Wieviele Termine zum Testen?

Fragen, Antworten und Erfahrungen zu IQ-Tests

Re: Wieviele Termine zum Testen?

Beitragvon inessa73 » Fr 19. Mai 2017, 08:33

Twochild hat geschrieben:Macht ihr denn mit den beiden jetzt "nur" einen IQ-Test oder auch einen Entwicklungstest. Bei der Schwester wäre das ja vermutlich eher nicht nötig, so wie es sich anhört.
Oder hattet ihr da nicht sogar schon mal in die Richtung testen lassen? Meine mich daran zu erinnern,mal sowas gelesen zu haben...
Erscheint mir auf jeden Fall gut, dass sie sich da Zeit nehmen möchte!



Lt. Aussage der Teststelle wird eine Leistungsdiagnostik gemacht, denke also, das geht in Richtung IQ-Test. Damals, beim Großen, war es ja der Hawik 4.

Ja, das Mädel ist eher unauffällig, wobei ich bei ihr die Vermutung habe, sie nimmt sich mehr zurück.

Erst gestern kam wieder so ein Spruch als sie meinte, dass sie sich darum sorgt, ob die Kinder sie fragen werden, warum sie so komisch spricht (sie hatte eine etwas heisere Stimme). Ich frage dann, warum ihr das Sorgen macht. Darauf sie, es sei ihr unangenehm, sie steht nicht gern im Mittelpunkt. Von daher denke, wird sie auch eher nicht zeigen, was sie kann, eben damit sie nicht im Mittelpunkt steht. Sie scheint auch gar keine Sonderaufgaben bekommen zu wollen, es könnte ja jemand nachfragen u.s.w. . Vor Schulbeginn war eine wichtige Frage von ihr, ob sie da so lesen soll, wie sie es schon kann oder eher so tun soll, als ob sie es noch nicht kann. Das gab mir schon etwas zu denken und ich denke, da sollte mal etwas aufpassen.
Dabei ist sie sonst so gar nicht auf die Klappe gefallen, jedenfalls nicht zu Hause.

Das Mädel ist noch gar nicht getestet, aber beim Zwillingsbruder wurde vor der Schule der IDS gemacht, um seine sozial-emotionalen Probleme etwas näher zu beleuchten. Lt. Psychologin war er sehr durchwachsen, da er nur teilweise gut mitgemacht hat. Entweder war er sehr unsicher oder ihn haben die Aufgaben gelangweilt, er kam sich veralbert vor. Erst im Testbereich, in dem es um mathematische Kenntnisse ging, ist er aufgetaut und hat sehr gut abgeschnitten.

Daher wird bei ihm eben etwas genauer geschaut, da er sich oft selbst im Weg steht. Er hat eine Tendenz zur Hochsensibilität und ist sehr perfektionistisch, was ihn oft hemmt bzw. in der Konzentration stört, wenn es sehr laut um ihn herum ist.

Ja, in Mathe ist für Beide nicht wirklich was Neues dabei. Das Mädel hat sich schon nach 1-2 Monaten beschwert, dass sie endlich mal was lernen möchte. Tja - ich denke, denen wird es immer recht leicht fallen und somit werden sie keine großen Herausforderungen haben. Der Junge rechnet ja auch schon lange mindestens im 100er-Bereich und auch Aufgaben wie 68,40+18,30 bekommt er hin, ohne, dass es ihm jemand erklärt hat - er hat einfach ein gutes mathematisches Verständnis.
Aber komischerweise hat er sich noch nicht beschwert, dass es langweilig ist. Er genießt es scheinbar, sich nicht anstrengen zu müssen. Aber auf Dauer finde ich es einfach nicht gut, denn so lernt er ja nie, auch mal seinen Kopf zu fordern und schaltet wahrscheinlich irgendwann mal ab bzw. ist überfordert, wenn dann doch mal was drankommt, was er nicht auf Anhieb kann.

Am 12.6. werden wir dann mehr wissen, jedenfalls beim Mädchen und ich bin schon sehr gespannt. Irgendwie denke ich mir manchmal:"Wow, was sie können und wissen!" und dann wieder:"Ach Quatsch, die sind ganz normal, was willst Du beim Test ?". Aber so war es beim Großen auch und ich bin aus allen Wolken gefallen, als wir das Ergebnis bekamen.
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Re: Wieviele Termine zum Testen?

Beitragvon alibaba » Di 30. Mai 2017, 08:58

Manchmal steht aber auch das reale Alter des Kindes im Weg. Die Synapsen im Gehirn, die die Zukunft verstehen und einen weiter blicken lassen, werden oft in der Pubertät angelegt. Das bedeutet, dass extrem junge Schulkinder sehr oft erst das Verständnis für das eigene Tun, erst sehr spät gewinnen.

So ist, liebe Joschka, mein 12-jährige in der 7. Klasse, so wie dein 10-jähriger. Blicke ich zurück, kann ich nur die Hände über den Kopf zusammen schlagen, welche Einstellung mein damals 5. Klässler hatte. Nur damals war er halt 5. und nicht die 7. Akruell, mitten im Pickelwachstum, stelle ich Vernunftsveränderungen fest. Die Akzeptanz, dass man eben genau das tun muss und auch sollte, egal ob langweilig oder nicht, setzt sich gerade durch. Ein Bekannter von uns, hat das mal so formuliert: wenn ich schon in die Schule muss, kann ich auch mitarbeiten. Dann muss ich auch nicht mehr zuhause machen, habs ja schon im Unterricht verstanden." Leider haben, vor allem Jungs, dieses Verständnis, aufgrund der zweijährigen Entwicklungsverzögerung gegenüber Mädchen, erst recht spät, mit Folgen für diese im Schulalltag.

Es ist unerheblich ob etwas langweilig ist. Man kann das ja auch nur selten ändern und wenn überhaupt, nur durch das zeigen von Leistung gegenüber dem Lehrer. Sitze ich nur da, werde ich den Lehrer nicht überzeugen können. Mache ich mit und zeige Interesse, erreicht man, auf allen Ebenen, viel mehr.

Aktuell reifen bei meinem die Synapsen. Und, nur durch Mitarbeit im Unterricht, hat er sich im zweiten HJ um 1 1/2 Noten verbessert. Langweilig ist alles nach wie vor -irgendwie. Aber das Verstehen, die Akzeptanz hat eingesetzt. Und an dieser kann man nicht ziehen, das hängt von der persönlichen Entwicklung ab.
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Re: Wieviele Termine zum Testen?

Beitragvon inessa73 » Di 30. Mai 2017, 10:01

Koschka hat geschrieben:Hallo innessa,

Ich habe das Gefühl, solche Kinder können nur durch Erfolge und Lob ihre soziale und emotionale Kompetenz verbessern. Sie trauen sich nicht an die schweren Aufgaben, weil sie so faul sind. Sie haben zu viel Angst vorm Scheitern. DIe Kritik zerstört das zerbrechliche "Ich"... und die Zwillingssituation potentiert diese Angst noch erheblich.



Oh ja - genauso ist es bei meinem Sohnemann. Er braucht besonders viel Zuspruch und sein Ego ist nicht wirklich gut.

Erst letztens hatten wir beim Schachturnier ein großes Drama, als er in einer Partie seine Felle davonschwimmen sah und kurz vor der Niederlage stand. Da gabs großes Geschrei, Tränen und leider auch Beschimpfungen gegenüber dem Gegner (da gab´s danach natürlich ein Gespräch, dass das so nicht geht). Er schrie völlig verzweifelt, dass er NIE ein Spiel gewinnen würde, dabei hatte er kurz vorher erst 2 gewonnen. Er setzt sich da teilweise dermaßen unter Druck. Beide Kinder waren ja anfangs fest davon überzeugt, dass sie da einen Platz belegen, es ging ja auch erst gut los, aber dann folgten eben auch mal Niederlagen, was ihn dann völlig aus der Bahn geworfen hat.

Am Ende haben beide sehr gut abgeschnitten, auch wenn es nur für das Töchterchen zu einem Preis für´s beste Mädchen gereicht hat. Was ich dann aber toll von ihm fand, er hat sich für sie gefreut und es ihr wirklich gegönnt. Das ist eine neue (und sehr schöne) Erfahrung für mich gewesen, denn der Konkurrenzkampf zwischen den Beiden ist schon stark vorhanden und normalerweise ist das andere, nicht bedachte Kind, dann erstmal sauer.
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