Forderung 2. Klasse

schneller, mehr oder anderes lernen, was ist besser?

Forderung 2. Klasse

Beitragvon Tata » Fr 17. Aug 2018, 20:19

Hallo...

... gerade hat das Schuljahr begonnen wir schon sind wir wieder von (alten) Problemen geplagt :x Nächste Woche werde ich daher das Gespräch mit der neuen Klassenleitung meines Sohnes suchen. Ich bin sehr gespannt, was passieren wird. Ich würde gerne mit eigenen, konkreten Vorschlägen über Fördermöglichkeiten in der Schule ins Gespräch gehen.

Daher die Frage an euch: Habt ihr konkrete Ideen für Fordermöglichkeiten für die 2. Klasse Grundschule?

Auf dem Lehrplan steht in Mathe bspw. das kleine 1x1 (rechnet er schon selbst aus), in Deutsch geht es um Verbesserung des Lesens (macht der schon fließend), Rechtschreibung und Schreibschrift. Vor allem wenn ich mir das Mathe-Buch anschaue, bekomme ich Angst, dass da dieses Jahr wieder nicht viel neues für meinen Sohn kommt. Er hat es schon aufgeschlagen und meinte nur "dann kann ich ja das nächste Jahr auch daheim bleiben" :-)

Gegen ein Springen in die 3. Klasse spricht momentan, dass er das Schreiben noch nicht so gut und so schnell beherrscht.

By the way: Momentan muss er wohl vor allem in Mathe immer warten bis alle fertig sind. D.h. er sind manchmal einfach nur rum und bekommt noch nichtmal Extra-Futter :(

Danke & Grüße
Tata
 
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon Koschka » Sa 18. Aug 2018, 04:24

Hallo Tata,

Das Heft hatten meine Kinder. Das ist schon ziemlich anspruchsvoll, kann aber vom Kind alleine mit minimalen Erklärungen bearbeitet werden:

https://www.amazon.de/Zahlenwerkstatt-F ... tt+fordern

Deinem Sohn wird aber das Konzept von unbegleiteten Forderaufgaben nicht gefallen. Keiner knobelt lange Rückmeldung.

Ich vemute, dass dein Sohn einfach nach vorne will. Vielleicht kann ihn die Lehrerin ganz vom Lernplan befreien und er bearbetet Mathebücher der Schule im eigenen Tempo. Drehtür Modell für Mathe in die nächste Klasse ist auch eine Option (füht aber auf die Dauer auf den Sprung).

Wenn es um die Überbrückung der Leerlaufzeit geht, sind Schachaufgaben gut, die man noch im Kopf lösen kann, ohne die Brettfiguren aufstelen zu müssen.

Grundsätzlich unabhängig von der Lehrerin könnt ihr gemeinsam überlegen, wie dein Sohn die Zeit überbrücken kann. Wer gut malen und kritzeln kann, hat einen enormen Vorteil bei der Langeweile. Es gibt diverse Anleitungen für Kinder.

Falls im Raum einen Computer vorhanden ist, kann dein Sohn darauf Enzyklopedien durchstöbern oder Knobelaufgaben lösen (das klappt besser als im Heft). Meine Kinder mögen Fillomino, Hanjes und einige andere (findet man alles kostenlos im Internet).

Im Deutsch können vielleicht Logicals deinen Sohn für eine kurze Zeit beschäftigen. Es gibt sie von relativ einfach bis ganz knifflig.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Gespräch!
Koschka
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon Tata » Sa 18. Aug 2018, 12:22

Hallo,

danke für die tollen Ideen.

Das mit dem Forderheft stimmt - er wird bestimmt schnell keine Lust mehr haben, wenn er daran alleine arbeiten muss und keine Rückmeldung bekommt. Wir hatten in der ersten Klasse schon so ein Heft. Da hat er die ersten Seiten gemacht und da der Lehrer nicht geschaut hat, hat er einfach nichts mehr gemacht und keine Lust mehr darauf gehabt.

Ich werde auf jeden Fall versuchen, dass er zukünftig nicht mehr seitenweise Mathe-Aufgaben lösen muss, die er sowieso schon beherrscht. Stattdessen soll er Ersatzaufgaben bekommen. Außerdem werde ich darauf bestehen, dass er Lesetexte angepasst an sein Level bekommt. Bei Sätzen wir "Nina isst. Lina spielt. Oma geht einkaufen." bekommt er echt die Krise ;) (zu Hause liest er Bücher über Weltraum und Dinos...). Die Klasse ist wohl insgesamt eher schwach, was die Sache nicht einfacher macht.

Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Dreh-Tür-Modell?

Grüße
Tata
 
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon Nimoe » Sa 18. Aug 2018, 21:23

@Drehtürmodell: wenn du auch an abschreckenden Beispielen interessiert bist, kann ich gerne berichten. :roll:
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon Tata » Fr 24. Aug 2018, 18:08

Hallo,

ich wollte mich nach dem Gespräch nochmal kurz melden.

Alles in allem lief es ganz gut. Ich hoffe, dass jetzt alle Beteiligten an einem Strang ziehen... Was mir allerdings etwas Sorgen bereitet: Sohnemann scheint keine Leistungsbereitschaft mehr zu zeigen und beschränkt sich auf das Minimalprinzip :? Die Hefte sehen übel aus (schnell hingekritzelt, bei den einfachsten Aufgaben ständig radiert, etc.), Üben will er gar nichts (obwohl das beim Thema Rechtschreibung schonmal nötig wäre...). Kennt ihr das? Er fällt in der Klasse überhaupt nicht als besonders intelligent auf.

Schöne Wochenende.
Tata
 
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 24. Aug 2018, 19:29

Tata hat geschrieben:Hallo,

ich wollte mich nach dem Gespräch nochmal kurz melden.

Alles in allem lief es ganz gut. Ich hoffe, dass jetzt alle Beteiligten an einem Strang ziehen... Was mir allerdings etwas Sorgen bereitet: Sohnemann scheint keine Leistungsbereitschaft mehr zu zeigen und beschränkt sich auf das Minimalprinzip :? Die Hefte sehen übel aus (schnell hingekritzelt, bei den einfachsten Aufgaben ständig radiert, etc.), Üben will er gar nichts (obwohl das beim Thema Rechtschreibung schonmal nötig wäre...). Kennt ihr das? Er fällt in der Klasse überhaupt nicht als besonders intelligent auf.


Jep, zu 100%! Mein Sohn ist sowohl in deutsch als auch in Mathe deutlich voraus, will aber weder "Extra-Futter", noch macht er einen Handgriff mehr als unbedingt notwendig! In der Klasse fallen eher seine sozial-emotionalen Probleme (er ist Asperger Autist) auf, als seine (vermutete) Hochbegabung. Während er schon vor Schuleintritt weit über 100 Bücher (großteils Kinder-Wissensbücher fürs Grundschulalter) selbst gelesen hat, liest er jetzt fast ausschließlich Comics. Er kann sich in deutsch wunderschön ausdrücken (auch schriftlich), aber bei Aufsätzen zählt für ihn in erster Linie, ja keinen Satz mehr zu schreiben als verlangt.

Springen kommt nicht in Frage, obwohl es in seinem Fall einfach wäre, weil er ohnehin eine Mehrstufen-Klasse besucht. Da könnte er sogar in derselben Klasse bleiben. Aber er ist sozial-emotional so weit "hintennach", dass ich ihm mit einem um ein Jahr verfrühten Gymnasiumseintritt sicher keinen Gefallen täte ;) .

Na, ich hoffe das Gespräch bringt zumindest vorläufig eine Besserung. Bei uns war es so, dass es nach einem Lehrer-Gespräch erst mal ein paar Wochen klar besser lief, bis sich dann die alten Schlampigkeiten (von den Lehrerinnen) wieder eingeschlichen haben. Daher waren über kurz oder lang mehrere Gespräche notwendig, aber zumindest war ein bemühen von beiden Seiten da. Das ist nämlich das mindeste, was ich von so Gesprächen erwarte.
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon Koschka » Sa 25. Aug 2018, 05:37

@Tata

gestehe deinem Sohn von Anfang an das Recht mit Minimalafwand durch die Schule durchkommen zu wollen. Das spart viele Nerven, sowohl für die Eltern als auch fürs Kind.
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon charlotte12 » Sa 25. Aug 2018, 12:07

Während er schon vor Schuleintritt weit über 100 Bücher (großteils Kinder-Wissensbücher fürs Grundschulalter) selbst gelesen hat, liest er jetzt fast ausschließlich Comics. Er kann sich in deutsch wunderschön ausdrücken (auch schriftlich), aber bei Aufsätzen zählt für ihn in erster Linie, ja keinen Satz mehr zu schreiben als verlangt.

So ähnlich ist es hier gerade auch. Mein Kind las als 5jährige Bücher ab 8, jetzt mit fast 7 liest sie Erstlesebücher und Comics. Vor einem Jahr schrieb sie lange Geschichten, jetzt endlich werden kleine freie Textchen in der Schule verlangt und - mein Kind schreibt nicht mehr als es unbedingt muss, und das unter Protest. In Mathe kann sie zu Hause immer noch nicht den 10er-Übergang beim Minusrechnen, in der Schule aber irgendwie schon, rechnet dann aber auch zu Hause urplötzlich blitzschnell richtig mit einem raffinierten Trick, der definitiv noch nicht in der Schule dran war. Kurz darauf hat sie davon aber keine Ahnung mehr und kann den 10er-Übergang wieder nicht mehr. :gruebel:
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon alibaba » Sa 25. Aug 2018, 16:31

Ja, das Minimalprinzip .... kenne ich. Man muss es akzeptieren, das spart Probleme und die kommen erst noch in der Pubertät.

Ich kenne das Problem .... viele Dinge sind super weit, aber auf einem Problem wird herum geritten und letzten Endes mit dem was dann nicht geht begründet. Andere Lehrer sind mir noch nie begegnet, weder in der GS noch auf der weiterführenden. Ich sag dann immer, wenn wir in unserer Erziehung sonarbeiten würden, wären unsere Kinder seelische Zeitbomben. Von wegen Partnerschaft von Schule und Elternhaus.

Wir hatten auch 1./2. Klasse-Kombisystem. Das ist ein Geldeinspar-Lehrerkompensationsprodukt. Das was wir uns drunter vorstellten war es definitiv nicht.

Wir haben, letzten Endes, unsere Kinder ab Mittags individuell gefördert.
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Re: Forderung 2. Klasse

Beitragvon Tata » Do 6. Sep 2018, 16:56

Hallo,

puuh, wie kann man nur so stur sein... Alles reden scheint nichts zu helfen. Null Differenzierung - erst wenn alle Aufgaben gemacht sind, gibt es "Extra-Futter". Sohnemann genervt und boykottiert. Voller Erfolg der Lehrerin.

Ich schaue mir jetzt andere Schulen an. Diese Schule kann und WILL NICHT mit dem Thema Hochbegabung umgehen.

Sorry fürs Ausheulen.

LG
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