IQ Test bei Underarchievern

Fragen, Antworten und Erfahrungen zu IQ-Tests

Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon EmmiR » Fr 29. Mai 2020, 15:28

In Deutsch war er von Anfang an der Klassenbeste. Das ist auch sein absolutes Lieblingsfach. Er liest wie ein Erwachsener, ohne Fehler und auch schwierige Wörter ohne Probleme. Schreiben tut er sehr gerne. In der ersten Klasse fing er an, eigene Geschichten zu schreiben. Die bauten alle aufeinander auf, grammatik und Rechtschreibung waren super. Jede Geschichte hatte einen Anfang, mittelteil und eine Ende. Ich liebe seine Geschichten persönlich total, weil sie sehr kreativ und fantasyvoll sind.

Ja, wir wollen ihn auch testen lassen und dann alles weitere veranlassen. Unsere Schule wird uns erst glauben, wenn sie es schriftlich haben. Das wurde uns auch so mitgeteilt.

Wir lassen den Test bei der Beratungsstelle für besondere Begabung machen. Die sind hier sehr hoch angesehen und haben sehr viel Erfahrung. Durch die Stelle werden wir dann auch weiterhin begleitet.
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 29. Mai 2020, 15:36

Mit einer nicht kleiner Wahrscheinlichkeit ist dein Sohn nicht nur hochbegabt, sondern außerordentlich hoch begabt. In einem anderen Thread wurde ein Buch empfohlen.

https://www.amazon.de/Extrem-begabt-Per ... 389&sr=8-1

Lass dich vom Wort Genie nicht abschrecken. Bei Amazon gibt es eine Möglichkeit ins Buch reinzuschauen.

Dein Kind ist aber noch sehr jung für ein bewusstes Test. Bei einem Sohn kamen die extremen Werte erst mit 12 raus, als es ihm vollkommen klar war, worum es geht.

Ich wünsche euch sehr, dass der Test zu euer Zufriedenheit läuft und ihr einen weiteren Weg findet.
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon charlotte12 » Fr 29. Mai 2020, 16:16

n Deutsch war er von Anfang an der Klassenbeste. Das ist auch sein absolutes Lieblingsfach. Er liest wie ein Erwachsener, ohne Fehler und auch schwierige Wörter ohne Probleme. Schreiben tut er sehr gerne. In der ersten Klasse fing er an, eigene Geschichten zu schreiben.

Das erinnert mich sehr an meine Tochter. Sie kam auch komplett mühelos lesend in die Schule, fing in der ersten Klasse an, Geschichten zu schreiben. Bis in der dritten Klasse der Katastrophen-Lehrer kam. Das Lesen konnte er ihr nicht mehr vermiesen, aber sie schrieb danach über ein Jahr lang kein Wort mehr freiwillig. Jetzt im Homeschooling fing sie wieder ein bisschen damit an, schrieb vier Geschichten, eine davon so richtig gut, mit Riesensprung in Ausdrucksweise und Spannungsaufbau verglichen mit den Geschichten vor einem Jahr. Ich hoffe so sehr, dass sie ihre Motivation weiter wiederentdeckt. Ich weiß nicht, wie ich die Lehrer-Katastrophe hätte verhindern können, und habe dir daher auch keinen Tipp außer dem, was du sowieso schon tust - dranbleiben und Unterstützung suchen. Meine Tochter hat jetzt ganz frisch begriffen, dass Geschichten schreiben mit Schulaufsätzen nichts zu tun hat, aber das war ein hartes Stück Arbeit. Wir hatten uns u.a. überlegt, wie der Deutschlehrer wohl Astrid-Lindgren-Literatur bewertet hätte - Einleitung zu lang, Zeitform stimmt nicht usw :) Hilfreich war auch das Kind von Freunden, ein absolutes Ausnahmetalent im künstlerischen Bereich - in der Grundschule hatte es im Zeichnen eine 5. Beim Springen sehe ich jetzt allerdings bei deinem Sohn ein ähnliches Problem wie damals bei meiner Tochter - auch in der dritten oder sogar vierten Klasse wird das Kind in Deutsch unterfordert sein. Nach unseren Erfahrungen würde ich speziell in Deutsch eher dafür plädieren, das Schreiben schulunabhängig zu unterstützen.
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 29. Mai 2020, 17:05

@charlotte

wenn das Kind jetzt springt, bleibt ja nur die 4. Ein Jahr weniger Leid.
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon EmmiR » Fr 29. Mai 2020, 17:22

Also an eine extrem Begabung hab ich noch nie gedacht. Ich war eher immer der Meinung, er hätte mindestens in Teilbereichen eine höhere Begabung.
Darf ich fragen, woran du das für dich festgemacht hast? Das überfordert mich tatsächlich dich grad etwas. Das Buch klingt sehr interessant, aber ich kann es mir nicht so ganz vorstellen. Hätte man das dann nicht erst recht, relativ einwandfrei, sehen oder erkennen müssen?
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 29. Mai 2020, 17:41

Es kommt auf einen Vergleich an. Dein Kind hat exterme Lernmotivation und ist überall gleich gut. Schau einfach ins Buch rein, vor allem in die Bereiche von nicht linearem Lernen und asynchrone Entwicklung. Im Buch geht es nicht nur um Einstein und Göthe. Im Nachbarthread hat eine Mutter vor kurzem festgestellt, dass ihr Kind einen IQ von über 150 hat, und das erst mit 14. Also es ist lecht möglich, dass einem nichts auffällt.
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon sinus » Fr 29. Mai 2020, 18:34

...wenn er schonmal einen Test gemacht hat - welcher war das denn?

Meine Mädchen haben ja mit 9;5 (die Große) und 5;1 (die Kleine) den WISC V gemacht und mir wurde danach sehr ausführlich alles erklärt und gezeigt. Immer auch Beispielaufgaben etc.
Ich fand die Aufgaben sehr interessant und abwechslungsreich gestaltet (ich habe direkt selbst Lust bekommen, den Test zu machen :lol: ) und sie hatten absolut genau gar nichts mit dem zu tun, was in der Schule so an Aufgabenstellungen kommt.
Darum sehe ich die Gefahr, dass ein Kind, was von Schulaufgaben genervt ist, dann auch in so einem Test verweigert, eher nicht so groß.

Meine Große wusste übrigens dass es ein IQ Test ist, sie hatte vorher mehr oder weniger heimlich schonmal in einigen meiner Bücher über Hochbegabung herumgelesen. (Obwohl ich diese Bücher immer so ein bisschen versteckt hatte). Außerdem hatte ein Kind im Bekanntenkreis bei einer Untersuchung, bei der es in erster Linie um Verhaltensaufälligkeiten ging, auch einen IQ Test mitgemacht und ich hatte ihr davon erzählt. (Da kam u.a. eine deutliche Hochbegabung im Bereich Sprache heraus, wenn auch das Ergebnis insgesamt nicht im HB Bereich war)
Damals meinte sie, sie würde so einen Test furchtbar auch gern mal machen.
Ich denke, sie wollte selbst einfach wissen, was mit ihr "los" ist, sie empfand sich selbst ja schon im Kindergartenalter als "anders".
Sie hatte mich sogar vorher im Zusammenhang mit den Büchern gefragt, ob ich denn denke, sie könnte hochbegabt sein.
Sie hat dann beim Test nahezu 3 Stunden hintereinander und ohne Pause durchgearbeitet. Nur mal nen Schluck Wasser hat sie sich gegönnt.
Sie fand die Aufgaben ganz schön schwer, aber sie haben ihr auch Spaß gemacht.
Sie dachte hinterher übrigens, dass sie eher schlecht abgeschnitten habe.

Der Kleinen hatte ich gesagt, dass der Test herausfinden soll, wie alt ihr Kopf schon ist, weil er ganz offensichtlich schon älter als die kalenderarischen 5 Jahre ist und weil wir dann überlegen würden, ob sie schon in die Schule gehen sollte.
Die Aufgaben seien so, dass sie leicht anfingen und immer schwerer würden und dann eigentlich für viel ältere Kinder schon sind. So könne man ganz gut herausfinden, wie alt ihr Kopf wirklich sei, wenn er die schweren Aufgaben schon lösen könne. Und dass sie nicht traurig sein solle, wenn sie mal was nicht kann, dann wären das vielleicht eben einfach die Aufgaben, die dann schon für 7, 8, 9jährige oder noch ältere Kinder gelten.
(Ich wollte nicht, dass sie sich verunsichern lässt, wenn sie an die Leistungsgrenze gerät.)
Sie hat dann beim Test mehrere kleine Essenspausen gemacht und in einem Bereich wohl sehr schnell gesagt, dass sie die Aufgaben nicht weitermachen mag. (Das war dann der Bereich, wo sie mit 109 den schlechtesten Wert hatte. Visuelle räumliche Verarbeitung.)
Ich hätte eigentlich gerade in dem Bereich ganz gute Werte erwartet, weil sie von Anfang an so gern räumliche Dinge bastelte, aber wer weiß, was da los war, wir waren auch erst eine Woche vorher mit etwas Jetlag von einer Fernreise zurückgekommen, hatten am Abend vorher eine Familienfeier gehabt und sie war gesichert davon auch bisschen müde an dem Tag.)
Trotzdem hat das Kind gesagt, die Aufgaben hätten ihr Spaß gemacht und die Testleiterin meinte, sie habe insgesamt für ihr junges Alter sehr gut mitgemacht, sehr konzentriert und geduldig.

Beide Mädchen hatten übrigens im Bereich Logik die höchsten Werte, obwohl ich jeweils eher bei der Sprache ein Peak erwartet hätte.
Ich fand das schon ganz interessant, zu erfahren, wo sie ihre ganz besondere Stärken haben.

Ich würde deinem Sohn sagen, dass der Test wichtig für ihn sei, weil es in der Schule ja nicht so gut liefe und man herausfinden könne, woran es liegt.
Dass es manchmal passiert, dass Kinder schneller oder anders denken als andere und dann Probleme mit den "normalen" Aufgaben in der Schule haben.

Ansonsten mache ich dir leider nicht viel Hoffnung, dass ein entsprechendes Testergebnis wirklich viel bewirkt bei der jetzigen Lehrerin, wie du sie beschreibst.
Eine gute Lehrerin braucht keinen Test, um ein Kind "einzufangen", was in der Schule unter- oder überfordert ist.
Für mich klingt es bei eurer Lehrerin nicht nach der Bereitschaft dazu.

Ein Junge im Bekanntenkreis war deinem Kind sehr ähnlich, wurde ab Mitte Klasse 1 zum Klassenkasper und benahm sich im Schulalltag nicht wie gewünscht. Er ging förmlich "über Tische und Bänke".
Ein Test zeigte eine deutliche Hochbegabung.
Seitens der Schule kam dazu: Er solle sich als erstes mal benehmen lernen, DANN könne man über Sonderbehandlung und besondere Förderung/Aufgaben reden.
So lange er sich im Unterricht nicht benimmt, gibts keine Extrawurst. Und er müsse beweisen, dass er die einfachen Sachen könne, eher er vertiefende Aufgaben bekommen würde.
Also das 7jährige Kind wurde quasi allein verantwortlich gemacht dafür, wie es läuft. :x

Nach einigen fruchtlosen Gesprächen, bis hin zur Schulleitung, wechselte besagtes Kind die Schule. In eine Schule, die sich ein wenig besser mit Hochbegabung auskennt (sie wurden für solche Kinder regelmäßig von einer Beratungsstelle unterstütz) und dort wurde es wohl zumindest besser.
Übrigens - bezugnehmend auf dein anderes Thema - galt dort ein etwas "strengeres Regiment" und das Kind wurde ganz anders behandelt.
Es wurden ihm anderen Aufgaben gegeben, aber es wurde auch mehr von ihm gefordert. Das waren keine Zusatzaufgaben/Sternchenaufgaben, sondern Aufgaben, deren Bearbeitung er nachweisen musste, da war nichts mit Freiwilligkeit oder so. Kein Kuschelkurs. ABER: dem Jungen wurde was angeboten und er sollte dann seinen Teil dazu beitragen, dass und wie es läuft – nicht andersrum, wie es in der anderen Schule laufen sollte.
Das Konzept ging für den Jungen wohl am Ende gut auf.

Meine große Tochter (die Kleine kommt erst noch in die Schule) war/ist ganz anders: still, zurückhaltend, brav. Saß immer ganz hinten und sagte keinen Mucks. Sie langweilige sich vor sich hin und malte ständig oder schaute aus dem Fenster und beobachtete die Vögel draußen im Baum. Was ihr von den meisten Lehrern immer wieder verboten wurde.
Nach dem Test ende Klasse 3 gleich am Anfang Klasse 4 gab es ein Gespräch über das Testergebnis und obwohl die Lehrer meinem Kind grundsätzlich gewogen waren, weil sie ja so schön brav und unauffällig war, passierte danach nicht viel.
Einziger großer Unterschied war, dass sie (nicht bei allen, aber bei einigen Lehrern) endlich, wenn sie fertig war mit ihren Aufgaben, im Unterricht ungestört malen durfte, ohne ausgeschimpft zu werden.
(Lesen durfte sie aber bspw nicht.)
Selbst die supernette Klassenlehrerin war leicht pikiert, als ich erwähnte, dass mein Kind sich ihn der Schule langweile. Sie sah das als persönlichen Angriff auf ihre Unterrichtsgestaltung.
Ich habe ihr weitergegeben, wie man so ein Kind mit einfachen Mitteln fördern kann (Bspw Wochenaufträge, die zusätzlich im Unterricht erarbeitet werden können, einen Vortrag vorbereiten oder ein Plakat gestalten. Zwar zu einem Thema der eigenen Wahl, also gern über etwas, was das Kind selbst interessiert, aber trotzdem mit Abgabepflicht. Also nicht nur zur Beschäftigung, sondern so, dass es einen Termin dafür gibt und das Kind was abzuliefern hat. Und es muss dann natürlich auch ein Feedback vom Lehrer dazu geben.
Klingt eigentlich nicht ach viel Extraarbeit für den Lehrer oder?
Trotzdem bekam meine Tochter in der gesamten Klasse 4 nur 1,2 mal die Gelegenheit zu sowas. (Und es war sehr deutlich, wie sie dabei aufblühte! Obwohl sie vorher sich Zusatzaufgaben gegenüber immer ablehnend verhalten hatte, was natürlich prompt auch als Vorwurf kam von den Lehrern: "Sie will ja gar keine Extraaufgaben! Was sollen wir denn da tun?"
Ich hatte übrigens auch eine Telefonnummer von der Beratungsstelle bekommen, wo sie Lehrer hätten anrufen können um sich beraten zu lassen, was man mit "solchen Kindern" anfängt.
Keiner der Lehrer hat diese Nummer genutzt... keiner hatte Interesse und Zeit für ein einziges Telefonat... und das waren wie gesagt an sich nette, gewogene Lehrer, die nichts gegen mein im Schulalltag unkompliziertes Kind hatten...
Aber so ein Kind steht auf der Prioritätenliste schlicht ganz weit hinten und die Eltern müssen das Bitteschön allein abfangen.
Oder eben, wie bei dem Jungen oben, so ein Kind macht war Ärger und bringt Unruhe rein, aber dann muss es erstmal lernen sich zu benehmen, ehe man was machen kann.
Ich fürchte, selbst bei einem deutlichen Testergebnis wir das bei euch nicht viel anders sein.

Außerdem ist mir jetzt auch schon mehrfach begegnet, dass als erstes die Frage kommt: Ist das Kind wirklich hochbegabt oder nur in einem Teilbereich voraus?
Auch gern von Lehrern gesagt: "Naja, eine Hochbegabung how so ein Testergebnis sagt ja erstmal noch gar nichts aus. Man muss die Begabung ja auch einsetzen können. Da sind ganz an der Sachen wichtig, Leistungsbereitschaft etc"
Mag stimmen, aber die Leistungsbereitschaft und Motivation kommt eben meist nicht aus dem luftleeren Raum, das muss sich entwickeln und es braucht ein passendes Lernumfeld/passende Herausforderungen und da haben die Lehrer - ganz besonders in so jungem Alter - einen sehr großen Einfluss darauf.

Wie schon hier mehrfach geschrieben: Lehrer und andere vom Thema "unbeleckte" haben leider immer nur den Hochleister im Kopf, wenn sie vom Thema Hochbegabung hören.
Und wenn jemand kein Hochleister ist, liegt das natürlich am Elternhaus und da "muss noch was anderes sein", was das Kind abhält, seine Begabung einzusetzen.(Sicherlich ist die Schule allein nicht Ursache für Underarchievment, aber es spielen viele Dinge mit rein und die Schule ist da ganz sicher EIN Rädchen, an dem dabei drehen kann!)
Ich hab aber immer den Eindruck, dass das Kind als "nicht passend" als Ausrede genommen wird, dass man ja da nichts machen könne, weil ja das Kind nicht wie gewünscht funktioniert/mitzieht.
Es liegt, wenn es in der Schule nicht läuft, leider IMMER am Kind, manchmal vielleicht noch am Elternhaus, nie aber am Unterricht/dem Lernumfeld. :(
Testergebnis hin oder her.

Also was ich sagen will:
Erwarte dir was die Schule betrifft nicht allzuviel von dem Testergebnis.
Trotzdem finde und fand ich den Test für uns sinnvoll und hilfreich.
Ich würde deinem Sohn aber jetzt auch nicht versprechen, dass sich in der Schule danach groß was verbessert, ich würde erstmal nur sagen, dass ihr wissen wollt, was er besonders gut kann und wo sein Kopf besonders schnell denkt. Und das man dann zumindest gezielter überlegen könnte, wo und was man an der Schulsituation vielleicht ändern/verbessern könnte.
Und ansonsten: manchmal hilft am Ende eine Schul-/Klassenwechsel. Siehe der Junge, den ich oben erwähnte.
sinus
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon sinus » Fr 29. Mai 2020, 18:56

EmmiR hat geschrieben:Hallo zusammen,

mein Sohn wird demnächst in einer Beratungsstelle getestet. In den Vorgesprächen wurde schon die Vermutung geäußert, dass er eventuell ein Minderleister sei. Es passt vieles zusammen, ich weiß aber noch nicht ganz, ob er keine Leistung zeigt, weil er unterfordert ist oder weil er ein Underarchiever ist.
Jetzt mache ich mir Gedanken darüber, wie so ein Test abläuft wenn das Kind ein Minderleister ist. Ein bisschen Sorge hab ich, dass dadurch das Ergebnis zu niedrig im Vergleich zu seiner eigentlichen Intelligenz ausfällt und wir damit dann wieder am Anfang stehen. Wir haben viele Probleme mit der Grundschule ( 2. Klasse) weil die Klassenlehrerin nicht einsehen möchte, dass unser Sohn unterfordert ist. Mit dem Testergebnis hätten wir wenigstens etwas in der Hand, wodurch uns die Lehrerin vielleicht endlich unterstützt. Gleichzeitig könnte er dann auf eine besondere Schule gehen, die sich auf Minderleister spezialisiert haben.

Hat vielleicht jemand von euch da, im Bezug auf Test bei Underarchievern, Erfahrungen?

Liebe Grüße Emmi



Wie kommt man darauf, dass er ein Minderleister ist?
Hast du mal nachgelesen, was genau damit gemeint ist?
Ich kenne es so, dass ein Underarchiever seine Fähigkeiten nicht abrufen kann, selbst wenn er es gern möchte.
Und dass er schulisch sehr weit unter dem bleibt, was zu erwarten wäre bei seinem IQ.

Ein unterfordertes, gelangweiltes Kind, was keinen Bock auf Lernen und Schulaufgaben hat und Faselfehler ohne Ende macht, weil ihn die Aufgabe einfach nicht reizt, ist noch kein Underarchiever.
Kann allerdings einer werden, wenn man nicht was unternimmt...
Zuletzt geändert von sinus am Fr 29. Mai 2020, 19:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 29. Mai 2020, 19:13

Danke, sinus, für deinen letzten Beitrag. Auch ich kenne den Begriff "underarchiever" für hochbegabte Menschen (die hohe IQ-Werte erzielen), die aber im realen Leben nicht zeigen (können), was sie drauf haben. Also Hochbegabte, die keinen Schulabschluss schaffen oder die z.B. als Lagerarbeiter oder Reinigungskraft jobben obwohl sie vom IQ her locker Ärzte oder Hochschulprofessoren sein könnten.

Kinder, die beim IQ-Test nicht ihr volles Potential zeigen habe ich mit dem Begriff underarchiever nie in Verbindung gebracht.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: IQ Test bei Underarchievern

Beitragvon EmmiR » Fr 29. Mai 2020, 19:28

Hallo sinus,

Danke für deine ausführliche Antwort.
Mein Sohn hat den Wechsler Test gemacht, wenn ich mich nicht irre. Wir waren, auf Empfehlung der Schule, bei der Sozialpädiatrie. Das war, wie schon geschrieben, die reinste Katastrophe. Im Prinzip lief es so ab:
Angerufen, Termin für Test bekommen. Der Test sollte auf zwei Tage aufgeteilt werden und am Tag vorher Vorgespräch, den Tag nach dem Test Besprechung des Ergebnis.
Wir gingen hin. Die Dame sprach blöderweise sehr schlecht deutsch und teilte uns dann einfach mit, dass sie alles an dem Tag machen will weil sie grad Zeit hat. Ich hab das abgenickt, wusste es ja nicht besser.
Ich durfte nicht im Raum bleiben. Nach einer dreiviertelstunde hat sie mich zu sich gerufen. Der junge versteht nichts, sie bricht den Test jetzt ab, für die Auswertung habe sie genug Infos.
Ich war sprachlos. Mein Sohn stand in der Ecke und weinte, weil er dachte er hätte versagt.
Das Ergebnis sollte dann per Mail kommen, sie hätte keine Zeit mehr für eine detaillierte Besprechung.
Ich war richtig sauer. Und dann kam das Ergebnis. Gesamt IQ 94. Im visuell räumlichen Bereich hat er ein überdurchschnittliches Ergebnis und im Arbeitsgedächtnis angeblich 74.
Der test wurde ja aber nicht mal zur Hälfte gemacht. Wir haben ihn verworfen und für uns entschieden, dass er nichts aussagt.
Mein mann hatte später nochmal bei der Dame angerufen und wollte sich beschweren. Die Dame steht zu dem Ergebnis und findet auch den Ablauf und die Auswertung absolut in Ordnung. Sie hat ihn auch ungefragt an unsere Schule geschickt, was natürlich auch dazu beigetragen hat, das die Lehrerin ihn abgestempelt hat.

Ich habe mich noch nicht wirklich mit dem Thema Underachiever auseinander gesetzt. Der Verdacht wurde nur von einer Psychologin geäußert.
Ich denke auch eher das er unterfordert und gelangweilt ist. Hier zuhause sehe ich einen ganz anderen Jungen. Er rechnet wie ein Taschenrechner, braucht sich die Aufgaben nicht aufschreiben oder sie geschrieben sehen um sie lösen zu können. Kann aber meistens nicht erklären wie er sie gelöst hat. Im logischen denken ist er auch suoer. Außerdem interessiert er sich sehr für alles was in der Welt passiert. Er kennt sich politisch sehr gut aus und ist generell immer sehr interessiert und saugt Fakten und Wissen auf wie ein schwamm und vergisst sie auch nie wieder.
Es ist schade, dass er es in der Schule so schwer hat. Wir streben eigentlich auch einen Schulwechsel an. Hier gibt es sogenannte Schmetterlingsschulen, die besondere Klassen oder Angebote für begabte Kinder haben.

Da wir jetzt durch eine Beratungsstelle für besonders begabte kinder begleitet werden und er dort auch nochmal getestet wird, hoffe ich das es bald besser wird.
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