WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Twins123 » Sa 14. Apr 2018, 12:10

Ich weiß nicht recht, ob es die Reife ist, die das Kind dazu befähigt, auch langweilige HA zu erledigen, ich denke eher, es ist auch Typsache und wie das Kind die Folgen nichtgemachter HA einschätzt. 2 meiner Kinder ist es schlichtweg egal, was der Lehrer davon hält und brauchen anscheinend dessen Anerkennung etc nicht. Sie machen nur das, was ihnen selbst wichtig und sinnvoll erscheint. Der 3. jedoch passt sich eher an, murrt zwar, will aber nicht unangenehm aus der Reihe tanzen und fügt sich daher.
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 14. Apr 2018, 16:25

Koschka hat geschrieben:IFür mich ist diese Bereitschaft des Kindes bewusst Aufgaben zu erfüllen, die nicht zu seinen Interessen gehören, das wichtigste Kriterium für die vorzeitige Einschulung, für das erlernen eines Instrumentst oder sonst irgendein Hobby, dass auf einem hoherem Niveau als einfach nur Spaß ausgelebt wird. Je junger das Kind, desto schwerer ist der Kampf um die unbeliebten Aufgaben.


Grundsätzlich stimme ich damit überein. Aber es kommt eben (wie du selbst an anderer Stelle schon mehrmals geschrieben hast) sehr auf die Lehrperson an. Es gibt Kinder, wie meinen Sohn, die einfach in DIESER Reife, die du da beschreibst (eben bewusst Aufgaben zu erfüllen, die nicht zu den eigenen Interessen gehören) auch bei regulärer Einschulung deutlich "hintennach" sind.

Ich habe für meinen Sohn unter anderem deshalb eine Mehrstufenklasse gewählt, weil ich mir der Diskrepanz zwischen kognitigen Fähigkeiten und sozial-emotionaler Reife sehr wohl bewusst war. Aber nächste Woche steht mal wieder ein Gespräch mit den Lehrerinnen an. Denn wenn ein Kind sich ohnehin schon bekanntermaßen schwer tut, langeweilige Aufgaben mit viel Schreibarbeit und null Lerneffekt zu erldigen, muss man ihm in einer MEHRSTUFENKLASSE, wo man sich gute Differenzierung auf die Fahnen heftet, nicht ausschließlich Aufgaben geben, die weit unter dem momentanen (und durchaus bekanntem!) Niveau des Kindes sind.

Im verbalen Zeugnis der ersten Klasse stand klar und deutlich "Du kannst schon sicher zwischen Nomen, Verb und Adjektiv unterscheiden" und an anderer Stelle "Du kannst auch schwierigere Wörter und komplizierte Sätze richtig schreiben". Und was ist seit Wochen Hausübung meines Sohnes? Wörter nach Nomen, Verb und Adjektiv zu sortieren, Sätze mit vorgegebenen Wörtern mit "mm" bilden und das "mm" in den Wörtern rot unterstreichen! Einziger Lichtblick in deutsch war bisher die Aufsatz-Hausübung, aber sogar da hat er vergangene Woche statt dessen eine Bildgeschichte zum richtig-reihen und abschreiben ins Heft bekommen! Ganz ehrlich - ich verstehe seinen Frust! Das, was er jetzt machen soll, hätte ihn vermutlich vor 3 Jahren interessiert! Wenn von mir (als "reife" Erwachsene) täglich verlangt würde, solch langweiligen Quatsch zu machen, würde ich auch versuchen, mich mit allen Mitteln da irgendwie rauszuwinden!

Und ständig wird mir gesagt, es geht bei den Aufgaben nicht darum, dass es mein Sohn "nicht kann", sondern um die ARBEITSHALTUNG. Aber auch wenn es so ist sollte doch möglich sein, zumindest hie und da mal was als HÜ zu geben, was das Kind auch interessant findet!
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Twins123 » Sa 14. Apr 2018, 20:16

Ja, das sollte möglich sein und ist lt Schulgesetz sogar einzufordern. Mein Sohn bekam z.B. immer einen Teil der Routinehausaufgaben ersetzt! durch eine herausfordernde Aufgabe... (es gibt da spezielle Knobelaufgaben für Hochbegabte) und auf die hat er sich sogar gefreut. In Kl 4 brauchte er sogar nur noch diese Aufgaben machen (das waren z.B. Rechenaufgaben mit Millionen etc. statt mit 3 stelligen Zahlen oder spezielle Textaufgaben etc) Kinder brauchen diese Anregung, sonst bleibt das Flow-Erlebnis aus u erst dieses motiviert die Kids intrinsisch durch Ausschüttung von Botenstoffen im Hirn. Bei zu leichten Aufgaben gibt es diese Verstärkung nicht! Auch hilft dann das Lob der Lehrerin nicht,weil dem Kind bewusst ist, dass die Aufgaben pipifax sind u es sich dafür nicht anstrengen muss
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Rabaukenmama » So 15. Apr 2018, 10:08

Hallo Koschka,

das Gespräch mit den Lehrern ist erst nächste Woche. Und grundsätzlich sind sie ja kooperativ (vor allem die Sonderschulpädagogin), aber das mit den langweiligen Hausis schleift halt immer wieder ein.

Sohnemann geht ja unter anderem deshalb nicht ungern (aber auch nicht besonders gern) in die Schule, weil er dort Comics lesen darf, wenn er mit den Schulübungen fertig ist. Von den anderen Kindern wird das so wahrgenommen, dass er "ständig" Comics liest.

Natürlich weiß ich, dass du recht hast. Ich selbst war ja nicht anders als mein Sohn, nur kam bei mir die Arbeitshaltung auch nicht mit 12, sondern erst ab dem Tag, wo ich wirklich GEARBEITET (also meine Lehre begonnen) habe! Heute sehe ich das nicht als Zufall. Auch da habe ich nicht von einem auf den anderen Tag die Reife mit der Lehrstelle "mitgeliefert" bekommen. Sondern mir war plausibel, WARUM ich das, was mir aufgetragen worden war, machen sollte. Und zwar auch bei unangenehmen Arbeiten, wie zum Beispiel verfaultes Obst aussortieren oder bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten wie Obstkisten im Kühlraum stapeln. Mir war klar: das Obst hält besser, wenn es gekühlt ist, also gehören die Obstkisten in den Kühlraum. Dort muss man sie stapeln, damit alle Kisten Platz haben und so ordnen, dass man sie jederzeit wieder holen kann, wenn sie zum Verkauf benötigt werden. Das verfaulte Obst muss aussortiert werden, damit es die guten Früchte nicht ansteckt. Alles klar und plausibel!

DAS war der große Gegensatz zu Schulaufgaben! Ich habe wirklich NIE verstanden, dass man verlangt, sich für was zu plagen (Langeweile und inneren Widerstand überwinden gehört dazu!) was dann niemanden nützt und ohnehin im Müll landet!

Dass ich "zur Übung" Aufgaben erledigen sollte, war mir aber durchaus klar. Ich war ja 1/2 Jahr in der höheren Schule und bin dann mit 4 "nicht genügend" im Halbjahr ausgestiegen. Dabei hatte ich schon nach 2 Monaten voll kapiert: hier MUSS ich lernen, um durchzukommen. Es gab mal in der Schule eine Umfrage, wie viele Stunden man Tag durchschnittlich zu lernen verwendet. Ich habe 30 Minuten angegeben, wobei es tatsächlich vielleicht die Hälfte war! Die anderen Schüler haben zwischen 2 1/2 und 6 Stunden (durchschnittliche tägliche Lernzeit) angegeben!

Ich erinnere mich an die erste Schularbeit in Rechnungswesen: ich hatte eine katastrophale 5 (6 gibt es in Ö nicht) mit 4 von 80 möglichen Punkten. Für die nächste Schularbeit habe ich bewusst gelernt und zwar ganze 6 Stunden! Da hatte ich dann eine passable 4 mit 48 von 80 Punkten. Im Zeugnis gab´s trotzdem eine 5 weil 48+4 Punkte zusammengezählt und ein Durchschnitt ermittelt wurde. In dem Moment wurde mir klar, dass ich, wenn ich in dieser Schule bleiben wollte, auch mindestens 3 Stunden täglich lernen würde müssen, um positiv abzuschneiden! Und dazu war ich einfach nicht bereit! Wenn ich in der Hauptschule mal eine Stunde für einen Test oder eine Schularbeit gelernt hatte, habe ich dafür eine glatte 1 bekommen! Stundenlang für 3er und 4er zu lernen war außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Rückwirkend weiß ich, dass ich mit mehr Motivation die höhere Schule locker geschafft hätte. Und wenn ich mal mit dem lernen "drin" gewesen wäre, hätten vielleicht auch weniger als 3 Stunden täglich gereicht! Und rückblickend wäre es auch besser gewesen, das Gymnasium (trotz fehlender sozialer Reife) zumindest zu VERSUCHEN! Dann wäre ich schon mit 10 quasi gezwungen gewesen, zu lernen, oder abzusteigen. Ich weiß nicht, was rausgekommen wäre, aber meinem Sohn will ich diesen Versuch schon zumuten. Ich weiß, dass ich ihm von meinen eigenen Erfahrungen nichts "abgeben" kann - aber er tickt so ähnlich wie ich und wird dann schon seine Schlüsse ziehen.

Noch ist er weit davon entfernt, einzusehen, dass er einen guten Schulabschluss braucht, um seine Ziele zu verwirklichen. Im Moment will er ja "Erfinder" werden, hat da aber noch sehr kindliche Träume von Raumschiffen mit Lichtgeschwindigkeit oder Zeitmaschinen...und für Erfinder braucht man ja keinen Schulabschluss :roll: !
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon charlotte12 » So 15. Apr 2018, 16:16

Rabaukenmama hat geschrieben:Die anderen Schüler haben zwischen 2 1/2 und 6 Stunden (durchschnittliche tägliche Lernzeit) angegeben!

:shock: Hoffentlich inclusive ausgiebiger Pausen? 6 Stunden Netto-Lernzeit hält man nach meiner Erfahrung nach nicht mehr als ein, zwei Tage durch. Wobei ich mit "man" mich selbst meine :oops: Aber ich kann trotzdem nicht glauben, dass irgendein Mensch auf dieser Welt über längere Zeit SECHS Stunden wirklich lernt, das hört sich für mich nach Selbstbetrug an (2 Stunden lernen, 1 Stunde aus dem Fenster schauen, 1 Stunde Bleistifte spitzen und Tisch anmalen, 1 Stunde Klo und 1 Stunde essen oder so).
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Rabaukenmama » So 15. Apr 2018, 17:34

charlotte12 hat geschrieben: :shock: Hoffentlich inclusive ausgiebiger Pausen? 6 Stunden Netto-Lernzeit hält man nach meiner Erfahrung nach nicht mehr als ein, zwei Tage durch. Wobei ich mit "man" mich selbst meine :oops: Aber ich kann trotzdem nicht glauben, dass irgendein Mensch auf dieser Welt über längere Zeit SECHS Stunden wirklich lernt, das hört sich für mich nach Selbstbetrug an (2 Stunden lernen, 1 Stunde aus dem Fenster schauen, 1 Stunde Bleistifte spitzen und Tisch anmalen, 1 Stunde Klo und 1 Stunde essen oder so).


Ob es wirklich Schülerinnen (es waren ja alles Mädchen) gegeben hat, die 6 Stunden gelernt haben, weiß ich natürlich nicht. Ich habe ja auch statt der realen 15 Minuten 30 angegeben, weil ich dachte, das wirkt vielleicht besser :mrgreen: . Und ich vermute auch bei den tatsächlichen Viel-Lernerinnen, dass sie Pausen gemacht haben.

Was mich betrifft so ist meine Konzentrationsspanne im Moment bei maximal 15 Minuten am Stück, wenn das Thema mich interessiert und gut "gebracht" wird, 30 Minuten. Dann MUSS ich ein paar Minuten "abschalten", anders geht es gar nicht. Im Moment besuche ich ja wieder einen Gebärdensprachkurs mit 90min Dauer. Da habe ich jedes Mal 2-3 Phasen zu je ca. 5 Minuten dabei, wo ich gar nichts mache (also auch nicht mitschreiben), einfach nur, um mich selbst zu regenerieren. Da ich in den aufmerksamen Phasen aber sehr aufnahmefähig bin, ist das drin ;) .
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Nadi » Di 24. Apr 2018, 08:15

Wir hatten auch weniger vor, die eine Erzieherin zu ändern, sondern mehr, zu bewirken, dass er die Gruppe wechseln kann.
In der anderen Gruppe sind die Kinder aus dem Einschulungsjahrgang 2019 (also seinem Jahrgang, sollte er früheingeschult werden), und zwei andere Erzieher, die denke ich deutlich besser passen würden, und intuitiver fördern. Ein Erzieher, der prinzipiell einen höheren Anspruch erstmal stellt an die Kinder, und sich freut, wenn sie das schaffen, und nicht unreflektiert jeden Scheiß lobt (das mag mein Kind nämlich absolut nicht, und wird dadurch verunsichert) sowie eine Erzieherin, die schon wenige Wochen, nachdem mein Kind in der KiTa gestartet hat (wohlgemerkt, nicht in ihrer Gruppe), auf uns zukam, und fragte, ob er evtl hochsensibel sei. Also eine tendentiell sehr aufmerksame Erzieherin.
Das ist unser Ziel. Nich die ältere, DDR-ausgebildete Erzieherin, mit traditionellem Rollenbild jetzt auf den letzten Metern noch zu verändern. Das wäre auch illusorisch, und würde niemals klappen.
Wir werden auch nicht Gutachten-wedelnd in die KiTa rennen. Aber das H-Wort in den Mund nehmen (was einfacher geht, wenn man ein Gutachten, was das notfalls stützt, in der Hinterhand hat), schon allein, weil der Träger auf der Mehlhorn-Pädagogik sein Konzept entworfen hat, und groß tönend individuelle Förderung besonderer Begabungen, sowie von Schwächen im Konzept stehen hat. Darauf kann man sich schon berufen. Die Herrschaften Mehlhorn waren zwei Forscher auf dem Gebiet der Hochbegabung in der DDR. Also entsprechend verankert müsste das Thema eigentlich sein in dem Konzept des Trägers.
Ich weiß, es steht und fällt mit den Einzelpersonen, aber dennoch kann man, sollte es notwendig sein, auf das Konzept des Trägers verweisen, zumindest was den Gruppenwechsel angeht. Sie sollten entwicklungsgerecht, und nicht altershomogen fördern.

Und zum Thema Früheinschulung ja oder nein:
Wäre er in der KiTa einigermaßen zufrieden, würden wir da nie drüber nachdenken. Das kam ja nur deshalb auf, weil er dort kreuzunglücklich ist.
Die Testpsychologin (zu der sind wir weit gefahren, die kennt die Schullandschaft hier nicht), hat uns ein Begabungszentrum hier empfohlen, wo wir am 8.5. einen Termin haben, um über die mögliche Früheinschulung und pros und cons zu sprechen, und auszuloten, welche Schule evtl geeignet sein könnte. Wir sind da nicht drauf eingeschossen.

Weil du sagtest, Kokosnuss-Bücher sind vielen Schulanfängern noch zu viel Text: Kokosnussbücher sind seine jetzige Lektüre (im Alleingang), daher ja, macht mir die Vorstellung, dass er in der ersten Klasse stupide Buchstaben nachmalen soll, Angst. Und ja, wir bräuchten einen Lehrer, der da entsprechend mit umzugehen weiß. Deswegen werden wir ihn auch nicht blind in die nächstbeste Schule einschulen, und hoffen, dass er durch die Früheinschulung gefordert ist, denn wie schon richtig gesagt wurde, das wird vmtl auf intellektueller Ebene nicht der Fall sein. Wohl aber evtl auf anderer Ebene. Das muss man dann wirklich gut ausloten.
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Nadi » Fr 11. Mai 2018, 15:36

Falls es noch jemanden interessiert, wollte ich kurz vom Gespräch in der KiTa erzählen. :)

Es lief überraschend gut. Die KiTa Leitung sagte von sich aus, dass sie bei ihm schon öfter den Verdacht einer Hochbegabung hatte (sie hat vorher an einer Grundschule mit Hochbegabtenförderung gearbeitet), aber sie sähe ihn ja eher selten, da er nicht in ihrer Gruppe ist, daher wollte sie nicht so zügig mit dem Verdacht auf uns zukommen, aber ob wir denn schonmal in die Richtung überlegt hätten.

Die Azubine sagte auch, er fiele ihr vor allem dadurch auf, dass er sehr intelligent sei, alles bei ihm eine sehr große Tiefe hätte, alle Themen, sein Gedächtnis, und die Sprache, und sie sei daher etwas überrascht, dass er sich so gar nicht für Zahlen und Buchstaben interessiere, das täten nämlich einige andere Kinder in der Gruppe bereits, und er würde sich dann aber immer raus ziehen, wenn sie damit was spielerisch machen. Als wir dann erstaunt sagten, dass er sinnerfassend liest, und das auch auf Video hatten, fielen sie aus allen Wolken. Ebenso dass er das Dezimalsystem erfasst hat, und sehr wohl Zahlen kennt, rechnet, und sich auch Zahlen erschließen kann.
(ich denke fast, dass das bloße benennen von Buchstaben, und eventuell der rudimentäre Versuch, Anlaute heraus zu hören, was sie mit den Kindern spielerisch machen, für ihn keinen großen Mehrwert hat. Er schreibt nach Gehör, liest sinnerfassend, ich glaub fast, dass das dann für ihn nicht sonderlich spannend ist...)

Zu unserer mehr oder weniger großen Überraschung wurde auch sein Sozialverhalten sehr positiv hervorgehoben (gegenteilig zur alten KiTa, wo sie ihn ja in die Autismusecke gestellt haben, und selbst seine Psychologin, bei der wir waren, wollte eine Autismus Abklärung). Er würde Kinder trösten, versuchen ihnen Vorschläge zu machen, wenn es denen nicht gut geht, helfen, beim Streit beilegen versuchen zu helfen, und Kompromisse vorschlagen, selbst wenn er am urspünglichen Streit gar nicht beteiligt war, und so weiter.

Erst an diesem Punkt haben wir das Thema Hochbegabung erwähnt. Wir wollten ja erstmal deren Eindrücke sammeln.

Ebenso fiel die Diskrepanz zwischen Zeichnungen daheim und aus der KiTa auf. Daheim malt er (kein Picasso, aber gut erkennbare Bilder), und beschriftet diese. In Der KiTa nur Krickelkrakel.

Die Haupterzieherin seiner Gruppe (ältere Frau mit DDR-Ausbildung), war auch erstaunlich zugänglich, auch wenn sie eher in das Rohr von "Den Kindern die Kindheit lassen etc" pustet (also kein WIRKLICHES Verständnis für die Situation, aber eine positive Grundeinstellung uns und unserem Kind gegenüber.)

Wenn die KiTa mit zieht, würden wir ihn ab Sommer in die Vorschule geben, und sehen wie das Vorschuljahr läuft, und wenn es gut läuft, wird er 2019 eingeschult, wenn nicht, dann eben 2020. :) Die Anmeldung ist hier zwar schon im Oktober, aber man kann dann immer noch zurück rudern bis zum Einschulungstag. Also würden wir vmtl erstmal anmelden, und notfalls zurück rudern.
Er fragt ja auch selbst dauernd, ob er nicht evtl schon mit 4 in die Vorschule könnte, damit er dann bald in die "richtige" Schule kann. (ich weiß schon, dass seine Vorstellung von Schule da vmtl noch ein bisschen zurecht gerückt werden muss, ich denke er hat da evtl noch eine etwas überzogene Erwartung, dass dort dann alles anders und interessant wird... Das wird so als direkter Zusammenhang nicht stimmen, aber am Ende geht es wohl wirklich am ehesten um eine "Leidenszeitverkürzung")

Wir waren dann noch in einer Beratungsstelle nun, um uns wegen der Schullandschaft und der Frage für die Schule anmelden für 2019, oder nicht, beraten lassen.

Die Sache bleibt ja, dass er sich dort total unwohl fühlt. Er ist zwar gut angepasst, aber er mag absolut nicht dort hin gehen. Die unvorhersehbare Reaktion und das unvorhersehbare Verhalten der anderen Kinder stresst ihn auch sehr, was unter älteren besser ist. Er selbst hat eine ziemlich gute Impulskontrolle, Aufmerksamkeitsspanne, Konzentration, Frustrationstolleranz, bespricht gerne vorher, was wie gespielt wird, steckt die Regeln ab, etc. das passt einfach ganz schlecht zusammen mit den überwiegend sehr impulsiven Kindern in seiner Gruppe, die sich null für "seine" Themen interessieren, und oft auf seine Dinge gar nicht eingehen, wenn er versucht etwas zu besprechen, und dann gibt er mitlerweile sehr schnell auf. ("Die anderen interessiert das eh nicht/das klappt eh nicht/die antworten gar nicht/man kann mit denen nichts machen/das ist langweilig/die mögen mich nicht/.../.../...) Er ist da der einzige der sich anpassen KANN, und daher ist er auch der einzige, der sich eben halt anpasst. Und das ist anstrengend für ihn, und macht ihn traurig.

Der Wechsel der Gruppe würde dann zum Sommer stattfinden (so die KiTa denn mit zieht, die wollten das erst noch im Team besprechen, bisher haben wir das "Ergebnis" aber noch nicht mitgeteilt bekommen.), akut wird er aber mehr ermutigt, bekommt Knobelaufgaben (weiß nicht genau, was sie damit meinen) "unverdientes" Lob (das kann er gar nicht leiden und das irritiert ihn) wird abgestellt, und soll an seine tatsächlichen Fähigkeiten angepasst werden.
Im Moment tut es ihm gut, dass sie viel draußen sind im Garten der KiTa, da verläuft sich das ganze etwas mehr, und er kann mehr für sich machen, aber gut ist es nicht. Wohl fühlt er sich nicht. Besser aber, als wenn sie den ganzen Tag drin sind.

Bauchschmerzen sind immer noch da.
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Re: WPPSI-III Berechnung des Gesamtwerts

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 11. Mai 2018, 18:48

Hallo Nadi,

na, das hört sich ja ganz gut an!

Bezüglich Vorschule kann natürlich auch das zutreffen, was ihr für die Schule befürchtet: dass dein Sohn eine ganz andere Vorstellung davon hat. Der Unterschied zu durchschnittlich begabten Kindern ist einfach so groß, dass es vermutlich auch im Vorschuljahr nicht mehr viel kognitive Herausforderung für deinen Sohn geben wird. Versuchen würde ich es trotzdem auf jeden Fall, allein schon weil ihm die doch sozial etwas kompetenteren, älteren Kinder dort sicher gut tun.

Bei meinem Sohn sind sie im KIGA draufgekommen, dass er sinnerfassend lesen kann, als eine Kindergärtnerin ein Buch mit Bildern von Tierspuren mir hatte, und mein Sohn alle korrekt benennen konnte, und zwar mit so Namen wie "Rotfuchs" oder "Dohle" - die Namen standen natürlich drunter :mrgreen: . Einige Wochen später kam ICH zufällig dahinter, dass er auch englische Texte mit korrekter Aussprache liest. Gefragt, woher er das könne, meinte er einfach, er sei schließlich im Vorschul-Englisch im Kindergarten. Da war er noch keine 5 Jahre alt (in seinem Kindergarten begann die Vorschule generell mit 4).

Für die Schulwahl würde ich - falls es das in eurer Nähe gibt - eine Mehrstufenklasse empfehlen. Mein älterer Sohn (mittlerweile 8) profitiert in seiner Mehrstufenklasse sehr vom individuellen Unterricht - auch wenn der in der Praxis nicht immer ganz so klappt, wie es im Schulkonzept steht. Aber da muss man halt alle paar Monate das Gespräch mit den Lehrerinnen suchen, um diese wieder "auf Kurs" zu bringen, dann klappt es schon. Es ist ein bißchen so ähnlich wie bei der Haupterzieherin deines Sohnes im Kindergarten: grundsätzlich herrscht eine offene, positive Grundeinstellung meinem Kind gegenüber. Das ist vor allem deshalb nicht selbstverständlich, weil mein Sohn als Asperger-Autist einfach öfter auffällig ist und "aus der Reihe tanzt". So gesehen nehme ich einfach in Kauf, halt öfter zu erwähnen, dass mein Sohn für so Abschreib-Arbeiten, die er schon längst kann (der Schwan - die Schwäne, das Haus - die Häuser,...) oder mit dem sortieren von Wörtern nach Nomen, Verb und Adjektiv einfach keine Motivation aufbringen kann. Darf er hingegen einen Aufsatz schreiben oder ein Referat halten, blüht er auf.

Wenn ihr keine Möglichkeit zur Mehrstufenklasse habt, würde ich mir bei den in Frage kommenden Schulen die Lehrer, die im Schuljahr 2019/20 eine erste Klasse übernehmen, mal näher anschauen. Eventuell in der Klasse hospizieren (das ist z.B. hier in Wien am "Tag der Wiener Schulen" möglich) und auch das Gespräch mit Eltern suchen, deren Kinder diese Lehrperson haben bzw. hatten. In einer Jahrgangsklasse ist für kluge Kinder enorm wichtig, dass die Lehrperson differenzieren kann. Und nach meiner Erfahrung können das Lehrer, oder sie können es eben nicht - Hochbegabung hin oder her! Nur so, wie sich dein Sohn bisher im Kindergarten gezeigt hat, ist leider durchaus möglich, dass er sich - wenn der Lehrer einfach stur "sein Ding" durchzieht, immer wieder nach unten anpasst und darunter leidet.

Aber ich will euch jetzt nicht schon vorweg den Kopf voll machen! Ist schon mal sehr gut, dass das Gespräch im Kindergarten grundsätzlich erfolgreich war, und so, wie du deinen Sohn beschreibst, wird auch eine vorzeitige Einschulung sicher besser sein, als noch ein Jahr zu warten. Alles Gute!
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