IQ-Werte und Fähigkeiten

ganz allgemein zu Hochbegabung und IQ, theoretisch und praktisch

Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Sa 3. Okt 2020, 16:22

@Meine3
Der liegt bei uns klar im HB-Bereich...

Beim AFI werden ja der Mosaiktest, Gemeinsamkeiten finden, Matrizentest, Wortschatz und Formenwaage beibezogen. Da gab es bei ihm unter den Indizien scho recht grosse Diskrepanzen, was die Psychologin mit seinem schwachen Selbstvertauen erklärte. Beim Matrizentest hatte er einen Indexwert von 19+, da wusste er dass er‘s kann vom Schnellscreening her, bei den anderen „nur“ 12-14, wo er viel unsicherer war. Grad bei der Formenwaage und dem Mosaiktest hatte sie mehr erwartet.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon sinus » Sa 3. Okt 2020, 16:26

Bei uns standen im Gutachten eindeutige Handlungsanweisungen für die Schule und Tipps zum richtigen Enrichment.
Das Gutachten enthielt übrigens auch die Testergebnisse von Fragebögen zu Lernfreude, Motivation, sozialem Befinden u.ä. in der Schule . Und da stand übrigens auch, dass die Förderung im häuslichen Umfeld schon sehr gut wäre.
Also da ging wirklich eindeutig draus hervor, dass da jetzt dringend die Schule am Zug wäre und wie man das dort am besten machen könnte.
Es gab auch eine Telefonnummer, wo man sich als Lehrkraft kostenlos beraten lassen kann.
Ich habe sogar eine Schweigepflichtentbindung für bestimmte Lehrer unterzeichnet, damit man auskunftsfähig ist.
Also da wurde für die Lehrer wirklich alles schon quasi "auf dem Silbertablett" serviert.

Hat kein Lehrer genutzt bzw in Anspruch genommen.
Irgendwie scheint das immer zu viel Extrawurst für so ein Kind, dass doch dankbar sein sollte, wenn es ihm doch alles leicht fällt. :?
Da hilft auch kein Gutachten, aus dem eindeutig hervorgeht, dass es diesem Kind nicht gut geht damit und Motivation und Lernfreude schon nur noch auf einem Prozentrang von 5 sind.
Überhaupt kriegte bei uns das Kind den schwarzen Peter zugeschoben. Man habe ja einen Zusatzhefter angeboten, wenn Kind den ablehnt, könne man auch nichts machen. Ander (Mädchen) würde das ja auch gern und häufig in Anspruch nehmen...
(Waren dann wohl einfach nicht die richtigen Aufgaben bzw nicht das richtige Konzept für passendes Enrichment für ein hochbegabtes Kind. Aber dafür ist natürlich NICHT der Lehrer/die Schule, sondern das Kind verantwortlich.)

Das einzige, was sich fürs Kind verbesserte nach dem Test (Ende Klasse 3) und dem Lehrer-Gespräch (Anfang 4. Klasse) war, dass sie bei einigen Lehrern nun im Unterricht unbehelligt malen und träumen durfte und dafür nicht mehr zurechtgewiesen wurde. :(
Zuletzt geändert von sinus am Sa 3. Okt 2020, 17:51, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Sa 3. Okt 2020, 16:38

Ja das habe ich gemerkt, das Proaktivität nichts bringt und ich werde mich da, solange Sohnemann einigermassen glücklich ist, auch stillhalten. Ja es ist wirklich traurig, dass sie nur die Leistungen sehen. Bezüglich Enrichment bin ich auch recht enttäuscht. In der Schweiz hat es vor kurzem einen neuen Lehrplan gegeben der besagt, dass jedes Kind individuell gefördert werden könne. D.h., die schwachen Schüler müssten weniger erarbeiten und für die starken Schüler gäbe es in Mathe Sternchenaufgaben aus der 4. Klasse. Söhnchen würde ja am liebsten nur diese lösen und ist enttäuscht, wenn er nur die 3.Klasssachen machen darf. Angefügt hat sie aber, dass es ja für diese Aufgaben zeitlich meistens nicht reiche und er halt nicht so schnell sei :x Ich muss noch anfügen, dass es in unserer Gemeine nur 2-Jahrgangsklassen gibt. Das war in der 1. das Problem, da hatte er wohl aus Langeweile bei den 2. Klässlern zugehört. Ich hoffe nun einfach, dass das dieses Jahr nicht auch so passiert!
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Sa 3. Okt 2020, 16:39

Ou mist, das landete im falschen Chat! :cry:
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon sinus » Sa 3. Okt 2020, 16:41

...wie überall halt. Kind bekam in Klasse 4 ein Heft "Mathe für Hochbegabte". Darin dürfe sie arbeiten, wenn sie mit den normalen Aufgaben fertig sei.
Dazu kam es nie. Denn allein das Abschreiben von der Tafel oder aus dem Buch dauerte und für die anspruchsvollen Aufgaben aus dem Heft hätte sie wirklich Zeit gebraucht.
Das Heft liegt hier darum bis heute noch total jungfräulich herum.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Sa 3. Okt 2020, 16:44

Mamavon4 hat geschrieben:Ou mist, das landete im falschen Chat! :cry:


Ah nein, es stimmt! :D
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Sa 3. Okt 2020, 16:48

sinus hat geschrieben:Bei uns standen im Gutachten eindeutige Handlungsanweisungen für die Schule und Tipps zum richtigen Enrichment.
Das Gutachten enthielt übrigens auch die Testergebnisse von Fragebögen zu Lernfreude, Motivation, sozialem Befinden u.ä. in der Schule . Und da stand übrigens auch, dass die Förderung im häuslichen Umfeld schon sehr gut wäre.
Also da ging wirklich eindeutig draus hervor, dass da jetzt dringend die Schule am Zug wäre und wie man das dort am besten machen könnte.
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Also da wurde für die Lehrer wirklich alles schon quasi "auf dem Silbertablet" serviert.

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Da hilft auch kein Gutachten, aus dem eindeutig hervorgeht, dass es diesem Kind nicht gut geht damit und Motivation und Lernfreude schon nur noch auf einem Prozentrang von 5 sind.
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(Waren dann wohl einfach nicht die richtigen Aufgaben bzw nicht das richtige Konzept für passendes Enrichment für ein hochbegabtes Kind. Aber dafür ist natürlich NICHT der Lehrer/die Schule, sondern das Kind verantwortlich.)

Das einzige, was sich fürs Kind verbesserte nach dem Test (Ende Klasse 3) und dem Lehrer-Gespräch (Anfang 4. Klasse) war, dass sie bei einigen Lehrern nun im Unterricht unbehelligt malen und träumen durfte und dafür nicht mehr zurechtgewiesen wurde. :(


Ja bei uns das selbe, echt traurig!
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Sa 3. Okt 2020, 17:06

Aus meinem sehr breiten Repertoir an Versuchen an die Differenzierung zu kommen, war der Kleine mit seinem offenen gut artikulierten Ausbruch: "Ich gehe nicht mehr in die Schule!" am effizientesten. Sein Leid hat die Lehrerin überzeugt. Denn ein Teil des Problems ist, dass die Lehrer wirklich denken, dem Kind gehe es auch so gut. Das Kind ist brav, spielt vor mit Interesse gemeinsam mit den anderen zu arbeiten. Da glaubt der Lehrer lieber dem was er sieht, und nicht dem was die überehrgeizige Mutter erzählt. Ich habe der Lehrerin vom Kleinen auch offen gesagt, er sei noch ein Kind, er kann vieles nicht, er macht viele Fehler und will überhaupt am liebsten mit einem Freund Lego bauen als Matheaufgaben zu lösen. Ich weiß aber nicht, ob ich immer noch in einer Ecke für Überehrgeizige stehe.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Sa 3. Okt 2020, 17:08

sinus hat geschrieben:...wie überall halt. Kind bekam in Klasse 4 ein Heft "Mathe für Hochbegabte". Darin dürfe sie arbeiten, wenn sie mit den normalen Aufgaben fertig sei.
Dazu kam es nie. Denn allein das Abschreiben von der Tafel oder aus dem Buch dauerte und für die anspruchsvollen Aufgaben aus dem Heft hätte sie wirklich Zeit gebraucht.
Das Heft liegt hier darum bis heute noch total jungfräulich herum.


Was mich auch nervt ist, dass sie seine Fähigkeiten nicht differenziert sieht; dass er die Basisschrift in 2 Monaten lernte, andere übten ein Jahr. Er schreibt schön, aber halt eben noch langsamer als die Geübten, was ihn eben allgemein langsamer macht. Er kann dividieren, ohne geübt zu haben. Er leitet das vom Malrechnen ab. Er kann auch schon alle Reihen auswendig, Brüche hat er auch schon verstanden. In der Coronazeit hat er innerhalb von 20 Min. grosse, römische Zahlen lesen können und damit rechnen können. Aber sie bemängelt ihn, weil er Rechenfehler macht. Lesen ist zwar nicht so sein Ding, hat sich aber von Juni bis heute unglaublich verbessert. Liest nicht schlechter als ein 3. Klässler. Das sieht sie alles nicht. :|
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon sinus » Sa 3. Okt 2020, 17:54

Das ist in der Tat ein Problem des wenig differenzierten Denkens.
Hochbegabt sein sehen viele als "alles besser können und das ohne üben".
Dass und warum das Quatsch ist bzw an der Realität vorbeigeht, brauche ich HIER jetzt sicher nicht zu schreiben. ;)

Für manche Lehrer ist Hochbegabung bzw ein Test mit so einem Ergebnis eh völlig unbedeutend bzw irrelevant.
Denn "der IQ allein sagt ja noch nichts über die tatsächlichen Leistungen als Schüler."
(schon mehrfach so als allererste Reaktion von Lehrern gehört)
Was ja auch stimmt.
Aber dass gerade die Schule und der Unterricht einen ziemlich großen Anteil daran haben, ob das Potential wie gewünscht
in Leistung umgesetzt werden kann, dass Arbeitstechniken erlernt werden, dass die Motivation und das Interesse bestehen bleibt,
fällt dabei total hinten runter.
Wenn das nicht funktioniert (was eng damit in Zusammenhang steht, dass die Anforderungen nicht stimmen),
ist dann viel eher Charakterschwäche oder Erziehungsfehler... sprich: Die Kinder oder die Eltern sind schuld bzw dafür verantwortlich.

Die eigentlichen, die "echten" Hochbegabten sind in den Augen der meisten Lehrer nur die unproblematischen Hochleister.
Da gibt es viel Unwissen und nur wenig an Interesse, sich das entsprechende Wissen anzueignen.

Statt dass man sich als derjenige betrachtet, der mitverantwortlich dafür ist, aus dem Potential eines Schülers das Beste zu machen -
das ist doch an und für sich eine wirklich dankbare, eine ganz wunderbare Aufgabe!
Eigentlich doch sogar DIE Aufgabe eines Pädagogen schlechthin. (eigentlich ganz unabhängig von der Höhe Begabung...)
Zuletzt geändert von sinus am So 4. Okt 2020, 07:27, insgesamt 1-mal geändert.
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