Binnendifferenzierung

schneller, mehr oder anderes lernen, was ist besser?

Binnendifferenzierung

Beitragvon charlotte12 » Do 27. Jun 2019, 15:37

Wie läuft bei euch Binnendifferenzierung ab? Hat das Kind einfach nur andere Aufgaben und soll sich still verhalten? Oder darf es Fragen dazu stellen, erhält Erklärungen usw.? Falls ja, wie schafft das die Lehrkraft? Ich verstehe einerseits das Problem, dass die Lehrkraft nicht parallel zum normalen Unterricht andere Dinge abseits vom normalen Stoff erklären kann. Andererseits empfindet zumindest mein Kind alternative Aufgaben nur dann als motivierend, wenn sie schwer genug sind, dass es auch mal hängenbleibt. Da es dann aber keine Hilfestellung dazu erhält, reagiert es mit Frust. Kennt ihr funktionierende Modelle, die ohne zusätzliche Belastung der Lehrkraft funktionieren?
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon Bliss » Do 27. Jun 2019, 16:22

Meine Erfahrung: Wenn Binnendifferenzierung nicht schon standardmäßig vorgesehen ist und wirklich alle Kinder individuell arbeiten können wird das auf Dauer nichts. Mein Sohn hatte in der 2.ten Klasse einen Lehrer, der begeistert von seinen Fähigkeiten war und da gern jede Menge Dinge angeleiert hätte (der IQ Test z.b erfolgte auch auf seine Initative hin). Die Sonderrolle, die mein Sohn aber in der Klasse gehabt hätte, die sonst eher im Gleichschritt vorgeht hat ihm gar nicht behagt, also wollte er lieber keine Differenzierung. Auch eine Frage zu dem Zusatzmaterial stellen geht eigentlich nur, wenn im Unterricht dafür Phasen vorgesehen ist, in denen der Lehrer mit jedem Kind mal einzeln spricht, sonst wäre es erstens wieder eine Sonderrolle und zweitens je nach Kind eine zu große Hürde da auf sich aufmerksam zu machen.

Außerdem ist das Feedback vielen Kindern ja auch wichtig, da mangelt es wenn eben nicht standardmäßig für jedes Kind individuelles Arbeiten vorgesehen ist auch oft.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon alibaba » Sa 29. Jun 2019, 11:14

Das Kind braucht ja eine Rückmeldung. Kann oder will der Lehrer das nicht machen, hat Kind zwangsläufig das Problem. In der 2.Klasse erklärte mir -bei 10 Kindern- die Lehrerin, die Klasse sei so heterogen, da kann sie nicht alles leisten, nicht mal für die ganz Schwachen. Hier läge dann auch die Aufmerksamkeit. Schneller zu sein ist ein Luxusproblem.

Hier gab es - immerhin- Arbeitsblätter mit Knobelaufgaben. Man durfte auch lesen. Aber persönliche Beglückung bei Knobeldingen gab es hier nicht. Auch keine Hilfestellung.

Vielleicht kann Dir ja koschka weiter helfen. Deren Kinder lernen nur durchs ansehen oder einmaliges durchlesen. Die brauchen keine Erklärung bzw. Lesen sich die Erklärung selber durch. Da sollte dann ja auch die Hilfestellung eines Lehrers sich erübrigen.

Ich kenne daher keine Möglichkeit ohne den Lehrer, denn meine Kinder benötigen einen Lehrer oder Mentor.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon Koschka » Sa 29. Jun 2019, 17:17

Es sind immer außergewöhnliche Lehrer, bis jetzt kenne ich nur 3, die das wirklich können... und es mag vielleicht komisch klingen, aber bei allen drei hatte ich den Verdacht, dass sie selber hochbegabt waren/sind. Die erste war die Klassenlehrerin der Großen in 1/2. Sie ging so weit, dass sie mir vorgeschlagen hat, die Kinder ganz vom Lehrplan zu befreien, sollte es nötig sein. Sie unterrichtete alle Kinder in ihrer Klasse anders als gewohnt, differenzierte für alle und machte eine Menge tolle Dinge für alle, unter anderem auch für meine Kinder. Sie hatte auch enorm viel Verständnis für die Eigenarten der Kinder ohne sie dabei zu verhätscheln. Es gab in Deutsch Differenzierungsaufgaben, wie "gestalte dein eigenes Buch zum Buch", ich kann mich an vieles nicht mehr erinnern. In Mathe gab es Knobelkartei, Forderhefte, nach Anfrage Montessorimatherial. Es gab Rückmeldung und Zeit für alle. Die Klasse war wahnsinnig unruhig, weil wohl wissend um das Können der Lehrerin, in dieser Klasse alle auffällige Kinder gelandet sind.

Die nächste ist die akutelle Mathelehrerin des Kleinen. Sie hat ihm von Anfang an Ausmalen stil gestrichen. Sie hat nie zwei mal gesagt, es solle irgenein Blatt fertig machen. Sie nahm mir die Idee mit dem Forderheft ab und bestellte es nicht nur für meinen Sohn, sondern auch für die Anderen. Als es klar wurde, dass der Kleine aus der 1. Klasse rausgewachsen ist, gab sie ihm die Blätter aus dem 2. Klässlerheft. Mein Kleiner freut sich trotz seines Vorsprungs auf die Mathestunden.

Die letzte ist die Englischlehrerin des Großen, 7. Klasse. Sie hat schon in der 1. Woche gewusst, das sein Englischniveau mit der Klasse nicht wirklich kompartibel ist. Als sie mich in der Schule flüchtig gesehen hat, ist sie mir hinterher gerannt, um mich kennen zu lernen. Sie hatte während des ganzen Jahres meinen Großen enorm unterstütz. Sie hat sich mit der 2. Klassenleitung hingesetz und besprochen, wie sie die Jungs hinsetzen sollen, damit er bestmögliche Chancen auf die Integration hat. Sie hat im ab der 1. Woche erlaubt Kapitel 6 im Buch zu berabeiten. Als er fertig war, durfte er im Unterricht ein englisches Buch lesen. Sie fand dabei Zeit mit ihm ein paar Vocabeln daraus zu entziffern und er freute sich sehr über die individuelle Aufmerksamkeit und Anerkennung. So wie beim Kleinen, obwohl Englisch nach Mathe und Physik sein drittstärkstes Fach ist, ging er sehr gerne in die Englischstunden.

Alle übrigen Lehrer konnten und vor allem WOLLTEN absolut nichts tun. Ich glaube keinem der sagt, ich habe keine Zeit und keine Möglichkeit. Der Wille ist nicht da, und die Bildung. Ich bin nach wie vor ein Gegner der HB-Klassen. Man kann alle Kinder in einer Klasse unterrichten. Man kann allen helfen, sobald man aufhört alle unter einen Kamm zu schären. Aber ich alleine kann dieses System nicht ändern, deswegen gehen meine Kinder jetzt in die HB-Klasse. Unsere Schule ist nicht in der Lage für sie und für etwa ein Dutzend andere Hochbegabte in der Parallele zu differenzieren. Eigentlich hätte unsere Schule locker eine Klasse aufmachen können für Kinder mit IQ 125+ und mehr fordern und fördern. Sie brächten nicht mal neue Kinder, sie sind schon alle da. Aber es will keiner was tun. Warum auch? Man ist doch Beamter, es gibt keine Konkurenz, es herrscht Lehrermangel.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon charlotte12 » Sa 29. Jun 2019, 21:07

Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Es tut gut zu hören, dass der Ansatz, dem Kind ohne Anleitung und ohne Feedback schwierigere Aufgaben zu geben, nicht nur bei meinem Kind nicht funktioniert. Und es tut auch gut zu hören, dass differenzierende Lehrer selten sind und nicht der Normalfall. Bestätigt die alte Weisheit, dass Lehrer entweder von sich aus differenzieren oder gar nicht. Ich habe versucht, die Rolle von daheim und Schule umzudrehen, mit meinem Kind zu Hause die schwierigeren Aufgaben zu besprechen und ihm quasi "Hausis" für die Schulstunden schwierigere Übungen als Stillarbeit mitzugeben. Aber obwohl meine Tochter diese Idee erst mal super fand, klappte es mangels Motivation nicht. Leider gibt es bei uns keinen Hochbegabten-Zug in erreichbarer Entfernung :(
@Koschka: Den Vorschlag mit einer Klasse für IQ > 120 oder so habe ich auch schon gemacht und die Auskunft erhalten, dass das mit der Grenze von 130 zentrale Vorgaben des Landes sind und von Seiten der Schule nichts daran geändert werden kann.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon Rabaukenmama » So 30. Jun 2019, 16:56

Ganz ehrlich - in der Schulzeit meiner Kinder habe ich bisher noch keinen Lehrer gefunden, der zu Binnendifferenzierung bereit UND imstande war. Die beiden Lehrerinnen in der Klasse meines älteren Sohnes bemühen sich zumindest darum - aber dieses feine Gespür, was wer wann braucht (das muss nicht unbedingt EXTRA viel Zeit und Aufmerksamkeit sein) haben Sie meinem Ermessen nach nicht.

Beim jüngeren Sohn ist die Voraussetzung eine andere. Der bekommt zwar wirklich individuelle Aufgaben, aber da sind auch 4 Kinder unterschiedlicher Schulstufen und nur 2 Lehrer - die Situation ist mit einer Klasse mit 20 oder mehr Kindern und einer Lehrperson absolut nicht vergleichbar.

In meiner eigenen Schulzeit hatte ich gerade mal EINE Lehrerin, die differenzieren wollte und konnte. Das war meine Grundschullehrerin in der 3. und 4. Klasse :D . Wir waren eine sehr heterogene Klasse mit 32 Kindern. Trotzdem hat sie es irgendwie geschafft, jedem das Gefühl zu geben, persönlich geschätzt zu werden und sie hat jede Stärke gesehen und aus keiner Schwäche ein Drama gemacht.

Dann gab es noch einige LehrerInnen, ich schätze mal 5, die sich, wie die Lehrerinnen meines älteren Sohnes, zumindest Mühe gegeben haben. Durch mehrere Schulwechsel hatte ich in Summe mit mindestens 50 Lehrern zu tun, von der Warte gesehen ist diese Zahl verschwindend gering.

Aber ich hatte auch eine Kindergärtnerin, die mich individuell gefördert hat, und das, obwohl damals für 30 Kinder (4-6 Jahre alt) gerade mal 2 Kindergärtnerinnen da waren. Ich weiß noch, wie sie mir ganz allein Gedichte beigebracht hat, während die anderen draußen gespielt haben. Ich glaube auch, mich erinnern zu können, dass sie ein künstlerisch sehr begabtes Mädchen in Sachen malen gefördert hat (sie ist heut übrigens Kunstmalerin).

Ich stimme koschka zu: es liegt nicht an der Klassenschülerzahl, oder der Klassenzusammensetzung ob differenziert werden "kann", es liegt am wollen und können der Lehrperson.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon alibaba » Mo 1. Jul 2019, 08:38

Ich persönlich finde das tolle Gerede von Binnendifferenzierung vollkommenen Quatsch. Eigentlich wäre ein schneller vorankommen gewünscht, keine noch so tollen Zusatzaufgaben. Mein Großer will weder ständig den Kameraden helfen noch andere Aufgaben im Unterricht. Der will eigentlich ein Thema hören und zum nächsten gehen, so wie er es verstanden hat. Und das ist schlicht weg und einfach im Schulsystem nicht möglich. Hier geht halt nur, alle machen alles gleich schnell. Ist man schneller, bekommt man Knobelaufgaben. Super! Das ist Beschäftigung, aber keine Differenzierung. Okay - auch Beschäftigung kann Langeweile reduzieren - aber mit einer adäquaten Differenzierung hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Auch nicht, wenn man dann im Unterricht lesen darf. Mein Kind macht das sehr oft im Unterricht. Aber auch das ist keine Lösung.

Angebrachter wäre eine Vertiefung. Nur was will ich in der GS in Mathematik vertiefen? Dazu benötige ich komplexere Informationen, die erst mit dem Alter und steigenden SJ kommen. Es ist in meinen Augen keine Lösung dem 1.Klässler einfach Aufgaben des 2.Klässlers zu geben. Es löst auch gar nichts, wenn ich dem Kind erlaube Kapitel 6, statt Kapitel 1 zu bearbeiten - egal in welcher Klassenstufe. Das löst das Grundproblem nur kurz. Was passiert denn, wenn ich mit Kapitel 6 durch bin oder am Endes des Buches, aber noch ein SJ vor mir liegt, da ich es schaffte, dass in 14 Tagen durchzuarbeiten.

Mein Kind kann seine Möglichkeiten gar nicht ausleben. Gerade sitzt er über der GFS und erklärte mir, dass er nur das und das zu Papier bringen kann, da es die anderen Kinder sonst nicht verstehen, wenn er ankäme und die chemischen Hintergründe des Experimentes erklären wollte.

Angenehmer ist es nachmittäglich, wenn man dann gezielt zu Veranstaltungen darf. Das finde ich dann eine schon bessere Differenzierung, die ja aber erst einmal nicht das Problem der Schule löst, aber immerhin dem Kind dann Räume öffnet, etwas anderes machen zu dürfen und das Gehirn mehrdimensional einzusetzen.

Ich sehe das Ganze mittlerweile sehr nüchtern. Entweder ich mache Differenzierung selber - da ich ja keinen Lehrer benötige, lerne ich das eben selber - oder ich arrangiere mich mit dem was ich bekommen kann und schaue, dass es mir nicht ganz so langweilig wird, im absitzen meiner Zeit und schaue, dass ich in meiner Freizeit mein Gehirnlevel hoch halte.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon Koschka » Mo 1. Jul 2019, 08:51

@aliababa

wenn man in den ersten Wochen Kapitel 6 durchgelesen hat, dann kann man ein englisches Buch lesen, das mit dem Lehrer besprechen und auch ein Lesetagebuch dazu führen, Text auf Englisch interpretieren usw. Es gibt immer Möglichkeiten. Was willst du sonst in Englisch vertiefen außer der Fähigkeit komplexe Texte zu lesen und zu schreiben? Das hat gut funktioniert bei meinem Großen. Aber wie schon geschrieben, er ist eher bei einer Lehrerin, die als Einzige Kinder für die Intensivierungsstunde frei entscheiden ließ, wohin sie wollen - zum Fordern oder zum Fördern (zwei getrennte Stunden) und es absolut nicht zugelassen hat, dass Eltern Einfluss drauf nehmen.

Auch für Mathe und Grundschule kann man sehr viel machen, da Mathematik am wenigsten aus Rechnen besteht, und eigentlich sobald man bis 20 Rechnen kann, man schon komplexe mathematische Zusammenhänge, wie z.B. Zahlentheorie erforschen kann. Geometrie ist auch ein sehr dankbares Feld, vor allem ab dem Alter ab dem man ein Zirkel bedienen kann. Offene Aufgaben sind für alle interessant. Das Problem ist schlicht und einfach: dem Grundschullehrer fehlt dafür die Bildung. Er hat zwar ganz komische Sachen im Studium durchackern müssen, aber weder großartig von Pädagogik, noch von Begabung, noch von Behinderung, noch von Differenzierung was gehört. Die Neuseeländer haben ihr Schulsystem vor ein Paar Jahren reformiert und den Lehrern ein Katalog der Fragen in die Hand gegeben, mit dessen Hilfe sie feststellen können, auf welcher Entwicklungsstufe das Kind steht, und welches Level des Unterrichts es braucht. Als Beispiel das Thema Gewicht: solange das Kind glaubt, das ein Kilo Federn leichter ist als ein Kilo Blei, kann es das Thema Dichte absolut nicht verstehen, ganz egal wie man es ihm erklärt. Die Voraussetzungen fürs Verständnis sind nicht da. Man muss eine Stufe zurück gehen und erstmal die einfacheren, weniger abstrakten und mehr anschaulichen Sachen aufgreifen.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon Koschka » Mo 1. Jul 2019, 09:19

Während meine Großen in der Fernschule (ILS) eingeschreiben waren, bekamen sie von der Schule für alle Fächer Hefte zugeschickt, die darauf abgestimmt waren, sie in eigener Regie zu bearbeiten und dann Proben zurück zu schicken. Diese Hefte und diese Schule für die deutschen Kinder im Ausland wird von dem Bund gefördert. Wenn man sich nicht querstellen würde, könnte ein schnelles Kind so ein Heft nehmen und damit in eigener Regie WÄHREND DER SCHULZEIT z.B. dritte/vierte Fremdsprace lernen, dabei für 1-2 Stunde die Woche in die entspechende Klasse als Drehtürmodel gehen. Das kommt keinem in die Quere, hat keinen Deckel und hat nur ein Problem: das Bildungssystem stellt sich quer.

Mit den modernen Medien könnte man für jedes Kind ein individuelles Program schneidern. Auch Augaben könnte man didaktisch in jedem Fach so aufarbeiten, dass es mindestens drei Ebenen nebeneinander zum gleichen Thema existieren, und die Klasse das Thema gemeinsam aber doch auf sehr unterschiedlichem Niveau bearbeiten kann. Statt individuell zu arbeiten, wird abem am Rahmen gebastelt. Erst machen wir aus G9 G8, schreiben alle Bücher neu, dann machen wir aus G8 wieder G9, schreiben wieder Bücher neu, suchen neue Leher, uns felhen Räume. Aber ich bin mir absolut sicher, Kinder, die mit G8 existenzielle Probleme hatten, werden sie auch im G9 genauso haben. Denn 1 Jahr bezogen auf 9 Jahre bedeutet sehr wenig.
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Re: Binnendifferenzierung

Beitragvon alibaba » Mo 1. Jul 2019, 09:34

@koschka

Hier kommt aber kein Lehrer und erklärt dir, wie man, als Beispiel, den Zirkel zu bedienen hat, wenn eben das Thema Zirkel nicht für alle im Unterricht dran kommt. Im Unterricht machen hier alle das Selbe. Intensivierungsstunden sind ja etwas Anderes. So wie nachmittägliche Aktivitäten ja auch etwas anderes sind. Es geht mir konkret um die Differenzierung im Unterricht und das gibt es hier nicht. Was schon ein Problem der Mitarbeit wäre. Wenn ich mich mit etwas anderem beschäftigen darf, kann ich ja zum Thema nicht mitarbeiten. Das geht also nicht. Denn zumindest hier ist das Neue auch Neuland. Wenn ich - wie bei euch - aufgrund von der Vorwegnahme einer Fremdsprache schon mehr kann - mag das vielleicht auch anders sein. In der Franz-klasse meiner Tochter sitzen auch Muttersprachler. Aber selbst die müssen sich melden und zuhören. Würden die Englisch in Französisch machen, könnten die sich auch nicht mehr melden und bekämen schlechte Mitarbeitsnoten. Im Prinzip ist man im System gefangen. Die Muttersprachler dürfen auch den Unterricht nicht schwänzen. :schwitz: Also machen die das, was der Rest auch macht.

Offene Aufgaben sind problematisch. Die gibt es hier - allerdings in der Gruppe. Du benötigst als Lehrer immer mehrere gute Schüler, die selbständig voran kommen und die Gruppe gleich mitnehmen. Außerdem klagt - meine Kind - dann über die "Langsamkeit" der anderen Schüler und das er mal wieder "alles" alleine machen musste.

Im Prinzip darf man - als Binnendifferenzierung - keinen Schulstoff vorweg nehmen. Liest man mal im Internet, was es denn an Förderangeboten gibt, sind das alles losgelöst vom Schulstoff angebotene Dinge. Und sie sind komplex. Außerdem erfolgen sie meist in kleinen Gruppen. Die Kinder sind dann alle auch willig das zu tun, sie haben sich ja dafür angemeldet.
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