Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Fragen, Antworten und Erfahrungen zu IQ-Tests

Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon alibaba » Mo 25. Mai 2020, 08:56

jennifer hat geschrieben:
Ich bin insgesamt unschlüssig, ob es wirklich ein Störungsbild ist und wir etwas dagegen tun bzw. ihm helfen könnten, etwas schneller zu werden.


Geh einfach die bereits vorgeschlagene Ergotherapie an.

jennifer hat geschrieben:
Vielleicht sind manche Kinder einfach langsamer, aber die Unterschiede zu den anderen Werten sind doch stark-
Ich bin auch etwas besorgt, ob er in den nächsten Klassenstufen noch Probleme bekommen wird. Im Moment ist das Tempo doch relativ gering und durch sein gutes Wissen kann er recht viel kompensieren.


Ich finde, wenn man den WISC nimmt, den Wert von VG 90-100 normal. DIe Verarbeitungsgeschwindigkeit ist ganz normal.

jennifer hat geschrieben: Möglicherweise hat er zusätzliche noch ein Problem mit Langeweile bzw. Unterforderung im Unterricht. Fällt durch seine Art jedoch nicht weiter auf.


Ja, Unterforderung im Unterricht kann schon sein. Aber immerhin sehen es die Lehrer ja mittlerweile, sonst wäre er nicht im Mathe-Ass-Unterricht. Und, ich weise mal darauf hin, ein IQ-Test hat ja auch anspruchsvolle Aufgaben, die dein Kind ja auch "nur2 im normalen Tempo erledigte. Interessanter wäre es gewesen, wenn neben einem gut hohen IQ eine größere VG heraus gekommen wäre und Du dein Kind gar nicht wieder erkennen würdest, weil es so langsam ist.

Das was Du über dein Kind beschreibst, hört sich für mich rund an und nicht auffällig. Er ist ein nachdenkender Typ, Du nicht und daher kommen Dir seine Handlungen langsam vor. Wenn du die Langsamkeit noch einmal ansehen willst, geh zur Ergotherapie. Dort werden Dir die Damen etwas sagen können. Ein dritter Blick. Am Besten Du sagst nichts von einem IQ-Test und schaust zu welchem Ergebnis die Damen dort, nach den Sitzungen, kommen. Fällt da etwas auf, dann muss man weiter sehen.

Alles Gute.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 25. Mai 2020, 10:52

alibaba hat geschrieben:.
jennifer hat geschrieben:
Vielleicht sind manche Kinder einfach langsamer, aber die Unterschiede zu den anderen Werten sind doch stark-
Ich bin auch etwas besorgt, ob er in den nächsten Klassenstufen noch Probleme bekommen wird. Im Moment ist das Tempo doch relativ gering und durch sein gutes Wissen kann er recht viel kompensieren.


Ich finde, wenn man den WISC nimmt, den Wert von VG 90-100 normal. DIe Verarbeitungsgeschwindigkeit ist ganz normal.


Ob ein VG-Wert von 90-100 "normal" ist hängt gerade beim WISC vom Rest des Testes ab. Wenn der Rest (wie bei meinem Sohn) im IQ-Bereich 120-150+ liegt, der Wert die VG aber 91 und für das AG 102 beträgt, dann sind diese Werte sehr wohl auffällig und KÖNNEN ein Hinweis auf eine Wahrnehmungsstörung wie ADHS oder eben AVWS sein.

Man muss die Werte immer im Verhältnis zueinander sehen und darf sie nicht unhinterfragt mit dem "Durchschnitt" (der getesteten Personen) vergleichen. Das ist ähnlich wie bei einem Perzentillenrechner. Auch wenn Bereiche von 3-97 als "normal" angesehen werden, dann ist ein Kind auf der 5. Größenperzentille und der 95. Gewichtsperzentille eindeutig übergewichtig. Dabei wären die Werte FÜR SICH GENOMMEN ja durchaus im Normalbereich.

Dem gegenüber ist ein Kind auf der 98. Gewichts- und der 90. Größenperzentille tatsächlich eher im Normbereich (auch wenn 98 offiziell als "auffällig" gilt) weil die Werte besser zusammenpassen.

Nur machen auch "auffällige" VG-Werte für sich noch längst keine Diagnose aus. Wenn aber ohnehin einiges dafür spricht, dass das Kind an einer Wahrnehmungsstörung leidet, dann schaut man bewusst auf die VG- und AG-Werte IM VERGLEICH zu den anderen Werten.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon alibaba » Mo 25. Mai 2020, 11:11

Rabaukenmama hat geschrieben:
Ob ein VG-Wert von 90-100 "normal" ist hängt gerade beim WISC vom Rest des Testes ab. Wenn der Rest (wie bei meinem Sohn) im IQ-Bereich 120-150+ liegt, der Wert die VG aber 91 und für das AG 102 beträgt, dann sind diese Werte sehr wohl auffällig und KÖNNEN ein Hinweis auf eine Wahrnehmungsstörung wie ADHS oder eben AVWS sein.

Man muss die Werte immer im Verhältnis zueinander sehen und darf sie nicht einfach mit dem "Durchschnitt" (der getesteten Personen) vergleichen.


Hier gibt es aber keine so hohe Diskrepanz. UND der BUEVA zeigt auch keine Unstimmigkeiten. Im Gesamten sehe ich jetzt keine wahnsinnig großen Gegensätze. Weitere Verdachtsmomente würde ich alternativ von der ja eh schon vom Psychologen vorgeschlagenen Ergotherapie mal ansehen lassen. Ich denke, dass das eine gute Anlaufstelle wäre.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 25. Mai 2020, 11:40

alibaba hat geschrieben:
Rabaukenmama hat geschrieben:
Ob ein VG-Wert von 90-100 "normal" ist hängt gerade beim WISC vom Rest des Testes ab. Wenn der Rest (wie bei meinem Sohn) im IQ-Bereich 120-150+ liegt, der Wert die VG aber 91 und für das AG 102 beträgt, dann sind diese Werte sehr wohl auffällig und KÖNNEN ein Hinweis auf eine Wahrnehmungsstörung wie ADHS oder eben AVWS sein.

Man muss die Werte immer im Verhältnis zueinander sehen und darf sie nicht einfach mit dem "Durchschnitt" (der getesteten Personen) vergleichen.


Hier gibt es aber keine so hohe Diskrepanz. UND der BUEVA zeigt auch keine Unstimmigkeiten. Im Gesamten sehe ich jetzt keine wahnsinnig großen Gegensätze. Weitere Verdachtsmomente würde ich alternativ von der ja eh schon vom Psychologen vorgeschlagenen Ergotherapie mal ansehen lassen. Ich denke, dass das eine gute Anlaufstelle wäre.


Ja, das ist es bestimmt. Unf VG 90 bedeutet ja "nur" dass 75% der gleichaltrigen Kinder schneller arbeiten. Das für sich (ohne Wahrnehmungsstörungs-Diagnose) ist noch kein Grund zur Sorge.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon sinus » Mo 25. Mai 2020, 12:09

...zumal nach dem WISC der Rat der Psychologen dort ja auch war, an der Schnelligkeit zu arbeiten und keine Rede von einer eventuellen Wahrnehmungsstörung war, wenn ich den Text richtig gelesen habe.

Wie alibaba schrieb, würde ich da wohl zunächst auf den damals gegebenen Rat hören und dann ggf die Ergotherapeuten nochmal nach ihrer Meinung fragen.
Bis jetzt konnte ich hier nichts rauslesen, was wirklich auf massive Probleme schließen lässt.
Aber genau um da nicht später mal zu sagen "ach, hätten wir doch", würde ich tatsächlich, siehe oben, jetzt zuerst mal den Gang zum Ergotherapeuten in Angriff nehmen.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Meine3 » Mo 25. Mai 2020, 19:51

jennifer hat geschrieben:Hallo zusammen,


Nun zu meinen Fragen.
  1. Was bedeutet es, wenn ein Kind eine relativ geringe Verarbeitungsgeschwindigkeit hat und kein Konzentrationsprobleme? Ist das womöglich doch ADS oder ein anderes Krankheitsbild? Ist der BUEVA-Test aussagekräftig?
  2. Wie können wir mit ihm üben, dass er schneller wird? Ich habe ein bisschen die Befürchtung, dass er durch seine gute Intelligenz die Langsamkeit ganz gut kompensieren kann, aber womöglich bekommt er in den nächsten Klassenstufen Probleme. Außerdem finde ich es schade, dass er oft durch die Langsamkeit nicht als guter Schüler wahrgenommen wird. Die Klassenarbeiten spreche eine andere Sprache, aber beispielsweise benötigt er für die einfachen Aufgaben viel Zeit, und kommt so nie zu den Sternchenaufgaben, obwohl er die viel besser/lieber bearbeiten würde.
  3. Ist der IQ-Wert aus dem BUEVA-Test aussagekräftig? Warum ist die Diskrepanz zwischen BUEVA-IQ und WISC-IQ so groß? Die Werte unterscheiden sich quasi um 30 IQ-Punkte im Gesamt-IQ. Im Verbalen Teil sogar um 60 IQ Punkte.



Hi,

mein Sohn (jetz 7, 1. Klasse) hat auch ein extrem heterogenes Intelligenzprofil. Sprich: Sprachliches Verständnis- Testdecke erreicht, also weit überdurchschnittlich /fluides Schlussfolgern: überdurchschnittlich/logisches Wahrnhemen: überdurchschnittlich, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigket: VG unterer Durchschnitt, AG leicht drüber, aber nicht überdurchschnittlich. Im Gesamt-IQ liegt er ganz knapp unter 130.

Was die dennoch ganz gute Konzentration angeht, ein Beispiel aus meinem Leben: Es ist uuuunheimlich schwierig für mich jemandem zuzuhören, der etwas erzählt, was ich schon weiß. Aus Höflichkeit höre ich aber dennoch zu, auch aufmerksam. Es kostet mich aber sehr viel Energie am Ball zu bleiben :mrgreen:.

Wenn ich also Dinge tue (wie beispielsweise in der Schule), die ich superlangweilig finde, weil ich sie schlicht zu leicht finde oder kann, dann kann es passieren, dass mich das konzentrieren darauf so viel Kraft kostet, dass ich seeeeeehr langsam werde ;) oder eben doch irgendwann abschalte. Ich schaffe es zwar gut, mich zu konzentrieren (zumindest eine Zeit lang), aber es kostet viel Energie. So ist und war es bei mir.

Was will ich damit sagen: ich habe zwei Theorien bei deinem Sohn:

1. er ist ähnlich gestrickt wie vermutlich mein Sohn, sprich: (vermutlich) hochbegabt, hat aber tatsächlich sehr wohl ein Konzentrationsproblem, managed dies aber sehr gut mit seiner sehr guten Intelligenz, was dazu führt, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit immer noch "normal" ist, obwohl es im Vergleich zum Rest eben überhaupt normal ist, weil viel niedriger als die restlichen Fähigkeiten. Sprich: die Hochbegabung "verdeckt" das Konzentrationsproblem, das Konzentrationsproblem zieht den IQ-Wert runter, so dass beides "unerkannt" bleibt, da sich beide Phänomene gegenseitig kompensieren. Bei meinem Sohn vermute ich übrigens ADHS, das muss aber bei deinem Sohn absolut nicht so sein! Bei deinem Sohn ist die Diskrepanz ja nicht so hoch und wahrscheinlich nicht pathologisch. Mein Sohn wurde zweimal getestet, beide Male fiel die Verarbeitungsgeschwindigkeit SEHR deutlich vom Rest ab (VG-Wert und höchster Wert liegen 50 IQPunkte auseinander). Fazit beider Tester: der hat kein Konzentrationsproblem, er kann sich dafür ZU gut konzentrieren. Vermutlich haben die Probleme mit der Feinmotorik zu dem "schlechten" (sprich durchschnittlichen) Ergebnis geführt und der Fakt, dass er nicht gut unter Zeitdruck arbeitet. Wie formulierte es eine Erzieherin aus dem Kindergarten: "für Aufgaben, die XXX keinen Spaß machen, lässt er sich gern Zeit :mrgreen: ".

Mein Sohn ist auch bei den leichten Schul-Aufgaben leider oft extrem langsam und kommt so zu den Zusatzaufgaben nicht. Die Lehrerinnen haben aber durchaus schon bemerkt, dass er bei schweren Aufgaben "aufblüht" und zwar in alle Richtungen: Motivation, Geschwindigkeit, Fehlerquote, Schriftbild. ABER: er muss halt erstmal durch den langweiligen Kram durch und das packt er oft einfach nicht "schnell" genug, weil hier die Konzentration massiv leidet.

Mein Fazit nach viel lesen, recherchieren und austauschen über dieses Thema: Bei einer Diskrepanz von 50 IQ-Punkten zwischen VG und dem Rest stimmt was mit der Wahrnehmung des Kindes nicht. Punkt. Leider waren die beiden Experten nicht dieser Meinung, obwohl in den offiziellen Empfehlungen des Wisc auch steht, bei zu hoher Diskrepanz zwischen den Teilbereichen müsse man nachtesten oder nach einer Ursache dafür schauen und der Gesamt-IQ sollte nicht ausgerechnet werden. Der AIF (allgemeiner Fähigkeitsindex), der in solchen Fällen eher zu Rate gezogen werden sollte, liegt bei meinem Sohn übrigens über der HB-Grenze.Somit haben wir weiterhin Probleme mit dem Sohn und kommen hier nicht so wirklich weiter. Wir haben ebenfalls Ergo empfohlen bekommen und wir machen das auf jeden Fall, eine 3. Meinung kann auf keinen Fall schaden.

2. Er hat kein Konzentrationsproblem sondern ist schlicht kognitiv stark unterfordert und dadurch wird er sehr langsam. Bei Tests, die auf Zeit gehen, zieht das natürlich erheblich den Wert runter.

Was diesen Konzentrationstest angeht, kann ich nichts effektives beitragen. Ich kenne diesen Test nicht.

Gruß

Meine3
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon jennifer » Mo 25. Mai 2020, 21:56

Vielen Dank für die Beschreibungen ähnlicher Fälle und Erfahrungen.

Bei uns waren der höchste Wert und die Verarbeitungsgeschwindigkeit 49 IQ Punkte auseinander. Wenn man die Teilbereiche Allgemeines Wissen und Allgemeines Verständnis einbeziehen würde, wären es wahrscheinlich mehr. Diese waren noch höher als die Visuell-Räumliche Verarbeitung (diese war über 140 Punkte). Leider habe ich da nur die Wertpunkte und keine IQ-Punkte.

Ich habe jetzt erst entdeckt, dass auch der allgemeine Fähigkeitsindex berechnet wurde. Dieser ist ganz knapp unter der 130 Punktegrenze. Beim allgemeinen Fähigkeitsindex wurde der Matrizentest mit einbezogen, der jedoch relativ "schlecht" ausgefallen ist mit 9 Wertpunkten.

Das mit der Ergotherapie ist leider nicht so einfach. Der Kinderarzt müsste dies ja verschreiben, aber er kannte keine Ergotherapie für Langsamkeit. Ich werde aber mal selbst schauen, ob ich einen Ergotherapeuten finden kann, der so etwas behandelt. Möglicherweise weiß dieser etwas genaueres und weiß ob es etwas Behandlungswürdiges ist.

Welche Teile beim WISC-V gelten denn als auditiv?


Meine3 hat geschrieben:1. er ist ähnlich gestrickt wie vermutlich mein Sohn, sprich: (vermutlich) hochbegabt, hat aber tatsächlich sehr wohl ein Konzentrationsproblem, managed dies aber sehr gut mit seiner sehr guten Intelligenz, was dazu führt, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit immer noch "normal" ist, obwohl es im Vergleich zum Rest eben überhaupt normal ist, weil viel niedriger als die restlichen Fähigkeiten. Sprich: die Hochbegabung "verdeckt" das Konzentrationsproblem, das Konzentrationsproblem zieht den IQ-Wert runter, so dass beides "unerkannt" bleibt, da sich beide Phänomene gegenseitig kompensieren. Bei meinem Sohn vermute ich übrigens ADHS, das muss aber bei deinem Sohn absolut nicht so sein! Bei deinem Sohn ist die Diskrepanz ja nicht so hoch und wahrscheinlich nicht pathologisch. Mein Sohn wurde zweimal getestet, beide Male fiel die Verarbeitungsgeschwindigkeit SEHR deutlich vom Rest ab (VG-Wert und höchster Wert liegen 50 IQPunkte auseinander). Fazit beider Tester: der hat kein Konzentrationsproblem, er kann sich dafür ZU gut konzentrieren. Vermutlich haben die Probleme mit der Feinmotorik zu dem "schlechten" (sprich durchschnittlichen) Ergebnis geführt und der Fakt, dass er nicht gut unter Zeitdruck arbeitet. Wie formulierte es eine Erzieherin aus dem Kindergarten: "für Aufgaben, die XXX keinen Spaß machen, lässt er sich gern Zeit ".


Das mit der Konzentration klingt ja bei euch ganz ähnlich, besonders da sich euer Sohn auch eher zu gut konzentriert.

Gibt es bei euch ein Problem mit der Feinmotorik? Mein Sohn ist eher (grob-)motorisch nicht ganz so fit. Wir sind eine sehr sportliche Familie mit viel Bewegung (immer Fahrradfahren zur KiTa und Schule, Badminton, Fußball, Schwimmen, Skateboard, Klettern, die Kinder dürfen sich viel ausprobieren, usw.). Aber in der motorischen Entwicklung ist er eher unterm Durchschnitt.

Ich überlege im Moment auch noch, ob er Probleme mit dem Schreiben hat. So bald er irgendetwas bei den Schulaufgaben schreiben muss wird es schwierig, dann tut er sich sehr schwer. Selbst wenn es nur eine Malaufgabe ist, die er in sein Rechenheft schreib soll. Arbeitet er im Arbeitsheft (mit weniger Schreibleistung) ist alles super. Er schreibt übrigens recht ordentlich.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 25. Mai 2020, 22:31

Nur als Idee... Das Kind wehrt sich gegen das, was er nicht will - Deutsch zuhause mit der Mutter. Deswegen macht es aus Protest langsam. Die Werte von WISC sprechen gegen jede Art Beinrträchtigung.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon Auguste » Di 26. Mai 2020, 00:23

jennifer hat geschrieben:Vielen Dank für die Beschreibungen ähnlicher Fälle und Erfahrungen.

Bei uns waren der höchste Wert und die Verarbeitungsgeschwindigkeit 49 IQ Punkte auseinander. Wenn man die Teilbereiche Allgemeines Wissen und Allgemeines Verständnis einbeziehen würde, wären es wahrscheinlich mehr. Diese waren noch höher als die Visuell-Räumliche Verarbeitung (diese war über 140 Punkte). Leider habe ich da nur die Wertpunkte und keine IQ-Punkte.

Ich habe jetzt erst entdeckt, dass auch der allgemeine Fähigkeitsindex berechnet wurde. Dieser ist ganz knapp unter der 130 Punktegrenze. Beim allgemeinen Fähigkeitsindex wurde der Matrizentest mit einbezogen, der jedoch relativ "schlecht" ausgefallen ist mit 9 Wertpunkten.



Welche Teile beim WISC-V gelten denn als auditiv?
...



Welche Teile auditiv sind, kann ich Dir leider nicht sagen. Ich war nicht beim Test dabei. Es werden jedoch fast alle Arbeitsanweisungen mündlich erteilt und viele der Untertests sind sprachgeführt. Welche genau, weiß ich leider nicht.

Wenn du den allgemeinen Fähigkeitsindex (AFI) hast, dann sollte in der Auswertung des WISC V auch der Kognitive Leistungsindex (KLI) stehen. Wenn du zwischen AFI und KLI eine "signifikante Differenz" hast, ist das wohl ein Hinweis darauf, dass da was sein könnte, was das Kind daran hindert, sein eigentliches Potential zu nutzen. In dem KFI ist u.a. die Verarbeitungsgeschwindigkeit mit erfasst.
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Re: Verarbeitungsgeschwindigkeit relativ gering

Beitragvon alibaba » Di 26. Mai 2020, 08:53

@jennifer

Ich glaube, dass Dir wenig geholfen ist, wenn Du versuchst den höchsten Wert den Du nun so finden kannst im IQ-Test mit dem niedrigsten Wert zu vergleichen. Ach, wartet mal, da war ja noch ein höherer Wert …… das bringt Dich nicht nach vorne und auch nicht weiter. Dein Kind ist doch ein Komplex und nicht ein Teil, ein 16tel von 16 Untertests. Nehme ich die beiden Tests und deine Beschreibungen deines Kindes ergibt sich bei mir, augenscheinlich, ein rundes Gesamtbild. Und, was ich zu bedenken gebe, dein Kind ist vielleicht langsam, aber es kommt immerhin noch mit und scheinbar ohne Probleme. Deine Sorgen sind ja Zukunftsängste, die eintreten können oder eben auch nicht.

Ja, dass es jetzt in der Tat doof mit der Ergotherapie ist, glaube ich Dir. Jetzt sieht der KA, der deinen Sohn ja mit dem BUEVA getestet hat, natürlich keinen Sinn darin. Kann ich verstehen. Du könntest aber alternativ vorschlagen, dass die Schule Dich darauf angesprochen hat, wenn du den WISC nicht "verraten" möchtest. Du könntest Dir von der KL ein Schreiben geben lassen - mit der Empfehlung. So stehst du nicht ganz so doof da. Eigentlich bist du in einer etwas doofen Lage. Ein bisschen selbst ausmanövriert.

Abschließend möchte ich Dir mitgeben, dass du dich eventuell damit arrangieren solltest, dass dein Kind einfach eben "langsam" ist. Menschen sind verschieden. Ich kenne genug Menschen die langsam sind - in all ihren Facetten. Das an sich ist nicht behandlungsbedürftig und vollkommen normal.

VG
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