Gruppe überdurchschnittlich intelligentes Kind

schneller, mehr oder anderes lernen, was ist besser?

Gruppe überdurchschnittlich intelligentes Kind

Beitragvon Raeubertochter2010 » Sa 11. Aug 2018, 20:52

Hallo,
Ich habe hier vor Jahren einmal geschrieben, dass ich mir Gedanken um eine eventuelle Hochbegabung mache. Endlich wurde meine Tochter getestet... Raus kam ein IQ von 120. Also genau zwischen "normal" und "Genie" :? Wir sind somit raus was die Begabtenförderung in der Kinderakademie betrifft die erst ab einem IQ von 130 die Kinder aufnimmt. Was machen wir denn nun? Gibt es auch Angebote für "nur" überdurchschnittlich intelligente Kinder? Sie sticht ja echt überall raus... Kinder, die genauso wie sie ticken und ihr auch mal Kontra geben können fehlen ihr total, das merkt man. Wie finden wir die? Wohnen im Raum Mannheim/Ludwigshafen/Heidelberg.
Wäre auch mit nem privaten Kontakt sehr einverstanden :mrgreen:
LG
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Re: Gruppe überdurchschnittlich intelligentes Kind

Beitragvon Koschka » So 12. Aug 2018, 03:17

was heißt denn "kontra geben können?"... Ich habe ehrlich gesagt noch nie ein Kind erlebt, der aufgrund von seinem IQ sei es 120 oder 130 in diesem Alter mit anderen Kindern, wenigstens mit einem oder zwei besten Freunden nicht spielen konnte. Statistisch gesehen ist mindestens eines von 10 Kindern genauso begabt wie sie oder kluger.

Wenn dem tatsächlich so ist, liegen entweder eine Störung im sozialem und/oder emotionalem Bereich und/oder Erziehungsprobleme vor. Gab es zu dem Test eine detalierte Auswertung und Empfehlungen? ... und 130 bedeutet bei weitem hoch keinen Genie.
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Re: Gruppe überdurchschnittlich intelligentes Kind

Beitragvon Raeubertochter2010 » So 12. Aug 2018, 10:08

Naja, sie führt sich oft auf als wäre sie die aller schlauste... und ehrlich gesagt in unserem Umfeld ist sie das leider auch :roll: zumindest was Kinder angeht. Ich glaube es täte ihr gut wenn mal ein Kind da wäre, das wirklich "schlauer" ist als sie. Damit sie von ihrem hohen Ross bisschen runter kommt.
Spielen mit Kindern geht ja, nur stört mich diese Angeberei echt total!
Sozial/emotional hat sie in der Tat ihre Probleme. Darum wurde sie nicht als Kannkind eingeschult und auch vom Klassespringen abgeraten... Vom Wissensstand her hätte sie im Halbjahr theoretisch von der 1. in die 3. springen können :shock: :schwitz: Aber es hieß damit täte man ihr psychisch echt keinen Gefallen. Und so bleibt sie in ihrem Umfeld in dem eben alle die wir kennen hinter ihr liegen. Wohlbemerkt ohne, dass ich eingebildet klingen will. Mir wäre es anders sehr viel lieber aber so ist die Situation nun mal...
So hängen wir jedenfalls in der Luft... :cry:
Sie soll übrigens auch auf adhs und Asperger getestet werden :|

Und ne weitere Beratung von der psychologischen Beratungsstelle gab es auch nicht. Haben nur das Ergebnis mitgeteilt bekommen und das war's. Also bin ich genauso weit wie vorher: sie sticht aus der Masse raus und ich hab keine Ahnung was ich damit anfangen soll. Fühle mich überfordert und allein gelassen.
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Re: Gruppe überdurchschnittlich intelligentes Kind

Beitragvon Koschka » So 12. Aug 2018, 10:36

oft merkt man als außensteneder nicht, wie schlau andere Kinder in der Tat sind. Eines meiner Kinder mochte in dem Grundschulalter auch gern angeben, das andere passte sich an und war von außen recht unauffällig. Erst wenn man richtig in Details ging, sah man wie viel dieses angepasste Kind konnte. Das "Angeberkind" kam bei den Grundschulkindern viel schlechter an als das Angepasste. Das Statment: "ich kann schon 22 plus 97 rechnen" während sich die anderen mit 2 plus 90 beschäftig haben hat bei den anderen Kindern mehr den Wunsch ausgelöst sich von dieser für sie unheimlich klingenden Begabung abgrenzen zu wollen als die Bewunderung. Kinder, vor allem in Gruppen, tendieren dazu alles zu meiden, was anders ist. Das hat eines meiner Kinder sehr früh verstanden und wollte in der Schule keinesfalls auffallen. "Keine Zusatzaufgaben, keine Sonderwürste, bitte auch sonst nicht, sonst lehnen mich die anderen ab".

Deine Tochter scheint diesen Mechanismus noch nicht verstanden zu haben. Der Verdacht auf Asperger bei beschriebenen Schweriegkeiten klingt schon plausibel. Hast du die Werte der Untertests? Bei AS gibt es häufig ein sehr zackiges Profil. Manche Werte sind sehr hoch, andere dagegen sehr tief.Bei Mädchen, weil sie sonst auch viel angepasster sind als Jungen, ist es nicht einfach eine Diagnose zu stellen oder Auszuschließen. Sucht euch bitte eine geignete Stelle für die Diagnostik, die explizit mit dem Thema Asperger viel Erfahrung hat. Lasst euch nicht die Aussagen wie "sie schaut doch in die Augen, meidet den Körperkontakt nicht und versteht Ironie, dann gehört sie sicher nicht zu AS-Typ" nicht andrehen.

Was mag deine Tochter gerne? Schachclub ist für kluge Kinder eine gute Idee. Dort fragt sicher keiner nach einem IQ-Wert. Sucht mehr nach Interessen als nach Institutionen für Begabte. Ich halte diese Angebote für Überbewertet. Es gibt dort nichts, was andere Kurse oder Veranstaltungen nicht auch in einer oder anderen Form anbieten und es gibt dort wenig Möglichkeit für feste Freundschaften, weil die Kinder durch ein Programm ständig beschäftig sind.
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