KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Fürs und Widers zum Überspringen

KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon nosupermum » Sa 8. Aug 2020, 10:07

Hallo zusammen,

meine Tochter wird nach den Ferien von Klasse 2 in 4 springen. Wirklich wundern tut es uns nicht, trotzdem hat es viel mit uns als Familie angestellt und im normalen Bekanntenkreis ist einfach klein Platz dafür. Daher freue ich mich, hier eine vertrauenswürdige Runde zu finde.

Ich fange mal von vorne an. Unser Tochter (Einzelkind) wird im Oktober 9 Jahre alt und war schon immer sehr "fit". Mit 10 Monaten konnte sie Babyzeichensprache (hatte ich mit ihr aus Langeweile meinerseits gemacht) und auch schon komplexere Sachverhalte erfragen. Mit 1 Jahr ging sie in gerne in ihre schnuckelige kleine und liebevolle Krippe, sprach mit 18 Monaten fließend ganze Sätze, kannte alle Farben und war kognitiv immer sehr fit (habe zuletzt mal alle Entwicklungsberichte gelesen). In der Krippe flackerte sogar mal eine "Buchstabenphase" auf, d.h. sie konnte mit 2 die Buchstaben auf dem Kissen lesen. Mit 2,5 Jahren erklärte sie der Erzieherin was Diabetes sei oder dass sie nicht aufräume könne, sie habe Rheuma. Im Kindergarten brauchte sie lange, um mit den Kindern warm zu werden. Mit den Erzieherinnen konnte sie einfach besser reden. Sie malte auffällige Bilder, z.B. Blumenwiesen immer mit Gesteinsschichten darunter (Magma, Gestein, Erde, Wiese, Blumen) bis ihr die anderen Kinder erklären, dass so die Wiese nicht richtig sei. :cry: Mit 5 puzzelte sie ausdauernd ihre 1.000er-Puzzles. Schon im Kiga interessierte sie sich sehr für politische und philosophische Fragen, was nach dem Tod passiert, wie man Kapital gerechter verteilen könnte.

Rückblickend ergibt vieles Sinn, damals konnte ich das nicht einordnen, da sie unser einziges Kind ist und wir keine Kinder im Bekanntenkreis haben. Okay, die anderen Kinder waren sprachlich nie so weit wie sie, aber man sagt ja immer, dass die Bandbreite riesig ist und jedes Entwicklungsniveau okay ist. Und man möchte ja auch nicht angeben. Es ist ja eigentlich sozial erwünschter, tief zu stapel und davon zu reden, was ein Kind alles nicht kann und wo der Schuh drückt.

Früher eingeschult haben wir sie (leider) nicht. Mein Mann hatte negative Erfahrungen gemacht, weil er immer der Kleinste war und wir wollten sie nicht um ihre drei Freundinnen bringen. Beim Einschulungstest verzweifelte sie an den Formen-/Farbplättchen, weil sie diese nicht multiplizieren konnte. Abzählen hätte ja auch gereicht. Sie wusste, dass man das irgendwie kann, bekam es aber nicht hin. :? Heute sagt sie, dass sie schon in der Vorschule locker im Raum bis 20 rechnen konnte, aber das hat man da ja nie gemacht und sie wusste nie, ob man sie auslache.

Meine Tochter ist ein sehr braves, angepasstes Kind. Sie beachtet alle Regeln, schon fast zwanghaft, und würde daher nie aus der Reihe tanzen. D.h. sie macht alles brav, auch wenn sie es blöd findet. Obwohl sie ein sehr extrovertiertes Kind ist, es nur aus ihr raussprudelt und gerne mit uns in der Familie diskutiert. Als wüsste sie, was wo von ihr verlangt wird.

In der Schule flutschte es daher auch nur so. Sie musste sich nie anstrengen, arbeitete selbständig und sorgfältig. Doch in KL 1 brachte sie sich Mathe selber bei, nicht immer zu unserer Freude, weil man nicht eine Rechenmethode auf den nächsten Zahlenraum oder Rechenoperation übertragen kann. Ich habe die Lehrerin (erst kurz im Schuldienst) drauf hingewiesen. Zum einen, weil das echt Diskussionen und Konflikte in der Familie entfachte (von uns wird nichts angenommen, nur von der Lehrerin) und weil ich nicht wollte, dass sie sich was falsch beibringt. Vor lauter Langeweile im Unterricht, wie sich herausstellte. Es sollte immer mal die Förderlehrerin drauf schauen, dann sollte ein Förderplan geschrieben werden, aber nichts passierte, weil die Lehrerin mit den verhaltensauffälligen und aggressiven Kindern ausgelastet war. Meine Tochter machte da brav mit. War immer den Prellbock zwischen den Rüpeln, weil sie so ruhig war (Rückblickend: "Ich langweilte mich manchmal die ganze Stunde, aber ich durfte ja trotzdem nicht reden. Das macht man nicht. Dann rechnete ich eben im Kopf was Schwieriges bis es was zu tun gab."). Sie hätte sich nie was eingefordert, weil es ja auch nicht zum einfordern gab. Das Motivationssystem war so ausgelegt: Erst machst du das Leseheftchen 1, dann bekommst du ein kleines Geschenk, dann machst du 2, dann kriegst du wieder was etc. Und nicht: Toll, du kannst schon direkt bei 8 einsteigen! Oder in HSU hieß es, dass die Lehrerin sie nicht dran nehmen könne, dann sei das Thema umfassend behandelt und sie brauche keinen anderen mehr zu fragen. Das ist natürlich auch hart für ein Kind, zu merken, dass man nichts sagen darf oder das das viele Wissen nicht erwünscht ist.

In Kl 2 ging es so weiter, bis zu Corona. Ich war zuhause (Homeoffice) und zuerst machte sie brav die Aufgaben. Ich war aber sehr erstaunt, dass sie in 15 min fertig war, sonst kam sie immer mit einem ganzen Stapel Blätter heim und nun nur eine Seite Mathe und eine Seite Deutsch. Da müsste doch mehr von der Schule kommen. Ich forderte das ein, bekam aber immer mehr vom gleichen für sie. Irgendwann hatte sie keine Lust mehr. Nach den Osterferien schleuderte sie mir das Zeug entgegen "Ich dachte, nun wäre alles wieder normal und ich könnte endlich was richtiges lernen. Die Lehrerin interessiert sich doch gar nicht dafür, was ich mache." Oder sie machte nur das Notwendigste. Wenn sie zuviel wisse, gelte sie ja als Streber, meinte sie. Ich suchte das Gespräch mit der Schule und da sagte man mir, dass meine Tochter von ihrer KL1-Lehrerin einen Vermerk in der Akte hätte, sie sollte einen Förderplan kriegen, man habe das versäumt :shock: Man habe sich sie nun genau angeschaut und sie solle nun den Stoff aus Kl 3 und 4 probieren und wir beobachten dann mal, wie ihre Motivation steigt und wie sie damit (kognitiv) zurecht kommt. Fazit: Sie machte Mathe Kl 3 (nur +/-) und Deutsch Literatur der KL 4. Im Präsenzunterricht machte sie das parallel zum normalen Unterricht, d.h. alle haben die andere Lektüre gelesen und sie saß da und kämpfte sich durch ihr Buch inkl. Arbeitsmaterial. Aber: Sie war glücklich. Irgendwann zeigte sich, dass sie sich auch schriftlich Addieren und Subtrahieren selbst (aber mit einer anderen Methode, also von links nach rechts und alle Überträge im Kopf behalten) beigebracht hat. Sie kam dadurch auch ins freie Schreiben rein und schrieb komplexe Geschichten, d.h. sprachlich hatte sie auch den Anspruch, die Stilmittel ihrer Jugendbücher anzuwenden.

Gegen Schuljahresende hat man uns vorgeschlagen, dass sie Kl 3 überspringen. Ich hatte sehr große Bedenken, mein Mann eher nicht. Ich hatte dann die Aufgabe, mit ihr in der ersten Ferienhälfte zu schauen, was sie schon alles kann, weil ja keine Förderlehrerin drauf schauen konnte. In Mathe beherrschte sie schon 80% des Stoffes von KL 3 und in Deutsch schrieb sie aus dem Stehgreif die geforderten Aufsätze (Ja, und bei Bildergeschichten mit Papa Moll verhallen dann eben Rufe im Wald, statt zu schreiben, dass er nirgends seinen Sohn findet, das wäre auch zu platt :lol: ). Zudem haben wir zwei Beratungen aufgesucht, die uns alle dazu rieten, das Springen auszuprobieren. Die Schule hatte auch vorgeschlagen, sie auf HB testen zu lassen, was ich aber nicht unbedingt möchte, wenn es nicht für irgendwas notwendig ist. Die Beratungsstelle hat uns trotzdem ins Förderprogramm aufgenommen, sodass sie sogenannte Tagesakademien besuchen kann. Sie selbst war vom Springen war sofort begeistert. Zuerst dürfe sie bis zu den Herbstferien schnuppern, erklärten wir ihr. Sie fragte dann direkt, ob sie bleiben dürfe, wenn es gut läuft. Also haben wir uns dazu entschieden.

Eigentlich könnte man meinen, alles schön. Sieht doch gut aus. Aber irgendwie hat es alles auf den Kopf gestellt.
Ich merke schon, das die Leute reservierter werden. Irgendwann muss man ja sagen, dass man sich nicht zum Schulbeginn sieht, weil eben so und so. Natürlich sollte das einem egal sein, was andere sagen. Zum einen Ohr rein und wieder raus. Doch irgendwas bleibt immer hängen und macht was mit einem einem. Man kann ja auch nicht mit jedem drüber reden. Irgendwann muss man es sagen und dann kommen immer die ganzen Vorurteile. Kennt ihr das auch? Dass man seinem Kind die Kindheit nimmt, indem man ihm ein Jahr Unbeschwertheit klaut. Oder die ganzen versteckten Aussagen: Also, mein X schreibt zwar auch überall 1er, aber trotzdem würde ich ihn nie drillen, nur damit er überspringt. Meine X rechnet zwar auch gerne, aber das heißt ja noch lange nicht, dass sie intelligenter ist als andere.

Dass es aber die anderen Aspekte sind, die uns dazu bewogen haben, das kann ich niemandem erklären. Dass ich befürchte, dass sie nie richtig Lernen lernt, weil sie das nie brauchte. Ja, das ist schön, dass ein Kind immer bequem durchkommt. Aber wenn man sieht, dass es sein Potential selbst beschränkt, weil sie spitz gekriegt hat, was erwünscht ist oder das eine Antwort auf eine so dämliche Frage auf dem Arbeitsblatt ausreicht und man mit einem Bruchteil dessen was man weiß schon ne 15 bekommt und über den grünen Klee gelobt wird. Sie stellt das auch selbst fest. "Was eine 15 in Rechtschreibung? Ich schreib doch noch so viel falsch?" oder "Warum bekommt man für so eine Popelaufgabe in HSU eine 15? Das ist doch nur Bild mit Text verbinden statt wirklich etwas wissen. Das ist doch ungerecht!" Es ist ja nicht nur die Leistung in der Schule, sondern auch das Denken, das etwas anders ist. Z.B. Bücher nach sprachlichen Stilmitteln zu beurteilen, Erwachsenen zu erklären, in welchen Hirnregionen Gefühle entstehen und was das mit dem Körper macht etc. Sich mit 7 schon zu überlegen, fürs Studium zu sparen oder damit man später keine Kredite aufnehmen muss.

Wie waren die Reaktionen in eurem Umfeld?
Wie seid ihr damit umgegangen?
Einige schrieben hier, dass sie ihre Kinder wie Aliens fühlten. Ich fühle mich gerade wie eine Alien-Mama :|

P.S Witzig, ich habe mir mal meinen Post von 2013 angeschaut, in dem ich mein Kind schon etwas anders als andere fand. Der geriet ganz in Vergessenheit. Komisch, dass ich mich heute nicht mehr wundere...
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Sa 8. Aug 2020, 13:37

Hallo,

ich finde eure Entscheidung absolut richtig. Ein Jahr Kindheit zu nehmen ist dagegen ein blöder Spruch. Würde man sein Kind sitzen lassen, damit man ihm ein zusätzliches Jahr schenkt? Meine Tochter ist kommt mit 13 in die 10 Klasse. Sie ist 1,5-2 Jahre junger als Durchschnitt. Natürlich ergibt das manche Probleme aber sie will auf keinen Fall ein Jahr runter. Möglichkeiten hätte sie ja genug. Die Probleme ergeben sich generell mehr aus dem Gefühl: "ich bin anders", als aus dem Altersunterschied.

Ich habe es mir abgewöhnt mich für die Kinder zu entschuldigen. Sie sind so wie die sind. Ich erzähle das schon so, dass ich keine Widerrede dulde :D Wer damit nicht zurecht kommt, geht auf Abstand.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Meine3 » Sa 8. Aug 2020, 17:00

Hi du,

bei mir war es ganz ähnlich. Früh haben wir gemerkt, dass unser Kind sehr schnell ist und irgendwie "anders" ist. Das fing schon im Krankenhaus auf der Neugeborenen-Station an. Alle Kinder schrien oder schliefen. Unser Sohn beobachtete seine Hände. Sehr ausgiebig :gruebel:. Die Hebammen meinten dann auch, dass sie das noch nie bei einem Neugeborenen gesehen hätten.

Dann ging es so weiter: greifen, drehen, robben, stehen, laufen (krabbeln hat er quasi übersprungen) alles um einiges früher als "normal". Das sprechen fing mit ca. 9 Monaten an: erste Wörter, wie DA, Bau (das war ein Ausdruck, den er benutzt hat, wenn er was toll fand), Mama, Papa, NEIN (ganz wichtig :lol: ...). Dann gab es eine Phase, in der nicht viel passierte (nach außen hin). Mit 18 Monaten dann plötzlich 2-3 Wortsätze und auffallend großer Wortschatz. Mit 25 Monaten komplett fertig entwickelte Grammatik (Zeiten, Passiv- und Schachtelsätze, Verwendung der korrekten Personalpronomen etcpp). Sein erstes Buch hat er kurz vorm 2. Geburstag "gelesen". Sohnemanns "special move" ist nämlich das auswendig lernen. Henriette Bimmelbahn war sein absolutes LIeblingsbuch. Nach 3-5 mal lesen, las er es UNS vor :mrgreen: (aus dem Gedächtnis anhand der Bilder). Diese Fähigkeit sich Dinge SEHR schnell zu merken (oft nach 1-3 mal hören, auch ganze Hörspiele, GEdichte, Texte, Buchanfänge, etcpp) hat er immer noch und wendet sie auch gern und ausgiebig an. Lesen konnte er vor Schuleintritt eigentlich auch (das Prinzip des lesens), aber da er schlicht kein großes Interesse daran hatte, selbst zu lesen, konnte er nicht alle Buchstaben. Nach 2-3 Wochen SChule konnte er dann alle Buchstaben und konnte lesen. Seitdem hörte er nicht mehr damit auf, ähnlich wie bei deinem Kind verschlingt er Bücher gradezu in einem Affentempo und oft ließt er auch Bücher parallel (bspw. Harry Potter Band 2 fand er schon recht gruselig manchmal, daher hat er das nur tagsüber gelesen und abends was anderes). Erstleserbücher waren nie wirklich interessant, nur zum üben ganz am Anfang.

Dafür hat er was Zahlen angeht so seine Problemchen. Er hat sich früh für Zahlen, zählen und rechnen interessiert (ab 2,5-3), richtig mit rechnen fing er so mit 3,5 an. Die 4 Grundrechenarten kannte er mit 5. Allerdings ist seine Begeisterung hierfür mit dem Schulbeginn erloschen. Wo er sich Wochen vor der Einschulung noch gefreut hat und meinte, er könne es kaum erwarten, wenn Bruchrechnen dran kommt (ich habe ihn direkt desillusioniert und gemeint, das käme erst in Klasse 5 oder so), kam er nach der 1. Schulstunde total frustriert aus dem Unterricht und beschwerte sich bitterlich, dass sie nur die 1 geschrieben und GARNICHT gerechnet hätten. Damit wars vorbei mit der Liebe zu Zahlen :?.

Ich hatte ihn wochenlang schon darauf mental vorbereitet, dass es in der Schule von vorne losgeht und er nicht unbedingt da weitermachen kann, wo er jetzt steht, aber das wollte und konnte er mir wohl nicht glauben.

Springen tut unser Kind jetzt auch, von Klasse 1 nach 3. An der Schule wird kaum differenziert, bzw. sei hier der Sohn in Sachkunde und Deutsch an den Grenzen der Differenzierungsmöglichkeiten angekommen. In Mathe wurde schon nach 1-2 Wochen "differenziert", aber eben auch nur in Form von dutzenden Aufgaben im immer wieder gleichen Stil, das hing Sohnemann dann auch bald zum Hals raus. Zudem wurde er bei den Pflichtaufgaben immer langsamer, so dass die Differenzierung dann in Mathe ausblieb. Unser Sohn ist rein stofflich in Mathe eigentlich nicht so weit die 2. Klasse zu überspringen, weil sich sehr große Unsicherheiten aufgebaut haben, die er vor Schulbeginn nicht hatte, aber ich bin sicher, dass er das schnell kompensieren wird, wenn er sich dafür motivieren kann :geek:. Er ist nicht sonderlich fleißig und Zusatzaufgaben reizen ihn nur, wenn sie spannend sind und von dem üblichen Stoff abweichen. Da er sozial eher schwierig ist in größeren Gruppen (zum Teil liegt das sicherlich auch an seiner Gesichtsblindheit, aber gewiss nicht nur) und immer etwas braucht bis er wo angekommen ist und ihn das auch viel Energie kostet, bin ich gespannt, wie er mit dem dann fordernderen Stoff UND der sozialen Belastung, die ein Sprung verursacht zurecht kommt und ob die Rechnung aufgeht.

Deinen Schilderungen nach wird deine Tochter stofflich keine Probleme haben. Wie sieht es denn sozial bei ihr aus? Integriert sie sich leicht in neue Gruppen?


Grüße

Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon nosupermum » Sa 8. Aug 2020, 19:16

Sozial sehe ich auch wenige Probleme. Sie hat bspw schon mehrfach ihre Sportgruppe wechseln müssen (Verein und Gruppen), was nie problematisch war. Sie versteht Gruppendynamiken sehr gut und überlegt sich schon jetzt, wer der Boss in der neuen Klasse sein könnte und wer sich durch sie angegriffen fühlen könnte. Deshalb denkt sie schon seit ein paar Tagen drüber nach, wie sie sich in der neuen Klasse vorstellt.
Zudem ist sie in ihrer alten Klasse die Größte. Verspielt ist sie gar nicht mehr bzw. war sie noch nie.

Ich denke auch, dass könnte funktionieren. Allein die Frage, ob sie mit ihren hohen Erwartungen, immer die beste zu sein, klar kommt... gerade wenn es am Anfang noch nicht so läuft... da bin ich überfragt.

Ich denke auch gerade, dass man so ne Situation auch nur schwer nachvollziehen kann,wenn man sich selbst nur negativ an die eigene Schulzeit erinnert oder das eigene Kind Probleme hat.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Meine3 » So 9. Aug 2020, 15:19

nosupermum hat geschrieben:Sozial sehe ich auch wenige Probleme. Sie hat bspw schon mehrfach ihre Sportgruppe wechseln müssen (Verein und Gruppen), was nie problematisch war. Sie versteht Gruppendynamiken sehr gut und überlegt sich schon jetzt, wer der Boss in der neuen Klasse sein könnte und wer sich durch sie angegriffen fühlen könnte. Deshalb denkt sie schon seit ein paar Tagen drüber nach, wie sie sich in der neuen Klasse vorstellt.
Zudem ist sie in ihrer alten Klasse die Größte. Verspielt ist sie gar nicht mehr bzw. war sie noch nie.

Ich denke auch, dass könnte funktionieren. Allein die Frage, ob sie mit ihren hohen Erwartungen, immer die beste zu sein, klar kommt... gerade wenn es am Anfang noch nicht so läuft... da bin ich überfragt.

Ich denke auch gerade, dass man so ne Situation auch nur schwer nachvollziehen kann,wenn man sich selbst nur negativ an die eigene Schulzeit erinnert oder das eigene Kind Probleme hat.



Wenn sie keine Angst und kein Problem mit neuen Sozialgefügen hat, dann gibt es doch wirklich nichts, was dem erfolgreichen Ausgang des Sprunges im Wege steht. So wie ich das sehe, hast du als Mama lediglich Angst vor den Reaktionen der anderen Eltern, richtig? Alles andere passt gedanklich doch...

An die "blöden" Reaktionen der Eltern müssen wir uns leider wohl gewöhnen. Das wird nicht aufhören.

Was mich aber wundert ist, dass deine Tochter nicht spielt? Was meinst du damit? Wie darf ich mir das vorstellen? Wie verbringt sie ihre Freizeit? Oder meinst du eher, dass es nicht altersgerecht ist? Meine Kinder spielen gern, sie spielen halt "anders" und oft eben Dinge, die nicht altersgerecht sind oder komplexer (Stichwort Rollenspiele) als das Spiel der gleichaltrigen Kinder, aber spielen tun sie auf jeden Fall... Wobei mein Sohn nie alleine spielt. Wenn kein Freund da ist oder niemand der mit ihm zusammen spielt, dann spielt er auch nicht. Das hat er noch nie. Die Kleinste ist ähnlich gestrickt. Sie spielt gern, aber es muss immer jemand mitspielen. Allein vor sich hinspielen tut sie nicht. Dann schaut sie Bücher an, malt (und schreibt mittlerweile) oder hängt Mutti am Bein :schwitz:
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon nosupermum » Mo 10. Aug 2020, 06:52

Das Playmobil und Lego liegt unangetastet da. Das kommt nur bei Besuch zum Vorschein. Ansonsten liest sie nur, hört Hörspiele oder bastelt/malt dabei. Draußen stromert sie im Garten und braut im „Chemielabor“. Sie ist gerne für sich, obwohl sie sehr extrovertiert ist. Gesellschaftsspiele oder Schach (gerne auch mal am PC) spielt sie gerne.
Daher kann ich das „die sollen noch Spielen dürfen“ nicht nachvollziehen.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Meine3 » Mo 10. Aug 2020, 20:34

Hallo,

Dann haben wir einfach eine unterschiedliche Ansicht, was „verspielt“ sein, bzw. Spielen ist ;).

Meine mittlere Tochter(grade 6 Jahre geworden) bastelt, schreibt und malt auch hauptsächlich und hört dabei Hörspiele. Aber sie ist auch gern draußen in der Natur, braucht auch sehr viel Zeit für sich, sonst wird sie unausgeglichen. Sie beschäftigt sich stundenlang selbst. Aber wenn ein guter Spielpartner da ist dann werden auch ausgiebig fantasievolle Rollenspiele gespielt oder auch mal mit Lego ganze Städte gebaut, etcpp. Das klappt aber in dem Alter nicht mit allen Spielpartnern auf dem Niveau, dass das Kind „braucht“.

Nicht jedes Kind mag Lego und Playmobil. Das heißt aber noch lang nicht, dass das Kind nicht gern spielt. Ich vermute eher, dass deinem Kind adäquate Spielpartner fehlen. Das Kind, mit dem meine Mittlere bspw. am besten spielt ist 10 ;) und kommt jetzt aufs Gymnasium...
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 11. Aug 2020, 14:46

Ich habe das Gefühl, dass große Playmobilsets eher als Standardstaubfänger in jedem Kinderzimmer zu finden sind. Das einzige Stück, dass bei uns beliebt war, war der Katapult, der tatsächlich Steine schleuderte.
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon Meine3 » Di 11. Aug 2020, 16:00

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Ich habe das Gefühl, dass große Playmobilsets eher als Standardstaubfänger in jedem Kinderzimmer zu finden sind. Das einzige Stück, dass bei uns beliebt war, war der Katapult, der tatsächlich Steine schleuderte.



Wir haben mal günstig eine ganze Ladung Playmobil erstanden. Die mittlere hat von 1,5-3 sehr gerne damit gespielt, ebenso die Kleine. Jetzt wird es kaum noch genutzt...
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Re: KL 3 überspringen / Ungewohnte Situation / Umfeld

Beitragvon nosupermum » Di 11. Aug 2020, 18:21

Habe heute ein Gespräch mit der zukünftigen Lehrerin gehabt. Total nett. Sie hat schon eine Sitznachbarin ausgesucht, die ihr als „Patin“ zur Seite stehen wird. Das freute sie total. Trotzdem hat sie nun Angst als Streber zu gelegt. Aber wie sagte sie: da ist so viel in meinem Kopf, dass kann ich doch nicht zurück halten.
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