ich da auf ihr Urteil vertrauen. Sie hat täglich mit Kindern der Altersklasse zu tun, sie hat den Vergleich.
Auch das mit Mathe wird sie einschätzen können, denke ich. Womöglich zieht er wieder an, wenn die Anforderungen steigen. Rückschritte können ja durchaus auch mit Unterforderung zu tun haben.
Dann ist er einfach nicht mehr wirklich leid er Sache, weil es nicht reizvoll genug ist.
Und falls nicht - vom Intellekt her kann er das sicherlich trotzdem wippen. Dann ist er eben nicht Klassenbester, sondern schwimmt da erstmal eine Weile im Mittelfeld mit. Das ist doch dann in Klasse 3 auch noch kein Problem.

Ich hab es ja eben bei der Großen erlebt, nicht nur die tägliche Unterforderung, sondern auch, dass sie so vieles dadurch nicht gelernt hat. Weil sie in der Grundschule auf keinerlei intellektuell Herausforderung gestoßen ist, jetzt nicht damit umgehen kann, was in der Schule nicht gleich zu können, nicht die beste in der Klasse zu sein, nicht weiß, wie man sich was erarbeitet, selbst wenn es einem mal nicht so liegt und interessiert.
Ich denke ja, es ist besser, das schon in der Grundschule schon zu lernen.
Meine Große muss das jetzt alles nachholen...
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon sinus » Fr 10. Jul 2020, 22:00

PS: Unsere Schuldirektorin sagte im Gespräch, als es um Früheinschulung oder alternativ später Sprung der Kleine ging, das der beste Zeitpunkt von 2 zu 3 sei.
Klasse 3 würde alles aus Klasse 2 nochmal wiederholen und vertiefen.
D.h. dein Sohn müsste sich ohne Sprung jetzt ein ganzen Jahr langweilen, weil es zu einfach für ihn ist und dann müsste er auch noch ein ganzes weiters Jahr dasselbe nochmals machen. Auf die Vertiefung wird er dann womöglich kaum noch großes Lust haben... :?
Wenn er dagegen jetzt in die 3. kommt, ist es evtl genau passend - genug neuer Stoff + vertiefende Inhalte. Das klingt doch an sich gut.
Und er kennt einige Klassenkameraden doch auch schon, schreibst du?
Was soll denn da groß schief gehen?
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon Meine3 » Fr 10. Jul 2020, 22:18

Hallo Sinus,



Bauchweh macht mir nicht der Sprung an sich, sondern die Tatsache, dass er, coronabedingt, nicht VOR den Sommerferien schnuppern kann. Und mein Sohn hatte nun schon zwei mal eine akute Anpassungsstörung. ER fühlt sich grade sehr wohl in seiner Klasse, er scheint nicht unter der Unterforderung zu leiden (momentan!).

Es ist also im Moment ein "kratzen" bevors juckt (bzw. nachdem es gejuckt hat!) und das "blind" und das finde ich irgendwie merkwürdig. Als die Hütte brannte, hat man den Sprung nur sehr halbherzig vorgeschlagen (wegen "drohendem" Schulwechsel vom Rektor vorgeschlagen), die KL war DAGEGEN. Jetzt wos läuft, empfiehlt sie den Sprung... :gruebel:

Die Schule hat keinerlei Erfahrung mit Klassensprüngen. Ein Klassensprung in 10 Jahren spricht Bände. Der Rektor ist eher dagegen. Die Fachlehrer dafür. Die Neue KL kenne ich NOCH nicht.

Wir haben folgende Möglichkeiten:

uns für den Sprung entscheiden und ihn nach den Sommerferien vollziehen, auf jeden Fall erst einmal probeweise. Das bedeutet in den Sommerferien lernen und zwar das was ihm noch fehlt für den Anfang 3. Klasse. Und das OHNE vorher geschnuppert zu haben. SChnuppern geht ja erst NACHDEM wir uns für den Sprung entschieden haben und er den Inhalt der 2. Klasse bereits gelernt hat. Falls es dann nicht hinhauen sollte (und das kommt schon auch sehr auf die KL und das Klassengefüge an, zumindest bei meinem Kind), dann beherrscht er den Stoff der 2. Klasse KOMPLETT und muss dennoch in die 2. Klasse (hiiiilfe)...

uns gegen den Sprung entscheiden

abwarten und eventuell zum Halbjahr springen (mein Favorit, weil man dann VOR dem Entschluss zu springen schnuppern kann)

Ich habe ein Problem damit, weil wir grade endlich mal kein (kaum) Probleme mit dem Sohn haben und genau jetzt soll was drastisches geändert werden. Da tue ich mir schon schwer. Auf der anderen Seite: wie du sagst: die KL hat den Vergleich mit den Mitschülern (und vielen 1.Klässlern davor). Sie hat noch NIE einen Sprung empfohlen, scheint sich also sicher zu sein, dass es sein "muss".

Bin hin und her gerissen :roll:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon Karen » Sa 11. Jul 2020, 00:42

Ich würde nichts vorlernen - er holt es schnell auf, eventuell nur 1*1 üben, und sonst nichts. Deutsch und Sachkunde ist er ja schon voraus. Es geht nur um Mathe. Und ich finde dass Mathe unterschied zwischen zweite und dritte Klasse ist wirklich nicht gross - wenn ein Kind das Logik versteht, macht es kein Unterschied ob es 50+53 ist oder 1500+531 ist, oder teilen ohne Rest oder mit Rest gemacht wird. Nur auswendig lernen der 1x1 wird euch Energie brauchen, aber wenn er motiviert ist, Wird es auch klappen. Ich vermute dass meine Tochter schon das gesamte Mathestoff der 3 Klasse beherrscht ohne dass wir irgendetwas geübt haben, einfach weil sie die Logik dahinter versteht. Sie hat sich schriftliches addieren und substrachieren quasi alleine beigebracht, ohne dass ihr es jemand gezeigt hat. Ich glaube dass sobald dein Sohn wirklich herausgefordert wird, wird er es können. Die Anpassungsschwierigkeiten werden aber Zeit brauchen, aber es Lohnt sich.
Ich verstehe ehrlich dein Argument nicht wirklich, dass es jetzt ungünstig ist zu wechseln weil alles gut läuft. Nur deswegen darf er ja überhaupt wechseln. Wenn ihr wartet bis Probleme wieder da sind, dann kommt der Argument der Lehrerin mit schwierigem Sozialverhalten und unreife und er darf wieder nicht wechseln weil er ja die andere Sachen erst lernen muss. Chic and Egg problem.
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon Karen » Sa 11. Jul 2020, 00:46

Und noch was - ich würde auch empfehlen dass eure Klasselehrerin empfiehlt in welche Klasse er kommen soll von Parallelklassem. Sie weiss wie die andere Lehrer ticken und ob sie ihm akzeptieren würden. Und ich würde auch empfehlen die neue Klassenlehrerin kennenlernen. Sie muss endlich offen dafür sein und ihm auch Zeit geben anzukommen ohne dass er alles was er muss kann. Ohne ihm in Frage zu stellen. Wenn sie es kann, dann steht es dem Sprung wirklich nichts im weg, auch ohne Schnuppern vor den Ferien nicht.
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon sinus » Sa 11. Jul 2020, 07:35

Das mit dem Vorlernen habe ich auch nicht verstanden, meine3. Soweit ich weiß, wird gerade das nicht empfohlen, sondern es geht auch darum, dass die Anforderungen und die Motivation durch den nachzuholenden Stoff größer sind. Hat das denn die Lehrerin empfohlen oder ist das deine Idee, Stoff vorzuarbeiten?
Ich würde mich da nochmal beraten lassen bzw schauen, was da empfohlen wird. Also seitens der Leute, die damit Erfahrung haben.
Ich sehe auch eher Probleme durch fehlende Schreibgeschwindigkeit, darum würde ich maximal an der Stelle was machen.
Ansonsten dann live agieren - nacharbeiten genau dann, wenn es gebraucht wird.
Genau dann entstehen nämlich die positiven Lernerfahrungen, die ja sonst fehlen. Und die sind meiner Meinung nach die wichtigsten Lernerlebnisse, das für die Zukunft entscheidenste.
Was hätte dein Sohn sonst für Vorteile vom Springen?
Allein die älteren Klassenkameraden sind es nicht.
Du darfst nicht vergessen, dass eine hohe Begabung nicht einfach heißt, voraus zu sein, sondern ein schnelleres Verstehen mit sich bringt. Das wird sich in jeder Klassenstufe und bei jeder Herausforderung bemerkbar machen... Selbst wenn er erstmal zurück ist. Wenn er vorlernt, wird es nach der allerersten Zeit dann wieder dazu führen, dass er unterfordert ist. Liest man doch immer wieder, dass das oft so kommt.

Also wie gesagt - recherchier da noch mal bzw lass dich beraten. Ggf telefonisch, hier gibt's dafür die BzB. Die >Beratungsstelle zur Begabtenförderung<, eine Landesstelle. Die sind genau dafür zuständig, geteilt in die Bereiche Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schule.

Und als zweites würde ich mit der zukünftigen Lehrerin sprechen, was sie empfiehlt bzw erwartet. Aber das erst, nachdem du selbst bisschen Hintergrundwissen aufgebaut hast.

Ich kann nachher gern mal gucken, was in meinem einen Buch dazu steht, ich glaube, da wurde das Thema, wie ein Sprung gelingen kann, auch ausführlicher behandelt... Ggf fotografiere ich dir den Abschnitt. Irgendwann im Lauf des Tages, ja?
Zuletzt geändert von sinus am Sa 11. Jul 2020, 13:31, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Sa 11. Jul 2020, 08:38

Eure Schule macht euch nur unnötig Ansgt... "Keiner in 10 Jahren gesprungen". Bei uns läuft es anders. Der Sohn kam nach neulich von der Schule und erzählte: "Der Paul ist ab heute Zweitklässler". Bei uns spirngt jedes Jahr mindestens ein Kind, obwohl die Schule viel kleiner ist. Ich würde dem Sprung sofort zustimmen. Sollte es nicht klappen, wird es schon eine Möglichkeit geben, die Folgen auszubügeln.

Zum Nachlernen: unsere Schule hat es auch kategorisch verlangt, dass der Sohn, der in Dezember in die 3. Klasse in Mathe eingestiegen ist, die 34 Seiten im Heft bearbeitet, die sie bis dorthin geschaft haben. Der Sohn hat das mit Elan angegagen... und nach zwei Tagen wurde es ihm langweilig. Ich habe das so stehen gelassen und nie verlangt, dass er was nachlernt. In der ersten Arbeiten habe er ein paar 3er bekommen, die letzte Arbeit vor Corona war im Bereich einer 2+. . Mach dir bitte wegen Mathe gar keine Sorgen. Höchsten irgendwo spielerisch 1x1 lernen würde Sinn ergeben.
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon Meine3 » Sa 11. Jul 2020, 08:48

Guten Morgen ihr Lieben,

meine Kleine sitzt grad in der Wanne. Muss mich kurz halten:

Sinus: ja, das mit dem Seite kopieren wäre super. Mir wurde das von der KL so gesagt, was er in den Sommerferien nachlernen müsste (keinen 3.Klasse-Stoff natürlich! Sondern den 2. Klassestoff, der ihm noch fehlt). Sie haben eben keinerlei Erfahrung damit. In dieser Schule wird nicht gesprungen :fahne:

Katze: warum sollten sie mir damit Angst machen wollen, die KL hat es ja von sich aus empfohlen und WILL, dass man mein Sohn springt. Sie sagt nur selbst, dass sie keine Erfahrungen damit hat und der Rektor sagte das ja schon vor einem halben Jahr... Die KL hat auch nichts dagegen, wenn er bei ihr bleibt, sie überlässt uns da die Entscheidung, gibt aber eben eine klare Empfehlung ab, da sie aber eben Unterforderung in der 2. Klasse fürchtet.

Karen: ich habe Bauchweh, weil mein Kind eben einseitig HOCHbegabt ist. Er ist auch überdurchschnittlich befähigt in den mathematisch-logischen Dingen, aber NICHT hochbegabt (nur ein Teilbereich lag im HB-Bereich, alles andere war "nur" überdurchschnittlich oder teilweise sogar durchschnittlich). Seine ganz klare Stärke ist der sprachliche Bereich, da ist er höchstbegabt, wer weiß wie sehr (er hat ja den Test gedeckelt :fahne: ). Da hab ich auch keine Bauchschmerzen. DA würde ich auch NULL lernen, auch wenn es mir hier auch empfohlen wurde (Wortarten, aber das braucht er wirklich nicht). Das holt er im Schlaf auf. Aber in Mathe hat er seit Schulbeginn leider Probleme. Er hat eine Blockade aufgebaut und kann die einfachsten Dinge nicht mehr mit der Leichtigkeit wie VOR der Schule. Was er vor Schulbeginn konnte, da hat er jetzt Unsicherheiten (Beispeil: 5+7=12...ODER, Mama??") Sie haben grade den 20er-Zahlenraum erschlossen. In der Coronazeit hat er wieder sehr viel mehr Sicherheit gewonnen, es ist also wirklich psychisch. Aber ich weiß nicht, ob sich diese Blockade wieder abbaut. Bei mir war sie einmal da und hat sich NIE abgebaut. In der 3. gehts mit dem 1000er Bereich weiter, auch mit multiplizieren und dividieren. Da fehlt dann schon einiges. Und wenn er da genau so motiviert und befähigt wäre wie in Deutsch, würde ich mir keine Sorgen machen, das ist aber eben normalerweise nicht so.

Ihr dürft nicht vergessen, dass mein Kind nicht wie euere eindeutig und klar hochbegabt ist. Das Ergebnis war sehr heterogen, so nehme ich ihn auch im Alltag wahr. 'Das meist fliegt ihm zu. Aber mit Zahlen lesen hat er es nicht so und rechnen mag er leider auch nicht mehr (außer er merkt es nicht oder hat einen praktischen Sinn dahinter. Sprich Taschengeld ausrechnen oder ähnliches :P ). Zudem hat er eventuell ADHS, auch das ist ja nicht ganz vom Tisch. Ich finde es gut und beruhigend, dass ihr da alle so klar Empfehlungen aussprecht, ihr macht das ja auch mit dem Wissen, dass ihr über meinen Sohn im Laufe des letzten Jahres erlangt habt, finde es aber grade deswegen schade, dass ihr meine Bedenken nicht nachvollziehen könnt.


Nichts desto trotz: danke. Eure Erfahrungen helfen mir schon weiter.

Liebe Grüße

Meine3
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Re: ...wieder das Thema Klassensprung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Sa 11. Jul 2020, 10:03

@Meine3

Mein mathematisch Höchstbegabte konnte in der 2. Klasse keine stupiden Aufgaben rechnen. Er hatte auch in der 5. und 6. oft 3er, weil es a lles Rechnen und kein Mathe war. Ab der 7. dagegen hatte er durchgehend nur 1er in Mathe. Also bedeuten schlechte Noten in Mathe nicht, dass keine Begabung da ist.

Sprung ist immer ein Risiko. Die Frage ist, wie man die Risiken einschätzt und wer sie übernimmt. Ich schätze das Risiko im Sprung von Ende 1 Anfang 3 als das geringste in der ganzen Grundschulzeit. Alle anderen Sprünge sind in meinen Augen mehr mit Risiko verbunden. Eure Schule bietet zwar einen Sprung an, will aber ein Kind ohne Lücken (Nachlernen), was nicht richtig ist. Sie springen ja genau dafür, um Lücken zu haben. Damit ein Raum für Anstrenung entsteht. Daher bis du diejenige, die das Risiko trägt, und entscheidet, ob er nachlernen soll oder nicht, auf deine eigene Verantwortung. Die Schule sichert sich ab, damit du ihnen nichts später vorwerfen kannst.

Sollte dein Sohn nach dem Sprung selber zurückwollen, weil es ihm zu schwer ist, wird die Schule schon eine Möglichkeit finden, das in Rahmen der GS zu lösen. Ich kenne in BY zwei Kinder, die aus sozialen Gründen die 4. wiederholt haben, und problemlos aufs Gymnasium wechseln konnten.
Zuletzt geändert von Katze_keine_Ahnung am Sa 11. Jul 2020, 10:41, insgesamt 1-mal geändert.
Katze_keine_Ahnung
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