Geigenkinder

Mathematik, Musik, Kunst - alles zu spezieller Hochbegabung

Re: Geigenkinder

Beitragvon alibaba » Di 26. Jun 2012, 08:52

Fredericke hat geschrieben:... Wir handhaben es so, dass sie einen oder zwei tage die Woche nicht spielen muss. Richtet sich immer nach der Schwierigkeit der Stücke und beim täglichen üben ist es so, dass sie die Stücke, die sie gut kann und ihr nicht besonders viel Mühe bereiten, sie nicht so oft wiederholen muss, so kann man schon etwas Zeit einsparen.


Eigentlich sagt man, generell beim lernen, das man täglich etwas tun soll und nicht 1x viel. ;)

Und das was man kann, sollte man wiederholen. In der Musik ist das wichtig, weil hier die Verknüpfung Ton wie muss ich den greifen, sich durch wiederholen einprägt. Ausserdem lockert es auf und man hört die Töne richtig, weil sie in einem bekannten Lied halt einfach schöner klingen. Ausserdem kann man sich bei einem schon bekannten Stück auf die Musik einlassen und weniger auf das üben der Noten. ;) Unser Geigenlehrer findet es sehr wichtig, das immer mal wieder Stücke gespielt werden die die Tochter schon kann und auch beim Sohn lasse ich ihn gerne alte Stücke zwischendurch wiederholen...die darf er natürlich selber aussuchen.

Wir üben übrigens täglich, auch am WE. ;) Ausnahmen bestätigen die Regel.

VLG
alibaba
 

Re: Geigenkinder

Beitragvon Maa » Do 28. Jun 2012, 14:36

Hallo zusammen, vielen vielen Dank für eure Antworten!!!

Ihr habt ja recht, eine Stunde ist nicht zu viel... eigentlich (ich hab mich nicht so gut ausgedrückt....) war das nicht mein wirkliches Problem: ich wollte einfach mal wissen ob es manchmal
nicht auch fast "ängstlich" macht solch begabte Kinder zu haben. Ich kenne ein Mädchen die ist Hochebegabt und rennt ständig von einem Wettbewerb zum anderen, und sie ist nur neun!!!!

Ich meinte eigentlich gar nicht dass es nur für mich vielleicht zuviel wird , irgendwann, aber vor allem für meine Tochter. Man ist in so einer Spirale drin und es ist schwierig wieder auszusteigen, versteht ihr was ich meine?Man ist so gut dass man sich fast nicht mehr leisten kann einfach mal schlecht zu sein. Ich sage dann dass es doch egal ist wenn sie das Lied nicht in einer Woche lernt sondern länger dafür braucht, aber sie selber will umbedingt schnell und gut vorankommen. Ich hab gemerkt dass ihre Lehrerin sehr viel auf sie setzt (sie ist schon ziemlich ehrgeizig, aber sie ist eine wundervolle Lehrerin...), und das ist für mich fast wie ein Vertrag ...das stresst manchmal schon.

Nein, meine Tochter liest noch keine Noten , sie spielt seit eineinhalb Jahre nach der Suzuki Methode, aber diesen Sommer hat sie vor es zu lernen- das ist auch gut so! ;)

Ja, es stimmt das sie schon acht ist, aber glaubt mir, mit acht ist man ja auch nur ein Kind, also alleine üben klappt nicht so gut ( sie spielt dann einmal das Stück, vielleicht voller Fehler, und sie
meint dann sie hätte geübt!!!). Aber wie gesagt, sie spielt wirklich gerne und mit Gefühl, nur von sich aus käme sie selten auf die Idee üben zu gehen ( Kinder haben ja kein echtes Zeitgefühl- nun bin ich am malen, üben mache ich später- ja aber wann?).
Habt ihr schon Ferien? Wir wohnen im Tessin ( italienische Schweiz) und haben seit einer Woche Sommerferien, wir sind ordentlich am schwitzen!!! Wenn ja, wünsche ich euch allen gaggggnz tolle und
erholsame Ferien, vielleicht schreibt ihr ja noch mal über Neuigkeiten und Fortschritte!
Maa
 
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Re: Geigenkinder

Beitragvon Bliss » Do 28. Jun 2012, 17:05

Ich würde danach gehen, ob es ihr Spass macht.

HBs haben ja oft auch einen geringen Schlafbedarf, meine Kinder haben teilweise 5 Stunden weniger geschlafen als Gleichaltrige, da bleibt dann immer noch genug Zeit :)
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Re: Geigenkinder

Beitragvon Fredericke » Do 28. Jun 2012, 17:27

Hallo

ich finde man kann auch mal ein achtjähriges Kind alleine üben lassen. Man muss als Eltern nicht immer dahinter stehen und korrigieren. Das Kind entwickelt von allein den richtigen Ehrgeiz auch beim üben. Wenn immer jemand dahinter steht, dann verlässt man sich auf den anderen. Es sagt mir schon jemand wenn's falsch ist. Unsere tochter spielt seit über einem Jahr Flöte. Zur Musikstunde gehe ich nicht mit rein, schon von Anfang an nicht. Ich wollte das nicht. Ich bin da bei uns auch die Ausnahme. Bei den anderen Kindern gehen die Eltern mit. Die Lehrerin bespricht alles mit meiner Tochter und schreibt die Übungsstücke in eine Art hausaufgabenheft. Klar kann man jetzt nicht die Flöte mit der Geige vergleichen, aber Technik gibt es auch beim Flötenspiel. Unsere Tochter hat in dem Jahr viel gelernt auch ohne mein zu tun. Sie kennt alle Noten ohne Vorzeichen. Kann sie benennen und danach spielen. Kennt das b und das # und weiß auch für die Noten h und f was es bedeutet. Sie kennt den Takt. Sie kennt den Rhythmus der Noten viertel, Achtel, halbe, ganze, Dreiviertel Noten. Sie kennt die c-Dur Tonleiter. Und noch andere musikalischen Dinge. Ich denke, das hat auch etwas mit vertrauen setzen zu tun. Klar lasse ich mein Kind nicht immer alleine üben, das kommt auch nur einmal die Woche vor. Aber in der Zeit kann sie alleine für sich entscheiden, ob es recht und ob es genug ist. Ich möchte einfach nicht meinen Ehrgeiz auf sie übertragen. Unsere Tochter ist jetzt knapp fünf, angefangen mit Flöte hat sie mit reichlich drei. Sie hat sich die Flöte selbst rausgesucht und es macht ihr auch spass. Und wie du schon sagst mit acht oder auch mit fünf ist man noch ein Kind und Kinder dürfen auch mal Kind sein.
Lg fredericke
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Re: Geigenkinder

Beitragvon Maa » Fr 29. Jun 2012, 00:21

Liebe Fredericke, da muss ich sagen, dieses Forum tut gut- man sieht auf einmal Sachen, die man vorher gar nicht bemerkt hat:

du hast recht, von nun an will ich es auch so einrichten, dass sie 1 oder 2x die Woche alleine übt... dein Argument ( man verlässt sich immer auf dem anderen) hat mir die Augen geöffnet.
Oh mein Gott bin ich so eine Glucke? :shock:

Uebrigens- ich wollte auch nicht in mit den Unterricht, aber die Lehrerin findet es wichtig (ist irgendwie Teil der Suzuki Meth.), wie du sagst, manchmal sitze ich dann Angespannt da weil ich weiss:
"jetzt kommt die Passage wo sie immer mühe hat", und ich denke das Kind spürt es dann auch.

Flöte finde ich so ein schönes Instrument, und es wird immer seltener (alle wollen Klavier, Violine, Sax spielen), das macht es noch spezieller und romantischer!!! Ich hab früher auch Flöte, später
Altflöte gespielt. Und Flöte IST SCHWIERIG, wenn man sie gut spielen will!

Meine Tochter wollte früher Trompete spielen, dann Harfe, nun will sie Fussballspieler oder Pilot werden :lol:

Tschüss bis bald, Maa
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Re: Geigenkinder

Beitragvon alibaba » Fr 29. Jun 2012, 08:54

@Fredericke: Wie spielt man denn mit 3 Jahren Flöte? Kriegt man da die Finger schon auf alle Löcher?

Ich bgleite meine Kinder immer beim üben, ABER nicht in die Musikschule, 1xWoche. DAS gab es hier noch nie und ICH kenne es von keiner einzigen Mutter. Alle warten draussen. Ich gehe am anfang mit rein...bespreche was gut lief, was weniger und komme zum Ende wieder hinein um die HA zu besprechen.

Alleine üben...das geht hier noch nicht. Ich bekomme genaue anweisungen auf was ich zu achten habe...auch was man gezielt üben muss, Bauchgeige, nur zupfen, welche Takte z.B. 20x gespielt werden müssen...da muss ich dabei sein, das geht nicht anders. Auch auf die richtige Bogenführung, das die halben Noten lang genug gestrichen ide Finger nicht durchgedrückt werden und und und.....DAs macht meine 5-jährige nicht alleine und wenn dann unter Garantie nicht richtig. Ich bin unter der Woche der Ersatzlehrer!

Beim Sohn ist es etwas Anderes. Der ist 7 und die Stücke sind nicht ganz so anspruchsvoll. Da geht es auch alleine...aber es hat sich so mit der Zeit eingeschliffen, das ich daneben sitze. Auch hier sind Korrekturen notwendig...wenn ein Takt halt eben nicht so richtig gespielt wurde....da kann ich gleich korrigieren ohne das es sich falsch einprägt. Aber greiftechnisch komme ich beim Sohn schon lange nicht mehr mit, das muss er alleine wissen, bei beiden Instrumenten.

Also alleine übt hier keiner. VLG
alibaba
 

Re: Geigenkinder

Beitragvon Maa » Sa 30. Jun 2012, 14:44

Ja das ist mit der Schule bei meiner Tochter auch so, zum Glück, denn wenn ma da noch Hausaufgaben oder ähnliches nach der Schule machen müsste, bliebe da wirklich keine Zeit mehr für Spass und zusätzliches Ueben... Bei uns ist die Schule erst um 16 uhr aus, bis sie dann zu Hause ist und "Z'vieri" gegessen hat ist es meist schon Fünf!

Also ich kenne das, meine Eltern waren total unmusikalisch, ich hab mit 11 angefangen Geige zu lernen, immer alleine und ohne Hilfe- aber ich muss sagen, ich war dann bei den Vorspielen immer die
die hinterherhinkte und es war nicht immer motivierend. Erst mit 16-17 hab ich gelernt effizient zu üben, da ging es rasant voran.

Ich glaube es gibt vor und Nachteile beider Situationen, man muss nur ein gesundes Mittelmass finden ( deine Tochter ist doch auch froh wenn der Papa kommt und ein wenig hilft...).

Also wir streben ja auch keine Wettbewerbe an- aber ich kenne die Lehrerin, wer besonders gut ist, wird früher oder später ein wenig in die Richtung gefördert. Klar liegt dann die Entscheidung dann letztendlich beim Kind und den Eltern...

VlG Maa :schwitz:
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Re: Geigenkinder

Beitragvon Fredericke » Sa 30. Jun 2012, 22:09

Hallo

@alibaba:ja sie hat mit drei alle Löcher zuhalten können, sonst hätte es ja gar nicht funktioniert.

Wir üben auch zusammen und wenn sie etwas falsch macht, dann sage ich ihr das auch, aber sie hat auch einmal die Möglichkeit allein zu üben und dann korrigiere ich sie nicht. Sie kennt den notenwert der verschiedenen Noten und weis auch wie lange sie die Note spielen muss. Sie weis auch, wenn sie ein stück nicht richtig geübt hat, dann bekommt sie es zur nächsten Woche nochmal auf.

Lg fredericke
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Re: Geigenkinder

Beitragvon Maa » So 1. Jul 2012, 13:30

Also Fredericke deine Tochter finde ich so toll, so klein und liest schon Noten und kennt die Werte und alles!!! Wow, komplimente!

Hab da mal eine Frage: kennt jemnd von euch das duett-Buch von Sassmanshaus (3)? Ich wollte mit Tochter im Sommer ein bisschen musizieren, einfach so, ohne Stress und nur damit wir Spass haben (da jetzt kein Unterricht ist). Wie ist die Schwierigkeit dieser Duette? Sind da schöne Lieder drin? Ich dachte zu einfach ist nicht so anregend, aber zu schwierig möchte ich auch nicht, da wir ja gelassen sein und Freude haben wollen.

Ich weiss nicht ob ich es bestellen soll, da gibt es keine Vorschau leider.
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Re: Geigenkinder

Beitragvon Fredericke » So 1. Jul 2012, 20:42

Hallo

@maa: danke. Wir sind auch ganz sehr stolz auf unsere Tochter.
Lg fredercke
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