Schwierige Frage

Eltern
haben Kluge Kinder auch Kluge Eltern? Alles zu Hochbegabung bei Erwachsenen

Re: Schwierige Frage

Beitragvon BiHa » Do 23. Feb 2017, 16:05

Da hast du recht, die Reduktion eines Kindes nur auf den IQ kann durchaus negativ sein. Insbesondere wenn dann auch noch übertriebene Erwartungen an das Kind gestellt werden, sei es in der Schule durch die Lehrer oder durch die Eltern selbst.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon Rabaukenmama » Do 23. Feb 2017, 18:27

BiHa hat geschrieben:Da hast du recht, die Reduktion eines Kindes nur auf den IQ kann durchaus negativ sein. Insbesondere wenn dann auch noch übertriebene Erwartungen an das Kind gestellt werden, sei es in der Schule durch die Lehrer oder durch die Eltern selbst.


Gerade für die Situation in der Schule gab es mal vor Jahren eine interessante Studie. Leider finde ich sie im Moment nicht, aber vielleicht kennt sie wer und kann was dazu verlinken. Soviel ich mich erinnere wurde an einer Schule bei allen Kindern ein IQ-Test gemacht. Dann pickte sich das Test-Team einige durchschnittlich begabte Kinder raus, die den Lehrern als "sehr begabt" (ich weiß nicht ob wörtlich "hochbegabt" verwendet wurde) angepriesen wurden. Die Lehrer waren erst mal erstaunt weil sie genau diesen Kindern das nicht zugetraut hatten. Ein oder zwei Jahre später (so genau weiß ich es nicht mehr) kam das Test-Team wieder um zu schauen was aus den als sehr begabt ausgegeben Kindern geworden war. Erstaunlicherweise hatten sich diese in ihren Schulleistungen merkbar verbessert - auch im Vergleich zu anderen durchschnittlich begabten Kindern ihrer Klassen. Da kam daher, dass die Lehrer viel spezieller auf diese Kinder eingegangen sind, wenn mal was falsch war positiv ermutigt haben ("Du bist so schlau, das schaffst du sicher besser!") und die Kinder einfach auf diese Behandlung "reagiert" haben. Ich bin mir nicht sicher ob nicht bei der nächsten Testung bei diesen Kindern der IQ tatsächlich etwas höher war als bei der ersten.

Es kommt immer darauf an wie man mit der Info "hochbegabt" umgeht. Bei mir war es so, dass - obwohl mein IQ den Lehrern nicht bekannt war - meine sozialen Anpassungsschwierigkeiten stärker beanstandet worden sind als bei weniger klugen Kindern. So nach dem Motto "Die B.... ist doch so klug, die muss ja wissen, dass man dieses oder jenes nicht tut!" während es bei andern Kindern oft hieß "Na, der S.... versteht es einfach nicht besser!".

Am schlimmsten finde ich überzogene Erwartungshaltungen durch die Eltern. Der Film, wo die Mutter dem 1,6jährigen Sohn Karten mit Wörtern, die der Kleine "lesen" sollte, übers Gitterbett gehalten hat, war für mich so ein Fall. Dasselbe Kind sah man dann mit 4 Jahren mühsam an einem Erstleserbuch herumstottern (vermutlich ohne den Sinn zu verstehen) und als es ein Wort falsch gelesen hatte, kam sofort das schneidende "FALSCH" der Mutter. Das hatte für mich echt so Gänsehaut-Effekt.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon charlotte12 » Fr 24. Feb 2017, 07:58

Das erinnert mich an meine Tante, die meine guten Zeugnisse stets abwertend sinngemäß mit den Worten kommentierte: "Hast Du viel gelernt dafür? (Was antwortet ein Teenager auf diese Frage - natürlich nein...) Na ja, dann bist Du eben begabt, da ist das kein Kunststück." Bei mir erwartete immer jeder, dass ich überall am besten abschnitt, wodurch ich mich selbst wahnsinnig unter Druck setzte. Ich war bestimmt schon 30, als ich mich langsam selbst reflektierte und anfing, diesem wahnwitzigen Ehrgeiz bewusst Unperfektheit entgegenzusetzen. Karriere gemacht habe ich nie. Dafür braucht man nämlich gar nicht das perfekte Wissen wie bei Klausuren sondern Durchsetzungsvermögen, Selbstsicherheit, die Fähigkeit, sich gut zu vermarkten, v.a. wenn man kein y-Chromosom vorweisen kann. Mich verblüfft immer wieder, wie wenig Verständnis für die Materie an sich erforderlich ist um weiterzukommen, wenn man diese anderen Eigenschaften besitzt.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon Smarti26 » Sa 25. Feb 2017, 18:55

Da kann ich nicht Mitreden.
Ich bin nicht besonders Begabt.
Wurde in der Schule stark gemobbt hatte Depressionen deswegen und ich war sehr schlecht in der Schule.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon unwissende-neu » So 9. Apr 2017, 21:43

Ich denke auch, jeder hat sein Päckchen zu tragen. Wenn die Depression nicht chronisch ist, sondern akut, weißt du, dass der Wert eher nach oben als nach unten geht. - Aber dadurch ändert sich auch nix im Leben. Die Frage ist ja auch, wenn man 10 verschiedene IQ Tests macht, bei unterschiedlichen Psychologen, die ja meist auch unterschiedlich interpretieren, wie wäre die Wahrscheinlichkeit den gleichen Wert zu erzielen? - Es geht um den Trend und nicht um die absolute Zahl. Mit 125 bist du ja schließlich noch der gleiche Mensch, als mit 130 oder 135.

Schönes Beispiel Führerschein: Mit 0 Fehler in der Prüfung kannst du ein ebenso guter Autofahrer sein, als mit 4 Fehlerpunkten, du hast ja gezeigt, dass du es kannst. Mit 40 Fehlerpunkten, ist davon auszugehen, dass du etwas nicht verstanden hast.
- Was man in Prüfungssituationen aufs Papier bekommt, hat nix damit zu tun, wie du dich im Alltag schlägst....

Ich bin getestet: Intelligent und ADS Mischtyp.
Im Alltag schlage ich jeden Ingenieur in unserem Bekanntenkreis in Mathe ( vorallem Prozentrechnen scheint im Abi nicht wirklich gefragt zu sein). Aber ich hätte niemals das Abitur geschafft. Ich kann aber wunderbar Nachhilfeunterricht in Mathe und co, sowie Englisch bis zum Abi erteilen. Aber nicht 8 Schulstunden am Stück und Fächer wie Erdkunde und Geschichte interessieren mich kein Stück, da bin ich auch nicht in der Lage, mir nur ein Ereigniss korrekt zu merken. - Egal wie hoch der IQ ist
Auch wenn ich nun darüber lamentiere, was wäre wenn, und ist des nun der Charakter oder eine Erkrankung.... - ich ändere eh nix dran. Also nutze ich mein "potenzial" doch lieber um mir Gedanken zu machen, über Dinge dich ich beeinflussen kann.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon unwissende-neu » So 9. Apr 2017, 21:59

Wenn man Depressionen hat, hat man ganz andere Sachen im Kopf und die Alltäglichen Dinge fallen einem sehr schwer , geschweige den sich Sachen zu merken oder sich zu Konzentrieren.
Ja klar auch Fieber,Stress,zuwenig Schlaf usw sind nicht gut da hast du schon recht.


hm, ich hab ja noch nicht so viele andere Institute kennengelernt, wo man IQ Tests macht, aber in dem Krankenhaus, wo ich damals getestet wurde und bei dem Arzt, der mich später nochmal nachgetestet hatte wurde immer auch ein Konzentrationstest vorher gemacht und bei meinen Kindern irgendwie auch. Ich musste damals i und n zählen, bei den Kids war es schon etwas moderner, die mussten ein Videospiel mit Geistern und Hexen spielen.

Wenn man als "gesunder" Mensch einen IQ Test machen möchte, nur mal zu gucken, wo man so steht, ist es nicht relevant. - Ich denke, ein Konzentrationstest sollte bei jedem Differenztialdiagnostischen Verfahren dabei sein, ich finde es noch wichtiger, als die Frage nach dem IQ Test, um eine Erkrankung zu beurteilen. - Das aber nur so am Rande.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon Kim_S » Di 11. Apr 2017, 16:45

Hallo,

könnte es auch möglich sein, das er den aktuellen IQ eben wegen seinen Depressionen hat? Er fasst viele dinge anders zusammen und empfindet es anders und daher könnte es auch den IQ vielleicht beeinflussen, oder? Kenne mich leider nicht genügend aus, daher nur mal nachgefragt.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon Smarti26 » Di 25. Apr 2017, 07:46

Nein er ist Definitiv HB :)
Es geht ja auch nicht um ein Kind sondern um einen Erwachsenen.
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon Kim_S » Mi 26. Apr 2017, 14:05

Denke diese Frage können nur Ausgebildete Leute beantworten alles andere dürften nur Vermutungen sein
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Re: Schwierige Frage

Beitragvon Smarti26 » Do 27. Apr 2017, 18:54

Die Depressionen kamen wegen unvorhergesehener Privater/Körperlicher Veränderungen.
Hat also andere Gründe.
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