"Hochbegabung" kann verschwinden!

Eltern
haben Kluge Kinder auch Kluge Eltern? Alles zu Hochbegabung bei Erwachsenen

zu den Verhaltensauffälligkeiten

Beitragvon Gast_(Erika) » Mi 18. Jun 2003, 15:54

Liebe Alf,
ich habe diesen Beitrag, auf den Sie sich beziehen, schon vor längerer Zeit geschrieben und mich seitdem eigentlich aus dieser Site herausgehalten, weil ich leider immer wieder falsch verstanden werde. Mein Beitrag war als direkte Antwort an Claudia gedacht und ich hatte durchaus nicht die Absicht irgendjemanden in iregendeine Schublade zu stecken.
Man muß jedem Kind in seiner Weise gerecht werden und ich für mein Teil (ich habe auch einen hochbegabten Sohn) habe immer versucht der besonderen Art meines Sohnes gerecht zu werden und zwar ohne viel auf Lehrer etc. zu hören. Ich bin dort auf zu viel Unverständnis gestoßen. Mein Sohn war als Kleinkind (und ist es immer noch) ein ausgesprochen sozialer Mensch. Seine Probleme mit anderen Kindern hielten sich deshalb in Grenzen. Er ist zum Glück ein sehr ausgeglichener Mensch, aber er hat natürlich auch sehr viele Probleme gehabt, bis er endlich in der Lage war seine besondere Situation zu verstehen. Er ist mittlerweile 19 Jahre alt, wird bald sein Abitur machen und dann eine künstlerische Laufbahn einschlagen. Übrigens, versprechen Sie sich nicht zu viel vom Gymnasium - auch dort sind die Anforderungen den "normal" begabten Kindern angepaßt. Mein Sohn hat nie etwas gelernt, erst in der Kollegstufe hat er gelegentlich mal was nachgelesen. Außer einer Lehrerin hat das keiner bemerkt.
Ich bin mir natürlich im klaren darüber, daß nicht alle Kinder ein so glückliches Naturell haben wie mein Sohn. Aber ich würde auf jeden Fall versuchen, die Bedürfnisse meines Kindes außerschulisch zu befriedigen, nach meinen Erfahrungen ist das für die Kinder am bekömmlichsten.
Viele Grüße
Erika (vormals Anonymus)
Gast_(Erika)
 

Danke

Beitragvon Gast_(Alf) » Mi 18. Jun 2003, 15:54

Liebe Erika,
Danke für Ihre nette Antwort, wahrscheinlich habe ich Sie wirklich falsch verstanden. Ich freue mich über Ihre Informationen bezüglich Ihres Sohnes - für mich sind mittlerweile die Aussagen betroffener Eltern wichtiger als die Meinung vieler sogenannter Fachleute. In meinem neuen Beruf als Erzieherin (es ist nur eine befristete Stelle in einer großen Einrichtung) habe ich gewagt meine Vermutung hinsichtlich der Hochbegabung eines Kindes auszusprechen; das Ergebnis waren mehrere verbale Auseinandersetzungen mit Kolleginnen. Das Thema ist nach wie vor auch in Fachkreisen ein heißes Eisen. Z. B. befragte ich eine Sozialpädagogin, die werdende Erzieher/Innen in der Fachakademie im altersspezifischen Bereich unterrichtet: Im ganzen Gespräch zeigte sich, dass sie zum Thema Hochbegabung über keinerlei Wissen oder Erfahrung verfügte, entsprechend waren ihre Ratschläge.
Die Entscheidungen, die wir Eltern für die Kinder treffen müssen, kann uns ohnehin keiner abnehmen. Ich werde deshalb weiter so viel wie möglich Berichte von betroffenen Eltern lesen.
Viele Grüße
Alf
Gast_(Alf)
 

an Alf

Beitragvon Gast_(Erika) » Mi 18. Jun 2003, 15:55

Liebe Alf,
ich habe Ihren Beitrag leider erst heute gelesen, weil ich nicht mehr so oft auf diese Site komme.
Es wundert mich nicht, daß Sie Probleme mit "normalen" Menschen bekommen, wenn Sie das Thema Hochbegabung aufs Tapet bringen. Im besten Fall werden Sie belächelt und man denkt Sie wollten sich aufspielen oder wenn es sich um das eigene Kind handelt, Sie wollen angeben. Die meisten Menschen gehen ja von sich aus und ich habe manchmal das Gefühl, daß sie sich vor hochbegabten Kindern geradezu fürchten. Sie sind Ihnen unheimlich, weil sie trotz allem Negieren der Hochbegabung das Gefühl haben, daß die Kinder gescheiter sind als sie und das ist ja nun wiederum nicht möglich. Ich habe das bei einem Grundschullehrer meines Sohnes erlebt. Mit dem Mann war in keiner Weise zu reden, er hat einfach alles abgeblockt. Ich dachte damals, er kann meinen Sohn halt nicht leiden, aber das erklärt es nicht allein. Im weiteren Verlauf der schulischen Laufbahn meines Sohnes habe ich bemerkt, daß er immer mit den Lehrern Schwierigkeiten bekam, die selbst nicht die hellsten waren. Ich sage das mal so leger, ich denke, Sie wissen was ich meine. Mit guten Lehren, die sowohl über Fachwissen, Toleranz und ein gutes Einfühlungsvermögen hatten, gab es meist keine Probleme.
Neuestes Beispiel: Sein Deutschlehrer (ein etwas stur denkender Typ) sagte zu ihm, als er mit einer Deutung eines Gedichtes nicht mit ihm (dem Lehrer) übereinstimmte, "Sie wollen doch nicht etwa klüger sein als ich!" Ich denke, in der 12. Klasse darf ein Schüler doch wohl eine eigene Meinung zu einem Gedicht haben. Aber manche Lehrer haben eben eine panische Angst davor, das Gesicht und damit die Autorität (die sie sowieso nicht haben) zu verlieren - und hb-Kinder bedrohen die Autorität eben besonders.
Viele Grüße
Erika
Gast_(Erika)
 

dieser Beitrag spricht mir aus der Seele!

Beitragvon Gast_(anonym) » Mi 18. Jun 2003, 15:55

Hallo!
Ihr Beitrag ist vom ersten bis zum letzten Wort genau das, was ich selbst auch mit meinem Kind und den Lehrern erlebt habe.
Besonders bestätigen kann ich den Satz: Zitat Anfang ...die selbst nicht die hellsten waren (Zitat Ende).
Vor einigen Jahren hat der Zufall mich in Schulsekretariate geführt und was ich da erlebe, ist das Allerletzte. Da gibt es Lehrer/innen, die nicht in der Lage sind, fehlerfrei zu schreiben (z.B. a l l t e Zeugnisse!).
Formulare ausfüllen? Unmöglich für Einige. Ordnung halten? Ein Fremdwort.
Chaos wo ich bisher auftauchte.
Solche Lehrer/innen auf Kinder loszulassen, ist eine Schande.
Wer die elementarsten Rechtschreibregeln nicht kennt, sollte keinen Unterricht für Kinder abhalten dürfen.
Allerdings kann ich hier nur für Grundschulen sprechen. Trotzdem erschüttern mich solche Dinge gerade hier, wo doch die noch recht kleinen Kinder für den weiteren schulischen Werdegang ihr Grundwissen erhalten sollen.

Wie sollen denn solche Lehrer/innen dann mit einem HB Kind zurecht kommen?
Die sind damit hoffnungslos überfordert und zeigen dann sofort ihre "Krallen", wenn sie sich in ihrer "Kompetenz" bedroht fühlen.

Also noch einmal: Ihr Beitrag spricht mir aus dem Herzen, Sie haben alles ganz genau richtig erkannt. Dazu meinen Glückwunsch!

Aber wie heißt es immer? Leg dich nie mit einem Lehrer an, sonst hat dein Kind nichts mehr zu lachen.
Auch in diesem Spruch kann man die Wahrheit erkennen, leider.
Gast_(anonym)
 

auch Lehrer sind ganz normale Menschen

Beitragvon Gast_(Alf) » Mi 18. Jun 2003, 15:56

Hallo Anonymus,
ich freue mich, dass ich in diesem Forum endlich frei über alles reden bzw. schreiben kann, was mich zum Thema HB bewegt. Auch ich gebe Erika recht in dem, was sie schreibt, aber Deiner Aussage "Leg dich nie mit einem Lehrer an, sonst hat dein Kind nichts mehr zu lachen" kann ich nicht ganz zustimmen.
Grundsätzlich versuche ich immer mit LehrerInnen zusammenzuarbeiten um eine Besserung für mein Kind zu erreichen. Mit einem Gemisch aus

--- wachrüttelnden Ich-Botschaften,
--- diplomatischen Erklärungsversuchen für das unangepasste Verhalten
meines Sohnes (er hat nun einmal seine eigene Meinung)
--- und Vorschlägen, wie wir zusammen eine bessere Integration
erreichen können,

habe ich bisher die Spannungen zwischen meinem Sohn und seinen LehrerInnen für einige Zeit beseitigen können. Ich halte es für wichtig, regelmäßig mit möglichst vielen LehrerInnen meiner Kinder Kontakt zu halten. Wenn sie merken, dass ich als Mutter ihre Bemühungen auch anerkenne und wirklich versuche nicht gegen sie, sondern mit ihnen zu arbeiten, wirkt sich dies meines Erachtens auf die innere Einstellung der Lehrkraft gegenüber dem Kind positiv aus.
Manchmal hilft aber nur den anderen aus seiner festgefahrenen Schiene wachzurütteln. Zwei Beispiele mit zwei verschiedenen Lehrerinnen:

----- Für das erste Lehrergespräch, als unser jetzt 9-Jähriger in der ersten Klasse war, hatte ich mir einen eigenen Termin geben lassen, weil ich zum Elternsprechtag nicht kommen konnte. Schon ab dem ersten Satz fühlte ich mich von der Lehrerin nur angegriffen. Abgesehen von "Störenfried" und "überhaupt nicht integriert" hackte sie 30 Minuten lang nur in einem empörten Tonfall auf dem Verhalten meines Sohnes herum, wobei mir bei ihrer Darstellung einiger Situationen sofort klar war, dass sie sein Verhalten in diesem Augenblick völlig falsch interpretiert und ihm keine Gelegenheit zu einer Erklärung gegeben hatte. Schließlich war ich selbst geladen und sprach sie direkt auf ihren Ton und ihre ständigen Angriffe an. Es stellte sich heraus, dass sie hinter meiner Bitte um einen Gesprächstermin eine völlig falsche Absicht vermutet und sich bis dato darüber geärgert hatte. In den nächsten 30 Minuten des Gesprächs kam ich noch einmal auf jeden einzelnen Punkt zu sprechen: Alles war plötzlich gar nicht so schlimm, eigentlich wären es ja nur die letzten zwei Wochen gewesen, seine Leistungen seien ja eigentlich gut usw. usw.. Am Ende ging ich in dem Gefühl, dass mein Sohn es in der nächsten Zeit etwas leichter mit ihr haben würde. (Zu dieser Zeit war er noch nicht auf HB getestet; dieselbe Lehrerin schlug später vor, er könne die 3. Klasse überspringen.)

----- Zweites Beispiel, neue Grundschule, 3. Klasse: Mein Sohn bemüht sich vergeblich der neuen Klasslehrerin, die er sehr mag, ein Lob abzuringen. Ich sehe seine steigenden Bemühungen, seine immer neue Enttäuschung, ärgere mich über ständig negative, an mich gerichtete Bemerkungen. In seinen Heften werden gute Leistungen kommentarlos übergangen, jeder noch so kleine Fehler sofort kritisiert. Als ein Gesprächstermin nach drei Verschiebungen seitens der Lehrerin endlich zustande kommt, spreche ich als erstes meinen Eindruck an, demzufolge sie meinen Sohn nicht leiden kann. Ich schildere ihr auch meine Gründe. Ergebnis: Sie fühlt sich sichtlich kritisiert, überlegt kurz und stellt fest, dass sie ihn eigentlich mag, dass sein Verhalten sie aber fürchterlich nervt. Wieder kommen wir auf sein Verhalten zu sprechen, das ich ihr zu erklären versuche (Gott sei Dank kann ich es, denn seine Schwierigkeiten waren auch meine). Seit diesem Gespräch bleiben die negativen Mitteilungen vollständig aus, in den Heften steht öfter "Super", "Ich freue mich" usw. und unser Sohn hat plötzlich bessere Noten in Deutsch.

Das war wieder mal eine lange Antwort, die aber vielleicht zeigt, dass es oft hilft mit Lehrern zu reden und auch ehrlich die eigene Meinung zu sagen. Es ist zwar anstrengend das Verhalten meines Kindes immer wieder erklären zu müssen (wobei ich mit ihm auch immer wieder darüber rede), aber ich habe
in langen Jahren begreifen müssen, dass der Großteil der Menschen wirklich anders denkt als ich oder mein Sohn. (Dass die Erklärung dafür in der HB liegt, weiß ich erst seit einem Jahr.) Deshalb erwarte ich von anderen erst einmal grundsätzlich nicht, dass sie mich und mein Verhalten verstehen oder meinen Gedankengängen folgen können. Das gilt auch für LehrerInnen. Wenn ich dann doch auf jemanden treffe, der mich versteht, freue ich mich darüber, dass ich mich so geben kann, wie ich bin und mich nicht immer zurücknehmen muss.
Solche Menschen gibt es auch unter den Lehrkräften. Das sind die LehrerInnen, die nicht nur hb Kinder verstehen, sondern eine ganze Klasse zu einer Gemeinschaft zusammenführen können, ohne ein Kind zu benachteiligen. Leider gibt es davon noch sehr wenige, aber die Tendenz dürfte steigen, wenn wir in die Offensive gehen und informieren, anstatt Vermutungen über HB und die falschen Rückschlüsse daraus im Raum stehen zu lassen.

Liebe Grüße,
Alf
Gast_(Alf)
 

dito

Beitragvon Gast_(t.schueller) » Mi 18. Jun 2003, 15:56

auch ich bin der meinung das hochbegabung verschwinden kann bzw. besser gesagt verkümmert. jetzt wo ich mich wegen meiner tochter mit diesem thema beschäftige scheinen sich für mich viele dinge aus meiner kindheit zu erklären. ich war immer die, die altklug war, rumgehampelt hat und partou nur das lernte was sie auch wirklich interessierte. die lehrer sahen mich ehe als störenfried an und meine mathelehrerin ist ausgerastet als ich einen anderen weg fand eine aufgabe zu lösen und sie an keinem beispiel belegen konnte das diese formel eben nicht immer anzuwenden ist. niemand hat sich damals mit hochbegabung befaßt und somit habe ich mich sogar oft als dumm emfunden da ich manche dinge einfach nicht lernen wollte und meist nur durchschnittliche noten nach hause brachte (das ich dafür aber kein einziges mal lernen mußte sehe ich erst heute). in den fächer die mich interessierten brachte ich immer die besten noten nach hause jedoch hielt ich das für nomal da ich das ja auch spannend fand . ein weiteres beispiel: ich wollte unbedingt gitarre lernen aber man steckte mich in den blockflöten untrricht da man das halt so macht, da dies mir nicht lag gab ich die musik schnell dran. so ging es immer weiter, obwohl man mir nahe gelegt hat das abi zu machen dachte ich es wäre besser schnell geld zu verdienen und ich begann eine lehre. heute mit 29 scheint alles ein wenig zu spät, ich habe einen enormen wissensdrang jedoch weder die zeit noch das geld diesen auszuleben, außerdem kann ich mich heute sehr schlecht konzentrieren und bin oft zum umfallen müde, vieleicht liegt es daran das ich unterfordert bin aber ich denke ehe das mein einst geistiges potenial sehr verkümmert ist. ich habe mich damit abgefunden als querulant zu gelten, die dinge immer irgendwie "andersrum" zu denken und eben manche dinge nicht beim erstemal zu verstehen da ich festgestellt habe das meine denkweise völlig anders ist als die der übrigen menschen um mich rum. ich gehe die dinge eben anders an und lebe meine völlig andere weltanschauung einfach still aus und tüfftel solange rum bis ich einen weg gefunden dinge die andere verstehen auch für mich verständlich zu machen (z.b wie mit der anderen matheformel oder aber einen weg gefunden habe meine gedankengänge für andere verständlich zu machen. fazit: ja ich glaube das die hochbegabung außergewöhnliche dinge durch den uns mitgegeben iq zu tun verschwindet, aber all die eigenschaften die einen hochbegabten menschen sonst ausmachen bleiben erhalten, man muß nur einen weg finden mit diesen zu leben und sie für sich als positiv zu betrachten. ich finde es sehr positiv das ich dadurch meine tochter so gut verstehe und ihr manche dinge erleichtern kann und anderen verständlich machen kann warum sie so oder eben so handelt, da ich gelernt habe mit beiden welten zu kommunizieren, mit der welt der hochbegabten und der der restlichen bevölkerung , ich habe mich auf ein mitelmaß eingeschleift
sorry für diesen langen beitrag, jedoch bin ich auch sehr froh endlich zu vertehen warum ich eben anders bin und leute zu finden die es auch verstehen

mit den besten wünschen an euch und eure kinder ob nun hochbegabt oder nicht
t.schüller
Gast_(t.schueller)
 

Hallo "Schwester"!

Beitragvon Gast_(anonym) » Mi 18. Jun 2003, 15:56

Du bist nicht allein auf der Welt; ich kann deinen Beitrag doppelt unterstreichen und noch ein paar prima Beispiele hinzufügen...laß' uns aber nicht zweifeln sondern mit unseren Erfahrungen und vor allen Dingen mit unserem Gefühlsleben unseren Töchtern helfen, wer soll sie sonst auffangen und verstehen wenn nicht wir?Zurückblicken ist völlig sinnlos und deprimierend, nutzen wir unsere noch verbliebene Hb( der klägliche Rest*trauriggrins*)um es unseren Kindern zu ersparen, so zu verkümmern wie wir.Durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema hat es wohl vielen Eltern die Augen geöffnet und trägt wenigstenz dazu bei, die Kinder zu verstehen!
Gast_(anonym)
 

komisch, sich so wiederzuerkennen

Beitragvon Gast_(Amoroso) » Mi 18. Jun 2003, 15:57

Hi,

wenn ich die Beiträge so lese, weiß ich nicht, ob ich lächeln oder traurig sein soll. In der Grundschule hatte ich das Glück, dass ich ein weiteres Mädchen in der Klasse hatte, die enorm leistungsstark war. Wir haben uns irgendwie immer gegenseitig angestachelt. Auf dem Gymnasium dann kam sie in eine andere Klasse. Den Schwung der Grundschule konnte ich dann noch in die 7. und 8. Klasse retten, dann war es vorbei. Ohne irgendwas für die Schule zu tun, schaffte ich immer eine 3er Durchschnitt und hatte dabei den kürzesten Stundenplan. Ich bin als Letzte gekommen und als Erste wieder gegangen. Schule war mir so egal wie nur irgendwas. Auf Druck meiner Eltern habe ich dann doch das Abitur gemacht (im nachhinein: Gott sei Dank). Allerdings auch wieder mit Minimalaufwand: Vor jeder Klausur oder Prüfung einen Tag und eine Nacht vorher gelernt und das war´s. Genauso lief dann die kaufmännische Ausbildung ab. Ich wußte vor Langeweile nicht mehr wohin. Letztendlich hat es mich dann doch an die Uni verschlagen und da bin ich im Ingenieursstudiengang nach dem Grundstudium zum ersten Mal in meinem Leben mit dieser Arbeitseinstellung richtig gegen die Wand gerannt. Ich hatte ja nie gelernt, wie man richtig lernt. Irgendwie habe ich mich dann aber doch durchgebissen. Doch das einmal erlebte und eingeschliffene verfolgt mich wohl immer weiter. Ich verlasse mich darauf, dass mir Dinge leichtfallen und habe Probleme, wenn´s mal nicht so läuft. Und letztendlich fehlt der letzte Kick und die Motivation, um das, was ich kann, auch wirklich effektiv umzusetzen. Manchmal frage ich mich, was ich hätte erreichen können, wenn ich früh gelernt hätte, mich nicht auf den leicht erworbenen Lorbeeren auszuruhen, sondern mehr gefordert worden wäre.....

Letztendlich sehe ich es, wie die meisten, deren Beiträge hier stehen. Ich versuche, die Begabungen meiner Kinder ernst zu nehmen und Ihnen die Möglichkeiten zu geben, die Sie sich wünschen.
Gast_(Amoroso)
 

Geht mir auch so

Beitragvon Gast_(Elisabeth) » Mi 18. Jun 2003, 15:57

Schön, dass es auch anderen so geht! Ich kann Euch allen nur zustimmen. Ich brauchte auch nie etwas tun, alles fiel mir zu, verlangt hat keiner etwas. So habe ich dann, ohne einen Handschlag zu tun, kein Lernen, keine Vokabeln usw. das Abi mit 2,8 gebaut. Wozu etwas tun, was keiner verlangt? Leistung war ja nie gefordert und meine Interessen waren ja kaum Thema. So kann ich die Probleme unserer Großen gut verstehen. Ich habe zumindest noch Glück gehabt, dass ich immer ohne Probleme und Auffälligkeiten durch gerutscht bin. Unsere Große hat z.Z. immense Probleme. So bin ich dankbar, dass ich hier und bei vielen andern so viel Verständnis und Hilfe gefunden habe, wie ich ihr helfen kann.
Ich kann aber für mich sagen, dass ich Glück gehabt habe mit meiner Ausbildung (die würde ich nie noch einmal machen!)bzw. mehr mit meiner jetzigen Arbeitsstelle, die genau das ist, was ich immer wollte (selbständig, eigenverantwortlich, phantasievoll...).
So viel zu den Beiträgen, die mir alle sehr aus dem Herzen sprechen.
Elisabeth
Gast_(Elisabeth)
 

danke daß ihr mich versteht!

Beitragvon Gast_(t.schueller) » Mi 18. Jun 2003, 15:58

danke für eure beiträge. ich fühle mich hier verstanden wie selten und freue mich diese seite gefunden zu haben
t.schüller
Gast_(t.schueller)
 

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