Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

ganz allgemein zu Hochbegabung und IQ, theoretisch und praktisch

Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 26. Apr 2017, 07:19

Ich denke generell dass Talent und Begeisterung für eine Sache total verschiedene Dinge sind. Klar wird man eher von einer Sache begeistert sein, die man gut kann, und für die man Anerkennung bekommt, aber das heißt noch lange nicht dass man sich deshalb dafür interessieren oder gar begeistern muss.

Meine IQ-Spitze ist im mathematischen Bereich um 150. Trotzdem war in der Schule deutsch mein Lieblingsgegenstand. Im Abschlusszeugnis der Hauptschule hatte ich übrigens in beiden Gegenständen ein "befriedigend" - in Mathe wegen diverser Schusselfehler und in deutsch wegen nicht gemachter Hausübungen.

Ich habe nach der Schule nie wieder freiwillig Mathe gemacht, aber z.B. Goethes "Faust" auswendig gelernt :mrgreen: . Bis ich dann einmal, mit Ende 20, mit einem Mann zusammen war, der Computerfreak war. Er hat sich auf dem PC (damals noch in DOS) für alle möglichen und unmöglichen Dinge Statistiken erstellt. Mich hat das nicht sonderlich interessiert. Aber irgend wann mal war ein Fehler bei den Kommastellen seiner Fahrrad-Kilometer-Aufstellung, den er nicht verursacht hatte. Offenbar ein Programmfehler, der meinen perfektionistischen Freund fast zur Verzweiflung gebracht hat. Bis ich mir das Gejammer nicht mehr anhören konnte. Ich rechnete ein bißchen herum und hatte in wenigen Minuten eine Formel raus, die den Fehler korrigiert hat. Das war meine letzte mathemathische "Tat" bis heute :P .

Vermutlich schlummert das Talent immer noch in mir und es kommt einfach nicht zum Einsatz. Vielleicht ist es mittlerweile auch schon verkümmert. Ist mir aber auch egal! Ich brauche Mathe nicht um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dazu habe ich (im technischen Verkauf) mein gutes technisches Verständnis und meine Freude im Umgang mit Menschen.

Gerade Menschen mit mehreren Talenten haben ja das Glück der Wahl ;) . Nicht immer ist der Bereich mit dem größten Talent auch der mit dem größten Interesse.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 26. Apr 2017, 07:23

Rabaukenmama hat geschrieben:Ich denke generell dass Talent und Begeisterung für eine Sache total verschiedene Dinge sind. Klar wird man eher von einer Sache begeistert sein, die man gut kann, und für die man Anerkennung bekommt, aber das heißt noch lange nicht dass man sich deshalb dafür interessieren oder gar begeistern muss.

Meine IQ-Spitze ist im mathematischen Bereich um 150. Trotzdem war in der Schule deutsch mein Lieblingsgegenstand. Im Abschlusszeugnis der Hauptschule hatte ich übrigens in beiden Gegenständen ein "befriedigend" - in Mathe wegen diverser Schusselfehler und in deutsch wegen nicht gemachter Hausübungen.

Ich habe nach der Schule nie wieder freiwillig Mathe gemacht, aber z.B. Goethes "Faust" auswendig gelernt :mrgreen: . Bis ich dann einmal, mit Ende 20, mit einem Mann zusammen war, der Computerfreak war. Er hat sich auf dem PC (damals noch in DOS) für alle möglichen und unmöglichen Dinge Statistiken erstellt. Mich hat das nicht sonderlich interessiert. Aber irgend wann mal war ein Fehler bei den Kommastellen seiner Fahrrad-Kilometer-Aufstellung, den er nicht verursacht hatte. Offenbar ein Programmfehler, der meinen perfektionistischen Freund fast zur Verzweiflung gebracht hat. Bis ich mir das Gejammer nicht mehr anhören konnte. Ich rechnete ein bißchen herum und hatte in wenigen Minuten eine Formel raus, die den Fehler korrigiert hat. Das war meine letzte mathemathische "Tat" bis heute :P .

Vermutlich schlummert das Talent immer noch in mir und es kommt einfach nicht zum Einsatz. Vielleicht ist es mittlerweile auch schon verkümmert. Ist mir aber auch egal! Ich brauche Mathe nicht um meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Dazu habe ich (im technischen Verkauf) mein gutes technisches Verständnis und meine Freude im Umgang mit Menschen.

Gerade Menschen mit mehreren Talenten haben ja das Glück der Wahl ;) . Nicht immer ist der Bereich mit dem größten Talent auch der mit dem größten Interesse.
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 26. Apr 2017, 08:40

Sorry, doppelt gesendet :fahne: !
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Maca » Mi 26. Apr 2017, 12:23

@koschka,
Bei der Matheolympiade hat mein Sohn die letzten drei Male eh schon mitgemacht.
Wir waren immer zur Siegerehrung, dieses Jahr war es ein 2. Preis.
Wenn man einmal mitgemacht hat, gehört das irgendwie dazu, dass man dabei bleibt.
So scheint das mein Sohn zu sehen.
In der Korrektur steht dann ständig an der Seite
"Wie kommst du darauf?"
"Begründung fehlt!"
"Antwortsatz fehlt"
"Lösungsweg nicht nachvollziehbar"

Er konnte alle Aufgaben lösen, formal hat er aber Defizite.

Ich halte mich nun einfach zurück und überlasse meinem Mann und Sohn das Feld.
Ein Talent ist keine Verpflichtung und es kann sich beizeiten nochmal zeigen und entfalten oder auch nicht.
Du hast recht, er muß nicht mehr leisten als andere. :)

@bliss,
das ist erstaunlich, wenn du schreibst, dass dein Sohn erzählt, in seinem Kopf keine Langeweile zu kennen,
eine wunderbare Ressource!
Und wieder bin ich beeindruckt von diesem reifen Pragmatismus, am Anfang der Stunde schnell den notwendigen Meldebeitrag leisten, dann kann er entspannen und eigenen Gedanken nachgehen;

Das ist bei meinem Sohn ähnlich, er kann das aber nicht so schön kommunizieren wie deiner :mrgreen:
Letztes Jahr zu Nikolaus hat er sich
"Einstieg in Python" gewünscht und hat die 450 drögen Seiten voller Begeisterung gelesen und ein wenig zu programmieren begonnen,
aber das war es dann auch schon,
anschließend hat er wieder er Comics gelesen :?


@rabaukenmama,
Klar muß ein Talent nicht zwangsläufig dazu führen, dass man es auch mit Begeisterung füllt,
wäre aber praktisch ;).
Meine grundsätzlichen Unsicherheiten und Überlegungen gehen eben in die Richtung
" Wie verantwortlich sind Eltern, dass Talente nicht verkümmern?"

Und diesbezüglich schwanke ich immer zwischen
"vollkommen in Ruhe lassen" und "antreiben".

Das "Problem" liegt aber zum Teil auch in mir, da ich selber keine innere Struktur keinen roten Faden habe, der mich im Umgang mit den Kindern intuitiv leitet

Ich schwanke zwischen rationalen Überlegungen und impulsiver, situtionsbedingter Unberechenbarkeit.

@momo,
Danke für deine Worte,
mein Kleiner ist halt ein wahnsinnig rationales Kind,
seine Bedürfnisse sind ihm selber häufig nicht klar und er entdeckt diese dann durch Zufall beim Ausprobieren,
nur der Anstoß etwas zu versuchen, muß leider immer von außen kommen

Danke noch mal,
ihr habt mir mal wieder vor Augen geführt, dass unser Einfluss als Eltern begrenzt ist und ich denke, dass ist die bessere Alternative, jedenfalls zu sowas, wie dem:
Zuletzt geändert von Maca am Mi 26. Apr 2017, 12:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Maca » Mi 26. Apr 2017, 12:26

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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Kim_S » Mi 26. Apr 2017, 14:29

Mit 8 Wochen das erste Wort gesprochen... WOW! Wobei man da nicht sagen kann, dass es bewusst ausgesprochen wurde. Aber ein Interessanter Beitrag ist es auf jeden Fall.
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Smarti26 » Do 27. Apr 2017, 17:04

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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Kim_S » Fr 28. Apr 2017, 19:59

Hättest ja wenigstens "Punkt" schreiben können, anstatt einfach nur . :lol:
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon Smarti26 » Fr 28. Apr 2017, 22:13

:lol: hätte ich jA
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Re: Hochbegabung, Faulheit und die Verantwortung der Eltern

Beitragvon alibaba » Di 2. Mai 2017, 10:09

Ich verlange nur noch ein Minimum und selbst das wird aktuell schwierig. Die Kinder werden älter, mein 7.Klässler ist 12 und hat seinen eigenen Kopf und Vorstellungen. Und letzten Endes ist es gut so.

Meine Kraft und mein Mama-so-ist-es-Wort konzentriere ich auf die lebenswichtigen Dinge, wie z.B. Kieferorthopäde. :schwitz:

Alles Andere lasse sich laufen, auch die Instrumente, die Kind zwar lernen will, aber dafür üben - Fehlanzeige. Die theoretische Mathehochbegabung ist nicht zu sehen. Ziel ist hier die Versetzung, nicht der Kampf um eine 2.

Zwingen kann man immer weniger. Vieles ärgert mich, aber ich halte mich zurück. Der Wille muss von einem selber kommen. Ich kann nur den Rahmen schaffen, anbieten, nicht mehr. Zugreifen muss Kind schon selber.

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