Mathematische Begabung

Mathematik, Musik, Kunst - alles zu spezieller Hochbegabung

Re: Mathematische Begabung

Beitragvon alibaba » Di 4. Dez 2018, 13:44

@charlotte12

Bis zum Zehner immer hochzählen und dann wieder abziehen, das wird hier auch vermittelt und sollte in Klasse 3 langsam sitzen. Trotzdem würde ich das Finger abzählen nicht verbieten. Das mach ich sogar noch...... je nachdem was die Problematik ist ..... ich brauch die Bewegung als Speicherzwischenschritt. Insofern sind Finger, finde ich, ganz nützlich. Nehme ich auch mit Akkustik und haptisch für meine Tochter zum erfassen der Problematik. Das kann man greifen :mrgreen:

@koschka

Es geht nicht immer alles am Computer, ich mag das auch nicht. Aber danke für den Hinweis. Ich finde es stellenweise gut, wenn erklärt wird und nachgefragt werden kann, durch eine Fachkraft. Zusätzlich muss man sich bewegen um zum Kursort zu kommen. :schwitz:

Scratch selbst würde ich nicht verteufeln, da gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. Das passt schon in die Altersklasse. So bietet es auch unsere VHS an. Ab 12-16 Jahren. Oder 10-12 Jahre in einfacher Form.

Es ist eben einfach das Interesse, das nicht durch Schule aufgegriffen werden kann. Ich denke das wird einem Kind was total viel über z.B. Geschichte weiß, ähnlich ergehen. Hier muss das interessierte Kind eben am Nachmittag, privat, diesem nachgehen. Schule kann das nicht leisten und das meine ich nicht mal vorwurfsvoll.

VG
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Re: Mathematische Begabung

Beitragvon Maca » Di 4. Dez 2018, 14:53

Koschka hat geschrieben:@alibaba

doch, ich aber meine es vorwurfsvoll. Wenn man ein Kind dazu verdonnert in der Stunde zu bleiben, dann soll es auch angemessen beschäftigt werden, vor allem wenn das Kind selbst die Stunde als tote Zeit bewertet. Je älter die Kinder, desto breiter sind die Möglichkeiten.


Das sehe ich ähnlich. Andererseits weiß ich, dass angemessene Binnendifferenzierung auch von fitten Lehrern kaum geleistet wetden kann, wenn in der Klasse 30 pubertierende Maximalegoisten sitzen, die sehr unterschiedlich motiviert und und leistungsfähig sind.

Bei meinem Sohn ist es eindeutig so, dass die Lehrer sich bemühen ihn gut zu beschulen aber das notwendige Feedback, was er bräuchte, wenn er sich mit alternativen Aufgaben beschäftigt, kann kaum gegeben werden. Nicht, wenn ein Großteil der Kinder die Maximalstandards nicht erreicht. Die haben dann natürlich Priorität, denn da geht es um ein grundsätzliches Bestehen. Den Leidensdruck, den Unterforderung und Langeweile verursachen, kann man schnell als nichtig abtun, wenn andere Schüler ums “Überleben“ an der Schule kämpfen.
Dennoch gibt es Phasen, in denen es meinem Kind richtig schlecht geht und der lange und unumgängliche Verbleib in der Schule ihn arg stresst. Dass er nicht in die Verweigerung geht, liegt an seinem “braven“ und angepassten Naturell.
Er arrangiert sich.
Das tut Koschkas Sohn nicht, weil, so mein Eindruck, er über ein so starkes Autonomiebestreben verfügt, dass er maximale Fremdbestimmung und strikte Vorgaben bezüglich der Arbeitsweise, nicht ertragen kann.
Für diese Kinder bietet unser Schulsystem kaum Unterstützung geschweige denn wirkliches Verständnis.
Da wird dann gerne von Reifeprozessen gesprochen, die noch einsetzen werden und müssen.

Das hat für mich mit Reife nichts zu tun.
Ich finde das stoisch, pragmatische Verhalten meines Sohnes nicht reifer als den renitenten Mathecrack, der sich den Vorgaben im Matheuntericht nicht unterwirft aber dessen Genialität trotzdem für alle ersichtlich ist.

Anpassung immer mit Reife gleichzusetzen, finde ich falsch.
Haltung zu zeigen, sich selber treu zu bleiben und seinem inneren Pfad zu folgen, genau das sind doch die Menschen, die wir, wenn sie erwachsen sind, bewundern.
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Re: Mathematische Begabung

Beitragvon Rabaukenmama » Di 4. Dez 2018, 21:04

Koschka hat geschrieben:@Maca

ja, genau das kriegt jeder zu hören, wer mehr "nach oben" will. Ich kann es auch verstehen... Aber es gibt andere Lösungen. Ich habe keinen Anspruch auf mehr Lehrerzeit oder intensivere Betreuung. Ich hätte nichts dagegen, wenn mein Sohn statt eine Mathestunde irgendwo mit einer anderen Klasse Sport machen würde, in der Bibliothek ein Sachbuch lesen, in dem Keller Geige üben durfte oder früher nach Hause käme. ABER hier kommt was anderes: Wenn wir das EINEM erlauben, dann wollen es alle anderen auch! Tja, wir haben drei Kinder entweder kurz vor dem 5. Geburtstag oder gerade danach eingeschult... und sehe da, bis jetzt blieben wir die Einzigen. Es kam nicht zu einem befürchteten großen Auflauf der Eltern, die ihre Kinder auch mit 4 einschulen wollten. Genauso sicher bin ich mir, dass es nicht viele Kandidtaten gäbe, die eine Mathe-, Physik oder Englischstunde mit dem Einverständnis ihrer Eltern verpassen dürften. Es geht nur um Prinzip: jedem das gleiche, koste was es wolle.


Ich sehe das so wie du. Das Ganze "Wo kämen wir denn hin, wenn das alle täten?" zeugt mMn einfach von wenig Weitsicht. Tatsächlich käme man zu weniger Langeweile bei den wirklich klugen Kinder, diese hätten außerdem mehr Zeit für ihre Interessen und die Lehrer hätten ihrerseits mehr Zeit für die Kinder, die mit (Lern-)Schwierigkeiten kämpfen. Und man kann den Gedanken sogar weiter spinnen: wenn die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind kann man z.B. ein kluges Kind, welches den Stoff im kleinen Finger hat, mal mit einem schwachen Kind nur probehalber zum "Nachhilfeunterricht" eine Stunde in einen Extra-Raum setzen. Im schlechtesten Fall bringt es nichts, im besten übt das kluge Kind gleich soziale Kompetenz und das schwächere Kind bekommt so Exklusiv-Betreuung 1:1.

In unserem Fall bin ich schon froh, dass mein älterer Sohn in der Klasse (leise!) Comics lesen darf, wenn er mit seinen Arbeiten fertig ist. Das ist z.b. in Mathe nach maximal 10 Minuten (bei einem Aufgabenblatt, welches auf 45min ausgelegt ist). Ohne diesen Sonderstatus wäre Schule für ihn kaum erträglich. Er hat sich zwar auch schon mal beschwert, dass er mit den Comics "erpresst" würde (weil er sie eben NICHT lesen darf, wenn er den Unterricht gestört hat), aber immerhin funktioniert das System.
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Re: Mathematische Begabung

Beitragvon BiHa » Di 4. Dez 2018, 21:37

Rabaukenmama, ich finde es toll, dass dein Sohn im Unterricht lesen darf. Das gibt es bei uns nicht. Und weil unsere Lehrerin seit längerem mal wieder eine 3. Klasse unterrichtet, gibt es auch keine Extrablätter mehr. Ich hab meinem Sohn inder ersten Klasse mal ein Buch mitgegeben, da fand er Lesen noch toll und spannend, das durfte er nicht. Mittlerweile ist es ihm zu anstrengend, so dass er Bücher nur noch unter Zwang in die Hand nimmt. Fenster verpasst. Oder es kommt (hoffentlich) irgendwann doch noch
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Re: Mathematische Begabung

Beitragvon alibaba » Do 6. Dez 2018, 09:46

Koschka hat geschrieben:ja, genau das kriegt jeder zu hören, wer mehr "nach oben" will. Ich kann es auch verstehen... Aber es gibt andere Lösungen. Ich habe keinen Anspruch auf mehr Lehrerzeit oder intensivere Betreuung. Ich hätte nichts dagegen, wenn mein Sohn statt eine Mathestunde irgendwo mit einer anderen Klasse Sport machen würde, in der Bibliothek ein Sachbuch lesen, in dem Keller Geige üben durfte oder früher nach Hause käme. Genauso sicher bin ich mir, dass es nicht viele Kandidtaten gäbe, die eine Mathe-, Physik oder Englischstunde mit dem Einverständnis ihrer Eltern verpassen dürften. Es geht nur um Prinzip: jedem das gleiche, koste was es wolle.


Ich verstehe euch nicht. wo soll das denn gehen? Ich glaube, hier gibt es ganz andere Hinderungsgründe als nur, dass Lehrer das nicht will. Und unter Anderem ist es in der Tat so, fange ich irgendwo an, wo hört es auf. Da werden ganz schnell Eltern auf der Matte stehen, die dann auch etwas "Anderes" für ihr Kind wollen, aus welchen Gründen auch immer. Wie will ich das denn argumentieren, wer was darf und wer nicht. Mein Kind wurde mit 4 eigeschult, der darf das, deins wurde mit 6 eingeschult, der darf das dann nicht? Oder zeigen sie mal ihren IQ-Wert, dann dürfen sie das auch? Solche Sonderbehandlungen gibt es nicht. Nicht mal in weitaus wichtigeren Problemfällen. Eine Sonderbehandlung nur auf das kognitive zu reduzieren, ist kein Argument.

Ich wäre nicht dafür, dass meine Kinder im Spezialfach dann eben statt Mathe zum Sport gehen darf. Nein! Ich wäre für Differenzierung im Unterricht. UND da komme ich gleich dazu, Comic oder Buch lesen, ist keine Differenzierung. DAS gab es hier schon an der Grundschule. Wer fertig war, der ging in die Leseecke oder nahm sich ein Arbeitsknobelblatt. Auch mein Sohn kann sich Bücher mitnehmen und - wenn fertig - lesen. Macht er auch. Funktioniert natürlich nur in Freiarbeitszeiten, nicht wenn der Lehrer etwas vorträgt. Das ist hier normal, zumindest darf das jeder.

Es ist unmöglich alle Kinder differenziert zu unterrichten. Für Anton Experiment A erlauben, für Egon B und Martha C. DAS geht nicht! Das macht nicht mal eine Schule mit HB-Zug. Hier wird auch "nur" ein Mehr an Stoff unterrichtet, ein intensiveres abtauchen und ansonsten ganz viel über Freiwilligkeit abgedeckt. Jugend forscht nenne ich da mal als Stichwort. Und selbst hier müssen Alle im Unterricht alles mitmachen. Der Sprachbegabte muss genauso tief in Mathe eintauchen, ob der nun will oder nicht ob das ein Spezialwissensfach ist oder Mathe so gar nicht geht, weil eben sprachfokussiert.

Möchte ich eine Sonderbehandlung geht das nur, wie dieser Junge, über den wir hier neulich diskutiert hatten. Das ist wahrlich eine Sonderbehandlung. Eine untergeordnete Differenzierung eines Schulsystemns wäre eine Schule mit einem HB-Zug. Noch weiter darunter wäre der Klassensprung. Aber eine richtige Differenzierung ist das letzten Endes auch nicht.

In welchem Schulsystem ist es denn möglich innerhalb einer Klassenstunde so zu differenzieren? Anton (Klasse 2) kann gut in Mathe - Höherdifferenzierung Klasse 3, in Deutsch ist er gut - bleibt in Klasse 2, in Sport ist er Kanone - also ab nach Klasse 4. Oder Lisa (Klasse 5) ist super in Mathe - also ab nach Klasse 6. Egon (auch Klasse 5) ist noch besser - also Klasse 7. Paul (auch Klasse 5) ist noch nicht so fit - braucht Förderung, muss in Klasse 5 bleiben, Lisa ist fitter - nun ja - bleibt auch hier. Wie und Wo bitte soll das gehen?

Fragende Grüße
alibaba
 

Re: Mathematische Begabung

Beitragvon alibaba » Do 6. Dez 2018, 10:28

Rabaukenmama hat geschrieben:Ich sehe das so wie du. Das Ganze "Wo kämen wir denn hin, wenn das alle täten?" zeugt mMn einfach von wenig Weitsicht.


In der Tat ist das ein Problem. Mit wenig Weitsicht bringe ich das aber nicht in Verbidnung.

Rabaukenmama hat geschrieben: Und man kann den Gedanken sogar weiter spinnen: wenn die räumlichen Voraussetzungen gegeben sind kann man z.B. ein kluges Kind, welches den Stoff im kleinen Finger hat, mal mit einem schwachen Kind nur probehalber zum "Nachhilfeunterricht" eine Stunde in einen Extra-Raum setzen. Im schlechtesten Fall bringt es nichts, im besten übt das kluge Kind gleich soziale Kompetenz und das schwächere Kind bekommt so Exklusiv-Betreuung 1:1.


Also, wie das in Ö ist, weiß ich ja nicht, aber in D ist es so, dass kein Kind unbeaufsichtigt irgendwo sitzen darf.

Unabhängig mal davon. Hätte (nur theoretisch) ich ein schwaches Kind, sähe ich es sehr skeptisch (und wollte es so auch nicht haben), dass hier das stärkere Kind (kognitiv bezogen) den "Unterricht" übernimmt. Und das erst recht nicht unbeaufsichtigt.

Im Übrigen stören mich, diese ganzen "Hättes". Es gibt kein Hätte. Es gibt ein "ich habe" oder eben "ich habe nicht". In Zeiten mit akutem Lehrermangel (zumindest in D) sind alle hier genannten Vorschläge sehr unrealistisch, unbenommen von den gesetzlichen Vorgaben. Hier ist man als Grundschulmama froh, wenn die Schule nicht nur mit Hilfslehrern besetzt ist. Luxus ist, wenn es einen Schulleiter gibt. Hier muss der Fokus auf Grundlegendes gelegt werden, zum Wohle aller. Erst ganz zum Schluss kommen das Luxusdinge, wie Forderung, da eben schon für eine passende Förderung weder Lehrer noch Geld zur Verfügung steht.

VG
alibaba
 

Re: Mathematische Begabung

Beitragvon Rabaukenmama » Do 6. Dez 2018, 10:32

@alibaba: ich betrachte im Unterricht lesen dürfen (nach Erledigung des Arbeispensums) auch nicht als "Differenzierung". Schön, dass es bei deinen Kindern auch immer erlaubt war, aber selbstverständlich ist es leider nicht. Tausende Kinder langweilen sich täglich in ihren Klassen und haben diese Möglichkeit nicht. Einige dieser Kinder stecken das irgendwie Weg, andere stören dann aus Langweile den Unterricht, wieder andere sind in der Schule selbst unauffällig, lassen ihren Frust aber zu Hause raus, wieder andere entwickeln psychosomatische Auffälligkeiten.

Was Differenzierung betrifft habe ich ein Praxispeispiel. Mein Mann hat Anfang der 1980er Jahre in Wien eine Hauptschle besucht, die Teil eines "Schulversuches" war. In den Hauptgegenständen Mathe, Deutsch und Englisch gab es 3 "Leistungsgruppen" . In der ersten Leistungsgruppe bekommen die Kinder den Stoff nach dem Gymnasial-lehrplan, in der zweiten nach dem Lehrplan von "Hauptschule A-Zug" und in der 3. Leistungsträger bin "Hauptschule B-Zug". Für den anderen Gegenstände gab es eine "Stammklasse". So waren z.B. Schüler der 3a, der 3b und der 3c in ihren Klassen, wenn z.B. Werken oder Geschichte unterrichtet würde. Für den Matheunterricht ging jeder Kind in "seine" Leistungsgruppe, wo es auch auf die Kinder der anderen 3. Klassen traf, die in etwa dasselbe Niveau hatten. Im Halmjahr konnten Schüler (natürlich in Absprache mit Eltern und Lehrern) in den Leistungsgruppen rauf-, bzw. runter- "springen".

Das System selbst hat sehr gut funktioniert. Nur war das Problem, dass man sich mit dem Hauptschul-Abschlusszeugnis für die Lehrstelle vorstellen ging. Und eine 3 in Mathe war in der 1. Leistungsgruppe natürlich deutlich mehr "wert" als in der 2. oder 3.- was aber die Dienstgebet nicht kapierten und dann lieber ein Kind aus dem Hauptschul-A-Zug mit einer 2 in Mathe aufgenommen haben, weil ihnen das subjektiv "besser" vorkam.

Aber grundsätzlich war so eine Differenzierung durchaus möglich uns ein sprachbegabtes Kind könnte z. B. In deutsch und englisch in der 1.Leistungsgruppe sein, in Mathe aber in der 2. oder 3.
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Re: Mathematische Begabung

Beitragvon alibaba » Do 6. Dez 2018, 10:35

Koschka hat geschrieben:
wo ist das Problem, ich verstehe echt nicht? Du hast eine 1 in Mathe, der Lehrer kann dir im Moment nichts beibringen. Warum soll man stattdessen keinen Sport machen dürfen? Ob da ein Junger mehr oder weniger Basketball spielt ist für den Lehrer echt unerheblich solange der Junge nicht stört.


Es gibt jede Menge Kinder die eine 1 haben. Wenn Du einem Kind erlaubst jetzt Basketball zu spielen '(darf er nicht! unbeaufsichtigt), müsstest du es jedem Kind erlauben, das es wollte, weil die Leistungen stimmen. Da gibt es viele Probleme, ganz profaner Art. Dein Kind hat Mathe in Stunde 2. Gut, es kann nach Hause laufen, liegt um die Ecke. Da es sich hier nicht um eine offizielle Freistunde handelt, hat dein Kind Schulpflicht und ist auch nicht versichert, wenn es nach Hause läuft. Hier wäre mal die Bürokratie die erste Hürde. Jetzt könntest du das für Anton tun, Sondergenehmigung,. Aber was ist mit Anne, die in Deutsch unterfordert ist, aus Klasse 6, mit Egon der in Geschichte unterfordert ist, aus Klasse 8, Hannes aus Klasse 9 ……sollen die jetzt alles nach Hause gehen dürfen oder sich zum Basketballspielen auf dem Schulhof treffen? Basketball spielen muss beaufsichtigt werden. Wer soll das tun? Der Hausmeister der eine Liste mit Namen der Ausnahmen hat?

Immer noch fragende Grüße :schwitz:
alibaba
 

Re: Mathematische Begabung

Beitragvon alibaba » Do 6. Dez 2018, 10:57

Rabaukenmama hat geschrieben: Aber grundsätzlich war so eine Differenzierung durchaus möglich uns ein sprachbegabtes Kind könnte z. B. In deutsch und englisch in der 1.Leistungsgruppe sein, in Mathe aber in der 2. oder 3.


So ein ähnliches System gibt es hier in BW an den Gemeinschaftsschulen. Da darf Kind in drei verschiedenen Stufen arbeiten. HS-Niveau, RS-Niveau oder Gymnasialniveau. DAS hat aber nichts mit Förderung von leistungsstarken Kindern zu tun. Zumal es auf "Freiwilligkeit" beruht, da es so gut wie keine Gymnasiallehrer an Gemeinschaftsschulen gibt. Ein Abitur kann dort auch nicht abgelegt werden. UND - jetzt kommt es. Diese Schulform schneidet aktuell ganz schlecht in den PISA-Ergebnissen ab. Es scheint also nicht alles Gold zu sein, was glänzt oder eine tolle Verpackung hat.

Unbenommen aber davon. Ich kann ja nur das nehmen, was ich bekomme. Aktuell vor Ort. Wie koschka schon schrieb. eine Schule mit HB-Zweig ist unerreichbarer Ferne. Ich muss daher nicht diskutieren was meine Wunschvorstellungen sind, sondern muss das nehmen was ich habe und der Realität ins Auge blicken. Es ist so, wie es ist und daraus muss ich jetzt das beste machen. Es ist jetzt meine Aufgabe, wenn mein Kind jammert, es anzuhalten sich etwas Adäquates zu suchen. Mein 9.-Klässler macht das, der ist reif genug. Er liest im Unterricht, macht HA, hilft mit und fragt konkret nach. Tue ich das nicht, kann ich jetzt nicht vom Lehrer verlangen, das dieser mich adäquat beschäftigt. Hier darf man im Unterricht durchaus lesen, aber nicht zum Basketball gehen oder gar der Schulstunde fern bleiben. Und ich bin auch nicht bereit, dahin zu ziehen (wo auch immer es diese Variante gäbe) , wo mein Herr Sohn denkt adäquat beschäftigt zu werden. In Deutsch Niveau 5.Klasse, in Chemie Niveau Jahrgangsstufe 2, in Mathe bitte gleich das Abitur und in Erdkunde am liebsten nichts, weil Fach zu doof. Mhhhhhhh ……

Übrigens: bereits im Kiga durfte sich jedes Kind dort beschäftigen, wo es wollte. Einzige Voraussetzung, es muss im Raum bleiben und zeigen das es ordentlich mit dem Material umgehen kann. In der GS hat jeder Raum eine "Bibliothek", Zusatzkästen und Arbeitsblätter. Freiwillig können die Kinder damit - leise - arbeiten. Klassisch dann, wenn Freiarbeitszeit vereinbart wurde und Kind fertig ist oder wenn eine Arbeit geschrieben wird und Kind schon fertig ist, obwohl noch 20 Minuten Zeit sind.

VG
alibaba
 

Re: Mathematische Begabung

Beitragvon alibaba » Do 6. Dez 2018, 11:14

Koschka hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben:

Es gibt jede Menge Kinder die eine 1 haben.


ach wirklich? In der Klasse meines Sohnes gibt es genau zwei Kinder, die potentiell eine Chance hätten eine 1 in Mathe auf dem Zeugnis zu haben.


Was ist denn mit den Kindern aus Klasse a, b, c, d? Wem gestehst Du eine Sondergenehmigung zu? Nur in Klasse a?


Ich sehe nicht alles schwarz und lehne auch nicht alles ab. Ich sehe die vorhandene Realität! Und mit der muss ich klar kommen. Ich glaube, Du machst es Dir zu einfach. Hast du schon mal einen Schulstundenplan gemacht? Für eine Schule? Das ist Schwerstarbeit, vor allem organisatorisch. An unserer Schule sind 1000 Kinder. Ich bin froh, wenn nicht ständig Schule ausfällt. Wenn genug Mathelehrer da sind. Wenn Ausfallzeiten abgedeckt werden können. Luxus wäre, wenn ein Fachlehrer einspringen kann. Realität ist, das die Zimmertüroffen bleibt und die Kinder sich selber beschäftigen müssen. Ab und zu schaut der Lehrer der Nachbarklasse mal rein. Wie oft muss der Rektor fehlende Lehrerdeputate offen lassen. Hier sind täglich Schulplanänderungen. Da dampft es an allen Ecken und Enden. Und da geht es uns noch gut!

Es ist absolut realitätsfern, das ein 6.Klässler einem Lehrer der 5.Klässler hilft zu organisieren. Hä? Hast du das in der Realität schon mal erlebt? Ich hab mal Hilfslehrer gespielt - im Schwimmunterricht Klasse 6. Und ich bin erwachsen!

Schlag doch mal, deine Vorschläge dem Rektor der Schule deines Sohnes vor. Mach das. Und dann schreibst Du wieder, was er dazu gesagt hat. Mich würde dann, nach einem halben Jahr, das Ergebnis der Umsetzung interessieren. Wirklich.

VG
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