"Hochbegabung" kann verschwinden!

Eltern
haben Kluge Kinder auch Kluge Eltern? Alles zu Hochbegabung bei Erwachsenen

verschwinden ist das falsche Wort

Beitragvon Gast_(kathrin) » Mi 18. Jun 2003, 15:58

hallo,

auch wenn dieser eintrag schon ein weilchen her ist, möchte ich dazu etwas schreiben

hochbegabung verschwindet nicht, das ist quatsch, genausowenig, wie sich hb erlernen lässt. hb kann allerdings bei null förderung verkümmern oder verschütt gehen, lässt sich aber jeder zeit reaktivieren.

hb ist angeboren, deswegen kann es nicht verschwinden

liebe grüße kathrin
Gast_(kathrin)
 

Re: Hochbegabung kann verschwinden

Beitragvon sylvia » Fr 20. Jun 2003, 00:23

Was ist Hochbegabung ueberhaupt - inzwischen geht man ja von einer Kombination aus akademischen Begabungen (Logik, Sprache), Kreativitaet, musikalischer Begabung, Psychomotorischer Begabung aus
Und Lebenserfolg gibt es nur dann, wenn auch die 'richtigen' Arbeitstechniken da sind. Und wenn -vorher - Lehrer mit der Begabung umgehen koennen.
Dieses Leugnen der eigenen H.B im Erwachsenenalter ist nicht unueblich - es heisst nicht, dass der IQ weniger geworden ist (Bis auf ein bisschen - wg. aelter werden), sondern, dass man einfach einen Weg fuer sich gefunden hat, 'normal' zu sein. Dass man vielleicht seine eigenen Staerken ueberhaupt nicht benutzen konnte, weil einige Lehrer noch nie etwas von Kreativitaet oder Visuellen Lerntypen gehoert haben - und der Unterricht entsprechend nicht darauf abgestimmt war. Oder man sich so gelangweilt hat, dass man Verwarnungen etc gekriegt hat - aber keine guten Noten - und dann auch noch nicht einmal gelernt hat, wie man eigentlich lernt.
Weil man sich als Maedchen eher fuer die Harmonie mit der Familie interessiert hat, als seinen Traum durchzusetzen. Es gibt viele Gruende, warum H.B. anscheinend verschwindet.


Keiner dieser Gruende kann meiner Meinung nach H.B. wirklich verschwinden lassen. Vielleicht den IQ leicht mindern, weil der die akademischen Faehigkeiten misst, mehr aber nicht
Gruesse von Sylvia
sylvia
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Re: "Hochbegabung" kann verschwinden!

Beitragvon Mary » Mi 12. Mai 2004, 21:51

Ich bin auch der Meinung, dass Hochbegabung nicht verschwindet.
Als ich eine Zeit an Selbstzweifeln, etc. litt sprach ich mit der Psychologin (bei der ich mich zuvor einem Intelligenztest unterzogen hatte) über das Thema, ob Hochbegabung auch einfach "verschwinden" kann. Ich weiß nicht, ob sie das nicht vielleicht nur sagte, um mich zu beruhigen und zu ermutigen, die Schule doch noch durchzuziehen, aber sie sagte mir, meine Fähigkeiten würden mir erhalten bleiben und Hochbegabung würde nicht einfach so "verschwinden".
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Re: "Hochbegabung" kann verschwinden!

Beitragvon sylvia » Fr 14. Mai 2004, 15:47

So habe ich das eigentlich auch gelernt - was, glaube ich, verloren gehen kann, sind die akademischen Faehigkeiten: Wenn man immer nur das rechnen/schreiben darf, was in der Schule gelehrt wird, dann passt man sich irgendwann an und das Arbeitstempo sinkt. Irgendwann ist der Vorsprung verschwunden. Obwohl einige Kinder (z.B. USA - niedrigste soziale Schichten, keinerlei Foerderung) trotzdem erstaunlich resistent gegenueber Nicht-Foerderung sein koennen (Man stelle sich vor was aus denen geworden waere, haette man sie gefoerdert)
Was sicher nicht verloren geht sind die anderen H.B.-Anzeiger: Sensibilitaet, Energie, "Hyperaktivitaet" Sorge um alle Probleme der Welt usw. Und, sicher auch nicht das "Anders-Fuehlen".
Die Person wird auch bei Nicht-Foerderung die gleiche bleiben.
Annemarie Roeper hat eine H.B.-Messung entwickelt, die ganz und gar auf diesen Faktoren beruht - und scheint in der Lage zu sein, einen IQ auf ein paar Punkte einzuschaetzen.
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Re:

Beitragvon scout » Mo 12. Jul 2004, 13:07

@alle erwachsenen hb-ler hier ...

... die lust haben, sich mit anderen über ihre eigene geschichte auszutauschen:

ich habe eine website mit forum für helle köpfe aller altersstufen, vorwiegend junge leute, aber auch immer mehr erwachsene, die irgendwann festgestellt haben, dass hb auch für sie ein thema ist.

wenn ihr mögt, lest doch mal ein bisschen herum in unserem forum, ob ihr euch beteiligen wollt. gerade die geschichten, wo hb unerkannt geblieben ist, ihr aber doch irgendwann eine eigene "nische" gefunden habt, wo ihr mitsamt eurem grips hinein passt, könnten für uns sehr interessant sein.

aber natürlich dürft ihr euch auch gern mal ein bisschen ausheulen, denn auch die probleme sollen nicht verschwiegen werden. aber ansich sind wir einfach ein netter haufen von ähnlich gestrickten :) und reden über alles mögliche, und hb ist nur eins von vielen themen.

also, wenn ihr wollt, guckt mal auf meiner hp, die in meinem profil angegeben ist. wir freuen uns.

gruz
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Re:

Beitragvon Rosa » Mi 4. Jan 2006, 23:42

Ich lese erst heute diese Beiträge, leider!

Ich wünsche Euch allen mehr Frieden und Liebe von den anderen!
Ich habe mich als Kind immer anders als die anderen gefühlt und wusste nicht genau warum. Ich hatte das GLÜCK, dass die Mädchen meiner Klasse mich als "Genie" (was ich wirklich nicht bin) angesehen haben und mich bewundert haben. Meine Arbeit war, allen, die weniger wussten, zu helfen, oder, diejenigen, die den Stoff aus der Klasse nicht verstanden haben, es nochmals zu erklären. Ich hatte Freundinnen, aber sie haben mich nie richtig erfüllt. Ich wusste nicht warum. Erst in der 6. Klasse, kam Clara. Wir haben über alles geredet. Sie sagte zu mir, dass ich sie verstehen würde, dass sie mit mir viel teilen konnte. Zu Hause, haben meine Mutter und meine Brüder mit mir oft die halbe Nacht erzählt. Diese Unterhaltungen sind jetzt leider weg, aber mir bleibt diese wunderschöne Erinnerung. Ich hätte Euch allen meine Erfahrung gewünscht!
Um fest auf dem Boden zu treten, könnte ich auch eine Reihe von Problemen, die ich oft bei Lehrern und Proffesoren gehabt habe. Leider sind sie ängstlich und neidisch, weil sie unser Intellekt gerne hätten. Da bin ich noch selbstbewusster geworden und ihnen oft meine eigene Meinung sehr blumig gesagt. Ich hatte sowieso verloren, aber sie sollten wissen, dass ich es richtig gemerkt hatte...sie sollten sich manchmal richtig schämen, dass war meine "harmlose Rache". Versteht ihr, was ich meine?
Ich habe einen hochinteligenten Mann geheiratet, aber er ist wie mein Sohn (6). Er redet und hört leider wenig zu. Mein Mann hat auch solche schlechte Erfahrungen wie ihr gemacht. Er verträgt keine minimale Art von Kritik, weil er sooo kritisiert wurde, dass bei ihm die Wunden tief sind. Trotzdem leben wir zu viert und zu "viert hochinteligent" in unserer eigenen Welt zu Hause. Das ist unsere "eigene Insel". Da können wir uns entspannen und trösten, wenn draussen alles schlimm wird.

Ein Tipp von meiner Mutter (mittlerweile 75!), die auch zu den hb's gehört: immer, wenn Du Dich unfair behandelst fühlst, dann schenke Dir etwas, egal was. Das freut Dich wieder. (Ich habe mir entweder etwas zum anziehen geschenkt oder ein Eis oder ein Buch oder einen Spaziergang)

Ich schicke Euch eine tiefe Umarmung!
Rosa
 
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Re:

Beitragvon sylvia » Fr 6. Jan 2006, 01:31

Rosa, das wird aber teuer...
Insgesamt kommt mir Deine Erzaehlung bekannt vor - Schulzeit ohne wirkliche Freundinnen, Heirat mit jemand sehr intelligenten, der zwar zuhoert, das einen aber kaum merken laesst (da baggere ich inzwischen nach ;-))
Kinder, die auch nicht notwendigerweise zuhoeren - oder vielleicht doch (manchmal)
Mit meinen Professoren hatte ich mehr Glueck, liegt aber wahrscheinlich dran, dass ich eine ziemliche Ausnahme in der Physik war. Und mich nicht in die Emanzipation-um-jeden-Preis-StudentInnen-Gruppe habe stecken lassen sondern sorgfaeltig aufgepasst habe, dass man keine Schublade fuer mich finden konnte ;-)

Darf ich mit umarmen ???
:-)
Liebe Gruesse von Sylvia
sylvia
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Re: "Hochbegabung" kann verschwinden!

Beitragvon catz » Do 2. Feb 2006, 13:28

wie würdet ihr handeln (bzw. wie geht ihr damit um), hättet ihr ein kind das sich unverstanden fühlt?
nichteinmal sosehr von der lehrerin (in der schule ist die behandlung geradezu vorbildlich!) sondern von der eigenen mutter.

manchmal bin ICH richtiggehend verzweifelt weil mein kind mich für alles verantwortlich macht (zb. wenn mütter seiner freund nicht anrufen, obwohl sie es versprochen haben)

bzw. glaubt, einfach JEDE entscheidung selbst treffen zu können (und das mit knapp 8 jahren!)

wir versuchen unser möglichstes, ihn zu fördern bzw. zu fordern.
er hat die möglichkeiten sich sportliich und geistig auszupowern (handball bzw. schach)


manchmal bin ICH hilflos, wenn ich sehe, wie ER untern manchen zuständen leidet, weil er sie ganz anders beurteilt als gleichaltrige und ich nicht weiss wie ich ihm zur seite stehen kann.
(als er zwei jahre alt war hat mir einen homöopathin gesagt:
"dieses kind kannst du nicht erziehen, du kannst es nur auf seinem weg begleiten!")

UND: ich kann ihn nicht jedes mal belohnen, wenn er von anderen frustriert wurde!

ich weiss, ihr könnt mir nicht helfen, aber es tat richtig gut, sich DAS mal von der seele zu schreiben.

PS: wenn der beitrag irgendwo anders hingehört, bitte einfach verschieben.........
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Re:

Beitragvon sylvia » Fr 3. Feb 2006, 02:31

Nein, ist schon ok...
Koennt Ihr klare Regeln aufstellen, wer fuer was verantwortlich ist, diese kategorisieren (Telefonate/Hausaufgaben/Mitnehmen von Sportkram/INstrumenten...) Ihr muesstet versuchen, einen spannungsfreien Moment zu finden um zu diskutieren, was Du denkst, er ist verantwortlich und umgekehrt (und weitere Familienmitglieder) Das solltet Ihr dann zu Papier oder Tafel bringen und jeden Tag/Woche durchgehen miteinander.
Wenn er von anderen frustriert wird, ist es dann immer sowas, wie die Telefonanrufe oder liegt da vielleicht noch ein tieferes "nicht-verstanden-werden-von den-Klassenkameraden" dahinter? Wie steht er sozial in der Klassse da?

Eure Homoe. hat recht, bei manchen Kindern ist es verd...t schwer, die zu erziehen (mein Aeltester geht in diese Richtung, und der Juengste kommt ihm fast gleich)
Nur fuehlt man sioch dann immer als Mutter unfaehig, angegriffen und angreifbar.

Hilft nur Augen zu und durch... Bei uns gibt es uebrigens seit neuestem ein taschengeldgekoppeltes System um wenigstens die Mindest-Aufgaben erledigt zu kriegen.

Liebe Gruesse von Sylvia
sylvia
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Re: "Hochbegabung" kann verschwinden!

Beitragvon Amy » Sa 11. Feb 2006, 22:48

ICh finde es total beeindruckend die Beiträge hier zu lesen. Im Prinzip war ich auf der Suche nach Ratschlägen und Erfahrungen, um das Verhalten meines Sohnes zu verstehen. Aber wenn ich mir Eure Lebensläufe anschaue... da schliess ich mich mal gleich an. Genau das gleiche... Schule war recht simpel, ohne Hausaufgaben oder Lernen zum Abitur und fertig. Ich hatte wenig Freunde, aber dafür sehr gute. Ich weiss aber das ich auch unter der Situation gelitten habe. Nicht deswegen, weil ich mich anders fühlte, sondern weil ich panische Angst hatte irgendwas falsch zu machen. zB bevor ich eine Gleichung mit 20 Lösungsschritten nicht komplett im Kopf zu Ende gelöst hatte, hätt ich mich nichtmal gemeldet um auch nur den ersten Schritt kund zu tun. Sowas macht es einem dann nicht sonderlich leicht ;-)
Es gab auch Lehrer die hielten mich bis zu ersten schriftlichen Arbeit für komplett beschränkt *grins*

Aber auch ich habe einen normalen Job und fühle mich in einem normalen Leben. Bin ich hochbegabt? Ich weiss es nicht genau. Ich weiss, das ich Stärken habe, aber eben auch schwächere Gebiete. Aber ich lebe ein zufriedenes erfülltes LEben.

Und jetzt das ganz interessante zum Thema Vererbung: Mein Vater wie auch mein Onkel sind beide hochbegabt. ABER ich bin nicht das leibliche Kinder meiner Eltern!!!!!!!!!! Zufall?
Amy
 
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