Schnelles Reden typisch?

ganz allgemein zu Hochbegabung und IQ, theoretisch und praktisch

Schnelles Reden typisch?

Beitragvon sinus » Sa 16. Mär 2019, 12:41

...weil ich es bei meine3 las und das so gut vom eigenen Kind kenne:
Ist schnelles Sprechen eventuell eine typische Begleiterscheiung von HB?

Meine Tochter redet (oft) seeeehr schnell, die Großeltern kommen mitunter mit dem Zuhören gar nicht hinterher. :lol:
In der Klasse wurde meiner Tochter auch schon gesagt, dass sie viel zu schnell spricht. (WENN sie denn mal redet...)
Mitunter "überholt" sie sich dabei auch selbst, also kommt ins Stottern. (Kein richtiges Stottern, aber eben ein sich Verhaspeln)
Ich selbst rede laut Freundeskreis auch schnell, war mir gar nicht bewusst. (Wurde mir gesagt, als ich erzählte, dass das Kind oft so irre schnell spricht.)
Sie kann es also auch einfach von mir übernommen haben.
Aber ich hab jetzt auch schon mehrfach gelesen, dass Hbchen Probleme mit der Sprache haben/hatten, weil sie schneller denken, als sie reden können.

Wie ist das bei euren Kindern?
Sind sie alle Schnellreder?
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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 16. Mär 2019, 13:48

Ich selbst rede ziemlich schnell, aber die meisten Hochbegabten, die ich kenne, haben ein normales Redetempo.

Mein Sohn redet zwar nicht schnell, aber er verschachtelt seine Sätze so sehr, dass man oft trotz aller Konzentration am Schluss oft nicht mehr weiß, was am Anfang gesagt wurde. Und dabei verhaspelt er sich (bei normalem Redetempo) immer wieder einmal, so dass er dann bis zu 5x neu anfangen muss, was verstehen praktisch unmöglich macht. Gott sei Dank ist das meistens zu Hause der Fall, wenn er mir was erklären will. In Schule oder Hort ist er vermutlich schon draufgekommen, dass seine Mitschüler nicht die Geduld haben, so einen endlosen Satz mit all dem verhaspeln zu Ende zu hören. Da redet er ganz normal :) .
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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon Koschka » Sa 16. Mär 2019, 17:51

Nein, den Eindruck habe ich nicht. Es gibt viele kluge Kinder, die wohl überlegt, klar sturkturiert und mit Normalgeschwindigkeit reden. Auch viele Geschwister ist keine Begrüdnung. Bei uns spricht das spachlich fitteste Kind wesentlich langsamer, präzise und artikulierter als der Rest der Familie.
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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon alibaba » So 17. Mär 2019, 12:34

Typisch?

Da hab ich meine Bedenken.

Es gibt ja so schöne Listen im Internet, wo aufgeführt ist, wenn das und das ihr Kind zeigt oder kann, dann sei es hochbegabt. :schwitz:

Ich rede durchaus schnell, was ist eigentlich schnell, bin aber nicht hochbegabt sondern ganz normal mit Stärken und Schwächen ausgestattet. Ich lese auch schnell. Wobei mir da der repräsentative Vergleich fehlt, was denn schnell lesen sei.

Bei meinem Sohn fällt nur auf, dass er prima Fremdwörter oder Synonyme verwenden und erkennen kann. So haben sie in der Schule gerade Interpretationen. Wenn mein Sohn nicht gerade das Thema verfehlt, kann er wunderbar interpretieren, aufgrund des großen Wortschatzes und der Fähigkeit etwas zu beschreiben.

Grundsätzlich kann ich zu typisch eh nicht so viel beitragen, da mir der Vergleich fehlt. Ich kenne schlicht weg und einfach viel zu wenige Hochbegabte, als dass ich sagen könnte, das oder das sei typisch.

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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon Koschka » So 17. Mär 2019, 12:59

@alibaba

du bist so überzeugt, dass du nicht hochbegabt bist? Ich kenne keine einzige Familie, bei der ein gut begabtes Kind aus dem heiteren Himmel fällt. Der Theorie nach befindet sich das Erbgut dafür auf dem mütterlichen x-Chromosom. Also kann dein Sohn das nur von dir haben :D
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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon alibaba » So 17. Mär 2019, 13:43

@koschka

Zur Vererbung gibt es ja viele Theorien.

Ich kann für mich ausschließen, dass ich hochbegabt bin. Im logisch denken bin ich eine Niete. Ich drehe z.B. den Stadtplan immer in Fahrtrichtung und bin Demjenigen sehr dankbar, der die Navigation erfunden hat. Ich bin auch nicht schnell genug. Selbst wenn ich drauf käme, die Zeit spielt da gegen mich.

In denke, dass seitens meines Mannes „vererbt“ wurde. Auch meine Mutter ist nicht ganz doof. Oft überspringen ja „Gene“ Generationen oder man bekommt etwas vererbt aus einem Strang, den man gar nicht auf dem Schirm hatte. Daher sind es, da man bisher noch keinen richtigen Bezug beweisen konnte, eben auch nur Theorien. Ich persönlich denke, dass das viel zu komplex ist, um da Theorien generell zu übertragen.

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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon Koschka » So 17. Mär 2019, 14:05

@alibaba

das mit dem Stadtplan trift auf mich absolut zu. Ich kann mich überall verirren. Ich nehme meinen Großen mit, damit ich zurück finde. Trotzdem bin ich hochbegabt.
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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon Rabaukenmama » So 17. Mär 2019, 14:47

Seltsame Begründung, nicht hochbegabt zu sein, weil man nicht gut mit einem Stadtplan zurecht kommt. Das ist so, als würde man ausschließen, übergewichtig zu sein, weil man keinen Kuchen isst :P .

(Der Orientierungssinn ist bei mir übrigens auch ziemlich grottig - was nichts an der Hochbegabung ändert).

"Schnelles sprechen" (um aufs Thema zurück zu kommen) kenne ich übrigens von einigen Personen, wovon der Großteil vermutlich nicht HB ist. Die Hochbegabten, die ich kenne, haben alle ein normales Sprechtempo. Ich sehe da keinerlei Zusammenhang.
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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon Rabaukenmama » So 17. Mär 2019, 14:58

Wegen Vererbung von Hochbegabung: woher ist die Info, dass das von der Mutter vererbt wird? Die Gene mischen sich ja komplett durch und sind ja bis auf die Geschlechtschromosomen bei Männern und Frauen gleich "vertreten". Und dass Hochbegabung nicht (ausschließlich) auf den Geschlechtschromosomen sitzen kann zeigt sich schon dadurch, dass es etwa gleich viele hochbegabte Frauen wie Männer gibt.

Die Theorie, dass Hochbegabung auf dem X-Chromosom "sitzt", höre ich hier zum allerersten Mal und gerade in Sachen Genetik halte ich mich für ziemlich aktuell informiert. Es gibt etliche Gene die im Zusammenhang mit Hochbegbung stehen, aber erstens sind die über den ganzen Genpool verteilt und zweitens ist da keines darunter, welche auch nur annähernd "allein" eine Hochbegabung auslöst.

Und die Begabung verschiebt sich ja. Hochbegabte Eltern bekommen tendenziell häufiger hochbegabte Kinder als normal begabte Eltern. Aber trotzdem verschiebt sich alles hin zum Durchschnitt. Also wenn beide Eltern IQ 140 haben hat das Kind - rein statistisch - 120. Umgekehrt ist das bei Minderbegabung dasselbe. Beide Eltern IQ 80 bedeutet statistisch ein Kind mit IQ 90. Aber tatstächlich gibt es durchaus Fälle, wo durchschnittlich begabte Eltern ein Kind mit IQ 150+ bekommen. Genausogut können hochbegabte Eltern unterdurchschnittlich begabte Kinder kommen - der Genpool lässt (unabhängig von genetischen Erkrankungen) ja alle mögliche Zufall-Kombis zu!
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Re: Schnelles Reden typisch?

Beitragvon Koschka » So 17. Mär 2019, 15:14

@Rabaukenmama

Statistik und Quantenmechanik sind nur schwer auf das Leben anzuwenden. :D Ausnahmlos alle Familien mit HB-Kinder, die ich kenne, haben mindestens ein HB--Elternteil, und dann sind mit +/-10 Punkten alle Kinder gleich hoch begabt. Ist nur meine persönliche Erfahrung, kein Naturgesetz.
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