IQ-Werte und Fähigkeiten

ganz allgemein zu Hochbegabung und IQ, theoretisch und praktisch

Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Meine3 » Mi 14. Okt 2020, 18:50

Mamavon4 hat geschrieben:@meine3

Sorry ich meinte natürlich AFI und nicht AVI. Und das „ der liegt klar im HB-Bereich“ hab nicht ich geschrieben, sondern du in deiner Antwort auf der 1. Seite :fahne: Du meintest da glaub das AGD deines Kindes.



aaaaaaahh. Du wolltest zitieren! Jetzt verstehe ich. Ich Trottel :lol:

Ne, ich meinte den AFI bei meinem Kind. Der liegt im HB Bereich.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Karen » So 18. Okt 2020, 19:45

Ich habe noch die Zahlen angeschaut - meine Tochter wurde knapp vor ihrem 6 Geburtstag getestet, alle Werte waren zwischen 130-149, die Matrizentest und Formenwage hatte sie beinahe gedeckelt. Nur VG war knapp über 100. Sie war dazu noch krank während dem Test, also vermutete die Psychologin dass ihre Werte möglicherweise über 140 liegen.
Sie dürfte dann nach den Frühlingsferien direkt in der 1 Klasse wechseln und Kamm dann in Sommer in die 2 Klasse. Jetzt ist sie wie dein Sohn mit 7 in der Dritte Klasse. Sie konnte nach überspringen sofort mithalten, das einzige Schwierigkeit ist dass sie zu langsam schreibt, was aber nicht als Problem gesehen wird, weil sie so in der obere Mitte der Klasse ist und esKinder gibt die langsamer sind. In der Corona let ckdown haben wir aber gemerkt dass sie in Mathe unterfordert ist. In der Schule vor Corona hatte sie immer nur die leichte Aufgabe ausgewählt und schwierigere gelassen. Während der Lockdown habe ich aus Spass ihr Brüche, Gleichungen und Dividieren mit Rest erklärt und sie hatte sehr viel Spass daran. Wir haben dann die Blätter einfach so statt Hausaufgaben geschickt und die Lehrerin hat das toll gefunden und ihr dann andere Aufgaben gegeben. Sie dürfte wählen ob sie wie andere die Aufgaben löst oder Thema Brüche bearbeitet. Jetzt in der Dritte Klasse hat sie neue Lehrerin, aber es ist eine gemischte 3/4 Klasse und sie darf Mathe bei Klasse 4 mitmachen. Da sie aber langsamer ist, weil sie zu langsam schreibt, darf sie oft nur Hälfte der Blätter machen. Also hier wird Rücksicht auf lsngsame Schreiben genommen. Sie geht ein Nachmittag ins Pull-out, der aber in einer andere Schule stattfindet, so dass wir sie begleiten müssen.
Ihre durchachnittliche VG ist bemerkbar, weil sie oft nur 10-15 min wirklich sehr stark konzentrieren kann und sehr komplexe Sachen begreifen. Dann braucht sie eine kurze Pause oder fängt an einzuspringen und sich bewegen. Sie kann auch was wieder vergessen wenn sie es Zeit lang nicht angewendet hat, aber dann lernt sie es wieder schnell. Wenn ihr langweilig ist, träumt sie weg, in ihren Welt ( wo sie auch zu Hause gerne mal ihre Zeit verbringt). Dieses Welt ist ziemlich komplex (so was in der Richtung Irischen Fabelgeschichten), sie erzählt immer mal wieder was davon oder malt was. In der Schule ist sie sonst sehr organisiert, haltet an alleRegeln und sehr genau nicht noch mehr aufzufallen, als sie schon durch kleine Körpergrösse und Junges Alter auffällt (durch gemischte 3/4 Klasse sind die jungste Kinder in der Klasse mindestens 1.5 Jahre älter als sie. Momentan ist sie Sozialle gut integriert, hat aber keine beste Freundin. Am Anfang der 2 Klasse wurde sie über 4-6 Wochen ausgeschlossen und teils gemobbt, aber die Lehrerinnen haben es aufgegriffen und Problem gelöst. Seit dem ist Ruhe und sie geht gerne hin.
Wir wohnen übrigens auch in CH.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Mo 9. Nov 2020, 00:01

Hallo Karen
Sorry, ich sehe deinen Bericht erst jetzt! Das tönt ja bei deiner Tochter alles fast wie bei meinem Sohn!
Während dem Lock-down war es bei uns auch so. Er hatte z.B. innert 20 Min die römischen Zahlen bis in den 1000er-Raum gelernt und damit rechnen können.
Ihe habt ja ein Riesenglück mit den Lehrerin! Sie geht ja mega toll auf deine Tochter ein! Bei uns ist es im Moment etwas schwieriger. Ich kann überhaupt die Situation schlecht einschätzen. Er weint und beklagt sich immer häufer über die Schule und hat keinen Bock mehr hinzugehen. Er kann mir nicht klar sagen warum, er habe einfach besseres zu tun. Er sagt, sie machen immer nur uninteressante Dinge, die Arbeitsblätter öden ihn an, manchmal habe er gar keine Lust mehr zu schreiben. Er sei aber im Stress, rechtzeitig fertig zu werden. Irgendwie paradox! Er gehört nicht mehr zu den schnellsten, aber sicher in die gute Mitte. Seine Lehrerin ist sehr zackig und fordernd, was ja eigentlich gut wäre, er fühlt sich aber wegen ihrem Tempo, Dinge zu erklären, etwas überfordert. Er hat Angst, nicht verstanden zu haben und nicht zu wissen, was zu tun sei. Er schreibt eben auch nicht so schnell und habe unterschiedliche Schriften, wie die Lehrerin meint. Er hat wieder mehr Mühe, sich zu organisieren, ist wieder mehr zerstreut und dadurch gestresst. Er hat immer Angst, den Anforderungen nicht zu genügen, obschon er bis jetzt inmer gute Noten hatte. Ab und zu hat er auch Abrufprobleme. Ich glaube, dass er sich's manchmal schwieriger vorstellt, als es ist; so wie bei der Franz. Lernzielkontrolle, wo er die Wörter nicht übersetzen konnte, obschon es auf Deutsch fast identische Wörter waren, die sie im Unterricht schon hatten. Sie bekommen auch sehr viele Hausaufgaben, er noch mehr, weil er noch das Verpasste während dem Pull-Out nachholen muss ( was ja eig. nicht sein sollte). Er hat langsam wieder den Koller und macht ein Riesentheater bei den Hausaufgaben. Er meint zwar, es sei nicht mehr so zermürbend langweilig, wie während der 1., aber der Stoff sei einfach blöd. Er findet die Kinder seiner Klasse blöd und er möchte doch nur noch ins Pull-Out gehen. Schule sei einfach nur blöd! Er hasst auch den Leistungsdruck, der schon sehr umfangreichen Tests die sie haben. Auch die ewigen Selbstbeurteilungen stressen ihn glaub ich, er hat wieder das Gefühl, ein Versager zu sein, nichts zu können und äussert immer wieder, er passe wohl doch nicht in die 3., wenn er nicht perfekte Beurteilungen bekommt. Klar, er kann sich selber recht hochschaukeln, oft ist es dann doch nicht so schlimm. Ich finde aber auch, dass sie schon sehr viel für einen Test lernen müssen...1 Stunde sicher pro Test dann noch die anderen Aufgaben. Klar, er würde weniger Zeit damit verbraten, wenn er motivierter ran ging. Dann kann er nämlich unglaublich schnell sein. Er bekommt auch Notenabzüge wegen unsorgfältiger Heftführung, Flüchtigkeitsfehlern, wegen nicht selbständig erledigter Verbesserungen, schlechter Organisation, etc. Die Lehrerin hat auch betont, dass ihm, weil er nicht genug schnell arbeite, so gut wie nie Zeit bleibe für die für ihn spannenderen Zusatzaufgaben. Die Lehrein betont auch immer wieder, dass er halt am Mi Morgen fehle und es deswegen für ihn allgemein schwieriger wäre. Sie fände es besser, er ginge nicht ins Pull-Out. Für ihn ist das aber SEIN Elixier! Die Lehrerin hängt ihn an seinen Schwächen auf und missversteht sie und anerkennt seine Stärken nicht. Das finde ich sehr traurig. Ich wünschte ihm sooo fest, lieber in die Schule gehen zu können!
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 9. Nov 2020, 07:32

Hallo Mamavon4

Mein Kleiner ist in der 3. Klasse mit 7 jahren, ohne Sprung, früh eingeschult... und die Situation ist fast identisch. Nur wein meiner nicht, sondern wütet. Schule ist einfach öde und blöd. Er lernt außerhalbt der Schule. Seine Freundschaften liegen auch außerhalb der Schule. Die Lehrerin ist inkompetent und kann die Klasse im Allgemein nicht führen. Außerdem sieht sie ihn falsch, verlangt von ihm Dinge, die sie ihm nicht beigebracht hat und lässt ihn auf der anderen Seite stundenlang im Leerlauf sitzen. Am Anfang, als die Lehrerin sich noch gedacht hat, dass der arme von Mama gepushte Kleine Mitleid verdient, hat sie ihn noch besser behandelt. Nachdem sie kapiert hat, wie schnell er begreift, ist ihr Mitleid verflogen und hat dem Neid den Platz frei gemacht. Der Kleine hasst jetzt nicht nur die Schule im Allgemein, sondern auch diese Lehrerin insbesonderem.

Der Großsohn, 13, 9. Klasse hat in der Klasse einige gute Freundschaften (HB-zug). Trotzdem hasst er Schule wie die Pest. Ich kann dich daher sehr gut verstehen. Du bist nicht alleine. Aber ich habe auch keine Lösung.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Auguste » Mo 9. Nov 2020, 11:37

Mamavon4 hat geschrieben:Er bekommt auch Notenabzüge wegen unsorgfältiger Heftführung, Flüchtigkeitsfehlern, wegen nicht selbständig erledigter Verbesserungen, schlechter Organisation, etc. Die Lehrerin hat auch betont, dass ihm, weil er nicht genug schnell arbeite, so gut wie nie Zeit bleibe für die für ihn spannenderen Zusatzaufgaben. Die Lehrein betont auch immer wieder, dass er halt am Mi Morgen fehle und es deswegen für ihn allgemein schwieriger wäre. Sie fände es besser, er ginge nicht ins Pull-Out. Für ihn ist das aber SEIN Elixier! Die Lehrerin hängt ihn an seinen Schwächen auf und missversteht sie und anerkennt seine Stärken nicht. Das finde ich sehr traurig. Ich wünschte ihm sooo fest, lieber in die Schule gehen zu können!


Es ist immer das gleiche Problem. Die Lehrer/innen hören "(hoch-)begabt und erwarten einen Hochleister. Schnell, fleißig, ordentlich, sauber. Nur die Hochleister bekommen "Zusatzaufgaben", nachdem sie den langweiligen Quatsch X Mal durchgekaut haben. Nun ist aber nicht jedes (Hoch-)begabte Kind auch Hochleister. Wer kein Hochleister ist, hat auch keinen Bock auf noch mehr Aufgaben, wenn er sich endlich durch den langweiligen Quark gekämpft hat. Wie so oft müsste es nicht "Zusatz-Aufgaben" geben, sondern "Anstatt-Aufgaben" - also nicht zusätzlich zu dem langweiligen Kram, sondern anstelle des langweiligen Krams.

Ich werde einfach nicht verstehen, warum man das den Lehrern nicht begreiflich machen kann und warum so viele Lehrer/innen immer und immer wieder auf der sturen Abarbeitung von Unterrichtsstoff beharren, den die begabten Kinder längst beherrschen. Es geht doch auch anders. Aber eben nur bei Lehrern, die das auch verstehen (wollen).

Lösungen fürs Problem sehe ich keine, außer einem erneuten Wechsel (Schule oder Klasse), wenn es noch schlimmer fürs Kind wird. Die Lehrerin wirst Du nicht ändern. Leider.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 9. Nov 2020, 11:47

Ich habe drei Hochleister, die einwandfrei liefern. Allen drei ist es gemeinsam, dass sie sinnlose fleißaufgaben von Klein auf kategorisch ablehnen. Sie lehnen auch die "Anstattaufgaben" ab, die nicht zu ihren Interessen gehören. Dafür blühen sie auf, wenn ein Lehrer auftaucht, der wirklich Verständnis hat. Die Tochter hat in der 8. Deutsch gehasst, in der 10. mit einer begesterten Deutschlehrerin, liebt sie das Fach und will sogar die Hausarbeit in diesem Fach schreiben.

Der Kleine ist mit 7 Jahren im Deutsch nicht der Schnellste und nicht der Beste. Aber im Gegensatz zu manchen anderen Mitschülern, hat er nur eine einzige Erklärung dafür gebraucht, was ein abstrakter Nomen ist. Er muss das nicht auf 15 Blättern mit den gleichen Wörtern in einer anderen Reihenfolge üben. Das macht ihn wahnsinnig wütend.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Mamavon4 » Mo 9. Nov 2020, 23:05

Ja es ist wirklich schade, dass sich die Lehrerin überhaupt nicht mit diesem Thema auseinandersetzen will. Bald ist Elterngespräch, wovor ich etwas Bammel habe. Vorallem müssen die Kinder dabei sein, was einem ja völlig mundtod macht! Ich weiss manchmal auch nicht, wie schlimm es wirklich für Sohnenann ist. Vielleicht weiss er einfach, dass er bei mir dadurch auch zu unzeiten viel Aufmerksamkeit bekommt. Gestern habe ich ihm ans Herz gelegt, mal ganz gezielt zu fühlen, wann es in der Schule langweilig, stressig, streng, etc. ist. Am Mittag hatte er dann gemeint, es wäre nur ein einziges Mal was auch immer, gewesen. Er kann sich recht in ein Dilemma reinsteigern und ist sowieso der geborene Pessimist und Pragmatiker. Manchmal vergesse ich richtig, dass er erst zarte bald 8 Jahre alt ist. Er erscheint mir in vielen Dingen einfach älter. Mein Mann sagt mir immer wieder, dass er mich manipuliert und ich ginge noch darauf ein. Ich nehme ihn einfach ernst und mein Mann meint, ihn zu durchschauen. Manchmal kann er ihn auch überführen und der kleine gibt zu, genau zu wissen, wie er sich mit mir verhalten muss, damit er das bewirkt, was er will. Bin ich wirklich so blind? Ich fühle mich recht diffus nanchmal :schwitz:
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Di 10. Nov 2020, 09:13

Wenn man sich als Erwachsene in einer Umgebung unwohl fühlt, ist es nicht immer einfach zu sagen, woran das liegt. Ok, in einer dunklen Gasse in Rio fürchtet man um sein Leben. Auf der stürmischen See ist man seekrank. Aber warum fühlt man sich unwohl auf einer Party, wo es genug zum Essen und Trinken gibt und ausreichend Leute anwesend sind, mit denen man sich unterhalten kann? "Ich hasse laute Musik!", wäre ein klar formulierter Grund dafür. Die Aussage: "es ist nicht mein Kreis, sie verstehen mich alle nicht!", ist dagegen sehr verschwommen und es ist schwer diese Tatsache mit Beispielen zu untermauern.

Mein Sohn hat in HSU seit Wochen das Thema Wald. Gestern hat er sich eine Dokumentation von BBC über den Pflanzenreich ausgesucht und in weniger als eine Stunde mehr gelernt, als in den Wochen in der Schule. Das ist ihm durchaus klar. Daher betrachtet er die Schule als äußerst ineffizient. Dazu kommt es, dass Kinder unter einader sich nicht korrekt verhalten, was er nicht leiden kann. Laute Umgebung, die ihn im Laufe des Vormittags immer mehr reizt, setzt dem ganzen eine Krone auf.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon Meine3 » Di 10. Nov 2020, 13:57

Mein Sohn ist auch 8 und bringt mich oft wirklich auf die Palme. Er benimmt sich in der Schule entweder daneben (ruft ohne aufgerufen worden zu sein rein, hinterfragt und diskutiert, wenn es nicht angebracht ist, etcpp.) oder aber stellt auf "stand-by". Bei ihm geht nur AN oder AUS.

Er hat mit seiner KL besprochen, dass er das mit dem reinrufen unbedingt in den Griff bekommen muss. Das tut er. Aber die Nebenwirkung ist: er bekommt nun GARNICHTS mehr mit, weil er komplett abschaltet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Arbeitsanweisungen an die Klasse bekommt er nicht mit, und beteiligen am Unterricht tut er sich auch kaum noch (weil er sonst reinrufen würde! Er bekommt es anders nicht hin) und es ist kein oppositionelles Verhalten, er will mitmachen, aber er bekommt im "off"-Modus einfach garnicht mehr mit.

Es ist ihm auch zu laut (obwohl er selbst oft laut ist :roll: ) und zu hell ( er hat wohl eine Photophobie, helles Licht stresst ihn enorm, oft bekommt er dann auch tränende Augen, etc. und das helle Neonröhren-LIcht im Klassenzimmer ist für ihn Stressfaktor 8 von 10 so seine eigene Aussage). 1000 Dinge, die ihn ablenken und da er ja den Unterrichtsstoff kennt, kann er da auch nicht zuhören, er schaltet ab und versinkt in seiner eigenen Welt. Viele Dinge habe ich lange so nicht realisiert, zum Beispiel, dass er sensorisch so extrem aufnahmefähig ist, dass er oft zu einem Overload kommt und dann eben garnichts mehr funktioniert. Er kann auch vieles nicht in Worte fassen.

Die Lehrer schimpfen nun nicht mehr, weil er zu unruhig und störend ist, sondern dass er träumt und nicht mitmacht :roll:. Im Mathetest hat er dann aber ohne Probleme (und ohne lernen, er hat mir garnicht gesagt, dass sie einen Test schreiben!) 50 von 51 Punkten (der eine war ein Leichtsinnsfehler).... :mrgreen: Da verstehe ich dann auch, warum mein Kind komplett abschaltet. Er braucht den Unterricht einfach nicht. Es klappt ja auch so.

Wie @Katze sagt: auch vielen Erwachsenen fällt es nicht immer leicht ihre eigenen Befindlichkeiten in Worte zu fassen, herauszufinden, warum man sich in bestimmten Situationen nicht wohl fühlt. Meine Kleine ist dain Meisterin. Sie konnte schon mit 18-24 Monaten sehr präzise äußern, welche Bedürfnisse oder Gefühle sie hat. Mein Sohn kann das mit 8 noch nicht. Mein Mann mit 40 noch nicht. Ich komme eher nach meiner Tochter ;).

Ich denke in den seltensten Fällen steckt Berechnung dahinter. Natürlich lernen die Kinder ab einem gewissen Alter, wie sie ihre Eltern triggern und auch wie sie bekommen, was sie wollen. Aber sie haben ja auch ein Gewissen und handeln (zum Glück) meistens danach.

Zumindest bei meinem Sohn ist das dann doch recht auffällig (er kann sich nicht gut verstellen. Wenn er versucht mich anzuflunkern, kann er mich garnicht mehr anschauen und fängt an zu grinsen und dann weiß ich schon was los ist :lol: ), wenn er versucht mich zu manipulieren.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: IQ-Werte und Fähigkeiten

Beitragvon AnnaMama » Mi 11. Nov 2020, 00:04

Hallo Mamavon4

Ich lese schon längere Zeit hier im Forum mit, habe mich bis jetzt aber nicht angemeldet. Dein Thema hat mich nun aber dazu bewogen dies zu tun. Ich komme auch aus der Schweiz und möchte dir gerne unsere Erfahrungen schildern.
Kurz zu uns:
Wir haben drei Kinder wovon 2 HB sind. Die Mittlere ist nicht getestet aber ich denke, dass sie auch im HB-Bereich einzuordnen ist. Der Älteste ist 16 Jahre alt und im 5. Gymnasium. Ihn haben wir in der 6. Klasse abklären lassen weil er grosse Schulprobleme hatte ... nicht leistungsmässig aber sonst in allen Bereichen. Er ist ein Minimalist und kommt notenmässig grad so durch. Er ist eher bei den Minderleistern anzusiedeln. Er könnte mehr leisten, möchte aber gar nicht.
Die Tochter (14) ist im 3. Gymnasium ... sie ist eine Hochleisterin, ein typisch fleissiges, vielseitig interessiertes Mädchen. Der Jüngste wird in einer Woche 12 und ist im 1. Gymi. Ihn haben wir aufgrund unserer Erfahrungen abgeklärt bevor es Probleme gab ... heraus kam eine Höchstbegabung. Er war damals in der 4. Klasse.

Nun hole ich ein bisschen aus:
Unser Jüngster ist schon im Kindergarten aufgefallen und die Kindergärtnerin meinte nach einem Jahr, dass er bereits schulreif sei, sie ihn aber wegen dem emotionalen Bereich gerne noch ein Jahr im Kindergarten behalten möchte. Er weinte damals noch sehr schnell und war auch kräftemässig schnell am Anschlag. Sie förderte ihn sehr gut und er durfte eigene Projekte durchführen. Gegen Ende vom 2. Jahr machte sie den Vorschlag, dass wir ihn die 1. Klasse überspringen lassen könnten. Im Schulhaus in welches er eingeteilt wurde gab es keine spezifische HB-Förderung. Er schnupperte eine Woche in der Schule und wechselte noch vor Schuljahresende in die 1. Klasse. Nach den Sommerferien war er dann bereits ein 2. Klässler. Zwei Jahre lang ging es recht gut in der Schule. In der 4. Klasse spürten wir die Unterforderung, speziell in Mathe. Er langweilte sich zu Tode, sass lange an den Hausaufgaben, hatte eine katastrophale Schrift und malte die Hefte mit schreienden Smilies voll. Eine Mutter von einem Klassenkameraden hat mir später erzählt, dass er in der Schule ab und zu geweint habe weil es für ihn so langweilig war. Das hat aber weder er noch die Lehrerin erzählt. Die Lehrerin war nicht bereit ihn individueller zu fördern. Sie meinte sogar, dass er alle Matheaufgaben lösen müsse damit er das Durchbeissen lerne!!! Da war für uns der Zeitpunkt gekommen ihn abklären zu lassen. Ich habe mit einem hohen Resultat gerechnet, aber dass er sich im Höchstbegabtenbereich befindet hätte ich doch nicht gedacht.
Die Schulpsychologin sass mit uns, der Lehrerin und dem Förderlehrer zusammen und suchte nach Lösungen um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Dies war kurz vor den Sommerferien und nach den Ferien kam er zu neuen Lehrerinnen. Wir fädelten einen Pullout-Morgen in einer Privatschule ein. Er hatte das Glück, dass er zu ganz tollen Lehrerinnen kam, die ihn so gut wie es in heterogenen Klassen geht, förderten. In Mathematik durfte er ganz viel Stoff weglassen und konnte dafür in der frei gewordenen Zeit einen Thymio-Roboter programmieren. Den verpassten Stoff musste er nur teilweise nachholen (das ist ja unter anderem auch der Sinn von einem Pullout ... Entlastung vom "langweiligen" Schulstoff). Die Klassenlehrerin hat ihr Bestes gegeben und hat auch Literatur zum Thema Hochbegabung gelesen. In der 5. und 6. Klasse hatten wir nochmals je ein Gespräch mit der Schulpsychologin und den Lehrerinnen. Wir wurden sehr gut unterstütz und fachlich begleitet.
So kam er im Grossen und Ganzen sehr gut durch die Primarschulzeit. Während dem Lockdown hatte er praktisch nichts zu tun, begann dafür zu programmieren und genoss es ganz viel Zeit für sich zu haben. In den Wochen vor den Sommerferien klinkte er sich aus und es hätte wohl eine neue Massnahme gebraucht damit er wieder Freude an der Schule bekommen hätte. Im Gymnasium ist er im Moment genug gefordert, wir haben aber bereits eine Fördermöglichkeit angedacht falls es nötig sein wird.

In der Freizeit hat unser Sohn eine Broschüre zum Thema "Duodezimalsystem" geschrieben. Er hat sehr viel Zeit investiert ... das macht er immer, wenn ihn ein Thema interessiert. Wenn er kein Interesse an etwas hat zeigt er nicht viel Einsatz.

Nun zu deinen Fragen:
"Die Psychologin hat uns gesagt, dass Kinder selten viel höhere AGD-Werte über 120 erziehlten. Man wisse nicht wieso, aber der AGD sei meistens tiefer als der Rest. Könnt ihr das bestätigen? Wie sieht es bei euren Höchstbegabten aus? Haben sie auch beim AGD über 130 oder Diskrepanzen?"

Der AGD-Wert von unserem Jüngsten ist bei 128 ... laut Schulpsychologin ist das sehr hoch. Auch der VG-Wert ist bei 128. Das merkt man auch im Alltag ... er ist geistig sehr schell unterwegs; denkt schnell, spricht schnell und hüpft von einem Thema zum anderen. Ich kann ihm manchmal kaum folgen.
Beim Ältesten sind beide Werte um 8 Punkte tiefer. Er hat ein recht homogenes Profil. Das Profil vom Jüngsten ist nicht so homogen ... er hat 20 Punkte Unterschied von SV, WLD zu AGD und SV.

"Ich lese fast immer nur, dass mathematisch hochbegabte Kinder kaum Fehler machen und unglaublich schnell sind und leidenschaftlich gerne rechnen. Ist das erst bei einem Wert ab 140 so?"

Oh doch, unser Jüngster macht auch in Mathe Fehler, meistens sind es Flüchtigkeitsfehler. Er hatte jetzt im Gymi meistens Noten um die 5 ... die Tochter hatte bis jetzt im Zeugnis immer eine 6 und Mathe ist gar nicht ihr Lieblingsfach, im Gegenteil; sie mag Mathe überhaupt nicht. Der Älteste hatte eine richtiggehende Blockade und schrieb ungenügende Noten. Nun hatte er Nachhilfe (von der Schule verordnet) und konnte so seine Leistungen wieder verbessern, ist aber noch weit entfernt von sehr gut.

Ich möchte Dir einfach folgendes mitgeben:
Sei wachsam und reagiere nicht erst wenn deinem Sohn die Schule ganz verleidet ist. Unser Ältester hatte monatelang Bauchschmerzen weil er nicht in die Schule gehen wollte. Wir haben damals auch unsere Fehler gemacht und hätten das Problem anders angehen sollen. Schlussendlich war nichts mehr zu retten. Im Gymnasium hat er sich wieder gefangen und geht unterdessen wieder einigermassen gerne in die Schule.
Ist es bei euch nicht möglich, dass die Psychologin am Gespräch teilnimmt? Wir haben unsere Kinder beim Schulpsychologischen Dienst abklären lassen. Da gehört ein Gespräch mit den Lehrpersonen dazu. Das hat sich bei uns sehr bewährt und hinterlässt bei den Lehrpersonen einen anderen Eindruck als wenn einfach die Eltern stürmen und das Gefühl haben ihr Kind wird nicht gut genug gefördert.

Wenn Du Fragen hast darfst du dich gerne melden.

Liebe Grüsse AnnaMama
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Registriert: Di 10. Nov 2020, 20:45

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