Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Gute Bücher, schlechte Bücher

Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon sinus » Mi 10. Jun 2020, 19:43

Wir willst du denn nachträglich den IQ historischer Persönlichkeiten feststellen?
Und genau diese extremen Widersprüchlichkeit innerhalb ihrer Persönlichkeit ist ja genau das, was sich letzten Endes durchzieht durch all die Biographien und Lebensgeschichten.
In sehr viel größerer Ausprägung, Intensität und Vielfalt, als bei anderen Menschen.
Dass das auch bei moderater Hochbegabung so vorkommt/vorkommen kann, schreibt sie ja auch.

Wo ich dir recht gebe und was ich auch damit meinte, dass es anders als erwartet war - man kriegt nichts zu lesen über wirkliche Unterschiede zwischen Höchstbegabung und Hochbegabung. Aber wie denn auch bei der kleinen Stichprobe und der Unmöglichkeit, von den Genies einen IQ-Wert zu bekommen.

Im Grunde geht es im Buch tatsächlich nicht um das Thema "Höchstbegabung" im Sinne eines Fachbuches über das Phänomen "Höchstbegabung" an sich, sondern um die charakterlichen Eigenschaften von (schöpferisch erfolgreichen) bekannten Genies.
Die von extremen Widersprüchen innerhalb der einzelne Person geprägt sind.
Wo die sich zeig(t)en und welchen Einfluss sie auf das Leben und Schaffen der Genies hatte.
Und es fehlt natürlich an Nachweisen, dass diese tatsächlich im Sinne eines IQ von >145 höchstbegabt waren. (Wobei ich denke, das Brackmann da aus ihren klinischen Erfahrung heraus schon ein wenig Urteilsvermögen mitbringt)

Ich vermute mal, dass die Datenlage zu getesteten Höchstbegabten einfach nicht genug hergibt, um daraus eine relevante Studie zu machen.
Was ich am Untertitel kritisieren würde, weil es auf die falsche Fährte führt, ist, dass er "Die Persönlichkeitsstruktur von Höchstbegabten und Genies" lautet.
An sich müsste er lauten "Die Persönlichkeitsstruktur von erfolgreichen Genies".

Alles in allem fand ich das Buch wie gesagt hochinteressant, auch wenn es ganz anders als erwartet war.
Allein die Unmenge an biographischen Einzelheiten, innerhalb eines Buches versammelt...

@Katze: Nein, das Erwachsenenbuch von Brackmann kenne ich leider (noch) gar nicht.

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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon Twochild » Mi 10. Jun 2020, 22:10

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Danke sinus für deine ausführlichen Beschreibungen! Höchstbegabt würde ich auch gerne lesen, aber mangels praktischer Anwendung schreckt mich der Preis ab. Hast du das Buch von Elaine Aron über Erwachsene gelesen? (Sind Sie hochsensibel)? Falls ja, kann man das deiner Meinung nach einem Teeny geben?


Ich habe es quer gelesen und würde es meiner Tochter (13) durchaus in die Hand geben. Sie interessiert sich allerdings auch sehr für solche Themen und hat auch schon das ein oder andere Buch zum Thema Asperger, Hochsensibelität gelesen.
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon Rabaukenmama » Do 11. Jun 2020, 09:22

sinus hat geschrieben:Wir willst du denn nachträglich den IQ historischer Persönlichkeiten feststellen?


Genau DAS ist der Punkt. Man kann es nicht! Aber da man heute so fortschrittlich ist dass "Kann man nicht - gibt´s nicht!" die Devise ist, hat man halt ein paar Psychologen befragt, wie hoch sie den IQ von verschiedenen historischen Persönlichkeiten SCHÄTZEN. Keine Ahnung wer das war, keine Ahnung, wer sie ausgesucht hat, keine Ahnung ob sie sich wo getroffen und abgestimmt haben oder ob jeder einen Fragebogen mit seiner Einschätzung ausfüllen musste, keine Ahnung, ob sie ihre Einschätzung begründen mussten...

...das ist eben KEINE wissenschaftliche Vorgehensweise, sondern gleicht Kaffeesudleserei. Genausogut hätte man Anfang des 20. Jahrhunderts z.B. 10 Physiker abstimmen lassen können, wie hoch ihrer Einschätzung nach die Lichtgeschwindigkeit ist, und den Mittelwert als Wahrheit ansehen :P .

Dafür kann die Autorin natürlich nichts, aber offensichtlich vergleicht sie in ihren Buch ständig Äpfel mit Birnen. Wobei die Äpfel die in der Anleitung angesprochenen Höchtbegabten laut Normalverteilung sind (die in einem IQ-Test TATSÄCHLICH ein Ergebnis von 145 oder mehr erreichen) und die Birnen die historischen Persönlichkeiten, für die völlig unwissenschaftlich nachträglich ein IQ im Bereich der Höchstbegabung vermutet wurde.

sinus hat geschrieben:Und genau diese extremen Widersprüchlichkeit innerhalb ihrer Persönlichkeit ist ja genau das, was sich letzten Endes durchzieht durch all die Biographien und Lebensgeschichten.
In sehr viel größerer Ausprägung, Intensität und Vielfalt, als bei anderen Menschen.
Dass das auch bei moderater Hochbegabung so vorkommt/vorkommen kann, schreibt sie ja auch.


Da stellt sich die Frage, warum die Autorin genau DIESE Persönlichkeiten für ihre Vergleiche ausgewählt hat. Hat z.B. Goethe, dessen IQ ja je nach Quelle im Bereich 170-210 geschätzt wird, nicht in ihr Klischee gepasst, weil er eben NICHT so genügsam und sozial zurückgezogen war wie die porträtierten Persönlichkeiten?

Es gibt so viele historische Persönlichkeiten, dass ich die Auswahl daraus so treffen kann, dass jegliche Theorie bezüglich ihrer Gemeinsamkeiten "im Wesen" gestützt werden kann. Ich schätze mal, mehrere hundert Biografien oder Autobiografien bekannter Persönlichkeiten aus den verschiedensten Bereichen gelesen zu haben, von Maria Theresia bis zu Muhammed Ali. Die waren sicher nicht alle extrem begabt im Sinne eine IQ von mehr als 145, haben aber alle IN IHREN BEREICHEN Herausragendes geleistet (sonst wären sie ja keine bekannten Persönlichkeiten).

Aber treffen die Gemeinsamkeiten, die aus der Auswahl der Autorin hervorgehen, wirklich auch auf "normale" Höchstbegabte zu? Sind die geschätzten 80.000 Personen, die in Deutschland einen IQ von 145 oder mehr erreichen, vom Wesen her wirklich mit den bewusst ausgewählten, porträitierten Genies zu vergleichen? Kann man aus ihrem Leben Schlüsse ziehen, welche Chancen, Herausforderungen und Hindernissen jenen Menschen begegnen, die NICHT weltbekannt sind, sondern "nur" einen sehr hohen IQ haben?

sinus hat geschrieben:Wo ich dir recht gebe und was ich auch damit meinte, dass es anders als erwartet war - man kriegt nichts zu lesen über wirkliche Unterschiede zwischen Höchstbegabung und Hochbegabung. Aber wie denn auch bei der kleinen Stichprobe und der Unmöglichkeit, von den Genies einen IQ-Wert zu bekommen.


Da gebe ich dir recht. Es ist unmöglich, nachträglich den im Buch behandelten Persönlichkeiten einen IQ-Wert im Höchstbegabungsbereich zu beweisen. Aber wenn was unmöglich ist dann soll man es bleiben lassen und nicht mit offensichtlich willkürlichen Daten arbeiten! Einstein hat zu einer Zeit gelebt, als es schon längst IQ-Tests gab. Aber vermutlich hätte er einen Lachkrampf bekommen, wenn man ihm gesagt hätte, er solle einen machen. Zu Recht, denn seine Leistung gehört ihm, unabhängig davon, ob das Ergebnis des IQ-Tests so herausragend gewesen wäre, wie man jetzt rückblickend vermutet!

Die tatsächlich GETESTETEN Höchstbegabten sind übrigens keine so winzig kleine Stichprobe. Marilyn vos Savant (Schriftstellerin) galt lange Zeit als intelligenteste Frau der Welt mit einem getesteten IQ um 230. Thomas Wolf (Informatiker) gilt mit einem IQ um 200 als der intelligenteste Mensch Deutschlands. Nur passen diese Persönlichkeiten mir ihrem vergleichsweise "normalen" Leben vermutlich nicht ins Genie-Klischee.

Eine der Persönlichkeiten, denen man einen IQ im Bereich der Höchstbegabung unterstellt ist auch der ehemalige Schachweltmeister Gerry Kasparow. Der war zum Zeitpunkt seiner Höchstleistungen sogar mal bereit, sich verschiedenen, von der Zeitschrift "Spiegel" zusammengestellten IQ-Tests zu unterziehen. Das ist hier genau nachzulesen:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13526693.html

, aber wer sich nicht durch einen weiteren Artikel lesen will, für den habe ich das Ergebnis hier zusammengefasst:

Über die Intelligenz Kasparows läßt sich aufgrund dieser Tests nur sagen, daß sie erheblich über dem Durchschnitt liegt, aber bei weitem nicht so hoch ist wie die Intelligenz von Jahrhundert-Genies, zu denen neben Goethe auch Einstein gezählt wird. Deren Intelligenzquotient wurde postum von einigen Psychologen auf 200, von anderen auf 180 geschätzt.

Interessanter Weise scheint Kasparow bei der Bild-Zeitschrift trotzdem mit einem geschätzten IQ von 190 auf :P . Naja, die meisten Leute haben ihre Bildung offensichtlich aus der Bild ;) .

Und genau das meine ich: es ist nicht MÖGLICH, historische Persönlichkeiten nachträglich mit einem glaubwürdigen IQ-Etikett zu versehen und dann in einem Atemzug mit Menschen zu vergleichen, die bei einem IQ-Test Ergebnisse im Bereich der Höchstebegabung erzielt haben. Die meisten IQ-Werte, die man z.B. im Netz ergoogeln kann, sind schlichtweg Quatsch!

sinus hat geschrieben:Im Grunde geht es im Buch tatsächlich nicht um das Thema "Höchstbegabung" im Sinne eines Fachbuches über das Phänomen "Höchstbegabung" an sich, sondern um die charakterlichen Eigenschaften von (schöpferisch erfolgreichen) bekannten Genies.
Die von extremen Widersprüchen innerhalb der einzelne Person geprägt sind.
Wo die sich zeig(t)en und welchen Einfluss sie auf das Leben und Schaffen der Genies hatte.


Wäre das Buch im Zuge einer Deutsch-Arbeit geschrieben worden, könnte man es schlichtweg als "Themenverfehlung" sehen. Vergleicht man es mit einer Mathe-Arbeit, so ist in einem der ersten Rechenschritte ein grober Fehler unterlaufen, und zwar das bunte durcheinander-mischen von Höchstbegabten und als historischen Persönlichkeiten, die als "Genies" gelten. So gut und sorgfältig auch DANACH recherchiert wurde, der Fehler wurde von Anfang bis zu Seite 126 (wo ich gerade bin :fahne: ) mitgezogen, und ich vermute mal, dass er bis zum Schluss weiter bestehen wird.

Die Gretchenfrage hier lautet für mich: Hat die Widersprüchlichkeit der hier ausgewählten "Genies" IRGEND ETWAS mit der Persönlichkeitsstruktur von Menschen zu tun, die bei einem IQ-Test einen Wert von 145 oder mehr erreichen?

sinus hat geschrieben:Und es fehlt natürlich an Nachweisen, dass diese tatsächlich im Sinne eines IQ von >145 höchstbegabt waren. (Wobei ich denke, das Brackmann da aus ihren klinischen Erfahrung heraus schon ein wenig Urteilsvermögen mitbringt)


Zu dieser Einschätzung fällt mir ein Vergleich ein. Du weißt sicherlich, dass die meisten Basketballspieler sehr groß sind. Die Körpergröße verschafft ihnen beim spielen Vorteile gegenüber kleineren Mitspielern, ist aber längst nicht das einzige Kriterium für einen erfolgreichen Basketballspieler. Es ist ein Fakt, dass normal wüchsige Personen IM SCHNITT seltener erfolgreiche Basketballer werden als Großwüchsige. Doch der Umkehrschluss, dass alle großwüchsigen Personen auch gute Basketballspieler sind, ist schlichtweg falsch.

Wenn es zu den Basketballspielen und Spielern der Vergangenheit keine Größen-Aufzeichnung geben würden, könnte man dann auf Grund ihrer Spielerfolge nachträglich auf die Körpergröße schließen? Könnte man auf Grund der Größe einer beliebigen großwüchsigen Person sagen, wie gut sich diese Person auf dem Basketballfeld bewähren würde? Wie groß würde man Muggsy Bogues schätzen, wenn man nur seine Erfolge sehen würde?

Aber genau so was versucht Frau Brackmann in ihrem Buch. Der IQ ist eine von Genie oder außergewöhnlichen Leistungen UNABHÄNGIGE Größe. Auf Grund des IQs kann man keine herausragenden Leistungen vorhersagen, genauso wenig, wie man auf Grund herausragender Leistungen einen IQ nachreichen kann. Klar ist jede der vorgestellten Persönlichkeiten AUF IHREM GEBIET genial und es kann durchaus sein, dass die eine oder andere wirklich auch bei einem IQ-Test einen Wert von 145+ erreicht hätte (im Vergleich zu gleichaltrigen Personen derselben Zeitperiode und desselben Kulturkreises). Vermutlich hat auch der Großteil der Persönlichkeiten einen überdurchschnittlichen IQ und es sind deutlich mehr Hoch- oder Höchstbegabte darunter als in der Durchschnittsbevölkerung. Genauso, wie mehr große und großwüchsige Personen unter den Basketballspielern sind.

Aber das ist auch schon alles, was man vermuten kann. Der Rest ist willkürlich bunt zusammengewürfelt. An manchen Stellen durchaus interessant, aber alles andere als eine ordentliche Recherche.

sinus hat geschrieben:Ich vermute mal, dass die Datenlage zu getesteten Höchstbegabten einfach nicht genug hergibt, um daraus eine relevante Studie zu machen.
Was ich am Untertitel kritisieren würde, weil es auf die falsche Fährte führt, ist, dass er "Die Persönlichkeitsstruktur von Höchstbegabten und Genies" lautet.
An sich müsste er lauten "Die Persönlichkeitsstruktur von erfolgreichen Genies".


Die Weltbevökerung ist aktuell ca. 7,77 Milliarden Menschen - was bei 0,1% Höchstbegabten insgesamt 7,77 Millionen weltweit ergibt. DAS soll nicht für eine relevante Studie reichen :gruebel: ? (mir ist klar, das längst nicht alle getestet sind, aber es gibt schließlich auch vereine für Höchstbegabte wie Prometheus Society, wo nur Meschen mit einen IQ von 160+ aufgenommen werden. Also wer will findet Möglichkeiten, wer nicht will findet Gründe ;) ! )

Tatsächlich ist das Buch nicht mal der Versuch einer relevanten Studie. Ja, der Titel "Die Persönlichkeitsstruktur von EINIGEN erfolgreichen Genies" wäre viel passender. Da im Buch (zumindest bis Seite 125) KEIN EINZIGER Höchstbegabter auch nur namentlich genannt wurde, darf es nicht so dargestellt werden, als würde das Buch Menschen mit hohem IQ beschreiben!

sinus hat geschrieben:Alles in allem fand ich das Buch wie gesagt hochinteressant, auch wenn es ganz anders als erwartet war.
Allein die Unmenge an biographischen Einzelheiten, innerhalb eines Buches versammelt...


Ich sehe es auch nicht per se als schlecht. Das ist ja das, was ich schade finde: viel Arbeit, viel Recherche und ein Denkfehler zu Beginn des Vorgangs macht jegliche Schlussfolgerung daraus unmöglich. Auf Seite 117 wird Marie Curie zitiert: "Ein guter Forscher muss kühn sein, wagemutig, abenteuerlustig UND streng methodisch vorgehen!". Tja, und genau DAS (streng methodische Vorgehen) hat bei diesem Buch leider gefehlt.
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon Meine3 » Do 11. Jun 2020, 21:20

Danke Sinus, für deine Rezension zu "extrem begabt". Ich war nämlich auch am überlegen ob ich es kaufe und lasse es jetzt :fahne:.

Mich hätten da wirklich empirisch-wissenschaftliche Erkenntnisse interessiert. Geschichten über sogenannte Genies wie Mozart, Einstein und CO. interessieren mich in Hinblick auf das Phänomen Höchstbegabung dann doch weniger. DA bin ich bei Rabaukenmama. Ich habe viele Biografien gelesen und das brauche ich dann nicht zusammengefasst in einem Sachbuch. Denn bei diesen Menschen handelt es sich ja lediglich um die Annahme, dass sie hoch- oder höchstbegabt waren und keine erwiesene Höchstbegabung.

Vermutlich ist es tatsächlich einfach ein Problem empirische Daten und Informationen zu ermitteln, da es eben sehr wenige höchstbegabte Menschen gibt und die Fallzahlen einfach zu gering sind um Rückschlüsse auf allgemeingültige "Muster" ziehen zu können.

Außerdem gab es doch mal eine Studie in der Hochbegabte und überdurchschnittlich intelligente Schüler beobachtet wurden und der spätere Nobelpreisträger befand sich NICHT unter den Hochbegabten, sondern unter den überdurchschnittlich begabten Schülern. Was mir zeigt, dass Erfolg und herausragende Leistung eben nicht zwangsläufig an eine Hochbegabung oder gar Höchstbegabung gebunden sind, sondern zu herausragenden Erfolgen VIEL mehr gehört, als nur ein sehr hohes geistiges Potenzial. Dinge, die mit einem IQ-Test (noch??) nicht gemessen werden können...
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 12. Jun 2020, 07:06

Meine3 hat geschrieben:Danke Sinus, für deine Rezension zu "extrem begabt". Ich war nämlich auch am überlegen ob ich es kaufe und lasse es jetzt :fahne:.

Mich hätten da wirklich empirisch-wissenschaftliche Erkenntnisse interessiert. Geschichten über sogenannte Genies wie Mozart, Einstein und CO. interessieren mich in Hinblick auf das Phänomen Höchstbegabung dann doch weniger. DA bin ich bei Rabaukenmama. Ich habe viele Biografien gelesen und das brauche ich dann nicht zusammengefasst in einem Sachbuch. Denn bei diesen Menschen handelt es sich ja lediglich um die Annahme, dass sie hoch- oder höchstbegabt waren und keine erwiesene Höchstbegabung.

Vermutlich ist es tatsächlich einfach ein Problem empirische Daten und Informationen zu ermitteln, da es eben sehr wenige höchstbegabte Menschen gibt und die Fallzahlen einfach zu gering sind um Rückschlüsse auf allgemeingültige "Muster" ziehen zu können.

Außerdem gab es doch mal eine Studie in der Hochbegabte und überdurchschnittlich intelligente Schüler beobachtet wurden und der spätere Nobelpreisträger befand sich NICHT unter den Hochbegabten, sondern unter den überdurchschnittlich begabten Schülern. Was mir zeigt, dass Erfolg und herausragende Leistung eben nicht zwangsläufig an eine Hochbegabung oder gar Höchstbegabung gebunden sind, sondern zu herausragenden Erfolgen VIEL mehr gehört, als nur ein sehr hohes geistiges Potenzial. Dinge, die mit einem IQ-Test (noch??) nicht gemessen werden können...


Das war nicht die Rezension von sinus sondern meine ;) , Und ich finde das Buch auch nicht schlecht, nur für ein paar Gschichterl von Einstein und Curie sind 30 Euro ziemlich heftig. Die meisten Fachbücher, die ich besitze, habe ich mehr als einmal gelesen - das war auch der Grund, warum ich diese Buch gekauft habe - weil es als Fachbuch "getarnt" war. Ein Gschichterl-Buch hätte ich mir von der Bücherei ausgeborgt, weil ich das ohnehin nicht mehr als 1x lese.

Sollten doch noch irgendwelche wissenschaftlichen Erkenntnisse kommen (bis ja erst auf Seite 137) schreibe ich das natürlich, aber so, wie das Buch geschrieben ist, glaube ich das nicht. Ansonsten kann ich dir das Buch gerne schicken, wenn es dich doch interessiert - 1x lesen reicht mir dann.
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon sinus » Sa 19. Sep 2020, 15:02

Hier mal ein Buch, was sich direkt an die hochbegabten Kinder (Grundschulalter) selbst richtet bzw wo sie selbst erzählen:

__________________________________________________________
Mathias Wais
Hilfe – ich bin hochbegabt! Na und?
Mit schlauen Füchsen unterwegs

In Zusammenarbeit mit Kindern der Buchwerkstatt Dortmund (...)
empfohlen von der DGhK
__________________________________________________________
Das Buch entstand aus zahlreichen Gesprächen & Aufzeichnungen mit hochbegabten Kindern im Grundschulalter und beinhaltet eine große Bandbreite ihrer kleinen Besonderheiten, "Macken" und Probleme in Schule und Alltag und wie sie damit umgehen. (bspw Interessen, die sonst keiner hat, ihre Ungeduld & ihr Perfektionismus, Langweile in der Schule oder Leistungsansprüche nach Bekanntwerden der HB, von anderen ausgegrenzt werden usw usf)

Das wird amüsant und kindgerecht beschrieben, immer anhand von kleinen Fallgeschichten und Stories. Ich musste oft schmunzeln beim Lesen. Manchmal aber auch schlucken.
Die Kreativität und so oft besondere Denk- und Wahrnehmungsweise dieser Kinder kommt dabei auch gut rüber.
Ich habe mein eigenes Kind bzw die Themen, die uns hier immer wieder beschäftigen darin auch definitiv wiedergefunden.

Mir selbst hat das Buch sehr gut gefallen, mein hochbegabtes Kind würde es aber wahrscheinlich (derzeit) nicht lesen, da sie sich nur ungern mit eher Hochbegabung auseinandersetzt und das Thema am liebsten meidet. (Womit sie auch nicht allein ist - das wird u.a. auch im Buch behandelt)
Ich hätte es ganz gern etwas eher "entdeckt", als das Thema für uns noch neuer war und meine Tochter noch im Grundschulalter.

Der Wert für betroffene Kinder und ihre Eltern besteht darin, sofort sich selbst wiederzufinden, zu sehen - ich bin nicht allein, anderen gehts genauso wie mir. Da sind viele, die sind ähnlich, aber trotzdem sind wir auch verschieden & individuell. Und es gibt meistens auch verschiedene Lösungen und Wege, damit umzugehen.
Ich fand die Fallgeschichten auch sehr unterhaltsam zu lesen.
Es regt auch zur Mitarbeit an, indem am Ende jeden Kapitels Denkanstöße und Fragen an das Kind gestellt werden.
Man kann als Kind seine eigenen Erfahrungen und Texte sogar einsenden, um das Buch in Zukunft um weitere Erfahrungen zu ergänzen. Dazu wird ausdrücklich aufgefordert.
Was mir auch gefallen hat, ist der Hinweis, der mehrmals kam, dass ein hochbegabtes Kind mache Probleme (wie bspw Mobbing, ungerechte Behandlung von Lehrern) nicht allein lösen kann und muss und sich dann auch Hilfe holen soll.

Manchmal hat mich die kindliche, locker-flockige Sprache des Autors etwas gestört, andermal hat sie mich aber auch zum Lachen gebracht. Sie ist nicht übertrieben albern oder so, aber man muss sich ggf etwas dran gewöhnen. (Als Erwachsener, wie es bei den Kindern selbst ankommt, kann ich natürlich nicht sagen)

Ich bin auf jeden Fall ziemlich sicher, dass ein hochbegabtes Kind aus der Lektüre dieses Buches gestärkt herauskommt.
Zuletzt geändert von sinus am So 20. Sep 2020, 20:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon koala27 » So 20. Sep 2020, 20:03

Ole Kyed

Hochbegabt: Der Ratgeber für Eltern

Mir gefällt an dem Buch sehr gut, dass es 9 Fallbespiele von Kindern gibt, wo deren Werdegang von den eigenen Eltern beschrieben wird. In der neueren Auflage wird dann auch erwähnt, wie es danach weiter ging- also quasi ein Zeitsprung gemacht von knapp 8-9 Jahren. Das ist auch sehr aufschlußreich.
Zu jedem Fallbespiel werden die darin vorkommenen Probleme hinterher im Zusammenhang mit HB erläutert und Möglichkeiten erwähnt, was eltern ggfls. machen können/ ihren Kindern helfen können.
Alle Kinder und Familien sowie der Autor leben in Dänemark- daher sind die Beschreibungen auch vom Schulsystem etc. darauf bezogen.
Für mich ist es aber trotzdem gut nachzuvollziehen und sehr gut zu lesen.
Es ist auch teilweise erschreckend, was die Kinder mitmachen mussten, wenn "Experten" den Eltern merkwürdige Ratschläge gegeben haben. Da bin ich dann immer froh, dass meine Kinder erst später geboren wurden und die Erfahrungen nicht machen mussten.
Die Eltern selber schreiben sehr ehrlich darüber, wie sie im Nachhinein einige Dinge sehen und sich gewünscht hätten, anders verfahren zu sein- es aber aus Unwissenheit ja nicht anders machen konnten. Auch das sie zuerst glaubten sobald die Diagnose HB feststeht wird alles einfacher werden und es oft ein Irrtum war, wird erwähnt.
Das kam mir sehr bekannt vor ;-)
koala27
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon sinus » Mi 14. Okt 2020, 10:44

__________________________________________________________
Franzis Preckel, Tanja Gabriele Baudson
Hochbegabung.
Erkennen, Verstehen, Förden
_________________________________________________________

Ein eher kleines Büchlein, aber ziemlich vollgepackt mit Wissen und Modellen rund um das Thema Hochbegabung.
Eher wissenschaftlich, als populärwissenschaftlich aufgezogen.
Kapitel bspw:
Erkennen von Hochbegabten,
Wie sind Hochbegabte? Fiktion und Fakten
Förderdung von Hochbegabten
und - sehr interessant, da bisher noch in keinem anderen Buch so gefunden -
Geschichte der Hochbegabtenforschung
_________________________________________________________
Ich finde, das Büchlein ist ein tolles Kompendium für alle, die sowohl einen groben Überblick über die wichtigsten das Phänomen Hochbegabung betreffenden Bereiche, als auch etwas tiefergehende, wissenschaftlich fundierte Infos möchten.
Der Text wird mit Tabellen und grafischen Darstellungen ergänzt.
Statt "Hochsensibilität" wird hier der Begriff "Overexcitability" verwendet. (zurückgehend auf Kazimierz Dabrowski (1902-1980), ein polnischer Psychologe, Psychiater und Arzt.)
Dabei geht es darum, dass hohe Intelligenz neben dem kognitiven auch den emotionalen, imaginären, psychomotorischen und sensorischen Bereich einer Person "infiltriert".
In anderen Büchern findet man ja tw, dass es keinen Nachweis gäbe, dass Hochbegabung mit Hochsensibilität einhergeht.
Überhaupt dachte ich bisher, dass "Hochsensibilität" ein eher neues Konzept sei.
Zur OE gibt es aber - an den Lebensdaten von Dabrowski unschwer zu erkennen - durchaus schon ältere, seriöse Forschungen dazu.
Alles in allem habe ich, obwohl das bestimmt inzwischen das 10 oder 11. Buch zum Thema ist, auch hier wieder Neues dazugelernt.
Zuletzt geändert von sinus am Mi 14. Okt 2020, 13:56, insgesamt 7-mal geändert.
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon sinus » Mi 14. Okt 2020, 11:15

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Gerhard Lehwald
Motivation trifft Begabung.
Begabte Kinder und Jugendliche verstehen und gezielt fördern
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Im Zentrum des Buches steht die Motivation. Dabei wird zwischen handlungsorientierter Motivation (Erfüllung im Tun, Freude am Erkenntnisprozess) und leistungsorientierter Motivation (Erfüllung in der Erreichung eines Ziels wie bspw ein Erfolg oder eine gute Note) betrachtet.
Der Autor beschreibt die Motivationsentwicklung in bestimmten Lebensphasen (vom Baby bis zum Erwachsenen) und geht darauf ein, warum es bei Hochbegabten zu Motivationsstörungen kommen kann und wie man wie man die Motivation förden kann.
Das Problem des Underarchievements wird ausführlich betrachtet.
Welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um es in einem Fachgebiet zu Expertise zu schaffen.
Wie aus Interessengebieten Fachgebiete werden, in denen man besondere Leistungen erbringt.
Diverse Studien und Modelle bilden die Grundlage das Buches und werden erläutert und auch grafisch dargestellt.
Auch einige Diagnose-Werkzeuge, bspw Fragebögen, sind konkret abgebildet. So könnte das Buch Lehrkräften helfen, hochbegabte Underarchiever zu identifizieren.
_________________________________________________________

Der Autor Gerhard Lehwald leitete über fünfzehn Jahre eine Hochbegabten-Beratungsstelle, gleichzeitig hatte er den Lehrauftrag zur Diagnostik und Beratung von Begabten und Hochbegabten beim Masterstudiengang „Begabtenforschung und Kompetenzentwicklung“ inne.
Er weiß also sowohl aus der Praxis, als auch au der Theorie, genau wovon er schreibt. Das merkt man dem Buch deutlich an, finde ich.

Da das Thema geringe/gestörte Motivation bis hin zu geringem Selbstwertgefühl (der Weg wird bspw sehr gut und nachvollziehbar erläutert!) offensichtlich (so auch meine Erfahrung mit meiner Tochter) ein verbreitetes Problem Hochbegabter zu sein scheint, fand ich das Buch für mich lohnenswert.
Es wirkt auf mich ziemlich wissenschaftlich, man kann es darum nicht unbedingt am Stück lesen. Allein schon wegen der Fülle der Informationen darin.
Auch richtet sich einiges eher nicht an Eltern, sondern eher an Lehrer, so mein Eindruck.

Mir wurden aber einige Zusammenhänge, die mir bisher nur grob klar waren (bspw warum aus Unterforderung Underchivement werden kann) nochmal um einiges klarer.
Spannend fand ich auch die Informationen aus Studien, welche vorschulischen Fähigkeiten deutlich auf eine Hochbegabung hinweisen.
(Lesen alleine kaum, Rechnen nur ein wenig, Lesen+Rechnen recht deutlich)

Ganz besonders empfehlen würde ich das Buch für Eltern, deren Kinder in die Grundschule gehen und dort unterfordert sind und denen, die gerade über die Wahl der richtigen weiterführenden Schule nachdenken.
Genau die Probleme, die meine Tochter beim Übergang auf die weiterführende Schule hatte, wurden in dem Buch auch sehr schön beschrieben und erklärt.
Meine Zweifel, die ich anfangs hatte, ob sie an der recht leistungsfordernden Schule wirklich richtig ist, haben sich darum beim Lesen des Buches zerstreut.
(Gleichzeitig dazu scheint jetzt in Klasse 6, wie auch im Buch vorhergesagt, es inzwischen deutliche Verbesserungen im Motivationsbereich zu geben.)
Zuletzt geändert von sinus am Mi 14. Okt 2020, 11:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Bücher zum Thema Hochbegabung & Hochsensibiliät

Beitragvon sinus » Mi 14. Okt 2020, 11:47

__________________________________________________________
Katharina Fietze
Kluge Mädchen.
Frauen entdecken ihre Hochbegabung
_________________________________________________________

Dieses Buch beschäftigt sich mit den Besonderheiten von Frauen und Mädchen und ihrer Hochbegabung.
Es besteht aus zwei Teilen:
Einmal sechs Fallgeschichten von betroffenen erwachsenen Frauen, von ihnen selbst aufgeschrieben.
Die Schilderungen sind strukturiert nach den Themen "Erziehung" und "Schule" und enden immer mit einem persönlichen "Fazit".
(was dann auch aus den eigenen Erfahrungen heraus Ratschläge/Wünsche enthält, wie man hätte mit ihnen umgehen sollen/wie man mit einem hochbegabten Mädchen umgehen sollte)
Teil zwei besteht aus Erkenntnissen und Ratschläge der Autorin.
(Zur Autorin: Dr. Fietze studierte Philosophie und Geschichte und lehrte an verschiedenen Universitäten.
Heute arbeitet sie als Dozentin, Karrierecoach, Jobcoach und Familiencoach im Hamburger Raum. Sie leitet den Kreis "Das philosophische Café" bei Mensa.)
_________________________________________________________

Die Zweiteilung des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Lebensgeschichten sind sehr spannend zu lesen und dienen durchaus als exemplarische Beispiele einer Kindheit als unerkanntes hochbegabtes Mädchen in der Generation heute erwachsener Frauen, die auch heutzutage noch einige Entsprechungen finden.
Allerdings glaube ich, da vorwiegend Frauen aus den alten Bundesländern zu erkennen, denn meiner Erfahrung nach lief es in der ehemaligen DDR tw anders - fortschrittlicher, emanzipierter.
Die Geschichten haben mich oft sehr berührt, eine gewisse Tragik enthalten sie alle.

Der zweite Teil des Buches hat mich ebenfalls angesprochen. Die Autorin beschreibt viele Aspekte der Hochbegabung nochmals genauer und vertritt die Meinung, dass Mädchen unbedingt von ihrer Hochbegabung erfahren müssten, da diese nicht nur den kognitiven Teil der Persönlichkeit, sondern die komplette Persönlichkeit durchdringt. (Vgl Dabrowkis Overexcitabilitytheorie, die auch in diesem Buch aufgegriffen wird)
Für mich ist das alles sehr schlüssig, da es sich sowohl mit der Beobachtung an meinen Kindern, als auch bei mir selbst deckt.
Sie ermutigt auch schon erwachsene Frauen, sich testen zu lassen, um durch Anpassung und Nichtakzeptanz unterdrückte Persönlichkeitsanteile zur Geltung kommen zu lassen und seinem wahren Selbst näher zu kommen bzw es wiederzufinden.
Sie sieht einen heilsamen Prozess u.a. darin, seine Lebensgeschichte neu zu betrachten unter dem Aspekt der unerkannten oder ungelebten Hochbegabung.

Ich empfehle das Buch allen, die Fallgeschichten mögen, vor allem aber allen, die eine hochbegabte Tochter haben und ebenso allen Müttern, die durch die Hochbegabung ihres Kindes auch ihre eigene Geschichte nochmal neu zu hinterfragen begonnen haben.
Es ist sicherlich nie zu spät, um zu neuen Selbsterkenntnissen zu gelangen... (Auch wenn man dazu sicherlich nicht zwingend einen IQ-Test und/oder eine konkrete Zahl braucht)
sinus
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