Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Karen » Fr 5. Jun 2020, 00:18

Spannend. Ich lerne eigentlich noch anderes - ich brauche mehrere Projekte die in parallel laufen damit ich weiter komme. Ich brauche quasi Ablenkung bei lernen und wichtige Erkenntnisse oder Zusammenhänge sehe ich in den Momenten wenn ich gerade nicht an diesem Projekt arbeite - also in Standby. Ich arbeite auch gerne in der Nacht wenn ich müde bin - das hilft Sachen schärfer zu sehen, und kann zwischen Arbeit und zu Hause gar nicht Grenzen aufstellen. Das ist aber auch kein Problem da ich jahresarbeitszeit habe und sowieso Ergebnis orientiert bin. Meine Tochter vertragt aber jede Art der Ablenkung absolut nicht. Wenn sie konzentrieren muss wird sie aber oft unruhig, wenn sie konzentriert aus innere Interesse ist, kommt diese Unruhe gar nicht. Sie kann sich aber unglaublich gut zusammenreissen und ihre Konzentration und Wissen abrufen. Es ist immer unglaublich bei Wettkämpfen in ihrem Sport. Wenn alle andere durch Stress Fehler machen, zeigt sie die beste Leistung überhaupt. Sie klappt erst danach zusammen. Diese Momente der hohes Konzentration kenne ich auch - aber nur wenn ich unter grossen Druck stehe (deadlines sind super) oder in einer Ausnamesituation.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Meine3 » Fr 5. Jun 2020, 00:33

Karen hat geschrieben:Spannend. Ich lerne eigentlich noch anderes - ich brauche mehrere Projekte die in parallel laufen damit ich weiter komme. Ich brauche quasi Ablenkung bei lernen und wichtige Erkenntnisse oder Zusammenhänge sehe ich in den Momenten wenn ich gerade nicht an diesem Projekt arbeite - also in Standby. Ich arbeite auch gerne in der Nacht wenn ich müde bin - das hilft Sachen schärfer zu sehen, und kann zwischen Arbeit und zu Hause gar nicht Grenzen aufstellen. Das ist aber auch kein Problem da ich jahresarbeitszeit habe und sowieso Ergebnis orientiert bin. Meine Tochter vertragt aber jede Art der Ablenkung absolut nicht. Wenn sie konzentrieren muss wird sie aber oft unruhig, wenn sie konzentriert aus innere Interesse ist, kommt diese Unruhe gar nicht. Sie kann sich aber unglaublich gut zusammenreissen und ihre Konzentration und Wissen abrufen. Es ist immer unglaublich bei Wettkämpfen in ihrem Sport. Wenn alle andere durch Stress Fehler machen, zeigt sie die beste Leistung überhaupt. Sie klappt erst danach zusammen. Diese Momente der hohes Konzentration kenne ich auch - aber nur wenn ich unter grossen Druck stehe (deadlines sind super) oder in einer Ausnamesituation.



Das mit den parallel laufenden Projekten kenne ich auch sehr gut, sei es beim nähen, schreiben oder auch künstlerisch/gestalterisch arbeiten. In der Schule hat es mich allerdings eher „rausgebracht“, da habe ich mich, WENN ich schonmal gelernt habe, auch einen Kopfsprung in das Thrmengebiet gemacht und bin richtig eingetaucht... Auch mein Sohn „arbeitet“ gern so, allerdings werden dann Dinge oft nicht termingerecht fertig oder er vergisst Teile. Meine Tochter arbeitet beim malen auch so. Es bleibt dann aber auch einiges unvollendet.

Daher bestehe ich derzeit darauf, dass Sohn immer erst eine Aufgabe (Schule) erledigt und sich dann der nächsten widmet.

Deadlines wiederum Stressen mich total, aber ich brauche sie oft, um mir selbst in den Po zu treten und eben NICHT noch ein 4. Projekt parallel zu starten :lol:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon sinus » Fr 5. Jun 2020, 10:23

...ich lerne von "außen nach innen". Möglichst viele Infos zusammentragen und viel drüber lesen, erst in die Breite, dann in die Tiefe gehen.
Dann immer weiter "aufräumen" und reduzieren, bis das für mich Wesentliche übrig bleibt.

So hab ich in der Schule zumindest gelernt. Alles anschauen, strukturieren und dann einen "Spickzettel" schreiben mit den wichtigsten Infos.
Dann hatte ich es und durch das Sammeln der Infos vorher, fiel mir dann zu den stark reduzierten Bergriffen immer wieder ganz viel ein.
Auch Visualisieren von Zusammenhängen hat mir immer sehr geholfen. (heute würde man das wohl Mindmapping nennen, kannte ich damals natürlich nicht als Begriff)
An richtiges "Pauken" erinnere ich mich für die Schulzeit kaum.
Die meiste Zeit habe ich gemalt (wie meine Große jetzt auch), Heftränder und Überschriften verziert, Sütterlin schreiben geübt statt normal mitzuschreiben und ähnliches.

Im Studium (Ingenieurstudiengang) fand ich, wenn ich mich jetzt so erinnere, viele Vorlesungen - vor allem im sehr theoretischen Grundstudium, später war alles sehr projektorientiert - auch ziemlich öde und hab sie eigentlich nur genutzt, um zu erfahren, welche Inhalte ich am Ende wissen muss.
In Mathe, Elektronik/Elektrotechnik (Dreistromtechnik :schwitz: ), Physik hab ich in den Vorlesungen selbst oft nicht allzuviel kapiert, erst wenn ich es mir dann selbst angeschaut habe, klappte es. (Die Prüfungen waren dann kein größeres Problem)
In anderen Fächern war es einfach zu langweilig.
Im Bereich "Medientheorien", was mich eigentlich sehr interessierte, waren die Vorlesungen so schlimm, dass ich nicht mehr hingegangen bin, mir anhand der Mitschriften anderer + des Internets die Themen selbst erarbeitet habe und mich damit (recht erfolgreich) für die Prüfung vorbereitete habe.
Das benötigte dann statt 1 oder 2 Semester nur ein paar wenige Tage unmittelbar vor der Prüfung.
Und hat mir richtig Spaß gemacht.

Ansonsten frage ich mich, was mich geritten hat, sowas technisches zu studieren. Eigentlich interessierte mich das gar nicht besonders.
Meine Gedanken damals waren: "Hm, damit kenne ich mich bisher am wenigsten aus. Da habe ich Lernbedarf, also studiere ich das." :lol:
(Kunst war mir übrigens zu "abgehoben", ich wollte was mit mehr praktischem Nutzen machen.)
Sowas wie Medizin oder Jura hätte ich nie studieren könne, glaub ich. Weil man da ja ziemlich fleißig sein muss und viel auswendig lernen muss. So gar nicht meins...
Scheint, als hätte ich den fehlenden Fleiß, wie das ständige nebenbei Malen, ebenfalls an die Große vererbt.

Wenn ich jetzt nochmal die Wahl hätte, würde ich glaub Lehramt (Schwerpunkt Kunst und/oder Deutsch, evtl auch Musik) oder was in Richtung Psychologie/Therapie studieren.
(Kunstherapie fände ich bspw interessant)
Wobei ich das, was ich jetzt mache (Kreativbranche), wirklich total gern mache. Das hat aber (fast) überhaupt nichts mit meinem Studium zu tun.

Was ich unbedingt brauche, sind enge Deadlines. Ich war immer "lastminute" Lerner und werde auch beruflich erst richtig kreativ, wenn es schon höchste Eisenbahn ist. :roll:
Zwar hab ich oft das Bedürfnis, mich ganz und gar in EINE Sache zu vertiefen, ich SCHAFFE aber wesentlich mehr, wenn mehreres gleichzeitig "dran" ist.
Sicher auch wegen des Druckes. Bei mir fängt es richtig an zu "kribbeln", wenn ich Druck habe. Im positiven Sinne. So, als wenn bspw zu einer lang geplanten aufregenden Reise dann endlich aufbricht.
Oder wie: "Juchhu, ein Problem! Lasst es uns lösen!"
(ich liebe Probleme :lol: Und wenn grad keine da sind... irgendwo finde ich bestimmt eines.)

Meine Tochter hat, fürchte ich, noch nicht gelernt, wie man sich Sachen gezielt aneignet, die man lernen MUSS, auch wenn man das grad nicht so spannend findet.
So wie ich oben beschrieb, alle Inhalte zusammenfassen, scheint für sie nicht zu passen bzw verweigert sie sich ja meinen Ratschlägen meist und will es unbedingt auf ihre eigene Weise machen.
Wenn sie sich selbst ein Projekt vornimmt, eignet sie sich aber binnen kürzestem scheinbar nebenbei alles an, was sie dazu braucht.
Sie kann bspw massenhaft Katzenrassen (oder Vogelarten) erkennen und aufsagen. Wie sie sich das angeeignet hat, weiß ich gar nicht. Ich glaub, sie selbst weiß das auch nicht.
Englisch läuft bisher auch ohne lernen. Sie kann die Vokabeln irgendwie immer einfach so aus dm Unterricht und für die Grammatik hat sie ein natürlich Gespür. (Sie sagt, es tut ihr immer regelrecht weh, wenn andere eine falsche Grammatik benutzen)
Nächstes Schuljahr kommt Französisch dran... bin sehr gespannt, wie das dann läuft.
Instrument geht eher schleppend voran, obwohl sie laut Lehrer durchaus Begabung hat. Aber sie übt kaum und vor allem nicht effektiv. Aber das ist jetzt nicht mehr meine Sache, ich hab das nach 2,3 schwierigen Jahren mit meiner Begleitung inzwischen voll und ganz an sie und den Lehrer abgegeben.
Mir ist nur wichtig, dass sie eine Grundlage hat, auf der sie, sollte sie es irgendwann mal wollen, aufbauen kann.
Ich selbst hab ja auch gut 25 Jahre keine Geige mehr angefasst gehabt und spiele jetzt wieder und bin äußerst froh, dass ich diese Grundlage habe.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 5. Jun 2020, 11:25

Ich habe mir beim Latein die Zähne ausgebissen mit dem Hin und Herhüpfen. Ich bin brav und lerne von A bis Z, so wie das im Buch kommt. Alle anderen Sprachen habe ich aus der Mitte gelernt und dann relativ bald nach Gefühl verstanden. Also ich glaube schon, das man sich neue Lernstile aneignen kann, wenn man es will. Trotzdem würde ich in jede neue Sprache erstmal irgendwo am Ende von A2 einsteigen. Ich kann die kleinen Häppchen nicht ertragen, da schlafe ich ein und verliere das Interesse. Ich bin auch so ein Deadlinetyp und fing an für die Prüfungen zu lernen als es einentlich schon zu spät war.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon jennifer » Fr 26. Jun 2020, 23:29

Ich habe nun noch einen Nachtrag.

Wir haben es jetzt geschafft, die Ergotherapie zu bekommen. Dank einer Bekannten habe ich eine tolle Praxis gefunden und mein Sohn geht nun dort einmal die Woche hin um sein Arbeitstempo zu steigern.
Da hatten wir in mehrfacher Hinsicht Glück, dass es kurzfristig freie Termine gab (dank Corona), der Arzt das Rezept ausgestellt hat und dass wir eine tolle Praxis in der Nähe haben.

Wider Erwarten macht es meinem Sohn sogar Spaß in der Ergo-Stunde. :D Er ist ansonsten nicht leicht zu motivieren für Dinge die er sich nicht selbst ausgesucht hat.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon alibaba » Sa 27. Jun 2020, 10:51

Prima, freut mich. Das ist auf jeden Fall eine weitere unkomplizierte Möglichkeit Dritte dein Kind beurteilen zu lassen. Sprich dort ruhig deine "Sorgen" an. Ich habe da immer sehr kompetente Damen vorgefunden. Und dann schaut Ihr weiter. Alles Gute!
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Auguste » Sa 27. Jun 2020, 13:02

jennifer hat geschrieben:Ich habe nun noch einen Nachtrag.

Wir haben es jetzt geschafft, die Ergotherapie zu bekommen. Dank einer Bekannten habe ich eine tolle Praxis gefunden und mein Sohn geht nun dort einmal die Woche hin um sein Arbeitstempo zu steigern.
Da hatten wir in mehrfacher Hinsicht Glück, dass es kurzfristig freie Termine gab (dank Corona), der Arzt das Rezept ausgestellt hat und dass wir eine tolle Praxis in der Nähe haben.

Wider Erwarten macht es meinem Sohn sogar Spaß in der Ergo-Stunde. :D Er ist ansonsten nicht leicht zu motivieren für Dinge die er sich nicht selbst ausgesucht hat.


Das hört sich super an! Ich wünsche Euch maximale Erfolge und dem Kleinen viel Spaß!
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