störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Hochbegabung geht oft mit Wahrnehmungesstörungen Hand in Hand

störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon unwissende-neu » Mo 12. Mär 2018, 12:23

Hallo,

ich versuche gerade herauszufinden, wie die Definitionen verschiedener Begriffe lauten, und wie man sie genau von einander abgrenzen kann.
Allerdings stoße ich dabei auf viele Seiten mit vagen Aussagen, sehr oberflächlich und/oder wenig wissenschaftlich fundiert klingen.

Vielleicht hat sich jemand schon einmal mit diesen Themen befasst und kann mir einen guten Link schicken?


Also:
- wo fängt eine Sozial-Emotionale Störung an?
- wann ist es ein Entwicklungsdefizit?
- wie sieht es aus ( im Alltag) bei Hochsensiblität ?
- ist Hochsensitivität etwas rein esoterisches?
- gibt es soziale Hochbegabung und wie sieht das aus?



Ich frage, da unsere Kleine momentan wieder massive Schwierigkeiten damit hat. Die Lehrerin redet von Sozial-Emotionaler Entwicklungsreife....
Aber kann es sein, dass es augenscheinlich nur die gleichen Symptome sind, die Ursache aber eine andere ist? Ich meine, sie macht sich seit je her mehr Gedanken um Gerechtigkeit, Fairness etc. als jedes andere Kind, welches ich kenne. Nur sind ihre Gedanken manchmal etwas verdreht oder tiefergehend, dass es auf dem ersten Blick etwas "sonderlich" wirkt.
In der Impulskontrolle hat sie definitiv große Schwierigkeiten. Und alle Gefühle werden recht extrem ausgelebt.

Das Kind ist momentan total gestresst und überfordert und das merkt das komplette Umfeld, da sie sich schlecht bremsen kann. - Sie hatte ja schon einmal einen Autismusverdacht und benimmt sich auch gerade wieder so. Aber ich habe das Gefühl, dass es irgendwie "anders" ist. Nächsten Monat haben wir wieder einen Termin beim SPZ. Aber ich kann meine Gedanken nicht in Worte fassen und wollte mich daher gern etwas in das Thema einlesen. Zudem fehlen mir auch das Verständnis der genauen Definitionen. Bevor ich mit der Ärztin spreche, wollte ich erstmal schauen, worüber wir überhaupt sprechen.

Nach ein paar ruhige Wochen steht nun schon wieder alles auf "Alarm". Kind hatte ihre Phasen bzw. Anfälle oder wie man es nennen möchte, so das die Psychologin meinte, sie wolle in der Schule abklären, dass sie in der Parallelklasse beschult wird ( die Begründung bzw. Diagnose vom Gutachten wäre: Kind ist in ihrer Entwicklung bedroht). Das klingt für mich recht schlimm und macht mir mal wieder schlaflose Nächte. Doch ich weiß nicht, ob, wenn sie aus ihrem Mitschülerkreis gerissen wird, es der richtige Weg ist. Die Lehrerin in der Parallelklasse scheint aber allein von der Organisation her die bessere Wahl zu sein.

Ich fühle mich aber schon als die "Schulquerulaten", was es meinen Kindern bestimmt auch nicht einfacher macht.
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Re: störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon mamma42 » Mo 12. Mär 2018, 22:13

Hallo unwissende-neu,

geht es nur um Deine jüngere Tochter oder auch um die ältere (letzter Abschnitt)?

Vielleicht wegen des vieln Wirbels um Deine ältere Tochter hat sich die jüngere etwas zurückgehalten und jetzt nachdem etwas Ruhe eingekehrt ist, meldet sie sich extrem zu Wort "hey, mir geht es auch nicht gut".

Ich denke, sozial-emotionales Verhalten muss man immer im Gesamtkontext der Persönlichkeit sehen und dem emotionlen Stress der diese Person ausgesetzt ist. Ausserdem das Soziale vom Emotionalen trennen, mich stört, dass das immer zusammen genommen wird.
Emotionaler Stress kann aus vielen Gründen entstehen, ein unglückliches Sozialverhalten ist dann die Folge davon.
Wenn der emotionale Stress sehr hoch ist, muss das nicht ein emotionales Defizit sein! Das Kind (und auch mancher Erwachsener) kann dann einfach mit seinen (durchaus entwicklungsgerechten Mitteln) nicht adequat umgehen. Und "Auftreiber" werden immer beachtet, "in-sich-zurückzieher" eher übersehen...
Wenn ein Kind z.B. starke familäre Veränderungen zu bewältigen hat (Krankheit, Tod, Umzug..) ist für jeden erklärlich, dass die emotionale Haut dünn ist (die Reaktion -zurückziehen oder "Angriff" ist dann eher Persönlichkeitsgeschuldet).
Wenn ein Kind sehr sensibel Stimmungen/UNgerechtigkeiten/unlogisches Verhalten in seiner Umgebung wahrnimmt (und dies dann emotionalen Stress bedeutet), wird das leider meist nicht als Ursache für "Auftreiberverhalten" vermutet oder akzeptiert. Auch zu selten, wenn dies aus Unterforderung resultiert...
Und geradeviele kluge Kinder stört es besonders, wenn einige Erwachsene -hier vielleicht die momentane die Lehrerin- sich unlogisch oder ungerecht verhalten oder dem Kind gegenüber nicht wertschätzend verhalten- besonders kein höheresWissen oder Leistungsvermögen unterstellt.
(Meine Gedanken zu dem Thema)
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Re: störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon unwissende-neu » Mo 12. Mär 2018, 23:19

Hallo mamma42,
Ja, so in etwa waren das auch meine Gedanken.
Daher suche ich Begriffsdefinitionen der verschiedenen Bereiche um bei der Argumentation und der bevorstehenden Unterhaltung mit der Lehrerin sowie mit der Ärztin zu wissen, wovon jeder genau redet.

Mit der Lehrerin hatte ich z.B. auch schon einmal ein Mißverständnis zwischen unkonzentriert sein und unaufmerksam ( bzw. abgelenkt) sein. -> Sie sprach immer davon, mein Kind sei unkonzentriert und ich versuchte die Flüchtigkeitsfehler zu finden, die nicht vorhanden waren. Aber sie meinte, mein Kind sei leicht abgelenkt und lenke andere Kinder ab. - Für sie war es das gleiche, für mich nicht. Und immer wieder passiert es mir, dass Gespräche ungewollt in die falsche Richtig laufen.

Nebenbei:
Meine Jüngere hat einen recht starken Charakter. Und das schon, seit sie auf der Welt ist. Sie fing schon als Schreikind an ;) Ob es nun pathologisch ist oder nicht, - ich habe keine Ahnung.
Aber egal ob es pathologisch oder charakterlich ist, ist sie sehr gestresst von der Situation, dass die Klasse sehr laut ist, die Lehrerin wohl etwas überfordert ist, Kind ggf. unterfordert im Unterricht aber definitiv überforder im allgemeinen drumrum. Egal was wer macht, sie sieht es momentan alles als unfair und nicht gerecht an. Allerdings zählt sie auch z.B., wer wie oft dran genommen wird. Sie verzettelt sich momentan so sehr, dass es fast wieder pathologisch aussieht.
Zudem lässt sie sich wieder ständig unterzuckern, was die Sache nicht einfacher gestaltet. Eifersucht auf ihre Schwester ist ein Dauerbrenner hier. Aber auch das Thema hatten wir schon einmal besser im Griff....
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Re: störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon mamma42 » Mo 12. Mär 2018, 23:50

vielleicht ist dann ein Herausnehmen aus der Situation - Parallelklasse oder nach oben - zumindest probeweise doch eine Lösung , dem Kind sollte das aber keinenfalls als Strafe vorkommen, sondern als Möglichkeit, dass es ihr dann besser gehen könnte.
Allerdings könnte der Wechsel in eine Parallelklasse von der Schulleitung nicht so gerne gesehen/blockiert werden, da sie keine Nachahmer haben will (es könnten ja noch mehr Eltern auf die Idee kommen, ihre Kinder aus der schwierigen Klasse wechseln zu lassen...) Wenn es aber die (Schul-?)psychologin befürwortet, könnte es vielleicht gehen (sie weiss vielleicht, dass sie harte Geschütze auffahren muss, besonders, wenn die abgebende Lehrerin bekannt für Probleme ist).
Wir hatten bei uns in der Schule auch eine schwierige Lehrerin (die gerne selber haarsträubende Diagnosen der Kinder den Eltern unter die Nase gerieben hat) - Wechsel in die Parallelklasse hat Rektor komplett abgeblockt...
Ein Wechsel nach oben (probeweise) könnte da leichter sein...
mamma42
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Re: störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon Rabaukenmama » Di 13. Mär 2018, 08:15

unwissende-neu hat geschrieben:Hallo mamma42,
Ja, so in etwa waren das auch meine Gedanken.
Daher suche ich Begriffsdefinitionen der verschiedenen Bereiche um bei der Argumentation und der bevorstehenden Unterhaltung mit der Lehrerin sowie mit der Ärztin zu wissen, wovon jeder genau redet.

Mit der Lehrerin hatte ich z.B. auch schon einmal ein Mißverständnis zwischen unkonzentriert sein und unaufmerksam ( bzw. abgelenkt) sein. -> Sie sprach immer davon, mein Kind sei unkonzentriert und ich versuchte die Flüchtigkeitsfehler zu finden, die nicht vorhanden waren. Aber sie meinte, mein Kind sei leicht abgelenkt und lenke andere Kinder ab. - Für sie war es das gleiche, für mich nicht. Und immer wieder passiert es mir, dass Gespräche ungewollt in die falsche Richtig laufen.


Hallo Unwissende,

ich weiß, was du meinst. Ich finde die Begriffsdefinition der verschienden "Störungen" auch sehr schwammig. Immer noch nicht dahinter gekommen bin ich auf den Unterschied zwischen Autismus und ADHS. Nicht, dass ich eine dieser Diagnosen für meine Kinder bevorzugen oder "zutreffender" finden würde. Aber mein älterer Sohn ist ja diagnostizierter Aspergerer-Autist und mein jüngerer diagnostizierter frühkindlicher Autist - von der Warte habe ich mich natürlich eingehend mit dem "Krankheitsbild" beschäftigt.

Unter anderem bin ich in einem Forum für Kinder mit Behinderungen angemeldet und lese dort regelmäßig über Kinder mit Autismus, ADHS, AVWS und ähnlichen Störungen. Und ganz ehrlich - wenn ich nicht VORHER genau schaue, in welchem Unterforum (also für welches Störungsbild) ich gerade bin - ich merke keine Unterschiede! Mittlerweile betrachte ich es auch eher als "Zufall", dass mein älterer Sohn die Diagnose Asperger-Autismus bekommen hat. Nicht, weil ich sie für inkorrekt halte, sondern weil etliche andere mögliche Diagnosen für sein anders-sein auch gepasst hätten (hochsensibel zählt da auch dazu).

Und ich glaube gar nicht, dass Fachleute (also Ärzte, Therapeuten, Lehrer, Psychologen) alle denselben, klaren Begriff von der einen odere anderen Wahrnehmungsstörung haben. Gerade bei Autismus gibt es ja auch in Fachkreisen viele Vorurteile und vorgefasste Meinungen. Ich selbst habe ja einige Zeit an der Diagnose meines älteren Sohnes gezweifelt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass er "dasselbe" haben soll, wie sein jüngerer Bruder (damals stand da auch noch Asperger-Autismus auf dem Befund) - denn meine Jungs sind vom Wesen her so unterschiedliche wie Tag und Nacht!

Aber ich glaube, du denkt (ähnlich wie ich) über diese Begriffe differenzierter als viele "Profis" und musst immer genau nachfragen, was gemeint ist, wenn jemand den einen oder anderen Begriff verwendet. Ehrlich gesagt habe ich bisher (leider) wesentlich mehr SCHLECHTE als GUTE Kinderpsychologen kennengelernt. Eigentlich war das einzige Team, von dessen Wissen und Professionalität ich wirklich überzeugt bin, in der neurolinguistischen Abteilung in Linz. Dagegen waren alle drei Psychologinnen, die bisher meinen älteren Sohn zur Diagnostik hatten, sehr...."naja" :twisted: . Gut, eine Diagnose ist kein Urteil für´s Leben, aber wenn zwei von drei nicht mal geschafft haben, das MIT MIR in der Anamnese gesprochene richtig aufs Befund-Papier zu bringen, darf man sich schon seinen Teil denken... :x .

Habe jetzt gerade keine Zeit, weiter zu schreiben und melde mich später wieder :fahne: !
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon unwissende-neu » Di 13. Mär 2018, 09:36

oh ja, und erschwerend kommt doch dazu, dass jeder ja ein bisschen von allem ist. *lach*
Ich neige ja auch dazu, mich immer wieder an so etwas festzubeißen und dann blöd darauf zu beharren.

Bei meiner Großen bin ich nach dem Prinzip gegangen: MPH verbessert (oft) das Leben von ADS'lern und verstärkt (oft) die Symptome von Autisten. Da es dort, solange die Tabletten wirken, echt rund läuft brauche ich mir keine weiteren Gedanken machen ;)

Bei der Kleinen stehen wir jetzt irgendwie genau da, wo wir letztes Jahr um diese Zeit bei der Großen standen. Nur mit anderen Auswirkungen. Es kommt mir wie ein deja vu vor, nur mit anderen Hauptdarstellern. *lach* Aber ich bin dem so Müde ( wörtlich aus dem niederländischen Übersetzt, mir fehlt gerade die deutsche Ausdrucksweise dafür ;) )

Ich versuche gerade mit meiner Familie noch so Dinge wie: Vitamin D tanken, Omega Fettsäuren auffüllen und Vitaminreiche Vollwertkost. - Möglichst unauffällig in den Alltag reinfließen zu lassen. Aber so richtig scheint es nicht anzuschlagen. Aber ich fand es schon auffällig, dass es wieder die gleiche Jahreszeit ist. Aber bei der Großen waren wir ja mit einer Hochdosierten Omega Fettsäuren Therapie ( von der Ärztin empfohlen) auch gescheitert. Aber schaden kann es ja nicht.
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Re: störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon Koschka » Di 27. Mär 2018, 02:19

Ich glaube nicht, dass mph die Symptome von Autistem verstärkt. Oft kommen beide Themen zusammen vor, und erst nach der Behandlung von ADHS tritt das autistische Thema in den Vordergrund. Nicht weil sie stärker geworden ist, sondern weil sie erst in Abwesenheit der vorher leitenden Symptomen sichtbar wird.
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Re: störung Sozial Emotional oder Hochsensibel

Beitragvon unwissende-neu » Fr 30. Mär 2018, 14:56

Ich glaube nicht, dass mph die Symptome von Autistem verstärkt. Oft kommen beide Themen zusammen vor, und erst nach der Behandlung von ADHS tritt das autistische Thema in den Vordergrund. Nicht weil sie stärker geworden ist, sondern weil sie erst in Abwesenheit der vorher leitenden Symptomen sichtbar wird.


Entschuldige, da habe ich mich vielleicht etwas falsch ausgedrückt. Ich bezog mich auf die Rupp-Studie, auf dem Bereich ASS mit MHP zu Behandeln ohne eine Komorbidität von ADHS.
Wo es häufiger ( im Vergleich zur Placebo und ADS Gruppe) zu Nebenwirkungen wie Stereotypes Verhalten, Desorientierung und Verwirrtheit kam. -> Ich hätte das Wort "verstärkung" durch Nebenwirkung ersetzen müssen. Also, auch nicht Grundsätzlich, sondern weit aus häufiger. ;)



Aber ich glaube, du denkt (ähnlich wie ich) über diese Begriffe differenzierter als viele "Profis" und musst immer genau nachfragen, was gemeint ist, wenn jemand den einen oder anderen Begriff verwendet.


Ja, dem ist vermutlich so *lach*
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