Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Fragen, Antworten und Erfahrungen zu IQ-Tests

Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon Koschka » Fr 17. Nov 2017, 03:45

Ich weiß nicht, ob es schon im Bereich von ADHS liegt, auf jeden Fall passt bei einem meiner Kinder die Konzentration und der Rest nicht wirklich zusammen. Die von dir beschriebenen Probleme liegen viel eher im Bereich von "nicht-können" als von "nicht-wollen", wenn man einen normalen "Arbetismodus" betrachtet, vergleichbar mit seinen Klassenkameraden. Dein Kind braucht immer eine zusätzliche Portion an inneren Energie und Anstrengung um auf dem für die Schulleistung akzeptablem Niveau bei Routineaufgaben zu arbeiten. Wenn er, wie etwa mein Kind, den Sinn der Schule im Allgemein und den Noten insbesonderem nicht einsieht, ist die Motivation diese Anstrengung aufzubringen nicht vohanden. Das sollte angeblich erst dann besser werden, wenn das Kind auf seiner Persönlichkeitsebene realisiert, dass das Thema Schule für ihn wichtig ist. Man hätte gerne ein Mittel, dass schnell wirkt und dauerhaft hält. Ich habe ziemlich alles durchproblert: von freien Schule bis zur totalen Kontrolle .. nichts wirkt. Daher meine Empfehlung: solange Versetzung nicht gefährdert ist, haltet euch aus den schulischen Themen komplett raus. Die Noten der Unterstufe interessieren später eher keinen. Die kaputten Nerven und angeknacksten Beziehungen sind viel tragischer.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon yuki0 » Fr 17. Nov 2017, 06:57

Vielen Dank,Koschka, für deinen Beitrag!
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon Edainwen » Fr 17. Nov 2017, 08:20

Koschka, ich glaube, du beschreibst meine Tochter ;)
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon Koschka » Sa 18. Nov 2017, 04:45

@Edainwen

jetzt stell dir vor, du sollst deiner Tochter eine Sprache beibringen, die du selber nicht kannst... :-) Ich freue mich schon, dass mir bald dieser Aufgabe jemand abnimmt.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon Edainwen » Sa 18. Nov 2017, 09:28

Koschka hat geschrieben:@Edainwen

jetzt stell dir vor, du sollst deiner Tochter eine Sprache beibringen, die du selber nicht kannst... :-) Ich freue mich schon, dass mir bald dieser Aufgabe jemand abnimmt.


:mrgreen: Weder ich noch die Lehrer schafffen es, ihr eine Sprache beizubringen, die wir können :mrgreen:
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon inessa73 » Sa 18. Nov 2017, 10:18

Mein Großer hatte beim Hawik4 auch ähnliche Werte - sehr hoch im Bereich SV und WLD dafür lag AG bzw. VG im Durchschnitt. Auch uns wurde gesagt, dass so etwas auf ADS / ADHS hindeuten kann, was sie aber aus ihren Beobachtungen heraus, eher ausgeschlossen haben.

Leider hat auch er so seine Probleme mit der Konzentration, er schusselt sehr viel, ist verpeilt (unser zerstreuter Professor) und hat sich dadurch schon so manche 1 "versaut".

Auch er ist gerade in die 5.Klasse gekommen und muss sich doch sehr umstellen. In der GS musste quasi kaum mal etwas gelernt / geübt werden, was inzwischen, durch die hinzugekommenen Lernfächer wie Latein, Geschichte, Geographie und Bio, doch mal nötig ist.

Wir haben aber das Glück, dass er eigentlich ohne Widerstände (inzwischen sogar endlich ohne darauf hinweisen zu müssen) seine Hausaufgaben macht und auch mal lernt, was man ihm aber immer mal sagen muss.

Ich denke, dass ist auch eine Frage der Erfahrung und der Reife. Wenn er merkt, er bekommt eine schlechte Note, wenn er vorher nichts dafür getan hat, wird ihm das zu denken geben. Mein Großer hat sich erst letztens bei mir bedankt, weil ich ihn "genötigt" habe, ein paar Matheaufgaben zu üben, bei denen er noch seine Probleme hatte (er hasst Kopfrechnen und vertut sich da regelmäßig). Er hat dadurch eine gute Zensur bekommen und sich generell im Unterricht sicherer gefühlt und so gemerkt, dass sich der Aufwand auch lohnen kann. Solche Erfahrungen braucht er wohl immer mal noch.

Ist Dein Sohn evtl. auch hochsensibel ? So etwas kommt oft im Zusammenhang mit HB vor. Es kann also sein, dass er sehr viel um sich herum aufnimmt und dadurch abgelenkt ist. Mein Kleiner ist so ein Kandidat. Er kann nur schwer mit Trubel umgehen, ist lärmempfindlich und kann sich dann eben nur schwer konzentrieren, wenn es um ihn herum lauter ist.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon Koschka » Sa 18. Nov 2017, 10:37

Meinem Kind gibt eine schlechte Note eine Denkrichtung vor: die Welt ist hart und ungerecht. Es mag wohl an allem liegen, dass er sie bekommen hat, aber bloß nicht an ihm selber. Es dauert nicht mal eine viertel Stunde, dann ist die Note vergessen. Wer soll denn unter solchen Bedingungen seine wertvolle Zeit für das Lernen opfern? Auch eine gute Note für ein unbeliebtes Fach erzeugt genauso wenig Begeisterung. Statt der gewünsten Maxime: "ich kann es, wenn ich mich anstrenge!" kommt ein "Ich kann das mit links, wenn ich mich bloß damit beschäftige. Also kann ich ruhig das Lernen so lange aufschieben wie es mir gefällt." Es hat alles so seine Gründe im Gehirn. Kinder sind schlau, sie schützen sich durch Vermeidungsstrategien bis es nicht mehr geht. So eine nichts bedeutende Note kann die mühsam und effizient aufgebaute Verteidigungslinie kaum durchbrechen. Ich glaube erst wenn wirklich drastische Konsequenzen sehr present werden, dann kann ein Kiind sich darum bemühen, sich dauerhaft anzustregen. Eigentlich ist es nicht im Sinne der Kiindheit, dauerhaft was leisten zu müssen. Nicht umsonst bekommen Menschenkinder so einen Aufschub, bis sie dann Erwachsen werden dürfen. Ich habe mittlerweile die Meinung, dass vor dem Pubertät jede Konkurenz und Druck eher vom Nachteil als vom Vorteil ist. Die sensiblen macht es platt, die harten werden nur härter und widerspenstiger. Meine Großen haben die 7. Klasse hinter sich. Wen interessiert wohl welche Noten sie in der 5. oder 6. hatten?
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon Koschka » Mo 20. Nov 2017, 03:33

Edainwen hat geschrieben:
Koschka hat geschrieben:@Edainwen

jetzt stell dir vor, du sollst deiner Tochter eine Sprache beibringen, die du selber nicht kannst... :-) Ich freue mich schon, dass mir bald dieser Aufgabe jemand abnimmt.


:mrgreen: Weder ich noch die Lehrer schafffen es, ihr eine Sprache beizubringen, die wir können :mrgreen:


da bin ich doch im Vorteil. Wenigstens ich lerne dabei was Neues und nützliches :-) Bin schon froh, dass es nicht Latein geworden ist.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon unwissende-neu » Mo 29. Jan 2018, 11:01

Hi,

das klingt ähnlich wie bei uns.
Laut Bericht hatten wir so große Unterschiede, sogar in den einzelnen Subtests, dass es nicht ausgewertet wurde ( werden durfte). Im Bericht bezogen sie sich darauf, dass die Konzentrationsleistung keinen Rückschluss auf den IQ zu lässt. Wir hatten Ergebnisse in dem IQ, der sowohl eine geistige Behinderung als auch eine Höchstbegabung in einer Person beschrieb, und das Teilweise in den gleichen Bereichen ;)

Im Konzentrationstest waren wir auch weitestgehend unauffällig, da dort nicht die Daueraufmerksamkeit ausreichend mit getestet war. Jeder Psychologe und Arzt, der versuchte mit meinen Kind zu arbeiten, meinte, dass der Konzentrationstest viel zu gut ausgefallen war und diesen komplett anzweifelte. Aber den Konzentrationstest "kann" sie scheinbar.

Aber im Alltag reicht die Konzentrations nicht einmal um sich anzuziehen oder über die Straße zu laufen.

Wir hatten dann eine ADS Diagnostik. Und nachdem sich die Lage extrem zugespitzt hatte, hatte ich der medikamentösen Behandlung zugestimmt. Ich bin mir sicher, dass nun der IQ Test ganz anders aussehen würde. Und auch andere "psychische Probleme" waren scheinbar darauf zurückzuführen.

Unsere Geschichte kannst du hier lesen.

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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit und Konzentrationsstörungen

Beitragvon Twins123 » Di 30. Jan 2018, 10:32

Hallo, warum sollte das Verhalten nicht ein Zeichen von Unterforderung sein. Bei meinen Kindern war es so, je einfacher die Hausaufgaben, desto größer das Theater bzw desto länger dauerten sie, bis sie zuletzt komplett verweigert wurden. Gerade in Klasse 5 wird viel wiederholt, um alle Kinder auf das selbe Level zu bringen....
bei uns hat erst der Wechsel in einen Hb-Zug die Erleichterung gebracht.
Manche Kinder können die ständigen Wiederholungen psychisch nicht gut vertragen, schalten ab und merken oft gar nicht, wenn doch mal was Neues und Wichtiges gesagt wird...
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